Terra X: Große Mythen aufgedeckt

Dreiteilige Dokureihe über Noah und die Sintflut, das Nibelungenlied und König Artus

Mythen prägen bis heute Kultur und Alltag. Doch was ist dran an diesen Geschichten: Haben sie trotz aller fantastischen Details einen wahren Kern? "Terra X" fragt in der dreiteiligen Dokumentationsreihe "Große Mythen aufgedeckt", was es mit Noah und der Sintflut, dem Nibelungenlied und der Artussage auf sich hat. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus unterschiedlichen Fachbereichen beleuchten Hintergründe, decken Zusammenhänge auf – und fördern Erstaunliches über die scheinbar bekannten Mythen zutage. Ab Sonntag, 5. Dezember 2021, 19.30 Uhr im ZDF. 

  • ZDF, ab 5. Dezember 2021, dreimal sonntags, 19.30 Uhr
  • ZDF Mediathek, ab Mittwoch, 1. Dezember 2021, alle drei Folgen vorab

Texte

Sendedatum, Stab

"Terra X: Große Mythen aufgedeckt"

Folge 1: Noah und die Sintflut

Buch: Dorothea Nölle 
Regie: Carsten Gutschmidt
Kamera: Fabian Spuck, Felix Greif, Michael Ciesla, Christian Kochmann und Patrick Boyle 
Ton: Kiril Velichkov, Nicolas Büttiker, Mathias Onken, Sebastian Stahl und Ryan Harrison 
Schnitt: Diana Matous
Schnittassistenz: Elias Lindermann 
Animation: Faber Courtial und Richard Sako
Musik: Andreas Moisa und Philipp E. Kümpel
Sounddesign & Tonmischung: Michael Schmidt
Regieassistenz: Sylvia Asenova
Ausstattung: Axel Nicolet
Kostüm: Ina Damyanova
Bildrecherche: Vanessa Christoffers-Trinks
Sprecher: Udo Wachtveitl
Fachberatung: Prof. Dr. Michaela Bauks, Prof. Dr. Dominik Fleitmann und Prof. Dr. Karin Zonneveld
Mitarbeit: Clara von Fürstenberg
Redaktionelle Mitarbeit ZDF: Martina Frangenberg
Produktion Bulgarien: Midwest Ltd – Gabriel Georgiev
Postproduktion: Achtfeld GmbH
Produktionsleitung: Florian Miller (NFP), Freda Adilovic (ZDF), Claudia Comprix (ZDF) und Katharina Krohmann (ZDF/ARTE)
Herstellungsleitung: Eva-Marie Pilling (NFP)
Producer: Iris Schaeffer-Flechtner
Produzenten: Clemens Schaeffer und Alexander Thies
Redaktion: Claudia Moroni (ZDF) und Peter Allenbacher (ZDF/ARTE)
Länge: 43'30''

Folge 2: Das Nibelungenlied 

Buch: Alexander Hogh
Regie: Saskia Weisheit
Kamera: Torbjörn Karvang, Fabian Spuck und Johannes Imdahl
Ton: Moritz Minhöfer, Rupert Scheele, Michael Schmidt und Robert Sandow
Schnitt: xkopp creative
Schnittassistenz: Elias Lindermann
Animationen: Richard Sako
Musik: Andreas Moisa und Philipp E. Kümpel
Sounddesign & Tonmischung: Michael Schmidt
Regieassistenz: Jennifer Kotalla
Ausstattung: Stefanie Probst
Kostüm: Lena Wolf
Bildrecherche: Vanessa Christoffers-Trinks
Sprecher: Udo Wachtveitl
Fachberatung: Prof. Jörg Oberste
Mitarbeit: Clara von Fürstenberg
Redaktionelle Mitarbeit ZDF: Martina Frangenberg
Postproduktion: Achtfeld GmbH
Produktionsleitung: Florian Miller (NFP), Freda Adilovic (ZDF), Claudia Comprix (ZDF) Katharina Krohmann (ZDF/ARTE)
Herstellungsleitung: Eva-Marie Pilling (NFP) 
Producer: Christian Ehrhardt
Produzenten: Clemens Schaeffer und Alexander Thies
Redaktion: Claudia Moroni (ZDF) und Peter Allenbacher (ZDF/ARTE)
Länge: 43'30''

