Nina verkauft Äpfel am sibirischen Straßenrand, um ihre Rente aufzubessern. Foto: ZDF/Britta Hilpert
Nina verkauft Äpfel am sibirischen Straßenrand, um ihre Rente aufzubessern. Foto: ZDF/Britta Hilpert

10.000 Kilometer Russland

Zweiteilige Reportage: Unterwegs in Sibirien und im wilden Osten

Mit Blick auf die russische Präsidentschaftswahl im März 2018 rückt die Frage in den Fokus: Wie sieht die Lebenssituation zwischen Moskau und Wladiwostok derzeit aus? Die ZDF-Korrespondenten Britta Hilpert und Winand Wernicke erkunden "10.000 Kilometer Russland". Mit Britta Hilpert geht es zunächst am Mittwoch, 3. Januar 2018, 22.15 Uhr im ZDF, von Moskau nach Nowosibirsk und mit Winand Wernicke am Folgetag zur selben Uhrzeit von Nowosibirsk nach Wladiwostok. Auf der sogenannten Transkontinentalen und abseits dieser längsten Straße Russlands erfahren die ZDF-Reporter, wie sich das riesige Land in den vergangenen zehn Jahren verändert hat.

  • ZDF, Mittwoch, 3. Januar 2018, 22.15 Uhr / Donnerstag, 4. Januar 2018, 22.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Mittwoch, 3. Januar 2018

Texte

Sendetermine und Stab

Mittwoch, 3. Januar 2018, 22.15 Uhr, ZDF

10.000 Kilometer Russland
1. Unterwegs nach Sibirien

Mit Britta Hilpert von Moskau nach Nowosibirsk

Buch: Britta Hilpert
Kamera: Marko Lakomy
Produktion: ZDF
Redaktion: Bernd Weisener
Leitung der Redaktion: Markus Wenniges
Länge: ca. 45 Minuten

 

Donnerstag, 4. Januar 2018, 22.15 Uhr, ZDF

10.000 Kilometer Russland
2. Unterwegs im wilden Osten

Mit Winand Wernicke von Nowosibirsk nach Wladiwostok

Buch: Winand Wernicke
Kamera: Michael Garrett
Produktion: ZDF
Redaktion: Bernd Weisener
Leitung der Redaktion: Markus Wenniges
Länge: ca. 45 Minuten

10.000 Kilometer Russland

2018 wird in Russland ein neuer Präsident gewählt. Wladimir Putin stellt sich erneut zur Wahl. Wie wird der Machthaber, der seit 2012 in seiner dritten Amtszeit als Präsident der Russischen Föderation amtiert, von seinen Bürgern gesehen? Und wie stellt sich Russland derzeit fern von Moskau dar? Das ZDF begibt sich auf große Reise: 10.000 Kilometer mit dem Auto von Moskau nach Wladiwostok – auf der Suche nach Menschen und ihren Geschichten.

Bereits 2007 durchquerten ZDF-Korrespondenten auf dieser Route das Land. Jetzt haben sich Britta Hilpert und Winand Wernicke erneut auf den Weg gemacht. Sie treffen Menschen von damals wieder, lassen sich erzählen, was sich in Russland seitdem verändert hat.

Die ZDF-Reporter durchqueren das Land mit dem Auto auf der sogenannten Transkontinentalen – der längsten Straße Russlands. Sie verbindet Moskau im Westen mit Wladiwostok im Osten. Eine Autofahrt entlang dieser Trasse bedeutet zugleich Strapaze und Abenteuer. Sie garantiert wunderschöne Landschaften, spannende Augenblicke und Einblicke in die russische Gesellschaft. Alles mit der Frage im Gepäck: Wie hat sich das Land in den zehn Jahren verändert?

Eins vorweg: Die 10.000 Kilometer lange Strecke ist sicherer geworden. Als ZDF-Reporterin Britta Hilpert 2007 unterwegs war, hatte ihr russischer Fahrer noch eine geladene Pumpgun dabei. Eine Vorsichtsmaßnahme, denn besonders nachts kam es immer wieder zu Überfällen. Jetzt – zehn Jahre später – wird Britta Hilpert wieder von demselben Fahrer begleitet. Eine Pumpgun hat er diesmal nicht dabei, das sei nicht mehr nötig, versichert er, die Straße sei nun sicher. Aber nicht nur Überfälle bedrohten das Leben der Reisenden, die Straße selbst galt und gilt noch immer als sehr gefährlich. Gerade bei Schnee und Eis passieren immer wieder schwere Unfälle.

Vor zehn Jahren begleitete das ZDF ein junges Pärchen, Alexandr und Aljona, von Wladiwostok in Richtung Moskau. Sie lebten davon, Autos im Osten billig zu kaufen, um sie dann im Westen Russlands teurer weiterzuverkaufen. Alexandr hat inzwischen eine eigene Autowerkstatt, seine Frau Aljona lebt nicht mehr, sie ist bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.

