Heidi

Der Klassiker im neuen Look

Die Geschichte einer großen kleinen Persönlichkeit: Die Neuauflage von "Heidi" basiert auf den weltbekannten Büchern von Johanna Spyri. Auch nach 135 Jahren hat die Geschichte um das Waisenmädchen aus der Schweiz nichts an Faszination verloren.

  • ZDF, Ab Ostermontag, 6. April 2015, 8.00 Uhr

Texte

Heidi, ein Mädchen mit außergewöhnlichem Charakter

Die Geschichte von Heidi war, ist und bleibt aktuell, denn sie handelt von fundamentalen Dingen: vom Weggehen und Zurückkehren, vom Freunde finden und Schwierigkeiten überwinden und davon, wie ein fröhliches Naturell andere glücklich machen kann. Vor 135 Jahren, als Johanna Spyri ihr erstes Heidi-Buch veröffentlichte, war die Geschichte genauso zeitgemäß wie vor 40 Jahren, als die erste Zeichentrickserie produziert wurde, die über vier Jahrzehnte erfolgreich im ZDF-Kinderprogramm und bei KiKA gezeigt wurde. Und sie ist es heute noch.

Der Schlüssel zum Erfolg ist der außergewöhnliche Charakter dieses kleinen Mädchens, das mit kindlichem Charme Werte vermittelt und mit Optimismus, Cleverness und ansteckender Lebensfreude die Menschen in ihrem Umfeld positiv inspiriert.  Auch herbe Rückschläge entmutigen Heidi nicht. Das Leben ist für sie eine Herausforderung, die sie gerne annimmt. Ein deutlicher Unterschied der neuen CGI-Serie zur Zeichentrickserie aus den 70er Jahren ist das Design. Dank der modernen CGI-Technik, der computer-generierten Bildsynthese für 3D-Optik, entfaltet Heidis idyllische Bergwelt mit ihrer unberührten Natur eine einzigartige Tiefe und Farbigkeit.

Sorgfältig wurde das Bergpanorama der Schweizer Alpen mit der Architektur der Bergdörfer im 19. Jahrhundert nachempfunden, ebenso wie das Stadtbild Frankfurts oder die historische Einrichtung der Sesemann-Villa.

Heidis Themen sind auch die Themen unserer Zeit. Verantwortung für Tiere und Umwelt oder das Zusammenleben von Kindern mit und ohne Handicap sind genauso Teil des gesellschaftlichen Diskurses wie die pädagogischen Fragen nach der Rolle der Großeltern und der kindlichen Urangst, verlassen zu werden. Die Auseinandersetzung mit diesen Themen lassen Heidis Geschichten so frisch und aktuell wirken wie eh und je.

Ich bin mir sicher, dass Kinder auch die "neue" Heidi in ihr Herz schließen und sich von ihrer Fröhlichkeit anstecken lassen.

Barbara Biermann
Hauptredaktionsleiterin Kinder und Jugend

Stab, Sprecher und Inhalt

Ostermontag, 6. April 2015, 8.00 Uhr im ZDF
Ab Samstag, 11. April, samstags, 9.20 Uhr im ZDF

Samstag,  11. und Sonntag, 12. April 2015, 18.00 Uhr bei KiKA
Ab Montag, 13. April, 18.15 Uhr täglich bei KiKA

 

RegieJérôme Mouscadet
Co-Regie (Folgen 14-26)Andy Collins
ProduzentenKatell France (Studio 100 Animation SAS, Paris), Jim Ballantine (ASE Studios Sydney)
DrehbuchLaurent Auclair, Sophie Decroisette, Jean Rémi François, Thierry Gaudin und andere
DesignJan van Rijsselberge
BearbeitungChristel Gonnard
MusikDavid Vadant, Patrick Sigwalt, Roman Allender
Deutscher TitelsongAndreas Gabalier (nach der Originalmusik von Christian Bruhn)
Dialogbuch/SynchronregiePetra Barthel
RedaktionSusanne Rieschel, Irene Wellershoff
Länge39 Folgen à 22 Minuten

 

Eine Produktion der Studio 100 Animation und Heidi Productions in Koproduktion mit dem ZDF, TF1, Nine Network und TiJi.

