ZDFinfo zeigt am 31. Januar 2020, ab 20.15 Uhr, die sechsteilige Doku-Serie "NISMAN – Tod eines Staatsanwalts". Foto: ZDF/Lucas Gath
ZDFinfo zeigt am 31. Januar 2020, ab 20.15 Uhr, die sechsteilige Doku-Serie "NISMAN – Tod eines Staatsanwalts". Foto: ZDF/Lucas Gath

NISMAN – Tod eines Staatsanwalts

Sechsteilige Doku-Serie

Im Januar 2015 starb der argentinische Staatsanwalt Alberto Nisman nur wenige Stunden vor einer Anhörung zu seinen Ermittlungsergebnissen über die Hintergründe des Bombenattentats auf ein jüdisches Kulturzentrum in Buenos Aires des Jahres 1994. Ob es Mord oder Selbstmord war, ist bis heute ungeklärt. In der sechsteiligen Doku-Serie "NISMAN – Tod eines Staatsanwalts" zeichnet Emmy-Preisträger Justin Webster mit Blick auf Nismans fünften Todestag die unterschiedlichen Fährten und Positionen minutiös nach – der dokumentarische Polit-Thriller ist erstmals am Freitag, 31. Januar 2020, ab 20.15 Uhr, in ZDFinfo zu sehen.

  • ZDF info, Freitag, 31. Januar 2020, ab 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, ab Mittwoch, 15. Januar 2020, 10.00 Uhr

Texte

Sendetermine und Stab

Freitag, 31. Januar 2020, 20.15 Uhr, ZDFinfo

NISMAN – Tod eines Staatsanwalts

Sechsteilige Doku-Serie

20.15 Uhr: Tödliche Verstrickungen
21.15 Uhr: Todesursache Selbstmord?
01.45 Uhr: Im Netz der Geheimdienste
02.45 Uhr: Entscheidende fünf Tage
03.45 Uhr: Neue Beweise
04.30 Uhr: Die Macht der Lügen

Film von Justin Webster

Produktion: jwproductions, gebrüder betz filmproduktion
Redaktion ZDFinfo: Imke Meier

 

Hinweis ZDFmediathek:

Ab Dienstag, 14. Januar 2020, 22.00 Uhr, stehen alle sechs Folgen in der ZDFmediathek zur Verfügung.

NISMAN – Tod eines Staatsanwalts

Im Januar 2015 starb der argentinische Staatsanwalt Alberto Nisman. Ob es Mord oder Selbstmord war, ist bis heute ungeklärt – auch deshalb spinnt sich weiterhin ein Netz von Vermutungen und Vorwürfen. ZDFinfo rollt in der sechsteiligen Doku-Serie den Tod noch mal auf: beginnend mit dem Anschlag auf das jüdische Kulturzentrum AMIA 1994, endend mit den erfolglosen Ermittlungen rund um den Tod.

Am 18. Juli 1994 sprengten Unbekannte das jüdische Kulturzentrum AMIA in Buenos Aires in die Luft, 85 Menschen starben, Hunderte wurden verletzt. Über 21 Jahre später – am 18. Januar 2015 – wurde der argentinische Staatsanwalt Alberto Nisman tot in seiner Wohnung in Buenos Aires aufgefunden. Nisman hatte zu den Hintergründen des AMIA-Attentats ermittelt und stand kurz vor der Präsentation seiner äußerst brisanten Ergebnisse vor dem Kongress. Bis heute ist ungeklärt, ob er Selbstmord begangen hat oder ermordet wurde.

Emmy-Preisträger Justin Webster zeichnet die unterschiedlichen Fährten und Positionen minutiös nach. Eine sechsteilige Doku-Serie von ZDFinfo in internationaler Koproduktion mit Netflix zum fünften Todestag eines wahren True-Crime-Thrillers voller internationaler Verstrickungen.

Die sechs Folgen von "NISMAN – Tod eines Staatsanwalts"

1. Tödliche Verstrickungen

Alberto Nisman, der als Staatsanwalt fast 15 Jahre im AMIA-Fall ermittelt hatte, starb überraschend 2015. Er wurde tot in seiner Wohnung in Buenos Aires aufgefunden, einen Tag, bevor er seinen brisanten Ermittlungsstand zu den Hintergründen des Attentats präsentieren wollte. Er hatte angekündigt, auch die amtierende Präsidentin Cristina Kirchner der Vertuschung anklagen zu wollen. Wie und warum musste Alberto Nisman sterben? Welche Rolle spielte die Präsidentin? Der Geheimdienst? Und was war das für ein Abkommen mit dem Iran?