Die Reporter der ZDF-Dokumentation "10.000 Kilometer Russland" haben sich viel vorgenommen. Sie schauen nach, wo die russische Industrie in Zeiten frostiger Wirtschaftsbeziehungen steht. Sie besuchen nochmals die Ölproduktion von Tjumen und den Truck-Hersteller Kamaz, dessen Lkw früher stets die Rallye Paris – Dakar gewannen. Sie besuchen Deutschrussen, fahren vorbei an halb verlassenen Dörfern, treffen junge Menschen, die von einer guten Zukunft träumen. Und sie wollen vor allem wissen: Wie tickt Russlands Seele und wie weit reicht Moskaus Macht vor der bevorstehenden Präsidentschaftswahl?

"Der Einfluss des Kreml wird Richtung Osten nicht kleiner"
ZDF-Russland-Korrespondent Winand Wernicke im Interview

Was erfährt man denn auf der gut 5000 Kilometer langen Fahrstrecke von Nowosibirsk nach Wladiwostok als erstes: Je weiter es in den wilden Osten geht, um so ferner rückt der Einfluss Moskaus? Tickt Russland im wilden Osten anders als im europäischen Teil?

Der Einfluss der Macht, des Kreml, wird nicht kleiner – egal, wie viele Kilometer man sich von Moskau in Richtung Osten entfernt. Die staatlichen Strukturen sind in den vergangenen Jahren entsprechend perfektioniert worden. Allein das Auswechseln der vielen Gouverneure im ganzen Land war in den vergangenen Monaten auch eine Machtdemonstration – und eine, die bei den Eliten auch als solche verstanden wurde. Russen, egal ob in Irkutsk, Blagoweschentsk, Birobidschan oder Wladiwostok, sind sich dessen auch ganz überwiegend bewusst. Wenn man sich Richtung Osten neun Zeitzonen von Deutschland entfernt, wird einem deutlich, was es bedeutet, ein so riesiges Land zu organisieren und zu verwalten: Welchen Aufwand dies bedeutet und welcher politischen Macht es bedarf, vom Kreml aus all diese Fäden fest in der Hand zu halten.

Seit mehr als drei Jahren leiten Sie das ZDF-Studio in Moskau und kennen Russland gut. Gab es auf der Drehreise dennoch Erkenntnisse, die Ihr Russland-Bild noch mal anders konturieren? Oder zumindest Eindrücke, die neue, vielleicht auch widersprüchliche Entwicklungen andeuten?

Die Menschen haben uns überwiegend Gastfreundschaft und Herzlichkeit entgegengebracht – nicht immer, aber überwiegend. Spannend sind die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen entlang der russisch-chinesischen Grenze. Obwohl politisch die Zusammenarbeit beschworen wird, sieht das vor Ort manchmal anders aus: Man traut sich gegenseitig nicht so recht über den Weg. Geschäfte machen, Geld verdienen – das wollen Russen und Chinesen. Ein russischer Geschäftsmann in Blagoweschensk sagte uns dazu: "Angeblich sind die Chinesen und wir wie Brüder, aber das sagt nur die Politik. Nach meiner Meinung sind Chinesen und Russen wie Schwarz und Weiß. Wir ergänzen uns nicht, sondern wollen nur voneinander profitieren." Das könnte in den kommenden Jahren viel Potenzial für Konflikte bergen.

Im März 2018 stehen Präsidentschaftswahlen in Russland an und Putin, der sich in seiner dritten Amtszeit befindet, stellt sich erneut zur Wahl: Wird die Wahl nur ein "Weiter so" erbringen oder erwarten Sie ein politisch aufregendes Wahljahr in dem Land, in dem im Juni und Juli auch die Fußball-Weltmeisterschaft stattfindet?

Die Zustimmung zu Putin als Person und zu seiner Politik ist groß, das haben wir bei den Dreharbeiten auch wieder erfahren. Wenn er also antritt, wovon ja eigentlich jeder ausgeht, steht sicherlich seiner Wiederwahl nichts im Wege. Das alles kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es schon enormer Reformanstrengungen bedarf, um die russische Wirtschaft auf dem internationalen Markt wettbewerbsfähig werden zu lassen – und nicht nur Öl und Gas zu verkaufen. Ob Putin in seiner voraussichtlich dann letzten Amtszeit die Kraft dazu aufbringt oder die Dinge so laufen lässt wie sie sind – da so ja seine Macht unangetastet ist – das wird die große spannende Frage nach der Wahl im März.

Interview: Thomas Hagedorn

"Russlands eisige Trasse": Der Zweiteiler von 2007

Am 3. und 5. Januar 2007 sendete das ZDF den Zweiteiler "Russlands eisige Trasse", für den damals schon "10.000 Kilometer auf der Transkontinentalen" bewältigt wurden. Die damaligen Russland-Korrespondenten des ZDF, Britta Hilpert und Joachim Bartz, hatten an der damals noch im Bau befindlichen Straße von Wladiwostok nach Moskau die Befindlichkeiten des Riesenlandes erkundet. Folge 1 trug den Untertitel "Business, Buddhisten und Baikal-Taucher", Folge 2 den Untertitel "Halunken, Helden und Hasardeure".

Wladimir Putin war auch zur Zeiten der damaligen Drehreise über "10.000 Kilometer Russland" Präsident des flächenmäßig größten Staates der Erde: Von 2000 bis 2008 liefen seine ersten beiden Amtszeiten als Präsident, von 2008 bis 2012 absolvierte er seine zweite Amtszeit als Ministerpräsident.

Biografien der ZDF-Korrespondenten

Fotohinweis

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