 

Die Figuren und ihre Sprecher

 

HeidiLéa Mariage
PeterNando Schmitz
GroßvaterHelmut Krauss
Tante DeteNana Spier
Peters Großmutter Luise Lunow
KarlNicolas Rathod
TheresaZalina Sanchez
WilliMoritz Richter
ClaraMaria Hönig
Fräulein RottenmeierLiane Rudolph
Herr SesemannWolfgang Wagner
HansRainer Doering
Frau KellerCathleen Gawlich
Herr KellerHans-Jürgen Dittberner
Der SchaffnerFrank Ciazynski
Der LehrerDirk Bublies
Herr Bahner Gerald Schaale
BärbelAlmut Zydra
BrigitteGundi Eberhardt
ErzählerinPetra Barthel
StationsvorsteherWerner Böhnke
SebastianBernhard Völger

 

Inhalt

Die CGI-Neuauflage von Heidi im modernen Look basiert auf den weltbekannten Büchern von Johanna Spyri. Auch nach 135 Jahren hat die Geschichte um das Waisenmädchen aus der Schweiz nichts von ihrer Faszination verloren. Das liegt nicht zuletzt an der Persönlichkeit von Heidi. Sie ist ein tapferes, fröhliches und äußerst sensibles Mädchen, das alle Eigenschaften einer positiven Heldin in sich vereint. Sie stellt sich jeder Herausforderung, lässt sich nicht unterkriegen und bewahrt dabei immer ihren kindlichen Charme. Neben den vertrauten Charakteren, wie dem Geißen-Peter, der beim Alm-Öhi die Ziegen hütet, seiner Mutter Brigitte und seiner blinden Großmutter, leben im Schweizer Dörfli nun auch die Kinder Karl, Wilhelm und Theresa.

Heidi ist ein Waisenkind, das bei seiner Tante in der Schweiz lebt. Als diese eine lukrative Stelle in Frankfurt angeboten bekommt, bringt sie Heidi auf den Berg zum eigenbrötlerischen Großvater, wo sie fortan leben soll. Seit dem Tod von Heidis Eltern lebt er zurückgezogen in den Bergen auf einer Alm. Von den Dorfbewohnern wird er deshalb nur der Alm-Öhi genannt.

Zunächst ist der Großvater abweisend Heidi gegenüber, doch schnell schließt der Griesgram seine Enkelin in sein Herz. Heidi schließt schnell mit dem Geißen-Peter Freundschaft und steht ihm bei – denn Karl, Wilhelm und Theresa aus dem Dörfli haben meist nichts anderes im Sinn, als Peter zu ärgern. Daneben erlebt Heidi die Alpen mit ihrer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt. Hingebungsvoll kümmert sie sich um die Ziegen, um Murmeltiere, um Pieple, das Braunkehlchen, oder Joseph, den Bernhardiner.

Als eines Tages ihre Tante Dete vor der Almhütte steht, um Heidi gegen Großvaters Willen mit nach Frankfurt zu nehmen, geht Heidi nur widerstrebend mit. Im Hause Sesemann, in dem ihre Tante angestellt ist, wird sie mit den Zwängen des bürgerlichen Erziehungssystems und der strengen Gouvernante Fräulein Rottenmeier konfrontiert. In Clara, der gehbehinderten Tochter des Hauses, findet sie zwar eine Freundin, doch am Ende wird Heidi krank vor Heimweh und Herr Sesemann schickt sie zum Leidwesen seiner Tochter zurück in die Schweizer Alpen. Doch dort hat sich vieles verändert: die Alm ist verwaist. Der Alm-Öhi hat das Dörfli aus Kummer über Heidis Weggang verlassen. So vergehen dramatische Stunden, bis sich Großvater und Enkelin überglücklich in die Arme schließen können.

Als Clara Heidi nach einem Jahr in den Bergen besucht, ist die Freude darüber nicht ungetrübt, denn Clara kommt in Begleitung von Fräulein Rottenmeier. Heidi, Clara und Großvater müssen sich einiges einfallen lassen, um Fräulein Rottenmeier bei Laune zu halten. Nur einer ist wenig erfreut über Claras Aufenthalt: Peter. Aus Eifersucht zerstört er ihren Rollstuhl, was das Mädchen schließlich dazu bewegt wieder laufen zu lernen.

Die ersten Folgen

Ostermontag, 6. April 2015, 8.00 Uhr

Die Reise zum Großvater

Tante Dete bekommt eine Stelle in Frankfurt angeboten und bringt Heidi zum Alm-Öhi. Schon während der Zugfahrt hört sie merkwürdige Gerüchte über ihren Großvater, doch Heidi lässt sich nicht beirren. Tapfer und erwartungsvoll folgt sie ihrer Tante Dete zur Alm des Großvaters. Unterwegs treffen sie den wortkargen Ziegenhirten Peter, der unweit vom Großvater lebt. Auf der Alm angekommen entwickelt sich sofort ein heftiger Streit zwischen dem Großvater und Dete, so dass diese überstürzt abreist, ohne sich von Heidi zu verabschieden.

