Nachtschicht - Der letzte Job

Der Fernsehfilm der Woche

Das Team des KDD untersucht den Mord an einem Polizeihauptmeister. An der polnischen Grenze waren Unbekannte wegen überhöhter Geschwindigkeit von einem Streifenwagen angehalten worden, woraufhin sie den Polizisten erschossen. Zeugen wollen einen Kleinbus gesehen haben, in dem Ausländer - wahrscheinlich Flüchtlinge aus Afrika - waren. Lisa Brenner (Barbara Auer) spricht in einer Flüchtlingsunterkunft mit der Syrerin Odile Bakri (Pegah Ferydoni), die am Vortag in der Unterkunft aufgenommen wurde. Als Lisa Odile noch einmal aufsuchen will, ist die junge Frau verschwunden und wird am nächsten Tag tot im Wald gefunden.

  • ZDF, Montag, 01. Februar 2016, 20:15 Uhr

Texte

ADIEU, MAJA.
Vorwort von Daniel Blum

Ein Antrieb, Filme zu machen, war seit der Erfindung des bewegten Bildes immer auch: das Andenken von Menschen in einer lebendigen Form zu bewahren. Trotzdem bleibt es erst einmal ein Schock, wenn Verstorbene im Film weiterhin so lebendig und nah wirken. So geht es uns allen, die an dieser NACHTSCHICHT gearbeitet haben, mit dem plötzlichen Tod von Maja Maranow. Wir können es immer noch nicht fassen und wollen nicht glauben, dass dies ihr letzter Film gewesen sein soll. Sie hatte sich sehr gefreut, wieder mit Lars Becker zu arbeiten und erneut in einer NACHTSCHICHT mitspielen zu können - und wir waren glücklich als sie zusagte. Wie immer hat sie ihre Rolle der Leiterin des Flüchtlingsheims akribisch vorbereitet und zeigte am Set Ihre ganz eigene Mischung aus Professionalität, großer menschlicher Wärme und dabei doch fast scheuer Zurückhaltung und Bescheidenheit. Das Herz trug sie nie auf der Zunge, sondern schützte ihre Privatheit mit einer umso attraktiveren Aura von Geheimnis. Wir trauern um eine wirklich große Schauspielerin, die jeden Film mit ihrer melancholisch grundierten Tiefe und Ernsthaftigkeit beseelte. Auch im Fernsehformat dachte man sich ihre Blicke und Gesten immer in Leinwandgröße. Wir sind dankbar, dass sie diese NACHTSCHICHT noch mit einigen schönen Szenen beschenkt hat - aber vor allem sind wir traurig und vermissen sie sehr.

Daniel Blum
HR Fernsehfilm/Serie I - Redaktion Fernsehspiel II

Stab

Buch und RegieLars Becker
KameraAndreas Zickgraf
TonMaj-Linn Preiß
SzenenbildAnina Diener
Schnitt Sanjeev Hathiramani
KostümFana Becker
Maske Adella Selzer und Anja Hoppe
Casting Sandra Köppe
Produktion Network Movie Film- und Fernsehproduktion GmbH & Co. KG, Köln
ProduzentenWolfgang Cimera und Bettina Wente
HerstellungsleitungAndreas Breyer
ProduktionsleitungFrank W. Mähr
Redaktion Daniel Blum
Länge89'38 Minuten

Besetzung

Lisa BrennerBarbara Auer
ErichsenArmin Rohde
Mimi HuMinh-Khai Phan-Thi
Yannick KruseChristoph Letkowski
Ömer KaplanÖzgür Karadeniz
Kevin König Florian Lukas
Branko NovakRobert Palfrader
Olga KönigMaja Maranow
Odile BakriPegah Ferydoni
Soraya YounesMona Pirzad
Olaf HoltzmannRainer Bock
KirchnerCornelius Obonya
Abu HaddadHilmi Sözer
Fuad GünesSahin Eryilmaz
Abdel RazHassan Akkouch
Wachhabender WalterAlbrecht Ganskopf
und andere

Inhalt

Das Team des KDD untersucht den Mord an einen Polizeihauptmeister. An der polnischen Grenze waren Unbekannte wegen überhöhter Geschwindigkeit von einem Streifenwagen angehalten worden. Daraufhin erschossen sie einen Polizisten. Zeugen haben einen Kleinbus gesehen und ausgesagt, dass Ausländer im Bus waren, wahrscheinlich Flüchtlinge aus Afrika. Später wird das leere Fahrzeug in einem Hamburger Parkhaus gefunden.

