Terra X: Die Welt der Ritter

Dreiteilige Dokumentationsreihe

In einem aufwendigen Dreiteiler lässt „Terra X“ die Welt der Ritter detailreich auferstehen. Neue technische Möglichkeiten bilden die Grundlage fotorealistischer Szenerien mit lebensnaher Action. Experimente und High-Speed-Kameraaufnahmen zeigen, wie ein Kettenhemd gegen Schwerter und Pfeile schützte oder was passiert, wenn zwei Ritter im Turnier aufeinander krachten.

  • ZDF, ab 27. April 2014, jeweils sonntags, 19.30 Uhr

    Texte

    Halb Mensch halb Mythos - Der Ritter, ein Typ für die Ewigkeit

    Eins der erfolgreichsten Programme bei „Terra X“ war die Reihe „Wege aus der Finsternis“ über Europa im Mittelalter. Obwohl dieser Vierteiler schon 2004 im ZDF ausgestrahlt wurde, gehört er auch heute noch zu den meistabgerufenen „Terra X“-Dokumenta­tionen im Internet. Auch solche digitalen Werte bekräftigen die Erfahrung von uns Geschichtsredakteuren, dass das Mittelalter eine ungebrochene Faszination auf die Jetztzeit ausübt. Schla­gendes Herz der Mittelalterbegeisterung ist die Kulturfigur des Ritters. Unser Mittelalterbild wäre nicht denkbar ohne den Tur­nierkämpfer in seiner eisernen Rüstung, seine mythisch über­höhte Gralssuche und die Romantik der hoch gelegenen Burgen.

    Warum ist der Ritter eine solch universale Figur, wohl für alle Zeiten? Nun, in ihm ist eine ungeheure Symboltiefe und Ge­schichtsmächtigkeit wirksam. Die Ritter stehen zum einen für eine verwunschene, archaische Welt, für dunkle Burgen, blutige Waf­fengänge, für halb Mensch halb Maschine. Zum anderen haben sie über mehrere hundert Jahre europäische Geschichte ge­schrieben. Mit ihren höfischen Tugenden stehen sie nach dem frühen, wahrlich dunklen Mittelalter ab 1100 für eine neue hellere Welt – den Beginn der Moderne. Vielleicht lässt sich auch sagen, dass der Ritter die erste profilierte Figur unserer westeuropäi­schen (auch deutschen!) Geschichte ist, nach der griechischen und römischen Antike, die uns nahe ist, der in gewisser Weise ein heimatlicher Erdengeruch anhaftet.

    Nach unserem Mittelaltervierteiler 2004 machen wir uns daher jetzt bei „Terra X“ erstmals an eine umfassendere Beschreibung des europäischen Rittertums, von den Anfängen unter dem Sach­senkönig Otto bis zum Untergang unter Kaiser Maximilian. Wir folgen seinem glanzvollen Mythos, seinem Wirken vor der Kulisse großer Feste und Turniere, seiner Verehrung der hohen Minne, seinem heldenhaften Eintreten für die Armen und Schutzlosen – und sehen seine Lebenswirklichkeit, den Winter auf kalten, nas­sen Burgen, die schwierige Bewirtschaftung des Lehens, die ständige Kriegsrealität. Die Ritter hielten sich unablässig in be­waffneter Bereitschaft, mit einer Ausrüstung, die vom 9. bis ins späte 15. Jahrhundert hinein die Kriegswirklichkeit in immer radi­kaleren Formen prägte. Filmische Experimente zeigen Interes­santes und Kurioses aus der Waffentechnik der Ritter. So weisen wir nach, dass die berühmten englischen Langbögen, die bei der Schlacht von Crécy 1346 erfolgreich gegen die französischen Ritter eingesetzt wurden, die modernste Rüstung jener Zeit, die Plattenpanzer, allerdings nicht durchdringen konnten. Und wir demonstrieren, dass das saubere Zerteilen einer Kerze mit einem Ritterschwert (wie in Hollywood-Filmen oft zu sehen) ebenfalls unmöglich gewesen sein dürfte.

    Es gibt wohl nur wenige Stoffe, die besser zu unserem „Terra X“-Sendeplatz passen als das Mittelalter mit seinen Rittern. Die Re­daktion und die für historische Stoffe bestens erprobte Produkti­onsfirma Gruppe 5-Filmproduktion in Köln geben übrigens auch gerne zu, dass es sich hier um ein wahres Lieblingsprojekt ge­handelt hat. Bei „Terra X“ können wir die großen, internationalen Kulturstoffe in attraktives, besonders für junge Zuschauer interes­santes Fernsehen überführen und zugleich sehr anspruchsvolle, bildende Inhalte anbieten. Wobei wir bei nahezu jedem Projekt versuchen, uns auf neue Umsetzungsformen einzulassen und uns nach den üblichen zwei bis drei Jahren Entwicklungszeit vom Er­gebnis auch überraschen lassen wollen.

