Familie Altavilla wohnt in Köln-Chorweiler. Foto: ZDF/Oliver Krämer
Familie Altavilla wohnt in Köln-Chorweiler. Foto: ZDF/Oliver Krämer

ZDF.reportage: Mein Viertel, mein Leben

Dreiteilige Reihe

Zwei Städte, zwei Siedlungen, die gleichen Probleme: Wer in Köln-Chorweiler im Westen oder in Halle-Neustadt im Osten lebt, dem haftet schnell das Etikett "sozial schwach" an. Die Hochhaus-Viertel gelten als soziale Brennpunkte, geprägt durch Armut, Kriminalität und Resignation. Doch wie sieht der Alltag der Menschen wirklich aus? Was bewegt sie? Welche Perspektiven haben sie? Ein Jahr lang hat die "ZDF.reportage" Bewohner in Ost und West begleitet.

  • ZDF, Ab 28. Mai 2017, dreimal sonntags 18.00 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Sonntag, 28. Mai 2017

    Texte

    Sendetermine und Stab

    Sonntag, 28. Mai 2017, 18.00 Uhr, ZDF

    ZDF.reportage: Mein Viertel, mein Leben
    1. Giovannis Entscheidung: Drogen oder Familie

     

    Sonntag, 4. Juni 2017, 18.00 Uhr, ZDF

    ZDF.reportage: Mein Viertel, mein Leben
    2. Stress mit den neuen Nachbarn

     

    Sonntag, 11. Juni 2017, 18.00 Uhr, ZDF

    ZDF.reportage: Mein Viertel, mein Leben
    3. Tommy fliegt von der Schule

     

    Filme von Oliver Krämer und Angelika Wolff

    Produktion: I&U TV
    Redaktion: Heike Schnaar, Christian Wilk
    Länge: 3 mal 30 Minuten

    Mein Viertel, mein Leben

    "Mein Viertel, mein Leben" ist eine dreiteilige Reportage-Reihe über die Hochhaus-Siedlungen in Köln-Chorweiler und Halle-Neustadt. Die Gegenden gelten als soziale Brennpunkte. Doch wie sieht der Alltag der Menschen wirklich aus? Was bewegt sie? Welche Perspektiven haben sie? Ein Jahr lang hat die "ZDF.reportage" Bewohner begleitet.

    Die Siedlungen in West und Ost sind etwa zur gleichen Zeit, in den 60er und 70er Jahren, entstanden. Großwohnsiedlungen sollten die damals herrschende Wohnungsnot lindern.

    Chorweiler ist ein nördlicher Stadtteil von Köln. 1972 zogen die ersten Bewohner in die größte Wohnblocksiedlung in NRW. Hochhäuser mit bis zu 24 Etagen prägen das Erscheinungsbild. Fast jeder Zweite in Chorweiler-Mitte bekommt Hartz IV. 80 Prozent haben einen Migrationshintergrund. Menschen aus 120 Nationalitäten leben Tür an Tür.

    Halle-Neustadt war ein Neubau-Projekt der ehemaligen DDR mit dem Ziel, eine komplett neue Stadt entstehen zu lassen. Die Häuser wurden ab 1964 in der so genannten Plattenbauweise hochgezogen, also mit vorgefertigten Betonplatten. Inzwischen wurden einige Häuser abgerissen, andere saniert, wieder andere sind baufällig. Jedes Dritte Kind lebt in einer Arbeitslosen-Familie.

    Zwei Städte, zwei Siedlungen, die gleichen Probleme: Wer in Köln-Chorweiler im Westen oder in Halle-Neustadt im Osten lebt, dem haftet schnell das Etikett "sozial schwach" an.

    Giovannis Entscheidung: Drogen oder Familie

    Giovanni ist arbeitslos und lebt von Hartz IV. Mit seiner Freundin und seinem kleinen Sohn wohnt er in einem der Hochhäuser in Chorweiler. Er ist freundlich, sensibel und ein guter Familienvater. Doch Giovanni hat ein Problem: Er ist schwer drogenabhängig.

    Seit 15 Jahren konsumiert er täglich. Um seine Sucht zu finanzieren, beginnt er mit Straftaten: Diebstähle, Einbrüche, dealen. Als er 20 Jahre alt ist, sitzt er zum ersten Mal hinter Gittern. Nun stellt ihn seine Freundin Antonina vor die Wahl: entweder Drogen oder Familie. Wie entscheidet sich der 32-Jährige? Schafft Giovanni den Weg in ein drogenfreies Leben?

    Vitalba Altavilla lebt mit ihren vier Kindern in einer Vier-Zimmer-Wohnung in Chorweiler. Seit 2011 ist sie mit Angelo zusammen, der 20 Jahre älter ist als sie. Gemeinsam versuchen sie alles, damit es den Kindern gut geht. Angelo arbeitet bei einer Reinigungsfirma, Vitalba putzt in einem Krankenhaus. Viel Geld verdienen sie nicht, aber sie wollen Vorbild sein. Ihr Wunsch ist es, aus Chorweiler wegzuziehen. Denn sie wissen, dass der Stadtteil einen schlechten Ruf hat und ihre Kinder darunter leiden könnten.

