Copyright: ZDF / Reiner Bajo
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Ein schrecklich reiches Paar

Komödie

Die unorthodoxe Millionärs-Gattin Eva Klüber (Lisa Martinek) tobt, als sich ihr Mann Rainer (Thomas Heinze) von ihr scheiden lassen will und sie laut Ehevertrag nichts vom gemeinsamen Vermögen behalten soll…

  • ZDF, Donnerstag, 11. Mai 2017, 20.15 Uhr

    Texte

    Leichtigkeit und Eleganz – mit Konsequenzen
    Von ZDF-Redakteur Wolfgang Grundmann, Fernsehfilm/Serie II

    Das superreiche Paar Eva und Rainer Klüber, lustvoll dargestellt von Lisa Martinek und Thomas Heinze, sind Angehörige einer schmetterlingshaften Spezies, die stets eine gewisse Mindestflughöhe bewahrend darauf achtet, nur punktuell mit den Härten der Realität in Kontakt zu geraten.

    Mit einer Mischung aus Amüsement und Faszinosum lernen wir diese besondere Lebensart kennen und erleben mit, wie Eva und Rainer lernen müssen, dass ihre in Leichtigkeit und Eleganz ausgeübten Handlungen wirkliche Konsequenzen zeitigen. Zunächst einmal für andere Menschen. Aber dann auch – dafür ist es eine Komödie – für sie selbst. Eva verzockt in einer Übersprunghandlung das eigene Haus und Vermögen. Am Ende steht für sie und für Rainer die Erkenntnis, dass kein Geld zwar auch nicht glücklich macht, dass auf dem Weg zum Glück aber die Erfahrung hilft, einmal alles riskiert und verloren zu haben.

    Stab und Besetzung

    Donnerstag, 11. Mai 2017, 20.15 Uhr
    Ein schrecklich reiches Paar
    Komödie

    Buch           Edda Leesch
    Kamera         Dennis Pauls
    Musik           Maurus Ronner
    Produzentin      Carmen Stozek, Hager Moss Film
    Regie           Neelesha Barthel
    Szenenbild       Martina Brünner
    Redaktion       Wolfgang Grundmann
    Sendelänge      89 Minuten

    Die Rollen und ihre Darsteller
    Eva Klüber       Lisa Martinek
    Rainer Klüber     Thomas Heinze
    Pepe Benning     Peter Jordan
    Franz            Rafael Gareisen
    Ida              Anna Herrmann
    Kalle            Norbert Stöß
    Isabell           Pia Mechler
    Frau Balzer        Carmen Molinar
    Gerda           Nadine Wrietz
    Frau Müller        Kami Manns
    Gastgeber Charity  Robert Glatzeder
    Gastgeberin Charity  Victoria Sordo
    Concierge         Sarah Bauerett
    u.a.

    Inhalt

    Die unorthodoxe Millionärs-Gattin Eva Klüber tobt, als sich ihr Mann Rainer von ihr scheiden lassen will und sie laut Ehevertrag nichts von ihrem gemeinsamen Vermögen behalten soll. Eva fingiert kurzerhand ihre eigene Entführung, um an das aus ihrer Sicht mehr als verdiente Geld zu kommen. Doch ihr perfekter Plan geht gleich in mehrerlei Hinsicht nach hinten los.

    Von dem jungen, arbeitslosen Paar Ida und Franz lässt sie sich in deren Haus im tiefsten Brandenburg verstecken. Das Haus entspricht jedoch in keiner Weise den Ansprüchen, die Eva an eine Unterbringung im Rahmen einer Entführung hat. Am Telefon spielt sie Rainer vor, in höchster Bedrängnis zu sein und fleht ihn an, das Lösegeld in Höhe von drei Millionen Euro zu bezahlen. Als Rainer seinerseits mit Panik und Verzweiflung reagiert, ist Eva verblüfft: Empfindet ihr Mann etwa wirklich noch so viel für sie?

    Ihre Situation wird zunehmend ungemütlich, als das "Entführerpaar" nach geglückter Geldübergabe mit der Beute das Weite sucht und sich Eva plötzlich alleine mit ihrem Mann in der brandenburgischen Einöde wiederfindet. Was ahnt Rainer? Und wie sollen die Klübers wieder an ihr Geld kommen?

    Die Odyssee der Autorin
    Von Edda Leesch (Drehbuch)

    Die Figuren Eva und Rainer gab es bereits in der Komödienreihe "Bella" mit Andrea Sawatzki in der Hauptrolle. Dort jedoch tauchten sie nur kurz auf, als Farbe, als Kontrast, als Gegenpol zu Bella.
    Meine Aufgabe war es, eine Geschichte zu erfinden, die aus diesen eindimensionalen Figuren wirkliche Menschen macht, sie also dreidimensional erscheinen lässt.

    Welche Geschichte konnte am besten die Stärken und Schwächen des Paares transportieren, von ihren tiefsitzenden Verletzungen, von Sehnsüchten, Ängsten und der Liebe zueinander erzählen? Die Suche danach geriet ohne Übertreibung zu einer wahren Odyssee. Die Figuren schienen sich mit aller Macht zu sträuben. Es gab einige Versuche, die sich jedoch spätestens in der Mitte der Geschichte von selbst erledigten.

    Während der Entwicklung wurde mir klar: Es muss eine Geschichte sein, die das Paar in eine Ausnahmesituation bringt, denn nur so würden sie an ihre Substanz gehen und preisgeben, was sie sonst tunlichst verbargen.
    Doch was konnte Eva und Rainer in so eine Situation bringen? Irgendwann fiel der Groschen: Man musste ihnen das Geld wegnehmen. Und genau da fing der Spaß an…

    Fragen an die Hauptdarsteller Lisa Martinek und Thomas Heinze

    Eine Filmkomödie und damit der Anspruch, Menschen zum Lachen zu bringen, ist keine einfache Disziplin. Was ist Ihrer Meinung nach das Geheimnis einer guten Komödie?

