Schwarzach 23 – Und die Hand des Todes

Der Samstagskrimi

Ein abenteuerlicher Genre-Mix aus Krimi und Komödie: Maximilian Brückner, Friedrich von Thun, Marlene Morreis, Gundi Ellert und Stella Föringer sind im neuen ZDF-Samstagskrimi als Polizistenfamilie in drei Generationen zu sehen.

  • ZDF, Samstag, 24. Oktober 2015, 20.15 Uhr

Texte

Ein abenteuerlicher Genre-Mix

"Schwarzach 23" erweitert die Spielfläche des Samstagskrimis nicht nur um eine außergewöhnliche Polizistenfamilie, sondern um den vielleicht abenteuerlichsten Genre-Mix, den man sich in­nerhalb einer Krimi-Reihe vorstellen kann. Mit viel Liebe zum Detail ist ein bayerischer Familienwestern mit bitterbösem Humor und feiner Melancholie entstanden, der in vielerlei Hinsicht über­rascht.

Petra Tilger
Redaktion Fernsehspiel II

 

Am Anfang stand der eher nüchtern klingende Wunsch des ZDF, einen Krimi zu entwickeln, in dem eine Drei-Generationen-Familie Morde ermittelt. Daraus wurde durch Produzent, Autor, Regisseur und vor allem durch die Schauspieler, ermuntert durch die Re­dakteurin, ein schillernd unterhaltsamer Film, der die Mixture von Komödie und Krimi so auf die Spitze treibt, dass sie innerhalb und außerhalb des ZDF-Programms ihresgleichen sucht. "Schwarzach 23" stellt eine weitere Innovation des sich erneuernden ZDF-Samstagskrimis dar. Eine weitere Folge ist schon in Vorbereitung.

Günther van Endert
Redaktionsleitung Fernsehspiel II

Stab, Besetzung und Inhalt

BuchChristian Jeltsch, Michael Comtesse
RegieMatthias Tiefenbacher
KameraMartin Farkas
SzenenbildBirgit Kniep-Gentis
KostümAndrea Spanier
SchnittHorst Reiter
MusikBiber Gullatz, Andreas Schäfer
ProduktionsleitungKatja Weissinger
ProduzentenAndreas Schneppe, Sven Burgemeister
ProduktionTV60 Filmproduktion GmbH
RedaktionPetra Tilger
Länge89 Minuten

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Franz Germinger Jun.Maximilian Brückner
Franz Germinger Sen.Friedrich von Thun
Anna GermingerMarlene Morreis
Erika GermingerGundi Ellert
Emma GermingerStella Föringer
Karl ObermaierJockel Tschiersch
Hermann BöhmThomas Schmauser
HarryAndré Jung
Nick KlimmFrederic Linkemann
Louise SpatzElisabeth Schwarz
LillyJudith Bohle
Sepp SailerMichael A. Grimm
IreneDorothee Hartinger
und andere

 

Inhalt

Polizisten, allesamt, seit Generationen. Franz und Erika, beide pensioniert, leben getrennt. Im gleichen Haus: Schwarzach 23. Genau wie der Sohn Franz, Hauptkommissar und alleinerziehend, ein Kind. Tochter Anna: degradierte Kommissarin, zweimal schon zwangsversetzt innerhalb der bayerischen Polizei. Eine Polizis­tenfamilie, in der jeder gegen jeden zu sein scheint. Und den­noch: Die Germingers halten zusammen wie Pech und Schwefel, wenn's sein muss. Und das muss es oft.

Als Schrotthändler Anton tot in einem seiner bereits zusammen­gepressten Schrottautos gefunden wird, entwickelt sich ein Fall, in den jeder der Germingers auf die eine oder andere Weise ver­wickelt ist. Franz Junior ermittelt, Anna funkt ihm kompetenzüber­schreitend immer wieder dazwischen, und da der Tote Franz Se­niors bester Freund war, kann der es nicht lassen, sich in die Po­lizeiarbeit einzumischen. Oder führt er nicht doch etwas ganz an­deres im Schilde? Erika weiß da mehr. Aber 27 Ehejahre sind besser als jede Schweigepflicht.

