Copyright ZDF / Uwe Frauendorf
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Erzgebirgskrimi - Der Tote im Stollen

Hauptkommissar Adam (Stephan Luca) und die junge Kommissarin Karina (Lara Mandoki) müssen den Tod von Prof. Dr. Hellmann aufklären, der von der Försterin Saskia Bergelt (Teresa Weißbach) in einem alten Bergwerksstollen im Erzgebirge gefunden wurde. Das Opfer lehrte Bergbau an der Universität in Freiberg/Sachsen und beriet einen internationalen Rohstoffkonzern bei gewinnversprechenden Probebohrungen nach einem vermutlich großen Lithium-Vorkommen im Erzgebirge, einem für die digitale Zukunft wichtigen Rohstoff. Bei ihren Ermittlungen stoßen die Kommissare, auf einen ehemaligen Bergmann, er im Chaos der Wendezeit wichtige Unterlagen beiseite

  • ZDF, Samstag, 09.11.2019, 20.15 Uhr

Texte

Stab

Buch: Leo P. Ard, Rainer Jahreis
Regie: Ulrich Zrenner
Kamera: Andreas Doub
Szenenbild: Stefanie Granitza
Kostüm: Bettina C. Proske
Schnitt: Verena Neumann, Marco Baumhof
Musik: Ludwig Eckmann
Ton: Uwe Keilmann
Ton-Mischung: Martin Grube
Music Supervision: Kai Schoormann
Casting: Tina Böckenhauer
Aufnahmeleitung: Michael Brodhuhn
Produktionsleitung: Frank Zahl
Producer: Gabriele Jung
Produzenten: Rainer Jahreis, Clemens Schaeffer
Produktion: NFP /RJF
Redaktion: Pit Rampelt
Länge: ca. 88 Minuten

Besetzung

Ralf Adam - Stephan Luca
Karina Szabo - Lara Mandoki
Saskia Bergelt  - Teresa Weißbach
Georg Bergelt  - Andreas Schmidt-Schaller
Charlotte von Sellin - Adina Vetter
Maik - Adrian Topol
Erich Fichtner - Christian Grashof
Kristin Hellmann - Katrin Bühring
Borchert - Hansjürgen Hürrig
Jennifer Lenitz - Caro Cult
Dr. Winkler - Arnd Klawitter
Ute - Nadja Stübiger
u.v.a.

Inhalt

Hauptkommissar Adam und die junge Kommissarin Karina müssen den Tod von Prof. Hellmann aufklären, der in einem alten Bergwerk im Erzgebirge von der Försterin Saskia Bergelt gefunden wurde.
Das Opfer lehrte Bergbau an der Universität in Freiberg/Sachsen und beriet einen internationalen Rohstoffkonzern bei gewinnversprechenden Probebohrungen nach einem vermutlich großen Lithium-Vorkommen im Erzgebirge, einem für die digitale Zukunft wichtigen Rohstoff.
Unter Tatverdacht geraten Prof. Hellmanns Kollege Dr. Winkler und die Ehefrau des Opfers, Kristin Hellmann. Bei ihren weiteren Ermittlungen stoßen die beiden Kommissare, unterstützt von Saskia Bergelt und der Rechtsmedizinerin Charlotte von Sellin, auf den Ladenbesitzer Erich Fichtner, der zu DDR-Zeiten bei der "Wismut" als Bergmann arbeitete und das tödliche Uranerz zu Tage gefördert hat. Im Chaos der Wendezeiten hat er unzählige Stollenpläne und umfangreiche Verzeichnisse der Bodenschätze zur Seite geschafft. Diese äußerst wertvollen Unterlagen wecken Begehrlichkeiten. Bei einem dubiosen Autounfall kommt eine Mitarbeiterin Fichtners ums Leben, die auch Studentin von Prof. Hellmann war.

"Willkommen im Land der Sagen, Legenden und Rohstoffe"
Redaktionsnotiz von Pit Rampelt

