Wir machen durch bis morgen früh

Der Fernsehfilm der Woche

Seit Melanie (Heike Makatsch) Mutter ist, erkennt Ali (Fahri Yardim) sie kaum wieder. Zu Hause spielt er nur noch die zweite Geige, schlaflos und als Mann vernachlässigt. Melanies vergnügungssüchtige Freundinnen planen für sie ein Wochenende der besonderen Art, während Ali Baby Bobby hütet. Ali hat die besten Vorsätze: ein Wochenende, nur er und das Baby. Doch dann kommt alles ganz anders. Kiez-Kaiser Rocky Harkensen (Armin Rohde) hat noch eine Rechnung offen, und Ali wird entführt. Es beginnt eine Tour-de-Force durch die Hamburger Nacht. Während Alis Kumpel sich auf die Suche nach ihm machen, lassen es die Mädels auf der Reeperbahn krachen.

  • ZDF, Montag, 27. Oktober 2014, 20.15 Uhr

Texte

Stab und Besetzung

Buch     Daniel Schwarz, Thomas Schwebel, Lars Becker
RegieLars Becker
KameraAndreas Zickgraf
Musik  Stefan Wulff, Hinrich Dageför
ProduktionNetwork Movie, Film- und Fernsehproduk­tion GmbH & Co. KG,
Köln, in Zusammen­arbeit mit ARTE
ProduzentenWolfgang Cimera, Bettina Wente
ProducerinAnnett Neukirchen
HerstellungsleitungAndreas Breyer
Produktionsleitung Frank W. Mähr
Redaktion Daniel Blum
Länge   89 Minuten
Rollen / Darsteller
Melanie StruttmannHeike Makatsch
Ali Struttmann  Fahri Yardim
Rocky HarkensenArmin Rohde
Mike Schulz  Matthias Koeberlin
Hakan TütüncüTristan Seith
Georgie WummerMaximilian Simonischek
Emma Schulz Christina Hecke
Loretta SimoneKatja Danowski
Jan-Ole Behmann Nicholas Ofczarek
Rudi "Rosa" StruttmannPeter Heinrich Brix
HiobMilton Welsh
José  Tedros Teclebrhan
Ake PaulsenWilfried Hochholdinger
Heike Ina Paule Klink
Hank Aljoscha Stadelmann
und andere

Inhalt

Ali (Fahri Yardim) und Melanie (Heike Makatsch): Erst rauschende Partynächte, dann die gemeinsame Fliesenfirma und als Krönung schließlich Baby Bobby. Geht es noch cooler?

Doch seit Melanie Mutter ist, erkennt Ali sie kaum wieder. Zu Hause spielt er nur noch die zweite Geige, schlaflos und als Mann vernachlässigt. So hatte Ali sich das mit der Familie nicht vorgestellt. Doch wie kann er der jungen Mama klar machen, dass es auch noch ein Leben neben Bobby gibt? Vielleicht ein Wellness-Wochenende mit den besten Freundinnen: For Girls Only?

Schweren Herzens lässt sich Melanie zu dem Ausflug überreden. Aber nur, wenn Ali seine Vaterrolle wirklich, wirklich ernst nimmt. Drei Tage Salzburg, die werden schon rum gehen - denkt sie. Tatsächlich haben ihre vergnügungssüchtigen Freundinnen einen Trip nach Ibiza gebucht. Wer hat schon Lust auf Gurkenmasken im Heubad?! Kaum hat sich Melanie von dieser Nachricht erholt, erwischt sie die nächste Turbulenz: Der Flug nach Ibiza wird gecancelt. Vor morgen früh geht nix mehr. Klar, auf welche Idee die Feierbrut kommt: Wir machen durch bis morgen früh.