Auf jeden Fall ist bald klar: Es geht um einen Drogendeal. Und um die Träume eines kleinen Provinzganoven. Es geht um Antons Schulden bei einem brutalen Geldverleiher. Und um Antons ge­liebte Ehefrau Irene, die dringend eine teure Krebs-Therapie in den USA braucht. Es geht um Junior gegen Senior in einer hoch­dramatischen Mordermittlung. Frei nach dem Motto: "Wenn man sich anschreit, weil man sich Sorgen macht, dann nennt man das Familie".

"Polizisten- und Familienpatchwork"
Statement der Produzenten Andreas Schneppe und Sven Burgemeister

Als wir dem ZDF die Idee vorschlugen, den Kleinkosmos einer Familie mit all ihren Irrungen und Wirrungen in Krimi-Geschichten am Samstagabend abzubilden, rannten wir offene Türen ein. Weil die neue TV-Reihe "Schwarzach 23" beides verbindet: jeweils einen Fall, den es zu lösen gilt, und eine Polizisten-Familie, die auf individuelle, absurde, unfreiwillige und humorvolle Weise ge­meinsam ermittelt. Mehr oder weniger. Denn so ganz ist man sich in einer Familie ja nie einig. Schon gar nicht in einer bayerischen Polizistenfamilie, die in der Nummer 23 in der Straße Schwarzach wohnt und zwischen Mittagessen und Büro diskutiert. Eine Fami­lie, die sich mächtig auf die Nerven geht, die aber, wenn’s drauf ankommt, loyal ist und zusammenhält. Niemand ist hier nur gut und liebevoll – oder nur böse und gemein. Und so ist diese be­sondere Familie trotz des ganz normalen Wahnsinns ein einmalig gutes Team, schlagkräftig und effizient. "Polizisten- und Famili­enpatchwork" pur mit einer etwas anderen Auslegung von Recht und Gerechtigkeit.

"Ein sozusagen vererbter besonderer 'Gerechtigkeitssinn'"
Statement von Regisseur Matthias Tiefenbacher

Die Art und Weise, wie Christian Jeltsch und Michael Comtesse in ihrem Drehbuch die Metapher der Familie, der wir alle nie entrin­nen können, als Modell für die immer gleiche Frage jeder Kriminal­geschichte nach Recht und höherer Gerechtigkeit nutzt, hat so viel hintergründigen "bayrischen" Witz und lässige Frech­heit, dass ich zum amüsierten, im besten Sinne erheiterten Be­obachter und Teilnehmer dieser Familienaufstellung werde, hin- und hergerissen auf diesem Familienkarussell zwischen der grantelig-klugen Sturheit des im Ruhestand wider Willen sich be­findenden Seniors, der fast angestrengten Korrektheit des Junior, der sozusagen mit dem Desaster seines privaten Lebens ringt, der schillernden Energie des Fluchtwesens Anna und der lebens­klugen, unbedingt ehrlichen Mutter, die einfach bleibt, wo sie ist. Jeder der Beteiligten handelt aus vollem Herzen und einem sozu­sagen vererbten besonderen "Gerechtigkeitssinn" – ist ja eine Polizistenfamilie. Der Gerechtigkeitssinn ist dabei mehr ein Lei­den. So wie eine unheilbare Krankheit. Und führt natürlich not­wendigerweise zu verschiedenen Ergebnissen. Also? Auf welches Pferd soll man setzen? Mit allen Germingers setze ich da auf die ihnen je eigene Notwendigkeit, die ihnen auch das Drehbuch zugesteht, sowohl voller Respekt vor ihrer jeweiligen Not als auch mit Verständnis für ihre jeweilige Wendigkeit, sich und anderen diese Not zu verbergen!

Ein "Western"
Statement der Autoren Christian Jeltsch und Michael Comtesse

Familie. Krimi. Bayern – Zutaten für altbekannte Programme.
Wir haben das Bunte, das Liebliche, das Harmoniebedürfnis ge­strichen. Haben geerdet. Und dabei Absurdes, Abgründiges, Wahrhaftiges gefunden. Herausgekommen ist "Schwarzach 23", ein "Western".

