Terra X: Verräterische Spuren – Die Geschichte der Forensik

Zweiteilige Dokumentation mit ChrisTine Urspruch

Ist ein Mensch eines natürlichen Todes gestorben? Hat ein Neugeborenes nach der Geburt gelebt oder wurde es tot geboren? Wie können Fliegen helfen, den Todeszeitpunkt einzugrenzen? Und wie können Vermisstenspürhunde auch dann noch eine Fährte aufnehmen, wenn alle Spuren verbrannt scheinen? Es dauerte Jahrhunderte, bis Forensiker diese Fragen beantworten konnten. Bis zur heutigen Gerichtsmedizin war es ein weiter Weg. Schauspielerin ChrisTine Urspruch führt als Moderatorin durch die Geschichte der Forensik und schlüpft in Spielszenen in die Rollen historischer Personen.

  • ZDF, Sonntag, 14. und 21. Oktober 2018, jeweils 19.30 Uhr

    Texte

    Sendedatum, Stab

    Sonntag, 14. und 21. Oktober 2018, jeweils 19.30 Uhr

    Terra X: Verräterische Spuren - Die Geschichte der Forensik
    Zweiteilige Dokumentation mit ChrisTine Urspruch

    Moderatorin: ChrisTine Urspruch
    Buch: Birgit Tanner, Johannes Geiger
    Regie: Birgit Tanner
    Kamera: Joachim Seck, Jonas Sichert
    Ton: Simone Hartmann
    Schnitt: Fabian Wienke, Agnès Padrol Sureda
    CGI: scope VFX, Julian Balducci
    Musik: Felix Schneider
    Sounddesign und Mischung: Alexandros Topalis
    Sprecher: Joachim Kerzel
    Aufnahmeleitung: Marcel Kalwa
    Produktionsleitung Gruppe 5: Valerie Lang, Sabine Eisner
    Produktionsleitung ZDF: Cora Szielasko-Schulz, Christian Stachel
    Produzent: Alexander Hesse
    Redaktion ZDF: Friederike Haedecke
    Länge: 43'30''

    Folge 1: Was Täter entlarvt

    Sonntag, 14. Oktober 2018, 19.30 Uhr

    Terra X: Verräterische Spuren Die Geschichte der Forensik
    Zweiteilige Dokumentation mit ChrisTine Urspruch

    1. Was Täter entlarvt

    Die Idee, einem Mörder oder Betrüger mit Klugheit und genauer Beobachtung auf die Spur zu kommen, ist noch nicht alt. Über Jahrhunderte waren Beweise nur die zweite Wahl, Geständnisse wurden erzwungen, häufig auch durch Folter. Die Verdächtigen gestanden also oft nicht, weil sie wirklich die Täter waren, sondern aus Verzweiflung.

    Im Laufe der Jahrhunderte suchten Fahnder jedoch nach anderen Möglichkeiten, den Schuldigen ausfindig zu machen. Zunächst betraten Ermittler dabei abenteuerliche Irrwege und suchten beispielsweise nach der typischen "Verbrechervisage".

    Der Berliner Kommissar Ernst Gennat war schließlich der Erste, der im Berlin der 1920er Jahre eine eigene Mordkommission gründete. Er erstellte eine Verbrecherkartei und entwickelte das "Mordauto", ein Einsatzfahrzeug, das alles Notwendige mitführte, um einen Tatort kriminalistisch zu erfassen. Deswegen gilt er für viele heute als der erste Fallanalytiker beziehungsweise Profiler.

    Die Methoden der Forensik sind vielfältig, und jede einzelne Disziplin hat eine spannende Geschichte. Die Jagd auf Fingerabdrücke nahm ihre Anfänge im britisch verwalteten Indien des 19. Jahrhunderts. Die eindeutige Zuordnung zu einer Person sollte Rentenbetrug und andere Gaunereien unmöglich machen. Die Ballistik überführte im 19. Jahrhundert erstmals einen Betrüger, dessen Kugelgussform (damals goss jeder seine Kugeln selbst) genau einer gefundenen Kugel zugeordnet werden konnte. Doch kaum etwas hat die Forensik so vorangebracht wie die Erforschung des menschlichen Körpers. Die Entdeckung der Blutgruppen oder die Entschlüsselung des genetischen Fingerabdrucks von Menschen, Tieren und Pflanzen haben unzählige Verdächtige entlastet und Täter überführt.

    In dokumentarischen Teilen und Spielszenen führt "Terra X"-Moderatorin ChrisTine Urspruch durch die Jahrhunderte.

    Folge 2: Was Opfer preisgeben

    Sonntag, 21. Oktober 2018, jeweils 19.30 Uhr

    Terra X: Verräterische Spuren - Die Geschichte der Forensik
    Zweiteilige Dokumentation mit ChrisTine Urspruch

    2. Was Opfer preisgeben

    Jeder Mord hat eine Geschichte. Der Täter erzählt sie meist nicht freiwillig, das Opfer jedoch "spricht Bände". Es verrät stumm, was ihm widerfahren ist, und diese Zeichen können Forensiker lesen. Sie fügen die einzelnen Bausteine wie ein Puzzle zusammen und rekonstruieren die Geschichte eines Verbrechens.

