Terra X: Freibeuter der Meere

Dreiteilige Dokumentationsreihe

Piraten sind die Helden unserer Jugend: todesmutige Freibeuter, die den höchsten Wellen und übermächtigen Feinden trotzen. Aber Piraten spielen auch immer eine wichtige Rolle im politischen und ökonomischen Gefüge ihrer jeweiligen Zeit – von Sir Francis Drake, über die Korsaren im nördlichen Afrika bis zu den Offizieren der "Wolf", einem deutschen Kaperfahrer im Ersten Weltkrieg. Die dreiteilige Dokumentation "Freibeuter der Meere" spannt einen weiten Bogen und zeigt, wie Piraten die große Politik beeinflussten. 

  • ZDF, ab 6. Dezember 2015, sonntags, 19.30 Uhr

Texte

Stab, Sendetermine

Terra X: Freibeuter der Meere
Dreiteilige Dokumentation

Sonntag, 6. Dezember 2015, 19.30 Uhr
Terra X: Freibeuter der Meere
1. Die Korsaren

Sonntag, 13. Dezember 2015, 19.30 Uhr
Terra X: Freibeuter der Meere
2. Sir Francis Drake

Sonntag, 20. Dezember 2015, 19.30 Uhr
Terra X: Freibeuter der Meere
3. Die Piraten des Kaisers

Stab

Buch: Christoph Weinert  (Folge 1), Robert Schotter (Folge 2), Oliver Halmburger (Folge 3)
Regie: Robert Schotter (Folge 1 und 2), Oliver Halmburger (Folge 3)
Produktion: Taglicht Media (Folge 1 und 2), loopfilm (Folge 3)
Redaktion: Bernhard von Dadelsen
Länge: jeweils ca. 45'

1. Die Korsaren

Sonntag, 6. Dezember 2015, 19.30 Uhr
Terra X: Freibeuter der Meere

In der ersten Folge erzählt "Terra X" von muslimischen Piraten, die vor Europas Küsten unzählige Weiße in die Sklaverei verschleppen: die berüchtigten Korsaren.

Diese Seefahrer aus Algier, Tunis und Tripolis sind bis ins 19. Jahrhundert unterwegs. Ihr Auftrag: Schutzgelderpressung. Bei Widerstand: Verschleppung und Sklaverei. Hark Olufs aus Amrum fiel 1720 in die Hände der Korsaren und lernte ihr Imperium kennen. 

Anhand seiner Aufzeichnungen erzählt der Film ein unglaubliches Abenteuer. Um zu überleben, wird Olufs Muslim, macht als Haussklave Karriere und bringt es schließlich zum Oberbefehlshaber der Flotte des Bey von Constantine.

Ein Ausnahmeschicksal - denn die meisten der entführten Europäer verschwanden auf den Sklavenmärkten Nordafrikas, wenn sie nicht von ihren Verwandten freigekauft werden konnten. Sie waren das "Weiße Gold" - man schätzt, dass zwischen 1500 und 1800 über eine Million weißer Kinder, Frauen und Männer in den muslimischen Stadtstaaten versklavt wurden. Dieser Menschenhandel war in den Augen der Muslime nichts Anrüchiges - er war eine legitime Form des Heiligen Krieges gegen "Ungläubige" und folgte klar formulierten Gesetzen und finanziellen Anreizen.

Die USA geboten 1805 den Korsaren Einhalt. Ihre Forderung: Freiheit des Seehandels, Ende von Schutzgeld und Sklaverei. "Terra X" zeigt, wie die USA für den Kampf gegen die Korsaren ihre erste Hochseeflotte bauten, die vor den Mittelmeerküsten die Korsaren aufrieb. Das war der erste außenpolitische Triumph der USA - und der Beginn des heute so gefährlichen Antagonismus zur muslimischen Welt.

Die Geschichte der Korsaren - oder der Barbaresken, wir sie auch genannt werden - durchzieht die Geschichte des christlichen Europa über Jahrhunderte. Bedeutende Schlachten wurden geschlagen (Lepanto), und immer neue Feindbilder entstanden. Und dennoch wissen wir erst wenig über Korsaren und ihre Staaten in Nordafrika.

Die "Terra X"-Dokumentation über "Freibeuter der Meere" ist eine erste Annäherung an den wichtigen, gerade heute so aktuellen Stoff.

2. Sir Francis Drake

Sonntag, 13. Dezember 2015, 19.30 Uhr
Terra X: Freibeuter der Meere

Der zweite Teil der „Terra X“-Reihe erzählt Geschichte von Sir Francis Drake und wie seine Raubzüge zur Grundlage des British Empire wurden.