"Als Schauspieler freut man sich, wenn man nicht in bekannten Gewässern schwimmt"
Interview mit Friedrich von Thun und Maximilian Brückner

Herr von Thun, Herr Brückner, Sie scheinen viel Spaß beim Drehen gehabt zu haben …

Maximilian Brückner: Auf jeden Fall! Abgesehen von den wun­derbaren Kollegen, allen voran dir, lieber Friedrich, gab das die­ses wunderbare Drehbuch aber auch schon vor. Die Tonalität, diese eigenwillige Polizistenfamilie, die schrägen Momente, der bayrische Humor und die Kraft, die der bayrische Dialekt hat – das alles machte täglich Lust, dabei zu sein! Ich habe die Drehar­beiten sehr genossen, weil hier einfach alles passte.

Friedrich von Thun: Mir ging es schon beim Lesen des Dreh­buchs so: Ein Hund, der einen Arm im Maul hat, ein Jesus, der vom Kreuz heruntersteigt, eine ältere, merkwürdige Frau, die eine Pistole im Gulasch versteckt, ein schreiender Seppi, nachdem er die Leichenteile gefunden hat – diese Bilder waren grandios er­zählt und herrlich frech inszeniert! So absurd! Ein Humor, der mir sehr zusagt. Es war eine große Freude, dass man mir diese Rolle angeboten hat.

Hing es auch damit zusammen, dass Sie "gegen den Strich" besetzt wurden, weg vom galanten Herrn im Tweed-Sakko?

Friedrich von Thun: Das ist natürlich ein Geschenk für einen Schauspieler. Der Franz Germinger Senior ist ein granteliger Haudegen, er kifft, trinkt Bier aus der Flasche, läuft unrasiert herum, kleidet sich lässig, macht, was er will und nimmt es mit dem Gesetz nicht so genau. Das zu spielen, war sehr reizvoll. Und es ist schön, wenn man das Publikum mit einer Figur über­zeugen kann, mit der man eher selten in Verbindung gebracht wurde.

Aber ein Patriarch ist der Germinger Senior ja doch …

F.v.Th.: Das kommt zwangsläufig in meinem Alter dazu.

Die Beziehung zwischen Vater und Sohn ist von einigen tief liegenden Konflikten geprägt. Der Sohn sehnt sich nach vä­terlicher Anerkennungund will auf keinen Fall so sein wie dieser. Warum diese Wut?

M.B.: Das könnte er auch nicht, da er ein korrekter Polizist ist, der überhaupt nicht damit klar kommt, dass der Vater sich ständig in seine Ermittlungen einmischt. Und das auch noch hinter seinem Rücken! Der Vater ist ihm oft peinlich. Außerdem kommt er mit der nicht eindeutigen Trennung der Eltern nicht zurecht. In Franz Junior hat sich vieles aufgestaut. Vater und Sohn feixen aller­dings nicht nur miteinander, sie tun sich richtig weh, da geht es ans Eingemachte. Und ein Sohn will dem Vater eigentlich doch immer etwas beweisen, oder? Aber trotz aller Differenzen und Erwartungen: am Ende halten sie meistens doch zusammen. Lo­yalität in der Familie geht vor.

… wie im wahren Leben …

F.v.Th.: Ja, meistens ist es so. Jeder aus der Germinger-Familie ist ein Sturkopf, kämpft um Gerechtigkeit und will mit dem Kopf durch die Wand. Man geht sich auf die Nerven, hockt dann aber wieder in der Küche zusammen.

M.B.: Miteinander geht es kaum, aber ohne einander auch nicht.

F.v.Th.: Germinger Senior bringt es auf den Punkt: "Wenn man jemanden anschreit, weil man sich Sorgen macht, dann nennt man das Familie." Spannend ist auch die Beziehung zwischen Erika und Franz Senior. Die beiden verbindet nach wie vor sehr viel, obwohl sie kein Paar im klassischen Sinne mehr sind. Aber dem Germinger passt es nun mal nicht, dass seine Frau einen Liebhaber hat, und sie wiederum horcht auf, als sie hört, dass es eine Lilly in seinem Leben gibt. Ich bin gespannt, wie es mit Erika und Franz weitergeht.

Herr Brückner, Sie leben in einem Mehrgenerationenhof auf dem Land und kümmern sich dort, wenn Sie nicht drehen, um die Tiere. Erdet Sie das, wenn Sie in Ihrem "anderen" Leben den Roten Teppich kennen?

