Copyright: ZDF/Christoph Holsten
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Der Richter

Der Fernsehfilm der Woche

Richter Dr. Joachim Glahn (Heino Ferch) gerät bei seinem aktuellen Mordprozess an den Rand der Legalität, als seine Tochter Luise (Elisa Schlott) entführt und er erpresst wird. Gegen seine Überzeugung soll er einen Mörder freilassen.

  • ZDF, Montag, 16. April 2018, 20.15 Uhr

Texte

Statement von Redakteur Pit Rampelt, HR Fernsehfilm/Serie I

Einer der gesellschaftspolitisch wichtigsten Berufe in einer Demokratie, der Richter, spielt in den deutschen Fiction-Filmen der letzten Jahre kaum eine Rolle. Dieser von den Produzenten Rainer Jahreis und Gabriele Jung auf der Grundlage des Drehbuches von Marija Erceg entwickelte Fernsehfilm der Woche versucht, das Bewusstsein für die Bedeutung des Richterstandes zu schärfen. Den konfliktreichen Krimi, der das Richteramt aus einer ungewöhnlichen Perspektive betrachtet, hat Regisseur Markus Imboden mit Heino Ferch in der Hauptrolle und mit einem prominenten Cast in den Nebenrollen, aus dem Gesine Cukrowski und Elisa Schlott herausragen, inszeniert.

Stab und Besetzung

Stab
Regie_____Markus Imboden
Buch_____Marija Erceg
Kamera_____Martin Farkas
Szenenbild_____Marion Strohschein
Kostüm_____Dorothée Kriener
Schnitt_____Marco Baumhof
Musik_____Mario Lauer
Ton_____Karl Laabs
Ton-Mischung_____Andre König
Music Supervision_____Hansjörg Kohli
Aufnahmeleitung Klaus Richter
Produktionsleitung_____Sabina Belcher
Produzent_____Rainer Jahreis, Gabriele Jung
Produktion_____NFP, neue film produktion GmbH
Redaktion_____Pit Rampelt
Länge_____ca. 89 Min

Die Rollen und ihre Darsteller
Richter Dr. Joachim Glahn_____Heino Ferch
Alexandra Glahn_____Gesine Cukrowski
Holger Wieland_____Wolfram Koch
Werner Kanz_____Francis Fulton-Smith
Luise Glahn_____Elisa Schlott
Pathologin Michaela Biel_____Victoria Sordo
Staatsanwältin Selinay Günes_____Amira El Sayed
Dirk Lüders_____André Jung
Gernot Wollenkamp_____Sebastian Urzendowsky
Maik Fechner_____Sebastian Hülk
Gisela Glahn_____Marie Anne Fliegel
Tobias Schenk_____Leonard Carow
u.a.

Inhalt

Dr. Joachim Glahn, Vorsitzender Richter am Berliner Landgericht, ist bekannt für seinen bedingungslosen Glauben an Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit. Für ihn gibt es keine Grauzone. Auf diesem Weg soll ihm seine Tochter Luise folgen, die erfolgreich ihr Jurastudium absolviert. Die heimliche Affäre mit Gerichtsmedizinerin Michaela Biel hat Glahn gegen seine Gefühle beendet, er will seine Frau Alexandra nicht länger belügen. Doch dann gerät Glahn, der im Gerichtssaal die volle Wahrheit fordert, in ein moralisches Dilemma: Seine Tochter wird entführt und um ihr Leben zu retten, soll er gegen seine Überzeugung den des Mordes angeklagten Holger Wieland freisprechen. Nicht nur der gegnerische Anwalt Werner Kanz setzt ihm in der Verhandlung zu. Glahn erkennt, wie sehr er sich seiner Familie gegenüber bereits in Lügen und Täuschungen verstrickt hat. Der Gerichtsprozess bringt Glahns fragile Familienfassade ins Wanken und verlangt ihm eine schwerwiegende Entscheidung ab.

Audio-Interview mit Heino Ferch

> Hier können Sie sich das Interview anhören

Heino Ferch als Richter im ZDF-Fernsehfilm der Woche "Der Richter", der am Montag, 16. April 2018 um 20.15 Uhr im ZDF läuft.

Heino Ferch ist ein Schauspieler, mit dem die Deutschen ihre Fernsehabende verbringen. Schon seit Jahren ist er eine feste Größe in Film und Fernsehen, besonders im ZDF. Im vergangenen Jahr stand er für das ZDF in Produktionen wie "Angst – Der Feind in meinem Haus" oder "Ein Kind wird gesucht" vor der Kamera und auch in diesem Jahr ist Heino Ferch wieder in tragenden Rollen für das Zweite im Einsatz. Im Fernsehfilm der Woche "Der Richter", ist Heino Ferch in der Rolle des Richters Dr. Joachim Glahn zu sehen, dessen bedingungsloser Glaube an Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit auf die Probe gestellt wird. Als seine Tochter entführt wird gerät er in ein moralisches Dilemma, und auch die perfekte Fassade von Glahns scheinbar perfektem Familienleben droht zu bröckeln. "Der Richter" wird am 16. April um 20.15 Uhr im ZDF zu sehen sein.
Lydia Bautze hat sich im Vorfeld mit Heino Ferch über den Film unterhalten.

Herr Ferch, Sie sind im Fernsehfilm der Woche "Der Richter" zu sehen. Was waren Ihre ersten Gedanken, als Sie das Drehbuch gelesen haben?   

