Zurück zum Augenblick

Portraits

Fotos, zur Zeit der deutschen Teilung aufgenommen, und die Personen darauf stehen im Mittelpunkt der Sendung. Die Porträtierten erzählen ihre Lebensgeschichte rundum die Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands. Am Ende intensiver Gespräche werden die Fotos nachgestellt, auf denen die Protagonisten in einer Schlüsselszene ihres Lebens zu sehen sind – über 25 Jahre später.

  • ZDF neo, Freitag, 25. September 2015, 22.05 Uhr

    Texte

    Der Stab

    Regie      Stephan Schiffers
    KameraPaul Pieck, Fabian Köchert
    SchnittPierre Chevallier
    ProduktionsassistenzVerena de Haan
    Produktionsleiter                                           Ümit Kulikoglu
    1. Aufnahmeleiter                         Björn Saeger
    Herstellungsleitung                                       Peter Schönrock
    Redaktion                         Maike von Galen, Anja Rose
    Executive Producer                        Verena Schueren
    Produktion ZDFneo                        Katrin Lachmann
    Redaktion                          Nicole Sprenger
    Koordination ZDFneo                     Sebastian Flohr
    Länge                                 30 Minuten

    Zurück zur Erinnerung - Zurück zum Augenblick - Vorwort von Nicole Sprenger ZDF-Redaktion, HR-Show

    One day baby, we'll be old

    Oh baby, we'll be old

    And think of all the stories

    that we could have told

     

    “Reckoning Song” von Asaf Avidan & The Mojos

     

    Eine glückliche Familie am Strand, ein Mann, eng umschlungen mit seiner Mutter, ein strahlendes Liebespaar im Moment nach der Hochzeit. Diese Fotos sind Momentaufnahmen aus dem Leben, wie sie jeder von uns kennt. Schnappschüsse, die im Rückblick betrachtet Lebensgeschichten erzählen und zu dem einen Foto im Leben unserer Protagonisten geworden sind.

    „Zurück zum Augenblick“ ruft die Erinnerungen hinter den Fotografien wieder ins Gedächtnis. Die Bilder sind der Anstoß für drei wunderbare, ganz persönliche, rührende Geschichten – rund um die Wiedervereini-gung Deutschlands.

    Ob eingerahmt an der Wand, liebevoll in Alben geklebt oder digital auf dem Smartphone – das einzigartige Gefühl, das das Ansehen alter Fotos hervorruft, kennt jeder von uns. Momente, Erinnerungen, Gefühle, die man festhalten, vielleicht sogar noch einmal erleben möchte. Aus diesem Wunsch heraus entstanden ist der Fototrend, alte Bilder heute noch einmal nachzustellen.

    „Zurück zum Augenblick“ gibt seinen Protagonisten diese Möglichkeit. Die Fotografierten nehmen uns mit in die Galerie ihres Lebens, gewähren Einblick in ihre Vergangenheit und zeigen ihre Bilder von damals. Für sie werden Erinnerungen an das Erlebte wach – schöne, aber auch traurige. Am Ende dieser persönlichen Zeitreise gehen die Protagonisten zurück an den Ort, an dem das Foto ihres Lebens entstanden ist. Gemeinsam mit der Fotografin Einat Schneppenheim tauchen sie in ihre Vergangenheit ein und schaffen beim Nachstellen des Motivs neue Erinnerungen.

    Der Zuschauer begleitet diese Reise und erfährt dabei viel über die Hintergründe, die Lebensumstände und die politische Situation im geteilten Deutschland. Vor allem aber dürfen wir die persönliche Ge-schichte des Protagonisten begleiten, die hinter dem Foto stehen und eng mit der Trennung und Wiedervereinigung Deutschlands verknüpft sind. Durch die authentisch und gefühlvoll erzählten Erinnerungen der Zeitzeu-gen wird die Geschichte der Trennung und Wiedervereinigung erfahrbar.

    „Zurück zum Augenblick“ startet damit einen spannenden Dialog zwischen Vergangenheit, Gegenwart und dem, was dazwischen liegt.

    Das Format

    Jeder sammelt im Laufe seines Lebens eine Fülle von Eindrücken, Erfahrungen und Geschichten. Große Liebesbeziehungen, schmerzvolle Trennungen, einschneidende Erlebnisse. Eltern und Großeltern haben überwältigende Augenblicke ihres Lebens noch klassisch in Fotografien festgehalten und liebevoll und sorgfältig in Alben geklebt. „Zurück zum Augenblick“ inszeniert diese Momente zu einem ganz besonderen TV-Format und lässt Menschen entlang persönlicher Fotos auf die bewegende Geschichte ihres Lebens zurückblicken – und zurückreisen: Das eine Bild, das ganz besondere Foto, wird am Originalschauplatz noch einmal nachgestellt und lässt die Menschen diesen längst vergangenen, aber nie vergesse¬nen Moment noch einmal erleben.

    In diesem Foto-Re-Enactment werden bewegende Portraits erschaffen und spannende Biografien nachgezeichnet. „Zurück zum Augenblick“ erzählt authentische Geschichten, die von Geheimnissen und Weisheit handeln, von Sehnsucht, Verlust, von Liebe und Mut. Manchmal melancholisch, stets humorvoll, individuell und sehr intim.