Zu Hause hat Ali die allerbesten Vorsätze - ein Wochenende nur er und das Baby. So wehrt er sich mit Händen und Füßen, als die alten Kumpels bei ihm aufschlagen. Aber ein Bierchen kann man den Freunden nun wirklich nicht verwehren. Fast wäre es bei dem einen Getränk auch geblieben, hätte Rocky Harkensen (Armin Rohde) nicht noch eine klitzekleine Rechnung offen: Magic Violet, die Premium-Fliese, hat Rockys Kampfhund einen Bänderriss eingebrockt. Das kann der Kiez-Kaiser nicht auf sich sitzen lassen, schließlich hat er einen Ruf zu verlieren. Also gilt es, an dem Fliesenhändler ein Exempel zu statuieren. Ali wird entführt, beim Kippen holen auf der Tankstelle.

Und so beginnt eine Tour de Force durch die Hamburger Nacht: Während die Jungs sich mit Bobby auf die Suche nach seinem Papa machen, lassen es die Mädels auf der Reeperbahn krachen.

Mit dieser schrägen Großstadt-Komödie knüpft Kultregisseur Lars Becker ("Nachtschicht", "Rette Deine Haut") in Sachen Genre und Tonart an seine ZDF-Komödien-Erfolge an: "Das Gelbe vom Ei", "Schade um das schöne Geld" und "Schief gewickelt".

Interview mit Heike Makatsch: "Vor Lachen am Boden"

Was gab für Sie den Ausschlag diese Rolle anzunehmen?

Nachdem ich in letzter Zeit sehr viele historische und dramatische Stoffe gedreht habe, die mir die emotional eher schweren Seiten abverlangt haben, hatte ich große Lust,, eine Komödie zu drehen.

Mit Lars Becker habe ich bereits zwei Filme gedreht. "Schade um das schöne Geld" und "Das Gelbe vom Ei" – beides tolle Erfahrungen. Lars Becker hat einen ganz eigenen, unkonventionellen Humor. Der schießt manchmal sehr hoch, ist oft ein wenig skurril, gleichzeitig sehr trocken und norddeutsch. Seine Filme spielen immer in Milieus, die mir gefallen. In diesem Fall bei den Fliesenlegern. Bei "Schade um das schöne Geld" habe ich in einer Fischfabrik gearbeitet, und in "Das Gelbe vom Ei" war ich eine Tankstellenbesitzerin. Ich mag das Setting bei Lars Becker sehr.

Und zu guter Letzt gefiel mir natürlich der Cast. Fahri Yardim schätze ich sehr als Kollegen, seine komödiantischen Fähigkeiten begeistern mich immer wieder. Es kamen also einige positive Dinge zusammen.

Was mögen Sie an der Figur Melanie Struttmann, was ist Ihnen eher fremd?

Ich konnte gut verstehen, dass sie ihr kleines Baby nicht alleine lassen wollte - diesen Kontrollfreak in ihr. Denn sie traut ihrem Mann eigentlich nicht wirklich zu, dass er das Wochenende mit dem Kleinen alleine schafft, während sie entspannt mit ihren Freundinnen ins Wellness-Wochenende fährt.

Das kann ich alles gut nachvollziehen. Auch, dass sie als junge Mutter alles im Griff haben möchte - sich als Frau, das Baby und auch noch den Baumarkt Struttmann, der ja ein Familienbetrieb ist, und sie somit eine besondere Verantwortung spürt. 

Ich mag aber auch an ihr, dass sie am Ende doch die Kontrolle abgibt, Spaß hat und sich durch die Nacht treiben lässt. Als sie die Perücke aufsetzt, einige Reisschnäpse trinkt, geht am Ende einfach gar nichts mehr.

Was zeichnet Ihrer Meinung nach beste Freundinnen aus?

Zeit ist eine wichtige Qualität. Im Sinne von, dass man schon ganz lange den Lebensweg miteinander gegangen ist. Eine tiefe Freundschaft zeichnet sich in meinen Augen auch dadurch aus, dass man sich dem anderen nicht mehr erklären muss. Der andere hat ein Bild vor Augen, wie "Das war sie als Teenager", "Das war sie mit ihrem ersten Freund", "Das war sie, als alles den Bach runter ging", "Das war sie, als alles so einfach schien" und so weiter. Man kennt den anderen Menschen ganzheitlich aus vielen verschiedenen Lebensphasen.

