DIE TRUCKER

Drei neue Folgen der "ZDF.reportage"-Reihe

Wie erleben Trucker den Alltag auf deutschen Autobahnen? Was treibt sie um auf ihren wochenlangen Touren durch Deutschland und Europa? Und wie bekommen sie dabei ihr Privatleben gemeistert? Erneut hat Filmautor Broka Herrmann die drei vermeintlichen "Könige der Autobahn" begleitet, die er erstmals bereits im Januar des vergangenen Jahres in der "ZDF.reportage"-Reihe "DIE TRUCKER" präsentierte. Ab 17. Januar 2016, sind sonntags um 18.00 Uhr drei neue Folgen zu sehen.

  • ZDF, Ab 17. Januar 2016, sonntags 18.00 Uhr

    Texte

    Sendetermine und Stab

    Sonntag, 17. Januar 2016, 18.00 Uhr
    ZDF.reportage
    DIE TRUCKER – Heißes Pflaster Autobahn

    Sonntag, 24. Januar 2016, 18.00 Uhr
    ZDF.reportage
    DIE TRUCKER – Knochenjob hinterm Steuer

    Sonntag, 31. Januar 2016, 18.00 Uhr
    ZDF.reportage
    DIE TRUCKER – Mit 80 Sachen gegen die Uhr

    Filme von Broka Herrmann

    Kamera: Marc Nordbruch
    Produktion: Broka-Film
    Redaktion: Rita Stingl, Heike Schnaar

    DIE TRUCKER – Starke Kerle und heiße Frachten

    Trucker – ein Knochenjob. Die Kapitäne der Landstraße wurden längst zu Terminsklaven des Warenverkehrs. LKW blockieren Rastplätze und nerven PKW-Fahrer. 2,5 Millionen LKW sind in Deutschland gemeldet. Dazu kommen nochmal so viele aus dem europäischen Ausland. "Just in time" heißt die Zauberformel der Industrie – und so rollen täglich Millionen Tonnen Waren über deutsche Straßen, 77 Prozent des gesamten Güterverkehrs.

    Kai J. ist Trucker seit 20 Jahren. Er transportiert Autos in die ganze Republik. Immer gegen die Uhr, unter der Woche getrennt von Frau und Kindern. Er ist vor allem sauer auf die wachsende Konkurrenz durch osteuropäische Speditionen, die mit Dumpingpreisen den Markt aufmischen: "Dabei gehen alle Sicherheitsstandards und der gesunde Menschenverstand den Bach runter", schimpft er.

    Erich A. fährt schon seit Jahrzehnten, steht kurz vor der Rente und fährt nur Terminfracht. Er ist einer, der "den Kitzel braucht". Inzwischen ist aber der tägliche Druck so groß, dass er fast durchdreht. Und wenn dann sein Navigationsgerät spinnt, geht nichts mehr. Erich hat "Diesel im Blut", wie er sagt, und erzählt, dass er "im LKW groß und alt geworden" ist. Er liebt und hasst seinen Beruf.

    Der Dritte im Bunde zählt zu den ganz Großen: Hardy F. fährt nur Schwertransporte. Er ist ein Macher. Egal was kaputt geht, der Landmaschinenschlosser aus der ehemaligen DDR kann alles. Hardy transportiert die besonderen Fälle: Baukräne, Bagger, Teile von Windkraftanlagen. Er lebt und arbeitet antizyklisch, "voll gegen den Biorhythmus", wie er sagt, immer nur nachts. Einsam spult er seine Touren ab, immer im Dunkeln, weil so große Kolosse nicht am Tag fahren dürfen. 

    "DIE TRUCKER – Starke Kerle und schwere Lasten" ist Auftakt zu den drei neuen Reportagen über den immer härter werdenden Alltag auf deutschen Autobahnen – ein Best-of aus den ersten drei Folgen. Für diese wie für die neuen Reportagen haben Broka Herrmann und Kameramann Marc Nordbruch die Fernfahrer wochenlang auf ihren Touren durch Deutschland und Europa begleitet.

    DIE TRUCKER – Heißes Pflaster Autobahn

    Hardy F. transportiert die ganz schweren Lasten: Baukräne, Bagger, Teile von Windkraftanlagen. Immer nachts, weil so große Kolosse am Tag nicht fahren dürfen. Hardy ist ein Macher und kann alles selbst reparieren. Als jedoch sein Riesenlaster mit 128 Tonnen Gewicht im Morast einer Baustelle versinkt, stößt auch er an seine Grenzen.