 

Ostermontag, 6. April 2015, 8.25 Uhr

Der erste Tag auf der Alm

Besonders die Ziegen haben Heidis Interesse geweckt. Nach einigem Zögern erlaubt der mürrische Großvater, dass sie den Geißen-Peter auf die Weide begleitet. Doch der wortkarge Hirtenjunge ist gar nicht begeistert, auch noch ein kleines Mädchen aus der Stadt hüten zu müssen. Als Peter ein Nickerchen macht, gerät Heidi, von ihrer Neugier getrieben, in eine lebensbedrohliche Situation. Peter kann Heidi zwar im letzten Moment retten, doch verliert er dabei seine Herde aus den Augen und eine Ziege stürzt ab. Als die Kinder die verletzte Ziege von einem Abhang bergen wollen, zeigt sich, dass Peter von Heidi noch einiges lernen kann, wenn es um den Umgang mit Tieren geht. Jetzt halten beide zusammen, als sie sich vor dem wütenden Großvater verantworten müssen. Der berüchtigte Zorn des Alm-Öhis währt nicht lange, denn Heidi kümmert sich liebevoll um die verletzte Ziege Bärli.

 

Samstag, 11. April, 9.20 Uhr
Die Mutprobe

Karl, der überhebliche Sohn des Lehrers, macht Peter das Leben schwer. Zusammen mit seinen Freunden Theresa und Willi bedrängt er den Geißen-Peter, um ihm seinen Monatslohn abzujagen. Peter fordert Karl zu einem gefährlichen Kräftemessen heraus: Als sie eine steile Bergwand hinauf klettern, stürzt Karl beinahe ab. Heidi überlegt nicht lange und rennt los, um den Großvater um Hilfe zu bitten. In einer dramatischen Aktion wird Karl schließlich von Peter und dem Alm-Öhi gerettet. Danach verjagt der wütende Großvater Karl und seine Freunde. Der Zorn des Großvaters trifft auch Peter, doch zum ersten Mal schlägt sein Ärger in Zuneigung und Sorge um.

 

Samstag, 18. April, 9.20 Uhr
Heidi rettet ein Vögelchen

Heidi hat einen verwundeten Vogel gefunden. Großvater erklärt Heidi, dass der Vogel nicht mehr zu retten ist. Als sie Peter um Hilfe bitten will, ist dieser nicht auffindbar. Er hält sich wie jeden Sonntag an einem geheimen Ort auf. Und so muss Peters blinde Großmutter Heidi mit Rat und Tat zur Seite stehen. Auf der Suche nach einem bestimmten Heilkraut für den Vogel gerät Heidi in Gefahr. Doch Peter ist zur Stelle und befreit Heidi aus ihrer misslichen Lage. Gemeinsam finden sie das Heilkraut, mit dem das Vöglein in letzter Minute gerettet werden kann. Die beiden beschließen, Heidis Sturz zu verschweigen, und so entwickelt sich aus ihren gemeinsamen Erlebnissen zusehends eine enge Freundschaft – nur dadurch getrübt, dass Peter seinen geheimen Ort selbst Heidi nicht preisgibt.

 

Samstag, 25. April, 9.20 Uhr
Freunde für immer

Pieple, das verwundete Braunkehlchen, ist wieder gesund und hilft Heidi bei ihrem nächsten Abenteuer. Karl, Theresa und Willi wollen sich auf die Suche nach Peters Versteck machen. Peter gibt Heidi die Schuld, dass die drei Kinder von seinem Versteck erfahren haben. Doch sie kann ihn überzeugen, dass die Bande ihm nur auf die Spur kommen konnte, weil er Heidi nicht ins Vertrauen gezogen hat. Nachdem sie Karl und seine Bande trickreich in die Irre geführt haben, vertraut Peter Heidi seinen geheimen Rückzugsort an. Es ist ein großartiges Baumhaus mitten im Wald. Hier hat er auch sein kostbarstes Erinnerungsstück versteckt: die Uhr seines verstorbenen Vaters. In dem Baumhaus schwören sich beide ewige Freundschaft und genießen die wundervolle Aussicht auf die Berge.

 

Samstag, 2. Mai, 9.20 Uhr
Heidi läuft weg

Peter hat schlechte Laune, weil der Winter naht. Dann muss er, wie alle Kinder im Dörfli die Schulbank drücken. Für Peter ist das schrecklich und er erzählt Heidi schauerliche Geschichten von der Schule. Als der Dorflehrer vor der Tür steht und dem Großvater einen ominösen Brief überreicht, befürchtet Heidi das Schlimmste. Sie hat nachts Albträume und nimmt Reißaus. Großvater kann Heidi buchstäblich im letzten Moment retten, bevor sie im dichten Nebel eine Schlucht hinabstürzt. Auf dem Heimweg erzählt er seiner Enkelin, wie er dem Lehrer klar gemacht hat, dass sie in diesem Winter nicht zur Schule gehen kann. Nur den Inhalt des Briefes verschweigt er Heidi. Darin hat Tante Dete angekündigt, Heidi schon im nächsten Frühjahr zu sich nach Frankfurt holen zu wollen.

