Copyright: ZDF / Hardy Spitz
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Getrieben

Thriller / Fernsehfilm der Woche

Psychologin Kara Bischoff (Petra Schmidt-Schaller) und LKA-Kommissarin Sibylle Deininger (Ulrike C. Tscharre), einst ein Liebespaar, werden durch einen brutalen Mordfall wieder zusammengeführt. Die Suche nach dem Täter zwingt sie, sich mit den Abgründen der menschlichen Psyche auseinanderzusetzen, und führt sie ins Fadenkreuz des Täters.

  • ZDF, Montag, 25. Februar 2019, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Freitag, 22. Februar 2019, 10.00 Uhr

Texte

Stab, Besetzung und Inhalt

25. Februar 2019, 20.15 Uhr
Getrieben
Der Fernsehfilm der Woche

Buch_____Sabrina Maria Roessel, Axel Hildebrand, Maris Pfeiffer
Regie_____Maris Pfeiffer
Kamera_____Eckhard Jansen
Schnitt_____Simone Sugg-Hofmann
Ton_____Raoul Grass
Musik_____Fabian Römer, Steffen Kaltschmid
Szenenbild_____Zazie Knepper
Kostüme_____Cornelia Streiter
Maske_____Jeanette Tripodi, Judith Müller
Produktionsleitung_____Big Peper
Herstellungsleitung_____Holger Heinßen
Produktion_____Polyphon Film- und Fernsehgesellschaft mbH in Zusammenarbeit mit made in munich movies GmbH
Produzenten_____Hubertus Meyer-Burckhardt, Mark von Seydlitz
Redaktion_____Günther van Endert
Länge_____89 Minuten

Die Rollen und ihre Darsteller
Sibylle Deininger_____Ulrike C. Tscharre
Kara Bischoff_____Petra Schmidt-Schaller
Stefan Grewe_____Matthias Matschke
Michael Bräutigam_____Kai Scheve
Paul Ludwig_____Michael Rotschopf
Christoph Becker_____Andreas Pietschmann
Julia Müller_____Nina Gummich
LKA Chef Bolte_____Birge Schade
Henk Meyer_____Alexander Finkenwirth
Sandra Grewe______Julia Jäger
Franz Grewe (8 Jahre)_____Kasimir Brause
Holger Völz_____Thomas Bading
Vlad Nicolescu_____Axel Moustache
Zarif Mansoor_____Surho Sugaipov
und andere

Inhalt
Die Psychologin Dr. Kara Bischoff wird von ihrer Ex-Freundin, LKA-Kommissarin Sibylle Deininger, um Unterstützung bei ihren Ermittlungen zu dem grausamen Mord an einer jungen Frau gebeten. Dabei schöpft Kara den Verdacht, dass einer ihrer Klienten, der Familienvater Stefan Grewe, der Täter sein könnte. Doch ihr fehlen die nötigen Beweise, um ihre psychotherapeutische Schweigepflicht zu brechen. Nach einem weiteren Mord mit demselben Modus Operandi und einem Einbruch in Karas Wohnung lässt sich auch für Sibylle Grewes Täterschaft kaum mehr ausschließen. Doch Kara bekommt  auf einmal Zweifel, ob ihr Klient wirklich der gesuchte Mörder ist. Wer immer der psychopathische Täter sein mag, Sybille und vor allem Kara sind für ihn eine Bedrohung. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

Liebende Frauen und ein Serientäter
Von Redakteur Günther van Endert (Hauptredaktion Fernsehfilm, Serie I)

Mit "Getrieben" zeigt das ZDF einen weiteren eigenproduzierten, deutschen Thriller am Montagabend um 20.15 Uhr. Im Mittelpunkt steht eine praktizierende Psychotherapeutin. Schon das weist in diesem Film auf die außergewöhnliche psychische Beschaffenheit des seriellen Täters hin. Und weil die ermittelnde Kommissarin ihre Ex-Geliebte ist und die beiden sich während der Tätersuche wieder einander annähern, verbindet "Getrieben" eine komplexe Frauen-Beziehung mit der Jagd nach einem raffiniert vorgehenden, von Wahnvorstellungen getriebenen Mörder. Es geht um Vertrauen und Misstrauen, um einen Familienvater, der seine Gefühle fürchten muss, und um lebenslange Prägungen, die einen Menschen gefangen halten. Die Atmosphäre des Films wird bestimmt von den dunklen, aber auch von den hellen Seiten Berliner Urbanität.