    A propos Wagnisse eingehen und sich überraschen lassen: Der meines Erachtens schönste Begriff aus dem Mittelhochdeutschen ist „âventiure“, der die Abenteuersuche des fahrenden Ritters meint (engl. adventure, franz. aventure). Erec, Lancelot und Parzival müssen ihren Mut und ihre Ehre immer wieder an neuen Abenteuern messen, die während ihrer Reisen sozusagen auf sie zukommen (ad-venire). Das Abenteuer des Ritters bedeutet Ri­siko und Wagnis, den Schritt aus dem Festgefügten heraus, was immer auch zu neuen Chancen und glücklichen Wendungen für ihn führen mag. Auch hierin liegt vielleicht ein Grund für unsere immerwährende Faszination der Ritterfigur: sein Abenteuer als eine Metapher auf unsere eigene, neugierige Suche nach neuen Lebenschancen.

    Peter Arens
    Leiter der Hauptredaktion Kultur, Geschichte und Wissenschaft

    Weder Tod noch Teufel

    Es war ein glänzendes Aufgebot europäischen Rittertums, das am 26. August 1346 bei dem kleinen nordfranzösischen Ort Crécy aufmarschierte. Auf der einen Seite stand das Heer des engli­schen Königs Edward, der Anspruch auf die französische Krone erhob. Im gegnerischen Aufgebot hatten sich viele deutsche Ritter eingefunden. König Johann von Böhmen war dem französischen Monarchen mit 500 Reitern zu Hilfe geeilt. Johann hatte Jahre zuvor dem Franzosen feierlich Freundschaft gelobt. Diesen Schwur galt es jetzt einzulösen. Dabei hätte es niemand dem böhmischen König übel genommen, wenn er nicht auf dem Schlachtfeld erschienen wäre, denn mit seinen 50 Jahren war er für die damalige Zeit nicht nur ein alter Mann; eine Augenkrank­heit hatte ihn vollständig erblinden lassen. Aber ein Ehrenwort war nun einmal ein Ehrenwort – und Johann ein Ritter vom alten Schlag, ein berühmter Turnierreiter in jungen Jahren, der man­chen Gegner mit der Lanze vom Pferd stieß und damit nicht zu­letzt auf die Damen der Zeit einen großen Eindruck machte. Die Behinderung war für Johann jedenfalls kein Grund, sich von der Schlacht fernzuhalten.

    Als die Heere am späten Nachmittag aufeinander prallten, ging ein Hagelsturm aus Pfeilen englischer Bogenschützen auf Franzosen und Deutsche nieder. Trotzdem ließ sich Johann nicht davon abhalten, sein Pferd zu besteigen. Zwei Knappen geleiteten ihn mitten ins Kampfgetümmel. Der Blinde führte sogar einige Schwerthiebe gegen einen Gegner aus, bevor er nieder­gestreckt wurde und den Tod fand. Als die englischen Sieger da­von erfuhren, suchten sie den Leichnam auf dem Schlachtfeld und bestatten den gefallenen Gegner mit allen Ehren.

    Die Geschichte vom blinden König Johann ist keine Legende, sondern historisch verbürgt. Schon den Zeitgenossen galt er als der Inbegriff all dessen, was einen wahren Ritter ausmacht. Und es sind Überlieferungen wie diese, die bis heute faszinieren. Für viele Zeitgenossen sind die Ritter geradezu der Inbegriff des Mit­telalters, einer Welt extremer Gegensätze und greller Farben. Eine Epoche zwischen Faustrecht und kompliziertem Ehrenkodex, zwischen grober Sinnlichkeit und zartem Minnedienst, zwischen harter Entbehrung und überbordender Schwelgerei.

    Auf unserer historischen Reise durch die Jahrhunderte zwischen Aufstieg und Niedergang des Rittertums begegnen uns typische Vertreter ihres Standes, loyale Diener ihres Königs und todesmu­tige Draufgänger, aber auch fantasievolle Exzentriker und trink­starke Schwadroneure. Sie alle gehören zum Erscheinungsbild des Ritters, wie die Burg, das Turnier, Krieg und Kreuzzug.

    In einem aufwendigen Dreiteiler lässt „Terra X“ die Welt der Ritter detailreich wieder auferstehen. Dabei ist ein spannendes und informationsreiches Programm entstanden, ein Streifzug durch eine der schillerndsten Epochen deutscher und europäischer Geschichte.

    Georg Graffe
    Leiter der Redaktion „Terra X

    Terra X: Die Welt der Ritter

    Dreiteilige Dokumentationsreihe

    27. April, 4. und 11. Mai 2014, jeweils sonntags, 19.30 Uhr

    Buch: Christian Feyerabend
    Regie Inszenierungen: Carsten Gutschmidt
    Regie Dokumentation: Robert Wiezorek
    Kamera Inszenierungen: Roland Breitschuh
    Kamera Dokumentation: Dieter Stürmer
    Schnitt: Claudia Spoden
    Animation: FaberCourtial
    Musik: Hans Günter Wagener
    Produktionsfirma: Gruppe 5 Filmproduktion GmbH, Köln
    Produzent: Uwe Kersken
    Redaktion: Ruth Omphalius
    Leitung der Sendung: Georg Graffe
    Länge: jeweils ca. 45'

    Onlineangebot: Unter www.terra-x.zdf.de können die Zuschauer neben den ganzen Sendungen alle Hightech-Experimente sowie 24 "Ritter Wikis" einzeln abrufen, kleine animierte Erklärstücke aus dem Leben der Ritter.

