Copyright: ZDF / Toni Muhr
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Grenzland

Landkrimi

Regisseur Marvin Kren inszenierte die ZDF/ORF-Koproduktion, die im österreichischen Burgenland spielt: Brigitte Kren als Chefinspektorin Elfriede Jandrasits nimmt die Ermittlungen im titelgebenden "Grenzland" auf, als ein junges Mädchen tot auf einem Feld aufgefunden wird. Sophie Stockinger, in Rückblenden in der Rolle des Mädchens zu sehen, ist als beste Nachwuchsschauspielerin mit der Romy 2019 unter anderem für "Grenzland" geehrt worden.

  • ZDF, Montag, 20. Mai 2019, 20.15 Uhr

Texte

 Stab, Besetzung, Inhalt

Buch      Konstanze Breitebner, Marvin Kren (Bearbeitung)
Regie       Marvin Kren
Kamera   Georg Geutebrück
Schnitt      Olivia Retzer
Ton      Dietmar Zuson
Szenenbild  Verena Wagner
Kostümbild      Leonie Zykan
Maske       Martin Geisler, Ines Steininger
Musik        Stefan Will, Marco Dreckkötter
Produktionsleitung      Robert Opratko
Herstellungsleitung        Michal Pokorny
Produzent      Klaus Graf
Redaktion   Daniel Blum (ZDF), Klaus Lintschinger (ORF)
Länge      ca. 89 Minuten

Eine Produktion der Graf Filmproduktion GmbH, Klagenfurt in Koproduktion mit ORF und ZDF.

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Elfriede Jandrasits    Brigitte Kren
Hans Boandl      Christoph Krutzler
Wolfgang      Wolfram Berger
Vukic       Martin Weinek
Achmet Alma      Hassan Akkouch
Renate Horvath       Sophie Stockinger
Karl Horvath       Andreas Kiendl
Maria Horvath       Magdalena Kronschläger
Mashid      Sami Nasser
Martina     Angelika Niedetzky
Norbert Horvath          Martin Zauner
Dr. Schneider      Markus Schleinzer
Sabine Homolka      Daniela Golpashin
Minister Homolka         David Oberkogler
Oberst Jerovic     Simon Hatzl
und andere

                                       

Südliches Burgenland. Drohnen des österreichischen Bundesheeres patrouillieren entlang der Staatsgrenze, an der 2015 eine massive Flüchtlingswelle Österreich erreichte.

Renate, die sprachbehinderte 18-jährige Tochter einer ortsansässigen Familie, wird tot in einem Waldstück aufgefunden. Elfriede Jandrasits, die hartnäckige Ermittlerin der Kripo Eisenstadt, fährt nach Güttendorf und übernimmt den Fall.

Viel Zeit hat sie nicht, denn ihr Mann Wolfgang erwartet sie zu seiner Pensionierungsfeier. Irgendwann muss das gemeinsame Leben ja beginnen. Aber leider noch nicht gleich: Denn nach und nach gelangt Elfriede Jandrasits zu der Auffassung, dass die im Dorf kursierende Version des Tathergangs nicht stimmen kann. Der junge Flüchtling Achmed, den alle als Täter sehen wollen, sagt vielleicht doch die Wahrheit, wenn er seine Liebe zu Renate und seine Unschuld beteuert.

Der Leiter des Flüchtlingsheims, Vukic, und Renates Mutter Maria bestätigen die innige Beziehung der beiden, doch die Lage in Güttendorf spitzt sich mehr und mehr zu – ein Schuldiger muss her. Maschid, ein ehemaliger Flüchtling, der seit Jahren in Österreich lebt und in dem Ort verheiratet ist, weiß viel mehr, als er Jandrasits und dem hiesigen Revierinspektor Hans Boandl erzählt – das spürt die erfahrene Chefinspektorin genau.