Folge 3: Das Rätsel um König Artus

Buch: Jan Karitzky
Regie: Saskia Weisheit
Kamera: Torbjörn Karvang, Marcus Lawrence und Patrick Boyle
Ton: Peter Trinks, Jonathan Lefman und Ryan Harrison
Schnitt: Ben Derris, Elias Lindermann und Zümeyran Berfin Sarica 
Animationen: Richard Sako
Musik: Andreas Moisa und Philipp E. Kümpel
Sounddesign & Tonmischung: Michael Schmidt
Ausstattung: Stefanie Probst
Kostüm: Lena Wolf
Sprecher: Udo Wachtveitl
Fachberatung: Prof. Jürgen Wolf
Mitarbeit: Clara von Fürstenberg
Redaktionelle Mitarbeit ZDF: Martina Frangenberg
Postproduktion: Achtfeld GmbH
Produktionsleitung: Florian Miller (NFP), Freda Adilovic (ZDF), Claudia Comprix (ZDF) und Katharina Krohmann (ZDF/ARTE) 
Herstellungsleitung: Eva-Maria Pilling (NFP)
Producer: Iris Schaeffer-Flechtner
Produzenten: Clemens Schaeffer und Alexander Thies
Redaktion: Claudia Moroni (ZDF) und Peter Allenbacher (ZDF/ARTE)

Länge: 43'30''

Folge 1: Noah und die Sintflut

Sonntag, 5. Dezember 2021, 19.30 Uhr

Die Geschichte von Noah und der Sintflut ist Teil der Schöpfungsgeschichte und gehört zu den ältesten Mythen der Welt. Im Zeitalter des Klimawandels wirkt sie schockierend aktuell. Hat die biblische Geschichte aller fantastischen Details zum Trotz einen wahren Kern? Kann es die Sintflut gegeben haben? Und wenn ja, wann und wo? In der ersten Folge von "Große Mythen aufgedeckt" fragt "Terra X", was es mit der Sintflut auf sich hat.

Auf Gottes Geheiß hin baut der fromme Noah eine riesige Arche, in der er, zusammen mit einem Paar von jeder Tierart, die desaströse Flut überleben und den Kern einer neuen Welt nach der Flut bilden soll. Jahrhundertelang haben die Menschen diesen Text für bare Münze genommen. Mit der Aufklärung kamen erste Zweifel: Wie wahrscheinlich oder unwahrscheinlich ist so eine weltweite Flut? Ist das Ausmaß physikalisch überhaupt erklärbar? Wie groß hätte das Boot sein müssen, um alle Tiere der Welt retten zu können? Sind die Zahlen in der Geschichte nicht eher symbolische Angaben? Was ist wahr, was Fiktion? Der Film geht diesen Fragen nach.

Die Entstehung des Mythos wird lange ins 6. Jahrhundert vor Christus datiert. Doch die Entdeckung und Übersetzung mesopotamischer Keilschrifttafeln im 19. Jahrhundert warfen die Theorie über den Haufen: In den Gilgamesch- und Atrahasis-Epen tauchen Versionen der Sintflut-Geschichte auf, die der biblischen nicht nur in vielen Einzelheiten ähneln, sondern vor allem viel älter sind. Die Erkenntnis erschüttert die Welt der Wissenschaft: der Text in der Bibel – ein Plagiat!

Noch eine andere Frage beschäftigt die Forschung: Welches reale Ereignis kann die Vorlage für den Mythos gewesen sein? Wo kann sich eine verheerende Flutkatastrophe zugetragen haben? Die Spurensuche führt zu den regelmäßigen Überflutungen von Euphrat und Tigris im 4. Jahrtausend vor Christus, vor allem aber zu einem Ereignis, das nicht nur lokale Ausmaße hatte, sondern weltumspannende: das Ende der letzten Eiszeit. Vor mehr als 20.000 Jahren lag der Meeresspiegel 120 Meter tiefer als heute, gewaltige Wassermassen waren in Eis gebunden. Mit den steigenden Temperaturen im aufkommenden Holozän schmolz das Eis, Wassermassen wälzten sich über die Landmassen in die Ozeane. Je nach geologischen Gegebenheiten ging das in einigen Regionen der Erde schneller, in anderen langsamer. Wo aber haben die Wassermassen die Menschen so überrascht, dass sie sich als Sintflut ins Gedächtnis gebrannt haben? In Ur im heutigen Irak? Am Persischen Golf? Am Schwarzen Meer?

In der ersten Folge des "Terra X"-Dreiteilers "Große Mythen aufgedeckt" gehen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen verschiedenen Theorien auf den Grund. Was sagen Bohrkerne, Tropfsteine und Entdeckungen am Meeresgrund über Ablauf und Tempo einer vermeintlichen Mega-Überschwemmung aus? Was erzählt die Vergangenheit über den damaligen natürlichen Klimawandel und seine Auswirkungen auf den Menschen – und nicht zuletzt über das, was uns heute womöglich erneut bevorsteht?