    Lange Zeit war es undenkbar, Menschen nach ihrem Tod zu öffnen und zu untersuchen. Ärzte stützten sich auf das Werk des Galenos von Pergamon, der im Rom des 2. Jahrhunderts eines der ersten Medizinbücher verfasste. Galenos behandelte Gladiatoren und war der bekannteste Sportarzt der römischen Antike. Sein Werk galt über 1000 Jahre lang als medizinisches Standardwerk. In der Nachbetrachtung erstaunlich, denn seine Erkenntnisse über die menschliche Anatomie fußten auf der Sektion von Schweinen und Affen.

    "Jeder Täter hinterlässt Spuren – man muss sie nur finden"
    Interview mit Presenterin ChrisTine Urspruch

    Sie zeigen anhand einer Reihe von Fällen aus verschiedenen Zeiten, wie sich die Forensik entwickelt hat. Welche Leistung der forensischen Wissenschaften hat sie am meisten überrascht bzw. beeindruckt?

    Ehrlich gesagt haben mich alle Leistungen beeindruckt, weil allen eine Idee, eine Vermutung zugrunde liegt. Sei es in der Zeit des zweiten, des 17. oder des 21. Jahrhunderts. Erkenntnisse, die für verschiedene Wissenschaften bahnbrechend waren, wie zum Beispiel die Entdeckung der Blutgruppen in der Medizin, haben sich Forensiker zu eigen gemacht. Sie wurden so zum wesentlichen Bestandteil ihrer Arbeit. Heutzutage lassen sich viele zurückliegende Fälle erneut aufrollen, und man kann durch die gewonnenen Methoden auch nach einigen Jahren den Täter überführen. Mich hat unter anderem auch der Nachweis der Lungenschwimmprobe im 17. Jahrhundert sehr beeindruckt, um einen frühen Kindstod aufzuklären. Doch davon will ich nicht zu viel verraten, sehen Sie selbst …!

    Was hat die Forensik Ihrer Meinung nach weiter vorangebracht: die Wissenschaft oder der Zufall?

    Immer wieder war und ist Kommissar Zufall derjenige, der den entscheidenden Hinweis gibt. Das zeigt uns zum Beispiel ein Fall aus den 80er Jahren in England, bei dem ein Mann lange Zeit verschleiern konnt, eine falsche Speichelprobe abgegeben zu haben, bis sich sein bester Freund bei einem freundlichen Bier im Pub verplapperte. Niemand ist wohl frei von Fehlern, das ist die Chance für Kommissar Zufall.

    Gibt es das perfekte Verbrechen?

    Leider nicht. Gift, wie zum Beispiel Arsen, konnte lange Zeit nicht nachgewiesen werden. Viele Giftmorde, die häufig von Frauen begangen wurden, blieben so unentdeckt. Heutzutage hat man zuverlässige Aufklärungsmethoden. Jeder Täter hinterlässt Spuren – man muss sie nur finden. 

    Die Forensik ist mittlerweile fester Bestandteil jeden Krimis. Was fasziniert die Leute daran so sehr?

    Die Zuschauer bekommen einen spannenden Einblick hinter die Kulissen der Ermittlung. Die Frage allein, "Wo waren Sie gestern zwischen 20.00 und 21.30 Uhr?", überführt Täter nicht. Die Forensik fasziniert durch Medizin, Biologie, Psychologie – und eine gute Portion Philosophie.

    Sie schlüpfen im Verlauf der Doku in viele Rollen. Welche hat Ihnen am meisten Spaß gemacht?

    Alle Rollen haben mir ausnahmslos Freude bereitet, außer wenn uns die Kälte beim Außendreh kurzzeitig einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Stellvertretend könnte ich meinen ersten Drehtag nennen, wo ich als Polizist in historischer Uniform eine Szene nachgestellt habe und immer wieder aus der Fiktion ausgebrochen bin, um als Moderatorin mit Blick in die Kamera das Geschehen zu kommentieren – gepaart mit einer Prise ironischen Augenzwinkerns.

    Sie treten zum ersten Mal als Presenterin einer Dokumentationsreihe auf. Was hat sie an dem "Terra X"-Projekt gereizt?

    Meine Neugierde! Und die Möglichkeit, Dokumentation und Fiktion in unterhaltsamer Form zu kombinieren und vergnüglich zum Leben zu erwecken.

    Was ist für Sie der größte Unterschied zwischen einem Filmprojekt und diesem Dokumentationsprojekt?

    In erster Linie betrifft diese Fragestellung die Autoren, die im Vorfeld zur Doku genaueste Recherche betreiben und den Wahrheitsgehalt von Ereignissen und Sachverhalten überprüfen. Ein fiktionaler Film lebt im Gegensatz dazu nicht zwangsläufig von nachweisbaren Tatsachen, sondern durch die Story, die man erzählen möchte.

    Für mich waren die Grenzen zwischen Moderation und Schauspielerei sehr fließend, was meine Spielfreude beflügelt hat. "The world’s a stage", wie Shakespeare einst sagte. Apropos: Ist er eigentlich eines natürlichen Todes gestorben? Bis heute ungeklärt …

    Die Fragen stellte Johannes Geiger.

    Fotos

    Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/terrax

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