    Als mitten auf der Autobahn bei Bayreuth ein Transporter brennt, ist Hardy einer der ersten an der Unfallstelle. Er vermutet einen Kabelbrand oder einen überhitzten Motor – immer wieder gibt es kleine Explosionen. Der Fahrer konnte sich rechtzeitig aus dem Transporter retten – Hardy ist erleichtert: "Solange der Fahrer raus ist, ist die Welt für mich heute wieder in Ordnung".

    "Null Freunde, Null" hat ihm diese Arbeit mit ihren unsozialen Zeiten gelassen. Und selbst, wenn er am Samstagnachmittag nach Hause kommt, fällt es ihm schwer, sich liebevoll um seine Frau und seine Kinder zu kümmern. Er ist einfach zu kaputt.

    DIE TRUCKER – Knochenjob hinterm Steuer 

    Eigentlich ist Erich A. seit einem halben Jahr in Rente, doch der Trucker aus der Pfalz kann einfach nicht aufhören. Er hält es zu Hause nicht aus: Das sei nichts für ihn, das geregelte Leben.

    Nach 43 Jahren auf dem Bock kriegt Erich sich mit seiner Frau stets in die Haare, wenn es um die Hausarbeit geht: Ob Einkaufen oder Fensterputzen, nichts macht er richtig. Deshalb arbeitet Erich jetzt wieder, fährt Urlaubsvertretungen bei seinem früheren Chef.

    Mit seinem Job als Aushilfs-Trucker versucht Erich, dem häuslichen Alltag zu entkommen. Er liebt seinen Job über alles, braucht den Nervenkitzel, hat "Diesel im Blut", wie er selbst sagt. Er weiß nie, wo er morgen ist: Als Termintrucker bekommt er erst beim Entladen den neuen Auftrag mit neuer Adresse und Anlieferzeit. So gerät er schnell in Stress, wenn das Navi ihn falsch leitet oder ein Stau den Terminplan durcheinanderbringt.

    DIE TRUCKER – Mit 80 Sachen gegen die Uhr

    Kai hat Stress, weil seine 14-jährige Tochter im Krankenhaus liegt. Doch während sie in den OP geschoben wird, steht er noch im Stau eines schweren Unfalls: "Das sind die Momente, wo du den Job am liebsten hinschmeißen willst", erklärt Kai resigniert.

    Kai steht ohnehin unter Druck: Sein neuer Truck macht ihm das Leben zusätzlich schwer: Die komplizierte Hightech muss er sich erst erarbeiten. Das Auf- und Abladen mit der neuen Hebetechnik hat er noch nicht intus, setzt ihn gewaltig unter Stress. Alles dauert doppelt so lange wie früher, und abends kämpft er stets um einen Schlafplatz auf den total überfüllten Rastplätzen. Nicht selten bleibt ihm nur noch die "gefährliche Einfädelspur", auf der er kaum ein Auge zumacht.

    Infos zu den ersten drei Folgen von "DIE TRUCKER"

    Am 11, 18. und 25. Januar des vergangenen Jahres hatte die "ZDF.reportage" die ersten drei Folgen über die drei Trucker gesendet – mit den Untertiteln "Immer gegen die Uhr", "Schwere Last auf Achse" und "Mit Vollgas zur Hochzeit". Damals gaben die drei Trucker folgende Statements:

     

    Kai J.:

    "So ein LKW kennt ja mehr persönliche Momente von mir als meine Familie, meine Frau oder Bekannte. Ich verbringe da jeden Tag 15 Stunden, und dann schlafe ich immer noch neun Stunden da drin."

    "Die meisten Unfälle passieren nach wie vor durch zu viel Technik im LKW. Wenn du mal so manche Leute beobachtest beim Fahren, da wird am Laptop gespielt oder am Smartphone. Da werden Sachen während der Fahrt bestellt und irgendetwas gegoogelt. Das lenkt ab. Und wenn du dann so ein Stauende hast und guckst aufs Handy, das sind Sekunden. Aber da kann‘s auch schon passiert sein."

    "Sekundenschlaf hab ich auch schon mal gehabt. Also wer mir da erzählt, dass er das noch nie gehabt hat, der lügt, ohne rot zu werden. Also ich wüsste keinen, dem es noch nicht passiert ist. Zum Glück war es nur eine Sekunde gewesen, aber ich glaube, das haben wir alle schon gehabt."