    Teil 1: Männer in Eisen

    Sonntag, 27. April 2014, 19.30 Uhr

    Wann wurde aus dem Reiter ein Ritter? Diese Frage beschäftigt die Forschung seit Jahrzehnten. Einer der ersten wahren Ritter könnte Heinrich Tangel aus Tannroda in Thüringen gewesen sein. Mit seiner Geschichte beginnt die „Terra X“-Zeitreise in die „Welt der Ritter“.

    Gefahr droht. Jahr für Jahr ziehen ungarische Reiterhorden mor­dend und brandschatzend durch deutsche Lande. In der Not ruft König Otto im Jahr 955 zur entscheidenden Schlacht. 7000 Pan­zerreiter versammeln sich auf dem Lechfeld, um den Feind end­gültig zu schlagen. Einer der tapferen Kämpfer ist Heinrich Tangel aus Tannroda. Wie viele andere in Ottos Heer ist er zunächst kein Ritter, sondern ein schlichter Kämpfer auf einem Pferd. Als Ritter bezeichnete man zunächst vor allem die Berufssoldaten zu Pferd. Tangel hingegen war ein freier Bauer, der nur in Kriegszeiten zum Waffendienst verpflichtet war und ansonsten seine Felder be­stellte. Das Schicksal von Männern wie Heinrich interessiert Wis­senschaftler heute ganz besonders, weil zu seinen Lebzeiten das Rittertum, wie wir es uns heute vorstellen, erste Formen annahm.

    Nach der gewonnenen Schlacht zeichnet König Otto die erfolgrei­chen Kämpfer aus und „befördert“ viele nichtadelige Reiter durch die Schwertleite zu Rittern. Diese Möglichkeit des sozialen Auf­stiegs war außergewöhnlich. Adlig war man von Geburt, aber Ritter konnte man durch Tüchtigkeit werden. Allerdings gehörte auch das nötige Kleingeld dazu. Die Ausrüstungskosten waren enorm. Das Pferd allein kostete so viel wie zwölf Kühe, die Bewaff­nung mehr als doppelt so viel. Den Gegenwert von 45 bis 50 Kü­hen hatte kaum ein freier Bauer übrig, für eine neue Existenz­gründung als Ritter.

    Im „Terra X“-Experiment prüfen wir, was ein Ritter für sein Geld erwarten durfte. Eine High-Speed-Kamera erlaubt einen nie ge­sehenen Blick darauf, wie genau ein Kettenhemd gegen Schwer­ter und Pfeile schützte. Rechtsmediziner Prof. Markus A. Rothschild und Militärhistoriker Roland Schewe kommentieren die Ergebnisse. Gegen Schwerthiebe und -stiche bot das Kettenhemd ausreichend Schutz, etwa wie eine Kevlarweste, die heute Sol­daten und Polizisten tragen. Als dann allerdings verbesserte Langbögen und Armbrüste ins Spiel kamen, hatte das Ketten­hemd ausgedient. Nur der Ritter in Vollpanzerung war gegen die Fernwaffen einigermaßen geschützt.

    Heinrich hatte Glück, er erhält von seinem König eine Burg samt Land und Leuten. Sie sichert sein Einkommen. Wie im Mittelalter eine Burg gebaut wurde, zeigt „Terra X“ in einem einzigartigen Langzeit-Experiment in Guédelon bei Paris. Hier wird eine Burg Stein für Stein nur mit mittelalterlichen Werkzeugen gebaut. Wa­rum nur ein Bruchteil der europäischen Burgen heute noch erhal­ten ist, zeigt eine spektakuläre 3D-Animation der Belagerung und Stürmung einer frühen Burg, die so manchen „Burgirrtum“ wider­legt.

    Teil 2: Für Ruhm und Ehre

    Sonntag, 4. Mai 2014, 19.30 Uhr

    Die Kreuzzüge machten aus dem frühen Reiter endgültig den „miles christianus“, den christlichen Ritter. Als Papst Urban im Jahr 1095 in der Kathedrale von Clermont Ferrand zum ersten Kreuzzug aufrief, legte er nicht so viel Wert auf die Herkunft der Recken, sondern mehr auf die Entschlossenheit, gegen die Hei­den zu kämpfen und Jerusalem zurückzuerobern. „Wer Räuber war, kann Ritter werden“, versprach Urban, und Zehntausende folgten seinem Ruf. Viele weitere Kreuzzüge sollten noch kom­men. Während der ersten beiden quälten sich gewaltige Heer­scharen aus Europa auf dem Landweg rund um das Mittelmeer durch endlose Wüstengebiete. Immer wieder wurden sie unterwegs von Wegelagerern und Feinden aus dem Hinterhalt angegriffen. Erst als die Seefahrerstädte Genua und Venedig neue Transportschiffe entwickelt hatten, konnten Ritter auch „Kreuzfahrten“ ins Heilige Land buchen – ein gewaltiges Ge­schäft. Immer mehr Ritter wählten schließlich den Seeweg, unter ihnen Heinrich von Neuffen.

