Dr. Mai Thi Nguyen-Kim im ZDF und in ZDFneo

"Terra X"-Dreiteiler zur Chemie und ZDFneo-Show

Wissenschaftsoffensive im ZDF und in ZDFneo: Ab 10. Oktober 2021 ist Dr. Mai Thi Nguyen-Kim mit dem "Terra X"-Dreiteiler "Wunderwelt Chemie" im ZDF zu sehen und ab 24. Oktober 2021 präsentiert sie die ZDFneo-Show "MAITHINK X – Die Show ". Die seit 2015 bei YouTube erfolgreiche promovierte Chemikerin verstärkt damit die Wissenschaftskompetenz des ZDF. Den funk-Kanal "maiLab" führt sie weiter.

  • ZDF, Terra X: Wunderwelt Chemie: Sonntag, 10., 17., 24. Oktober 2021, 19.30 Uhr
  • ZDF neo, MAITHINK X – Die Show: Ab 24. Oktober 2021, 6 Folgen sonntags, 22.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, alle "Terra X"-Folgen vorab ab Montag, 4. Oktober 2021, 10.00 Uhr / "MAITHINKK X – Die Show" ab Sonntag, 24. Oktober 2021, 18.00 Uhr

Texte

Da stimmt die Chemie!
Mai Thi Nguyen-Kim und "Terra X" gehen eine dauerhafte Verbindung ein

Jetzt ist sie endgültig im ZDF angekommen: Dr. Mai Thi Nguyen-Kim. Mit dem erfolgreichsten YouTube-Video des Jahres 2020 im Rücken, und höchst dekoriert in den letzten Monaten, darunter mit dem Bundesverdienstkreuz, wird sie bereits ein halbes Jahr nach dem Commitment für das ZDF auf Sendung gehen.

Und zwar mit einem doppelten Aufschlag: Mit einem Doku-Dreiteiler über die Welt der Chemie bei "Terra X" am Sonntagabend um 19.30 Uhr, und "MAITHINK X – Die Show" in ZDFneo. Beides überaus spannende und aufwendig produzierte Formate, die völlig unterschiedlich sind. Und wenn man sich dann noch ihr formidables funk-Format "maiLab" vor Augen führt, wird offensichtlich, wie vielseitig diese kluge, hochgebildete Frau ist und wie schillernd Wissenschaft im Fernsehen und in den Web-Formaten sein kann.

Und schon bin ich mittendrin in den allgegenwärtigen Elogen um Dr. Mai Thi Nguyen-Kim. Sie ist ein Glücksfall. Natürlich ist da ihr ganz eigener Stil, junge Potentiale für sich und für ihre Themen zu gewinnen. Sie belehrt nicht, sondern sie will überzeugen. Aber sie fordert auch. Sie wirbt unablässig dafür, wissenschaftlicher Methodik zu vertrauen. Damit wir bei Reizthemen wie Biolandwirtschaft, Impfungen oder Genderfragen nicht auf verschiedenen Wirklichkeiten beharren, die aktuelle Krankheit in unserer Gesellschaft, sondern dass wir belastbare Studien ernst nehmen, sie aufmerksam prüfen. Und last but not least ist sie ein zutiefst politischer Mensch. Wer ihre Videos und Bücher und sonstigen Auftritte kennt, der weiß, dass sie Verantwortung übernehmen will, dass sie mit Anstand und Respekt dieser Welt und den Menschen gegenübersteht.

Solche brillanten Kommunikatoren von Wissenschaft, zu denen auch Prof. Harald Lesch zählt, sind in der hiesigen Medienlandschaft selten. Komplexe Sachverhalte spannend zu vermitteln, ist eine der schwierigsten journalistischen Disziplinen überhaupt. Denn nur wer alles verstanden hat, kann auch vereinfachen. Dank Mai Thi Nguyen-Kim und Harald Lesch kann beim Rezipienten aus Information schließlich Wissen entstehen – beides ist offenkundig nicht dasselbe, denn Wissen entsteht oft erst durch die richtige Einordung von Information. Spätestens als die beiden vor zwei Jahren in Köln gemeinsam den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis bekamen, nahm ich mir vor, diese außergewöhnlichen Köpfe in der Wissenschaftswelt von "Terra X" dauerhaft zusammenzuführen.