Ein Pirat dreht am Rad der Geschichte. Das gilt für Francis Drake. Er rettet Königin Elisabeth vor dem Bankrott, schwächt die spanische Seemacht, macht den Weg frei für die Kolonien. Drake steht am Anfang unseres Turbokapitalismus – effizient und erfolgreich.

Dabei kam Francis Drake aus ärmlichsten Verhältnissen. Als Kind einer protestantischen Familie, als Kind von "Ketzern" ist er immer auf der Hut vor den Häschern der katholischen Königin Mary Tudor. Erst unter Königin Elisabeth genießt er Sicherheit. Ein Glück: Er konnte lesen und schreiben. Auf dem Schiff seines Onkels lernt er das Seefahrerhandwerk. Bald macht er sich selbständig - und seine Klugheit, sein Mut und seine Weitsicht bringen ihm nicht nur die absolute Treue seiner Leute, sondern auch die Gönnerschaft der Königin ein. Elisabeth I. braucht ihn für ihre Pläne: Die Schwächung der Großmacht Spanien. „Terra X“ analysiert, wie Drake ans Werk geht, wie er den Spaniern die Schätze abjagt und mit einer Weltumseglung die englische Staatskasse saniert. Wir besuchen Drakes Schloss bei Plymouth, sprechen mit britischen und amerikanischen Drake-Spezialisten, die ihn als einen typischen Vertreter der Neuzeit, ja der Moderne sehen: ein rationaler Geistesmensch, der die überkommenen Machtstrukturen des 16. Jahrhunderts kurzerhand für erledigt erklärte und die Welt nach seinen Vorstellungen ordnete. Ein echter Freibeuter am Beginn eines neuen Zeitalters: der Zeit des Kolonialismus und des Kapitalismus.

3. Die Piraten des Kaisers

Sonntag, 20. Dezember 2015, 19.30 Uhr
Terra X: Freibeuter der Meere

Im dritten Teil geht es um die dramatische Fahrt der „Wolf“, einem Kaperfahrer der deutschen Marine im Ersten Weltkrieg.

Die Wolf war im Auftrag des deutschen Kaisers unterwegs. Perfekt als Handelsschiff getarnt fuhr das Kriegsschiff in den beiden letzten Kriegsjahren bis nach Australien und Papua Neuguinea. Ihr Auftrag: kapern, versenken, zerstören. Um die Nachschublinien zu stören.

Man nannte Fregattenkapitän Karl-August Nerger und seine Besatzung "Piraten des Kaisers", weil sie wie Piraten aus alten Zeiten agierten. Sie wechselten die Beflaggung je nach Bedarf. Sie konnten nicht riskieren, einen Hafen anzulaufen. Sie konnten nur überleben, indem sie fremde Schiffe enterten, plünderten und versenkten. Und sie waren erfolgreich - über 40 Kaperungen gehen auf ihr Konto. Das Dokudrama erzählt 451 Tage an Bord der Wolf - vom November 1916, dem Auslaufen aus Kiel, bis zur Rückkehr im Februar 1918. Dabei wird das Schicksal dieses "Himmelfahrtskommandos" aus der Sicht des Kapitäns Nerger und des Matrosen Theodor Plivier erzählt, dem späteren Friedenskämpfer und Bestsellerautor. Authentisches Filmmaterial von der "Wolf" ergänzt die opulenten Inszenierungen um den Schauspieler Oliver Mommsen, und Uwe Nerger, ein Enkel des Kapitäns, zeigt wertvolle Erinnerungsstücke aus dem Nachlass seines Großvaters. Denn die "Wolf" war mehr als ein Militärschiff im grausamen Krieg.

Sie war eine Schicksalsgemeinschaft aus Proletariern und feinen Offizieren, aus Kaisertreuen und aus Kommunisten, aus Deutschen und 600 britisch-australischen Geiseln an Bord. Ihre Fahrt in die Südsee und sichere Rückkehr ist der Trip in eine Epochenwende. Aus der Kaiserzeit in die Republik: die Fahrt der "Wolf" gibt in dieser Dokumentation Einblick in die Welt der letzten Kaperfahrer.

Kontakt, Bildhinweis, Impressum 

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 - 70-16100, oder über presseportal.zdf.de/presse/terrax

ZDF Hauptabteilung Kommunikation
Presse und Information
Verantwortlich: Alexander Stock
E-Mail: pressedesk@zdf.de
© 2015 ZDF

Weitere Informationen

Impressum

Ansprechpartner

Name: Magda Huthmann
E-Mail: huthmann.m@zdf.de
Telefon: (06131) 70-12149