Copyright: ZDF / Gordon Mühle_M_ZDF-Marketing
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Fritzie - Der Himmel muss warten

Sechsteilige Primetime-Serie

Tanja Wedhorn spielt eine engagierte Lehrerin, die völlig unerwartet die Diagnose 'Brustkrebs' bekommt:
Fritzie Kühne ist gerne Lehrerin. Gemeinsam mit der Direktorin Selma (Neda Rahmanian), die auch ihre beste Freundin ist, hat sie die Schule erfolgreich aus einer Krise geführt. Ihre Ehe mit Stefan (Florian Panzner) ist durchaus liebevoll, und die Pubertät von Sohn Florian (Nick Julius Schuck) verläuft bislang recht glimpflich. Doch dann zwingt eine Krebsdiagnose sie und ihre Liebsten zu einer Reise ins Unbekannte. Fritzie wird sich Fragen stellen und Dinge ausprobieren, die sie für immer verändern.

  • ZDF, Ab Donnerstag, 1. Oktober 2020, 20.15 Uhr (Folgen 1-2)
  • ZDF Mediathek, Alle Folgen ab Donnerstag, 24. September 2020, 10.00 Uhr

Texte

Ein wichtiges Thema für die Primetime
von den Redakteurinnen Katharina Görtz und Kristl Philippi

Diagnose Brustkrebs. Dieser lebensverändernde Moment steht am Beginn unserer Serie und bedeutet einen Aufbruch für Hauptfigur Fritzie. Sie muss sich der Krankheit stellen. Dieser Weg führt sie ins Unbekannte, ist voller Auf- und Abs. Vor allem ist es ein Reise durch die Emotionen und selten rational.

Fritzies Leben steht plötzlich Kopf. Sie hinterfragt die eigene Lebenseinstellung, ihre Beziehung zum Ehemann, ihre Rolle in der Familie, als Mutter, ihr Selbstverständnis als Lehrerin. Wie umgehen mit der Krankheit ohne die Selbstbestimmung aufzugeben? Wie weiterleben, ohne alles dem einen Thema zu opfern? Wie Zukunft gestalten, wenn die eigene Endlichkeit plötzlich so unmittelbar nah scheint?

Eine Krebserkrankung ist ein Schicksalsschlag, der jeden treffen kann – als Patient oder Angehörigen. Die Statistik sagt, jeder zweite Mensch in Deutschland erkrankt im Lauf seines Lebens an Krebs; zwei von zehn Frauen an Brustkrebs. Gerade weil dieses Thema uns so nahe kommen kann, scheuen wir die Auseinandersetzung damit. Es ist also ein Wagnis, diesen Kampf einer Frau um Lebendigkeit und Zukunft, das Ringen ihrer Liebsten um Verständnis und Hoffnung, in den Mittelpunkt einer Primetime-Serie zu stellen.

Unsere Serie erzählt im Genremix einer Familien- und Schulserie wahrhaftig, berührend und unterhaltsam, ganz nah an der Hauptfigur. So hoffen wir, die Zuschauer und Zuschauerinnen für Fritzies Welt zu interessieren und zu begeistern. Tanja Wedhorn verkörpert dieses Miteinander von Schatten und Licht so nahbar und lebendig, dass man sich gerne auf sie einlässt und ihr mit Spannung, Freude und Zuversicht folgt.

Katharina Görtz und Kristl Philippi gehören zur ZDF-Hauptredaktion Fernsehfilm/Serie II 

Sendetermine, Stab und Besetzung

Donnerstag, 1. Oktober 2020, 20.15 Uhr (Folge 1-2)
Donnerstag, 8. Oktober 2020, 20.15 Uhr (Folge 3-4)
Donnerstag, 15. Oktober 2020, 20.15 Uhr (Folge 5-6)