Für Mai Thi Nguyen-Kim bedeuten ihre neuen Aufgaben im ZDF einen beruflich weiterführenden Schritt. In ihrer Show in ZDFneo auf der Bühne wissenschaftspolitische Themen im Dialog mit dem Publikum zu präsentieren, wortgewandt, hintergründig und unterhaltsam, weist über die Möglichkeiten ihres Formats "maiLab" hinaus. Und auch "Terra X" erweitert ihre Skills, wenn seriöse Wissenschaft in der Primetime ein anspruchsvolles Millionenpublikum gewinnen soll. Wer sie in diesen beiden Formaten erlebt, der spürt auf Anhieb, mit wieviel leidenschaftlicher Wirkmacht sie für ihre Themen eintritt.

Wir wollen, dass Mai Thi Nguyen-Kim Wissenschaftsjournalismus radikal neu denkt, dass sie auch für unser traditionsreiches Format "Terra X" eigene Wege geht, ihre Kultur mitbringt. Engagierter, unerhörter, jünger – aber immer auf dem Fundament wissenschaftlicher Recherche. Wer, wenn nicht wir als öffentlich-rechtlicher Sender, sollte hier noch mehr wagen? Wir müssen für dieses Ziel alle Ressourcen in die Waagschale werfen – in dieser Gesellschaft, die in immer kleinere Fraktionen zerfällt, in immer mehr subjektive Wahrheiten und Partikularinteressen. Zermürbende Streitfragen wie die Klimaerwärmung, der Artenschwund und die Migration können wir nur global angehen, als Kooperation der Weltgemeinschaft. Und wir müssen dafür sorgen, dass unsere Formate jünger werden, dass wir auf allen digitalen Plattformen nachhaltig vertreten sind. Aber auch die institutionalisierte Wissenschaft selbst muss mutiger werden, progressiver und öffentlichkeitswirksamer, wenn sie nicht von selbsternannten Experten und fragwürdigen Informationskampagnen überholt werden will.

Für all das steht Mai Thi Nguyen-Kim, und für all das steht auch "Terra X". Wir sind zwei Elemente, aus deren chemischer Reaktion für das ZDF etwas Neues, Großes entstehen wird. Daran glaube ich fest. Mai Thi Nguyen-Kim soll unser Wissenschaftskopf der Zukunft sein, die Chemie dafür stimmt.

Prof. Peter Arens
Leiter der ZDF-Hauptredaktion Geschichte und Wissenschaft

Dr. Mai Thi Nguyen-Kim@ZDFneo
Vier Fragen an ZDFneo-Senderchefin Dr. Nadine Bilke

Wie passt Wissenschaft ins Programm?

Für ZDFneo sind Wissensthemen nichts Neues, mit unseren Social Factuals gehen wir seit Jahren wissenschaftlichen Fragen nach, und jedes Wochenende punkten unsere "Terra X"-Ausstrahlungen beim jungen Publikum. Doch wir wären nicht ZDFneo, wenn wir bei einer Wissenschaftssendung nicht auch eine große Portion Unterhaltung dazu mischen würden. Dr. Mai Thi Nguyen-Kim kombiniert in "MAITHINK X – Die Show" Fakten und Experimente mit einer Prise Humor und hat keine Scheu, kontroverse Themen zu diskutieren. So wird aus der Wissenschaftsshow ein Unterhaltungsformat, das gezielt ein junges Publikum anspricht.

Welche Bedeutung hat Dr. Mai Thi Nguyen-Kim für ZDFneo?

Dr. Mai Thi Nguyen-Kim bereichert als junge erfolgreiche Wissenschaftsjournalistin den ZDFneo-Kosmos mit ihrer neuen Show sowie dem sendungsbegleitenden Instagram-Kanal hervorragend. Sie ist nicht nur eine der bekanntesten Stimmen der Wissenschaft in der digitalen Welt, sondern auch eine moderne Moderatorin mit Haltung, die mit ihrem innovativen Format die junge Zielgruppe für Wissenschaft und für ZDFneo begeistern kann.

