Frank Sporbert (Marc Ben Puch) fühlt sich von seiner Familie und den Mitarbeitern nicht mehr wahrgenommen. Copyright:ZDF/Daniela Incoronato
Frank Sporbert (Marc Ben Puch) fühlt sich von seiner Familie und den Mitarbeitern nicht mehr wahrgenommen. Copyright:ZDF/Daniela Incoronato

Blaumacher

6-teilige Drama-Serie

Frank (Marc Ben Puch) steckt in der Midlife Crisis und trifft Sascha (Laura Berlin), die mit dem Erwachsenwerden kämpft.

  • ZDF neo, Ab Mittwoch, 7. Juni 2017, 21.45 Uhr
  • ZDF Mediathek, Alle Folgen sind ab 7. Juni 2017, 20.15 Uhr, abrufbar

Texte

Midlife Crisis meets Coming of Age - von ZDF-Redakteurin Karina Ulitzsch

Die ewige Frage nach dem Sinn des Lebens behandelt die zweite ZDFneo-Dramaserie Blaumacher mit Humor und einer modernen, eigenen filmischen Handschrift. Nicht nur der Mittvierziger Frank, sondern auch seine halb so alte Nachbarin Sascha ist schon von einer Lebenskrise geschüttelt. Midlife Crisis meets Coming of Age.

Der vielfach dekorierte Kinoautor Bernd Lange (u.a. mehrmaliger Teilnehmer im Wettbewerb der Berlinale und Cannes) lässt mit seinem „writers room“, den Autoren Sebastian Heeg und Valentina Brüning, in wenigen präzisen Federstrichen das Leben seiner Protagonisten vor dem inneren Auge entstehen. Lakonisch kommentiert wandeln die Figuren am teilweise selbstgebastelten Abgrund. Übliche Erklärungen bleiben aus; dem Zuschauer bleibt Raum zur eigenen Deutung. Sie sind in der deutschen oberen Mittelschicht verortet, aber keinem konkreten (Wohn-)Ort zugehörig. Sie wirken wie aus dem Leben gegriffen und doch "bigger than life".

Die Regisseure Pia Strietmann und Maurice Hübner ("Familie Braun") greifen diesen Stil auf und setzen ihn unverwechselbar kreativ um. Für die innere emotionale Befindlichkeit der Figuren finden die Regisseure immer wieder ungewöhnliche Bilder. Als Frank sich an die Wand gedrückt fühlt, zeichnet sich das Tapetenmuster über ihm ab. Er will sich von seinem Desaster reinigen, doch die Dusche staubt ihn nur zusätzlich ein. Für aufwendige Szenen finden die Regisseure unkonventionelle Ideen, wie beispielsweise die Ausstattung einer Passage, in der Musik aus der Zauberflöte gespielt wird, und Eier-Pappkartons zu sehen sind. Papagena und Papageno werden einem in Erinnerung bleiben.

Eeva Fleigs Kamera hüllt die Serie in Sommerlicht und zaubert Kinobilder. Und die Schauspieler, allen voran die beiden Hauptdarsteller Marc Ben Puch und Laura Berlin, aber auch das weitere Ensemble mit Lisa Martinek, Josef Heynert und vielen anderen stolpern erstaunt-komisch durch ihr (Film-)Leben und präsentieren den Ernst ihrer Lage mit einer Prise schwarzen Humors.

Stab

Headautor                                                            Bernd Lange
Weitere Autoren                                           Sebastian Heeg, Valentina Brüning
Regie                                                                Pia Strietmann, Maurice Hübner
Kamera                                             Eeva Fleig
Schnitt                                                            Julia Oehring
Szenenbild                                                       Martin Schreiber
Produzenten                                                   Stefan Raiser, Felix Zackor
Produktion                                                     Dreamtool Entertainment im Auftrag von ZDFneo
Redaktion ZDF                                Karina Ulitzsch
Koordination ZDFneo                                   Florian Weber
Länge jeweils 30 Minuten 

Die Rollen und ihre Darsteller

Frank Sporbert                                      Marc Ben Puch
Sascha Decker                                Laura Berlin
Carmen Sporbert                                          Lisa Martinek
Thomas Müller                                Josef Heynert
Becky Sporbert                               Runa Greiner
Max Sporbert                                                 Jannis Schmidt
Richard Sporbert                                           Fabian Busch
Hermann Sporbert                                        Hans-Peter Hallwachs

Inhalt

Es ist Sommer in einem schicken Vorort. Mittvierziger Frank trifft auf seine 19-jährige Nachbarin Sascha. Beide sind mit ihrem Leben höchst unzufrieden und suchen nach Auswegen.