    Im zweiten Teil der „Terra X“-Reihe „Die Welt der Ritter“ überlässt Heinrich seiner Frau Adelheid die Verwaltung der heimischen Burg und bricht unter dem Stauferkaiser Friedrich II zum fünften Kreuzzug auf. Seine Seereise hatte er sich allerdings anders vor­gestellt. Der Transport von Rittern und ihren Pferden auf dem Mittelmeer war zwar eine logistische Meisterleistung, aber längst keine Vergnügungsfahrt. Im Bauch riesiger Transportschiffe sa­ßen Pferde und Ritter gleichermaßen in der Falle. Piraten und Stürme hatten leichtes Spiel, Schiffbrüche waren nicht selten. Wer überlebte, war schwach von der Seekrankheit und dem fauli­gen Wasser an Bord. Von Neuffen jedoch hatte Glück: Er über­stand nicht nur die Überfahrt, sondern auch den Kreuzzug. Schließlich kehrte er gesund und beladen mit Souvenirs aus dem Heiligen Land zu seiner Burg zurück.

    Dass die Ehefrau die Herrschaft über eine Burganlage und den zugehörigen Landbesitz übernimmt, ist nicht die Regel, kam aber vor. Die eine oder andere Burgherrin musste sogar Feinde ab­wehren und Belagerungen überstehen. Quellen belegen solche Auseinandersetzungen. Sogar im Gerichtskampf durften Frauen ihr Recht durchsetzen – auch gegen Männer. In seinem berühm­ten Fechtbuch erklärt beispielsweise der Fechtmeister Hans Talhoffer nicht nur den Männern, wie ein Gerichtskampf zu ge­winnen ist, sondern widmet ein ganzes Kapitel den speziell für Frauen empfohlenen Techniken.

    Wunschbild der mittelalterlichen Männer scheinen solche Frauen aber nicht gewesen zu sein. Der damals in Mode gekommene Minnesang beschwor ein ganz anderes Frauenbild: Die bewun­derte Frau, die sogenannte „Minneherrin“, wird stets als schön, edel und gut gekleidet beschrieben. Sie bleibt zu jeder Zeit da­menhaft zurückhaltend, und ihr Minneritter ist gezwungen, sie aus der Ferne anzubeten. Analog zur Gottesliebe des Kreuzritters wird vom Minneritter reine Liebe für seine Herrin erwartet.

    Teil 3: Die Letzten ihrer Art

    Sonntag, 11. Mai 2014, 19.30 Uhr

    Längst wäre er vergessen, hätte ihn nicht ein ganz und gar unrit­terlicher Satz berühmt gemacht: Götz von Berlichingen. Er gilt als Räuber, bestenfalls als Raubritter, der seinen Lebensunterhalt mehr schlecht als Recht durch Fehde, Überfälle und Lösegelder­pressung bestritt. Und doch ist er einer der letzten echten Ritter. Er verhält sich gar nicht so viel anders als seine Standesgenos­sen in den Jahrhunderten zuvor, aber die Welt der Ritter hatte sich im 16. Jahrhundert verändert. Sein Handeln passt nicht in die neue Zeit und er wird immer wieder mit Strafen belegt. Auch Kaiser Maximilian, der sich selbst als „den letzten Ritter“ be­zeichnete, knüpfte ebenfalls an ritterliche Traditionen an – zumin­dest auf dem Hobbysektor. Er veranstaltete glanzvolle Turniere und versuchte sich sogar als Dichter von Ritterromanen, im Alltag jedoch war Maximilian kein mittelalterlicher Ritter mehr, sondern ein moderner Fürst. In der Kriegsführung setzte er auf ein Heer aus Landsknechten, denn Ritter von Stand waren ihm viel zu teuer und nicht effektiv genug. Außerdem begeisterte er sich sehr für moderne Technologie und entwarf sogar selbst Kanonen. Seine Kavallerie bestand längst nicht mehr nur aus Rittern. Wer ein guter Kämpfer war, durfte in der Reiterei bleiben, ansonsten ersetzten nicht adlige Berufskrieger den Ritter von Stand.

    Ein halbes Jahrtausend beherrschten die Ritter das Kriegsgeschehen, aber mit Maximilian ging das Zeitalter der „Männer in Eisen“ zu Ende. Götz beruft sich zwar noch auf die „alten ritterlichen Rechte und Pflichten seines Standes“ und behauptet: „Wo immer Unrecht ist, nehme ich mich der Sache an.“ Tatsächlich verhalf er seinen Hintersassen zu Recht, trieb Buß- und Strafgelder ein und sorgte für Schadensersatz. Sogar mit der reichen Stadt Nürnberg, mit Bischöfen und Fürsten legte er sich an – natürlich immer gegen eine entsprechende Beteiligung. Was aus mittelalterlicher Sicht das Recht des Ritters war, wurde zu Beginn der Neuzeit zum kri­minellen Delikt.