Lisa Brenner und Yannick Kruse machen auf den Weg zu einer Flüchtlingsunterkunft, die von Olga König, einer alten Freundin von Lisa, geleitet wird. Dort spricht Lisa mit der traumatisierten Syrerin Odile Bakri, die am Vortag mit ihrem kleinen Sohn in der Unterkunft aufgenommen wurde. Als Lisa Odile noch einmal aufsuchen will, ist die junge Frau verschwunden und wird am nächsten Tag tot im Wald gefunden. Lisa fühlt sich schuldig. Beladen. Belastet. Und kann diese Last nur schultern, indem sie Odiles Mörder sucht - und keine Ruhe gibt, bis sie ihn findet. Einige Tage später wird Lisa Brenner von der internen Ermittlung vernommen. Sie hat einen Tatverdächtigen getötet - und einiges deutet darauf hin, dass dies nicht in Notwehr geschah. Die Ereignisse überschlagen sich, und dem Team der "Nachtschicht" bleibt nicht viel Zeit.

Interview mit Barbara Auer

Frau Auer, Sie feiern mit diesem Film ein Jubiläum. Sie sind seit 2005 mit an Bord und "Der letzte Job" ist Ihre 10. "Nachtschicht". Zeit für ein kleines Resümee. Haben Sie eine Lieblingsfolge?

Nein, nicht wirklich. Ich muss gestehen, dass mir in der Erinnerung die einzelnen Geschichten sogar schon manchmal durcheinander geraten. Aber ich mag sowohl die leichten, komischen "Nachtschicht"-Filme, als auch die, die ernst und brisant sind. Das Schöne ist ja, dass es von Folge zu Folge wechselt und dass die Gastrol­len immer mit großartigen Schauspielern besetzt sind. Ganz offensichtlich ist es für viele ein großer Reiz, bei der "Nachtschicht" mitzuspielen und da extremere Cha­raktere als sonst verkörpern zu dürfen.

Mögen Sie Ihre Figur, Lisa Brenner, immer noch?

Ich mag Lisa, weil sie zwar im Beruf sehr tough, klug und einfühlsam ist, privat aber doch eher ein sperriger Charakter und ziemlich einsam. Das macht sie mir sympa­thisch.

Gibt es etwas, was Sie im Zusammenhang mit einem Dreh für die "Nacht­schicht" nie vergessen werden?

Ja, meinen ersten "Nachtschicht"-Dreh 2005. Da mussten wir im Februar noch zwei Tage nachdrehen, und das Ganze fand nachts auf einem Hochhausdach im vier­zehnten Stock statt. Es hatte minus sechs Grad, die sich wie minus zwölf anfühlten, und das Dach war vereist. Es war so kalt, dass man kaum mehr sprechen konnte, und Hannes Hubach, der Kameramann, versuchte, mir das Gesicht warm zu klopfen, denn es war zu einer Maske erstarrt.

"Der letzte Job" ist der 13. Film aus der "Nachtschicht"-Reihe von Lars Becker. Was macht die Reihe aus Ihrer Sicht so erfolgreich und vor allem so interes­sant für den Zuschauer?

Die besonderen Geschichten und ihre schrägen Protagonisten. Lars Becker liebt die Menschen am Rande der Gesellschaft, und gleichzeitig ist er ein kluger gesell­schaftspolitischer Beobachter. Und weil er diese schrägen Figuren in absurde Kon­flikte und Situationen bringt, bekommt das Ganze auch noch diesen sehr speziellen Humor, ohne jemals albern zu sein.

Als Anfang 2015 die Dreharbeiten zu diesem Film anfingen, war das Thema Flüchtlinge in Deutschland bereits aktuell, aber bei weitem nicht so präsent, wie heute. War es Voraussicht von Lars Becker, das Thema aufzugreifen, und welchen Blick eröffnet er uns auf die Situation von Flüchtlingen in Deutsch­land?

Lars ist durch seine Frau Fana, die Kostümbildnerin bei allen seinen Filmen ist und ursprünglich aus Eritrea stammt, schon sehr lange mit dem Thema Migration kon­frontiert und beschäftigt. Außerdem ist er früher viel gereist und kennt aus jener Zeit Syrien recht gut. Beide sind sehr engagiert, und so war er natürlich schon viel eher für die Situation der Flüchtlinge sensibilisiert, auch wenn er nicht wusste, dass im Sommer noch so viele Menschen kommen würden.

