Die Wallensteins

Dresdner Dämonen

Jede Menge Zündstoff liefert der neue ZDF-Samstagskrimi "Die Wallensteins": Anja Kling und Lisa Tomaschewsky spielen das ungleiche Mutter-Tochter-Gespann, das ab sofort gemeinsam in Dresden ermittelt. Das Drehbuch schrieben Christoph Silber und Thorsten Wettcke. Regie führte Carlo Rola.

  • ZDF, Samstag, 18. April 2015, 20.15 Uhr

Texte

Anja Kling und Lisa Tomaschewsky
Frauen-Power in der Dresdner Mordkommission

Es gibt im deutschen Primetime-Fernsehen viele Krimireihen und viele sich unterscheidende Ermittler-Konstellationen, aber es gibt keine Reihe mit zwei Kommissarinnen. Diese Lücke schließen jetzt "Die Wallensteins". Mit Bärbel und ihrer Tochter Kim Wallenstein, geschiedene Tilly, prallen zwei Temperamente und zwei Welten aufeinander. Nicht nur weil Mutter und Tochter zwei verschiedenen Generationen angehören. Sie haben auch diametral andere Vorstellungen von Ermittlungsarbeit und Lebensführung. Und so gibt es Reibereien im privaten Leben und Zwist in der Arbeit der Mordkommission. Aber im Ernstfall halten Mutter und Tochter fest zusammen und ergänzen sich bestens. Den Zuschauer erfreut dieses Duo durch Spannung und Amüsement.

Anja Kling, seit langem eine der profiliertesten und beliebtesten Schauspielerinnen, und Lisa Tomaschewsky, eine der gesuchtesten ihres Alters, geben den Rollen Glaubwürdigkeit und Kraft und überzeugen durch differenziertes und bewegendes Spiel. Schauplatz der neuen Reihe ist Dresden und das Umland. Sachsen wird im besonderen Maße von Crystal Meth überschwemmt, das häufig aus Tschechien stammt. Der erste Fall des Kommissarinnen-Duos dreht sich um die zerstörerischen Folgen der Designer-Droge für ganze Familien – die neue Reihe geht auf Themen ein, die aktuell viele Menschen beschäftigen.

"Die Wallensteins" ist das erste für den ZDF-Samstagskrimi konzipierte Programm, das in einem der ehemals so genannten neuen Bundesländer spielt. Es ist daneben der fünfte neue ZDF-Samstagskrimi innerhalb der letzten zwei Jahre. Alle vorangegangenen Innovationen am Samstagabend kamen bislang beim Publikum sehr gut an – die neue Reihe wird die Zuschauer ebenfalls nicht enttäuschen, weil sie spannend, emotional und auch humorvoll ist.

Günther van Endert
Redaktionsleiter Fernsehfilm II

Stab, Besetzung, Inhalt

BuchChristoph Silber, Thorsten Wettcke
RegieCarlo Rola
KameraNicolay Gutscher
SzenenbildMarcus A. Berndt
SchnittFriederike von Normann
MusikOliver Biehler
ProduzentenProf. Regina Ziegler, Prof. Wolfgang Hantke
ProducerinIlka Förster
RedaktionGünther van Endert
Längeca. 89 Min.

 

Eine Produktion der Ziegler Film im Auftrag des ZDF.

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Bärbel WallensteinAnja Kling
Kim WallensteinLisa Tomaschewsky
Fabian WiedlitzTobias Oertel
Rolf KochBenjamin Sadler
Stefanie KochSarah Horváth
Loni GüntherInka Friedrich
Carsten GüntherAndreas Schmidt
Laura KochEsther Esche
Uwe AlbertSteffen Münster
Staatsanwalt BorisThomas Bading
Rechtsmediziner RaikoChristian Erdmann
und andere

 

Inhalt

"Die Wallensteins" – der neue ZDF-Samstagskrimi mit zwei Ermittlerinnen in Dresden. Beide haben rigoros unterschiedliche Vorstellungen über das Leben und die Ermittlungsarbeit in der Mordkommission.

Ein junger Mann stirbt durch eine Explosion in seiner Dresdner Wohnung. In seinem Blut wird Crystal Meth gefunden.

Vermutlich kommt die Droge, deren Konsum sich rasend schnell ausbreitet, aus Tschechien. Während der Ermittlungen erwartet Bärbel Wallenstein eine handfeste Überraschung. Ihre eigene Tochter Kim wird ihr als neue Kollegin vorgestellt. Zwischen den beiden herrschte jahrelang Funkstille, doch jetzt ist Kim wieder da – und so wird das ungleiche Mutter-Tochter-Gespann ab sofort gemeinsam in dem Fall ermitteln. Eine erste Spur führt zum "Kleinen König", einem Großdealer aus Tschechien, der das Grenzgebiet seit Jahren zu versorgen scheint. Ihm konnte bislang nichts nachgewiesen werden. Bärbel und Kim fühlen sich wie David vor Goliath.