M.B.: Natürlich erdet das einen. Wir Schauspieler leben ja eigent­lich in einer künstlichen Welt. Der Rote Teppich gehört zu unse­rem Leben als Schauspieler dazu, denn PR in einem gesunden Maß halte ich für wichtig. Wenn ich zuhause auf unserem Hof bin, dann bin ich, wie ich bin. Und die Schafe und Ziegen, für die ich in der Früh aufstehe, interessieren sich nicht für den Roten Tep­pich, die wollen nur versorgt werden.

Welchen Stellenwert hat Familie für Sie?

M.B.: Für mich ist Familie ein Bauchgefühl. Die Konstellation, in der ich privat lebe, ist für mich stimmig. Man ist nie allein, ist im­mer aufgehoben, hat aber auch die Möglichkeit, sich zurückzuzie­hen. Grundsätzlich finde ich, dass jeder für sich entscheiden muss, welche Lebensform er wählt.

F.v.Th.: Familie ist mir sehr wichtig und es gibt genauso wie bei den Germingers mal schöne und mal weniger angenehme Mo­mente. Aber Familie ist und bleibt Familie.

Gefällt es Ihnen, dass die Geschichte in Bayern spielt und die Germingers folglich Bayrisch sprechen?

M.B.: Ich mag das Bayrische sehr, ich finde Lokalkolorit ohnehin wahnsinnig schön.

F.v.Th.: Ich meine, das gibt der ganzen Geschichte eine Orientie­rung. Man weiß, wo diese Germingers hingehören, man kann die Art nachvollziehen, warum die Vier so miteinander umgehen. Die Geschichte lebt ja von dem bayrischen Witz und dem hintergrün­digen Humor, sie würde in einem anderen Bundesland bestimmt so nicht funktionieren.

War es mitunter schwierig, die Balance zwischen Humor und Klamauk zu halten?

F.v.Th.: Darin liegt bei einer solchen Geschichte die Herausforde­rung. Als Schauspieler freut man sich, wenn man nicht in be­kannten Gewässern schwimmt, sondern verschiedene Varianten anbieten kann. Welche Einstellung dann genommen wird, liegt letztlich in der Verantwortung des Regisseurs.

M.B.: Ich sehe das wie Friedrich. Es ist immer eine Herausforde­rung, und man vertraut dem Regisseur, dass er uns in die ent­sprechende Richtung lenkt. Die erste Folge dieser Reihe trägt auf jeden Fall eine eigene Handschrift.

F.v.Th.: Ja, mit der Auftaktfolge haben die Autoren, der Regis­seur und die Produzenten die Latte sehr hochgelegt. Die müssen wir nun alle halten. Aber ich möchte ungern von dieser Art Humor abweichen!

Das Interview führte Gitta Deutz

"Ohne Dialekt wäre dieser Witz schwer umsetzbar"
Drei Fragen an Marlene Morreis

Frau Morreis, was mochten Sie an Anna, die Sie in diesem Film verkörpern?

Anna ist stur, ein Dickschädel, eine Frau, die ihr eigenes Ding macht. Eine junge Kommissarin, die offenbar in der Vergangen­heit viel Mist gebaut hat. Sie spricht nicht so gern darüber, was schief gelaufen ist. Auch weil sie weiß, dass sie dann von ihrem Bruder Franz Junior kritisiert werden würde. Unter den beiden herrscht eine Rivalität die, so scheint es mir, schon seit langer Zeit zwischen ihnen steht. Was da tatsächlich zwischen den bei­den in der Vergangenheit vorgefallen ist, weiß man nicht so ge­nau. Ich finde auch die Beziehung zu ihrem Vater, dem Franz Se­nior, wundervoll gezeichnet. Die beiden gehen sehr herzlich mit­einander um, im Gegensatz zu dem Verhältnis, welches Franz Senior und der Junior miteinander haben, das unter keinem so guten Stern steht. Die Germingers sind insgesamt ja eher eine etwas dysfunktionale Familie.

Inwiefern?