Was passiert rund um die Show auf Instagram?

Als Begleitung zur Show gibt es einen gleichnamigen Instagram-Kanal, der auch in den Ausstrahlungspausen Inhalte anbietet. Der Kanal bietet zusätzliche Inhalte zu den Sendungsthemen und ist eine Austauschplattform mit unserer Zielgruppe. So können die UserInnen auf dem Kanal beispielweise an kleinen Studien und Umfragen teilnehmen oder Mai Thi Nguyen-Kim Fragen in einem "Online-Exklusiv" stellen. Unabhängig zum jeweiligen Sendungsschwerpunkt werden Alltagsmythen oder tagesaktuelle Themen nach methodischen Ansätzen aufgegriffen und im Stil der Show besprochen. Der Kanal ist zudem eng mit den digitalen Kanälen von "Terra X" vernetzt und bietet damit Zugang zum Wissenschafts-Kosmos des ZDF.

Wen soll die Show ansprechen?

Dr. Mai Thi Nguyen-Kim gelingt es, nicht nur auf YouTube, ein junges Publikum immer wieder neu für Wissenschaft und Wissensthemen zu begeistern. Und genau diese Zielgruppe sprechen wir mit der neuen Show in ZDFneo, in der Mediathek und auf Instagram an. Wir wollen gemeinsam mit "Terra X" zeigen, dass Wissensvermittlung bei den Öffentlich-Rechtlichen unterhaltsam, jung und divers ist. Wissen ist im Trend und Wissenschaftsvermittlung ebenfalls. Dafür nimmt Dr. Mai Thi Nguyen-Kim relevante (Gesprächs-)Themen der jungen Zielgruppe genauer unter die Lupe und geht über Social Media in Interaktion mit ihrer Community.

Die Fragen stellte Marlene Stube.

"Chemie ist alles, was uns umgibt"
Redaktionsleiterin Friederike Haedecke zum "Terra X"-Dreiteiler

Chemie ist eine fantastische Zaubershow. Ihr Geheimnis ist die Verwandlung, die Verbindung von immer neuen Stoffen. Manches verschwindet, anderes entsteht scheinbar aus dem Nichts. Chemie ist alles, was uns umgibt, vom Urknall bis zu unserer modernen Welt. 

Und die Chemie ist das Fach und die Leidenschaft von Dr. Mai-Thi Ngyugen-Kim. Sie nimmt die "Terra X"-Zuschauer mit auf eine Reise durch die Geschichte der Wissenschaft. Dort trifft sie als Zeitreisende auf die großen Entdecker der Chemie-Geschichte: Justus von Liebig, Antoine de Lavoisier oder Hennig Brand eint eine brennende Neugierde: die Zusammenhänge und Funktionsweisen der materiellen Welt zu erkennen. Und nicht ganz zufällig haben sie noch eine weitere Ähnlichkeit. Denn alle werden in der Reihe "Wunderwelt Chemie" dargestellt von Schauspieler und Comedian Michael Kessler, der "Mai aus der Zukunft" stets freundlich erstaunt empfängt. Alles ein bisschen seltsam – aber letztlich auch nicht wunderlicher als all die Spielarten der Chemie, die seit dem Urknall unser Universum formen.

"Terra X: Wunderwelt Chemie"
Dreiteilige Dokumentationsreihe mit Dr. Mai Thi Nguyen-Kim

Sonntag, 10., 17. und 24. Oktober 2021, jeweils 19.30 Uhr im ZDF

Buch und Regie: Luise Wagner
Kamera und Schnitt: Jonas Sichert
Moderation: Mai Thi Nguyen-Kim
Ton: Lars Böhnke
Postproduktion: Igor Garbuzenko, Valentin Offergeld
CGI: kawom! Andreas Hougardy, Faber Courtial, CGI Gruppe 5
Musik: Jens Hafemann
Produktionsleitung Gruppe 5: Sabine Eisner
Produktionsleitung ZDF: Cora Szielasko-Schulz
Produzent: Alexander Hesse
Redaktion ZDF: Friederike Haedecke, Judith Beyermann, Peter Arens
Länge: jeweils 43'30 Minuten

Folge 1: Die Bausteine der Natur

Sonntag, 10. Oktober 2021, 19.30 Uhr

"Für Viele ist Chemie nur ein verhasstes Schulfach, das man nicht schnell genug abwählen konnte, dabei erklärt sie uns diese verrückte faszinierende Welt, in der wir leben".