Doch sie nehmen die Herausforderung mit viel Energie an. Trotz ihres ungelösten privaten Konflikts miteinander und scheinbar unüberwindbaren Hürden, falschen Verdächtigen, schweigenden Zeugen und überraschenden Wendungen können sie den Fall lösen und stoßen auf ein Familiendrama.

"Es entstehen völlig neue Möglichkeiten, Geschichten zu verbinden"

Statement von Produzentin Prof. Regina Ziegler

 

Als wir mit den ersten Überlegungen für "Die Wallensteins" angefangen haben, haben wir uns gefragt: Gibt es in der dicht besiedelten Topographie des deutschen TV-Krimis überhaupt noch weiße Flecken? Mit Blick auf die besonderen Beziehungen der Hauptakteure zueinander ebenso wie mit Blick auf die Örtlichkeit? 

Mit "Die Wallensteins" zeigen wir, dass sich die Suche lohnt. Wenn Mutter und Tochter, mit ihrer schwierigen Vergangenheit sich zugleich abstoßend und anziehend, das Team der Ermittler bilden, dann entstehen daraus völlig neue Möglichkeiten, die Spannung der Kriminalgeschichte mit der Gespanntheit einer Mutter-Tochter-Geschichte zu verbinden – einer Mutter-Tochter-Geschichte, in der sich ganz nebenbei der Unterschied zeigt, wie zwei Generationen ihre Probleme präsentieren und am Ende bewältigen. Das Publikum interessiert sich nicht mehr nur für Täter und Opfer, sondern es beobachtet zugleich, wie zwei Ermittler in eigener Sache ermitteln.

Als attraktiven Hintergrund der Wallensteins bringen wir eine Stadt auf den Schirm, die wir lange bevor sie ein paar Wochen lang im Fokus der Aufmerksamkeit gestanden hat, ausgewählt, in die wir uns regelrecht verliebt haben: Dresden.

Wir haben diese Stadt gewählt, weil sie beides zeigt: das Alte und das Neue, und, wie bei der Frauenkirche und anderen Bauten, das Erneuerte. Dresden ist eine der schönsten deutschen Städte – genau richtig für eine der schönsten Arten, sich mit Fernsehen zu unterhalten. 

"Feminine Intuition gepaart mit klarer Sicht auf die Fakten"

Interview mit Anja Kling

 

Frau Kling, beschreiben Sie Bärbel Wallenstein, welche Wesenszüge zeichnen sie aus?

Bärbel Wallenstein ist eine unkomplizierte, direkte, sehr genau arbeitende Person, die zu ihren Kollegen und auch ihrem Vorgesetzten ein loyales und freundschaftliches Verhältnis hat. In ihrem Privatleben allerdings ist seit jeher einiges schiefgelaufen. Sie wurde sehr früh Mutter, hatte wechselnde Beziehungen und kann sich bis heute offenbar schwer auf zu viel Nähe einlassen.

Wie reagiert Bärbel, als Sie erfährt, dass ihre neue Kollegin ihre eigene Tochter ist?

Aus Bärbels Sicht wurde sie von ihrer Tochter, als diese 16 war, verlassen. Kim ging zu ihrem Vater und hat sich zehn Jahre nicht bei ihrer Mutter blicken lassen. Das war ein großer Schock für Bärbel und der Schmerz darüber sitzt bis heute tief. Als sie dann erfährt, dass ihre neue Kollegin ihre Tochter ist, schwankt Bärbel zwischen dem mütterlichen Gefühl der grenzenlosen Freude über das eigene Kind und der Angst vor erneuter Ablehnung und Zurückweisung. Deshalb ist sie zunächst vorsichtig und streng Kim gegenüber. Aber in ihr drin brodelt der unbedingte Wunsch nach Harmonie.

Was zeichnet das Ermittler-Duo Bärbel und Kim Ihrer Meinung nach aus?

Bei Kim und Bärbel entstehen Lösungsansätze sehr ähnlich – durch feminine Intuition gepaart mit einer sehr klaren Sicht auf die Fakten. Beide Frauen sind sich in der Art des Humors, der Bissigkeit und Beherrschtheit sehr gleich, ob sie das wollen oder nicht.

Haben Sie sich vor den Dreharbeiten schon einmal mit der verheerenden Wirkung der Droge Crystal Meth beschäftigt?

Ich habe viel gelesen und im Fernsehen darüber gesehen. Es ist wohl die verheerendste und schrecklichste Droge zurzeit, denn sie ist leicht herstellbar, billig zu haben und macht auf der Stelle süchtig.

Aus Sicht einer Mutter: Wie steht es um Drogenaufklärung und Präventionsmaßnahmen in Deutschland, findet das Ihrer Ansicht nach sinnvoll und ausreichend statt?

Man kann gar nicht genug darüber reden und aufklären. Auch ich als Mutter spreche viel mit meinen Kindern über dieses Thema. Da ich sie nicht ununterbrochen begleiten und kontrollieren will und kann, müssen sie einfach ganz genau wissen, was sie tun und welche Konsequenzen mögliche Fehltritte hätten.

