Terra X: Mythos Burg

Zweiteilige Dokumentation

Burgen sind das architektonische Erfolgsmodell des Mittelalters und bis heute Stoff für Märchen und Legenden. Im 12. und 13. Jahrhundert erlebte Mitteleuropa einen Bauboom, weit über 10.000 Burgen entstanden. Bis heute hat das Zeitalter der Burgen Spuren in unserer Kultur und Sprache hinterlassen. In zwei Folgen beleuchtet "Terra X" den Mythos Burg. Im Mittelpunkt stehen bedeutende Bauten wie Burg Eltz, Burg Hammerstein, Burg Trifels oder Windsor Castle. 3D-Animationen lassen aus Ruinen mächtige Festungen entstehen. Auf der Basis neuester Forschung und mithilfe von Experimenten erklären Wissenschaftler, wie Burgen bewohnt und erobert wurden.

  • ZDF, Sonntag, 18. und 25. August 2019, jeweils 19.30 Uhr
  • ZDF Mediathek, ab Mittwoch, 14. August 2019, 19.30 Uhr

Texte

1. Feste Heimat

Sonntag, 28. August 2019, 19.30 Uhr

Terra X: Mythos Burg
Zweiteilige Dokumentation

1. Feste Heimat

Buch: Sabine Bier
Regie Szenen: Carsten Gutschmidt
Regie Doku: Martin Becker, Sabine Bier
Kamera Szenen: Jens Boeck
Kamera Doku: Torbjörn Karvang, Joachim Seck, Dieter Stürmer
Ton: Lars Böhnke, Simone Hartmann, Moritz Minhöfer, Axel Schmidt, Thomas Woszny
Schnitt: Dieter Dehn, Marie Wilbers
CGI: Faber Courtial, Martin Wolkinger
CGI Gruppe 5: Sebastian Martinez, Alexandra Hamann, Julian Balducci
Musik: Paul Rabiger
Sprecher: Simon Roden
Wissenschaftliche Beratung: Dr. Joachim Zeune
Produktionsleitung Gruppe 5: Sabine Eisner, Matthias Steinbauer
Produktionsleitung ZDF: Claudia Comprix, Cora Szielasko-Schulz
Produzent: Alexander Hesse
Redaktion ZDF: Sonja Trimbuch
Länge: 43'30''

Sie waren einst das weithin sichtbare Statussymbol der Macht. Burgen waren Wirtschaftszentren, Heimstatt von Raubrittern und Schauplätze von Kriegen. Hinter ihren steinernen Mauern wurden kostbarste Schätze verwahrt, und angeblich schmorten in dunklen Kerkern Gefangene bis an ihr Lebensende. Bis heute entführen Burgen in eine Welt der Märchen und Legenden. Was ist wahr, und was ist Mythos? Die zweiteilige "Terra X"-Dokumentation "Mythos Burg" zeigt, wie die Burg als Wohn- und Wehrbau zum architektonischen Erfolgsmodell des Mittelalters wurde und wie prachtvoll oder wie entbehrungsreich das Leben auf den Burgen war.

Die erste Folge beleuchtet die Vergangenheit berühmter Burgenwie etwa von Burg Eltz an der Mosel oder Windsor Castle in England. Schon der Urtyp der Burg – die Motte ist genauso schlicht wie genial: Ein Turm, möglichst auf erhöhtem Posten mit weitem Panoramablick, wird von einem Zaun oder einer Mauer umsäumt. Über die Jahrhunderte entstehen immer komplexere und prachtvollere Bauten. Europa wird zu einer Burgenlandschaft. Wären all die Monumente der Macht noch erhalten, würde man in Deutschland alle 25 Kilometer an einer Burg vorbeifahren.

