Copyright: ZDF/[F] Nik Konietzsky/ Stephan Rabold/[M] Bavaria Fiction GmbH/Sky
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Das Boot

Free-TV-Premiere

Die Ausstrahlung der Event-Serie nach den Romanen "Das Boot" und "Die Festung" von Prof. Lothar-Günther Buchheim wird von der zweiteiligen Doku "Das Boot – Die Dokumentation" sowie der Sonderprogrammierung "Die lange Nacht der U-Boote" begleitet.

  • ZDF, Ab Freitag, 3. Januar 2020, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Freitag, 3. Januar 2020

    Texte

    Vor Faschismus wird gewarnt

    Herbst 1942: Im französischen La Rochelle bereitet sich die größtenteils unerfahrene Besatzung des neuen U-Bootes U-612 auf ihre erste Feindfahrt vor. Noch wissen die jungen Männer nicht, wie es sich anfühlen wird, in der "Eiserner Sarg" genannten Stahlröhre auszuharren, während feindliche Zerstörer über ihnen Wasserbomben abwerfen. Hitlers U-Boot-Krieg wird am Ende 30.000 U-Boot-Fahrer töten. "Viele von ihnen waren noch nicht einmal Männer – in Wirklichkeit waren es halbe Kinder: Der gesamte U-Boot-Orlog war ein riesiger Kinderkreuzzug", wie es Lothar-Günther Buchheim einmal formulierte, auf dessen Büchern "Das Boot" und "Die Festung" die Serie beruht. Ebenso viele Opfer gab es auf den Schiffen, die von deutschen U-Booten versenkt wurden.

    Es ist dieser Aspekt, der sich in der weltbekannten Romanverfilmung von 1981 kaum wiederfand, und den die Autoren Tony Saint und Johannes W. Betz für die unter der Regie von Andreas Prochaska aufwändig produzierte Neuauflage aufgriffen. Mit der thematischen Öffnung hin zu Buchheims Roman "Die Festung" gelingt es zudem eindrucksvoll, den aufkommenden Widerstand und die grausame Besetzung Frankreichs durch Nazi-Deutschland in einem parallelen Handlungsstrang darzustellen. Die Miniserie besticht nicht nur durch den detailgetreuen Nachbau eines U-Bootes aus dem Zweiten Weltkrieg und aufwändige Effekte. Ihre Spannung und Nähe bezieht sie vor allem aus einem kongenialen Ensemble, das bis in die Nebenrollen hinein handverlesen ist. Der aus dem Dortmunder "Tatort" bekannte Rick Okon lässt das Publikum als junger unerfahrener Kapitänleutnant Klaus Hoffmann die Zweifel an der Sinnhaftigkeit des U-Boot-Krieges und an den Zielen der Nazis hautnah spüren, ebenso wie Vicky Krieps, die glaubhaft und feinfühlig den Weg der aus dem Elsass stammende Simone Strasser von einer glühenden Anhängerin der Nationalsozialisten hin in den Widerstand nachzeichnet. Alle weiteren Darsteller glänzen in ihren Rollen ebenso, von Leonard Scheicher über Rainer Bock, Robert Stadlober, August Wittgenstein, Franz Dinda, Stefan Konarske und Pit Bukowski bis hin zu Lizzy Caplan ("Masters of Sex"), Tom Wlaschiha ("Game of Thrones") und Vincent Kartheiser ("Mad Men"). 

    Dabei ist die Miniserie weit mehr als eine gelungen besetzte Neuinterpretation des Filmklassikers von Wolfgang Petersen. Vor dem Hintergrund des weltweit, auch in Deutschland, wachsenden Zuspruchs für Nationalismus und Faschismus kann "Das Boot" als brandaktuelle Mahnung verstanden werden, wohin Verblendung, blinder Hass auf Andersdenkende und fremde Kulturen schon einmal geführt haben: in Elend, grenzenloses Leid, grausame Verbrechen.