Frank Sporbert ist verheiratet, Vater zweier Kinder und führt ein mittelständisches Familienunternehmen. Alles scheint perfekt, doch hinter der makellosen Fassade mit schickem Einfamilienhaus und teurem SUV gibt es Risse. Seine Frau Carmen betrügt ihn schon seit geraumer Zeit mit ihrem Fitnesstrainer und für seine pubertierenden Kinder Becky und Max ist er mehr Geldautomat als väterliche Autorität und Ratgeber. Selbst in seiner eigenen Firma scheint er überflüssig: Seine Mitarbeiter schließen große Geschäfte ohne ihn ab und merken nicht einmal, wenn er fehlt.

Frank fühlt sich leer und perspektivlos. Er will ausbrechen, alles hinter sich lassen, selbst wenn die Lösung das Jagdgewehr im Keller sein könnte. In diesem Chaos, das er sein Leben nennt, steht plötzlich die Nachbarstochter Sascha Decker vor der Tür. Kaum halb so alt wie Frank, fühlt sie sich genauso leer und verloren. Das Leben, das ihre Eltern für sie vorbestimmt haben, möchte sie keinesfalls leben. Die Tochter wohlhabender Eltern könnte alles haben, wonach ihr der Sinn steht, sie möchte aber nur eines – wahrgenommen werden.

Folgeninhalte

Folge 1: "Teen Spirit"

Mittwoch, 7. Juni, 21.45 Uhr

Mittvierziger Frank will seinem Leben ein Ende setzen, schießt aber daneben. Da steht plötzlich die Tochter seiner Nachbarn, die 19-jährige Sascha, in der Tür – sehr interessiert, was da eben vor sich gegangen ist. Frank und Sascha werden Leidensgenossen der besonderen Art. Er gibt ihr einen Einblick in sein Leben: Seine Frau geht fremd, die Kinder halten ihren Vater für einen Vollidioten und in der Firma fällt nicht einmal auf, wenn er fehlt. Frank hat die Notbremse gezogen. Seit einer Woche geht er nicht mehr zur Arbeit und hat dies ohne Mühe vor seiner ignoranten Familie verborgen. Sascha hilft ihm, die Spuren seines Suizidversuches zu beseitigen, bevor beide im Keller mit Gitarre und Schlagzeug Nirvana spielen. Als Franks Frau Carmen nach Hause kommt und die beiden sieht, hält sie Sascha für Franks Affäre. Vergeblich versucht Carmen, Franks Aufmerksamkeit wieder zu gewinnen. Und Frank erfährt langsam, dass es Sascha ähnlich schlecht geht.

 

Folge 2:  "Blasehase"

Mittwoch, 14. Juni, 21.45 Uhr

Carmen sitzt mit ihrer 17-jährigen Tochter Becky bei einer Psychologin. Becky behauptet, ihre Mutter zu hassen, sie sei schuld an ihren (Ess-)Problemen. Carmen rät ihrer Tochter, im Leben strikt ihren eigenen Weg zu gehen. Sascha und Frank unternehmen einen Ausflug im Sportcoupé von Franks Mutter und geraten in Schwierigkeiten mit der Polizei. Auf dem Revier ist Sascha bereits als "Blasehase" bekannt. Durch einschlägige Aktivitäten hatte sie den tödlichen Unfall ihres Freundes verursacht. Carmen muss Frank im Revier auslösen. Carmen hat inzwischen ihre Affäre mit Thomas beendet und versucht mit Frank zu reden. Doch sie missversteht ihn und hält ihre Ehe nach dem Gespräch für noch zerrütteter als bisher angenommen.

 

Folge 3: "Der Mann im Haus"

Mittwoch, 21. Juni, 21.45 Uhr

Carmen geht zum Angriff über. Sie lädt ihre vermeintliche Konkurrentin Sascha auf einen Einkaufsbummel ein. Frank gefällt das überhaupt nicht, doch Sascha macht sich einen Spaß, stimmt zu und foppt Carmen. Daheim geblieben entdeckt Frank, dass sein Sohn Max Schulden bei den örtlichen Drogendealern hat und Becky mit ihrer Lehrerin schläft. Frank begleicht die Schulden seines Sohnes und sucht nun seinerseits das Gespräch mit Carmen. Da es ihm aber nur um die Kinder geht, bricht Carmen das Gespräch wütend ab. Sie begießt das frustrierende Ereignis mit Franks Bruder Richard. Sie hält Frank inzwischen für vollkommen "durchgedreht".

