Süher Özlügül (Sophie Dal) und Henk Cassens (Maxim Mehmet), Copyright: ZDF / Willi Weber
Süher Özlügül (Sophie Dal) und Henk Cassens (Maxim Mehmet), Copyright: ZDF / Willi Weber

Friesland - Der blaue Jan

Der Samstagskrimi

Vier verkleidete, mit Harpunen bewaffnete Männer laufen durch Leers Altstadt und erschrecken jeden, der ihnen in die Quere kommt. Dieser bei den Einheimischen beliebte, alte Brauch "Der blaue Jan" gerät dieses Jahr allerdings in Verruf. Während des Trubels im Rathaus wird die Frauenbeauftragte der Stadt mit einer Walfänger-Harpune getötet. Die Vermutung, dass einer der vier maskierten "blauen Jans" in den Mord verwickelt ist, liegt nahe. Dass ausgerechnet Sühers neuer Kollege, Streifenpolizist Henk Cassens, zu den diesjährigen "blauen Jans" zählt, sorgt auch bei Kommissar Brockhorst nicht gerade für Begeisterung.

  • ZDF, Samstag, 13. Januar 2018, 20.15 Uhr

Texte

Stab und Besetzung

Regie   Marc Rensing
Buch Jürgen Kehrer, Sandra Lüpkes
KameraPascal Schmit
Musik
SzenenbildJutta Freyer
TonBernd Hackmann
Kostümbild Bea Albl
SchnittMarco Baumhof
RedaktionMartin R. Neumann
ProduktionWarner Bros. ITVP Deutschland GmbH, Köln
ProduzentenSabine de Mardt, Anton Moho
ProducerMariann Kaiser, Sven Petersen
HerstellungsleitungMichael Hahn
ProduktionsleitungTobias Knubel
Länge

88:30 Minuten

Rollen / Darsteller
Henk Cassens Maxim Mehmet
Süher Özlügül Sophie Dal
Insa Scherzinger  Theresa Underberg
Wolfgang Habedank Holger Stockhaus
Jan Brockhorst Felix Vörtler
Yunus Özlügül  Yunus Cumartpay
Elke HesedingFranziska Weisz
Detlef Ackermann Peter Jordan
Piet Grieffenhagen Christian Beermann
Weert Dieken Janek Rieke
Gesa Dieken Anna Grisebach
Sonja Buegel Anna Schäfer
und andere

Inhalt

Vier verkleidete, mit Harpunen bewaffnete Männer laufen durch Leers Altstadt und erschrecken jeden, der ihnen in die Quere kommt. Besonders auf Frauen haben es die "blauen Jans" abgesehen. Es handelt sich dabei um einen beliebten, alten Brauch bei den Einheimischen, den man nach Meinung der Stadtmarketingchefin Elke Heseding noch viel größer, bunter und kommerzieller gestalten könnte.

Doch dieses Jahr gerät der "blaue Jan" in Verruf. Während des Trubels im Rathaus wird Gesa Dieken, Frauenbeauftragte der Stadt, mit einer Walfänger-Harpune getötet. Die Vermutung, dass einer der vier maskierten "blauen Jans" in den Mord verwickelt ist, liegt nahe – zumal Gesa Dieken den in ihren Augen frauenfeindlichen Brauch abschaffen wollte.

Dass ausgerechnet der neue Kollege Henk Cassens zu den diesjährigen "blauen Jans" zählt, sorgt weder bei seiner Polizei-Partnerin Süher Özlügül noch bei Kommissar Jan Brockhorst für Begeisterung. Doch Apothekerin Insa Scherzinger gibt ihr Bestes, Brockhorst zu besänftigen. Schließlich möchte Insa ihre selbsterlernten forensischen Kenntnisse unter Beweis stellen und die bei Bestatter Wolfgang Habedank zwischengelagerte Leiche untersuchen. Und auch Henk und Süher beginnen hinter dem Rücken von Kommissar Brockhorst zu ermitteln. Inwieweit profitiert der Fahrlehrer Weert Dieken vom Tod seiner Frau? Was ist dran an den Gerüchten über Weerts Affären mit Fahrschülerinnen? Wo sind die 10.000 Euro, die Gesa ein paar Monate zuvor von ihrem Konto abgehoben hat?