    Das ZDF zeigt die von Bavaria Fiction im Auftrag von Sky Deutschland produzierte Serie in Doppelfolgen ab Freitag, 3. Januar 2020, 20.15 Uhr, an vier aufeinanderfolgenden Abenden, begleitet von zwei Dokumentationen über den U-Boot-Krieg im Zweiten Weltkrieg und der Sonderprogrammierung " Die lange Nacht der U-Boote".

    Frank Baloch
    Doris Schrenner
    Hauptredaktion Internationale Fiktion

    Stab und Besetzung

    Drehbuch      Tony Saint, Johannes W. Betz,
    Simon Allen, Laura Grace,
    Benedikt Röskau
    Serienschöpfer      Tony Saint, Johannes W. Betz
    Regie       Andreas Prochaska
    Kamera       David Luther
    Schnitt          Ueli Christen, Karin Hartusch
    Musik       Matthias Weber
    Szenenbild    Nick Palmer
    Kostüm      Chattoune
    Produktion    Bavaria Fiction, Sky Deutschland,
    Sonar Entertainment
    Produzenten        Moritz Polter, Oliver Vogel, Jan S. Kaiser,
    Marcus Ammon, Frank Jastfelder,
    Jenna Santoianni
    Redaktion    Frank Baloch, Doris Schrenner
    Länge   ca. 115 Minuten (Folge 1),
    3 x ca. 113 Minuten (Folgen 2-4)

      

    Die Rollen und ihre Darsteller

    Simone Strasser     Vicky Krieps
    Kriminalrat Hagen Forster    Tom Wlaschiha
    Kapitänleutnant Klaus Hoffmann     Rick Okon
    Oberleutnant zur See Karl Tennstedt     August Wittgenstein
    Oberfunkmaat Frank Strasser      Leonard Scheicher
    Korvettenkapitän Ulrich Wrangel      Stefan Konarske
    Oberleutnant Robert Ehrenberg      Franz Dinda
    Carla Monroe     Lizzy Caplan
    Samuel Greenwood        Vincent Kartheiser
    Kommissar Pierre Duval     Thierry Frémont
    Margot Bostal    Fleur Gefrier
    Emile Charpentier      Olivier Chantreau
    Fregattenkapitän Gluck       Rainer Bock
    Josef Wolf        Klaus Steinbacher
    Dieselmaat Pips Henke         Pit Bukowski
    Smut       Robert Stadlober
    Benno Schiller     Philip Birnstiel
    Lutz Ritzenhoff       Ben Münchow
    Ralf Groth    Joachim Foerster
    Obersteuermann Eugen Strelitz      Julius Feldmeier
    Gunther Reischl        Leonard Kunz
    Thorsten Hecker     Leon Blaschke
    Peter Kraushaar       Marvin Linke
    Max von Haber       Rafael Gareisen
    Matthias Loidl     Wolfgang Rauh
    Wilhelm Müller    Max Schimmelpfennig
    Steuermann    Felix Prochaska
    Herbert Schwab   Leonard Hohm
    Jack Sinclair    James D'Arcy
    Joachim Weingerber       Matti Schmidt-Schaller
    Klaus Brehm     Florian Brückner
    Bobby Schulz   Pierre Kiwitt
    und andere

    Das Boot (1)
    (Freitag, 3. Januar 2020, 20.15 Uhr)

    Frankreich 1942: Im U-Boot-Hafen von La Rochelle bereitet sich die 40 Mann starke Besatzung der U-612 auf ihre Jungfernfahrt vor. Vor den jungen Männern liegt eine unbekannte Mission in der erbarmungslos geführten Atlantikschlacht des Zweiten Weltkrieges.