Was macht den Reiz der Stadt Dresden als Drehort aus?

Dresden wird nicht umsonst seit jeher "Elbflorenz" genannt. Es ist eine so unglaublich schöne, architektonisch interessante, traditionelle und facettenreiche Kulturstadt und nach dem Mauerfall ist sie in allem nochmal großartiger geworden.

Wie würden Sie die Zusammenarbeit mit Regisseur Carlo Rola beschreiben?

Carlo Rola ist ein unglaublich humorvoller Mensch. Ich habe selten in einem Set so viel lachen können, wie bei ihm. Er liebt seine Schauspieler wie das Leben, sein Glas ist immer halbvoll statt halbleer. Das Arbeiten mit ihm macht einfach rundum Spaß.

 

Das Interview führte Ellen Wirth.

"Das Duo ist von Grund auf sehr besonders"

Interview mit Lisa Tomaschewsky

 

Frau Tomaschewsky, wie beschreiben Sie Kim Wallenstein?

Kim ist eine ehrgeizige und vor allem zielstrebige Person, wenn es um ihren Job geht. Trotzdem hat sie auch eine sehr sensible Seite und ist emotional durchdacht – das heißt, sie lässt ihre Emotionen nur durch, wenn sie dies auch verantworten kann. Wenn es um ihre Mutter geht ist sie eher empfindlich, da sie dieser Konflikt sehr geprägt hat. Abgesehen davon ist Kim technisch sehr interessiert und kennt sich mit allen neuen Geräten aus.

Gibt es Charakterzüge an Kim, die Ihnen vertraut oder aber auch komplett fremd sind?

Sie ist eine Person, die mir sehr vertraut ist. Ich bewundere vor allem ihre Zielstrebigkeit und wie sie es schafft, Konflikte zu lösen, ohne diese eskalieren zu lassen – das versucht sie jedenfalls, aber es klappt nicht immer, weil sie auch gern provoziert, aber auch dies immer überlegt und stets mit Stil.

Warum bewirbt sich Kim ausgerechnet in Dresden und dann noch in der Abteilung ihrer Mutter? Worum geht es ihr dabei?

Sie will die Dämonen der Vergangenheit aufarbeiten und ihre psychischen Traumata bewältigen. Sie hat ihre Mutter einige Jahre nicht gesehen und folgt der Empfehlung ihrer Therapeutin.

Das Verhältnis zwischen Kim und Bärbel ist alles andere als gut. Was denkt Kim über ihre Mutter und was erwartet sie von ihr?

Sie ist von ihrer Mutter zutiefst enttäuscht und erwartet erst mal gar nichts. Sie ist allgemein zu schlau, um Schwäche zu zeigen, deshalb hält sie auch das Verhältnis zu ihrer Mutter eher distanziert. Was vielleicht auf privater Ebene nicht funktioniert, ist im Job wiederum ganz anders, denn als Ermittlerteam sind die beiden unschlagbar.

Was zeichnet dieses Ermittler-Duo Ihrer Meinung nach aus?

Dieses Duo ist schon von Grund auf sehr besonders. Immerhin sind es zwei Frauen, die zusammen ermitteln und dann kommt noch hinzu, dass es Mutter und Tochter sind, die eine ganze Menge aufzuarbeiten haben. Dass diese Mischung funktioniert ist schon sehr besonders.

Was macht für Sie den Reiz Dresdens als Drehort aus? Waren Sie vor den Dreharbeiten schon einmal dort?

Ich war schon vor einigen Jahren in Dresden und habe die Semperoper besucht und mir das Russische Staatsballett angesehen. Die Altstadt begeistert im historischen und architektonischen Sinne und die Dresdner scheinen mir sehr ruhige und entspannte Menschen zu sein. Dazu kommt noch, dass die Elbe durch Dresden fließt und ich als ursprüngliche Hamburgerin ein großer Fan der Elbe bin.

Wie würden Sie die Zusammenarbeit mit Regisseur Carlo Rola beschreiben?

Carlo Rola ist ein toller Regisseur, der stets überdurchschnittlich vorbereitet ist und eine gute Stimmung mit ans Set, aber auch das Auge fürs Detail mitbringt. Ich bin sehr dankbar, dass er mir diese große Chance gegeben hat als junge Ermittlerin bestehen zu dürfen.

 

Das Interview führte Ellen Wirth.

Bildhinweis und Impressum

Fotos über ZDF Presse und Information
Telefon: (06131) 70-16100 oder über
pressefoto.zdf.de/presse/diewallensteins

ZDF Hauptabteilung Kommunikation
Presse und Information
Verantwortlich: Alexander Stock
Foto: ZDF/Conny Klein
E-Mail: pressedesk@zdf.de
© 2015 ZDF

Impressum

Ansprechpartner

Name: Elisa Schultz
E-Mail: presse.muenchen@zdf.de
Telefon: 089 99551349