    Lisa Martinek: Ein gutes Buch, ein gutes Buch, ein gutes Buch! Das gilt nicht nur für die Komödie, das gilt immer als Voraussetzung für einen guten Film. Wie er dann tatsächlich umgesetzt wird, liegt vor allem an der Arbeit des Regisseurs. Und da ist bei der Komödie ein gutes Gefühl für Timing gefragt.

    Thomas Heinze: Komödien verführen oft dazu, die Figuren und/oder die Situationen, in denen sie sich befinden, zu veralbern. Die Herausforderung für alle Beteiligten ist es, das zu vermeiden, indem man ihr Dilemma ernst nimmt.

    Der Film dreht sich höchst unterhaltsam um das Thema Reichtum, und wie dieser oder dessen Abwesenheit der Liebe in die Quere kommen kann.
    Wie wichtig ist Wohlstand für Sie persönlich, und wie glauben Sie, hängen Geld und Liebe zusammen – wenn überhaupt?

    Lisa Martinek: Eva hat, aus welchen Gründen auch immer, das Gefühl, dass Geld sie vor den Gefahren schützen kann, die das Leben so mit sich bringt. Sie möchte sich diesen Gefahren nicht stellen, sondern verschanzt sich hinter ihrem Reichtum. Als ihr Mann sie nach dem Sinn des Lebens fragt, antwortet sie ganz unbekümmert: "Du hast doch mich!" Es hat uns gereizt, eine Geschichte zu erzählen, in der Eva wachgerüttelt wird.
    Ich persönlich meine, dass genügend Geld zu haben, das Leben sicherlich erleichtert. Vor allem im Alltag. Ständige Sorgen darum können zermürben. Eine absolute Sorglosigkeit hingegen kann Platz machen für selbstgeschaffene Probleme.

    Thomas Heinze: Es gibt eine Unmenge von Beziehungen, in denen man als Außenstehender den Eindruck haben muss, dass es sich lediglich um Geld dreht, wenn man die Paare genauer betrachtet. Das ist bei Eva und Rainer Gott sei Dank nicht so. Privat bedeutet mir Geld nur etwas, wenn es nicht vorhanden ist.

    Das Drehbuch stammt von Edda Leesch, mit Neleesha Barthel hat auch eine Frau Regie geführt. Merkt man in ihren Augen dem Film einen weiblichen Akzent an?

    Lisa Martinek: Das kann ich nicht beurteilen.

    Thomas Heinze: Tatsächlich waren von der Produzentin über die Autorin bis hin zur Regisseurin alles Frauen. Und die Geschichte dreht sich um Eva. Ich konnte mich glücklich schätzen, quasi als Quotenmann noch so reingerutscht zu sein. Der weibliche Akzent besteht wohl darin, dass die Frau per se Recht hat.

    Eva ist vernarrt in Schuhe und plant ein Start-up mit fußfreundlichen High Heels: Im Durchschnitt besitzt die deutsche Frau 17,3 Paar Schuhe und damit doppelt so viele wie der deutsche Mann. Wie halten Sie es mit Schuhen?

    Lisa Martinek: Im Alltag trage ich bequeme Schuhe. Flip Flops, Turnschuhe und gehe viel barfuß. Barfußschuhe sind übrigens sehr in, und ich folge diesem Trend gerne! High Heels ziehe ich immer nur dann an, wenn ich mich aufbrezle. Oder aber wenn ich keine Zeit habe, mich aufzubrezeln. Wenn schon ungeschminkt und in Jeans, dann wenigstens hohe Absätze. P.S. Ich hab meine Schuhe noch nie gezählt.

    Thomas Heinze: Bei mir stehen circa 15 Paar Schuhe. Davon werden nur vier regelmäßig getragen.

    Als Zuschauer hat man den Eindruck, dass es Ihnen beiden Spaß macht, mal so richtig "die Sau rauszulassen" und mit Freude, (klein)kriminell zu werden – man denke an Evas vorgetäuschte Entführung. Stimmt der Eindruck?

    Lisa Martinek:

    Mit Thomas Heinze verstehe ich mich sehr gut, und wir hatten Spaß am Set. Aber das lag weniger an der Komödie als an der Kälte. Wir mussten uns bei Laune halten und taten das mit großem Vergnügen.

    Thomas Heinze: Das mit dem "Sau rauslassen" gilt ja eher für Lisas Figur Eva. Ich als Rainer bin ja sehr lange davon überzeugt, dass sie tatsächlich entführt wurde, dazu habe ich das Problem der drohenden Insolvenz.

    Als Evas Entführer versucht sich beherzt das junge Pärchen Ida und Franz, gespielt von Anna Herrmann und Rafael Gareisen. Beide haben in ihrem noch relativ jungen Alter schon Hollywood-Erfahrung gesammelt, Anna in der Serie "Homeland" und Rafael in Steven Spielbergs "Bridge of Spies". Wie war die Zusammenarbeit?

    Lisa Martinek: Die beiden sind herrlich. Nicht dass Thomas und ich uns gelangweilt hätten, aber die beiden haben frischen Wind ans Set gebracht.

    Thomas Heinze: Ja, die Zusammenarbeit war super. Beide waren ausgesprochen angenehm – vor und hinter der Kamera.

     

    Die Fragen stellte Manuela Waberski

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