    Als neuer Kapitän hat der wenig erfahrene Klaus Hoffmann das Kommando – zum Ärger seines Stellvertreters, des linientreuen älteren Ersten Wachoffiziers Karl Tennstedt. Gleichzeitig kommt Simone Strasser auf der Basis an, um als Sekretärin für den Leiter des Stützpunkts, Fregattenkapitän Gluck, zu arbeiten. Der hiesige Gestapo-Chef Hagen Forster wirft ein Auge auf Simone und erreicht, dass Gluck sie für ihn als Übersetzerin arbeiten lässt.

    Simones Bruder Frank ist ebenfalls in La Rochelle stationiert. Kurz nach ihrem ersten Wiedersehen soll er kurzfristig als Funker auf U-612 eingesetzt werden. Verzweifelt bittet Frank seine Schwester um einen Gefallen, der ihr Leben für immer verändern wird.

    Das Boot (2)
    (Samstag, 4. Januar 2020, 22.00 Uhr)

    Die unerfahrene Mannschaft von U-612 bekommt den heiklen Auftrag, einen US-Amerikaner als Passagier aufzunehmen und auf hoher See gegen einen deutschen Gefangenen auszutauschen. Unterdessen läuft im französischen Hafen La Rochelle ein beschädigtes U-Boot zur Reparatur ein. Der Widerstand sieht eine geplante Parade als ideales Ziel für einen Anschlag: sowohl auf die Deutschen als auch auf die Kollaborateure aus den eigenen Reihen.

    Während U-612 den ersten Teil ihrer Mission abschließt, ist die Crew vom tragischen Tod eines Besatzungsmitglieds betroffen. Schnell sind die Männer bereit, ihrer neuen "Fracht", dem Amerikaner Samuel Greenwood, die Schuld an ihrem Unglück zu geben.

    Die Beziehung zwischen Kapitän Klaus Hoffmann und seinem Stellvertreter Karl Tennstedt ist weiterhin angespannt, da sie sich über die Behandlung des Passagiers der Gegenseite nicht einig sind. Als jedoch ein feindliches Schiff auftaucht, ist die gesamte Besatzung gezwungen, alle Konflikte beiseitezulegen.

    Nach dem Anschlag in La Rochelle muss der Bürgermeister unter den wachsamen Augen von Kommandant Gluck und Gestapo-Chef Hagen Forster eine Entscheidung treffen, die sich verheerend auf das Leben von 100 französischen Männern, Frauen und Kindern auswirken könnte. Der auf französischer Seite zur Zusammenarbeit mit der Gestapo gezwungene Kommissar Duval ist entsetzt.

    Als sowohl Forster als auch die Widerstandskämpferin Carla Monroe ihre Gefühle für Simone Strasser deutlich machen, ist die Übersetzerin zwischen den beiden und deren unterschiedlichen Standpunkten hin- und hergerissen. Simone macht eine schockierende Entdeckung über ihren Bruder und muss akzeptieren, dass sich ihr Leben unwiderruflich verändert hat. Kopfüber taucht sie in die Welt der Résistance ein.

    An Bord von U-612 ist die Stimmung nach einer katastrophalen Konfrontation mit dem Feind bis zum Äußersten gereizt. Von Kameradschaft ist nichts mehr zu spüren; die harte Realität der Kriegsführung hat Einzug gehalten. Kann die Besatzung von U-612 unter diesen Umständen noch ihre Mission erfüllen, Greenwood gegen einen deutschen Gefangenen auszutauschen?

    Das Boot (3)
    (Sonntag, 5. Januar 2020, 22.15 Uhr)

    Die Besatzung von U-612 tauscht auf hoher See ihren US-Passagier gegen einen deutschen Gefangenen aus. Der allerdings entpuppt sich als Überraschung.

    Mit dem mächtigen Ulrich Wrangel ist nun ein zweiter U-Boot-Kapitän an Bord, der die Besatzung schnell spaltet. Zwischen der leicht beeinflussbaren Besatzung und Kapitän Hoffmann kommt es zu einem Machtkampf mit dramatischem Ausgang.