In der ersten Folge der "Terra X"-Reihe "Wunderwelt Chemie" erklärt Dr. Mai-Thi Nguyen-Kim die Grundlagen einer faszinierenden Wissenschaft, der viele Menschen skeptisch gegenüberstehen.

Die Frage, woraus die Welt besteht, fasziniert die Menschen seit jeher. In der Antike ging man von vier Elementen aus: Feuer, Wasser, Erde und Luft. Dass Festes flüssig und Flüssiges zu Gas werden kann, inspirierte die frühen Alchemisten, eine solche Verwandlungskunst selbst anzuwenden. Meist auf der Suche nach dem "Stein der Weisen", der unedle Metalle in Gold umwandeln sollte. Auch wenn alle Versuche ins Leere liefen, erbrachte doch mancher Irrweg wichtige Erkenntnisse. So auch der von Hennig Brand, der im Jahre 1669 versuchte, den Stein der Weisen aus Urin zu gewinnen und dabei den Phosphor entdeckte.

Viele Elemente wurden erst nach einer Kette von Irrtümern gefunden. So wie die Entdeckung des Sauerstoffs durch den Franzosen Antoine Laurent de Lavoisier, der damit die abenteuerliche Theorie des "Phlogiston" widerlegte, eines ominösen Stoffes, von dem man angenommen hatte, er entweiche bei Verbrennungen.

118 Elemente führt das Periodensystem heute auf. Es ist nicht weniger als die Ordnung der Welt, die in Spalten und Gruppen nach der Kernladung und den chemischen Eigenschaften der Elemente aufgegliedert ist. Dieses Grundverständnis verdankt die Wissenschaft dem Russen Dimitrij Iwanowitsch Mendelejew, dem das Periodensystem der Legende nach im Traum erschienen ist. Seine Leistung besteht nicht nur aus der Ordnung der bekannten Elemente, die er erstmals 1869 der Öffentlichkeit präsentierte, sondern auch in der Definition der Leerstellen im Periodensystem. Er prophezeite, dass es dort noch weitere Elemente geben müsse, auch wenn man sie zu seiner Zeit noch nicht kannte. Mendelejew sollte Recht behalten.

Ende des 19. Jahrhunderts begann erstmals eine Frau die Lücken des Periodensystems zu füllen: Marie Curie. Sie entdeckte die Elemente Radium und Polonium. Bis zuletzt war sie vom Nutzen der radioaktiven Strahlung, die von ihnen ausging, überzeugt – etwa für die Behandlung von Tumoren. Den Abwurf der ersten Atombombe hat Curie nicht mehr erlebt.

Folge 2: Die Magie der Verwandlung

Sonntag, 17. Oktober 2021, 19.30 Uhr

"Die Natur selbst ist die großartigste Chemikerin", betont die Wissenschaftskommunikatorin, "und für eine nachhaltige Welt können wir noch viel von ihr lernen."

In der zweiten Folge berichtet Dr. Mai-Thi Nguyen-Kim von den herausragenden Leistungen der angewandten Chemie und deren Folgen.

Chemie ist auch die Kunst, mit den Bausteinen dieser Welt ganz neue Stoffe zu erschaffen. Dank ihr lassen sich Elemente und Moleküle zusammenführen, die ohne Labortechnik gar nicht zueinanderfinden würden. Ob das, was da geschaffen wird, gut oder schlecht für unseren Planeten ist, das hat der Mensch letztlich selbst in der Hand.