 

2. Todesursache: Selbstmord?

Die Leiche von Alberto Nisman wurde nachts von seiner Mutter und seinen Bodyguards gefunden. Drei Stunden später traf die Staatsanwältin Viviana Fein am Tatort ein und begann mit ihrem Team die Spuren zu sichern. Die Nachricht von Nismans Tod versetzte Argentinien in Panik. Viviana Fein stand unter enormem Druck – für sie sprachen viele Indizien für Selbsmord.

Zugleich überschlugen sich die Verschwörungstheorien. 400.000 Menschen versammelten sich in strömendem Regen auf den Straßen, um Alberto Nisman zu gedenken.

Viviana Fein analysierte stoisch Fakten und Beweismittel – ohne zu einem befriedigenden Schluss zu kommen.

 

3. Im Netz der Geheimdienste

Nachdem der erste Prozess der AMIA-Ermittlungen mit einem Korruptionsskandal endete, begann 2004 ein erneutes Verfahren – mit Nisman als Sonderstaatsanwalt. Auf Wunsch des Präsidenten Néstor Kirchner bekam Nisman den schillernden Geheimdienst-Agenten Jaime Stiuso für seine Ermittlungen an die Seite gestellt. Stiuso und Nisman verfolgten eine Spur zur Hisbollah, die – vom Iran gesteuert – das AMIA-Attentat geplant haben soll. Mit Hilfe des FBI identifizierten sie einen libanesischen Mann, der sich beim AMIA-Anschlag als Märtyrer in die Luft gesprengt haben soll. Ende 2007 erwirkte Nisman, dass Interpol einen internationalen Haftbefehl gegen acht Iraner erließ. Doch war der Fall damit wirklich aufgeklärt?

 

4. Entscheidende fünf Tage

Alberto Nisman starb am Sonntag, 18. Januar 2015, genau einen Tag vor seiner Anhörung im Kongress, in der er seine Anklage gegen Cristina Kirchners Regierung öffentlich vortragen wollte. Die Anklage gegen Cristina Kirchner hatte Nisman vier Tage zuvor, am Mittwochmorgen, offiziell vor Gericht eingereicht. Noch am selben Abend lieferte er die Kurzversion seiner Anklage in einem Fernsehinterview – und versetzte sein Land in Hysterie. Doch die Kernthese seiner Anklage stand auf wackeligen Beinen: Nisman hatte keine handfesten Beweise für den Vorwurf der Konspiration von Cristina Kirchner und ihrem Außenminister mit dem Iran. Stattdessen stützte er sich auf Abhörtelefonate, die er vom Geheimdienst erhalten hatte.

In den folgenden Tagen führte Nisman viele Exklusiv-Interviews, bereitete seine Präsentation akribisch vor – und fragte am Samstagabend seinen IT-Techniker Diego Lagomarsino nach einer Waffe.

 

5. Neue Beweise

Knapp ein Jahr nach Nismans Tod wählte Argentinien einen neuen Präsidenten, den Konservativen Mauricio Macri. Diese Wahl bedeutete eine Richtungsänderung in der Aufarbeitung von Nismans Tod, der bis dahin offiziell als Selbstmord gehandelt wurde. Die Ereignisse überschlugen sich: Marci versprach Nismans Töchtern, von nun an mit geballter Kraft den wahren Todesumständen ihres Vaters auf den Grund zu gehen. Zugleich ging Nismans Ex-Frau mit ihren Anwälten und Kriminologen in Revision. War es doch ein Mord? Im Fokus der Mordtheorie ist Diego Lagomarsino, mit dessen Waffe Nisman sich erschossen hatte. Im September 2016 wurde der Fall Nisman an das Bundesgericht übergeben, das den Fall komplett neu bewertete. Es kam zu Anklagen und Suspendierungen.

Auch bei der Aufarbeitung des AMIA-Attentates gerieten Ex-Präsidentin Cristina Kirchner und Mitglieder ihres ehemaligen Kabinetts in den Fokus der Justiz.