Folge 2: Das Nibelungenlied

Sonntag, 12. Dezember 2021, 19.30 Uhr 

Die "Terra X"-Dokumentation deckt auf: "Das Nibelungenlied" ist der erste deutsche "Frauenroman" des Mittelalters – mit einer selbstbewussten Königin namens Kriemhild als Hauptfigur. Denn neue Forschungen belegen, dass nicht der Drachentöter Siegfried der eigentliche Held des Epos ist, sondern seine Ehefrau und Rächerin Kriemhild. Es ist ihre Geschichte – mit der sich zugleich eine verblüffende neue Perspektive auf die Welt des Mittelalters eröffnet. Deshalb konzentriert sich der Film auf die realen politischen und gesellschaftlichen Hintergründe der damaligen Zeit und die Rolle der Frau im Mittelalter.

Seit seiner Entstehung im Hochmittelalter wurde die Geschichte des Nibelungenlieds immer wieder neu erzählt und gedeutet. Wie sehr das Epos auf Kriemhild bezogen ist, belegt ein Manuskript aus dem 16. Jahrhundert, das die Überschrift trägt: "Dies ist Kriemhilds Buch". Der Film zeigt, dass der Drache, der Schatz und die Schwertkämpfe nur Randerscheinungen der Geschichte sind. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Auseinandersetzung der Geschlechter und der Kampf der Frauen um Anerkennung in einer von Männern dominierten Gesellschaft. Ohne falsche Rücksichten zeigt der unbekannte Autor eine Welt des Adels, in der Frauen schnell zum Spielball männlicher Ambitionen und Pläne werden.

In der Welt des Adels im Hochmittelalter drehte sich alles um Ehre, Rang und Ansehen. Attribute, die in dieser Zeit schnell mit der Waffe in der Hand verteidigt wurden. Ohne zu moralisieren wollte der Autor dem adligen Publikum einen Spiegel vorhalten und ihm klar machen, wie problematisch der Ehrenkodex der damaligen Zeit ist.

Von einem übersteigerten Ehrgefühl sind auch die weiblichen Protagonisten des Textes durchdrungen – neben Kriemhild spielt die "Walküre" Brünhild eine wichtige Rolle. Beide Frauen werden mehrmals von den Männern der Geschichte instrumentalisiert und getäuscht, sorgen in ihrem Streben nach Selbstbehauptung und Anerkennung aber auch selbst für Konflikte und Verwerfungen. Exemplarisch zeigt sich das an Kriemhild, die sich vom Opfer zur Rächerin wandelt und die in ihrer Besessenheit nach unbedingter Vergeltung nicht weniger Schuld auf sich lädt als die Männer.

Der Film erzählt die Schlüsselszenen des Nibelungenliedes und geht der Frage nach, welche historischen Wahrheiten sich hinter den Akteuren und ihren Handlungen verbergen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachbereichen beleuchten Hintergründe, decken Zusammenhänge auf und führen so in den faszinierenden Kosmos des höfischen Adels. Entstanden ist das Nibelungenlied in einer Epoche des Wandels – von der Rache zum Recht, von der Willkür zum Gesetz, von der Frauenverachtung zur erstmaligen Hochschätzung von Frauen im Zuge des neuen Minne-Ideals. All das führt zur Erkenntnis, dass sich hinter dem Nibelungenlied weniger die graue Vorzeit verbirgt, sondern dass die Erzählung mit ihrer kritischen Sicht auf die damalige Gesellschaft und ihrer differenzierten Beschreibung der Personen auf die Zukunft verweist. Genau das bündelt sich im Schicksal der eigentlichen Protagonistin dieser Geschichte: Kriemhild. 

Folge 3: Das Rätsel um König Artus

Sonntag, 19. Dezember 2021, 19.30 Uhr 

König Artus und die Ritter der Tafelrunde – kein Mythos ist so lebendig wie der um den rätselhaften Herrscher der Briten. Bis heute wird nach Spuren von Artus' Existenz gesucht. Doch er bleibt ein Phantom. Neue Forschungen bringen eine alte Geschichtschronik ins Spiel, die das anglo-normannische Herrscherhaus in Auftrag gegeben hat. Sie könnte die Lösung bringen. "Terra X" fragt in der dritten Folge von "Große Mythen aufgedeckt", wie der Mythos entstanden ist und was dahintersteckt.