    In der Zwischenzeit entwickelt sich im französischen La Rochelle eine Beziehung zwischen Carla Monroe und Simone. Und Carla versucht, Simone davon zu überzeugen, dass im Kampf gegen die Besatzer Opfer zu bringen sind.

    Die Widerstandskämpfer fühlen sich bei ihren Vorbereitungen zu einem erneuten Anschlag sicher und realisieren nicht, dass Gestapo-Chefermittler Hagen Forster inzwischen die einzelnen Puzzleteile zu einem Bild zusammensetzt, das ihn zu Carla führt.

    Als Forster Simone seine romantischen Absichten mitteilt, ist sie zwischen ihren Gefühlen für Carla und ihrer Pflicht gegenüber ihrer Arbeit hin- und hergerissen.

    Derweil ist die Lage für die Besatzung von U-612 aussichtslos: Der neue Kapitän, Ulrich Wrangel, hat Klaus Hoffmann von dessen Posten entfernt und die unerfahrenen Männer in eine ausweglose Situation geführt. Die Entscheidung eines Angriffs auf ein feindliches Schiff treibt erneut einen Keil zwischen die Besatzungsmitglieder.

    Simone beginnt, sich mit ihrem neuen Doppelleben auseinanderzusetzen. Sie will ein für alle Mal herausfinden, auf welcher Seite sie eigentlich steht. Als es Forster gelingt, sich dichter als je zuvor an Carlas Fersen zu heften, muss Simone entscheiden, ob sie bereit ist, ihr eigenes Leben in Gefahr zu bringen, um andere zu retten.

    Das Boot (4)
    (Montag, 6. Januar 2020, 22.15 Uhr)

    U-612 befindet sich in Seenot und damit in einer ausweglosen Situation. Die Nachricht erreicht bald auch La Rochelle, und Gestapo-Ermittler Forster muss Simone mitteilen, dass es um die Überlebenschancen ihres Bruders Frank ausgesprochen schlecht steht. Hagen Forster verbringt immer mehr Zeit mit Simone und will eine Beziehung mit ihr eingehen. Doch eine überraschende Entdeckung lässt in ihm den schrecklichen Verdacht aufkommen, dass Simone für die Résistance spioniert.

    Carla Monroe, die ihrerseits in Simone verliebt ist, wird eifersüchtig und sinnt auf Rache. Eine weitere unüberlegte Tat des Widerstands bringt erneut unschuldige Menschen in Gefahr. Angesichts dieser Umstände hinterfragt Simone ihre Beziehung zu Carla.

    Der Mannschaft von U-612 gelingt es in einer dramatischen Rettungsaktion, das Boot wieder unter Kontrolle und an die Wasseroberfläche zu bringen. Doch nun ist in den Tanks nicht mehr genügend Treibstoff, um die Reise fortsetzen zu können. Da die Besatzung sich immer noch nicht einig über die weitere Vorgehensweise ist, läuft den Männern die Zeit davon. Selbst wenn sie es zurück nach La Rochelle schaffen könnten, müssten sie sich eine gute Geschichte zurechtlegen, um dem drohenden Kriegsgericht zu entgehen.

    Simone ist inzwischen davon überzeugt, dass ihr Bruder Frank auf See gestorben ist. In dieser verzweifelten Lage ist sie gezwungen, wichtige Entscheidungen für die Zukunft ihrer Familie zu treffen.

    Rollenprofile

    Simone Strasser (Vicky Krieps) ist die Schwester von Frank Strasser, dem Funker der U-612. Sie kam nach La Rochelle, um bei der Deutschen Marine als Übersetzerin zu arbeiten. Simone, eine gebürtige Elsässerin, ist eine schüchterne und zurückhaltende Person, die allerdings stolz auf ihr deutsches Heimatland ist. Sie arbeitet gewissenhaft und erregt dadurch bald die Aufmerksamkeit des Chefs der Gestapo, Hagen Forster. Nach einer unerwarteten Begegnung lässt sie sich auf eine leidenschaftliche, heimliche Romanze mit der schönen Widerstandskämpferin Carla Monroe ein. Simone fühlt sich in der Beziehung sicher. Als jedoch ihre Gefühle für Carla stärker werden, beginnt sie all das in Frage zu stellen, woran sie einst geglaubt hat. Fortan führt sie ein Doppelleben, das sie zwingt, einige schwere Entscheidungen für ihre Zukunft zu treffen.