    Das Thema

    25 Jahre deutsche Wiedervereinigung – ein Jubiläum, das in vielen geschichtlichen Dokumentationen und politischen Reden gefeiert wird. Aber was bedeutet dieses historische Ereignis eigentlich im Persönlichen, im Leben des Einzelnen? „Zurück zum Augenblick“ begibt sich auf die Spuren dreier Geschichten zur deutschen Wiedervereinigung und stellt Menschen vor, die viel riskiert und viel gewonnen, aber auch viel verloren haben.

    Die Protagonisten

    Berthold Dücker

    Jahrgang: 1947

    Alter: 67 Jahre

    Wohnort heute: Geisa

    Wohnort damals: Geismar (Rhön)

    Familienstand: verheiratet

    Kinder: ein Sohn

    Beruf: Journalist

     

    Der Journalist wuchs im Dorf Geismar in der Röhn auf, sechs Kilometer von der Stadt Geisa entfernt, gleich an der deutsch-deutschen Grenze. Schon in seiner Jugend litt er unter der Enge des DDR-Systems. Im Alter von 16 Jahren entschloss er sich zur Flucht – über den verminten Todesstreifen robbte er in die Freiheit. „Ich wusste schon mit 16, dass ich in der DDR weder eine Perspek¬tive noch eine Zukunft haben würde. Also habe ich alles riskiert – wenn auch schweren Herzens“, sagt er im Rückblick. Um seine Familie zu schützen, hatte er weder seine Eltern noch seine zwei Brüder in den Fluchtplan eingeweiht. Am schlimmsten war für ihn die Trennung von seiner Mutter, zu der Berthold Dücker eine besonders enge Bindung hatte. Bis zu ihrem Tod haben sie sich nur zwei Mal wiedergesehen. Bis heute ist Berthold Dücker über diesen Verlust nicht hinweggekommen.

     

    Regina und Eckard Albrecht

    Jahrgang: 1949 (sie), 1944 (er)

    Alter: 65 Jahre (sie), 71 Jahre (er)

    Wohnort heute: Wendeburg

    Wohnort damals: Berlin-Niederschönhausen (sie), Göttingen (er)

    Familienstand: verheiratet

    Kinder: drei Söhne

    Beruf: Ingenieurin (sie), Jurist (er)

     

    Am Anfang war es eine Jugendromanze im geteilten Berlin: Regina lebte im Ostteil der Stadt, Eckard im Westen. In den Berliner Osten reisen und seine Regina besuchen durfte Eckard nur mit einer Tageserlaubnis. Schließlich geriet das Liebespaar in den Fokus der Stasi. Eckard wurde die Einreise nach Ostberlin verwehrt und das junge Glück auf eine harte Probe gestellt. Drei Jahre lang war kein Treffen möglich, Kontakt hielten sie über heimlich zugestellte Briefe. So groß die Liebe war, so aussichtslos schien eine gemeinsame Zukunft – ein letztes Treffen in Ungarn sollte gleichzeitig der endgültige Abschied sein. Nur brachte das Wiedersehen nichts als die Gewissheit: Wir gehören zusammen! Trotz vieler Rückschläge organisierte Eckard Reginas Flucht in den Westen. Nachdem der erste Versuch durch einen Tunnel in Berlin missglückt war, schaffte es Regina versteckt im Tank eines Autos über Rumänien, Jugoslawien und Österreich in die Bundesrepublik und zu Eckard, mit dem sie bis heute glücklich verheiratet ist und drei Söhne hat.

     

    Gisela Bragenitz

    Jahrgang: 1945

    Alter: 70 Jahre

    Wohnort heute: Berlin-Kaulsdorf

    Wohnort damals: Berlin-Friedrichshain, Berlin-Mahlsdorf

    Familienstand: verheiratet

    Kinder: zwei Töchter

    Beruf: Erzieherin und Schneiderin

     

    Für die Ostberlinerin kam eine Flucht in den Westen nicht in Frage. Die Angst war zu groß, dass ihren Kindern bei einer gefährlichen Fluchtaktion etwas zustoßen könnte. Also arrangierte sich Gisela Bragenitz mit einem Leben in der DDR – auch wenn sie es nicht immer leicht hatte: Weil sie sich dem System nicht fügen wollte, verlor sie ihre Anstellung als Erzieherin. Optimistisch wie sie war, machte sie ihr Hobby zum Beruf, wurde Schneiderin, organisierte Modenschauen und war damit erfolgreich. Der Schicksalsschlag kam kurz vor der Wende. Als ihre Töchter die DDR verließen, um ein Leben im Westen zu führen, brach ihre Familie auseinander. Für Gisela Bragenitz war es damals ein Abschied für immer – niemand in der DDR ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass nur wenige Jahre später die Mauer tatsächlich fallen würde. Gisela Bragenitz be¬zeichnet sich heute als Glückskind: „Ich habe immer das Beste aus meinem Leben in der DDR gemacht.“

    Die Fotografin

    Einat Schneppenheim

    Jahrgang: 1972

    Geburtsort: Tel Aviv

    Wohnort: Köln

     

    Einat Schneppenheim absolvierte ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften in Netanya/Israel. Anschließend arbeitete sie mehrere Jahre in verschiedenen Werbeagenturen in Tel Aviv, bevor sie 2003 nach Deutschland kam. In den Folgejahren erlernte Einat Schneppenheim autodidaktisch die Kunstfotografie, ab 2011 ließ sie sich schließlich auf der Berufsakademie „Deutsche Pop“ zur Fotodesignerin ausbilden. Ihre Schwerpunkte sind die Kunst- und Porträtfotografie

    Bildhinweis

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