Fritzie – Der Himmel muss warten
Sechsteilige Primetime-Serie

Buch_____Kerstin Höckel (Head-Autorin), Christiane Bubner, Katja Grübel
Regie_____Josh Broecker
Kamera_____Oliver-Maximilian Kraus
Schnitt_____Fritz Busse, Ann-Sophie Schweizer
Musik_____Biber Gullatz, Moritz Freise, Andreas Schäfer
Szenenbild_____Adrienne Zeidler
Kostüm_____Antje Gebauer
Maske_____Natalie von Brunn, Martina Müller
Ton_____Klaus-Peter Schmitt
Musik-Supervision_____Ingeborg Feilhauer
Produktionsleitung_____Norbert Ranft
Produktion_____Polyphon Film- und Fernsehgesellschaft mbH
Produzentin_____Beatrice Kramm
Producerinnen_____Ursula Pfriem, Valeria Pauz
Teamleitung ZDF_____Johannes Frick-Königsmann
Redaktion_____Katharina Görtz, Kristl Philippi
Länge_____6 x 45 Minuten

Die Hauptrollen und ihre Darsteller
Fritzie Kühne_____Tanja Wedhorn
Selma Herzog_____Neda Rahmanian
Stefan Kühne_____Florian Panzner
Florian Kühne_____Nick Julius Schuck
Hanna_____Rosmarie Röse
Leon_____Ivo Kortlang
Kunstlehrer Gerd_____Falk Rockstroh
Hausmeisterin "Big Chief"_____Gisa Flake
Milos_____Tobias Licht

In weiteren durchgehenden Rollen: Samuel Benito, Kirsten Block, Marlene Burow, Anna Grisebach, Rafi Guessous, Odine Johne, Steffen Münster, Derek Nowak, Jan Pohl, Murat Seven und viele andere.

Inhalt

Lehrerin Fritzie Kühne führt eine gute Ehe, ihr Sohn ist prima geraten, die beste Freundin hängt an ihr, im Kollegium gilt sie als verlässliche Diplomatin. Fritzie liebt es, andere glücklich zu machen. Das gibt ihrem Leben Sinn.
Doch als ein Tumor in ihrer Brust diagnostiziert wird, merkt die beste Zuhörerin der Welt, dass sie etwas ändern muss – und zwar radikal.

So sagt Fritzie nicht nur dem Krebs den Kampf an, sondern auch den selbstverständlichen Erwartungen ihrer Lieben und Schutzbefohlenen. Der neue Weg ist unbekannt und holprig. Die Beziehung zu ihrem Mann wird auf eine harte Probe gestellt, der pubertierende Sohn wendet sich ab. Fritzies beste Freundin Selma, die Direktorin ihrer Schule, versteht die Welt nicht mehr, und die Schüler sorgen sich um eine Zukunft, von der Fritzie vielleicht gar nicht mehr so viel hat.
Dafür lernt Fritzie neue Menschen und neue Seiten an sich kennen. Und bei aller Sorge, Angst und Wut jubiliert das neue Wesen, das sich da wie ein Schmetterling aus dem Kokon schält, denn: Das Leben hat so viel mehr zu bieten, und der Himmel soll ruhig noch warten!

In sechs mal 45 Minuten, horizontal erzählt mit jeweils einem Schulfall, verfolgt die Serie Fritzies Weg mit allen Höhen und Tiefen, die sich auftun, wenn man sein eigenes Leben noch einmal so richtig hinterfragt.

 

Folge 1: Aus dem Gleichgewicht
(Donnerstag, 1. Oktober 2020, 20.15 Uhr)

Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium – die Diagnose ihrer Ärztin ist ebenso unerwartet wie eindeutig. Von einem Moment auf den anderen steht die Welt für Fritzie Kühne Kopf.

Geschockt macht Fritzie erst einmal weiter, als ob nichts wäre und kehrt zur Rosalind-Franklin-Schule zurück, an der sie Biologie und Sport unterrichtet. Selma, ihre beste Freundin und Direktorin der Schule, hat gerade Ärger mit Schülerin und Umweltaktivistin Hanna, die mit einer spektakulären Aktion die Klimadebatte anfeuern will. Fritzie soll – wie immer – vermitteln und Frieden stiften.

Doch damit nicht genug: In ihrer Klasse muss Fritzie sich schützend vor den unsicheren Otto stellen, weil er von Anführer Leon tyrannisiert wird. Sie macht Otto aber auch klar, dass er sich nicht alles gefallen lassen darf und von Leon Respekt einfordern muss. Otto nimmt sie beim Wort und begibt sich damit in große Gefahr.
Auch zuhause gibt es Probleme: Fritzies 16-jähriger Sohn Flo möchte unbedingt den Moped-Führerschein machen. Stefan, Polizist und Fritzies Ehemann, ist dagegen. Kein existenzielles Thema, wie Fritzie findet. Denn sie muss dringend etwas anders mit ihrer Familie besprechen.