    In Halle-Neustadt macht sich Dagmar Jäger große Sorgen: Ihr Sohn Tommy schwänzt den Unterricht. Er hat mehr Schulverstöße, als in seine Akte passen. Er hat sich mit Mitschülern geprügelt und mit Lehrern angelegt. Die Schule droht mit Rausschmiss. Seine Lehrer wollen ihm noch eine Chance geben. Doch Tommy darf sich keinen Fehler mehr leisten, sonst steht er ohne Abschluss da.

    Stress mit den neuen Nachbarn

    In Halle-Neustadt bahnt sich neuer Ärger in den Problem-Häusern an: Müll auf der Straße, tätliche Angriffe, laute Musik! Die Bewohner ärgern sich über das Verhalten von einigen ihrer Nachbarn. So kann es nicht weitergehen. Quartiersmanagerin Jana Kirsch versucht zu vermitteln. Findet sie eine Lösung?

    Auch bei Familie Jäger droht die Eskalation. Tommy hat in der Schule mal wieder Probleme gemacht. Die Lehrer bestellen ihn und seine Eltern ein. Als Tommy sich für sein Verhalten entschuldigen soll, kippt die Stimmung.

    Die Alleinerziehende Silvia (55) und ihre Tochter Patricia (15) haben eine harte Zeit durchlebt. Mutter und Tochter schrien sich nur noch an, Silvia verlor jede Kontrolle über ihr Mädchen, Patricia verlor den Halt. Mit acht begann sie zu rauchen. Mit elf fing sie an Alkohol zu trinken, landete mit 2,8 Promille in der Notaufnahme. Das Jugendamt war kurz davor das Kind aus der Wohnung zu holen. Doch dann erlitt Silvia vor drei Jahren einen Darmverschluss. Patricia rettete ihr im letzten Moment das Leben. Seitdem kämpfen Mutter und Tochter gemeinsam. Doch der Weg in ein besseres Leben ist hart und zäh.

    In Köln-Chorweiler heißt es für Giovanni Abschied nehmen von seiner Familie: Er beginnt mit der Suchttherapie. Ein schwieriger Schritt für den 32-Jährigen. Unterstützt wird er dabei von Streetworker Taner. Er ist selbst in Chorweiler aufgewachsen und kennt viele der Jugendlichen und jungen Erwachsenen hier. Deshalb genießt er hohe Akzeptanz. Viele nennen ihn "Taner-Abi". Abi ist türkisch und bedeutet Bruder. Dazu gehört, dass er klare und deutliche Worte findet, wenn es drauf ankommt. Vielen konnte er schon helfen. Gelingt es ihm auch bei Giovanni?

    Tommy fliegt von der Schule

    Hiobsbotschaft für Familie Altavilla in Chorweiler: Vitalba verliert ihren Job, weil sie sich um ihre Kinder kümmern musste. Und in Halle-Neustadt fehlt Tommy mal wieder im Unterricht.

    Allerdings macht Tommy einen guten Job im Praktikum. Dort mäht er Rasen und schleppt Sperrmüll. Er sieht nicht ein, dass er sich für seinen Abschluss in der Schule blicken lassen sollte. Tommys Vater Thomas macht sich indes schwere Vorwürfe.

    Achim aus Köln-Chorweiler hat sich einen neuen Laptop bestellt – auf Pump beim Versandhaus. Dabei muss er auch noch die Raten für den Fernseher, eine neue Matratze und einen Verstärker abstottern. Achim wohnt mit seiner Frau Gabi seit 20 Jahren in der Siedlung. Ihr Haus ist mit 24 Stockwerken das höchste in Chorweiler. Drei Mal saß Achim bereits im Knast, Diebstahl und Köperverletzung gehen auf sein Konto. Die beiden leben von Gabis Rente, ihnen bleibt nicht viel zum Leben. Die Verlockung von Einkäufen auf Kredit ist groß.

    Giovanni kommt zurück aus dem Drogenentzug. Antonina, seine Freundin, hofft dass er jetzt clean bleibt. Sollte er einen Rückfall haben, schließt sie die Trennung nicht mehr aus. Dabei erwarten die beiden erneut Nachwuchs.

    Infos zur "ZDF.reportage"

    Die "ZDF.reportage" berichtet immer sonntags, 18.00 Uhr, aus der Alltagswirklichkeit der Zuschauer. Sie greift Themen auf, die aktuell und brisant sind und setzt sie spannend und emotional um. Dabei erzählt die "ZDF.reportage" immer aus der Perspektive der Betroffenen, von Menschen, ihren Lebenswegen und Schicksalen, ihren Konflikten, ihren Hoffnungen und Träumen. Die meisten Reportagen spielen in Deutschland, bei Auslandsthemen ist stets ein deutscher Bezug vorhanden. 

    Die Redaktion der "ZDF.reportage" wird geleitet von Heike Schnaar.

    Fotohinweis

    Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/zdfreportage 

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