Regisseurin Maris Pfeiffer hat die beiden Handlungsstränge in äußerster Präzision ineinander verwoben. Petra Schmidt-Schaller und Ulrike C. Tscharre spielen die Hauptrollen in einem großartigen Ensemble, dessen Spiel dem Thriller seine Glaubhaftigkeit und Spannung verleiht.

Statement von Regisseurin Maris Pfeiffer

Als ich die erste Drehbuchfassung von "Getrieben" bekam, fand ich interessant, dass Sabrina M. Rössel der Krimi-Handlung eine Beziehungsgeschichte untergeordnet hat. Das ist an sich nichts Besonderes, aber hier geht es um die Beziehung zwischen zwei Frauen: Kara und Sibylle haben zusammen gearbeitet, waren ein Liebespaar, hatten einen Hund, haben sich getrennt und kommen wieder zusammen. Etwas völlig Alltägliches, das viele kennen. Es wird nichts an der Beziehung problematisiert, sie wird ganz selbstverständlich nebenbei unter der Krimi-Handlung erzählt.
Dass es zudem ein spannender Thriller ist, der mit unser aller Urangst spielt – sind wir tatsächlich sicher in unseren Wohnungen oder Häusern? – war zusätzlich reizvoll und eine Herausforderung.

Fragen an die Hauptdarstellerinnen Ulrike C. Tscharre (Sibylle Deininger)
und Petra Schmidt-Schaller (Kara Bischoff)

Kara Bischoff, Psychologin, und Sibylle Deiniger, Hauptkommissarin, ermitteln gemeinsam im Fall brutaler Frauenmorde. Aber auch ihre private Beziehung wird thematisiert. Warum tun sich die beiden für die Ermittlungen zusammen?

Ulrike C. Tscharre: Sibylles gute Intuition für menschliches Handeln und ihr kriminalistischer Sachverstand ergänzen sich hervorragend mit Karas psychologischem Fachwissen um menschliche Abgründe. Das ist auf beruflicher Ebene der Grund, weshalb Sibylle Kara um Hilfe bittet. Darunter schwingt auf der unbewussten emotionalen Ebene auch der Wunsch mit, wieder Nähe zu dem vermissten, geliebten Menschen aufzubauen.

Was hat Sie an Ihren Rollen gereizt? Wie empfinden Sie die Frauenkonstellation Kara und Sibylle?

Petra Schmidt-Schaller: Gerade die Frauenkonstellation hat mich gereizt. Zwei Menschen, die eine Beziehung beendet haben, jedoch immer noch miteinander verbunden sind. Oberflächlich gesehen durch ihre berufliche Zusammenarbeit, aber erst recht durch ihre gemeinsame Vergangenheit und die Frage, wie es zur Trennung kommen konnte. Ich fand es sehr reizvoll, dass gerade die Psychologin nicht wirklich in der Lage ist, über ihr Inneres zu sprechen. Zu verkopft, würde man sagen. Der Film geht der Frage nach, was passiert, wenn zwei Menschen, die getrennt sind, sich wieder spüren, sich wieder annähern. Ist man dann in der Lage, auch den Rest der Beziehungsbaustellen abzuarbeiten?

Ulrike C. Tscharre: Mich haben die Möglichkeiten interessiert, die sich aus der Konstellation dieser eigenwilligen und eigensinnigen Frauen ergeben. Sie arbeiten eher komplementär als konträr und sie wissen, dass sie sich ergänzen können. Nur das Private steht manchmal zwischen ihnen.
An meiner Figur Sibylle interessiert mich ihr scharfer Blick, ihr Wille, zur Lösung des Falles persönliche Gefühle hintanzustellen und bewusst in Kauf zu nehmen, dass es ein emotionaler Hindernislauf für sie werden wird, wenn sie wieder mit Kara zusammenarbeitet. Sibylle reißt sich für die Sache zusammen. Das hat mir sehr gut gefallen.