"Crime and Nature"-Filme sind ja schon lange ein Erfolgsrezept in der ZDF-Prime Time. Das äußerst reizvolle Erzgebirge wurde in fiktionalen Filmen bisher stiefmütterlich gemieden. Dabei ist das Erzgebirge nicht nur landschaftlich, sondern auch mit seinen Sagen und Legenden eine wahre Fundgrube für interessante und attraktive Geschichten – siehe dazu auch den Text „Zauber von Ort und Zeit“ des Co-Autors und Produzenten Rainer Jahreis, der für das ZDF bereits die Krimi-Klassiker „SOKO 5113“ und „SOKO Leipzig“ produziert hat.
Bei diesem Projekt wird eine größtmögliche Authentizität angestrebt, so wurde ausschließlich an Originalschauplätzen im Erzgebirge gedreht, vor allem in der Universitätsstadt Freiberg und im idyllischen Schwarzenberg, der ‚Perle des Erzgebirges‘, die Stadt mit einer bemerkenswerten Geschichte, über die Stefan Heym Roman "Schwarzenberg"geschrieben hat. Und so haben auch zum Beispiel die in Zwickau geborene Schauspielerin Teresa Weißbach – offiziell zu einer ‚Botschafterin des Erzgebirge‘ ernannt – und der nicht nur im Osten beliebte Volksschauspieler Andreas Schmidt-Schaller im Ermittlerteam Hauptrollen als Tochter und Vater, als junge Försterin und als Förster a.D. im Sachsenforst.
Ein zweiter "Erzgebirgskrimi" ist schon abgedreht, der dem Etikett "Heimatkrimi" noch stärker gerecht wird.  Er entand ebenso nach einem Drehbuch des Autorenduos Leo P. Ard und Rainer Jahreis und wurde von Regisseur Ulrich Zrenner inszeniert, der auch bei "Der Tote im Stollen" kurzfristig einspringen konnte. Die Ausstrahlung des zweiten "Erzgebirgskrimis" ist als Samstagskrimi im ZDF für das Frühjahr 2020 geplant.

"Zauber von Ort und Zeit"
Von Autor und Produzent Rainer Jahreis

„Die weiße Frau von Schneeberg“ ist nur eine von über achthundert Sagen, Mythen und Legenden, die über die Berge und Täler, die Stollen und Schächte, die Silber- und Salzstraße des Erzgebirges von den Bergleuten verbreitet und über Generationen weiter gegeben wurden.
Zum ersten Mal ertönte das „Bergkgeschrey“ Mitte des 12. Jahrhunderts und führte 300 Jahre später zu einem regelrechten Silberrausch. Dessen Minen und Schächte kann man noch heute mit dem Förderkorb oder dem „Hunt“ in den Besucherbergwerken befahren und dabei mit dem „Geleucht“, der Grubenlampe der Bergleute, die dunklen geheimnisvollen Stollen beleuchten. Das Grubenlicht ist für den Bergmann seit jeher Zeichen für Leben und Hoffnung, sowie für Geborgenheit und Glück. Und so verwandeln die Pyramiden und Schwibbögen, die Räuchermännchen und Nussknacker die Dörfer des sächsischen Erzgebirges zum Jahresende in ein einzigartiges Weihnachtsland. Die vielen Museen, Jazz Festivals in den alten Zinnkammern und Eisenbahntunnels machen das Erzgebirge heute zu einer einzigartigen Kulturlandschaft. Die UNESCO hat in diesem Jahr das historische Bergbaugebiet als Weltkulturerbe anerkannt.
Die Erzfunde gaben dem Gebirge einst seinen Namen und die 250 Kilometer lange Silberstraße , die Zwickau über die traditionsreichen Bergbauorte mit der Landeshauptstadt Dresden verbindet, gibt Zeugnis einer  Geschichte vom einzelnen Glückssucher beim Silberschürfen bis zum Nachkriegs-bergbau der Wismut. Die Kumpels förderten über 220.000 Tonnen Uran zu Tage. Zum großen Leid vieler Bergleute, die erst viel später erfuhren, welch tödliches Geröll in ihren Körben strahlte.
Nach der Wende wurde es still in den Gruben des Erzgebirges. Und so besann man sich nach dem Fall des eisernen Vorhangs auf die einzigartigen Kulturschätze und die landschaftliche Schönheit. Brauchtum und Moderne erzeugen eine eigene Atmosphäre und locken unzählige Touristen und Gäste, die Sommer wie Winter die Vielseitigkeit der Region genießen. Oberwiesental am Fuße des Fichtelbergs ist die höchste Stadt Deutschlands und  beherbergt heute den Olympiastützpunkt des Deutschen Skiverbandes. Der Tourismus bildet zwischenzeitlich eine wesentliche Einnahmequelle für die Region.
Weiter entwickelt wurden auch die vielen Bildungseinrichtungen, wie die Technische Universität in Chemnitz und etliche weitere Hochschulen. Weltruf genießt die Universität Freiberg, die älteste montanwissenschaftliche Fakultät der Welt. Seit 1765 wird hier Bergbaukunde und Bergbau- wissenschaft auf höchstem Niveau gelehrt. Und hier weiß man um die Reichtümer im Boden. Das Erzgebirge beherbergt noch Millionen Tonnen von Erzen und Spaten in seinem Boden. Die Lagerstätten in Gottesberg und Geyer wurden zu DDR-Zeiten bereits intensiv erkundet und verfügen nach Schätzungen von Experten über rund 157.000 Tonnen Zinn. Damit wären sie eine der größten Zinnlagerstätten weltweit.
Schätzungsweise 40.000 Tonnen Lithium liegen bei Zinnwald unter der Erde. Hier könnte ein Bergwerk mit Zukunft entstehen. Lithium gilt als Rohstoff der Zukunft, es ist unverzichtbar zum Bau der Ionen- Akkus für Elektrofahrzeuge, Smartphones, Laptops und Solarsystemen. Geologen vermuten ein Lithium Lager von Milliardenwert bei Altenberg. Das große Interesse von Unternehmen und die intensiven Bohrungen von Firmen wie der „Deutschen Rohstoff AG“ lassen eine Renaissance des Bergbaus im Erzgebirge immer wahrscheinlicher werden. Und so könnte das Erzgebirge mit seinem Lithium-Vorkommen bald ein ernsthafter Konkurrent für den Weltmarktführer China werden.
Aber wie sagt man im Erzgebirge, „Bissl Adacht brauchste schu.“ „Ein bisschen Geduld braucht man schon“. Und so wird sich zeigen, wann das nächste „Bergkeschrey“ kommt.

