Copyright: ZDF / Sandra Hoever
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Ostfriesenblut

Der Samstagskrimi

Ein Unbekannter legt Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen eine Leiche vor die Haustür. Die alte Frau bleibt nicht das einzige Opfer. Immer tiefer zieht der Mörder die Hauptkommissarin in sein perfides Spiel hinein, dessen Regeln sie nicht kennt. Ann Kathrin Klaasen und ihre Kollegen arbeiten fieberhaft. Worin liegt die Verbindung der Opfer? Warum mussten sie sterben, und warum sind alle Opfer im Rentenalter?

  • ZDF, Samstag, 29. Dezember 2018, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Freitag, 28. Dezember 2018, ab 10.00 Uhr

Texte

Stab und Besetzung

Buch   Nils-Morten Osburg nach dem gleich­namigen Roman von Klaus-Peter Wolf
RegieRick Ostermann
KameraFrank Küpper
MusikStefan Will
TonStefan Soltau
SchnittChristoph Wermke
SzenenbildAnne Schlaich
Kostümbild Christian Binz
ProduktionSchiwago Film GmbH, Berlin
ProduzentenMartin Lehwald, Marcos Kantis, Michal Pokorny
ProducerSimon Grohe
HerstellungsleitungCharles E. Breitkreuz
ProduktionsleitungAndrea Bockelmann
Redaktion Daniel Blum
Länge

ca. 90 Minuten

Rollen/Darsteller
Ann Kathrin Klaasen           Christiane Paul
Frank Weller                      Christian Erdmann
Rupert                               Barnaby Metschurat
Ubbo Heide                        Kai Maertens
Hero Klaasen Andreas Pietschmann
Eike KlaasenAlexis Salsali
Susanne Möninghoff Anne Werner
Anns Vater Ernst Stötzner
Peter GrendelAndreas Euler
Thomas Hagemann Jörg Schüttauf
Heinrich JansenPeter Franke
Christian ZanderFrank Röth
Stefan Voss Rainer Reiners
Reinhold Münzner Frank M. Köbe
Renate Siebert Hildegard Schmahl
und andere

Inhalt

Ein Unbekannter legt Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen eine Leiche vor die Haustür. Bei der Toten handelt es sich um eine alte Frau, die der Täter elendig verdursten ließ. Und sie bleibt nicht das einzige Opfer.

Immer tiefer zieht der Mörder die Hauptkommissarin in sein perfi­des Spiel hinein, dessen Regeln sie nicht kennt. Das Team um Ann Kathrin Klaasen arbeitet fieberhaft. Worin liegt die Verbin­dung der Opfer? Warum mussten sie sterben, und warum sind alle Opfer im Rentenalter?

Dann platzt Ann Kathrins Ex-Mann Hero mitten in eine Krisensit­zung. Seine Geliebte ist nicht vom Joggen zurückgekehrt. Ann Kathrin hat weder Zeit noch Lust, sich um das entlaufene "Bett­häschen" ihres Ex zu kümmern, aber als sie seine Verzweiflung sieht, erklärt sie sich bereit zu helfen. Auf dem Deich treffen sie auf einen Zeugen, der am Vortag nicht nur die vermisste Jogge­rin, sondern auch einen Mann gesehen haben will, der ihr offen­sichtlich gefolgt ist.

Als Ann Kathrin Klaasen erkennt, dass ihr gesamtes Haus mit Webcams und Mikrofonen verwanzt ist, befällt sie eine unheilvolle Vorahnung. Entschlossen tritt sie vor eine der Webcams und hofft, auf dem Weg direkt in Kontakt mit dem Mörder zu kommen. Sie bietet sich selbst im Austausch gegen die Geisel an – ein fol­genschwerer Fehler.

Rollenprofile

Ann Kathrin Klaasen (Christiane Paul)

Ann Kathrin Klaasen ist Hauptkommissarin bei der Kripo Aurich. Um ihre Fälle zu lösen, versetzt sie sich vollständig in die Rolle der Opfer und versucht so, die Tat zu begreifen. Klaasen gilt als Verhörspezialistin, ist eigenwillig, energisch und wenig teamfähig. Da ihr Ehemann Hero glücklich mit ihrem Sohn Eike und seiner neuen Freundin zusammenlebt, beginnt Ann Kathrin eine geheime Liebschaft mit ihrem Kollegen Weller. Doch ihr eigenwilliger Um­gang mit den Tätern gefährdet nicht nur ihr eigenes Leben, son­dern auch das der Menschen, die ihr nahe stehen.