Der schillernde König Artus ist untrennbar mit heldenhaften Taten, verheerenden Schlachten und einem goldenen Zeitalter des Rittertums verknüpft. Fantastische Elemente wie der Zauberer Merlin, das magische Schwert Excalibur und die Suche der edlen Ritter nach dem heiligen Gral machen seine Geschichte zum Bestseller – damals wie heute.

Das bedeutendste Werk über König Artus entstand im 12. Jahrhundert, verfasst von dem heute so gut wie unbekannten Geistlichen Geoffrey of Monmouth. Es wird sofort nach seinem Erscheinen zu einem der meist verbreiteten und gelesenen Texte des Mittelalters. Als Teil einer gewaltigen Chronik Britanniens um 1135 geschrieben, stillt die Geschichte von König Artus aber nicht nur das Bedürfnis der Leser nach guter Unterhaltung: Es gibt starke Hinweise, dass hinter dem Werk ein politischer Auftrag steht – veranlasst vom anglo-normannischen Königshaus.

Als Geoffrey of Monmouth seine Geschichtschronik verfasste, hat der Enkel von Wilhelm dem Eroberer, Stephen von Blois, den englischen Thron bestiegen. Seinen Regierungswillen musste er nicht nur gegenüber den unterworfenen Angelsachsen verteidigen, Gefahr ging auch von seiner Cousine Mathilda aus, die ebenfalls die englische Krone für sich beanspruchte. Der Thronstreit entwickelte sich zu einem Bürgerkrieg.

Geoffrey of Monmouths Geschichtschronik ist möglicherweise der Versuch, den anglo-normannischen Machtanspruch durch einen frei erfundenen Stammbaum zu legitimieren. In dieser Chronik entwarf Geoffrey of Monmouth eine Genealogie, die von den Trojanern über die Römer bis zu Artus reichte. Dabei rühmte er Artus als idealen Herrscher: großzügig, mutig, militärisch und politisch als herausragende Führerfigur. In allen Darstellungen – von Artus' Herrschaftsführung, seinen siegreichen Schlachten bis zu den Schilderungen seines prunkvollen Hofes – versäumte es der Autor nicht, die glorreiche Welt der anglo-normannischen Könige zu spiegeln.

Schon bald nach der Veröffentlichung von Geoffreys Werk schmückten  viele Schriftsteller Artus' Geschichte weiter aus. Chrétien de Troyes baute die Ritter Lancelot und Parzival sowie die Suche nach dem Heiligen Gral in die Artussage ein. In Deutschland waren es die Werke von Hartmann von Aue und der berühmte "Parzival" von Wolfram von Eschenbach, die Artus populär machten. Geoffreys Artus wurde dabei bis zur Unkenntlichkeit überdeckt.

Auch viele Herrscher wollten vom Glanz von König Artus profitieren. Richard Löwenherz nannte sein Schwert Excalibur, der habsburgische Kaiser Maximilian ließ für sein Grabdenkmal in der Hofkirche zu Innsbruck eine Artusstatue in Bronze gießen. Heinrich VIII. ließ sich als "Artus der Tafelrunde" in Winchester Hall porträtieren, Königin Victoria ihr Ankleidezimmer im Westminster Palast mit Bildern aus der Sage schmücken. Und nicht zuletzt tragen Prinz Charles, sein Sohn William und sein Enkel Louis den Beinamen "Artus".

Die meisten Forscherinnen und Forscher glauben nicht an einen realen Artus. Für sie ist er schlichtweg die Verkörperung eines Ideals, nach dem sich jeder Autor seine eigene Artuswelt erschafft. Und oft scheinen reale Ereignisse und Personen durch. Bei Geoffrey of Monmouth könnten es die anglo-normannischen Herrscher sein.

"Ohne Mythen kommen wir nicht aus": Interview mit Professor Dr. Gunther Hirschfelder

Prof. Dr. Gunther Hirschfelder lehrt Vergleichende Kulturwissenschaft an der Universität Regensburg, ist Sachbuchautor und Fachberater für Fernseh-Dokumentationen. 

Welchen Sinn ergibt es, sich heute mit Mythen zu beschäftigen? Haben sie uns heute noch irgendetwas zu sagen?

Gerade heute brauchen wir eine Beschäftigung mit Mythen, denn sie prägen Kultur und Alltag ebenso wie Medien und Politik. Nur wer die Funktionsweisen von Mythen versteht, kann sich im Dickicht komplexer Informationen zurechtfinden.  

Was genau ist ein Mythos?