Soviel auch gestritten wird und Leichen im Keller versteckt sind, so sehr sind sie doch alle für einander da, wenn es darauf an­kommt. Aber leicht ist es nicht: Anna arbeitet sich an ihrem Bru­der ab, der sie nicht zum Zuge kommen lässt, nur weil sie es mit dem Gesetz nicht so genau nimmt – was sie von ihrem Vater hat. Und dann wieder ärgert sie sich über den Vater, der sie manch­mal immer noch wie ein kleines Mädchen behandelt. Aber wie es eben in fast allen Familien so ist: Blut ist dicker als Wasser. Da gibt es noch so wahnsinnig viel zu erzählen!

Der Film hat einen ganz speziellen Humor. Inwieweit spricht dieser Sie an?

Ich mag diese Art von Humor sehr, sehr gern. Manchmal ist er richtig böse, extrem schwarz, was sich zum Beispiel an den Äu­ßerungen von Frau Spatz zeigt. Es ist kein Schenkelklopf-Humor, der hier bedient wird, sondern eine typisch bayrische Art, die eben auch ein wenig grantelig und mürrisch daherkommt, aber durchaus ihren Charme hat. Unterstützt wird das durch den bayri­schen Dialekt, ohne den dieser Witz schwer umsetzbar wäre.

Das Interview führte Gitta Deutz

"Lebenshumor und Skurrilität"
Drei Fragen an Gundi Ellert

Frau Ellert, Sie spielen Erika Germinger. Was gefällt Ihnen an dieser Figur?

Ich freue mich, dass ich eine so moderne, herzenswarme und charaktervolle Person spielen kann. Zuweilen sind die Frauen in meinem Alter im Fernsehen eher die einsam frustriert Verlasse­nen, die gegen eine Jüngere eingetauscht werden. Oder die trau­rigen Witwen, die besserwisserisch, dominant und laut ihre Kinder nerven. Oder Frauen, die es noch so richtig krachen lassen, Mo­torrad fahren, auf junge Männer stehen und nichts mehr zu tun haben wollen mit ihrem Clan. Die Erika ist anders –eine boden­ständige Frau, die sich treu bleibt und versucht, ihre turbulente Familie zusammenzuhalten, zugleich aber auch ihr ureigenes Le­ben zu leben. Das gelingt natürlich nicht immer. Erika versucht auf Teufel komm‘ raus ihren erwachsenen und manchmal sehr eigensinnigen Kindern immer noch eine gute Mama und ebenso ihrem Mann Franz, von dem sie getrennt ist, eine gute Freundin zu sein. Ob die das nun alle wollen oder nicht: Sie versucht es auf jeden Fall! Aber die Germingers sind halt alle ziemlich eigen­willige Persönlichkeiten.

Erika hat zwar einen Liebhaber, aber so richtig los kommt sie nicht von ihrem Franz …

Einen Liebhaber im passenden Alter, ja! Dass der aber ein guter Bekannter der Familie und Nachbar ist und noch dazu auch bei der Polizei, macht die Sache nicht einfacher. Aber Erika geht äu­ßerst selbstbewusst damit um. Natürlich sind sich Erika und Franz trotz aller Ruppigkeit immer noch sehr nah. Ich glaube, letztlich liebt sie ihren Franz und der Franz liebt sie. Auch wenn das beide ums Verrecken nicht zugeben wollen.

… und damit auch an der Familie festhalten.

Unbedingt! Das ist auch ein großes Thema dieses Films, auch wenn es natürlich um die Lösung eines Kriminalfalles geht. Fami­lie! Jeder Mensch kann da mitreden. Ob er eine gute Familie hat, eine schlechte oder gar keine! Familie, der Mikrokosmos der Ge­sellschaft. Im besten Fall schützt die Familie dich vor Einsamkeit und Verzweiflung. Sie gibt dir Sicherheit, lehrt dich das Leben, zeigt dir, was Liebe ist und Gemeinsamkeit. Und wenn du Pech hast, weißt du, was Krieg, Hass und Gier sind.

Inwieweit mögen Sie die Tonalität dieses Films?

Für mich ist "Schwarzach23" deswegen ein so großartiger Film, weil er unverwechselbar ist, in der Besetzung und in der Erzähl­weise. Ein Film, der sich traut, neben dem Auf und Ab einer Fa­milie und natürlich der Lösung des Kriminalfalles so viel Tiefe, so viel Lebenshumor und auch so viel Skurrilität zu haben, die dem ganz normalen Leben ja innewohnt.

Das Interview führte Gitta Deutz

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