 

Folge 2: Der schönste Busen der Welt
(Donnerstag, 1. Oktober 2020, 21.00 Uhr)

Nun ist es also raus, und plötzlich ist Fritzie für ihre Familie nicht einfach nur Ehefrau und Mutter, sondern schwer krank. Als Fritzie auch ihrer Freundin Selma von der Diagnose erzählt, nimmt die wie gewohnt das Heft in die Hand und organisiert eine Zweitmeinung bei einem renommierten Arzt. Das Ergebnis ist ernüchternd: Fritzies Brust muss wahrscheinlich abgenommen werden.
Unter dem Eindruck dieser Nachricht berührt es Fritzie besonders, als sie bemerkt, dass ihre Schülerin Luna an einer Ess-Störung leiden könnte. Luna träumt mit Unterstützung ihrer ahnungslosen Mutter von einer Karriere als Model und schadet dafür massiv ihrem Körper. Mit drastischen Mitteln versucht Fritzie Luna zur Einsicht zu bewegen.

Fritzie findet unerwartet emotionale Unterstützung bei einem ihrer Kollegen, dem Kunstlehrer Gerd. Dessen Frau Angela ist seit Langem an Krebs erkrankt, und Gerd dadurch in dieser Hinsicht erfahrener als alle anderen Menschen, die Fritzie umgeben. Mit ihm kann sie offen reden und ihn um Hilfe bei einem ganz besonderen Anliegen bitten.

Während eines überraschend ausgelassenen Abends mit Angela trifft Fritzie auf Milos, den Bademeister in ihrem Stammschwimmbad. Und fragt sich: Warum hat sie diesen Mann bisher noch nie wahrgenommen?

Währenddessen interessiert sich Fritzies Sohn Flo immer mehr für Hanna und deren Engagement fürs Klima. Ohne Wissen seines Vaters besucht er eine nächtliche Veranstaltung der Aktivisten, die Stefan wegen Verdacht auf Drogenhandel überwacht.

 

Folge 3: Was wirklich zählt
(Donnerstag, 8. Oktober 2020, 20.15 Uhr)

Vor der anstehenden Operation versucht Fritzie mit aller Kraft, Normalität zu spielen und ihrer Krebskrankheit maximal die Dramatik einer kleinen Blinddarmentzündung einzuräumen. Doch damit stößt sie ihre Liebsten vor den Kopf. Kunstlehrer Gerd, dessen Frau seit Langem an Krebs erkrankt ist, macht Fritzie klar, dass die Krankheit nicht nur sie allein betrifft, sondern auch ihre Familie.

Vor allem Flo ist von den Veränderungen zu Hause überfordert und geht auf Distanz zu seinen Eltern. Nach seiner ersten gemeinsamen Nacht mit Hanna ist er verliebt und möchte Hannas Klima-Aktionen weiter unterstützen. Doch Leon, der ebenfalls an Hanna interessiert ist und ältere Rechte anmeldet, scheint Hanna erneut für sich gewinnen zu können. Tief verletzt und verwirrt rastet Flo aus. Nicht nur wegen Hanna.

Zeitgleich erhitzt der seit langer Zeit von Fritzies Klima-AG geplante und nun unmittelbar vor der Tür stehende Sponsorenlauf die Gemüter der Schule. Lehrer wie Schüler schließen Wetten ab und suchen mit allen Mitteln Sponsoren. Sogar der unsportliche Gerd lässt sich zum Mitmachen überreden. Doch der Tag des Laufs endet ganz anders als erwartet.

 

Folge 4: Krieg und Frieden
(Donnerstag, 8. Oktober 2020, 21.00 Uhr)

Der plötzliche Tod von Gerds Frau Angela bringt Fritzie zum Nachdenken. Angela hatte jede Operation und jede Chemo mitgemacht, zu der ihr geraten wurde, und trotzdem hat der Krebs gesiegt. Was ist besser: zehn Jahre Krieg gegen den eigenen Körper oder ein Jahr Frieden? Oder ist es vielleicht doch möglich, Heilung durch alternative Therapien zu finden?

