Hilde, Anne und Conny in Amsterdam. Copyright: ZDF/Boris Laewen
Hilde, Anne und Conny in Amsterdam. Copyright: ZDF/Boris Laewen

Doppelzimmer für drei

Drei Freundinnen und ein verrücktes Wochenende in Holland: In der emotionalen Komödie "Doppelzimmer für drei" macht sich Anne (Simone Thomalla) gemeinsam mit Hilde (Gesine Cukrowski) und Conny (Nadine Wrietz) auf den Weg nach Amsterdam – und hat einen ungewöhnlichen Plan mit im Gepäck. Joseph Orr führte Regie, das Buch schrieb Melanie Brügel.

  • ZDF, Donnerstag, 22. März 2018, 20.15 Uhr

Texte

Starke Frauenfreundschaft im Gewand einer Komödie

Wovon lebt Freundschaft? Sind es die gemeinsamen Interessen, gemeinsamen Erinnerungen, ein ähnlicher Zungenschlag oder ähnlicher Humor? All dies sind Ingredienzien, zweifellos – aber im Kern einer funktionierenden Freundschaft liegt doch die Ehrlichkeit. Es sind Freundinnen und Freunde, die uns mit einem offenen Wort zur Ordnung rufen und zurück auf unseren Weg holen können. Es sind Freundinnen und Freunde, die uns helfen, uns selbst zu erkennen als die Menschen, die wir sind. Somit sind Freunde existenziell. Im besten aller Fälle bleiben sie uns bis ans Ende unseres Weges erhalten, auch dann, wenn Ehen, Familien und Liebe lang verblasst sind. "Doppelzimmer für drei" erzählt die Geschichte einer solchen starken Frauenfreundschaft im Gewand der Komödie.

Wolfgang Grundmann
HR Fernsehfilm

Stab, Besetzung und Inhalt

RegieJoseph Orr
BuchMelanie Brügel
KameraGünter Handwerker
SchnittChristian Bolik
MusikAli N. Askin
SzenenbildMicky Psiorz
ProduzentHans-Hinrich Koch
ProduktionndF Berlin GmbH
RedaktionWolfgang Grundmann
Längeca. 89 Minuten

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Anne ArnstedtSimone Thomalla
Hilde PaulGesine Cukrowski
Conny TheissNadine Wrietz
Mats KuiperDaniël Boissevain
Nico ArnstedtMatthias Komm
Ralf SandersSönke Möhring
Tom WilkeJörg Witte
Annes NachbarinGitta Schweighöfer
HotelbesitzerinMaureen Havlena
Jumpha van der WeidenNeda Rahmanian
und andere

                                  

Inhalt

Ein Jahr nach dem Unfalltod ihres Mannes Nico hat Anne es noch nicht geschafft, mit diesem Verlust zu leben. Sie scheut Gesellschaft, und ihren Beruf als Sommelière kann sie nur schwer ausüben: Seit dem Unfall hat sie ihren Geschmackssinn verloren. Vollkommen unerwartet erhält Anne die Rechnung eines Labors in Amsterdam, in dem ihre befruchtete Eizellen lagern. Anne und Nico hatten diese dort vor Jahren einfrieren lassen. Plötzlich hat sie die Möglichkeit, ein Kind von ihrer großen Liebe zu bekommen. Kurzentschlossen macht sie sich in Begleitung ihrer besten Freundinnen Hilde und Conny auf den Weg nach Holland. Während sich Conny von Annes erstaunlicher Idee begeistern lässt, fällt Hilde aus allen Wolken und appelliert an Annes Verantwortungsbewusstsein.

In Amsterdam angekommen, merkt Anne schnell, dass ihre Freundinnen jede Menge eigene Probleme mitbringen und dem eigentlichen Grund ihrer Reise wenig Aufmerksamkeit schenken. So entpuppt sich die angebliche Bilderbuch-Mama Hilde als gestresste Ex-Polizistin, die auch aus der Ferne ihre Begeisterung für Ordnung und Überwachung ihrer Familie auslebt. Und Conny chattet auf dem Handy eifrig mit holländischen Männern, ist in Wirklichkeit aber einfach nur einsam und hat schon seit Jahren kaum Berührungspunkte mehr mit einem Mann gehabt. Turbulenzen bleiben nicht aus, und Annes schöner Plan bekommt erste Risse.

"So viel Verrücktes hab' ich noch nie gemacht"
Interview mit Simone Thomalla, Gesine Cukrowski, Nadine Wrietz

Wie wichtig ist Ihnen Ihre beste Freundin?

Simone Thomalla: Sie ist mir sehr wichtig, denn sie ist mein Herzensmensch, meine engste Vertraute, meine Seelenverwandte. Sie kennt mich in- und auswendig, von ihr höre ich mir alles an und ich kann ihr auch alles sagen. Wir sind für uns da in schweren sowie in leichten Stunden. Die beste Freundin hat einen anderen, aber ebenso wichtigen Stellenwert wie der Partner.

Gesine Cukrowski: Sehr wichtig. Meine besten Freundinnen gehören eigentlich mit zur Familie.

Nadine Wrietz: Ich glaube, ich habe diese eine allerbeste Freundin gar nicht. Ich habe eher einen wirklich tollen Freundeskreis, in dem jeder Einzelne wahnsinnig wichtig ist.

 

Was unterscheidet Frauenfreundschaften von Männerfreundschaften?

Simone Thomalla: Ich habe auch einen besten Freund. Frauen sind sich aber wahrscheinlich näher, weil sie das gleiche Geschlecht haben, sich in die weibliche Gefühlswelt und auch in das Gefühlschaos, das uns oft bewegt, sicher etwas besser hineinversetzen können.