Die besten Freunde sind ja oft nicht unbedingt die, die man dauernd sieht. Manchmal leben sie sogar in verschiedenen Städten. Wenn man sich aber trifft, ist es fast so wie Verwandtschaft. Da ist alles klar. Es hilft sicher auch, wenn man einen ähnlichen Blick auf die Welt teilt. Wobei, letztlich ist es viel wichtiger, dass man den anderen so nimmt wie er ist, ohne den Wunsch ihn zu verändern.

Waren Sie vor den Dreharbeiten schon mal in einer Karaoke-Bar?

Ja, bestimmt schon fünf oder sechs Mal in meinem Leben. Ich singe ja so gerne, allerdings eher mittelgut. (lacht) Doch wenn meine Stimmung gut ist und ich einmal diese Schammauer durchbrochen habe, gebe ich das Mikro nicht mehr her. (lacht)

Wenn Sie in einer Karaoke-Bar einen Song singen müssten, welchen würden Sie auswählen und was verbinden Sie mit dem Lied?

Wenn es dann also soweit ist, dass ich das Mikro nicht mehr her gebe, dann würde ich wohl etwas über meine Fähigkeiten greifen und einen Song wie „Hopelessly devoted to you“ von Olivia Newton-John aus "Grease" auswählen. Irgendeine schmalzige Ballade. Und ich würde leider scheitern, weil ich in der falschen Tonlage anfange. Viel zu hoch und dann geht es nicht mehr weiter.

Wenn Sie an die Dreharbeiten denken, was kommt Ihnen als erstes in den Sinn?

Weil wir gerade beim Thema sind, ich denke natürlich auch an die Karaoke-Bar und an die Reeperbahn, wo wir ja mehrere Nächte verbracht haben. Dort befindet sich gleich nebenan auch der legendäre Kaiserkeller, in dem die Beatles gespielt haben. Ein historischer Ort also. Wir sind die Große Freiheit während der Drehtage beziehungsweise Drehnächte viele Male hoch und runter gelaufen. Aber leider ist auf der Großen Freiheit nicht mehr so viel von der Romantik aus meiner Vorstellung übrig geblieben, alles erinnert eher an Großraumdisco.

Der Dreh für die Karaoke-Szene war wirklich so lustig, wie er später im Film aussieht. Alleine schon wegen Jan-Ole, sprich Nicholas Ofczarek, wegen dem wir alle vor Lachen am Boden lagen.

Das Interview führte Ellen Wirth

Interview mit Fahri Yardim: "Die Frau gewinnt immer"

Sie spielen Ali Struttmann, den Leiter eines Baumarktes. Eine Traumrolle?

Ich mag Baumärkte, diese Tempel der Selbstüberschätzung. Ali hat da ja rein geheiratet, der kommt nicht von der Fliese. Und jetzt ist er zum ersten Mal Papa geworden. Ohne zu wissen, wie das geht. Privat und beruflich ein Wackelkandidat. Je alptraumhafter das Leben der Rolle, desto traumhafter ist es für den Schauspieler!

Was mögen Sie an der Figur Ali Struttmann, was ist Ihnen eher fremd?

Er gibt alles, um es seiner Lady zu beweisen, um es sich zu beweisen. Die Jugend muss abgestreift werden, aber Reife ist eine trockene Kunst. Ich mag seinen Einsatz. Aber seine Freunde halten ihn unten. Diese miesen Bagaluten torpedieren jeden Versuch, erwachsen zu werden. Wenn man nur Hedonisten im Freundeskreis hat, sollte man nicht als erstes Papa werden.

Der perfekte Herrenabend. Wie müsste der für Sie aussehen?

Habe ich neulich gerade erlebt. Aber die erste Regel lautet: Da geht nichts nach draußen. Eins verrate ich trotzdem, aber es muss unter uns bleiben: Das Wetter war gut.