    Hagen Forster (Tom Wlaschiha) ist gerissen und arrogant, allerdings auch hochintelligent. Er ist Chef der Gestapo in La Rochelle und hat eine nüchterne, klare Sicht auf das, was vor ihm liegt: eine legale Besetzung des Landes, die von den Franzosen widerstandslos akzeptiert wird. Forster glaubt von ganzem Herzen, dass Deutschland den Krieg gewinnen wird und plant bereits seine eigene Zukunft in Frankreich. Um dieses Ziel zu erreichen, macht er vor nichts Halt. Doch als er Simone kennenlernt, wird seine Sicht bald getrübt. Eine Tatsache, die sich Simone mehr und mehr zunutze macht. Ein gefährliches Spiel mit Gefühlen beginnt.

    Klaus Hoffmann (Rick Okon) ist der neue Kapitän der U-612 und auf seiner ersten Mission. Hoffmann will in die Fußstapfen seines berühmten Vaters treten, befürchtet aber, dessen Ruf nicht gerecht werden zu können. Er zweifelt an der Sinnhaftigkeit des Krieges. Seine Gegner spüren seinen Mangel an Überzeugung. Die Beziehung zwischen ihm und seinem Erstem Wachoffizier Karl Tennstedt ist von Beginn an angespannt. Trotz Hoffmanns Bemühungen, die Mannschaft für sich zu gewinnen, verschlechtert sich die Stimmung der Crew zunehmend.

    Karl Tennstedt (August Wittgenstein) ist ein fähiger und erfahrener Erster Wachoffizier, und obwohl er diese Rolle hervorragend ausfüllt, fühlt er sich zu Höherem berufen. Er sehnt sich danach, als Kapitän seine eigene Mannschaft zu führen. Doch anstatt die Kontrolle über ein eigenes U-Boot zu haben, soll er unter dem jüngeren, unerfahrenen Kapitän Hoffmann arbeiten. Der einzige Lichtblick: Tennstedt kennt bereits einen Großteil der Crewmitglieder an Bord der U-612 und weiß, wem er vertrauen kann und wer im Ernstfall zu ihm halten würde.

    Frank Strasser (Leonard Scheicher) ist Oberfunkmaat an Bord der U-612 und der Bruder von Simone. Er ist ein Mann, der voll und ganz zu seinen moralischen Prinzipien steht. Seine Loyalität gegenüber Kapitän Hoffmann gerät niemals ins Wanken. Er hat eine enge Beziehung zu seiner Schwester, aber selbst Simone weiß nicht alles über ihn. Als Frank unerwartet zum Kriegsdienst einberufen wird, bittet er Simone um einen Gefallen, der ihr Leben für immer verändern wird.

    Robert Ehrenberg (Franz Dinda) ist loyal, fair und der Leitende Ingenieur auf der U-612. Als solcher verbringt er viel Zeit mit den Mechanikern an Bord und ist immer wieder begeistert von der technischen Präzision der Maschine. Hinter seinem ruhigen Wesen steckt eine traumatische Vergangenheit: Er verlor seine beiden Kinder im Krieg und ertränkte seinen Kummer schließlich im Alkohol. Tennstedt verhalf ihm nach diesem schweren Schicksalsschlag zu einer Position in der Kriegsmarine.