"In der Hauptrolle: Das Erzgebirge."
Von Clemens Schaeffer, Produzent, und Gabriele Jung, Producerin

Als wir unsere erste Recherchereise ins Erzgebirge machten, haben wir uns gewundert, dass bei der Vielfalt an Themen und Geschichten, die hier quasi auf der Straße liegen, so wenig gedreht wird.
Das Erzgebirge steht im Zentrum unserer neuen Krimireihe, spielt sozusagen eine Hauptrolle. Die Themen, die wir hier erzählen sind gleichzeitig heimatverbunden und universell. Die Region ist durch den jahrhundertelangen Bergbau geprägt. Es gibt eine große Traditionsverbundenheit, aber auch eine hohe Affinität zur modernen Ingenieurskunst. Die Menschen sind gastfreundlich, aber auch skeptisch. Diese Herzlichkeit, den Erfindungsreichtum und die Bodenständigkeit wollen wir in unseren Geschichten erzählen. Das macht die Fälle unserer Kommissare besonders und authentisch zugleich.
Die Nähe zu Tschechien gibt dem Landstrich eine große Weitläufigkeit. Die Grenze ist hier so offen, wie wir es uns für ganz Europa nur wünschen können. Gleichzeitig markiert die Grenze auch immer eine Trennung, eine Distanz. Wir erzählen unsere Ermittler als Grenzgänger. Viele kleine und mittelgroße Unternehmen prägen die Gesellschaft. Es gibt auch erstaunlich viele junge und moderne Musikorchester im Erzgebirge. Das spielt in unserem zweiten Krimi eine zentrale Rolle. Das Spiel mit Brauchtum und Modernität ist für unseren Krimi besonders reizvoll.
Die Dreharbeiten im Erzgebirge waren auch deshalb so spannend, weil unsere Motive bisher noch nirgendwo abgefilmt sind. Die weltberühmte Montanuni Freiberg mit ihrem historischen Lesesälen und hochmodernem Archiv spielt in unserem Krimi eine entscheidende Rolle. In Schwarzenberg zeigen wir einen Laden für erzgebirgische Schnitzereien. Aber wir haben auch in einem der alten engen Stollen gedreht, was für das Drehteam eine große Herausforderung war.
Die wunderschöne Natur hat uns sehr beeindruckt. Der tiefe, fast schwarze Wald ist für uns ein Motiv für emotionale, aber auch hochdramatische Situationen in unseren Geschichten geworden. Eine unserer Hauptfiguren ist die Försterin, die gemeinsam mit dem Kommissar ermittelt. Der Blick über die sanften Hügel dieses Mittelgebirges gibt den Figuren im Film immer wieder die Gelegenheit innezuhalten.
Was uns wirklich herausgefordert hat? Die vielen Umleitungen! Darüber mussten wir irgendwann so lachen, dass unsere Autoren es ins Drehbuch geschrieben haben.
Da uns die Region sehr am Herzen liegt, ist die NFP als traditionsreiches Familienunternehmen mit fiktionalen und nichtfiktionalen Kino- und TV-Produktionen sowie mit hohem medienpolitischen Engagement seit 20 Jahren in Sachsen und Sachsen-Anhalt aktiv.
Wir glauben, dass wir mit unserem "Erzgebirgskrimi" einen weiteren wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis der einzigartigen Kulturlandschaft Sachsens leisten. Wir wollen die Vielfalt, die Schönheit und die Besonderheiten dieser Region dem gesamtdeutschen Publikum zeigen.

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