Henk und Süher nehmen sich neben dem privaten auch das berufliche Umfeld der Toten vor. Denn für den Stadtkämmerer Detlef Ackermann steht gerade ein gewichtigeres Thema als die Abschaffung des "blauen Jans" auf der Tagesordnung: die Bewilligung des Neubaugebietes "Westerneuland". Ausgerechnet Gesa Dieken hatte sich geweigert, ihr Grundstück dafür herzugeben.

"Immer überraschen lassen" - Drei Fragen an Redakteur Martin R. Neumann

Nach fünf "Friesland"-Krimis ist "Der blaue Jan" der erste Film ohne Florian Lukas als Streifenpolizist Jens Jensen. Warum ist er ausgestiegen, und warum haben Sie sich für Maxim Mehmet als Nachfolger entschieden?

Aufgrund des großen Erfolgs der ersten "Friesland"-Filme hat das ZDF beschlossen, zwei Filme pro Jahr zu produzieren. Leider hat sich Florian Lukas nicht in der Lage gesehen, diesen zeitlichen Aufwand mit seinen anderen Verpflichtungen zu vereinbaren. So hat er sich schweren Herzens von der "Friesland"-Reihe getrennt. Für den Nachfolger von Florian Lukas haben wir einen Typ gesucht, der rein äußerlich keine Ähnlichkeit mit ihm hat. Im Gegensatz zu dem eher verschlossenen, grüblerischen Charakter, den Florian Lukas verkörperte, haben wir einen offeneren, draufgängerischen Charakter etablieren wollen.

Wie wird der Wechsel im Film begründet?

Die Figur Jens Jensen, die Florian Lukas verkörperte, hat eine neue Stelle bei der Polizei in Emden angenommen. Um es dem Zuschauer leichter zu machen, direkt mit der neuen Figur "mitzugehen", erzählen wir kein Einstiegs-Szenario für den "Neuen". Henk Cassens, der neue Kollege, ist von Anfang an in die Geschichte involviert und bildet bereits ein Team mit Süher Özlügül.

Wie geht es mit "Friesland" weiter? Erwarten den Zuschauer irgendwelche Besonderheiten?

Immer überraschen lassen. Für die Folge "Der blaue Jan" gibt es in der Vorwoche zum Beispiel eine "Wilsberg"-Folge, die auf den "Friesland"-Film hinweist. Kommissar Brockhorst und Hobby-Forensikerin Insa Scherzinger tauchen in "Wilsberg – Morderney" (ZDF, Samstag, 6. Januar 2018, 20.15 Uhr) auf und sorgen für reichlich Chaos. Da bleibt kein Auge trocken.

Die Fragen stellte Susanne Priebe

"Der ständige Wind macht mich fertig" - Interview mit Maxim Mehmet

Sie geben in "Friesland – Der blaue Jan" Ihren Einstand als Streifenpolizist Henk Cassens, der neue Kollege von Süher Özlügül. Was ist Henk für ein Typ? Was sind seine Stärken, seine Schwächen?

Henk ist ein Mensch mit gesunder bis übersteigerter Selbstüberzeugung. Das betrifft sein Selbstverständnis als Polizist, aber vor allem seine Wirkung auf Frauen. Zumindest denkt er das von sich. Ob die Gegenseite das auch so wahrnimmt, ist eine andere Frage. Diese Diskrepanz schafft einen schönen Spielraum für Komik, weil Henk sich eben gerne auch mal überschätzt. Er kann deswegen manchmal überheblich oder ignorant wirken.

Darüber hinaus nimmt er gerne den kürzesten Weg, auch wenn das manchmal die Überschreitung von Grenzen oder Kompetenzen bedeutet. Er ist ein Kindskopf und Chaot, der in vielerlei Hinsicht noch nicht erwachsen geworden ist, sich darin aber auch ganz wohl zu fühlen scheint. Seine Berufswahl ist deswegen durchaus erstaunlich, jedoch wohl auch auf den Weg des kleinsten Widerstandes zurück zu führen: Da war halt noch ein Ausbildungsplatz frei, nachdem alle anderen Fristen schon abgelaufen waren. Nichtsdestotrotz kann Henk einen überraschenden Ehrgeiz entwickeln.