 

Folge 4: "Öl ins Feuer"

Mittwoch, 28. Juni, 21.45 Uhr

Carmen will sich scheiden lassen. Mit Hilfe eines Anwalts plant sie die Übernahme der Firma zusammen mit Richard, um ihre eigene und die Zukunft der Kinder zu sichern. Frank ist derweil mit seinem Vater beschäftigt. Hermann ist schon wieder aus dem Altenheim entwischt und versieht die Grabsteine des örtlichen Friedhofs mit Hakenkreuzen. Frank entfernt die Sauereien während Sascha Franks Vater mit dem Selbstmordversuch seines Sohnes konfrontiert. Ist Hermann wirklich dement oder tut er nur so? Der Vater verlacht seinen Sohn, was Sascha schockiert. Es scheint nur zerstörende Eltern-Kind-Beziehungen zu geben. Frank erfährt durch seine Kinder von Carmens Scheidungsplänen. Die Firma scheint ihm verloren und egal. Sascha versucht erneut einen Suizid.

 

Folge 5: "Papageno"

Mittwoch, 5. Juli, 21.45 Uhr

Frank und seine Kinder retten Sascha durch eine beherzte Fahrt ins Krankenhaus. Erst jetzt erfährt Frank Saschas Geschichte: Bei dem Autounfall verlor sie nicht nur ihren Freund Yaro, sondern auch ihre ungeborene Tochter. Sascha verlässt gemeinsam mit Frank das Krankenhaus, um den Todestag zu begehen. Auf dem Friedhof begegnen sie Yaros Familie. Diese macht Sascha für den Tod von Yaro verantwortlich und weigert sich, Saschas Liebe zu Yaro anzuerkennen. Carmen plagen unterdessen ein schlechtes Gewissen und Zweifel. Soll sie sich tatsächlich trennen? Frank will Carmen zurückgewinnen, aber seine befehlende Art provoziert nur ihre Entscheidung für Thomas. Richard bemächtigt sich derweil Franks Firma, was dieser gleichmütig hinnimmt. Sascha entschließt sich, nun doch das von ihren Eltern vorgesehene Leben zu führen. Als sie das ihren, auf dem Landsitz in Frankreich weilenden, Eltern mitteilen will, bekommt sie eine grausame Nachricht.

 

Folge 6: "Endspiel"

Mittwoch, 12. Juli, 21.45 Uhr

Frank fühlt sich überfordert und spielt erneut mit dem Gedanken an einen Suizid. Da erfährt er, was Saschas Eltern zugestoßen ist. Sascha rät Frank, für seine Wünsche zu kämpfen. Also kontaktiert er Richard und bittet ihn um das Auto der Mutter, das dieser ihm abgekauft hatte. Die konkurrierenden Brüder beschließen, ein Elfmeterschießen entscheiden zu lassen, wer das Autor ihrer Mutter bekommt. Als Thomas mit seinen Helfern Carmens Umzug organisiert, stellt Sascha Carmen zur Rede. Sie wirft ihr vor, dass sie Frank verletzt habe und stellt klar, dass Frank und sie keine Affäre haben. Carmen will Frank weiterhin verlassen, um unabhängig zu werden. Am Abend versammeln sich alle zum Elfmeterschießen. Entscheidungen fallen – nicht nur in Bezug auf den Sportwagen.

Rollenprofile

Frank Sporbert, Mitte vierzig, fühlt sich leer und verbraucht. Er ist verheiratet, Vater zweier Kinder und Eigner eines erfolgreichen mittelständischen Familienunternehmens. Doch seine Frau geht fremd, seine pubertierenden Kinder nehmen ihn nicht ernst und in der Firma, die er von seinem Vater übernommen hat, fällt es noch nicht einmal auf, wenn er bei wichtigen Geschäftsabschlüssen fehlt.

 

Sacha Decker, 19, leidet darunter, dass ihre wohlhabenden Eltern ihr Leben für sie vorgeplant haben: Abitur, teures Internat, Gesellschafter ihrer Firma. Sascha hat in ihrem jungen Leben schon eine Menge hinter sich gebracht und will es auf keinen Fall in vorbestimmten Bahnen verbringen.

 

Carmen Sporbert ist Franks Ehefrau. Sie hat, nach ihrem Empfinden, eigene Vorhaben aufgegeben, um die Kinder zu erziehen und Frank den Rücken zu stärken. Als sie meint, dass Frank sie für die junge Sascha verlassen will, bricht ihre Welt zusammen. Sie will ein selbstbestimmtes Leben führen.

 

Thomas Müller ist Carmens Fitnesstrainer. Er hat ein einfaches Gemüt und liebt Carmen aufrichtig. Er will sie für sich gewinnen, sein Leben mit ihr teilen und ist bereit, für sie so ziemlich alles zu tun.

 

Becky Sporbert, 15, findet ihre Mutter peinlich und ihren Vater lächerlich. Sie protestiert mit ihrem Übergewicht gegen den Fitness-Schönheitswahn ihrer Mutter und hat sich in eine Frau verliebt.

 

Max Sporbert, 16, will sich nie den Stress machen, den sein Vater sich gemacht hat. Er nimmt Drogen und spürt, dass er auf die schiefe Bahn gerät, was ihn beschäftigt.

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