     

    Erich A.:

    "Das Schlimme, wenn du so unter Zeitdruck bist, dann hast du das subjektive Empfinden, dass alles gegen dich ist. Die Ampel ist doppelt so lange rot wie normal. Oder es gehen die Schranken zu oder es fährt einer vor dir her, der macht langsam. Der macht aber nicht langsam, du hast nur das Empfinden."

    "Es war einfach als Kind mein Traum, weil ich aus einer Fuhrmannsfamilie stamme. Mein Großvater war schon mit Pferden Fuhrmann, und ich bin eigentlich mit Diesel im Blut geboren worden. Ich bin als Kind im LKW mitgefahren, bin im LKW groß geworden und alt geworden."

    "Jetzt geht die Rechnerei wieder im Kopf, ob das überhaupt hinhaut, ob das passt. Bei der Disposition, da passt das am Rechner, am Computer, am Routenplaner. Aber die Einflüsse durch Staus, durch Verzögerungen, erkennt kein Computer. Und das ist das Ungewisse in diesem Beruf: Man weiß nie, wo man am nächsten Tag ist."

    "Du weißt eigentlich nicht, wie deine Kinder ticken. Wie deine Frau, die eigentlich selbständig zu Hause ist, sich um alles kümmert, was im Haushalt passiert, was auf dem Grundstück passiert, was mit Versicherungen, Steuern passiert. Du brauchst dich im Prinzip um nichts kümmern, du musst nur arbeiten. Du bist eigentlich nur 'ne dumme Arbeitsdrohne, die durch die Gegend fährt, Kohle nach Hause schleppt."

     

    Hardy F.:

    "Die Arbeit macht schon Spaß und ist auch interessant. Aber das ist eben halt nicht jedermanns Sache. Ich könnte auch nicht jeden Tag in der Backstube stehen. Oder ich könnte auch nicht den ganzen Tag an der Drehmaschine stehen. Jeder soll das machen, wofür er Interesse hat."

    "Du hast viel Zeit zum Nachdenken. Und manchmal wird man auch depressiv. Manchmal ist die Fahrerei wirklich zum Kotzen. Es ist so anstrengend, nachts durch die Gegend zu fahren."

    "Bei mir ist das Ziel, jeden Tag heil über die Straße zu kommen, ohne dass da großartig etwas passiert. Mit Spaß und Humor bei der Arbeit zu sein, macht die Sache schon angenehm. Aber ich kann ja auch nicht jeden Tag durch die Gegend grinsen, weil man hat ja auch noch ein paar andere Sorgen und andere Probleme, die man eben mit sich selber ausmachen muss."

    Biografische Angaben zum Filmautor

    Nach dem Studium der Psychologie und Pädagogik in Bamberg, Marburg und Berlin war Broka Herrmann Mitgründer der "taz" in Berlin. Nach Stationen als freier Journalist bei der Frankfurter Rundschau, als Pressesprecher im Hessischen Landtag sowie in der Werbung landete er als Quereinsteiger beim Fernsehen. In den vergangenen 21 Jahren produzierte Broka Herrmann rund 90 Dokus, Reportagen und Porträts für ARD, ARTE und ZDF. Seit dreizehn Jahren ist er mit der Firma "Broka Film" selbständig. Im ZDF sind seine Filme hauptsächlich in den Reihen "ZDF.reportage" und "37°" zu sehen.

    Infos zur "ZDF.reportage"

    Die "ZDF.reportage" berichtet immer sonntags, 18.00 Uhr, aus der Alltagswirklichkeit der Zuschauer. Sie greift Themen auf, die aktuell und brisant sind und setzt sie spannend und emotional um. Dabei erzählt die "ZDF.reportage" immer aus der Perspektive der Betroffenen, von Menschen, ihren Lebenswegen und Schicksalen, ihren Konflikten, ihren Hoffnungen und Träumen. Die meisten Reportagen spielen in Deutschland, bei Auslandsthemen ist stets ein deutscher Bezug vorhanden.

    Fotohinweis und Impressum

    Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/zdfreportage

    Impressum

    ZDF Hauptabteilung Kommunikation
    Presse und Information
    Verantwortlich: Alexander Stock
    E-Mail: pressedesk@zdf.de
    © 2016 by ZDF

    Weitere Informationen

    Impressum

    Ansprechpartner

    Name: Thomas Hagedorn
    E-Mail: hagedorn.t@zdf.de
    Telefon: 06131/7013802