Ausgerechnet während der großen Feier ihres Mannes erreicht Elfriede Jandrasits die Nachricht, dass Achmets Arrestzelle in Brand gesteckt wurde und der Tatverdächtige fliehen konnte. Die Kriminalistin eilt dem überforderten Boandl zu Hilfe. Es gilt, rasch zu handeln: Zur großen Überraschung aller Beteiligten sinnt Achmet nämlich auf Rache.

"Diametral zu den eigenen Vorstellungen"

Worin bestand für Sie die Herausforderung, die Hauptrolle in "Grenzland" zu spielen?

Meine Figur, die Chefinspektorin, ist eine nette Person, hat aber politisch ganz andere Ansichten als ich sie persönlich habe. Es war eine Herausforderung, etwas zu spielen, das diametral zu den eigenen Vorstellungen ist. Aber vor allem die Wandlung, die meine Figur im Verlauf des Films durchmacht, war das Schöne an dieser Rolle: Elfriede dreht sich, ihre Ansichten betreffend, um 180 Grad.

Die Einarbeitung in diese Figur war sehr aufschlussreich: Darüber habe ich verstanden, dass dieses eigenartige "Wir gegen die anderen", diese Gruppendynamik, der man sich anschließt, ohne groß darüber nachdenken zu müssen, die Entwicklung von nationalistischen Bewegungen ausmacht.

Regie führte Marvin Kren. Was schätzen Sie an ihrem Sohn in Bezug auf die Regiearbeit?

Wir haben schon öfter zusammengearbeitet, "Grenzland" ist aber meine erste Hauptrolle unter seiner Regie. Er ist einfach ein guter Regisseur, und das sag' ich jetzt nicht, weil er mein Sohn ist. Marvin kann gut mit Schauspielern umgehen. Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass ich ihm, als er noch ganz klein war, beim Abendessen von meiner Arbeit erzählt habe. Ich glaub', das ist ihm in Fleisch und Blut übergegangen. Und er hat eine herzliche Art, Menschen für sein Projekt mitzureißen. Er wirft schon mal ein Konzept innerhalb kürzester Zeit am Drehort um, wenn die Gegebenheiten nicht passen – er ist unkonventionell. Nicht umsonst hat er Fernsehpreise erhalten. Da klingt jetzt Mutterstolz durch, aber der ist berechtigt.

Für das ZDF werden die Landkrimis zum Teil leicht synchronisiert. "Grenzland" ist im Burgenland verortet. Sie sind in Graz geboren. Wie vertraut sind Sie mit dem burgenländischen Dialekt?

Ich habe nur drei Jahre in der Südsteiermark verbracht, ich bin Wienerin. Den burgenländischen Dialekt musste ich für diesen Film richtig lernen. Die Intonation ist eine andere als zum Beispiel im Wiener Dialekt. Ich hatte das Glück, dass mein Kollege Christoph Krutzler aus dem Burgenland stammt. Er hat mir kurz vor den jeweiligen Takes meinen Text auf "Burgenländisch" ins Ohr geflüstert.

Bedeutet Dialekt Heimat für Sie?

Nein. Daheim bin ich, wo meine Familie ist. Ich bin daheim auf der Bühne und, wenn mich Menschen gern haben. Mit Heimat hat der Dialekt für mich nichts zu tun, aber mit Wahrhaftigkeit. Wahrhaftige Gefühle kann ich als Schauspieler am besten mit der Sprache ausdrücken, die ich von klein auf gelernt habe.

Flüchtlinge und Fremdenfeindlichkeit – funktioniert "Grenzland" Ihrer Meinung nach als Spiegel unserer Gesellschaft?

Ja, und die Themen in "Grenzland" sind in keiner Weise überzeichnet. Leider hat sich überhaupt nichts geändert. Ressentiments gegenüber Flüchtlingen sind in ländlichen Gegenden noch stärker zu spüren als in der Stadt. Das haben uns während der Dreharbeiten Menschen aus der Region immer wieder bestätigt.

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