    Ulrich Wrangel (Stefan Konarske), dem totgeglaubten Kapitän der U-113, eilt ein legendärer Ruf voraus: Jeder in der Deutschen Kriegsmarine kennt seinen Namen oder hat seine Geschichte in den Nachrichten verfolgt. Er ist stark und fokussiert, zeigt sich dabei aber auch oft aggressiv und engstirnig.

    Carla Monroe (Lizzy Caplan) ist eine überzeugte amerikanische Freiheitskämpferin und leitet eine kleine Widerstandszelle in La Rochelle. Carla engagiert sich für "die Sache", egal wie hoch der persönliche Einsatz ist. Seit Carla im spanischen Bürgerkrieg gekämpft hat, ist ihr Körper geschwächt und sie leidet unter großen Schmerzen. Dies führt wiederum zu einer verheerenden Morphium-Abhängigkeit. Carla ist pragmatisch und überzeugt, dass im Kampf gegen die Nazis Opfer gebracht werden müssen, was zu Spannungen und schließlich zu einer Entfremdung zwischen ihr und Simone führt.

    Samuel Greenwood (Vincent Kartheiser) ist ein Dandy aus New York. Er wurde als Kriegsgefangener in Gewahrsam genommen und soll nun Teil eines Tauschhandels mit den Amerikanern werden. An Bord provoziert Greenwood gerne und streut Gerüchte. Überraschenderweise schließt er trotzdem mit einigen Männern eine Art Freundschaft, einschließlich Hoffmann – sehr zur Bestürzung der restlichen Mannschaft.

    Officer Duval (Thierry Fremont) ist der Polizeichef von La Rochelle. Er arbeitet eng mit Forster zusammen und ist in dieser Position an allen Verhören und Bestrafungen der Gestapo beteiligt. Nach außen hält er stets seine raue Fassade aufrecht, im Inneren hat er oft mit Zweifeln und Schuldgefühlen zu kämpfen. Er ist hin- und hergerissen zwischen seiner Pflicht, die Annexion so friedlich wie möglich zu gestalten, und dem Wunsch, für sein Volk einzutreten. Duval wird auf eine harte Probe gestellt, als Forster seine Ziele immer unerbittlicher verfolgt.

    Gluck (Rainer Bock) ist der Flottillenchef der Marinebasis. Zu seinen Aufgaben gehört es, die auslaufenden U-Boote zu überwachen und die an Land zurückgebliebenen Marinesoldaten zu beaufsichtigen. Er arbeitet eng mit Forster zusammen und ist Simones direkter Vorgesetzter.

    Audio-Interview Tom Wlaschiha 

    >> Hier geht's zum Interview (Quelle: all4radio)

    ZDF-History: Das Boot – Die Dokumentation: "1. Jäger"
    (Freitag, 3. Januar 2020, 22.10 Uhr)

    Film von Oliver Halmburger

    Buch und Regie    Heike Nelsen
    Kamera      Thomas Bresinsky

    Begleitend zur Free-TV-Premiere der Serie "Das Boot" zeigt ZDF-History die zweiteilige Dokumentation "Das Boot – Die Dokumentation": Der ersten Teil, "Jäger", ist im Anschluss an die erste Folge "Das Boot" zu sehen, der zweite,"Gejagte, nach der dritten Folge der Serie.

    Der erste Teil, "Jäger", beleuchtet die ersten Jahre der Atlantikschlacht. Mit seinen U-Booten, den "grauen Wölfen", will Hitler im Zweiten Weltkrieg England in die Knie zwingen. Sie sollen Großbritannien vom Nachschub abschneiden und aushungern. "Das einzige, was ich während des Krieges wirklich gefürchtet habe, war die U-Boot-Gefahr", schrieb der britische Premier Winston Churchill später in seinen Erinnerungen.