Einer der Großen, der die Grundlagen der modernen angewandten Chemie legte, war Justus von Liebig. Er tüftelte an Düngemitteln für die Landwirtschaft, entwickelte Säuglingsnahrung und Würzextrakte. Und er war einer der Ersten, der die Chemie einem großen Publikum verständlich machen wollte. Seine "Showvorlesungen" sind Legende. Es knallte, puffte und rauchte so dramatisch, dass Studenten und Prominente ihrer Zeit aus dem Staunen kaum herauskamen.

Auf der Suche nach neuen Wundermitteln mischten Chemiker im 20. Jahrhundert Hunderte von Stoffen in ihren Laboren zusammen, ließen Alkohole, Lösungsmittel, Eiweiße, Öle und Zellulose miteinander regieren. Synthetische Medikamente entstanden, die den Durchbruch im Kampf gegen unzählige Krankheiten brachten. Und sie entwickelten erste Kunststoffe, mit denen das Zeitalter des Plastiks begann. 

Viele der in den Laboren entwickelten Stoffe waren in ihrer Zeit Meilensteine, die für Fortschritt und Entwicklung standen. Dass einige von ihnen auf lange Sicht dem Planeten und seinen Bewohnern schaden würden, konnten die Entdecker von damals nicht ahnen. Doch ein prinzipielles Gegeneinander von "guter Natur" und "böser Chemie", wie es heute von vielen angenommen wird, gibt es nicht.

Folge 3: Die Elemente des Lebens

Sonntag, 24. Oktober 2021, 19.30 Uhr

"Sollten wir irgendwann verstehen, was genau es braucht, damit aus leblosen Chemie-Bausteinen Leben entsteht, können wir vielleicht auch beantworten, WIE verrückt es ist, dass wir auf dieser Erde atmen und leben," sagt Dr. Mai Thi Nguyen-Kim. "Ist es nur eine Frage der richtigen physikalischen Bedingungen? Dann können wir davon ausgehen, dass es irgendwo da draußen noch mehr Leben gibt. Oder ist das, was hier auf der Erde geschah, ein wahnsinniger Zufall? Ein wahnsinniges Glück?"

In der dritten Folge geht es um den menschlichen Körper, der ein lebendes Labor ist. Denn es gibt keinen Augenblick, in dem in uns keine chemischen Prozesse ablaufen. Sie zu dechiffrieren ist bis heute ein wissenschaftliches Abenteuer. In den 1950er Jahren knackten zwei "Nerds" den Code des Lebens: Francis Crick und James Watson. Ihnen gelang es, die dreidimensionale Struktur der DNA-Doppelhelix und damit den Kopiermechanismus des Lebens zu entschlüsseln. Der entscheidende Hinweis allerdings kam von der heute weniger bekannten Biochemikerin Rosalind Franklin. Wie keine andere beherrschte sie die Röntgenkristallographie, mit der komplexe Moleküle durchleuchtet und ihre Strukturen bestimmt werden können. Bis heute ist die Methode relevant, zum Beispiel um die Struktur von Proteinen zu bestimmen, mit denen Corona-Viren an menschliche Zellen andocken. Wichtige Erkenntnisse, um neue maßgeschneiderte Medikamente zu entwickeln.

Wir wissen heute unglaublich viel darüber, wie die molekularen Maschinen im menschlichen Körper funktionieren. Doch wie ist das alles entstanden? Die Elemente des Lebens finden sich überall im Universum. Alles, was auf der Erde existiert, stammt aus Sternenstaub. Welche Kette von Zufällen aber hat dazu geführt, dass sich ausgerechnet hier aus chemischen Bausteinen Leben entwickeln konnte? Im Jahr 1953 versuchten Wissenschaftler die Schöpfung im Labor zu simulieren und die chemische Evolution in Gang zu setzen. Das Experiment von Harold Urey und Stanley Miller wurde weltbekannt. Zwar entstanden in ihrer "Ursuppe des Lebens" einfache Aminosäuren. Doch die Kernfrage blieb: Wie konnten komplexe Moleküle wie DNA und erste Zellen entstehen? Ein interdisziplinäres Team von Forschenden ist jetzt dabei, den Ursprung des Lebens im Labor zu entschlüsseln – mit erstaunlichen Ergebnissen.

