Terra X: Expedition Deutschland – Das Vermächtnis der Steine

Zweiteilige Dokumentation mit Colin Devey

Eiszeiten, urzeitliche Meere, Flüsse, die sich ihre Wege bahnen, unterirdische Gasvorkommen und gigantische Gebirge formten einst die Landschaften Deutschlands. In zwei Folgen reist "Terra X"-Moderator Colin Devey in den Norden und den Süden unseres Landes, erläutert komplexe geologische Zusammenhänge und zeigt, wie sie unser Leben bis heute beeinflussen. 

  • ZDF, Sonntag, 19. September und 3. Oktober, 2021, jeweils 19.30 Uhr
  • ZDF Mediathek, Beide Folgen ab Mittwoch, 15. September 2021, 10.00 Uhr

Texte

Folge 1: Deutschlands Norden

Sonntag, 19. September 2021, 19.30 Uhr

Von der Nord- und Ostseeküste über eine seenreiche Tiefebene bis hin zu den malerischen Mittelgebirgen – die Schönheit norddeutscher Landschaften zeugt von einer bewegten Erdgeschichte. Colin Devey zeigt, wie unser aller Leben mit dem Vermächtnis der Steine verknüpft ist.

Die Expeditionshalle des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel ist Colin Deveys Ausgangspunkt für eine geologische Wanderung durch Norddeutschland. Das Hinterland der Küste mag beschaulich wirken, doch das ist nur die Oberfläche. Devey blickt darunter, denn dort offenbart sich allzu oft eine turbulente Vergangenheit. Einen Steinwurf entfernt, an der Ostseeküste, steigt der Meeresspiegel. Und das ohne Einfluss des Klimawandels. Die Küstenbewohner sind bis heute den Nachwehen der letzten Eiszeit ausgesetzt, obwohl sie vor ungefähr 12 000 Jahren endete.

Im Norddeutschen Tiefland hat sich die Fracht der Gletscher verteilt. Sand und riesige Findlinge sind steinerne Zeugen, die durch die Kraft der Eismassen von Skandinavien bis in den Norden Deutschlands transportiert wurden. Das Schmelzwasser der abtauenden Gletscher schuf rinnenartige Vertiefungen. Daraus entstand im heutigen Mecklenburg-Vorpommern die Feldberger Seenlandschaft, wo auch der älteste Buchenwald Deutschlands liegt. Er zeugt davon, wie in unserem Land einst die Urwälder ausgesehen haben, und er dient der Wissenschaft als wichtige Referenz in Zeiten des Klimawandels. Ein Blick in das unterirdische Norddeutschland zeigt auch einen verborgenen Schatz: Über 900 Meter dicke, mächtige Salzlager schlummern unter der Erde, es sind Ablagerungen aus der Zeit des Zechsteinmeeres vor über 250 Millionen Jahren.

Auch unsere Mittelgebirge erzählen Geschichten aus längst vergangenen Zeiten. Sie sind die Überreste eines weltumspannenden Gebirges: der Varisziden, bis zu 400 Millionen Jahre alt. Im Harz am Brocken sind die Gesteine Relikte einer feurigen Vergangenheit: Der höchste Gipfel Norddeutschlands ist nämlich eine erstarrte Magmakammer, die einst einen Vulkan speiste. Im Erzgebirge sucht Colin Devey das Element Uran. Es bildet die Grundlage des Atomzeitalters und machte es zudem im 20. Jahrhundert erstmals möglich, das Alter unseres Planeten sicher zu bestimmen.

Im dicht besiedelten Ruhrgebiet liegt gut versteckt ein Schachtelhalmwald. Er erinnert an ausgedehnte Sumpfwälder, die es hier zur Zeit des Karbons vor circa 300 Millionen Jahren gab. Aus ihnen bildeten sich in langen biochemischen Prozessen die enormen Steinkohlevorkommen der Region. In einem überfluteten Bergwerk taucht Colin Devey tief ein in die Geschichte dieser Region: ohne den Eingriff des Menschen wäre das Ruhrgebiet unbewohnbar und auch heute noch eine Sumpflandschaft.

Die Eifel ist die wohl bekannteste Vulkan-Region Deutschlands. Ihre typischen Maarseen zeugen von einer explosiven Vergangenheit, die erst vor knapp 10 000 Jahren vorläufig zur Ruhe kam. Colin Devey erklärt, dass die Geschichte der Eifel eng mit dem Aufstieg von Gasen verknüpft ist. Als "Atem der Vulkane" wird hier das CO2 bezeichnet, das sich auf dem Weg vom Erdinneren Richtung Oberfläche mit Wasser zu Kohlensäure verbindet, wodurch zahlreiche Mineralwasser-Quellen entstanden sind. Sie erfreuen nicht nur die Menschen, sondern auch die Roten Waldameisen, die entlang natürlicher Gasaustritte ihre Nester bauen. So dienen sie auch Wissenschaftlern als Indiz für zunehmende geologische Aktivität in der Region.

Schließlich erreicht Colin Devey den südlichen Rand der Mittelgebirge. Dort, im Herzen Deutschlands, liegt die Metropole Frankfurt am Main. Von deren höchstem Punkt, dem Europaturm, hat er einen perfekten Blick auf die geologische Grenze zwischen Nord- und Süddeutschland.