Braucht jeder Mann einen besten Kumpel? Welche Eigenschaften qualifizieren jemanden als besten Kumpel?

Ich gönne es jedem. Man sollte schon gemeinsam ein paar Schritte durchs Leben gemacht haben. Der Rest kommt von selbst. Gemeinsam wachsen, reisen, lachen, weinen - die gute alte Palette, streiten, versöhnen. Ach, was rede ich? Weiß doch jeder.

Wenn Sie einen Freund wie Ali hätten, der versucht es seiner Frau und zugleich seinen Freunden recht zu machen. Was raten Sie ihm?

Mach’ Stretchübungen, der Spagat könnte bitter enden. Gerade wenn du KEINEN Arsch in der Hose hast, solltest du aufhören "La Paloma" zu pfeifen. Die Frau gewinnt immer!

Ali als "Stripper of the week" - das ist großes Kino. Wie war der Dreh zu dieser Szene?

Schlimm. Tausend Mädels im Zuschauerraum, und du machst dich nackig. Aber nix da Sixpack. Ich hatte Trainingsverbot, damit ich neben den knackigen Hengsten ausseh’ wie ’ne Wurst. Ich glaube, das ist mir gelungen.

Sie haben bereits mehrmals mit Lars Becker zusammen gearbeitet. Was bedeutet Ihnen die Arbeit mit ihm?

Lars ist 'n Star. Er ist alte Schule, er ist ein Erzähler. Der taucht ab in die finsteren, genauso wie in die fröhlichen Ecken des Lebens. Er liebt die Charaktere, er ist ein Zauberer. Er will nicht die glatte Puppe, er will Persönlichkeit, er will Kante. Scheiß' auf Postkarte. Lars nimmt dich mit auf’s Schiff. 

Das Interview führte Ellen Wirth

Interview mit Armin Rohde: "Nicht aus der Rolle gefallen"

Sie spielen den Kiez-Kaiser Rocky Harkensen. Eine Traumrolle?

Es ist in der Tat eine wunderbare Rolle. Ich hatte ja schon oft bei Dreharbeiten – besonders bei Filmen mit Lars Becker – die Chance, den Kiez genauer in Augenschein zu nehmen, und konnte dabei das Milieu studieren. Insofern bin ich, als ich über den Kiez lief, nicht aus der Rolle gefallen. Den Rocky hat man mir geglaubt.

Was mögen Sie an der Figur Rocky Harkensen?

An Rocky mag ich vor allem seine spröde Entschlossenheit.

Wissen Sie jetzt nach den Dreharbeiten, worauf man beim Fliesenkauf unbedingt achten sollte?

Fliesen müssen rutschfest sein!

Rocky Harkensen hat einen sogenannten Kampfhund. Sie sind selbst Besitzer eines Anlagehundes. Wie war die Arbeit mit dem Film-Hund?

Hier sind diese Hunde unerwünscht, dabei werden sie in Amerika als Therapiehunde eingesetzt. Die Besitzer sind eindeutig das Problem, nicht die Hunde. Die Hunde können nichts dafür. Es hängt doch davon ab, was Du mit dem Hund machst. Der Film-Hund, ein Staffordshire, hieß "Ruby" – ich habe mich sofort in ihn verknallt. Er war so lieb und schmusig und vor allem null aggressiv. Ein ganz toller Hund. Er hat mich erst auf die Idee gebracht, selbst nach einem Hund Ausschau zu halten. Mein Hund wurde in einer Fernsehsendung vorgestellt. Als ich ihn sah, war sofort klar, das ist er, mein Hund. Ich habe mich dann um ihn beworben, ihn mehrfach besucht, musste ein Führungszeugnis vorlegen und einiges mehr. Mitte Januar ist er dann endlich hier eingezogen. Ich bin sehr verknallt in ihn. Seitdem ich einen eigenen Hund habe, esse ich keine Tiere mehr.

Wenn Sie an die Dreharbeiten denken, was kommt Ihnen als erstes in den Sinn?