"Terra X" in der ZDFmediathek und bei YouTube

Alle drei Folgen sind ab Montag, 4. Oktober 2021, 10.00 Uhr, in der ZDFmediathek verfügbar. Darüber hinaus wird die erste Folge der Reihe auf dem "Terra X"-YouTube-Kanal zur Verfügung stehen. Zu Folge Zwei und Drei gibt es jeweils ein Kurzvideo.

ZDFneo: "MAITHINK X – Die Show"
Mit Dr. Mai Thi Nguyen-Kim

Wissenschaftsshow

Ab 24. Oktober 2021, sonntags, 22.15 Uhr in ZDFneo und ab 18.00 Uhr wöchentlich in der ZDFmediathek

Eine Produktion der btf im Auftrag von ZDFneo

Moderation und Redaktionsleitung btf: Dr. Mai Thi Nguyen-Kim
Ensemble: Max Bierhals, Thora Schubert
Produzenten: Philipp Käßbohrer, Matthias Murmann
Producing: Hanna Käßbohrer, Sara Lienemann
Head Autor: Patrick Stenzel
Autorinnen: Jana Fischer, Antje Heidböhmer
Creative Producer: Max Bierhals
Wissenschaftsredaktion: Dr. Lars Dittrich, Dr. Jens Foell
Redaktion btf: Kevin Brüssel, Jana Döhlinger, Hannah Pfeiffer, Stefanie   Molitor, Julian Lausen,
Kira Kock
Herstellungsleitung btf: Yannick Moll
Produktionsleitung btf: Nils Eppmann
Regie: Nils Reuter
Setdesign: Michael König, Leoni Werle
Art Direction: Birte Buß
Schnitt: Rafael Maier, Julian Jakelski
Realisation Einspieler: Nazgol Emami
Ausstattung: Clara Dörholt, Felix Meyle
Musik: SCORE SQUAD
Produktion ZDFneo: Katrin Lachmann
Redaktion ZDFneo: Johannes Geiger, Daniel Nemetschek
Koordination ZDFneo: Sebastian Flohr
Länge: 6x 45 Minuten

"MAITHINK X – Die Show" erforscht die kulturelle und politische Landschaft mit Tiefe und Ernsthaftigkeit, ohne dabei mit Humor zu sparen. Die Wissenschaftlerin Dr. Mai Thi Nguyen-Kim widmet sich Themen, die emotional aufgeladen diskutiert werden – faktenbasiert und auf eine unterhaltsame Art und Weise. Eine Wissenschaftsshow, die mehr ist als eine Wissenschaftsshow – ein Unterhaltungsformat für FreundInnen des kritischen Denkens. Dabei besteht die ZDFneo-Show aus wiederkehrenden Rubriken, Reportage-Einspielern und Sketchen, die von Dr. Mai Thi Nguyen-Kim im Studio in einer monothematischen halben Stunde präsentiert werden.

Der Titel "MAITHINK X – Die Show" ist eine Kombination aus dem Namen der Moderatorin und der führenden Wissenschaftsmarke des ZDF, "Terra X". Begleitet wird die Sendung von einem gleichnamigen Instagram-Kanal, der am 6. Oktober 2021 startet und auf dem die Themen der Sendung ganzjährig publiziert werden sollen. Der Kanal ist zudem eng mit den digitalen Kanälen von "Terra X" vernetzt. Für ZDFneo ist die Kombination aus relevanter Wissenschaftsvermittlung und Unterhaltung in "MAITHINK X – Die Show" ein spannendes Experiment, um als innovativer Unterhaltungssender gezielt ein junges Publikum anzusprechen. Dr. Mai Thi Nguyen-Kim ist eine moderne, bereits mehrfach ausgezeichnete junge Wissenschaftsjournalistin, die den ZDFneo-Kosmos hervorragend ergänzt und bereichert.