Die Figuren und ihre Sprecher

Heidi

Heidi ist ein Waisenkind, das eine Heimat sucht. Trotz des schweren Schicksals ist die Sechsjährige aufgeschlossen und fröhlich, mutig und optimistisch. Sie ist wissbegierig, hasst Ungerechtigkeit und ist sehr fürsorglich gegenüber Mensch und Tier. In der großen Weite der Bergwelt fühlt sie sich frei. Vor allem aber liebt Heidi ihren Großvater, der zwar ein mürrischer Eigenbrötler ist, den sie aber nach kurzer Zeit für sich einnehmen kann, ebenso wie Peter, den wortkargen Ziegenhirten. Heidis entwaffnendem, kindlichen Charme ist schwer zu widerstehen.

Léa Mariage (14) spricht Heidi: "Heidi erinnert mich immer an gute Laune und Spaß. Ich habe früher Heidi sehr gerne gesehen und selbst ein Teil dieser Serie zu sein, macht mich sehr glücklich und ein wenig stolz."

 

Großvater (Alm-Öhi)

Heidis Großvater steht mit der Welt auf Kriegsfuß. Er ist Witwer und lebt jetzt mit 70 Jahren allein auf einer Almhütte. Nach dem Tod seines Sohnes Tobias, für den er sich verantwortlich fühlt, hat er sich in die Einsamkeit zurückgezogen. Seine ungehobelte Art mit den Menschen umzugehen, die Umstände seiner Rückkehr in das Schweizer Bergdorf und seine geheimnisvolle Vergangenheit sind Anlass für viele Gerüchte unter den Dorfbewohnern, die ihn nur den Alm-Öhi nennen. Dabei hat der Großvater sein Herz nur verschlossen, damit es nicht verletzt wird.

Helmut Krauss (73) spricht den Alm-Öhi: "Bei der Rolle des Alm-Öhi fasziniert mich die Mischung aus Ruppigkeit und Zärtlichkeit."

 

Peter

Peter ist neun Jahre alt und ein exzellenter Kenner der Bergregion. Er ist kein Team-Player, sondern ein Einzelgänger. Peter wohnt gemeinsam mit seiner Mutter Brigitte und seiner blinden Großmutter in einem zugigen, kleinen Holzhäuschen am Fuße der Alm. Sein Vater ist gestorben, deshalb hat Peter schon früh Verantwortung übernehmen müssen. Um zum Familieneinkommen beizutragen, hütet er die Ziegen der Dorfbewohner. Von den anderen Kindern im Dorf wird Peter häufig als Dummkopf gehänselt und geärgert.

Nando Schmitz (12) spricht Peter: "Als Peter werde ich bestimmt viele Kinder zum Lachen bringen."

Tante Dete

Dete ist die Schwester von Heidis verstorbener Mutter, die kurz nach dem Unfalltod ihres Mannes Tobias starb. Dete hat ihrer Schwester versprochen, gut für Heidi zu sorgen. Die Aussicht auf ein gesichertes Einkommen und das angenehme Leben in der Stadt haben sie jedoch dazu bewogen, eine Stelle als Köchin im Haus des wohlhabenden Geschäftsmannes Sesemann in Frankfurt anzunehmen. Darüber verdrängt sie die Frage, was das Beste für Heidi ist und lässt sie aus Eigennutz in den Alpen zurück. Erst nach einer Weile überdenkt Dete ihre Entscheidung und holt Heidi schließlich doch nach Frankfurt.

Nana Spier (43) spricht Tante Dete: "Heidis Tante sprechen zu dürfen, finde ich einfach toll. Ich bin schon als Kind mit Heidi aufgewachsen und war hingerissen von Peter und den Bergen und allem."

 

Peters Großmutter

Die Großmutter von Peter ist eine gütige und sehr weise Frau. Sie ist Witwe und seit einigen Jahren blind, trotzdem sitzt sie noch jeden Tag an ihrem Webstuhl und fertigt Stoffe, die ihre Tochter Brigitte, Peters Mutter, verkauft. Sie wurde im Dörfli geboren und kennt jede Menge Geschichten über die Dorfbewohner. Heidi hat sie sofort in ihr Herz geschlossen. Heidi wiederum kümmert sich liebevoll um die Großmutter und erzählt ihr alles, was sie in den Bergen erlebt, so dass die Großmutter durch Heidis Augen wieder "sehen" kann. Großmutter ist die Erste, die den Alm-Öhi rehabilitiert.