Ubbo Heide (Kai Maertens)

Ubbo Heide, ein verständnisvoller Vorgesetzter mit vorausschau­endem Blick, ist Kripochef für ganz Ostfriesland. Ubbo weiß um die Qualitäten Klaasens, aber auch um ihre Schwächen und hält immer wieder schützend die Hand über Ann Kathrin, die in ihm so etwas wie einen Vaterersatz sieht.

Frank Weller (Christian Erdmann)

Frank Weller ist Kommissar bei der Kripo Aurich und schon lange in Ann Kathrin verliebt. Der sanfte und ruhige Mann leidet sehr darunter, dass Ann Kathrin ihre junge Beziehung lieber im Ge­heimen führt und sich nicht zu ihm bekennen möchte. Aber das versucht er, sich nicht anmerken zu lassen. Gelegentlich träumt er davon, seinen Polizistenjob an den Nagel zu hängen, er hätte auch kein Problem damit, eine Fischbude in Norddeich aufzumachen – solange Ann Kathrin mit von der Partie ist.

Rupert (Barnaby Metschurat)

Rupert, Kommissar bei der Kripo Aurich, ist ein intriganter, chau­vinistischer Zyniker und macht gern Dienst nach Vorschrift. Er ist unsensibel und hält Ehebruch für einen Volkssport. Mit Ann Kathrin kommt er überhaupt nicht klar ("Der liebe Gott weiß alles, aber Ann Kathrin Klaasen weiß natürlich alles besser."), und Weller ist für ihn ein warmduschendes Weichei.

Interview mit Christiane Paul

Was schätzen Sie an der Rolle der eigenwilligen Kommissarin Ann Kathrin Klaasen?

Ann Kathrin Klaasen ist eine ganz normale, durchschnittliche Frau mit ganz normalen Sorgen und Problemen. Gleichzeitig ist sie verletzlich und dünnhäutig, tritt in ihrem Beruf aber unerschro­cken und fest auf. Als Kommissarin geht sie intuitiv vor, folgt ihrer Eingebung und lässt sich von ihrem Weg nicht abbringen, was ich sehr mag. Geprägt wird ihre Figur durch die Beziehung zu ihrem Vater, mit dem sie in ständiger imaginärer Zwiesprache ist und dessen Abwesenheit sie als großen Verlust empfindet. Auch das schwierige Verhältnis zu ihrem Sohn und ihrem Exmann fordert die Figur der Ann Kathrin Klaasen immer wieder heraus.

Die "Ostfrieslandkrimis" werden ausschließlich vor Ort und nicht im Studio gedreht. Wie haben Sie die Region kennen­gelernt? Was macht sie aus?

Es ist toll, dass wir wieder an Originalschauplätzen drehen konn­ten. Die Landschaft ist wunderschön, die Nordsee mit Ebbe und Flut eigenwillig und manchmal schroff und der Himmel in Ost­friesland sehr besonders. Durch die verschiedenen Drehorte kommt man natürlich viel herum und lernt so die Gegend gut ken­nen. Und natürlich haben wirkliche Orte im Vergleich zum Studio immer eine besondere Atmosphäre, etwas "Reales", eine eigene Geschichte, die sie mitbringen und die man dann wunderbar für die Umsetzung des Romans nutzen kann.

Warum passt Ann Kathrin Klaasen besonders gut nach Ost­friesland?

Ann Kathrins Wurzeln liegen eigentlich – wie die des Romanau­tors Klaus-Peter Wolf – im Ruhrgebiet, aber die Familie Klaasen ist irgendwann dort hochgezogen, und Ann fühlt sich dort sehr wohl. Die Ostfriesen sind wahnsinnig herzlich, hilfsbereit und of­fen, da kann sich eine Figur wie Ann Kathrin Klaasen sehr schnell heimisch fühlen. Außerdem fühlt sie sich im Gegenzug auch für die Menschen dort verantwortlich, nimmt ihre Nöte und Sorgen wahr.

Im neuen Film "Ostfriesenblut" ist die Kommissarin einem Serienmörder auf der Spur, der ganz offensichtlich ihre Nähe sucht. Wie geht sie mit dieser Gefahr um?