    Maximilian dagegen war gewissermaßen der erste „Freizeitritter“ der Geschichte und nahm damit alle modernen Ritter-Events und Onlinespiele vorweg. Tatsächlich waren seine Turniere vor allem eine großartige Show, ein sportliches Großereignis, das die Be­sucher aus ganz Europa anlockte. Und so ein „Ritter-Grand-Prix“ des Mittelalters war mindestens genau so gefährlich, wie moderne Autorennen. Immer wieder stürzten sich Ritter bei diesem „Extremsport“ zu Tode oder wurden von splitternden Lanzen verletzt.

    Was im Detail passiert, wenn zwei Ritter aufeinander krachen, zeigt „Terra X“ in einem spektakulären Experiment in einer Crashtest-Anlage. So mancher Helm, der eigentlich schützen sollte, führte im Turnier zum Genickbruch. Wer es sich leisten konnte, ließ eine Genickstütze an Helm und Panzer schrauben – auch eine Erfindung des Mittelalters.

    Die Ritterin – ein moderner Mythos?

    Schaut man sich moderne Verfilmungen mittelalterlicher Stoffe an, so findet man die Filmwelten bevölkert von wilden Ritterinnen in Kettenhemd oder sogar in Vollpanzerung. In Ridley Scotts Ver­sion von „Robin Hood“ kämpft Cate Blanchett in der Rolle der Maid Marian Seite an Seite mit ihrem Helden. King Arthur staunt nicht schlecht, als seine Zukünftige, die schöne Guinevere Keira Knightley zu Pfeil und Bogen, Schwert und Dolch greift. Und so­gar die zarte Kristen Stewart streitet in „Snow White and The Huntsman“ im schweren Eisen-Outfit. So manch einem Zuschauer mag da der Verdacht kommen, dass die Fantasie der Autoren mit ihnen durchgegangen ist. Wer hat schon je von Ritterinnen ge­hört? Im Duden ist der Begriff überhaupt erst seit Kurzem vermerkt.

    Tatsächlich findet sich in der historischen Forschung wenig über schwerterschwingende Frauen. Einzig die „Jungfrau von Orleans“ ist immer wieder einmal Objekt wissenschaftlicher Betrachtung. Diese Quellenlage überrascht, wenn man bedenkt, dass es in der  mittelalterlichen Literatur eine ganze Reihe von Ritterinnen oder zumindest ritterlich agierenden Frauen gibt. Die bekannteste un­ter diesen Frauengestalten ist sicherlich die nahezu unbezwing­bare Brünhild aus dem Nibelungenlied, die die Herren Ritter im Zweikampf das Fürchten lehrte. Aber es gab noch andere. Der Dichter Wolfram von Eschenbach beispielsweise schuf in seinem Roman „Willehalm“ die Figur der Gyburg, die mit Armbrust und Schwert die heimische Burg verteidigt. Eine regelrechte mittelal­terliche Amazone ist Bradamante, die gleich in mehreren Dich­tungen im Dienste Karls des Großen gegen die Heiden kämpft. Hatten etwa auch die mittelalterlichen Autoren schon eine zu aus­schweifende Fantasie?

    Welchen Grund allerdings sollten die mittelalterlichen Dichter ge­habt haben, solche Figuren zu erfinden, wenn das Ideal der Frau ganz anderes aussah. Sollte es doch reale Vorbilder gegeben haben? Im Verlauf der Recherche zu „Die Welt der Ritter“ stießen wir auf einige überraschende Fakten. So stiftete beispielsweise Graf Raimund von Barcelona um 1150 den Ritterinnenorden „Die Damen von der Axt“. Diesen martialischen Namen trugen die Rit­terinnen nicht ohne guten Grund, hatten sie doch die Stadt Tortosa während einer Belagerung erfolgreich und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die Mauren verteidigt. Andere Ritterorden nahmen sowohl Männer als auch Frauen auf. Der be­rühmte englische „Hosenbandorden“ hatte in seinen Anfangsjah­ren auch weibliche Mitglieder. Aus dem Jahr 1488 ist ein Nachweis über 64 Ritterinnen erhalten, die dem „Hosenband­orden“ angehörten.

    Eleonore von Aquitanien nahm 1146 das Kreuz und begleitete ihren Ehemann, den französischen König, Ludwig VII, bei einem Kreuzzug. Ob sie dabei auch Rüstung trug, ist nicht überliefert. Zumindest führte sie die Edelleute aus ihrer Territorialherrschaft an, die Ludwig selbst nicht zum Vasallendienst verpflichtet waren. Bekannt wurde sie allerdings eher als „Königin der Troubadoure“. Eine andere Adlige, Gräfin Margarete von Tirol, soll sogar mit ih­ren Truppen eine Burg belagert haben. Die Bewohner der Burg Hochosterwitz sollen nur durch eine List dem überlegenen Heer der Gräfin entkommen sein. Heute halten einige Forscher die Belagerung für eine reine Sage. Allerdings gingen Historiker zu allen Zeiten nicht gerade freundlich mit Margarete von Tirol um. Schon wenige Jahre nach ihrem Tod nannte man sie „Margarete Maultasch“ und dichtete ihr eine Menge schlechter Eigenschaften an. Mittelalterliche Quellen sind bei der Frage nach den Ritterin­nen also nicht unbedingt als neutral zu bezeichnen.

