Copyright: ZDF / Barbara Bauriedl
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Der Polizist, der Mord und das Kind

Der Fernsehfilm der Woche

Fernsehfilm nach einer wahren Lebensgeschichte: Matthias Koeberlin spielt Opferschutzkommissar Carlos Benede, dessen Leben der elfjährige Alexander (Joshio Marlon) verändert.

  • ZDF, Montag, 11. Dezember 2017, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, ab Sonntag, 10. Dezember 2017, 10.00 Uhr

Texte

Das Gelingen einer Beziehung unter schwierigsten Umständen

Um die hundert Kinder müssen jedes Jahr in Deutschland in Heimen untergebracht werden, weil ein Elternteil den anderen umbringt. Die Heime sind mehr oder weniger dafür gerüstet, den Kindern bei der Überwindung der traumatischen Erlebnisse beizustehen.

Auch der elfjährige Alexander hat das erleben müssen. Eine Reihe glücklicher Umstände führte aber dazu, dass er sich durchkämpfen konnte. Alexander trifft als ungewöhnlicher, starker Junge, geprägt von der Liebe seiner Mutter, auf Kommissar Benede. Carlos Benede ist selbst in einem Kinderheim aufgewachsen und war dort offensichtlich so gut aufgehoben, dass er in der Lage ist, Alexander genügend Liebe und Geborgenheit zu geben, damit dieser sein Leben meistern kann. Unterstützt werden die beiden von einer Vielzahl engagierter Beamter in ihrer Umgebung – bis hin zu dem Mitarbeiter des Jugendamts, der dem alleinstehenden 30-jährigen Polizisten Benede den Jungen in Pflegschaft anvertraut, weil es einfach die beste aller Möglichkeiten zu sein scheint.

"Der Polizist, der Mord und das Kind" ist die Geschichte einer gelingenden Beziehung unter schwierigsten Umständen mit umsichtiger, tatkräftiger Hilfe aller zuständigen Institutionen. Und es ist eine Geschichte über die Kraft der Liebe.

Wir haben uns sehr gefreut, dass Carlos Benede und Alexander zunächst der Produzentin und dann dem Team ihre Geschichte zur Verfilmung anvertraut haben.

Karina Ulitzsch
Hauptredaktion Fernsehfilm

Der Polizist, der Mord und das Kind – Stab, Besetzung, Inhalt

Nach der wahren Lebensgeschichte von Carlos Benede

Regie      Johannes Fabrick
Buch      Dorothee Schön
Kamera            Helmut Pirnat
Ton     Daniel Seiler
Szenenbild       Gabi Pohl
Kostüme        Verena Sapper
Schnitt        Simon Blasi
Musik      Manu Kurz
Produktionsleitung     Barbara Josek
Herstellungsleitung      Sabine Wenath-Merki
Produzentin      Kirsten Hager
Produktion    hager moss film, München
Redaktion       Karina Ulitzsch
Länge      89 Minuten

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Carlos Benede        Matthias Koeberlin
Alexander (11 Jahre)      Joshio Marlon
Alexander (17 Jahre)     Vincent zur Linden
Valerie      Stefanie Stappenbeck
Herr Jacobs      Michael Wittenborn
Rechtsanwältin Zech      Barbara Auer
Rechtsanwalt Boie       Felix Vörtler
Rechtsanwalt Molitor    Stefan Merki
Veljko Mitrovic      Ilir Rexhepi
Evi      Jutta Speidel
Chefin von Carlos       Johanna Bittenbinder
Gordana Mitrovic      Tamara Simunovic
Frau Dragic        Natalia Bobyleva
und andere

 

Inhalt

Das Drehbuch für den Fernsehfilm "Der Polizist, der Mord und das Kind", dessen Handlung als Rückschau erzählt wird, hat Dorothee Schön nach der Autobiographie von Carlos Benede verfasst. Opferschutzkommissar Carlos Benede hat inzwischen seinen Polizeiberuf aufgegeben und führt ein Heim, in dem Jungen mit ähnlichem Schicksal aufwachsen können.

Carlos Benede kümmert sich um Kinder und Jugendliche, die Opfer einer Straftat geworden sind. Sein elfjähriger Schützling Alexander wird sein Leben verändern.

Dessen Vater Veljko ermordete Alexanders Mutter. Der Junge wird vor Gericht gegen den Vater aussagen. Alexander ist ein besonderes Kind, ernst, frühreif und sehr willensstark. Benedes Aufgabe wäre mit Ende des Prozesses erledigt, und Alexander käme in ein Heim. Doch es kommt anders.

Alexander hat Vertrauen zu dem lebensfrohen Benede gefasst, der selbst als Heimkind aufgewachsen ist. Er wünscht sich einen Vater, der so ist wie Benede, und Alexander hat das Glück, im Jugendamt auf den Betreuer Jacobs zu stoßen, der unkonventionelle Wege geht. Er fragt den alleinstehenden Benede, ob er sich vorstellen könne, Alexander in Pflege zu nehmen. Benede stimmt nach kurzer Überlegung zu, und aus der – nicht immer ganz einfachen – Pflegschaft entwickelt sich eine Adoption. Jahre später, Alexander ist 17 Jahre alt, bekommt Benede einen ähnlichen Fall übertragen. Nun ist es Alexander, der Benede dringend bittet, sich auch um diesen Jungen zu kümmern.