Ann Kathrin Klaasen ist am Anfang sehr verunsichert, als klar wird, dass der Täter ihr persönlich das Opfer vor die Tür gelegt hat, dass er offensichtlich ihren Alltag, ihr Privatleben kennt und so Kontakt zu ihr aufnehmen will. Sehr spät erst bemerkt sie, wie weit diese Kontaktaufnahme wirklich geht. Aber ich denke, dass sie, wie es ihre Art ist, den Täter in gewisser Weise versteht, sein Motiv, sein Handeln begreift, die Tragik seiner Lebensgeschichte sieht und ihn dadurch letztlich auch stellen kann.

Wie ist das Verhältnis der Kommissarin zu ihren Kollegen in der Mordkommission?

Ann Kathrin Klaasen hat ein sehr gutes Verhältnis zu ihren Kolle­gen – das ist absolut essentiell, wenn man in einem solchen Be­rufsfeld arbeitet. Natürlich gibt es zwischen ihr und Rupert hin und wieder Sticheleien, aber letztendlich arbeiten sie miteinander, zusammen. Mit Ubbo Heide verbindet sie ein sehr freundschaftli­ches, fast ein Vater-Tochter-Verhältnis, das sehr durch das Ver­ständnis von Ubbo für Ann Kathrin Klaasen geprägt ist. Und zu Frank Weller entwickelt sich eine tiefe Zuneigung, aber mehr sollte man vielleicht noch nicht verraten.

Die Fragen stellte Anna Nisch.

Drei Fragen an …

Christian Erdmann

Welche Rolle nimmt Frank Weller im Ermittlerteam der "Ostfrieslandkrimis" ein?

Neben der empfindsam agierenden Ann Kathrin Klaasen und dem oft unsensibel auftretenden Rupert ist Frank Weller der ruhende Pol, der Kollege mit den breiten Schultern, an denen man sich auch mal anlehnen darf. Rupert würde es nie zugeben, aber eigentlich will auch er einmal vom besonnenen und warmherzigen Weller umarmt werden. Stattdessen liefern sich beide kleine ver­bale Scharmützel. Weller ist ein geduldiger Ermittler – aber auch seine Toleranz gegenüber schlechten Arbeitsbedingungen, unbe­quemen Verdächtigten, persönlichen Anfeindungen ist nicht un­endlich. Und dann knallt es.

Seiner Kollegin Ann Kathrin Klaasen stärkt Weller im Job stets den Rücken. Weil er sich auch persönlich zu ihr hinge­zogen fühlt?

Weller ist ebenso erstaunt wie fasziniert von der unkonventionel­len Art ihrer Ermittlungsarbeit – und er ist sich bewusst, dass sie sich dadurch innerhalb des Teams angreifbar macht. Das weckt seine starken Beschützer-Instinkte. Beide haben Trennungen hinter sich, beide haben Sehnsüchte, beide finden sich sympathisch – das klingt nach gar nicht mal so schlechten Voraussetzungen für einen neuen Versuch in Sachen Liebe.

Es heißt, ein Star der "Ostfrieslandkrimis" ist auch die Land­schaft. Wie haben Sie die Dreharbeiten vor Ort erlebt? Haben Land, Wasser, Wind und die Leute der Region für Sie als Schauspieler auch einen direkten Einfluss auf die Produktion dieser Krimireihe?

Glücklicherweise lässt sich all das ja gar nicht ausblenden – wäh­rend des Spielens auf das Meer zu schauen, im rauen Wind oder in der scheinbaren Unendlichkeit dieser fantastischen Landschaft zu stehen, trägt viel zur besonderen Atmosphäre der Filme bei. Ich habe die mal sanfte, mal raue Schönheit der Drehorte sehr genossen. Ebenso die inspirierenden und stets herzlichen Begegnungen mit den Menschen, die dort zuhause sind.

 

Barnaby Metschurat

Neben Ann Kathrin Klaasen ist Rupert sicherlich der eigen­willigste Charakter im Ermittlerteam. Wie würden Sie ihn be­schreiben?

Ehrgeizig, direkt, humorvoll, leidenschaftlich, sensibel und selbst­bewusst.

Wie ist sein Verhältnis zu Ann Kathrin Klaasen?