Luise Lunow (82) spricht Peters Großmutter: "Heidi ist eine liebenswerte und warmherzige Geschichte."

 

Clara Sesemann

Clara ist ein wohlerzogenes zehnjähriges Mädchen, das eine sehr gute Schulbildung genießt. Sie spielt Klavier und kann wunderbar zeichnen, aber sie hat keine Freunde. Oft fühlt sie sich traurig und erschöpft. Den plötzlichen Tod ihrer Mutter hat Clara nicht verwunden und durch diese traumatische Erfahrung das Laufen verlernt. Sie lebt in einem prächtigen Haus in Frankfurt, das sie wegen ihrer Behinderung nur selten verlässt. Dort ist sie ausschließlich von Erwachsenen umgeben. In erster Linie von Fräulein Rottenmeier, der strengen Gouvernante, und den Dienstboten. Als Heidi in die Villa Sesemann einzieht, wird Clara ausgelassen und fröhlich.

Maria Hönig (25) spricht Clara: "Die Freundschaft zwischen Heidi, Clara und Peter hat mich tief berührt. Schon als Kind hat mich die Geschichte von Heidi fasziniert – ihr entspanntes Leben in den Bergen und wie sie die Zeit in der Großstadt bewältigt."

 

Fräulein Rottenmeier

Fräulein Rottenmeier ist Claras Gouvernante. Sie will nur das Beste für Clara – ihrer Ansicht nach eine exzellente Erziehung und eine gute musische und humanistische Bildung. Sie kann sich überhaupt nicht in die kindliche Psyche einfühlen, sondern ist unflexibel, humorlos und legt sehr viel Wert auf Disziplin. Heidi, die ihr ein Dorn im Auge ist, nennt sie grundsätzlich Adelheid. Sie findet das Kind zu jung, zu wild und zu ungehobelt und überhaupt ist Heidi nach ihrer Ansicht nicht der richtige Umgang für Clara. Deshalb setzt sie alles daran, sie wieder wegzuschicken. Als ihr das nicht gelingt, versucht sie Heidi mit Strenge zu erziehen.

Liane Rudolph (64) spricht Fräulein Rottenmeier: "Heidi gibt mir so viele Erinnerung an meine Kindheit zurück. Ich bin selbst wie Heidi in den Alpen aufgewachsen."

 

Herr Sesemann

Claras Vater ist ein überaus erfolgreicher Geschäftsmann, der beruflich viel in der Welt herumreist, was er zwar wegen seiner Tochter bedauert, aber nicht ändern kann. Er mag Heidi vom ersten Augenblick an. Denn er merkt sofort, wie fröhlich und glücklich seine Tochter in Heidis Anwesenheit ist. Als Heidi immer schlimmeres Heimweh bekommt, schickt Herr Sesemann sie, sehr zum Leidwesen seiner Tochter, zurück zu ihrem Großvater. 

Wolfgang Wagner (51) spricht Herr Sesemann: "Als ich so zwölf oder 13 Jahre alt war, hat meine vier Jahre jüngere Schwester immer Heidi gesehen, damit hab ich sie dann aufgezogen; Jungs guckten damals Wickie!"

 

Die Dörfli-Bande

Der zwölfjährige Karl ist ein echter Draufgänger, der jede Gelegenheit nutzt, Grenzen zu überschreiten und zu rebellieren. Besonders Peter hat er im Visier. Er hänselt ihn, wann immer er ihn sieht, und will Peter seine Überlegenheit demonstrieren. Dann ist da noch die neunjährige Theresa. Sie ist genauso gehässig und zickig wie ihre Mutter. Oft muss sie sie im Gemischtwarenladen vertreten. Theresas schlechte Laune bekommt neben Peter vor allem Heidi zu spüren. Zur Bande gehört auch der sechsjährige Willi, der in Karl sein großes Vorbild sieht, allerdings wird er von seinen Freunden nicht ganz für voll genommen. Er hat ein heiteres Gemüt und eine kugelige Figur, weil er ständig futtert.

"Heidi ist eine zeitlose Geschichte"

Interview mit Regisseur Jérôme Mouscadet und Redakteurin Susanne Rieschel

 

Wie kamen Sie auf die Idee zur Neuauflage?

Jérôme Mouscadet: 2008 hat Studio 100 die Rechte an verschiedenen Klassikern erworben, neben Biene Maja und "Wickie" auch "Heidi". Der Plan war es, diese Lieblinge, mit denen so viele Menschen großgeworden sind, einer Verjüngungskur zu unterziehen. Johanna Spyris Geschichte, die mehr als hundert Jahre alt ist, war in vielen Generationen ein Erfolg. Auch die Zeichentrickserie aus dem Jahr 1974 ist weltberühmt. Aus diesem Grund wollte Studio 100 diese beliebte Heldin neu beleben – nah am Original, mit neuen Elementen und den Erwartungen heutiger Zuschauer entsprechend. Im Kern ist Heidi eine zeitlose Geschichte, bei der es um Themen und Emotionen geht, mit denen jeder Mensch etwas anfangen kann.

