Pierre (Mathieu Delarive), Frau Langoff (Lisa Kreuzer) und Romy (Anna Fischer). Fotocredit: ZDF/Maxime Tschanturia. Fotocredit: ZDF/Maxime Tschanturia
Pierre (Mathieu Delarive), Frau Langoff (Lisa Kreuzer) und Romy (Anna Fischer). Fotocredit: ZDF/Maxime Tschanturia. Fotocredit: ZDF/Maxime Tschanturia

Fluss des Lebens - Geliebte Loire

Herzkino mit Anna Fischer und Lisa Kreuzer

Für Romy, gerade aus dem Gefängnis entlassen und von der Liebe enttäuscht, ist es das perfekte Angebot im richtigen Moment: Eine alte Dame bietet ihr an, sie zur Alleinerbin zu machen.

  • ZDF, Sonntag, 28. Mai 2017, 20.15 Uhr

Texte

Stab

Buch                             Beatrice Meier 
Regie         Franziska Meyer Price
Schnitt      Ulrike Leipold, Till Ufer  
Kamera    Philipp Timme
Kostüm Bettina Weiß
Producer    Simon Grohe
Produktion    Schiwago Film
Produzenten     Martin Lehwald, Marcos Kantis, Michal Pokorny
Redaktion      Sebastian Hünerfeld
Länge         ca. 89 Minuten

Besetzung

Johanna Langhoff                    Lisa Kreuzer
Romy Feldmann    Anna Fischer
Pierre     Mathieu Delarive  
Postbotin Lola     Onna Clarin
Flavie        Marion Creusvaux
Stationsleiterin Borsig    Isabel Trimborn
Pflegerin Nadja    Stephanie Meisenzahl
Madame Duval      Gladys Cohen
Kay    Eike Weinreich 
und andere

Inhalt

Romy glaubte, mit Kay endlich das Glück ihres Lebens gefunden zu haben. Doch als sie nun nach einem Jahr Haft aus dem Gefängnis entlassen wird, muss sie erfahren, dass er ein Kind mit einer anderen hat. Eine herbe Enttäuschung für Romy. Und auch der Job in einem Altenheim verspricht nur wenig Hoffnung auf bessere Zeiten.

Da kommt ihr eine Reise an die Loire gerade recht. Denn Johanna Langhoff, eine Bewohnerin des Heims, macht ihr ein verlockendes Angebot:  Begleitet Romy sie auf ihrer letzten Reise an die Loire, will die alte Dame sie zu ihrer Alleinerbin machen.

Obwohl die beiden Frauen wie Feuer und Wasser sind, lässt sich die desillusionierte Romy auf das Abenteuer ein. Dabei geht es Romy ziemlich auf die Nerven, dass Frau Langhoff noch immer von ihren Erinnerungen zehrt: Als junge Frau verlebte sie mit ihrem französischen Geliebten unvergessliche Sommer an der Loire. Das Glück fand jedoch ein jähes Ende, als Frau Langhoff eines Tages die überraschende Nachricht vom Tod ihres geliebten Henri erhalten musste.

Auch Pierre, der französische Kapitän des Schiffes, mit dem Romy und Frau Langhoff die Seitenkanäle der Loire hinunter reisen, ist gezeichnet von der Liebe. Das heißt aber noch lange nicht, dass er deswegen seine französische Leichtigkeit verloren hätte. Und so begeben sich drei doch sehr unterschiedliche Menschen auf eine gemeinsame Reise, bei der Romy zum ersten Mal erfährt, was es heißt, als Mensch seiner selbst wegen geschätzt zu werden.

Erst mit diesem neuen Lebensgefühl schafft sie es schließlich, über ihren Schatten zu springen und der alten Dame zur Seite zu stehen, als diese völlig überraschend erfahren muss, dass ihr ganzes Leben auf einer Lüge basiert.

"Eine Bildungsreise der anderen Art" - Vorwort von Redakteur Sebastian Hünerfeld

Die deutsch-französische Freundschaft nehmen wir mittlerweile als selbstverständlich hin. Nichts könnte sie erschüttern. Und doch zeigt die kleine Reisegruppe, die sich in unserem Film zusammenfindet, wie zart dieses Gebilde ist.

Frau Langhoff ist noch stark von der ehemaligen Feindschaft geprägt, deren Auswirkungen ihr das Glück ihres Lebens unmöglich gemacht hat. Pierre hat seine Kindheit in Deutschland verbracht, jedoch als Sohn eines französischen Militärs, also als Teil einer "Besatzungsmacht". Und Romy? Für unsere Heldin spielt Frankreich überhaupt keine Rolle. Sie ist froh, wenn sie ihr eigenes Leben gemanagt bekommt. Und so ist es nicht die steingewordene Kultur der Schlösser, die den Horizont Romys erweitert, sondern das "Savoir -vivre" und die Lebenserfahrung zweier Menschen, die nie die Hoffnung aufgegeben haben. Und ganz wie die Loire lassen sich diese drei Menschen nicht bändigen, sondern finden gemeinsam ihren Weg ins Glück.