    Ein ganz außergewöhnliches Zeugnis stellt in diesem Zusammen­hang das Fechtbuch des Hans Talhoffer aus dem Jahr 1467 dar. Der Autor, ein Söldner und Fechtmeister, hat eindeutig keine ide­ologischen Motive für sein Werk. Er schreibt keine Geschichte, sondern möchte schlicht Anleitungen für den Zweikampf vor Ge­richt geben. Umso wichtiger erscheint daher die Tatsache, dass er ein ganzes Kapitel dem Zweikampf Frau gegen Mann widmet. Ganz präzise und detailliert erklärt er hier der Kämpferin, wie sie sich vor Angriffen schützen und ihren männlichen Gegner schließlich besiegen kann.

    Bei der Arbeit an unserem „Terra X“-Dreiteiler hat mir besonders gut gefallen, dass der Autor, Christian Feyerabend, das Bild von der „Welt der Ritter“ um viele Mosaiksteinchen erweitert hat, so­gar um die ein oder andere Ritterin.

    Ruth Omphalius
    Stoffführende "Terra X"-Redakteurin 

    "Das Faszinierende am Ritter ist seine Freiheit"

    Interview mit Prof. Dr. Karl-Heinz Göttert, Autor des Buches „Die Ritter“

    Man sagt, in den Ritterturnieren des Mittelalters ging es um Ruhm und Ehre – aber auch um fette Beute. Dem Genger wurden kostbare Helme und goldene Sporen abgezogen, für Besiegte gab es hohe Lösegelder. Bei der anschließenden Party aber verschleuderte der Sieger seinen Gewinn unter den Rittern und Knappen. Wie passt das zusammen?

    Es ist richtig, dass der Ritter im Turnier nach Beute und Gewinn sucht, auf diesem Gewinn aber nicht sitzt, sondern ihn unter die Leute bringt. Dabei kann man an zwei Motive denken: Einerseits braucht er Leute, die ihn unterstützen; Geschenke binden. Auf der anderen Seite aber will sich der Ritter auch unterscheiden vom Bürger – dem Bürger, der auf seinem Pfeffersack sitzt, der immer mehr Gewinn anhäuft. Das ist nicht das Leitbild für den Ritter. Das Leitbild ist der freie Mann, der nicht nur frei ist, im Kampf andere umzubringen, sondern auch diesen Gewinn zu verschleu­dern. Nicht alle, aber viele taten es und suchten sich dabei ge­genseitig zu übertreffen. Das ist wahre Freiheit.

    Ritterromane gehören zur Weltliteratur. In ihnen sind aber auch seitenlange Beschreibungen von Grausamkeiten: Die Helden duschen in Blutfontänen, die Schlacht ist „groß und wunderbar“, das Schwert „zerschlitzt den Helm, die Augen und das Gesicht“, der Held „spaltet Ross und Reiter“ – Was ist der Sinn dieser Grausamkeiten?

    Das mittelalterliche Publikum war an Gewalt gewöhnt. Jeder Rit­ter wusste, was ihm blühte, wenn er in die Schlacht zog. Daher wollte man natürlich auch in den Epen Schilderungen dieser Ge­walt lesen oder hören. Die Ritterromane sind für das frühe Mittel­alter auch das, was heute Splatterfilme sind.

    Man kann sich diese Brutalität nur dadurch erklären, dass es ein Publikum gegeben hat, das danach – man möchte fast sagen – gierte. Es war fasziniert von Gewalt und wollte sie entsprechend geschildert haben: das Verstümmeln, das Waten im Blut, und all diese Dinge. Aber der Ritter war von Beruf nun mal ein Krieger, zu seinem Handwerk gehörte das Töten. Er musste im Team ar­beiten, sprich metzeln können. Er musste sich in Grauen und Grausamkeiten bewähren. Gewalt in Krieg und Fehde waren Lust und Lebensinhalt des Ritters. Das darf man nicht vergessen.

    Bei unserer heutigen „Ritter-Helden-Vorstellung“ wird oft un­terschlagen, dass die Kultur der Ritter eine Gewaltkultur war. Es herrschten Faustrecht und Fehde: Der Stärkere hat Recht. Heute wäre diese Auffassung nicht gerade politisch korrekt. Warum faszinieren uns die Ritter dennoch?

    Wir suchen uns in unseren Bildern nicht das, was Realität ist, wir suchen nach großen Bildern. Und eines dieser großen Bilder ist der Ritter, aus dem wir negative Züge subtrahieren. Das ist mit Projektionen immer so. Ich glaube, das Faszinierende am Ritter ist seine Freiheit. Wir sind Bürger, die unsere Steuern bezahlen und Gesetze befolgen und bewundern eben einen Ritter, der all das nicht tut, sondern durch die Welt zieht und sich an nichts hält, sondern dem folgt, was er selbst will.

