ZDFzoom: FIFA – Das Foulspiel der Mächtigen

Am 26. Februar 2016 wird der neue FIFA-Präsident gewählt – fünf Kandidaten sind durch den Integritätscheck gekommen und für die Wahl des Nachfolgers von Sepp Blatter zugelassen. Ob damit ein Neustart für den krisengeschüttelten Fußball-Weltverband möglich wird? Zwei Tage vor der Wahl beleuchtet "ZDFzoom" in "FIFA – Das Foulspiel der Mächtigen" unter anderem die Hintergründe zu den WM-Vergaben 2018 nach Russland, 2022 nach Katar, aber auch 2006 nach Deutschland.

  • ZDF, Mittwoch, 24. Februar 2016, 23.05 Uhr

    Texte

    Sendetermin und Stab 

    Mittwoch, 24. Februar 2016, 23.05 Uhr, ZDF

    ZDFzoom
    FIFA Das Foulspiel der Mächtigen

    Film von Markus Harm und Nicolai Piechota

    Produktion: ZDF
    Redaktion: Michael Strompen, Claudia Ruete

    FIFA – Das Foulspiel der Mächtigen 

    FIFA unter Druck: Die US-amerikanische und die Schweizer Justiz ermitteln wegen Korruption bei WM-Vergaben, die Verhaftungen hoher Funktionäre und die Suspendierung des FIFA-Präsidenten Sepp Blatter erregten zuletzt viel Aufsehen. Es geht um Macht und Millionen im Weltfußball.

    Beim FIFA-Kongress am 26. Februar 2016 wird ein neuer Präsident gewählt – es geht um Blatters Erbe und einen Neuanfang. "ZDFzoom" geht der Frage nach: Kommen jetzt Reformer an die Spitze? Die Dokumentation arbeitet die Skandale auf und stellt die Kandidaten auf den Prüfstand.

    "Hintergründe zu den FIFA-Mächtigen und neue Informationen zu den WM-Vergaben"
    Interview mit Filmautor Markus Harm

    Am 2. April 2014 hatten Sie schon einmal für "ZDFzoom" die "Geschäfte der FIFA" beleuchtet. Geht es in der neuen Doku ein weiteres Mal um die zurückliegenden Machenschaften im Fußball-Imperium? Oder checken Sie vor allem, wer von den Kandidaten, die sich am 26. Februar für die Nachfolge des gesperrten FIFA-Präsidenten Sepp Blatter bewerben, die besten Chancen und die weißeste Weste hat?

    Unsere Dokumentation heißt "FIFA – Das Foulspiel der Mächtigen" – da rücken natürlich zurückliegende Machenschaften in den Blick. Wir zeigen auf, wer aus dem Exekutivkomitee der FIFA, das 2010 für die WM 2018 in Russland und für die WM 2022 in Katar gestimmt hat, Schmiergeld angenommen hat oder angenommen haben soll. Damals haben 24 Exekutivmitglieder abgestimmt, zwei wurden bereits vorher aussortiert wegen nachweislicher Korruption. Jetzt sind mittlerweile elf weitere Exekutivmitglieder gesperrt. Das macht zusammen 13, die nun außen vor sind und nichts mehr mit dem Fußball zu tun haben dürfen, weil sie korrupt waren oder sie suspendiert sind. FIFA-Präsident Sepp Blatter oder Michel Platini sind die bekanntesten Namen. Wir beleuchten in unserer Dokumentation, wie das Schmiergeld für einige der FIFA Exekutivmitglieder von A nach B geflossen ist. In dem Zusammenhang richten wir auch den Fokus auf die WM 2006 in Deutschland. Die Frage, ob es da wirklich eine schwarze Kasse gab und ob es krumme, finanzielle Machenschaften gab, ist ja auch noch nicht endgültig geklärt.

    Wird dabei auch der Blick auf den zurückgetretenen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach gerichtet, der noch im FIFA-Exekutivkomitee sitzt?

    Wir schauen mit Blick auf die WM 2006 eher auf die Rolle des damaligen Ok-Chefs Franz Beckenbauer und vor allem auf die seines Beraters Fedor Radmann. Er spielte nicht nur bei der deutschen WM-Bewerbung 2006 eine zentrale Rolle, sondern wohl auch bei der Vergabe der WM 2010 in Südafrika und auch bei der umstrittenen WM-Vergabe 2022 an Katar.

    Steht Ihnen denn Fedor Radmann im Rahmen der Doku für ein Interview zur Verfügung?

    Daran arbeiten wir. Aber wir haben bereits zwei Mitarbeiter von Fedor Radmann im exklusiven Interview. Zudem hat uns Bonita Mersiades, ehemalige Direktorin der australischen WM-Bewerbung und mittlerweile als Whistleblowerin aktiv, ein exklusives Interview gegeben. Und wir zeigen auch exklusive Dokumente, die belegen, wie im Rahmen der WM-Bewerbungen Schmiergelder auf den Weg gebracht wurden. Auch da taucht der Name Fedor Radmann wieder auf.

    Sprechen Sie denn auch noch mal mit Sepp Blatter, der Ihnen ja kurz vor Weihnachten im Interview gesagt hatte, dass er von allen krummen Machenschaften nichts wissen wollte?