"Am liebsten sind mir Rollen, die keiner spielen will" - Interview Anna Fischer

Was muss ein Filmprojekt mitbringen, damit Sie ihm den Zuschlag geben?

Erst mal muss die Rolle stimmen: Der Charakter muss in sich stimmig sein, muss mich herausfordern und irgendwas haben, womit ich mich identifizieren kann. Am liebsten sind mir Rollen, die keiner spielen will. Weil es gerade spannend ist, daraus was Geiles zu machen.

In "Fluss des Lebens – Geliebte Loire" spielen Sie die eigenwillige Romy...

Romy macht aus, dass Sie einen Gerechtigkeitssinn hat. Sie kommt ja aus dem Knast, also weiß sie auch so in etwa, wo das Leben hingehen kann, wenn man sich nicht an gewisse Regeln hält. Romy ist eigentlich eine sehr taffe, lebensfrohe Frau, die natürlich auch an ihre große Liebe geglaubt hat. Und sie kommt dann wieder aus dem Knast und muss feststellen, dass alles, woran sie geglaubt hat, nicht der Realität entspricht und daran zerbricht sie.

Gibt es Parallelen zwischen Ihnen und Romy?
Ich glaube schon, dass Romy und ich Parallelen haben, nicht gerade der Knast, aber ich bin ja auch verletzlich. Ich bin am Ende des Tages auch nur ein Mensch. Und ich glaube, so einen gewissen Gerechtigkeitssinn, danach strebe ich auch.

Die Protagonisten entdecken in der "Fluss des Lebens"-Reihe neue Perspektiven. Glauben Sie daran, dass eine Reise jemanden verändern kann?

Reisen sind wichtig, weil sie deinen Horizont erweitern. Du kommst einfach mal aus deiner kleinen Welt heraus und siehst über den Tellerrand. Lernst neue Menschen kennen, lernst neue Sitten kennen. Kommst an der Natur. Also für mich sind Reisen, auch privat, die große Freiheit.

Gab es besondere Herausforderungen beim Dreh?

Wir hatten auf dem Boot, muss man sagen, nicht wirklich eine Toilette. Und zwei Wochen auf dem Boot ohne Toilette für das ganze Team, sind schon schwer. Da muss das Boot immer anhalten. Ich glaube, diese Enge auf dem Boot hat uns alle auch zusammengebracht.

Ich kann mich noch daran erinnern, wie wir alle im Boot saßen und draußen gefilmt wurde. Wir mussten uns alle auf dem Boden legen, damit von draußen keiner zu sehen ist. Und da lagen wir alle und haben uns bepisst vor Lachen.

Gedreht wurde an der französischen Loire. Was macht den Reiz des Flusses und seiner Landschaften aus?

Meine Schwester wohnt in Paris und von daher bin ich öfter mal in Frankreich oder in Paris.  Aber an der Loire war ich noch nie. Dort hast du ein Gefühl für alte Geschichte - du weißt, dass an diesen Orten so viel passiert ist. Gerade an der Loire, wo sich ein Schloss und ein Garten nach dem anderen tummeln, ist es natürlich wahnsinnig toll.

"Mich hat die Geschichte der Schlösser fasziniert" - Interview mit Lisa Kreuzer

"Es ist nie zu spät" heißt es so schön. Können Sie nachvollziehen, dass sich jemand noch im höheren Alter auf die Spuren einer verstorben geglaubten großen Liebe macht?

Ich kann es durchaus nachvollziehen - nicht nur den Wunsch, der verstorbenen Liebe nah zu sein, sondern auch noch einmal alle Orte an der Loire zu sehen, an denen sie mit Henri glücklich war. Frau Langhoff lebt seit Jahren in einem Seniorenheim. Nahezu ein Pflegefall. Vor 60 Jahren hat sie die Nachricht aus Frankreich bekommen, dass Ihre Lebensliebe gestorben ist. Sie hat es sich zur Gewohnheit gemacht, mit ihm zu sprechen, ihn an ihrer Seite zu haben. Nun will sie sich auf den "letzten Weg" zu Henri machen, um, wenn möglich, in seiner Nähe begraben zu werden. Diese Sehnsucht kann ich sehr gut verstehen, es gibt nur ein Problem: Diese Reise kann sie nicht alleine machen. Sie braucht Hilfe.

Dafür wählt sie die junge Altenpflegerin Romy aus, die gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde...