Schwierig. Ihr fällt alles in den Schoß, wogegen er sich immer alles hart erarbeiten muss. Aber tief in seinem Herzen bewundert er sie sehr.

Was reizt Sie als Schauspieler besonders an dieser Rolle?

Rupert ist eine komplexe und ambivalente Figur mit einem star-ken Drang zu Provokation und Obszönität. Deswegen wird man Schauspieler, um solche Rollen zu spielen.

 

Kai Maertens

Ubbo Heide leitet das Ermittlerteam. Was sind hierbei die größten Herausforderungen?

Vor allem, die Truppe bei Laune zu halten. Dort kommen unterschiedliche Charaktere zusammen, und jeder braucht seinen Zuspruch. Ubbo Heide verhält sich dabei eher wie ein Fußballtrai­ner: Er redet nicht so viel und beobachtet seine Leute sehr genau – auch Klaasen und Co. Obwohl er sie privat ganz gut kennt, ge­lingt es ihm, Distanz zu halten.

In "Ostfriesenblut" hat Ubbo Heide einen persönlichen Bezug zum Fall. Erschwert das die Ermittlungen oder begünstigt es diese sogar?

Im Grunde genommen beides. Durch den Fall wird er in ein un­schönes Kapitel seiner Vergangenheit zurückgeführt. Das macht es für ihn persönlich nicht leichter. Doch begünstigt das auch die Ermittlungen, denn so bringt er wertvolle Vorkenntnisse mit, die seine Kollegen nicht haben.

Sie sind, in Hamburg geboren, ja unverkennbar ein "Nord­licht". Was gibt den "Ostfrieslandkrimis" neben der Land­schaft seinen typisch norddeutschen Charakter?

Definitiv die Auswahl der Charaktere – die norddeutschen Typen. Dabei trifft man aber nicht nur auf das Klischee, sondern auch auf authentische Menschen, die eigen, aber auch herzlich sind. Und natürlich auch das Wetter, die Atmosphäre und die unterschiedli­chen Elemente der Natur.

 

Martin Lehwald

Vom Buch zum Film – was gab Ihnen den Impuls, die "Ost­frieslandkrimis" von Klaus-Peter Wolf zu verfilmen?

Er kam über ein anderes Projekt, das uns zu Klaus-Peter Wolf auf die Terrasse verschlug. Da ging es um einen Thriller, den wir uns ausgedacht hatten. Klaus-Peter überreichte uns beim Abschied etwas: "Schaut doch mal da rein, Jungs, vielleicht könnt ihr damit was anfangen. Die sind schon fertig." Er hatte nicht wirklich Inte­resse an unserer Idee, war schon sehr im Kosmos seiner Ann Katrin zu Hause. Ein Kosmos, den unser Producer Simon Grohe für sich erschloss und mich für ihn begeisterte.

Sie haben bereits rund um den Globus gedreht. Was macht für Sie die Faszination am Drehort Ostfriesland aus?

In erster Linie ein ganz spezieller Schlag von Menschen mit einer besonderen Art von Humor, viel Wärme und Herzlichkeit. Und natürlich auch die Landschaft – wahnsinnig flach, aber reizvoll. Sie lebt von krassen Gegensätzen, ist sowohl touristisch als auch schroff und industriell. Das sind ganz tolle Kontraste und ein beeindruckendes Naturspiel. Und Klaus-Peter gelingt es, diesen Kosmos auf sehr realistische Art und Weise zu beschreiben.

Neben den erzählten Kriminalgeschichten nimmt jeder "Ost­frieslandkrimi" zusätzlich Bezug zu einem gesellschaftlichen Thema, zum Beispiel Menschen mit Behinderung oder schwarze Pädagogik. Warum ist auch das ein Markenzeichen dieser Filmreihe?

Ganz einfach, weil uns genau das selbst interessiert. Ich zähle mich selbst nicht zu den typischen Krimiliebhabern. Aber eben diesen Mehrwert finde ich toll. Der Stoff geht über den reinen Krimi hinaus. Die Geschichten reflektieren gesellschaftliche The­men und leben außerdem von einem tiefen Erfahrungsschatz. Klaus-Peter Wolf hat beispielsweise selbst in einer Behinderten­betreuung gearbeitet.

Die Fragen stellte Anna Nisch.

 

 

 

 

 

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