Frau Schmidt-Schaller, Kara Bischoff ist Psychologin. Therapiesitzungen spielen eine zentrale Rolle im Film – wie haben sie sich der Rolle genähert? Gab es eine psychologische Beraterin?

Petra Schmidt-Schaller: Ich habe mit zwei Psychologen gesprochen und mit Maris Pfeiffer daraufhin Szenen immer wieder überprüft und angepasst. Auch aus psychologischer Sicht war der Film sehr spannend für mich. Er thematisiert Abhängigkeiten, die man entwickeln kann, wenn man in einer Beziehung zueinander steht. Es ist sehr wichtig zu verstehen, in welchen Abhängigkeiten oder Symbiosen wir leben — gezwungenermaßen oder bewusst. Dieses Thema hat mich wirklich absorbiert. Ist eine Beziehung symbiotisch oder nicht? Ist sie konstruktiv oder destruktiv? Und wenn sie destruktiv ist, in welcher Weise? Darüber nachzudenken, ist sehr interessant.

Frau Tscharre, der Zuschauer erlebt Sibylle trotz ihrer beruflichen Professionalität als durchaus verletzliche und in manchen Situationen auch unsichere Person. Warum ist das so? Was lösen die Mordfälle in ihr genau aus?

Ulrike C. Tscharre: Menschen sind nicht weniger verletzlich, nur weil sie schon viel gesehen haben, eine Uniform tragen oder eine bestimmte gesellschaftliche Position einnehmen. Wir Menschen fühlen – das beinhaltet auch Verletzlichkeit und Unsicherheit. Meine Figur und ich haben gemeinsam, dass uns zwischenmenschliche Gewalt nicht unberührt lässt.

Ein wahnhafter Mörder, der unbemerkt abends in das eigene Zuhause eindringt, in dem man sich gerade aufhält. "Getrieben" greift auf eine menschliche Urangst, besonders von Frauen, zurück. Hat Sie das Thema während der Dreharbeiten beeinflusst? Konnten Sie Distanz wahren?

Petra Schmidt-Schaller: Bei diesem Thema konnte ich gut Distanz wahren. Dennoch ist die Vorstellung eines Einbruchs in das eigene Zuhause beängstigend, und ich wäre dadurch erschüttert. Vor einem halben Jahr musste ich den Schlüsseldienst holen und habe mich mit dem Mitarbeiter unterhalten. Er sagte, dass die meisten Einbrüche am Tag passieren, weil die Einbrecher nicht in Kontakt mit den Bewohnern kommen möchten. Das war einerseits beruhigend, dennoch bleibt die Angst, dass man nachts aufwacht und bemerkt, man ist nicht mehr allein.

Ulrike C. Tscharre: Ich kenne meine Grenzen gut. Im Vergleich zu den Opfern im Film kann ich aus der Situation rein- und rausgehen. Während der Dreharbeiten hilft mir meine Vorstellungskraft, mich voll auf die jeweilige Situation einzulassen. Aber prinzipiell ist nach der Arbeit Schluss. Ich mache Feierabend wie alle anderen auch. Nach manchen Drehtagen kostet das etwas mehr Mühe als gewöhnlich, aber auch da geht es mir nicht anders, als anderen berufstätigen Menschen.

Zwei komplexe Frauenrollen, eine Drehbuchautorin und eine Regisseurin – der Film folgt dem immer lauter werdenden Ruf nach mehr starken Frauen vor und hinter der Kamera. Finden Sie, dass man die weibliche Handschrift spürt? Wie haben Sie die Zusammenarbeit empfunden?

Ulrike C. Tscharre: Ich mochte die Zusammenarbeit in der Konstellation sehr. Nicht, weil wir alle Frauen sind, sondern weil wir professionell und teamorientiert sind und eine große Freude haben, gute Geschichten zu erzählen.

Petra Schmidt-Schaller: Die Arbeit war genauso, wie ich sie auch empfinde, wenn nur Männer auf diesen Position sind oder wenn es gemischt besetzt ist. Und ich freue mich auf den Moment, in dem das kein Thema mehr ist.

Die Fragen stellte Isabella Bandner.

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