Ich denke, Frau Langhoff war schon einige Zeit auf der Suche nach einer geeigneten Begleitung. Dann beobachtet sie Romy. Die ist clever, hat Phantasie und die nötige Durchsetzungskraft. Und sie ist sicher mit der Aussicht auf Geld zu überzeugen. Hoffentlich unabhängig. Eine, ihrer Meinung nach, wunderbare Voraussetzung für eine gemeinsame Reise. In der Wahl ihrer Mittel, Romy zu überzeugen, ist sie durchaus nicht zimperlich. Diese Romy muss ihr wohl von Henri geschickt worden sein.

Der Film entstand an sehr pittoresken Drehorten an der Loire. Welche Eindrücke haben Sie nach Drehschluss nach Deutschland mitgenommen?

Ich war zuvor noch nie an der Loire. Man darf aber nicht vergessen, dass es eine nicht unanstrengende "Arbeitsreise" war. Privat habe ich da nicht viel unternommen. Es war aufregend genug, jeden Tag an einem anderen Ort zu drehen. Jeden Tag die Möglichkeit, ein anderes Schloss zu sehen. Die Fahrt auf der Peniche: alles wunderbar und beeindruckend.

Eine wirklich zauberhafte Stadt ist La Charité sur Loire. Sie ist voller Antiquariate und Antiquitätenläden. Sie nennt sich auch Ville du Livre. Leider waren wir da nur zwei Tage. Dann Villandry mit diesen unglaublich schönen Gärten. Amboise, Azay le Rideau, und und und...

Mich hat auch die Geschichte der Schlösser fasziniert. Am Abend vorher habe ich mich im Internet immer schlau gemacht - vom Erbauer über die nachfolgenden Generationen bis zum heutigen Besitzer. Dann der Kampf um den Erhalt dieser historischen Schönheit. Ich bin sehr dankbar für diese Reise und kann mir durchaus vorstellen, dass einige Zuschauer den Wunsch verspüren, sich auf eine Loire-Fahrt einzulassen.

Statement von Produzent Martin Lehwald

Wie Gott in Frankreich hab ich mich nicht gerade gefühlt, als ich mich im Frühsommer letzten Jahres durch orkanartigen Starkregen längs der Loire zwischen touristischen Attraktionen und Atomkraftwerken entlangschlängelte und mein Reifen platzte. Angefüllt, mit der muffigen Geschichtsbuch-Erwartung der Insignien französischer Baukunst, saß ich auf dem Hof einer Autowerkstatt fest. Die Belegschaft machte erst mal in Ruhe Mittag. Man darf keine Panne haben, in Frankreich – zumindest nicht zur Essenszeit.

Was mir dann aber - mit vollem Bauch - an Wärme, Interesse, Hilfsbereitschaft und Offenheit entgegenschlug, war symptomatisch für das, was die ganzen Dreharbeiten über folgte: Es war nicht der verzaubernde Reiz der dünn besiedelten Kulturlandschaft oder die unfassbare Schönheit der Schlösser, die uns bestach. Es war vielmehr die kulturelle Vertrautheit, die Quirligkeit, die Lebendigkeit und die Lebenslust all der Menschen, die mit uns an der Loire zusammenarbeiteten. Sie haben diesen Dreh zu einem vollkommen harmonischen Erlebnis gemacht. Keine schlechte Voraussetzung für einen Film über die Liebe, im Land der Liebe. Aber Gott dürfte Vegetarier sein. Wie ich - und die haben's wirklich nicht leicht in Frankreich…

Infos zur Reihe "Fluss des Lebens"

Die Reihe "Fluss des Lebens", die sich durch hochkarätige Besetzungen auszeichnet, führt die Zuschauer an die bekannten Flüsse und Ströme dieser Erde. In den Geschichten finden sich die Protagonisten in existenziellen Situationen wieder, die ihnen neue Perspektiven auf ihr Leben, die Liebe und andere Kulturen ermöglichen.

Der vierte Film der Herzkino-Reihe "Fluss des Lebens" taucht ein in das Savoir-Vivre Frankreichs: "Geliebte Loire" erzählt die Geschichte der taffen Romy, die mit Romantik und fränzösischer Gelassenheit nur wenig anzufangen weiß. Dennoch begibt sie sich gemeinsam mit der Seniorin Frau Langhoff und dem Schiffskapitän Pierre auf eine Reise, an deren Ende sie zum ersten Mal erfährt, was es heißt, als Mensch seiner selbst wegen geschätzt zu werden.

Aus der Reihe "Fluss des Lebens" zeigte das ZDF im vergangenen Februar den Film "Geboren am Ganges". Der erste Teil "Verloren am Amazonas" wurde im Jahr 2013 ausgestrahlt, ein Jahr später folgte "Wiedersehen an der Donau".

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