Gesine Cukrowski: Ich habe auch mit Männern tolle Freundschaften. Das hängt für mich eher von der Persönlichkeit ab als vom Geschlecht.

Nadine Wrietz: Ich habe auch eine Menge männliche Freunde. Deren Sichtweise auf die Dinge fasziniert mich oft. Meine Freundinnen hingegen sind enger an mir und meinen Eigenarten dran. Wir müssen oft gar nicht viel reden und erspüren die Gefühle der anderen. Das ist toll. Mit Männern muss ich mich erstmal austauschen, was aber bereichernd ist und andere, neue Impulse gibt.

 

Wieviel Ehrlichkeit verträgt Freundschaft?

Simone Thomalla: Alle Ehrlichkeit der Welt. Kritik darf und muss man äußern und aushalten. Denn wenn der Freund, die Freundin sie äußert, werden diese Worte in Liebe gesagt. Wichtig ist aber gleichermaßen Loyalität und absolutes Vertrauen.

Gesine Cukrowski: Ehrlichkeit finde ich eine Grundvoraussetzung für Freundschaft. Genauso wie Loyalität. Wenn Ehrlichkeit mit Respekt gepaart ist, wüsste ich nicht, was daran nicht verträglich sein sollte.

Nadine Wrietz: Ich glaube, das ist das ganz große Geheimnis von langjährigen, funktionierenden Freundschaften: Dass man immer so loyal wie möglich, aber auch so ehrlich wie nötig zu einem Freund sein muss. Die ganz großen Freundschaften halten diese Ehrlichkeit vermutlich immer aus. Sogar, wenn sie weh tut. Das ist schwer, aber wichtig.

 

Was ist Ihre Lieblingsszene im Film?

Simone Thomalla: Dieser Film hat viele wunderbare und emotionale Szenen, gerade zwischen den drei Freundinnen. All diese zeigen, wie unterschiedlich Freundschaft verstanden und gelebt werden kann. Wobei ... drei so unterschiedliche Frauen miteinander in einer fremden Stadt, das kann auch ganz schön krachen. Deshalb: Ich habe keine Lieblingsszene. Ich liebe den ganzen Film.

Gesine Cukrowski: Mir hat natürlich besonders viel Spaß gemacht, "bekifft" zu spielen und meiner Spielfreude freien Lauf zu lassen.

Nadine Wrietz: Es gibt eine Szene, in der ich Wein verkosten muss, die zu spielen, hat mir sehr viel Spaß gemacht. Aber vor allem zwischen den Takes hatten wir viel Spaß. Ständig ist was schiefgelaufen, oder wir hatten schlimme Lachkrämpfe. Wir waren froh, als wir endlich hatten, was wir brauchten.

 

Anne, Hilde und Conny erleben in Amsterdam eine Achterbahnfahrt der Gefühle – käufliche Liebe und Haschrausch inbegriffen. Wann haben Sie das letzte Mal etwas Verrücktes gemacht?

Simone Thomalla: Wenn die Frage Richtung Hasch geht, kann ich nicht helfen. Ich habe immer gerne einen klaren und wachen Verstand. Mir genügen ein, zwei Gläser Wein, um ein wenig loslassen zu können. Mein Leben ist verrückt genug, und ich bin froh, wenn ich zu Hause mal Langeweile habe.

Gesine Cukrowski: Ich habe einen verrückten Beruf, deshalb mache ich eigentlich ständig verrückte Sachen.

Nadine Wrietz: So viel Verrücktes wie meine Figur in dem Film habe ich noch nie gemacht. Alle drei Frauen versuchen, an ihren Lebensumständen, die sie unzufrieden oder unglücklich machen, etwas zu verändern. Mit viel Mut. Dabei schießen sie womöglich etwas übers Ziel hinaus, finden dadurch aber einen Zugang zu einem vielversprechenden Neuanfang. Da ich selbst mit meinem Leben ganz glücklich bin, habe ich nicht das Bedürfnis, etwas Verrücktes zu tun, um irgendetwas zu durchbrechen. Im Gegenteil, ich gebe mir alle Mühe, so langweilig wie möglich zu leben.

 

Der Film spielt in Amsterdam. Kannten Sie die Stadt schon vorher und was gefällt Ihnen besonders gut?

Simone Thomalla: Ich kannte diese zauberhafte Stadt bereits von einem Kurztrip, der noch gar nicht so lange her ist. Amsterdam kann man gut und fast an einem Tag zu Fuß erkunden – falls man nicht von einem der unzähligen Fahrradfahrer über den Haufen gefahren wird. Die Grachten, die alten Holzbrücken, die Hausboote, die zauberhafte Architektur, sehr viele gute Restaurants und ein sehr buntes Völkergemisch - das alles mag ich sehr.

Gesine Cukrowski: Ich war schon oft in Amsterdam, ich liebe diese Stadt. Vor zwei Jahren habe ich sogar die Klassenfahrt meiner Tochter dorthin organisiert. Die Atmosphäre, die Architektur und die Grachten natürlich. Ein absolutes Muss sind das Anne-Frank-Haus und das Van-Gogh-Museum.

Nadine Wrietz: Ich war für den Film das erste Mal in Amsterdam und habe mich sofort schockverliebt. Bis dato hatte ich nie echtes Interesse an der Stadt. Trotz des dunklen Novembers hatte sie eine solche Strahlkraft, dass ich am liebsten sofort dorthin gezogen wäre. Die freundlichen Menschen, das schicke Design, die tollen Restaurants, das entspannte Miteinander, die Architektur von Grachten, Brücken und den süßen Häusern – alles ein Traum. Die Stadt hat mich gepackt und ich plane, im Frühling mit mehr Zeit zurückzukehren.

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