2. Bollwerk der Macht

Sonntag, 25. August 2019, 19.30 Uhr

Terra X: Mythos Burg
Zweiteilige Dokumentation

2. Bollwerk der Macht

Buch: Martin Becker
Regie Szenen: Carsten Gutschmidt
Regie Doku: Martin Becker, Sabine Bier
Kamera Szenen: Jens Boeck
Kamera Doku: Torbjörn Karvang, Joachim Seck, Dieter Stürmer
Ton: Lars Böhnke, Simone Hartmann, Moritz Minhöfer, Axel Schmidt, Thomas Woszny
Schnitt: Marie Wilbers
CGI: Faber Courtial, Martin Wolkinger
CGI Gruppe 5: Sebastian Martinez, Alexandra Hamann, Julian Balducci
Musik: Paul Rabiger
Sprecher: Simon Roden
Wissenschaftliche Beratung: Dr. Joachim Zeune
Produktionsleitung Gruppe 5: Sabine Eisner, Matthias Steinbauer
Produktionsleitung ZDF: Claudia Comprix, Cora Szielasko-Schulz
Produzent: Alexander Hesse
Redaktion ZDF: Sonja Trimbuch
Länge: 43'30''

Die zweite Folge der "Terra X"-Dokumentation "Mythos Burg" zeigt, warum die Burg ein erfolgreicher Wehrbau war. Wie entwickelten sich die ersten Burgentypen zu wehrhaften Festungen? Was sind die erfolgreichsten Methoden, eine Burg zu erobern oder zu halten? Wie kann eine Burgbesatzung einer monatelangen Belagerung standhalten? Und was sind die raffiniertesten Wege, eine Burg zu erobern?

Wissenschaftler zeigen etwa mit einem originalgetreuen Nachbau, wie durchschlagskräftig und zielgenau man mit der Blide einem schweren Wurfgerät des Mittelalters Burgen angreifen und zerstören konnte. Anhand von Experimenten erklären sie die neuralgischen Stellen einer Burg und zeigen auf, wie Burgherren ihre Bollwerke gegen die fortschreitende Entwicklung der Feuerwaffen rüsteten.

Burgen, die in dem "Terra X"-Zweiteiler vorkommen

Hauptburgen:

Burg Eltz
Burg zu Burghausen
Burg Hammerstein
Burg Nanstein

Nebenburgen:

Marksburg
Burg Wildenstein
Burg Steinsberg
Schlössel bei Klingenmünster
Festung Jülich

Internationale Burgen:

Burg Aggstein, Österreich
Chepstow Castle, Großbritannien
Windsor Castle; Großbritannien
Tower of London, Großbritannien
Château Gaillard, Frankreich
Château de Gisors, Frankreich
Château de Vincennes, Frankreich
Guédelon, Frankreich
Castel del Monte, Italien
Poggio Imperiale, Italien

"Die Burg war ein multifunktionales Herrschaftsinstrument"
Interview mit Dr. Joachim Zeune

In ihrem Forschungsprojekt untersuchen Sie die deutsche und europäische Burgenlandschaft. Wie viele Burgen sind einst gebaut worden und wie viele davon sind noch erhalten?

Für Deutschland haben wir noch keine flächendeckende Bestandserfassung, nur vereinzelte Bundesländer sind bislang eingehend und kompetent erfasst. Wenn wir berücksichtigen, dass die meisten hochmittelalterlichen Burgen aus Holz und Erde bestanden und deshalb oft aus der heutigen Landschaft verschwunden sind, kann die Zahl der zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert errichteten Burgen nicht hoch genug angesetzt werden. Es könnten an die 30.000 bis 40.000 gewesen sein. Erhalten, intakt oder ruinös sind allenfalls 15.000 Objekte.

Welche ist die älteste erhaltene Burg in Deutschland?

Es gibt einige deutsche Burgen, deren Mauern in ihrer aufgehenden oder archäologischen Substanz bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen. Aber sich auf eine älteste Burg festzulegen, ist nicht möglich. Es gibt zwar Burgbesitzer, die dieses Prädikat für sich beanspruchen und vermarkten, doch entbehrt dies zumeist einer wissenschaftlichen Grundlage.

Welches Geheimnis können Sie uns zu den Burgen des Mittelalters verraten?