    Das Interview, das ich vor Weihnachten mit Sepp Blatter führen konnte, wird in der Dokumentation auftauchen. Wir haben damals nur einen Teil des Gespräches gesendet und uns den Teil aufgespart, in dem es um die deutsche WM-Bewerbung und die Rolle Fedor Radmanns geht.

    Blicken wir auf den kommenden Wahltermin am 26. Februar. Als Sepp Blatter am 29. Mai vergangenen Jahres für eine weitere Amtsperiode als FIFA-Präsident bestätigt wurde, konnten Sie in der Vorberichterstattung schon relativ klar das Abstimmungsverhalten der Kontinentalverbände benennen. Ist das diesmal anders?

    Man könnte sich auch diesmal hinsetzen und eine Liste über das Abstimmungsverhalten anlegen. Auch diesmal gibt es wieder Strippenzieher. Ich habe ein exklusives Interview mit Ahmad Al-Fahad Al-Sabah geführt, seit April im FIFA-Exekutivkomitee, schon lange Mitglied im Internationalen Olympischen Komitee und Präsident der Vereinigung aller nationalen Olympischen Komitees. Der kuwaitische Politiker ist einer der wichtigsten Männer unter den Sportfunktionären weltweit und hat im Interview gesagt, dass es wieder Blockabstimmungen geben wird. Das wird sich auch durch die Strukturreform nicht ändern: Die Fußballverbände, sei es in Asien, Afrika oder der Karibik, profitieren vom System FIFA – sie bekommen monatlich ihr Geld dafür, dass sie am Ende des Jahres ihr Kreuzchen an der richtigen Stelle machen.

    Inwiefern beleuchten Sie die Rolle der in Sachen FIFA-Korruption ermittelnden US- und Schweizer Behörden in Ihrer Doku – erst dadurch ist ja "das Foulspiel der Mächtigen" nun greifbar geworden?

    Wir haben in den USA gedreht und ein Interview mit einem FBI-Agenten geführt, der daran mitgearbeitet hat, gerichtsfeste Aussagen zu bekommen. Wenn nun alle davon reden, dass sich die FIFA und die nationalen und kontinentalen Fußballverbände reformieren könnten – tatsächlich haben das einzig die US-amerikanischen und schweizerischen Behörden in der Hand.

    Und was ist Ihre Einschätzung, wo Sie nun seit über fünf Jahren zum Thema "Machenschaften der FIFA" recherchieren: Kann sich der Fußball-Weltverband reformieren?

    Ich bin skeptisch, dass sich die FIFA aus eigener Kraft reformieren kann. Und ich rechne damit, dass noch viel mehr dunkle Machenschaften ans Licht kommen werden.

    Für den Zuschauer auf den Punkt gebracht: Was kann dieser aus Ihrer Dokumentation erfahren?

    Die Hintergründe zu den mächtigen Männern des Weltfußballs und neue Informationen zur WM-Vergabe 2006 nach Deutschland und den anschließenden WM-Vergaben.

    Mit Markus Harm sprach Thomas Hagedorn.

    Biografische Angaben zu den Filmautoren

    Markus Harm (38) ist seit 2010, als die umstrittenen WM-Vergaben an Russland 2018 und Katar 2022 erfolgten, an dem FIFA-Thema dran und hat darüber kontinuierlich für die ZDF-Nachrichtensendungen "heute" und "heute-journal" sowie für "das aktuelle sportstudio", die "ZDF SPORTreportage" und für "Frontal 21" berichtet. Der studierte Politik- und Sportwissenschaftler hat früher selbst Fußball gespielt und arbeitet nach den ersten journalistischen Schritten beim NDR und einem ZDF-Volontariat seit 2004 als Reporter für die Sportredaktion des ZDF.

    Nicolai Piechota arbeitet seit über 15 Jahren als Reporter, Redakteur und Filmautor im ZDF. Zunächst war er für das "heute-journal" tätig, konzentrierte sich dann aber neben den Drei-Minuten-Beiträgen für das Nachrichtenmagazin immer stärker auf Halbstunden-Reportagen und Dokumentationen im Bereich Politik und Zeitgeschehen. Seit drei Jahren gehört er fest zur Redaktion von "ZDFzoom". Vor seiner ZDF-Tätigkeit war Nicolai Piechota für ProSieben und SAT 1 aktiv. Er ist ausgebildet als Sprecher, Moderator und Radio-Journalist. An der ARD.ZDFmedienakademie ist er zudem als Dozent für Nachrichtenjournalismus im Einsatz.

    Infos zu "ZDFzoom"

    "ZDFzoom" bietet mittwochs um 22.45 Uhr in der Regel im Anschluss an das "auslandsjournal" investigative Recherchen zu gesellschaftlich relevanten und alltagsnahen innen- und außenpolitischen Themen. Seit dem 11. Mai 2011 bereitet das Dokumentations- und Reportageformat komplexe Sachverhalte mit einer wiedererkennbaren Grafik- und Kameraarbeit verständlich auf. Je nach Länge (30 oder 45 Minuten) schwanken die Kosten der zirka 35 Produktionen pro Jahr zwischen 90.000 Euro und 130.000 Euro pro Ausgabe.

    Die "ZDFzoom"-Redaktion leitet Claudia Ruete.

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    E-Mail: hagedorn.t@zdf.de
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