Währenddessen hat Umweltaktivistin Hanna als weitere Maßnahme, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen, mitten auf dem Hof der Schule ein Zelt aufgeschlagen. Fritzie hat große Sympathien für sie und alle anderen Schüler, die sich um ihre Zukunft sorgen – ganz im Gegensatz zu Direktorin Selma, die sich mit den öffentlichkeitswirksamen Auswirkungen der Aktionen auseinandersetzen muss.

Im Fall der Schülerin Ada sind die beiden Freundinnen ungewohnter Weise unterschiedlicher Meinung. Innerhalb kürzester Zeit haben Leistung und Motivation der mathematisch sehr begabten Ada rapide nachgelassen. Fritzie findet heraus, dass Ada zum Kickboxen geht. Heimlich, denn ihre Eltern sind der Meinung: Ada soll Verantwortung für ihr Talent übernehmen und sich voll und ganz auf die Schule konzentrieren. Aber Ada fühlt sich von den Erwartungen erdrückt und wagt, mit Fritzies Unterstützung, den Aufstand. Adas Kampfgeist inspiriert Fritzie und auch sie entscheidet sich schließlich für ihren ganz eigenen Weg im Umgang mit ihrer Krankheit.

 

Folge 5: Hier und Jetzt
(Donnerstag, 15. Oktober 2020, 20.15 Uhr)

Fritzies Familie und ihre Freunde können es nicht fassen: Fritzie hat tatsächlich die Operation abgesagt. Sie will die ihr verbleibende Zeit selbstbestimmt gestalten und das Leben in vollen Zügen genießen, anstatt sich der Schulmedizin und den damit verbundenen Einschränkungen auszusetzen.

Aber ihre Liebsten machen nicht mit. Stefan empfindet Fritzies Entscheidung als Entscheidung gegen sich, gegen den gemeinsamen Sohn, gegen das Leben und zieht sich zurück. Flo schließt sich Hannas Zeltaktion an, lebt seine erste Liebe und kommt einfach gar nicht mehr nach Hause. Und Selma stellt konsterniert fest, dass sie keinen Zugang mehr zu Fritzie findet. Statt Lebensfreude pur lodern um Fritzie plötzlich überall Konflikte.

Als in der Schule, nicht zum ersten Mal, ein Joint gefunden wird, bittet Selma Stefan und seine Kollegen vom Drogendezernat um Unterstützung. Auch Fritzies Schüler Gabriel hat Gras auf dem Schulhof gefunden. Spontan beschließt er, seine Prüfungsangst durch das Rauchen von Joints in den Griff zu bekommen. Auch wenn Fritzie sich über Gabriels neue Lockerheit freut, sucht sie nach anderen Wegen, ihm seine Angst zu nehmen.

Weil ihre Vertrauten nicht zur Verfügung stehen wollen, lädt Fritzie Bademeister Milos ein, mit ihr aus dem Alltag auszubrechen. Und das klappt. Denn Milos weiß bislang nicht, dass Fritzie Krebs hat.
Zeitgleich wittert Stefans Chefin Nora bei einem gemeinsamen Bowlingabend unter Kollegen ihre Chance, Stefan endlich näher zu kommen.

 

Folge 6: Blick nach vorn
(Donnerstag, 15. Oktober 2020, 21.00 Uhr)

Fritzie fühlt sich weiterhin fit, gesund und lebendig. Sie bleibt dabei: Keinerlei operative Behandlung und stattdessen das Leben so unbeschwert wie möglich genießen. Auch wenn ihre Liebsten das weiterhin nicht akzeptieren können.

Schülerin Hanna ist überglücklich. Sie wurde als Rednerin bei der Schuldemonstration vor dem Umweltministerium auserkoren. Auch Fritzie freut sich und will mit den Schülerinnen und Schülern an der Demonstration teilnehmen. Doch plötzlich schmeißt Hanna zum Entsetzen Fritzies und ihrer Freunde hin. Fritzies Versuche, Hanna umzustimmen, fruchten nicht. Doch dann vertraut Flo sich endlich wieder seiner Mutter an. Hanna ist schwanger, Flo wahrscheinlich der Vater, und Hanna ist verzweifelt und überfordert von ihren Zukunftsängsten.