    Und tatsächlich scheint Hitlers Strategie anfangs aufzugehen: Die deutsche Propaganda tönt von großen Erfolgen der "Helden unter dem Meer". Hunderte Handelsschiffe, britische Flugzeugträger und Schlachtschiffe fallen den Torpedos der U-Boote zum Opfer. Die NS-Wochenschau zeigt mit Orden geschmückte Offiziere und Mannschaften nach ihrer Rückkehr von der Feindfahrt. 

    "Das Boot – Die Dokumentation" zeigt, dass die Schlacht auf dem Atlantik jedoch nichts Heroisches hatte. Die Besatzungen der versenkten Schiffe starben auf See einen grausamen Tod. Und Hitlers U-Boot-Männer hofften allzu oft vergeblich, den Wasserbomben der Begleitzerstörer zu entkommen.

    ZDF-History: Das Boot – Die Dokumentation: "2. Gejagte"
    (Sonntag, 5. Januar 2020, 0.10 Uhr)

    Film von Oliver Halmburger

    Buch und Regie      Heike Nelsen
    Kamera         Thomas Bresinsky

    Drei Jahre machen deutsche U-Boote fast ungehindert Jagd auf alliierte Schiffe. Doch 1942 wendet sich das Blatt. Die Westmächte rüsten auf: mit Radar und Begleitschutz aus der Luft. Sie knacken sogar den Code des deutschen Funkverkehrs. Nun werden die Unterwasserjäger selbst zu Gejagten. Immer weniger deutsche U-Boote kehren fortan von ihrer Feindfahrt zurück.

    Heute liegen die Feinde von einst oft gemeinsam auf dem Grund des Meeres. Sie sind die Opfer eines Krieges, der im Verborgenen stattfand. Ein Krieg, dem 30.000 U-Boot-Männer und 30.000 alliierte Seeleute zum Opfer fielen. Martin Beisheim ist mit 98 Jahren einer der letzten Überlebenden. Als ehemaliger Funker auf "U-578" berichtet er vom Alltag auf See und von lebensbedrohlichen Situationen in der engen Stahlröhre unter Wasser. Seine Erinnerungen lassen die Ängste und Nöte der Männer wieder lebendig werden. Der Historiker Professor Sönke Neitzel und der U-Boot-Experte Timothy Mulligan reflektieren die wirtschaftlichen und politischen Zusammenhänge des U-Boot-Krieges.

    Die lange Nacht der U-Boote
    (Sonntag, 5. Januar 2020, ab 0.55 Uhr)

    Der geheime U-Boot-Krieg (0.55 Uhr)
    Jäger und Gejagte

    Dieser Zweiteiler zeigt, wie sich die U-Boot-Flotten der USA und der Sowjetunion gegenseitig ausspionierten und bedrohten.

    Im Kalten Krieg stand die Welt mehrmals kurz vor einem atomaren Armageddon. Ein Großteil des Konflikts zwischen Ost und West wurde unter Wasser ausgetragen. Der Konflikt war geprägt von einem permanenten Wettrüsten zwischen den USA und der Sowjetunion. Beide Seiten scheuten weder Kosten noch Mühen, um ihre U-Boot-Flotten mit modernster Atomwaffen- und Spionagetechnik auszustatten.

     

    Der geheime U-Boot-Krieg (1.40 Uhr)
    Angriff aus der Tiefe

    Besonders die U-Boot-Flotten erlangten militärische Bedeutung im Kalten Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion.

    Im Zentrum des Konflikts zwischen den Supermächten stand die gegenseitige Abschreckung mittels Atomwaffen. Darüber hinaus entwickelten beide Seiten vielfältige und raffinierte Täuschungsmanöver.

     

    Der Tod auf See – Schiffskatastrophen im Zweiten Weltkrieg (2.25 Uhr)
    Film von Martin Widman und Johan Candert

    "Gustloff", "Steuben", "Goya": 20.000 deutsche Zivilisten verloren ihr Leben, als sowjetische U-Boote am Ende des Zweiten Weltkrieges die drei Flüchtlingsschiffe in der Ostsee torpedierten.