"Es war mir eine Ehre, diese Lebensgeschichte filmisch würdigen zu dürfen"

Statements von …

… Autorin Dorothee Schön
Die Lebensgeschichte von Carlos und Alexander Benede ist ein Glücksfall in schwierigen Zeiten. Sie erzählt, wie Menschen an Schicksalsschlägen nicht zerbrechen, sondern daran reifen, weil sie bereit sind, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Das zu erfahren, durch die Arbeit an diesem Film, war für mich Inspiration und Ermutigung.

… Regisseur Johannes Fabrick
In seiner unaufgeregten Art, Kindern in ihrem schier unfassbar schweren Schicksal helfend zur Seite zu stehen, hat mich Carlos Benede sehr berührt. Es war mir eine Ehre, diese Lebensgeschichte filmisch würdigen zu dürfen.

"Für mich war das Wichtigste, dass Carlos Benede mit meiner Interpretation glücklich ist"

Interview mit Matthias Koeberlin

Herr Koeberlin, was hat Sie überzeugt, diese Rolle zu spielen?

Das Drehbuch hat mich von Anfang an begeistert. Carlos Benede und seine Geschichte waren mir nicht bekannt, aber ich war sofort fasziniert und berührt. Daher empfand ich es als großen Vertrauensbeweis, mir diese Rolle anzubieten. Ich musste nicht eine Sekunde überlegen, ob ich die Rolle annehme, zumal ich sehr gespannt auf die Zusammenarbeit mit Johannes Fabrick war.

Ist es für Sie schwieriger, in die Identität eines Zeitgenossen zu schlüpfen als in die einer fiktionalen Figur?

Die Vorbereitung auf eine Figur, die einen existierenden Menschen zeigt, ist eine andere als die auf eine fiktive Figur. Man möchte diesen Menschen so zeigen, dass er sich selbst erkennt und wiederfindet, ohne ihn zu kopieren und nachahmen zu wollen. Besonders, wenn es sich um einen Menschen wie Carlos Benede und seine Geschichte handelt, möchte man natürlich in seinem Sinne agieren, mit seinen Erlebnissen und Entscheidungen sorgsam und achtsam umgehen, und bei aller Wirklichkeitstreue auch eine Spur eigene Interpretation einbringen. Für mich war immer das Wichtigste, dass Carlos Benede mit meiner Interpretation glücklich ist.

Inwieweit war es eine Herausforderung, mit dem Jungen Joshio Marlon zu drehen?

Joshio Marlon war in jeder Hinsicht ein absoluter Glücksgriff. Er ist ein sehr humorvoller, ernsthafter und bezaubernder junger Kollege, der eine Professionalität mitbringt, die für sein Alter bemerkenswert ist. Für mich waren die Tage mit ihm eine große Bereicherung und ich war sehr glücklich, dass wir uns auch abseits des Drehortes wunderbar verstanden haben. Gerade für diesen Film war die Chemie zwischen uns extrem wichtig, und sie war glücklicherweise von Anfang an da.

Konnten Sie nachvollziehen, dass Ihre Figur seine Beziehung zu seiner Freundin "opferte", um ganz für den traumatisierten Jungen da zu sein?

Die Entscheidung, seine Beziehung zu beenden und sich ganz dem Jungen zu widmen, zeugt von einem großen Verantwortungsbewusstsein und einer Konsequenz, die alle seine Entscheidungen auszeichnet. Diese Entscheidung ist ihm sicher nicht leichtgefallen, aber sie war für ihn absolut alternativlos. Sich selbst und die eigenen Bedürfnisse in dieser Form hintenanzustellen, zeugt von großer Menschlichkeit – ich habe größten Respekt davor.

Wie war Ihre Begegnung mit Carlos Benede? Waren Sie nervös, als er zur Premiere Ihres Films auf dem Filmfest München kam?

Die Begegnung mit Carlos Benede war sehr spannend und interessant. Wir haben uns im Vorfeld der Dreharbeiten getroffen und uns lange unterhalten. Für mich war dieses Treffen extrem wichtig, um ein Gefühl für diesen außergewöhnlichen Menschen zu bekommen und ihm zu vermitteln, wie wichtig es mir ist, seine Geschichte absolut in seinem Sinne zu erzählen. Es hat mich sehr stolz gemacht, als ich hörte, dass Carlos Benede zur Premiere kommen würde. Man sollte nicht unterschätzen, was es für ihn bedeutet, sich all dem noch einmal auszusetzen und alle Phasen nochmals zu durchlaufen. Es war für ihn sicher eine surreale Situation, aber er war mehr als zufrieden mit dem Ergebnis, und das war für mich das Wichtigste an diesem Abend.

Kinder werden häufig Zeugen von häuslicher Gewalt. Wird Ihrer Meinung nach genug für diese Opfer getan?

Aus meiner Sicht wird für den Opferschutz, speziell für den Schutz von Kindern, viel zu wenig getan. Das Eingreifen der staatlichen Organe kommt oftmals zu spät, was im Übrigen für viele Straftaten gilt, und auch das Strafmaß steht zum Teil für mich in keinem Verhältnis zur Schwere der Tat. Ich würde mir wünschen, dass die Mittel der Jugendämter und anderer Einrichtungen stark verbessert werden, um wirklich schnell und mit aller Konsequenz einschreiten zu können und nicht erst tätig zu werden, wenn es zu spät ist.

Das Interview führte Gitta Deutz.

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