Direktorin Selma startet einen letzten, radikalen Versuch, Fritzie doch noch zur OP zu bewegen, in dem sie "die Welt ohne Fritzie" vorwegnimmt: Sie beurlaubt Fritzie vom Schuldienst, veranlasst den Abriss von Fritzies geliebtem Schulgarten und droht allen Schülern und Schülerinnen mit Sanktionen, falls diese es wagen sollten, wegen der Demonstration vor dem Umweltministerium, dem Unterricht fernzubleiben. Als Hanna plötzlich ungesichert auf dem Schuldach erscheint, entscheidet sich auch Fritzies Zukunft.

Eine Geschichte, die erzählt werden muss
Von Produzentin Beatrice Kramm

Warum kämpft man viele Jahre für die Realisierung eines Programms? Weil es Geschichten gibt, die erzählt werden müssen.
Und diese Geschichte hat es in sich: Sie erzählt von Krankheit – ein Tabubruch in der Unterhaltung. Gleichzeitig erzählt sie mit großer Leichtigkeit vom Leben. Eine große Herausforderung, für die es viel Feingefühl und Vertrauen braucht. Wir hatten das große Glück, Autorinnen zu finden, die sich nicht nur getraut haben, das Thema anzugehen, sondern denen es auch gelungen ist, diese Mischung aus Angst, Mut, Schock und unbändiger Lebensgier auf Papier zu bringen. Tanja Wedhorn war für uns sofort die perfekte Fritzie. Sie ist eine unglaublich warme und warmherzige Frau. Tanja ist voll positiver Energie, die viel Nähe zulässt. Mit Tanja Wedhorn wurde aus Fritzie nicht einfach eine Frau, der wir zuschauen, wie sie die Diagnose und die Krankheit trifft, sondern sie gibt das Gefühl, dass sie eine von uns ist, und macht damit das Schicksal real und erlebbar.

Die Begegnung mit der Endlichkeit stößt Türen auf
Statement von Head-Autorin Kerstin Höckel

Vor einem Jahr kam der Anruf. Das ZDF suche eine Head-Autorin für eine neue Schulserie. Sechs Folgen, im Sommer wird gedreht. Bist du interessiert? Ich stamme aus einem Lehrerhaushalt. Schule liegt nah. Nächste Info: Die Protagonistin hat Brustkrebs. Wie meine Mutter damals. Ein bisschen "spooky" war das schon.

Krebs ist ein Tabu. Schon das Wort löst eine Kaskade von Ängsten aus. Aber die Chance, zur besten Sendezeit über die Kostbarkeit des Lebens zu erzählen, war zu verlockend. Ich fing Feuer. In Christiane Bubner und Katja Grübel von Kontrakt 18 fand ich wunderbare Gefährtinnen für die rasante Stoffentwicklung. Wir wollten eine Geschichte der Wandlung erzählen. Die Krebsdiagnose sollte der Weckruf für unsere brave Lehrerin sein. Ihre Begegnung mit der Endlichkeit stößt Türen auf, die bis dahin – wie bei jedem von uns – durch Angepasstheit und Ängstlichkeit verschlossen waren. Wenn wir merken, dass wir gar nicht unsterblich sind, können wir verzagen. Oder wir gewinnen die Freiheit – salopp gesagt – das Jetzt an den Eiern zu packen. Wie unsere Fritzie.

Wir erklärten den Writers Room zur angstfreien Zone, in der neben dem unvermeidlichen Drama Platz entstand für Skurriles, Persönliches, Pubertäres, Humor, Kampfgeist und Poesie. Eine beglückende Erfahrung, auch in der Zusammenarbeit mit den Ladys aus Produktion und Sender.

Für unsere Zuschauerinnen erhoffen wir uns, dass sie sich von Fritzie inspirieren lassen, auch ohne heftigen Schicksalsschlag das eigene Dasein ein bisschen auf den Kopf zu stellen.

Ein Thema für Männer und Frauen
Statement von Regisseur Josh Broecker

Brustkrebs ein reines Frauenthema? Kann man so sehen, sollte man aber nicht. Angesicht einer Krebsdiagnose, die zum Beispiel die Prostata oder die Hoden betrifft, stellt sich für Männer die Frage, wie viel "Mann" bliebe übrig, wenn die Prostata oder die Hoden entfernt würden oder im absoluten Ernstfall sogar "das beste Stück"? Wenn man die Wahl hätte zwischen, salopp gesagt, "Schwanz ab" oder noch ein paar Jahre ohne nervenaufreibende Operationen, Chemos und dem Verlust seiner Sexualität. Wie würde man sich entscheiden?

