Copyright ZDF/Oliver Vaccaro
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Der Kommissar und die Wut

Mit einem Entführungsfall beginnt für den Berliner Kommissar Martin Brühl (Roeland Wiesnekker) ein gefährliches Katz-  und Maus-Spiel mit den Verdächtigen. Der Vater des Entführten handelt mit Luxussportwagen; seine
gefährliche Kundschaft bewegt sich im Umfeld illegaler Autorennen. Gemeinsam mit Kollegin und Freundin Susanne (Meike Droste) stößt Brühl auf eine zurückliegende Tragödie, die sich auf dem Berliner
Kurfürstendamm abspielte.

  • ZDF, Montag, 7. Dezember 2020, 20.15 Uhr

Texte

Inhalt

Mit einem Entführungsfall beginnt für den Berliner Kommissar Martin Brühl ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel im Umfeld illegaler Autorennen. Der 19-jährige Tim Jatzkowski kommt nicht nach Hause. Zunächst ist das kein Grund zur Sorge. Doch dann geht bei seinem Vater, dem Luxusautohändler Heiner Jatzkowski, eine Lösegeldforderung ein. Kommissar Martin Brühl und sein Ermittlungsteam treffen auf eine geschockte Mutter und einen eher hemdsärmeligen Vater, der meint, die Polizei solle ihren Job machen und Tim finden. Brühl will Jatzkowski überzeugen, das Lösegeld zu zahlen. Unter Jatzkowskis Stammkunden, die er mit getunten Luxussportwagen versorgt, gibt es genügend mit Kontakten zu wohlhabenden Berliner Clans. Doch er entschließt sich gegen eine Lösegeldzahlung. Eine erste Spur führt Martin Brühl zu dem Weinhändler Oliver Froeling. Ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen Brühl, Froeling und Jatzkowskis äußerst gefährlichen Kunden beginnt. Martin und seine Kollegin und Freundin Susanne stoßen auf eine zurückliegende Tragödie – ein nächtliches Autorennen auf dem Kurfürstendamm mit katastrophalem Ausgang. Führt diese Entdeckung zur Lösung des Falls?

Stab

Buch: Christoph Darnstädt
Regie: Andreas Senn
Schnitt: Dirk Grau
Kamera: Leah Striker
Kostüme: Gitti Fuchs
Musik: Florian Tessloff
Produktion: Good Friends Film GmbH 
Produzent: Moritz von der Groeben
Szenenbild: Anke Osterloh
Ton:  Andreas Mücke-Niesytka, Rainer Gerlach
Redaktion: Daniel Blum

Die Rollen und ihre Darsteller*innen:

Martin Brühl - Roeland Wiesnekker
Susanne Koch - Meike Droste
Heiner Jatzkowski - Benno Fürmann
Britta Jatzkowski - Ulrike C. Tscharre
Oliver Froeling - Lucas Gregorowicz
Mattuschek - Michael Schenk
Tim Jatzkowski - Aaron Hilmer
Frauke - Sara Fazilat
Mukthar - Sami Nasser 
Samir - Hassan Kello
Camille Froeling - Katrine de Candole 
und andere 

"Hilflosigkeit und Wut"
Statement von Produzent Moritz von der Groeben

Ein Film über die Wut. Die Wut eines jungen Mannes auf seinen dominanten Vater. Die Wut eines Kommissars über aggressiv dröhnende Autos in der Großstadt. Und vor allem: Die verzweifelte Wut eines Witwers, dessen Frau das sinnlose Opfer von Rasern wurde.

Die Idee zu "Der Kommissar und die Wut" entstand aus der täglichen Erfahrung in Berlin. Hilflos schauen wir zu, wie rücksichtlose Fahrer provozierend über die Hauptstraßen brettern, im wirren Glauben, stets Herr über ihr Gefährt zu sein. Von der Hilflosigkeit und der Wut, die dies in uns auslöst, ist dieser Film inspiriert. Und von einem konkreten Unfall aus dem Jahr 2016. Damals verursachten zwei Raser bei einem Rennen einen tödlichen Unfall auf dem Kudamm. Später wird einer der Fahrer wegen Mordes verurteilt, zum ersten Mal in Deutschland. Doch seitdem ist regelmäßig wieder von illegalen Autorennen auf belebten Straßen mit oft katastrophalem Ausgang zu lesen. Ein Rezept dagegen scheint die Gesellschaft noch nicht gefunden zu haben.

"Der Kommissar und die Wut" sucht nicht nach Erklärungen für die Täter. Er nimmt vielmehr die Perspektive des Angehörigen eines Raser-Opfers ein. Und erzählt das ganz persönliche Drama, welches damit verknüpft ist – eingebettet in einen wendungsreichen Kriminalfall.

"Privates und Professionelles"
Interview mit Maike Droste

Hier geht es zur Audio-Datei:

 

Frau Droste, "Ich will nicht, dass Du ein Hater wirst" sagt Susanne Koch, die Sie im Film "Der Kommissar und die Wut" spielen, zu ihrem Kollegen Kommissar Brühl. Welche Rolle hat Susanne Koch in dem packenden Thriller?

Susanne ist Kriminalpsychologin und nicht nur Kollegin von Kommissar Brühl, sondern auch seine Lebensgefährtin. Für mich ist die Susanne eine sehr eigenständige und starke Persönlichkeit, die eine sehr klare Haltung bezieht, sowohl professionell als auch privat. Dieses Zitat, das Sie gerade erwähnt haben, spricht den Aspekt des Falls an, dass es genügend sogenannte Hater gibt, die es vehement verurteilen, dass Menschen illegale Autorennen veranstalten.  Darüber hinaus reagieren sie sehr emotional darauf und werden eben zu den Hatern, die dann oft in ähnlicher Weise wie die Raser selber gegen die Raser handeln.