Folge 2: Deutschlands Süden

Sonntag, 3. Oktober 2021, 19.30 Uhr

Vom Pfälzerwald entlang der Donau bis hin zu den majestätischen Gipfeln der Alpen – die Schönheit süddeutscher Landschaften zeugt von einer bewegten Erdgeschichte. Colin Devey zeigt, wie unser aller Leben mit dem Vermächtnis der Steine verknüpft ist.

Im zweiten Teil von "Terra X: Expedition Deutschland – Das Vermächtnis der Steine"
setzt Geologe Colin Devey seine Wanderung durch Deutschland fort. Er beginnt im größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands, dem Pfälzerwald. Farbenprächtige Buntsandsteinfelsen mit unzähligen Burgen und Ruinen überragen die Baumkronen. Auch in den Gebäuden der Pfalz ist der Buntsandstein allgegenwärtig. Über Millionen Jahre aus Wüstensand gepresst, ist er heute das prägende Baumaterial der Region und sogar in manchen Weinen der Pfalz kann man ihn schmecken.

An den Pfälzerwald grenzt der tektonisch aktive Oberrheingraben, der als die wärmste Region Deutschlands gilt. Auf seinem Weg gen Süden überfliegt Colin Devey die fruchtbare Rheinebene, die vom Schwarzwald und den Vogesen eingerahmt wird. Östlich des Schwarzwaldes folgt er der noch jungen Donau, die sich bei Beuron einen Weg durch steile Kalkfelsen bahnt. Sie sind Ablagerungen eines urzeitlichen Meeres, einst bewohnt von den größten Meeresreptilien aller Zeiten.

Der Bayerische Wald ist ein wahrer Flickenteppich der Gesteine, kaum eine andere Region Deutschlands ist geologisch so vielfältig. Er wird von einer rätselhaften, über 150 Kilometer langen Gesteinsformation durchzogen. Um herauszufinden, was sich an der Linie des Bayerischen Pfahls abgespielt hat, begibt sich Devey tief hinein in den herbstlichen Bayerischen Wald und seine geologische Geschichte. Er erklärt, woraus verschiedene Gesteine bestehen und welche Erkenntnisse für die Entstehung der Landschaft in ihnen stecken.

Im Alpenvorland folgt Devey der Isar nach München. Der Fluss ist ein geologisches Förderband für Gesteinsschutt aus den Bergen. An den Kiesbänken des Flusses wird das besonders deutlich. Jeder einzelne Kiesel am Flaucher in München – einer Art Erholungsgebiet entlang der Isar – wurde über Jahrmillionen aus verschiedenen Teilen der Alpen hierher transportiert. Für Devey sind sie ein Archiv des Gebirges. Und wenn man tief genug darin bohrt, stößt man sogar auf heißes Thermalwasser, mit dem die Alpenmetropole bald ihre Häuser heizen will.

Auf seiner letzten Etappe unternimmt Devey eine winterliche Expedition, um die Berge und ihren Wandel zu erforschen. Berge scheinen uns Menschen für die Ewigkeit gemacht, aber auch sie werden instabil. Bestes Beispiel: Die Zugspitze. Der höchste Berg Deutschlands war einst mehr als 3000 Meter hoch. Doch vor rund 40 000 Jahren brach binnen weniger Minuten ein 900 Meter hoher Felskeil aus der Nordflanke und stürzte ins Tal. Die Inseln des darunterliegenden Eibsees zeugen von diesem dramatischen Ereignis. Tief im Herzen der Zugspitze will Colin Devey herausfinden, ob der Berg noch einmal auseinanderzubrechen droht – denn der menschengemachte Klimawandel hinterlässt selbst hier seine Spuren. Der Permafrost, der den Berg zusammenhält, beginnt zu schmelzen und macht die Felsstruktur instabil. Das verdeutlicht einmal mehr, dass die Landschaften, in denen wir leben, auch heute ständig in Bewegung sind.

Terra X in der ZDFmediathek und bei YouTube

Beide Folgen sind ab Mittwoch, 15. September, in der ZDFmediathek unter terra-x.zdf.de abrufbar. Der erste Teil ist ab Sonntag, 19. September, der zweite Teil ab Sonntag, 3. Oktober, auf dem Youtube-Kanal "Terra X" youtube.com/c/terra-x verfügbar.

Zur Dokumentation "Deutschlands Norden" gibt es zusätzlich ein Webvideo, das am Sonntag, 19. September, um 10.00 Uhr, und zur Dokumentation "Deutschlands Süden" ein Webvideo, das am Sonntag 3. Oktober, 10.00 Uhr, auf dem YouTube-Kanal "Terra" youtube.com/c/terra-x veröffentlicht wird.

Fotos

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information Telefon: 06131 – 70-16100, und unter https://presseportal.zdf.de/presse/terrax

Weitere Informationen

"Terra X" in der ZDFmediathek: terra-x.zdf.de

"Terra X" bei YouTube: youtube.com/c/terra-x

"Terra X" bei Facebook: facebook.com/ZDFterraX

"Terra X" bei Instagram: instagram.com/terraX

"Terra X"-Clips unter Creative-Commons-Lizenz: TerraX-CC.zdf.de

Das "Terra X"-Schulangebot: Schule.zdf.de und kurz.zdf.de/A26/

https://terrax-cc.zdf.de/

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