 

6. Die Macht der Lügen

Im Zuge von Präsident Macris Versprechen, die Fälle AMIA und Nisman endlich restlos aufzuklären, wurde auch Nismans ursprüngliche Anklageschrift gegen Cristina Kirchner erneut untersucht. Es stellten sich einige Ungereimtheiten heraus. Zum Beispiel war der vermeintliche Geheimdienst-Agent Allan Bogado, den Nisman als Hauptquelle seiner Informationen für seine Theorien nennt, offenbar gar nicht beim Geheimdienst angestellt. Hat Jaime Stiuso – Nismans langjähriger Ermittlungspartner und Urgestein des argentinischen Geheimdienstes – den Staatsanwalt bewusst im Unklaren gelassen?

Wer hat wen hinters Licht geführt, und wer ist überhaupt an einer Aufklärung interessiert? Fraglich, ob beide Fälle – das AMIA-Attentat und der Tod Nismans – jemals final aufgeklärt werden können.

NISMAN auf Filmfestivals und mehr

Weltpremiere auf dem Internationalen Filmfestival in San Sebastian, Deutschland-Premiere auf dem Filmfestival Cologne: "Nisman – The Prosecutor, the President and the Spy", inszeniert von Emmy-Preisträger Justin Webster, hatte am Samstag, 21. September 2019, auf dem Internationalen Filmfestival in San Sebastian seine Weltpremiere. In Deutschland wurden zwei Folgen dieser non-fiktionalen Serie erstmals am Samstag, 12. Oktober 2019, auf dem Filmfestival Cologne in Köln präsentiert.                                                

Die Doku-Serie befasst sich mit dem mysteriösen Tod des argentinischen Staatsanwalts Alberto Nisman: 1994 waren in Buenos Aires bei einem Bombenattentat auf ein jüdisches Kulturzentrum 85 Menschen gestorben, mehr als 300 wurden verletzt. Die Aufklärung des terroristischen Anschlags wurde jahrelang verschleppt. Rund zehn Jahre später nahm Staatsanwalt Alberto Nisman Sonderermittlungen auf. 2015 wurde er nur wenige Stunden vor einer Anhörung zu seinen Ermittlungsergebnissen leblos in seinem Apartment aufgefunden – getötet durch einen Kopfschuss.

War es Selbstmord oder Mord? Welche Rolle spielte die damals amtierende argentinische Präsidentin Cristina Kirchner? Hatten die Geheimdienste ihre Finger im Spiel? Wie ein Puzzle setzt die Doku-Serie die verschiedenen Elemente zusammen, beleuchtet persönliche Beziehungen genauso wie geopolitische Verstrickungen, wirtschaftliche Abhängigkeiten sowie die Mächte jenseits der Politik – es geht um einen Tod, der bis heute nicht aufgeklärt ist.

Durch eine auf investigative und hochpolitische Inhalte angewandte Krimi-Dramaturgie schafft "Nisman" ein neues Genre des dokumentarischen seriellen Erzählens: die Politthriller-Dokuserie. "Nisman" ist eine Produktion von gebrüder beetz filmproduktion mit Justin Webster Productions in Koproduktion mit ZDFinfo, Netflix, Movistar, Fasten Films und DR.

Infos zu ZDFinfo

Die Wissensvermittlung bleibt der Markenkern von ZDFinfo – mit langen Dokumentationsstrecken aus den Bereichen Zeitgeschichte, Gesellschaft, Politik und Wissenschaft. Wissens-Dokus im "Fernsehen zum Mitreden" sind gefragt: Im November 2019 erreichte ZDFinfo einen Marktanteil von 1,4 Prozent bei den Zuschauern gesamt und 1,5 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen.

Im gesamten Jahr 2018 erreichte ZDFinfo einen Marktanteil von 1,4 Prozent bei Zuschauer gesamt und in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen.

Zur Entwicklung der Marktanteile:

ZDFinfo erreichte 2017 bei den Zuschauern gesamt einen Marktanteil von 1,2 Prozent – und steigerte seinen Marktanteil in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen auf 1,3 Prozent. 2016 hatte der Digitalsender gegenüber 2015 um 0,2 Prozent zugelegt. Der Sender erreichte sowohl bei den Zuschauern gesamt als auch in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen einen Marktanteil von 1,2 Prozent. Im Jahr 2015 erreichte ZDFinfo 1,1 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen und 1,0 Prozent bei den Zuschauern gesamt. 2014 lag der Marktanteil beim Gesamtpublikum und in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen bei 0,9 Prozent. Beim Start 2011 hatte ZDFinfo lediglich 0,1 Prozent Marktanteil und ist seitdem kontinuierlich gewachsen.

Fotohinweis

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100,
und über https://presseportal.zdf.de/presse/nisman

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