Wie nah hat man sich inhaltlich an den Buchvorlagen von Johanna Spyri orientiert?

Susanne Rieschel: Der Rahmen und die vertrauten Abläufe, wie Heidis Ankunft auf der Alm beim mürrischen Großvater, ihre Abreise nach Frankfurt und Rückkehr zum Großvater wurden im Wesentlichen aus den Büchern von Spyri entlehnt, ebenso wie die Hauptakteure. Einige beliebte Figuren wurden aus der Serie von 1974 übernommen, wie Josef, der Bernhardiner, das Vögelchen Pieple oder Claras Großmama, die es zwar auch bei Spyri gibt, die aber dort keine lustige und temperamentvolle Künstlerin ist. Die neue Serie erzählt die Geschichte von Heidi mit eigenen Plots und zusätzlichen Charakteren. Es gibt zum Beispiel im Dörfli reichlich Spannung und viel Aktion durch die Kinderbande, deren Ziel es ist, Peter und Heidi das Leben schwer zu machen. Jede Folge ist temporeich und es gibt sowohl humorvolle Situationen als auch spannende Elemente.

Mouscadet: Wir wollten uns eng an die Vorlage von Johanna Spyri halten, die ja im Jahr 1880 spielt. Um möglichst nah an der Realität zu bleiben, haben wir viel über das Leben in den Bergen Ende des 19. Jahrhunderts recherchiert. Die wichtigsten Figuren sind alle geblieben, allerdings haben wir mit den drei Dörfli-Kindern neue Charaktere entwickelt. Uns war es wichtig, dass sich junge Zuschauer noch leichter in den Geschichten wiederfinden. Dies gelingt über die neuen Kinder und ihren Alltag, der mit dem heutigen durchaus vergleichbar ist. Peter baut beispielsweise ein Baumhaus, das er vor der Dörfli-Gang geheim hält. In dieser Art gibt es viele Geschichten rund um die Themen Rivalität oder Freundschaft, die es in den Büchern und in der Original-Serie nicht gab.

Gab es auch Änderungen hinsichtlich der Erzählweise?

Mouscadet: Was den Rhythmus der Geschichten angeht, haben sich die Gewohnheiten der Zuschauer tatsächlich geändert. Aus diesem Grund haben wir die Geschichte um Heidi in 39 Episoden erzählt und nicht wie 1974 in 52. In der neuen Heidi spielen die ersten 13 Folgen in den Bergen, die folgenden 13 in Frankfurt und die letzten 13 wieder in den Bergen. Natürlich haben wir uns an die serielle Erzählweise gehalten. Die Episoden bauen aufeinander auf und die Charaktere haben eine Vergangenheit, was uns erlaubt, sie und ihre Motivationen und Beziehungen noch besser kennenzulernen.

Wie unterscheidet sich die technische Herstellungsweise der "alten" Heidi verglichen mit der neuen?

Mouscadet: Die Original-Serie aus dem Jahr 1974, bei der Isao Takahata Regie führte, arbeitete noch mit einer 2D-Technik – Zeichnungen auf Papier wurden praktisch abgefilmt. Die neue Serie wurde komplett in CGI-Technik hergestellt. Das ist eine wichtige technische Veränderung. CGI lässt alles dreidimensional und somit viel realer erscheinen. Man ist dann auch emotional näher an den Protagonisten dran und in der Kameraarbeit freier. So konnten wir Weitwinkelaufnahmen und Kamerafahrten einsetzen, um das Alpenpanorama noch besser in Szene zu setzen. Den Hintergrund haben wir gezeichnet, um die Raumtiefe zu vergrößern.

Außerdem haben wir viele Blumen, Gräser, Bäume und Wolken hinzugefügt, um die Landschaft üppig zu gestalten. Vom Skript bis zur finalen Mischung dauert es ungefähr sechs Monate, bis eine Folge fertig produziert ist.

Wofür steht die neue Heidi und wofür die alte?

Rieschel: Die historische Welt von Heidi ist neu entstanden, so wie man sie in einer Animationsserie noch nie gesehen hat. Heidi heute wie damals will nicht nur Mädchen, sondern auch Jungen Mut machen, nicht aufzugeben und für ihre Überzeugungen zu kämpfen. Wir wollen Kinder dabei unterstützen, stark zu sein und sich nicht unterkriegen zu lassen. Und die Serie will ihre jungen Zuschauer für die Schönheit und den Schutz der Bergwelt sowie für einen verantwortlichen Umgang mit Umwelt und Tieren sensibilisieren. Die Heidi bei Spyri ist sehr im christlichen Glauben verankert, darauf verzichtet die heutige Serie, wie auch die Produktion von 1974. Beides sind internationale Koproduktionen, die sich an alle Kinder richten überall auf der Welt, egal welchen Glauben sie haben.