Ich denke sofort an den Kiez. Ich mag die Leute, die da arbeiten. Sie haben eine Direktheit und Herzlichkeit und einen bestimmten realistischen Blick auf die Welt, den ich sehr mag. Von den Menschen kann man noch etwas lernen.

Sie haben bereits viele Male mit Regisseur Lars Becker zusammen gearbeitet. Was bedeutet Ihnen die Arbeit mit Lars Becker?

Lars und ich, wir sind seit über 15 Jahren befreundet und haben mindestens 15 Filme miteinander gedreht. Es ist einfach schön, mit jemanden, der so klug und engagiert ist, auf Augenhöhe zusammen zu arbeiten. Das ist ein Geschenk.

Das Interview führte Ellen Wirth

Interview mit Matthias Koeberlin: "Zeit, Bier und Geld"

Was gab für Sie den Ausschlag, die Rolle des Mike Schulz anzunehmen?

Für mich war die Zusammenarbeit mit Lars Becker sowie die wirklich sehr unterhaltsame Geschichte ausschlaggebend. Ich hatte große Lust, wieder in einer Komödie zu spielen. Die Rolle Mike Schulz war genau das, wonach ich gesucht hatte.

Der perfekte Herrenabend. Wie müsste der für Sie aussehen?

Der perfekte Herrenabend besteht aus, wie Gerhardt Polt sagen würde: Zeit, Bier und Geld! Der Rest ergibt sich.

Wenn Sie einen Freund wie Ali hätten, der versucht es seiner Frau und zugleich seinen Freunden recht zu machen. Was raten Sie ihm?

Einem Freund wie Ali, der sich zwischen Frau und Freunden aufreibt, würde ich dringend zur Entspannung raten. Freunde verzeihen fast alles, und die richtige Frau weiß, wie wichtig ihrem Mann die Zeit mit den Freunden ist.

Braucht jeder Mann einen besten Kumpel? Welche Eigenschaften qualifizieren jemanden zum besten Kumpel?

Jeder Mann braucht ganz dringend, ohne Wenn und Aber, einen besten Kumpel! Ein Freund, der da ist, wenn man ihn braucht und vielleicht auch ein Ohr für die Dinge hat, die man mit der Partnerin nicht besprechen möchte. Ohne einen besten Kumpel kann es sehr einsam und traurig sein.

Wenn Sie an die Dreharbeiten denken, was kommt Ihnen als erstes in den Sinn?

Wenn ich an die Dreharbeiten denke, fällt mir zuerst der unfassbare Spaß ein, den wir hatten. Das ist nicht selbstverständlich, auch wenn man eine Komödie dreht und es mit den wunderbaren Kollegen (in diesem Fall meine ich die männlichen) so harmonisch und freundschaftlich zuging. Obwohl man sich vorher gar nicht oder nur flüchtig kannte. Das ist eine echte Seltenheit. Ich möchte die Zeit auf keinen Fall missen. UGANDA!!!

Das Interview führte Ellen Wirth

Interview mit Tristan Seith: "Umzäunte Anarchie"

Was gab für Sie den Ausschlag, die Rolle des Hakan Tütüncü anzunehmen?

Den ersten Ausschlag gab sicherlich der Regisseur Lars Becker, mit dem ich mittlerweile sechs Filme gedreht habe und noch um die 666 dran hängen will. Er gibt einem Schauspieler innerhalb einer Szene, die ein klares Ziel und klare Regeln hat, eine absolute Freiheit. Ich nenne das "umzäunte Anarchie". Ich laufe dann immer kreativ auf Hochtouren, weil sich auch keiner zurück lehnen kann - nach dem Motto: die Regie wird mir schon sagen, was ich zu machen hab'.

Der perfekte Herrenabend. Wie müsste der für Sie aussehen?

Ich muss zugeben, dass ich mit einem perfekten Herrenabend so wenig anfangen kann, wie mit einem perfekten Deutschenabend oder einem Schauspielerabend oder einem Heteroabend. Das ist mir zu monokulturell. Ich mag auch keinen Tannenwald. Ich bin Rheinländer, ich will Mischwälder. Die Gesellschaft, in der man sich wohlfühlt, besteht aus guten Menschen. Es ist vollkommen irrelevant, ob es Männchen oder Weibchen sind.