"Ich brenne für wissenschaftliche Themen"
Interview mit Dr. Mai Thi Nguyen-Kim 

Sie sind das neue Gesicht bei "Terra X". Welche neuen Themen bringen sie mit?

Meine Themen folgen zwei großen Zielen. Das erste Ziel ist es, diese riesige Freude und Leidenschaft für Wissenschaft, die ich in mir trage, mit möglichst vielen Menschen zu teilen. Einfach, weil ich davon überzeugt bin, dass ein wissenschaftlicher Blick die Welt nicht entmystifiziert, sondern – ganz im Gegenteil – nur wundervoller macht. 

Das zweite Ziel ist eine Versachlichung hitzig geführter Diskussionen. Ich brenne für wissenschaftliche Themen, die gesellschaftliche Relevanz haben – Impfung, Gentechnik, Künstliche Intelligenz, Klimawandel, Drogen, die Liste geht beliebig lang weiter. Gerade da, wo Reibungspunkte entstehen zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik, liegen für mich die spannenden Punkte. Aber die Verkürzung, Zuspitzung und Schwarz-Weiß-Malerei in öffentlichen Diskussionen nerven mich tierisch. Und ich glaube, ich bin da nicht allein. Ich glaube, Menschen sehnen sich nach Substanz, nach Differenziertheit, nach unaufgeregtem, sachlichem Diskurs. Die Kunst ist es, das nicht langweilig zu gestalten. Aber ich glaube, genau da liegt meine Stärke.

Sie sagen von sich, dass Sie gerne ein Nerd sind. Warum ist es gut, nerdig zu sein?

Nerd sein heißt für mich ganz allgemein, sich mit Leidenschaft in komplizierten Themen zu verlieren und Details und Komplexität zu feiern. Wenn mich jemand Nerd nennt, dann sage ich "Danke für das Kompliment!" Leider kriege ich aber eher das "Kompliment", ich sähe gar nicht aus wie ein Nerd. Ach, da ist noch viel zu tun. 

Wie gehen Sie mit dem Zweifeln von Menschen an wissenschaftlichen Fakten um?

Informieren, aufklären, bilden. Die einzige Lösung gegen Desinformation ist verlässliche Information. Besonders wichtig ist es, Menschen auf Augenhöhe zu begegnen. Wissenschaftliche Inhalte werden leider viel zu oft "heruntergedummt". "Das interessiert doch niemanden" oder "Das ist zu kompliziert" heißt es dann. Nein, man darf den Wissensdurst und die Intelligenz der Menschen nicht unterschätzen.

Wissenschaft besteht nicht nur aus Daten oder Fakten. Wissenschaft besteht auch aus Unsicherheiten und dem klaren Benennen dieser. Wissenschaft ist ein ganzer Prozess. Wir brauchen weniger "Das ist so" und mehr "Lasst uns mal schauen, warum das so ist". Ich lege in meiner Arbeit sehr viel Wert auf das Vermitteln von wissenschaftlichem Denken und wissenschaftlichen Methoden. Ich möchte nicht nur erklären, was Forschende herausgefunden haben, sondern auch wie sie das gemacht haben. Die Frage "Woher wissen Sie das?" wird leider noch zu selten gestellt. Ein solides Grundwissen über wissenschaftliches Arbeiten und wissenschaftliche Methoden können sich auch Laien wunderbar aneignen. Darin liegt viel Empowerment, denn Methodenverständnis ermächtigt Laien dazu, Wissenschaft selbst einordnen zu können, anstatt das Gefühl zu haben, wissenschaftlichen Experten – seien sie echt oder selbsternannt – als Autoritätspersonen blind vertrauen zu müssen.

In ZDFneo präsentieren Sie "MAITHINK X – Die Show". Wissenschaft und Show – wie passt das zusammen?

Na, allein schon, dass mir diese Frage gestellt wird, zeigt mir, dass es allerhöchste Zeit ist für "MAITHINK X - Die Show". Mir fällt kein rationaler Grund ein, wieso Wissenschaft und Unterhaltung sich ausschließen sollten. Ganz im Gegenteil, Unterhaltung ist ein verdammt gutes Vehikel für komplexe Zusammenhänge. Nur weil Wissenschaft sachlich und faktenbasiert ist, muss sie ja nicht dröge und trocken sein. Ich bin für mehr Leidenschaft für Sachlichkeit!