Überraschend einen Richter als Hauptrolle zu sehen, das war das eine, und das was die größte Spannung und das größte Interesse für mich an dem Buch war, ist einfach die komplette Fallhöhe. Der Mann beginnt am Anfang ganz etabliert und durchaus souverän und von sich eingenommen, mit einem jahrelangen Paket als Staatsmann, als Richter, als jemand, der Urteile fällt. Und die große andere Seite, ganz am Schluss, wo letztlich das gesamte Leben für ihn in Frage gestellt ist und bis dahin eine Menge passiert, wo er sich nicht hat träumen lassen, dass er so reagiert oder in diese Situation kommt. (0:36)

Welchen Herausforderungen muss sich Ihre Rolle Dr. Joachim Glahn im Film stellen?   

Er kommt ja auch in Situationen, die ihm ja teilweise keine Auswege lassen, sagen wir mal so. Und das Spannende ist, das ist auch sehr menschlich, wo wir alle ja nie wissen, trifft uns morgen eine Situation, wo wir so reagieren, wie wir es vorher nie gedacht haben. Und das ist doch bei jemandem wie ihm, der ein doch so vermeintlich gefestigter und von sich überzeugter Charakter ist, da kommt auch er unter die Räder. Und wenn das eigene Kind entführt wird, das ist natürlich für jeden ein elementarer Break und eine ganz schlimme Erfahrung und da ist man hilflos und weiß nicht, ob man selber was falsch gemacht hat oder was man dazu getan hat. In dem Fall geht es natürlich auch darum, was gerade beruflich bei ihm verhandelt wird und da ist natürlich die Angst, dass man was falsch gemacht hat, und dass man vielleicht selber was forciert hat, was er nun privat auszubaden hat, ganz furchtbar. (0:49)

Wie würden Sie diesen Richter beschreiben?

Der ist selber aus kleinen Verhältnissen gekommen. Seine Mutter lebt ja noch in der Wohnung, in der er aufgewachsen ist und da ist am Schluss die Mama, die ihre Probleme hat und mit der er sein Leid hat. Sie ist in die Villa umgezogen, zu ihnen; er selber steht am Schluss mit dem was passiert ist und mit dem was er fast alles getan hätte, vor der Wand und vor sich selbst mit einem großen Rätsel und braucht erst mal Zeit zu begreifen, wo er im Leben steht oder wie es weiter gehen könnte. Ich glaube der weiß noch gar nicht, wie es weiter gehen könnte. Er braucht einfach Zeit, diesen Schock zu erfassen. (0:31)

Sie sind selbst Familienvater. Wie war das für Sie in die Rolle eines Mannes zu schlüpfen, dessen Tochter entführt wurde?

Ich denke, das ist das Schlimmste, wenn das Kind entführt wird. Das ist furchtbar, weil ja immer unklar ist, was passieren wird oder man hat keinen Einfluss darauf, was passiert. Oder ist man besser beraten, wenn man die Profis das machen lässt oder kann man überhaupt da sitzen und die anderen machen und es passiert nichts? Also da wird man wahnsinnig, das weiß jeder erst, hoffentlich nie, wenn man selber in die Situation kommt. Aber natürlich führen eigene Kinder zu Gedanken, die man ohne eigene Kinder nicht hat. (0:23)

Der Film hat auch einen aktuellen Bezug.

Ja, als ich heute hierher geflogen bin, habe ich gelesen, dass die neue Regierung verstärkt gegen Clans vorgehen möchte. Die Gesetzgebung und das Durchgreifen, das war ein Stichwort, was ich gelesen habe. Ich habe mich vor den Dreharbeiten mit ein paar Richtern getroffen. Ich habe unter anderem eine Richterin getroffen, die aus dem Beruf raus ist und etwas anderes als Juristin macht, die sich selber nicht mehr sicher gefühlt hat. Sie war unsicher und hat gesagt ich habe nicht das Fell und nicht die dicke Haut, dass ich sage, mein Urteil, das vielleicht Menschen ins Gefängnis bringt, da gibt es vielleicht andere, die sich dafür rächen können. Ich glaube das ist sicher aktuell. (0:33)

Wie war die Zusammenarbeit am Set?

Ich kenne Markus Imboden, den Regisseur schon lange, wir haben schon zwei große Zweiteiler gemacht, wir mögen uns sehr und das ist ein großes 'juhu' gewesen, als es Markus Imboden auf dem Buch war und als er mir gesagt hat, er wird das inszenieren. Das war sofort die halbe Miete, dass man jemanden hat, mit dem man wahnsinnig gerne beieinander ist und der auch von der Fantasie, dessen was man sich selber vorstellt und wo man gleich tickt, das hilft immer. Und Gesine Cukrowski, das ist auch eine sehr geschätzte, tolle Frau und auch Wolfram Koch, klar, und André Jung, ein sehr eigenwilliger Charakter. Meine Filmtochter Elisa Schlott, ein ganz großes Talent, eine bildhübsche, junge Schauspielerin, die ganz toll ist. Das war eine ganz große Freude, mit so tollen, vor allem mit so jungen Kollegen, zusammen zu sein. (0:47)

Im ZDF sieht man Sie in ganz verschiedenen Rollen, zum Beispiel in Angst oder in Ku’damm. Wie stellen Sie sich auf diese unterschiedlichen Charaktere ein?   

Immer voll konzentrieren auf das, was gerade angesagt ist. Bücher ernst nehmen, gute Szenen ernst nehmen, vorbereiten und das Gefühl von hier leben lassen. (0:11)

Wie würden Sie den Film „Der Richter“ zusammenfassen?

Eine hoffentlich gelungene Mischung aus Drama eines Mannes, Familiendrama, Crime und ein bisschen Thriller auch. Es ist sehr an der Figur des Richters erzählt, spannend. (0:12)

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