Wenn Sie einen Freund wie Ali hätten, der versucht, es seiner Frau und zugleich seinen Freunden recht zu machen. Was raten Sie ihm?

Alis und Melanies Fehler und wahrscheinlich der Fehler vieler Menschen ist vielleicht, dass sie versuchen, es so klar zu trennen und es dadurch gegeneinander aufstellen. Ich finde, man muss als Partner und als Freund Respekt vor dem anderen Lebensbereich des Freundes/Partners haben. Man liebt ja im besten Fall den ganzen Menschen und nicht nur einen Teil.

Braucht jeder Mann einen besten Kumpel? Welche Eigenschaften qualifizieren jemanden zum besten Kumpel?

Thornton Wilder hat mal gesagt: "In unseren Freunden suchen wir, was uns fehlt." Da ist was dran. Und einen besten Kumpel zeichnet aus, dass er dich für deine Bodenturnqualitäten lobt, wenn du beim Spazierengehen auf die Fresse fällst.

Wenn Sie an die Dreharbeiten denken, was kommt Ihnen als erstes in den Sinn?

Uganda! ... Oder dies: Es gibt eine Szene vor dem Hamburger Flughafen, die war relativ kompliziert zu drehen, da im Hintergrund viel los war. Max Simonischeck, Matthias Koeberlin, Fahri Yardim und ich mussten mit Dialog über die Straße gehen, was angesichts des unübersichtlichen Verkehrs dort echt schwer war, vor allem wenn vor einem ein Kamerateam rollt. Wir mussten sie einige Male wiederholen.

Irgendwann ignorierte ein SUV-Fahrer den armen Blocker, der dafür sorgen sollte, das niemand über die Straße kommt, wenn wir drehen. Der SUV blieb direkt im Bildausschnitt stehen, die Kamera vollkommen ignorierend, und fühlte sich von unserer Straßenüberquerung irgendwie in seiner Autofahrerehre gekränkt, was er auch lautstark und unfreundlich mitten in unserem Dialog von sich gab. Wir vier Kerle blökten erstmal zurück, er solle einfach weiterfahren, denn die Szene war eindeutig unbrauchbar geworden. Da sah uns der Mann alle vier ganz genau an, hielt einen Moment inne, und sagte: "Im Fernsehen seid ihr aber netter!" Dann raste er davon.

Das Interview führte Ellen Wirth

Interview mit Maximilian Simonischek: "Abseits und 'ne hübsche Schwester"

Was gab für Sie den Ausschlag, die Rolle des Georgie Wummer anzunehmen?

Ich versuche immer nach inhaltlichen Kriterien zu entscheiden, ob ich ein Projekt mache oder nicht. Lars Becker als Regisseur, der für mich ein Biotop im deutschen Fernsehen darstellt, das Rollenfach, welches mir nur selten angeboten wird, und die Tatsache, dass ich Zeit hatte, waren die ausschlaggebenden Argumente.

Der perfekte Herrenabend. Wie müsste der für Sie aussehen?

Südseeinsel, kaltes Bier, keine Herren, nur Damen und ich.

Wenn Sie einen Freund wie Ali hätten, der versucht es seiner Frau und zugleich seinen Freunden recht zu machen. Was raten Sie ihm?

Mach' es so wie Georgie Wummer. Ein Zug vom Joint vertreibt den Kummer!

Braucht jeder Mann einen besten Kumpel?

Wahrscheinlich genauso wie jede Frau ihre beste Freundin braucht. Nur telefonieren wir nicht ständig miteinander, sondern gucken zusammen Fußball.

Welche Eigenschaften qualifizieren jemanden zum besten Kumpel?

Nicht viel. Er muss wissen was Abseits ist und sollte 'ne hübsche Schwester haben.