Das Wort stammt aus der griechischen Antike und bedeutete ursprünglich Rede, Erzählung oder auch sagenhafte Geschichte. In den alten, eher religiös geprägten Kulturen waren Mythen für Götterglaube, Politik und Gesellschaft ganz zentral. Mythen haben einen Realitätskern, der größer oder auch kleiner sein kann. In jedem Fall spielt aber die Behauptung, dass dieser Kern wahr und wichtig ist, eine große Rolle. Heute, im Zeitalter von Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit, können auch Personen, Ereignisse oder Dinge Mythen sein beziehungsweise zu Mythen gemacht werden.

Wieviel historische Lebenswirklichkeit steckt in einem Mythos?

Mythen können durchaus erfunden werden, um einen politischen oder einen kommerziellen Zweck zu erfüllen. Meistens haben sie aber einen Wahrheitskern. Um diesen Wahrheitskern werden dann Legenden gesponnen, die ihrerseits wiederum einen Sinn ergeben. Sie dienen der Legitimation von Herrschaft, stiften Identität oder geben Sicherheit. Historische Lebenswirklichkeiten können da eine große Rolle spielen oder ganz in den Hintergrund rücken. In jedem Fall ist die Funktion von Mythen wichtiger als die historische Realität.

Ist eine Kultur ohne Mythen überhaupt vorstellbar?

Kaum. Die Geschichte ist meist zu kompliziert, die Vergangenheit zu schrecklich und die Zukunft zu ungewiss – ohne Mythen kommen wir nicht aus. Sie sind eben auch oft eine Art rosa Brille. 

Werden Mythen wie die über die Sintflut, König Artus oder die Nibelungen noch in 200 oder 2000 Jahren erzählt werden?

In 200 Jahren wohl schon, bei den 2000 Jahren bin ich mir nicht so sicher. Die meisten Mythen, die den Menschen in der Antike geläufig waren, kennt heute auch niemand mehr. Sie haben ihre erzählerische Funktion verloren. Mythen sind lebendig, weil sie einen Nutzen bringen und direkt etwas mit unserem Leben zu tun haben. Wenn nicht, sterben sie.

Warum berühren uns Mythen so sehr? Was ist das Faszinierende daran?

Mythen vereinfachen, und vor allem laden sie rationale Sachverhalte emotional auf. Mythen können helfen, Urteile zu fällen, uns zu orientieren, in Gut und Böse zu unterscheiden. Mythen schaffen Helden und Schurken, und sie bedienen Sehnsüchte. Insofern dienen Mythen auch dazu, rationale Sachverhalte ins Menschliche zu übersetzen. 

Die Fragen stellten Claudia Moroni (Redaktion "Terra X) und Iris Schaeffer-Flechtner.

ZDFmediathek und YouTube

Alle drei Folgen sind ab Mittwoch, 1. Dezember 2021, 10.00 Uhr, in der ZDF-Mediathek und der 3satMediathek verfügbar.

Das Webvideo zur ersten Folge von "Noah und die Sintflut" wird am Samstag, 4. Dezember 2021, um 10.00 Uhr in der ZDFmediathek und am Sonntag, 5. Dezember 2021, auf dem YouTube-Kanal "Terra X Natur & Geschichte" veröffentlicht. Das Webvideo zur zweiten Folge von "Das Nibelungenlied" ist ab Samstag, 12. Dezember 2021, um 10.00 Uhr in der ZDFmediathek und am Sonntag, 13. Dezember 2021, auf dem YouTube-Kanal "Terra X Natur & Geschichte" zu sehen. Die dritte Folge, "Das Rätsel um König Artus", wird am Sonntag, 19. Dezember 2021, um 10.00 Uhr auch auf dem YouTube-Kanal "Terra X Natur & Geschichte" veröffentlicht.

Alle Filme in der ZDFmediathek und bei YouTube sind zum Embedding mit Verweis auf "Terra X" für alle Interessierten freigegeben. Weitere Informationen: https://ly.zdf.de/Lai

Fotos 

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/terrax

Weitere Informationen

"Terra X plus Schule" in der ZDFmediathek: Schule.zdf.de

"Terra X plus" bei YouTube: kurz.zdf.de/A26/

"Terra X"-Clips unter Creative-Commons-Lizenz: TerraX-CC.zdf.de

"Terra X" in der ZDFmediathek: terra-x.zdf.de

"Terra X" bei YouTube: youtube.com/c/terra-x

"Terra X" bei Facebook: facebook.com/ZDFterraX

"Terra X" bei Instagram: instagram.com/terraX

 

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