Dass es die allein für die Verteidigung im Kampf gebaute Burg bei uns nie gab. Die hochmittelalterliche Burg auf deutschsprachigem Boden war ein multifunktionales Herrschaftsinstrument, das in erster Linie der Machtinszenierung, der Herrschaftsausübung, der Verwaltung und vor allem der Befriedung des Landes diente.

Welche Errungenschaften bot die Burg gegenüber anderen Bauwerken des Mittelalters?

Sie war zumeist tatsächlich ein fester, da oft schwer zugänglicher und durchaus wehrhafter Bau, also ein weitgehend sicherer Platz.

Was war aus Ihrer Sicht im Mittelalter die effektivste Methode, um eine Burg zu erobern?

Effizient war die Belagerung mit Aushungern: Mit einem geringen Aufwand an Menschen und Material konnte man viele Menschen treffen. Bei langen Belagerungen kostete diese Methode aber sehr viel Geld, da das Kriegspersonal bezahlt werden musste. Wirkungsvoll im flachen Land waren Wurf- und Schleudermaschinen sowie Belagerungsminen.

Welche sind ihre Lieblingsburgen?

In Deutschland ist es die von mir selbst mustersanierte Burgruine Hohenfreyberg im Allgäu, weil sie so großartig, so spektakulär in der Landschaft liegt, eine wunderbare Silhouette und eine unglaublich spannende Entstehungsgeschichte hat. In Europa ist es der schottische Wohnturm Claypotts Castle (heute in einem Vorort von Dundee), der erst im späten 16. Jahrhundert erbaut wurde und über einen Z-förmigen Grundriss eine pittoreske Außenwirkung entfaltet.

Wie kann man sich das Leben auf einer Burg vorstellen?

Wenn man nicht zum Hohen Adel beziehungsweise zur adeligen Führungsschicht gehörte, war das Leben auf einer Burg eher beschwerlich und von Entbehrungen, Unannehmlichkeiten und Langweile geprägt. In den langen Wintermonaten kühlten die Mauern aus, die Fenster mussten – da Glas zu teuer war – verrammelt werden, weshalb es in den Räumen duster, rauchig und stickig wurde. Und dies über Monate hinweg. Erst Glas als Industrieware und die Beheizung mit Kachelöfen verbesserten im späten Mittelalter die Lebensbedingungen auf Burgen erheblich.

Wie hat die Burgenromantik unser heutiges Bild der Burgen geprägt?

Die Mittelalter- und Burgeneuphorie des 18. und 19. Jahrhunderts hat die Burgen zum einen extrem militarisiert und monumentalisiert, zugleich aber auch zu einer verspielten Kulissen degradiert. Noch heute glauben viele leider, dass das Mittelalter rückständig, finster und extrem kriegerisch war und Burgen nichts weiter als gewaltige Kriegsinstrumente waren.

Die Fragen stellten Sonja Trimbuch und Martin Becker.

ZDFmediathek und YouTube

Die beiden Filme "Mythos Burg" sind ab Mittwoch, 14. August 2019, in der ZDFmediathek unter terra-x.zdf.de abrufbar.

Der erste Teil ist zudem ab Sonntag, 18. August 2019, auf dem YouTube-Kanal "Terra X Natur & Geschichte" https//www.youtube.com/c/terra-x abrufbar.

Zum zweiten Teil gibt es auch ein Webvideo, das am Samstag, 24. August, um 10.00 Uhr in der ZDFmediathek und am Sonntag, 25. August 2019, auf dem YouTube-Kanal veröffentlicht wird.

Alle Filme in der ZDFmediathek und bei YouTube sind zum Embedding mit Verweis auf "Terra X" für alle Interessierten freigegeben. Weitere Informationen: https://ly.zdf.de/Lai/

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/terrax

Weitere Informationen

"Terra X" in der ZDFmediathek: https://terra-x.zdf.de

"Terra X" bei YouTube: https://ly.zdf.de/tl1/

"Terra X" bei Facebook: https://facebook.com/ZDFterraX

"Terra X" bei Instagram: https://instagram.com/terraX

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