Wenn Sie an die Dreharbeiten denken, was kommt Ihnen als erstes in den Sinn?

Die entspannte, kreative Stimmung am Set, geprägt durch die Kollegen und die Regie. Der Drehtag beispielsweise, an dem wir die "Uganda-Mische" entworfen haben, geht in die Geschichte ein. Beim Drehen dieser Szene konnte sich das komplette Team vor Lachen nicht mehr halten. Anschließend musste die Küche renoviert werden.

Das Interview führte Ellen Wirth

Interview mit Christina Hecke: "Herrliche Nacht in einem Puff"

Was gab für Sie den Ausschlag die Rolle der Emma Schulz anzunehmen?

Ich musste beim Lesen des Drehbuches laut lachen. Ich hatte einfach Freude an dem Stoff – und war sofort dabei.

Was zeichnet Ihrer Meinung nach beste Freundinnen aus?

Wenn die beste Freundin mit der besten Freundin Wahrheit spricht – egal zu welcher Uhrzeit. Das ist das Gütesiegel wert.

Waren Sie vor den Dreharbeiten schon mal in einer Karaoke-Bar? 

Uh – allerdings! In London – die lieben das ja. Ich durfte trotz meiner schrägen "Rivers of Babylon"-Performance in dem Laden bleiben. Das hatte ich einer Freundin zu verdanken.

Wenn Sie in einer Karaoke-Bar einen Song singen müssten, welchen würden Sie auswählen und was verbinden Sie mit dem Lied?

Auf jeden Fall würde ich den Song selbst auswählen! Das sind doch immer Oldies, oder? Dann könnte es womöglich "Brown Eyed Girl" von Van Morrison werden. Damit verbinde ich eine unbeschwert lustige Sommerzeit im Garten.

Wenn Sie an die Dreharbeiten denken, was kommt Ihnen als erstes in den Sinn?

Eine unglaublich witzige Truppe von Kollegen, mit der ich eine herrliche Nacht in einem Puff irgendwo in Hamburg verbracht habe – zu Dreharbeiten versteht sich!

Das Interview führte Ellen Wirth

Interview mit Katja Danowksi: "Beim Fernsehen kuscheln"

Was gab für Sie den Ausschlag die Rolle der Loretta Simone anzunehmen?

Ursprünglich hatte man mir eine kleinere Rolle im Film angeboten. Dann habe ich ganz unverhofft ein Upgrade bekommen. Natürlich hatte ich wahnsinnig Lust, eine von diesen drei herrlichen Freundinnen zu spielen.

Was zeichnet Ihrer Meinung nach beste Freundinnen aus?

Meine beste Freundin muss loyal und ehrlich sein. Und wenn ich mich nachts mit meinem Freund streite, kann ich sie aus dem Bett klingeln. Bei guten Freundinnen stellt sich bei mir auch eine körperliche Vertrautheit her, die eben mit anderen Menschen nicht möglich ist. Man kann zum Beispiel beim Fernsehen kuscheln.

Waren Sie vor den Dreharbeiten schon mal in einer Karaoke-Bar? 

Oh ja, ich war schon oft in der Thai Oase in Hamburg, wo wir ja auch gedreht haben. Das war immer sehr, sehr lustig.

Wenn Sie in einer Karaoke-Bar einen Song singen müssten, welchen würden Sie auswählen und was verbinden Sie mit dem Lied?

Ich kann ein einziges Lied auf Chinesisch. Es ist der berühmteste Popsong, den alle Chinesen auswendig können. Den würde ich wählen. Er heißt "Lao Shu ai da mi".

Wenn Sie an die Dreharbeiten denken, was kommt Ihnen als erstes in den Sinn?

Als erstes kommt mir in den Sinn, wie wahnsinnig wir in unseren Stöckelschuhen und Miniröcken gefroren haben. Und dass ich noch nie so viele Nächte auf der Reeperbahn feiern war. Es hat sich angefühlt, als wenn man wirklich betrunken wäre! Das war sehr lustig.

Das Interview führte Ellen Wirth

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