Allerdings lenkt er mit dieser "Nachtschicht"-Folge den Blick des Zuschauers weg von unserer Anteilnahme und Hilfsbereitschaft und zeigt kriminelle Machenschaften, denen Flüchtlinge, und da vor allem Frauen, ausgesetzt sind. Und das eben leider nicht nur auf ihrem beschwerlichen und teilweise lebensgefährlichen Weg nach Eu­ropa, sondern auch hier bei uns.

In dieser "Nachtschicht" steht Lisa Brenner mit ihren Ermittlungen im Mittel­punkt. Dabei gerät sie persönlich in Schwierigkeiten. Wie kommt es dazu, und was erfahren wir dabei über den Menschen Lisa Brenner?

Lisa ist einfach inzwischen an ihre Grenzen gekommen, sie hat genug Leid und Schlechtigkeit gesehen, und sie merkt, dass sie sich selbst nicht mehr schützen kann. Deshalb will sie aus ihrem Beruf aussteigen. Gleichzeitig spürt sie, dass sie nicht länger nur Dienst nach Vorschrift machen kann, sondern eingreifen muss. Und so tut sie das, was sie glaubt tun zu müssen und was ihr später in einem internen Verfahren, das gegen sie eröffnet wird, als Selbstjustiz vorgeworfen wird.

Obwohl es Lisa Brenner ihrem Kollegen Erichsen nicht ganz leicht macht, hält er zu ihr und unterstützt sie. Was verbindet die Beiden? Wie wichtig ist Freundschaft für Sie?

Lisa und Erichsen kennen sich lange und schätzen einander sehr. Sie sind zwar grundverschieden, und die Freundschaft mit Erichsen hat sich erst langsam entwi­ckelt und erfordert manchmal auch ziemlich viel moralische Toleranz. Aber Lisa weiß, dass sie sich immer auf ihn verlassen kann und umgekehrt ebenso. Bisher war es allerdings meistens so, dass sie Erichsen den Rücken decken oder ihm den Kopf zurechtsetzen musste, nun sind die Positionen zum ersten Mal vertauscht. Und es zeigt sich, dass er ein wirklich guter und besonnener Freund ist.

Mir persönlich ist Freundschaft sehr wichtig, und ich habe Freundschaften, die mich seit meiner Jugend begleiten. Obwohl wir uns leider nicht oft sehen, weil wir in ver­schiedenen Städten leben, sind die regelmäßigen Treffen vertraut, innig und be­deuten mir viel. Und sie geben mir Kraft für den Alltag.

Der Titel klingt nach Abschied und die von Ihnen gespielte Figur Lisa Brenner scheint von ihrer Arbeit sehr frustriert. Dürfen wir uns denn weiterhin auf Sie bei der "Nachtschicht" freuen?

Tatsächlich war ich eine Zeit lang unsicher, ob ich weitermachen will. Ich hatte das Gefühl, dass Lisa und ihr Part bei der "Nachtschicht" auserzählt sind. Aber da diese Reihe wie gesagt besonders ist und jede neue Folge ein anderes Genre als die vo­rige, bin ich in der nächsten "Nachtschicht" gerne auch wieder dabei.

Das Interview führte Ellen Wirth

Gast-Darsteller der bisherigen "Nachtschicht"-Filme

Zum ersten Team gehörten neben Armin Rohde und Minh-Khai Phan-Thi, Katharina Böhm und Ken Duken.

In Folge 4 ("Nachtschicht – Der Ausbruch") Einstieg von Barbara Auer.

In Folge 11 ("Nachtschicht – Geld regiert die Welt") Einstieg von Christoph Letkowski.

 

Maja Maranow

Jan Josef Liefers

Matthias Brandt

Florian David Fitz

Jürgen Prochnow

Dietmar Bär

Lisa Maria Potthoff

Götz George

Ben Becker

Sophie Rois

Fahri Yardim

Alexander Held

Fritz Karl

Dominique Siassia

Olli Dittrich

Joachim Król

Charlotte Roche

Uwe Ochsenknecht

Vadim Glowna

Marie Bäumer

Christian Redl

Ulrike Krumbiegel

Uwe Kockisch

Simon Schwarz

Cosma Shiva Hagen

Oliver Stokowski

Anna Schudt

Katja Flint

Alina Levshin

Katrin Bauerfeind

Clemens Schick

Florian Lukas

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