    Der Ritter reitet nicht einfach, sondern er reitet, wohin er will. Er fragt nicht, ob er das Schwert gebrauchen darf, er gebraucht es einfach. Das ist sicher die eine Seite. Die andere Seite ist die, dass der Ritter etwas vorlebt, was wir bewundern – nämlich die Gewalt, die er nicht nur in eigenem Namen ausführt, sondern für andere. Und das ist das Bild der Ritterlichkeit, die wir heute vor Augen haben. Der Ritter ist der große Held, der uns hilft, der das auch mit Gewalt tut, aber nicht für sich, sondern für die sozi­ale Gemeinschaft.

    Die Fragen stellte Christian Feyerabend.

    "Mehr als das Streben nach Ruhm und Ehre"

    Mit der fortschreitenden Technisierung und Automatisierung unse­rer Welt ist ein oft romantisierendes Interesse für das Mittelalter und das Rittertum in Deutschland, ja ganz Europa festzustellen. Hunderttausende besuchen über das Jahr Mittelaltermärkte, Rit­terfestspiele, Burgen und Burgruinen, wo sich viele Reenactor Gruppen tummeln und „streiten“. Im Netz kämpfen sie sich „nach getaner Arbeit“ als Ritter und Ritterinnen durch Onlinegames und Konsolenspiele und werden von Ritter-Fantasy-Spielfilmen und -Serien in ihren Bann gezogen. Kurzum: Der Mythos „Ritter“ lebt.

    Mehr als ein halbes Jahrtausend, vom 9. bis zum 16. Jahrhundert, bestimmten die Ritter das Schicksal der Menschen, ja der Natio­nen in Europa. Diese faszinierende Epoche haben wir in unserer Reihe eingefangen. Der erste Teil zeigt die Geburt des Ritter­standes. Wie wurden die „milites“, die Soldaten des Frühen Mit­telalters, zum kriegsentscheidenden Stand des Hochmittelalters? Die Blütezeit des Rittertums: Kreuzzüge, Minne und Höflichkeit, ist das Thema des zweiten Teils. Der dritte Teil beschreibt die Gründe für den Untergang des Rittertums.

    Die Ritter sind ständig auf der Suche nach „âventiure“, auch wenn es Ungemach und ein unbequemes Leben bedeutet, wie es im Ritterroman „Iwein“ von Wolfram von Eschenbach heißt. Ein Abenteuer ist es durchaus auch, große Gruppen von Rittern in ihren schweren Rüstungen auf ihren Pferden zu filmen. Aber es heißt, es sind vor allem die Herausforderungen, die ein Ritter suche, um Ruhm und Ehre zu gewinnen. Die „ruhm-“ und arbeits­reichen Taten des Teams spiegeln sich auch in den Leistungen der Schauspieler und der Stuntleute wider. In einer modernen Ritterdokumentation darf der Zuschauer Actionszenen erwarten, die nur durch professionelle Akteure realistisch dargestellt wer­den. Und auch die Anforderungen an die Schauspieler sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Reichte es früher noch, eher „stumme“ Kleindarsteller für Szenen zu buchen, müssen die Schauspieler heute ausgefeilte Dialoge liefern, die nicht nur ein großes Spektrum von Emotionen der ge­spielten Helden und Hel­dinnen vermitteln sollen, sondern sie auch konkrete Sachverhalte auf verständlich und unterhaltsame Weise auf den Punkt bringen müssen.

    Der Arbeitsaufwand ist nicht unerheblich. Daher möchte ich noch einige Zahlen zu dieser Produktion aufführen: Gedreht wurde für die Szene an über 20 Drehtagen an mehr als zehn verschiedenen Orten. Neben unseren sechs Hauptdarstellern gab es 41 weitere „Neben“darsteller, fast 70 Stuntleute, 100 Reitereinsätze und ge­nau so viele Pferde. An über 20 Dokudrehtagen wurde an 19 ver­schiedenen Orten Europas gefilmt und 17 Experten standen uns für unsere Fragen Rede und Antwort. Die 6000 m² große Kraftzentrale des Landschaftsparks Duisburg war der Ort, an dem wir die Experimente durchführten. An zwei Tagen erarbeitete das Team in unterschiedlichen Waffentests daran, neue Erkenntnisse über die „Werkzeuge“ der Ritter zu gewinnen. Und tatsächlich haben einige der mit einer High-Speed-Kamera festgehaltenen Ergebnisse selbst die anwesenden Experten überrascht.

    Was haben wir bei unserer Arbeit von den Rittern gelernt: Schon Parzival wusste, dass es im Leben mehr geben muss, als das Streben nach Ruhm und Ehre. Ritterlichkeit und Höflichkeit hingegen sollten wir bewahren.

    Uwe Kersken, Produzent Gruppe 5 Filmproduktion

    Wie kommt der Ritter eigentlich aufs Pferd?