    Es war eine Katastrophe, die um ein Vielfaches größer war als die der "Titanic". Der Film zeigt die Überlebenden, die ihr Leben lang darauf gewartet haben, ihre Geschichten zu erzählen.

     

    ZDFzeit: Geheimnisse des Zweiten Weltkriegs (3.10 Uhr)
    Das Geheimnis von U-513
    Film von Oliver Halmburger

    "Wie ein Geisterschiff lag es vor uns", erinnert sich Vilfredo Schürmann an den Augenblick, als er die ersten Bilder sah, die der Tauchroboter im März 2012 aus der Tiefe schickte. Neun Jahre lang hatten der deutschstämmige Brasilianer und sein Team in den Küstengewässern Brasiliens nach Spuren deutscher U-Boote gesucht, die dort vor 70 Jahren – seit dem Kriegseintritt Brasiliens aufseiten der Alliierten – kreuzten.

    Nach jahrelanger Suche war er am Ziel: In 130 Metern Tiefe entdeckte Schürmann das Wrack von U-513, einem deutschen Langstrecken-U-Boot vom Typ IXC, das bislang als verschollen galt.

    Elf "Graue Wölfe", wie die Boote damals genannt wurden, sind von 1942 an im Südatlantik im Einsatz. Ihr Auftrag: Alliierte Militärtransporter torpedieren und den Nachschub kriegswichtiger Güter nach Großbritannien und in die USA unterbinden. Schon seit drei Jahre tobte die "Atlantikschlacht". Zunächst sind die alliierten Geleitzüge den unsichtbaren Angreifern fast hilflos ausgeliefert. Doch dann rüsten die Westmächte auf, die deutschen U-Boote werden von Jägern zu Gejagten. Admiral Dönitz, der deutsche Oberbefehlshaber der Marine, sieht sich durch die großen Verluste gezwungen, die Geleitzugschlacht im Nordatlantik einzustellen. Der "Tonnagekrieg" soll im Südatlantik weitergeführt werden.

    Anfang 1942 wird U-513 in Dienst gestellt. Im Mai 1943 übernimmt Kapitänleutnant Friedrich Guggenberger das Kommando – ein erfahrener Marineoffizier, von seinen Männern verehrt und von der NS-Propaganda als "U-Boot-Ass" wegen der Versenkung des britischen Flugzeugträgers "Ark Royal" gefeiert.

    Guggenberger nimmt Kurs gen Süden. Vor der Küste Brasiliens soll er Handelsschiffe torpedieren, denn das Land liefert neben Kaffee auch den kriegswichtigen Kautschuk. Ohne Gummi keine Reifen und somit kein Nachschub für die alliierten Truppen, so das Kalkül der Deutschen.

    U-513 versenkt fünf alliierte Schiffe. Doch am 19. Juli 1943 gerät das U-Boot ins Visier eines US-Marinefliegers. Den überraschten Deutschen bleibt keine Zeit zum Abtauchen – von Wasserbomben getroffen, sinkt U-513 binnen weniger Sekunden. Von den 60 Besatzungsmitgliedern können sich nur sieben retten – unter ihnen Kommandant Guggenberger.

    Es waren brasilianische Fischer, die 2010 entscheidende Hinweise auf das verschollene U-Boot gaben. Mehrmals hatten sich ihre Netze am Meeresgrund verfangen. Den zunächst noch sehr vagen Angaben geht Vilfredo Schürmann nach. Über zwei Jahre lang ist der Weltumsegler immer wieder mit seinem Team hinausgefahren, um den Meeresgrund mit einem Sonar abzuscannen. "Einige Freunde haben gesagt, ich würde einem Traum nachlaufen und das U-Boot nie finden. Ich ließ mich aber nicht beirren", sagt er im Interview. Am Ende wird er für seine Ausdauer belohnt: "Ich bin glücklich, ein Teil der Geschichte geworden zu sein."

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