Heidi zeichnet ja ein romantisch verklärendes Bild von der Schweizer Alpenidylle. Passt das in die heutige Zeit?

Rieschel: Tut die Serie das? Sie spielt ja nicht heute, sondern zeigt eine Alpenwelt, wie es sie vor über 130 Jahren gab. Auf der anderen Seite … warum nicht? Es gibt diese unberührte Alpenlandschaft nach wie vor, zum Beispiel im Schweizer Nationalpark Engadin, der im letzten Jahr sein 100-jähriges Bestehen feierte oder im Naturpark Berchtesgaden und vielen anderen. Andererseits gibt es den alpinen Event-Tourismus im Winter, der natürlich seine Spuren hinterlässt, die vor allem im Sommer sichtbar werden. Vielleicht gelingt es der Serie, bei Kindern ein Bewusstsein für die Schutzbedürftigkeit der Alpen zu schaffen.

"Sehr plastisch und naturgetreu"

Statement von Patrick Elmendorff, Geschäftsführer der Studio 100 Media

Ich freue mich sehr, dass wir mit "Heidi" in 3D-Optik (CGI) bereits den dritten großen Serienklassiker gemeinsam mit unserem Partner, dem ZDF, zurück auf den Bildschirm bringen. Nach "Die Biene Maja" (2013) und "Wickie und die starken Männer" (2014) ist auch "Heidi" eine TV-Heldin, für die sich nicht nur die Kleinen, sondern auch ihre Eltern und Großeltern begeistern. Heidis Erlebnisse rund um Themen wie Freundschaft, Tiere und Natur vermitteln seit der Erstausstrahlung 1977 wichtige Werte wie Verantwortungsbewusstsein, Optimismus und Aufrichtigkeit. Es lag uns sehr am Herzen, diese Werte zum zentralen Bestandteil der Neuproduktion zu machen und damit den Kern der Marke zu erhalten. Einige neue Charaktere im "Dörfli" sorgen für neue Abenteuer, wobei die Grundgeschichte erhalten bleibt. Es ist uns gelungen, dank der modernen Animationstechniken und zusammen mit unseren Studios, Flying Bark und Studio 100 Animation, Heidis Welt, die sich vor allem in den Schweizer Bergen widerspiegelt, sehr plastisch und naturgetreu zu gestalten und dabei den Charme der Klassikserie zu erhalten. Ich hoffe, dass große wie kleine Zuschauer viel Freude an den Bildern und den Geschichten haben werden.

"Heidi war ein Wegbegleiter meiner Kindheit"

Interview mit Andreas Gabalier

 

Herr Gabalier, Sie haben für die Wiederauflage der Serie "Heidi" den berühmten Titelsong neu eingesungen. Was hat Sie an diesem Projekt besonders gereizt?

Die Serie "Heidi" war ein Wegbegleiter meiner Kindheit. Gerade die Berge in der Schweiz und ihr Opa, damit konnte ich mich identifizieren. So war es für mich eine Ehre, für die Neuauflage des Titelsongs gefragt zu werden.

Wieviel vom modernen Volks Rock’n’Roller Andreas Gabalier finden Sie in dem traditionsreichen Stück wieder?

Selbstverständlich versucht man seine eigene "Note" in jedem Song einfließen zu lassen, deswegen findet man auch hier ein Stück Volks-Rock'n' Roll.

Welchen persönlichen Bezug haben Sie zu dem kleinen Mädchen und ihren Geschichten?

Nachdem auch ich in den Bergen bei Oma und Opa groß geworden bin und nach wie vor diese Alpenlandschaft sowohl im Sommer als auch im Winter liebe, ist durchaus ein Bezug gegeben.

Warum passt Heidi Ihrer Meinung nach in unsere heutige Zeit?

Heidi ist zeitlos, eine Serie, welche den Kindern ein Vorbild sein kann. Der gewissenhafte Umgang mit der Umwelt, Mitmenschen und den Tieren – das ist immer aktuell.

 

Die Fragen stellte Elisa Schultz

Der Song

Holadio, holadio (Jodelteil)

Heidi, Heidi
Deine Welt sind die Berge
Heidi, Heidi
Denn hier oben bist Du zu Haus'
Dunkle Tannen
Grüne Wiesen im Sonnenschein
Heidi, Heidi
Brauchst Du zum Glücklichsein

(Jodelteil)

Heidi, Heidi
Komm nach Haus
Find' Dein Glück
Komm doch wieder zurück
Dort in den hohen Bergen,
lebt eine kleine Maid.
Gut Freund mit allen Tieren,
ist glücklich alle Zeit.
Im Winter wie im Sommer,
auch wenn all die Herden ziehn.
Am Morgen und im Abendschein,
wenn rot die Alpen glühn!