Das wirft Fragen auf, die für Frauen und Männer spannend sind und denen unsere Serie in Gestalt ihrer Hauptdarstellerin Fritzie nachspürt. Zudem wird die Krebserkrankung der Hauptfigur in den Drehbüchern verwoben mit einem Aufstand der Jugend gegen die krebsartige Mutation unserer Konsumgesellschaft – die letzten Endes zur Erkrankung unserer Erde führt.

Inszenatorisch bestand die Herausforderung für mich darin, das Irrationale, das durch die Konfrontation mit einer Krebsdiagnose in Fritzies Handlungsmuster ausgelöst wird, verstehbar oder fühlbar zu machen.

Um den inneren Kampf unserer Hauptfigur sichtbar zu machen, haben wir uns für eine Kombination von sehr bewegten und extrem ruhigen Einstellungen entschieden, bis hin zu einer stark verlangsamten Wahrnehmung. Angesichts einer Krebsdiagnose verändert sich der Blick auf die Welt: Das scheinbar Normale wird besonders und das scheinbar Wichtige belanglos.

Ausgesprochen bemerkenswert war, dass sich, bei allem Kampf gegen das Wetter und die Zeit, während der 54 Drehtage in wachsendem Maße eine metaphysische Atmosphäre aufbaute, in der durch extreme Rücksichtnahme und Verständnis alles möglich wurde; so als ob der intensive Umgang mit dem Thema dieser Krankheit alle Beteiligten daran erinnerte, wie wertvoll und schön das Leben sein kann.

"Geduld war gestern"
Fragen an die Hauptdarstellerin Tanja Wedhorn

Was hat Sie an der Rolle der Fritzie gereizt?

Tanja Wedhorn: In der Eröffnungsszene der Serie erfährt Fritzie, dass sie Krebs hat. Es gibt also keine Fritzie vor der Diagnose. Eine Frau zu spielen, bei der unter jeder Szene, egal ob sie abwäscht oder in der Schule Sport unterrichtet, diese lebensbedrohliche Diagnose liegt, hat mich sehr gereizt. Diese Achterbahnfahrt aus totaler Überforderung, Kampfgeist, egoistischen Entscheidungen, Hoffnungslosigkeit und Lebensfreude war für mich als Schauspielerin ein Geschenk zu spielen.

Als Fritzie die Diagnose Brustkrebs bekommt, erzählt sie zunächst niemandem davon. Später macht sie zum Teil verrückte Dinge, die sie vorher nicht gemacht hätte. Warum ist das so?

Tanja Wedhorn: Die Diagnose ist für Fritzie ein Schock. Das Ausmaß versteht sie erst Tage später und natürlich verändert sich damit ihr Blick auf ihr Leben: Auf die Zeit, die ihr vielleicht nur noch bleibt, auf die Menschen, die sie liebt, auf die Schüler, die ihr anvertraut sind, auf ihre bisherigen Verhaltens- und Lebensweisen. Ihre Schwerpunkte verschieben sich und dabei läuft die Zeit gegen sie. Geradliniges, unkonventionelles, zielführendes Verhalten bietet sich also an. Geduld war gestern.

Nicht nur Fritzie hat mit der Krebsdiagnose zu kämpfen, auch ihr näheres Umfeld muss lernen, mit ihrer Krankheit zu leben. Was sind die Herausforderungen für ihren Mann, ihren Sohn, die beste Freundin und ihr Arbeitsumfeld?

Tanja Wedhorn: Die Herausforderung liegt darin, mit der eigenen Angst und Trauer klarzukommen und gleichzeitig den vermeintlich richtigen Umgang mit Fritzie zu finden. Als Partner, Sohn und Freundin ist es wahnsinnig schwer bis unmöglich, Fritzie emotional und gedanklich immer da abzuholen, wo sie gerade steht, da die Krankheit und die daraus resultierenden Konsequenzen bei Fritzie einen sich stetig wandelnden Prozess auslösen. Ihre Liebsten sind in diesen Phasen fast "Außenstehende": bemüht, aber auch hilflos.

Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere an dieser Serie?