    Drehbericht von Regisseur Carsten Gutschmidt

    Wie kommt der Ritter eigentlich aufs Pferd? Bevor sich Schau­spieler und Stuntmen an der Beantwortung dieser Frage versu­chen durften, galt es für das Team des „Terra X“-Dreiteilers „Die Welt der Ritter“ erst einmal die über hundert Pferdeeinsätze an zwanzig Drehtagen verteilt auf mehr als zehn Drehorte zu koordi­nieren und zu organisieren. Denn wo ein Ritter ist, ist eben auch sein Pferd nicht weit. Es läuft sich ja auch schlecht in einer Rüs­tung.

    Die Vierbeiner waren dann auch die heimlichen Stars, um nicht zu sagen Diven der Produktion und als solche hatten sie jede Menge Extrawünsche. Das beginnt schon mit der Anreise. Wie kommt ein Pferd zum Drehort? Richtig, es fährt beziehungsweise es lässt fahren. Daher stellte schon die Auswahl der Drehorte für mich als Regisseur eine besondere Herausforderung dar. Es galt perma­nent den Spagat zwischen geeigneter Landschaft, frei von Spuren moderner Zivilisation und Transportlogistik für Mensch, besonders aber für Tier, zu meistern. War dies endlich geschafft, musste der Drehort auch noch den prüfenden Blicken des „Horsemasters“ standhalten. Man stelle sich folgendes Szenario vor:

    Crécy, August 1346. Johann von Luxemburg und Eduard III inspi­zieren das zukünftige Schlachtfeld und entscheiden, dass dieser Ort zu gefährlich für ihre Pferde sei – einfach zu viele Löcher im aufgeweichten Boden. Die Schlacht wird abgesagt und ein neuer Ort gesucht. Hat was, oder?

    Natürlich ist unsere Sicht auf die Tiere heute eine andere und für jedes Problem gibt es mindestens eine Lösung. So konnten wir nach gut sechswöchiger Drehzeit mit gutem Recht behaupten: „No Animal was harmed.“ Im Gegenteil, an einem furchtbar ver­regneten Drehtag durften die Pferde während der Drehpausen ins trockene Zelt, damit sie sich nicht verkühlten. Die Crew stand draußen sprichwörtlich im Regen. 

    So, und wie kommt der Ritter nun aufs Pferd? Ganz einfach: Er steigt auf.

    Neue Maßstäbe für Dokumentationen

    FaberCourtial – Studio für digitale Produktionen über die technische Umsetzung

    Die Dramatik einer Burgbelagerung aus nächster Nähe zu erleben oder in die Attacken einer modernen Schlacht um 1500 einzutau­chen war noch vor wenigen Jahren nur durch exorbitanten Auf­wand in der Computergrafik möglich und damit Hollywood vorbe­halten.

    Bisher waren digitale Menschen in Dokumentationen nur aus grö­ßerer Distanz oder aus der Vogelperspektive zu sehen. Immerhin war damit ein Überblick über Truppenaufstellungen und Strate­gien möglich, aber das Kampfgeschehen selbst musste mit unge­heurem Aufwand und großen Kosten nachgestellt (Reenactment) werden.

    Ausgereiftere Soft- und Hardware ermöglichen jetzt für den „Terra X“-Dreiteiler „Die Welt der Ritter“ fotorealistische Szenerien mit lebensnaher Action.

    Nicht nur die Detailgenauigkeit der Kleidung und der Rüstung der CGI-Ritter (Computer Generated Images) und CGI-Landsknechte, auch ihre Bewegungen, die Kinematik konnte entscheidend ver­bessert werden. Typische Körperbewegungen innerhalb eines Kampfes wurden dafür real gefilmt und anschließend auf die Ge­lenkstruktur der digitalen Charaktere übertragen. Durch eigens für „Die Welt der Ritter“ entwickelte Programme konnten auch die Bewegungen von Reitereinheiten, vom Sturm der „Spießgesellen“ und der Angreifer und Verteidiger einer Burg realistisch darge­stellt werden. Und das alles in außergewöhnlichen Perspektiven und Kamerafahrten.

    So haben wir auch für die Belagerung einer Burg die komplette Maschinerie „auffahren“ können, die Rittern um 1500 zur Verfü­gung stand: vom „Wandelturm“ oder dem legendären „Tribok“ bis hin zu den Geschützen, mit denen Kaiser Maximilian Kufstein sturmreif schoss. Diese Belagerung zum Bespiel muss den Ver­gleich mit teuren Kinoproduktionen nicht scheuen und ist so erst­mals in einer Fernsehdokumentation zu sehen.

    Es sind aber nicht nur die neuen technischen Möglichkeiten, die „wahr“ werden lassen. Es gehört auch die künstlerische Kreativi­tät unserer Mitarbeiter dazu und eine gehörige Portion „Verrückt­heit“ oder besser gesagt Enthusiasmus für die Welt der Ritter.

    Weitere Informationen

    Unter www.terra-x.zdf.de können die Zuschauer neben den ganzen Sendungen alle Hightech-Experimente sowie 24 "Ritter Wikis" einzeln abrufen, kleine animierte Erklärstücke aus dem Leben der Ritter.

    Impressum

    Ansprechpartner

    Name: Magda Huthmann
    E-Mail: huthmann.m@zdf.de
    Telefon: (06131) 70-12149