Heidi, Heidi
Deine Welt sind die Berge
Heidi, Heidi
Denn hier oben bist Du zu Haus'
Dunkle Tannen
Grüne Wiesen im Sonnenschein
Heidi, Heidi
Brauchst Du zum Glücklichsein

(Jodelteil)

Heidi, Heidi
Komm doch Heim
Find' Dein Glück
Komm doch wieder zurück

 

Text: Erika Bruhn, Andrea Wagner
Musik: Christian Bruhn

Heidi auf ZDFtivi.de

Beim sendungsbegleitenden Onlineangebot auf ZDFtivi.de/heidi stellt die neue Heidi sich und ihre Bergwelt in einer Audio-Bildergalerie vor. In einem Forum können sich die User über ihre eigenen Erlebnisse in den Bergen austauschen.

Schon vor dem Start der Serie gibt es online den neuen Titelsong von Andreas Gabalier. Beim Blick hinter die Kulissen erfährt man in Making-of-Videos mehr über den Sänger und die Entstehung der neuen Serie. Außerdem gibt es Ausmalbilder, ein stimmungsvolles Poster, eine Fehlersuche und einen Steckbrief mit Heidi zum Ausdrucken. Zum Start der Serie wird es zusätzlich ein Video-Quiz mit speziellen Fragen zu Heidis Welt, diverse Rezepte mit Ziegenkäse sowie ein Ziegen-Memospiel geben.

In der ZDFtivi.de-Mediathek stehen alle Folgen nach Ausstrahlung noch sieben Tage zum Abruf bereit.

Die Geschichte eines Erfolges

Hintergrundinformationen

Die Geschichten über Heidi, den Geißen-Peter und den Alm-Öhi ist vor 135 Jahren während der industriellen Revolution in Mitteleuropa entstanden. 1880 veröffentlichte die Schweizer Autorin Johanna Spyri ihren ersten Heidi-Roman "Heidis Lehr- und Wanderjahre" als Kinderbuch. 1881 folgte ein zweiter Band "Heidi kann brauchen, was es gelernt hat". Das kleine Waisenkind, das bei seinem verschrobenen Großvater in den idyllischen Schweizer Bergen aufwächst, den städtischen Konventionen trotzt und mit ganz viel Lebensfreude, Mut und Aufrichtigkeit ihre Mitmenschen für sich gewinnt, traf mitten ins Herz einer jungen Leserschaft. Schon wenige Jahre nach der Erstveröffentlichung avancierten die Heidi-Geschichten zu einem Welterfolg.

Bis heute wurden die Spyri-Bücher in rund 50 Sprachen übersetzt und fanden ihren Weg unter anderem bis nach Serbien, Iran, Island, China, Japan und in die Türkei.

Mit der Erfindung der Fotografie entstand alsbald auch die Möglichkeit, die Buchvorlage als Filmstoff umzusetzen. 1920 wurde der erste Heidi-Stummfilm produziert, 17 Jahre später eine modernere Version mit Ton, in der Hauptrolle damals der Kinderstar Shirley Temple. Als das Urheberrecht 1932 erlosch, stieg die Zahl der Produktion mit Heidi-Bezug sprunghaft an. So entstanden zahlreiche Remakes, u.a. 1968 eine internationale Produktion mit Stars wie Jean Simmons, Maximilian Schell und Michael Redgrave. 1974 wurde "Heidi" als japanische Anime-Zeichentrickproduktion zusammen mit dem Kinder- und Jugendprogramm des ZDF realisiert. 1977 feierte die Serie ihre Premiere im ZDF. In den 52 Folgen wurde stärker das Spannungsverhältnis von Natur und Zivilisation aufgegriffen und Heidi als gute Fee der heimischen Tier- und Pflanzenwelt herausgearbeitet. Auch später wurde die Thematik über das kleine Mädchen aus den Schweizer Bergen in zahlreichen Comics, Spielfilmen und Zeichentrickfilmen verarbeitet. 2005 entwickelte ein Autorenteam aus der Schweiz und Großbritannien erstmals ein Heidi-Musical.

"Heidi" zählt zu den ganz großen Erfolgen deutschsprachiger Kinderliteratur. Auch 135 Jahre nach dem ersten Erscheinen der Buchfassung hat das Thema trotz Gesellschafts- und Wertewandels und veränderter Rezeption nichts von seiner Faszination verloren.

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