Tanja Wedhorn: Ich denke, es ist das Thema Krebs in Kombination mit einer seriellen Erzählweise. Wir, als Zuschauerinnen und Zuschauer, haben in den ersten sechs Folgen die Möglichkeit, einer voll im Leben stehenden Lehrerin in dieser extremen Phase ihres Lebens zu folgen.

Die Fragen stellte Julia Bartelt

Es läuft nicht immer alles rund im Leben
Fragen an die Schauspieler Neda Rahmanian, Florian Panzner und Nick Julius Schuck

Was hat Sie an Ihrer Rolle als Stefan, den Ehemann von Fritzie, gereizt?

Florian Panzner: Der Umgang miteinander. Fritzi und Stefan. Alles wird durchgerüttelt und hinterfragt. Die Diagnose schlägt ein wie eine Bombe und doch geht alles weiter. Woran hält man sich fest? Was kann man machen? Besser machen? Was ist noch wichtig? Was nicht? All die Fragen, die durch Fritzies Diagnose aufkommen, beleuchten Fritzies und Stefans Leben neu und anders.

Was hat Dich an Deiner Rolle als Flo, den Sohn von Fritzie und Stefan, gereizt?

Nick Julius Schuck: Ich mag Flo generell. Er ist ein bisschen jünger, als ich es im echten Leben bin. Ich finde, er ist für sein Alter schon recht reif; nicht in jeder Hinsicht, aber in mancher. Eigentlich ist er ein sehr cooler Typ. Alles andere als ein Außenseiter, aber auch kein Klassenclown. An der Rolle hat mich besonders gereizt darzustellen, wie er damit umgeht, dass seine Mutter erkrankt. Allgemein finde ich die Entwicklung, die er über die sechs Folgen nimmt, sehr interessant.

Sie spielen die Schuldirektorin Selma, die auch Fritzies beste Freundin ist. Wie geht Ihre Figur mit Fritzies Erkrankung um?

Neda Rahmanian: Selma liebt Fritzie und kennt sie schon ein halbes Leben. Sie haben eine gemeinsame Geschichte. Fritzies Diagnose ist für Selma fast wie ein Startschuss für den Run um das eigene Leben. Sie will alles, aber auch wirklich alles Erdenkliche tun, um ihrer Freundin das Leben zu retten: Mit allen Mitteln und Worten, die ihr einfallen – und nicht zuletzt mit dem wahren Gefühl der Freundschaft zu Fritzie, aber durchaus auch mit Methoden die eventuell fragwürdig sind.
Selma hat nur ein Ziel vor Augen und auf diesem Weg ist sie sogar bereit, eigene Prinzipien zu hinterfragen. Dass im Leben nicht immer alles nach Plan läuft – wie Fritzies Diagnose, aber auch ihr neuer Lebenswandel, der durch die Diagnose ausgelöst wurde, das stellt Selma vor neue Herausforderungen.

Und Deine Figur?

Nick Julius Schuck: Zu Beginn weiß Flo nicht wirklich mit der Krankheit seiner Mutter umzugehen. Es ist eine Erfahrung, die er so noch nicht gemacht hat und ehrlich gesagt am liebsten auch nie machen wollte. Er ist auf jeden Fall hart getroffen, denn er liebt seine Mutter über alles. Aber er behält den Schmerz für sich und frisst alles in sich hinein, bis es dann irgendwann raus muss. Er hat große Angst, seine Mutter zu verlieren.

Was ist das Besondere an dieser Serie?

Nick Julius Schuck: Die Serie ist sehr direkt. Nichts wird weich gemacht, sondern das Leben wird so gezeigt, wie es ist. Es läuft nicht immer alles rund, und es gibt zahlreiche Rückschläge und Krankheiten, mit denen man selbst oder im familiären Umfeld zu kämpfen hat. Herausforderungen gibt es immer im Leben, und die Serie zeigt genau das, nämlich das Leben einer Familie, das durch einen Schicksalsschlag auf den Kopf gestellt wird.

Die Fragen stellte Julia Bartelt 

Weitere Informationen

Diese und viele weitere Fotos über(06131) 70-16100 oder über https://presseportal.zdf.de/presse/fritzie

Versand von Trailer und Making-of-Material ist auf Anfrage bei Zentraleaufgaben@zdf.de möglich.

Siehe auch: fritzie-der-himmel-muss-warten.zdf.de

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