Henk kommt aus der "Großstadt" Hannover zurück ins "Kaff" Leer. Warum?

Man munkelt, es sei nicht ganz freiwillig gewesen und hätte etwas mit einer Frauengeschichte zu tun. Fakt ist, Henk kommt, ebenso wie Süher, ursprünglich aus Leer, kennt also Land und Leute der Gegend, die er auch mag, fühlt sich aber beruflich eigentlich zu Höherem, als zu einem Streifenpolizisten berufen. Insofern ist dies auch eine etwas zähneknirschende Rückkehr.

Am Ende des Films wirft Kommissar Brockhorst Henk und Süher vor, sie hätten nicht "sauber und unfallfrei" ermittelt. Gibt es Szenen, die Sie beim Dreh besonders herausgefordert, die Ihnen besonderen Spaß gemacht haben? Welches war Ihre Lieblingsszene?

Eine Herausforderung war in jedem Fall jene letzte Szene des Showdowns, in der Henk und Süher nebeneinander und bis zum Hals im Matsch der Ems liegen. Trotz (dünnem) Neoprenanzug und Drehzeit im Sommer, war mir bei gefühlten 8 Grad gelinde gesagt arschkalt, und ich musste mich sehr zusammenreißen, um mein Zähneklappern in den Takes zu unterdrücken.

Eine meiner Lieblingsszenen, schon im Drehbuch, war das Abendessen bei Wolfgang Habedank, zu dem sich Henk selbst und unaufgefordert einlädt und damit das Dinnerdate seines Freundes crasht. Auch beim Dreh war das ein großer Spaß, weil Franziska Weisz und Holger Stockhaus einfach wahnsinnig gute Schauspieler sind, die selbst die albernsten Texte mit Sterbensmiene vortragen können (was natürlich die Voraussetzung dafür ist, dass man lachen muss). Spätestens bei Holgers "Fummelwald" hat’s mich jedes Mal gerissen.

Süher fremdelt zunächst mit ihrem neuen Kollegen, die zwei sind nicht gerade ein Herz und eine Seele. An einer Stelle sagt sie: "Ich bin das Hirn, du die Uniform". Wo liegt das Problem? Was unterscheidet die beiden?

Süher stößt sich öfter an Henks etwas derberem, manchmal machohaftem Verhalten und seiner kindischen Art (etwa, wenn er anscheinend kein Problem damit hat, erst bei dem von ihr skeptisch beäugten Brauch des "blauen Jans" mit zu wirken, um dann, immer noch nicht ganz nüchtern, im Dienst und am Tatort aufzutauchen). Henk geht dagegen zeitweise ihr Pflichtbewusstsein und ihr "Dienst nach Maß" auf die Nerven. Im Grunde mögen die beiden sich aber und ziehen sich immer wieder mit ihren jeweiligen Schwächen auf. Ein handfestes Problem könnte jedoch irgendwann die Tatsache werden, dass beide sich eigentlich zu Höherem berufen fühlen, also durchaus in Konkurrenz zueinander treten könnten.

Sie selbst sind in Nordhessen aufgewachsen und leben seit Jahren in Berlin. Gerade haben Sie Ihren zweiten "Friesland"-Film abgedreht. Was gefällt Ihnen an Ihrer neuen Film-Heimat Ostfriesland? Wo besteht noch Gewöhnungsbedarf?

Mir gefallen das Land und seine Menschen, die trotz vorkommender Einsilbigkeit, oder gerade deswegen, sehr herzlich sind. Der ständige Wind macht mich jedoch fertig. Das habe ich nun diverse Male nach langen Drehtagen auf dem Deich oder etwa auf dem Emssperrwerk festgestellt: Obwohl man ihn nicht bemerkt, nagt er konstant an den Kräften, so dass man abends schlagkaputt ins Bett fällt. Daran muss ich mich in jedem Fall noch gewöhnen.

Die Fragen stellte Susanne Priebe

 

 

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