Sind Sie für den Eigenbrötler Brühl so etwas wie sein Gewissen, seine Aufpasserin?

Das ist eine Rolle, die mir als Susanne auch nicht immer so gut gefällt. Die Kollegen auf dem Polizeipräsidium sagen ihr immer, wenn Herr Brühl ein wenig außerplanmäßig handelt oder seinen eigenen Spuren nachgeht, dass sie sich darum kümmern soll. Das ist mir als Susanne immer nicht so recht, weil sich da Privates und Professionelles vermischen. Das sind die zwei Ebenen, die ich möglichst korrekt auseinanderzuhalten versuche.

Wie stehen Sie zu illegalen Autorennen?

Ich verurteile das, ich finde das in keiner Form gerechtfertigt oder nachzuvollziehen.

Sie haben selbst zwei Kinder und können ganz sicher mitfühlen, wie die Mutter des entführten Tim Jatzkowski leidet?

Ja natürlich, das ist ja Teil unseres Berufs, dass man Empathie für diese Figuren aufbringt. Im Fall einer Kindesentführung ist es natürlich, wenn man selbst Mutter ist, eine sehr viel konkretere Stimmungslage und Vorstellung. Wobei es immer unter Schauspielern auch das geflügelte Wort gibt: Man muss kein Mörder sein, um einen Mörder zu spielen. Aber natürlich fühlt man als Mutter mit solchen Dingen anders mit.

Wie fällt Ihr persönliches Urteil über den Film aus?

Mich hat der Film sehr beeindruckt, weil ich finde, dass die Figuren sehr fein erzählt werden, auch das Elternpaar und die wirklich schwierige psychologische Situation zwischen den Eltern und dem Sohn. Und natürlich auch die sehr spannende psychologische Beziehung zwischen Täter und Opfer.

Das Interview führte Hermann Orgeldinger, all4radio.

"Verwoben mit dem aktuellen Thema"
Interview mit Roeland Wiesnekker

Hier geht es zur Audio-Datei:

 

Herr Wiesnekker, mit dem Thema "Illegale Autorennen" greift der Film ein ganz aktuelles Thema auf. War das für Sie der Reiz bei diesem Engagement?

Ja, das war und ist ja nach wie vor ein wichtiges Thema, in Berlin sowieso. Der Dreh fiel ja auch gerade in die Zeit, in der das erste Urteil gefällt wurde zu diesem Kudamm-Crash. Und ich fand unsere Geschichte gut verwoben mit einem aktuellen Thema.

Wie würden Sie Kommissar Martin Brühl beschreiben?

Ich glaube, er bewegt sich immer etwas an der Grenze. Er hat eine etwas andere, unkonventionellere Zugangsweise zu gewissen Themen. Ich empfinde ihn als sehr empathisch, aber vielleicht nicht eben gesellschaftsfähig, sagen wir mal so. (lacht). Ich mag die Figur sehr, die vielleicht ein bisschen hinter das Offensichtliche gucken kann, weil er eine gewisse Sensibilität hat.

Was macht Berlin für die Reihe spannend?

Ich empfinde Berlin als eine Stadt mit einer großen Anonymität. Aber ich bin sehr gerne dort, habe da auch schon gelebt. Und trotzdem gibt es kleine Nischen. Es gibt kleine Kieze, wo eine eigene Welt entsteht, etwas Spezielles, das man in einem anderen Kiez vielleicht nicht findet. Für mich sind das lauter verschiedene kleine Städte, Viertel oder Quartiere. Das finde ich spannend, und das ist halt Großstadt. Und in der lebt Martin Brühl.

Sie sprechen als gebürtiger Züricher von Haus aus Schwyzerdütsch. War es eigentlich schwer für Sie, ins Hochdeutsche zu wechseln?

J
a, am Anfang schon. Ich hatte mein erstes Engagement mit 21 in Bochum. Da haben die mich gleich in den Sprachunterricht geschickt, das gab es damals noch an den Häusern. Ja, es ist schon eine Umstellung, wenn man so spricht, wie einem der Schnabel gewachsen ist. Ich muss ehrlich gesagt auch immer noch drauf achten, wenn ich drehe. Aber dann geht es auch gut und mit meinem Sohn rede ich auch hochdeutsch, so ist das nicht. Aber die Muttersprache ist natürlich schon die, die einem am ehesten über die Lippen fließt.

Sie sind Schweizer. Und denen wird von uns Deutschen gerne unterstellt, sie kontrollieren die Geschwindigkeit im eigenen Land total streng, aber sie fahren dann über die Grenze und donnern über deutsche Autobahnen. Mal ganz indiskret gefragt, haben Sie das auch schon mal gemacht?

Ich fahre sehr gerne Auto. Wie soll ich sagen? Ich fahre zügig. Aber ich bin kein Raser, überhaupt nicht. Ich kenne das aber auch, ich bin früher viel nach Berlin gefahren und es ist dann schon auch toll, wenn man da mal 170, 180 km/h fahren kann, obwohl ich das dann auch ziemlich schnell finde. Und ich kenne das von vielen in der Schweiz, die ärgern sich über das Tempolimit, aber wir haben nun mal kleinere Autobahnen und weniger Strecke. Und es entschleunigt, habe ich kürzlich mal gedacht. Man muss ja gar nicht so schnell von A nach B.

Das Interview führte Hermann Orgeldinger, all4radio.

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