Bei "Terra X" können Sie durch die Zeit reisen und HeldInnen der Wissenschaft treffen. Wenn Sie in der Realität eine Zeitreise frei hätten, wen würden Sie gerne treffen?

Justus von Liebig. Durch meine Arbeit an der "Terra X"-Reihe habe ich diesen großartigen deutschen Chemiker noch einmal ganz anders kennengelernt. Er war wahnsinnig breit aufgestellt, von Dünger über Farben bis hin zu Babynahrung – seine Arbeit zeigt nicht nur die Vielfalt von Chemie, sondern auch die Relevanz für unseren modernen Alltag. Liebig war ein richtig smarter Erfinder, würde er heute leben, wäre er bestimmt schon längst in "Die Höhle der Löwen" aufgelaufen. Außerdem war er einer der ersten Wissenschaftskommunikatoren. Er schrieb die so genannten "Chemischen Briefe", Abhandlungen für ein Laienpublikum, die in der Augsburger Allgemeinen Zeitung erschienen, und veranstaltete spektakuläre Showvorlesungen. Er hatte also offenbar auch einen Drang, seine Begeisterung für Chemie mit möglichst vielen Menschen zu teilen. Ich kann das sehr nachfühlen. Mir geht es mit der Chemie manchmal wie einer Mutter eines hässlichen Babys, dessen Schönheit nur sie allein sehen kann. Aber ich sag euch, Leute, ihr verpasst was!

Die Fragen stellten Friederike Haedecke und Johannes Geiger.

Biografie Dr. Mai Thi Nguyen-Kim

Dr. Mai Thi Nguyen-Kim, geboren 1987, ist Wissenschaftsjournalistin und Wissenschaftskommunikatorin.

Die zweisprachig aufgewachsene Chemikerin wechselte nach ihrer Promotion an der RWTH Aachen, der Harvard University und dem Fraunhofer Institut für angewandte Polymerforschung zu funk, dem Content-Netzwerk von ARD und ZDF. Dort baute sie seit 2016 den mehrfach preisgekrönten Wissenschaftskanal "maiLab" auf, der heute mehr als 1 Millionen Abonnenten erreicht. Ihr Video "Corona geht gerade erst los" war 2020 das meistgesehene Youtube-Video in Deutschland.

Im Fernsehen moderierte sie als Nachfolgerin von Ranga Yogeshwar von 2018 – 2020 das WDR-Wissenschaftsmagazin "Quarks" und tritt für wissenschaftliche Aufklärung bei Polittalkshows sowie bundesweiten Nachrichtenmagazinen wie u.a. den "Tagesthemen" oder dem "heute-journal" auf. Ab Oktober 2021 wird sie bei "Terra X" im ZDF und in "MAITHINK X – Die Show" in ZDFneo zu sehen sein.

Ihr Buch "Komisch, alles chemisch" aus dem Jahr 2019 ist ihre Liebeserklärung an die Chemie. 2021 erschien ihr neues Sachbuch "Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit".

Für ihre Arbeit wurde Nguyen-Kim mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz, dem Hanns-Joachim Friedrichs-Preis, dem Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus und als Journalistin des Jahres 2020.

Dr. Mai Thi Nguyen-Kim ist Mitglied im Rat für Digitalethik und im Senat der Max-Planck-Gesellschaft sowie Aufsichtsratsmitglied des Science Media Centers Germany gGmbH.

Fotos

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information Telefon: 06131 – 70-16100, und unter https://presseportal.zdf.de/presse/terrax
und https://presseportal.zdf.de/presse/maithinkx

Weitere Informationen

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Kontakt "Terra X":

Name: Magda Huthmann
E-Mail: huthmann.m@zdf.de
Telefon: (06131) 70-12149

 

Kontakt ZDFneo:

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E-Mail: hustedt.c@zdf.de 
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