Credit: ZDF / Willi Weber
Credit: ZDF / Willi Weber

Horst Lichter – Keine Zeit für Arschlöcher

Zum 60. Geburtstag von Horst Lichter

Zum 60. Geburtstag von Horst Lichter präsentiert das ZDF den Fernsehfilm "Horst Lichter – Keine Zeit für Arschlöcher". In der Verfilmung nach Motiven aus dem Buch von Horst Lichter spielt Oliver Stokowski den Entertainer und Moderator, der mit der schweren Erkrankung seiner Mutter 2014 seinem Leben eine neue Richtung gibt. Barbara Nüsse ist als Margret Lichter und Chiara Schoras als Ehefrau Nada zu sehen. Begleitend dazu ist die Doku "Von Herzen – Der Mensch Horst Lichter" in der ZDFmediathek abrufbar. ZDFneo gratuliert am 15. Januar 2022 mit der Ausstrahlung der Doku und vielen weiteren Horst-Lichter-Sendungen zum Geburtstag.

  • ZDF, Sonntag, 9. Januar 2022, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Samstag, 1. Januar 2022, 10.00 Uhr

Texte

Eine persönliche Geschichte

Wir freuen uns, Ihnen die Verfilmung des Bestsellers "Keine Zeit für Arschlöcher" von Horst Lichter vorzustellen – mit einem sehr überzeugenden Oliver Stokowski als Horst Lichter. Diese persönliche Geschichte des TV-Stars über seine Herkunft und seine Mutter behandelt auf eine schöne, populäre Art und Weise ein Thema, das vielen vertraut sein wird: die Gefühlskälte der Kriegs- beziehungsweise Nachkriegsgeneration und die Auswirkungen für die Familie und die Nachkommen. Gepaart mit einer sehr feinfühligen Inszenierung ist hier ein Film entstanden, der auch fernab seines einzigartigen Protagonisten ein für viele deutsche Familienbiografien universelles Thema emotional und berührend verhandelt.

Heike Hempel
Stellvertretende Programmdirektorin und Leiterin Hauptredaktion Fernsehfilm / Serie II

Eher ernstere Töne

Horst Lichter gewährt in dem Buch "Keine Zeit für Arschlöcher" sehr persönliche Einblicke in seine eigene Vergangenheit und seine Familiengeschichte. Es geht dabei um die letzten Wochen im Leben seiner Mutter, in denen er sie im Jahr 2014 begleitet hat. Von Anfang an war also klar, dass auch der Film eher ernstere Töne anschlagen würde. Er zeigt einen anderen Horst Lichter als jenen, der den meisten Zuschauern als rheinische Frohnatur aus Fernsehen und Öffentlichkeit vertraut ist.

Horst Lichter richtet in der Zeit des Abschiednehmens von seiner Mutter sein Leben neu aus. Dabei ist "Keine Zeit für Arschlöcher" alles andere als ein Trauerspiel. Vielmehr geht es um universelle Fragen: Was macht ein glückliches Leben aus? Wo komme ich her? Wie will ich sein? Und: An welchen Punkten kann ich mich entscheiden?

Die große Herausforderung bei diesem Filmprojekt bestand darin, dass Horst Lichter eines der bekanntesten, präsentesten und beliebtesten Mediengesichter des Landes ist. Würde es gelingen, zu einer Person wie ihm ein Alter Ego im Film zu schaffen? Als die ersten Maskenproben mit Oliver Stokowski vorlagen, war klar: Es würde. Stokowski setzte sich intensiv mit Horst Lichter als Mensch und mit seiner Geschichte auseinander. Das ermöglichte ihm am Ende, auch über den beinahe ikonografischen Bart und die bekannte Brille hinaus durch Mimik und Körpersprache in die Haut des Entertainers zu schlüpfen. Ab dem ersten Aufeinandertreffen von Stokowski und Horst Lichter wurde deutlich, dass zwischen beiden auch gegenseitige Sympathie, Interesse und Zugewandtheit besteht, und das war für dieses Projekt natürlich ein echter Glücksfall.

Wolfgang Grundmann
Hauptredaktion Fernsehfilm / Serie II

Stab, Besetzung und Inhalt

Herzkino

Buch        Edda Leesch
Regie   Andreas Menck
Kamera       Mathias Prause
Schnitt   Ulrike Leipold
Musik    Ali N. Askin
Ton      Achim Strommenger-Reich
Szenenbild     Götz Harmel
Kostümbild      Mattias Vöcking
Maske     Dorle Neft, Jutta Dinges
Casting   Siegfried Wagner
Produktionsleitung       Melanie Lauche
Herstellungsleitung       Jens Metzler
Produktion     Bavaria Fiction GmbH, München
Producerin    Luisa Lioi
Produzentin       Anna Oeller
Redaktion        Wolfgang Grundmann
Länge    ca. 89 Minuten

 

Die Rollen und ihre Darsteller*innen

Horst Lichter        Oliver Stokowski
Margret Lichter      Barbara Nüsse
Nada Lichter      Chiara Schoras
Anni Kabuk      Johanna Gastdorf
Horst Lichter (als Kind)     Emilian Heinrich
Margret Lichter (jung)     Lou Strenger
Toni Lichter          Enno Kalisch
Peter Diehl      René Heinersdorff
Berta Kutz     Doris Plenert
Berta Kutz (jung)    Masha Shafit
Horst Lichter (jung)      David Hürten
Petra Lichter    Annou Reiners
Krankenschwester Karin     Svenja Niekerken
Prof. Dr. Kemps   Peter Harting
Prof. Dr. Seibert    Klaus Zmorek
Kellner   Steffen Will
Susi Bartel     Anna Menck
Ausflügler       Stefan Lampadius
und andere

 

Was macht einen Menschen glücklich? Als Horst Lichters Mutter Margret 2014 schwer erkrankt, gibt er seinem Leben eine neue Richtung.

Sofort macht sich Horst mit seiner Frau Nada auf den Weg in die alte Heimat, nach Rommerskirchen bei Düsseldorf. Es ist eine Reise in die eigene Kindheit, die einen bisher weniger bekannten Horst Lichter zeigt.

Horsts Mutter Margret wohnt noch, wie früher, in einfachen Verhältnissen und ist bereits von der Krankheit gezeichnet. Obwohl das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn alles andere als unkompliziert ist, versucht Horst dennoch, ihr zu helfen, wo er kann. So organisiert er Arzttermine und versucht, gemeinsam mit Nada und seiner Tante Anni, Margrets Lebensgeister zu wecken. Warum sollte Margret die Zeit bis zu den Untersuchungen nicht für eine Urlaubsreise nutzen, wie sie es sich immer gewünscht hatte? Doch Margret kann nicht aus ihrer Haut und gesteht der Familie nur einen Ausflug in die Eifel zu, wo die Lichters früher schon ihre bescheidenen Urlaube verbracht haben.

Der Besuch alter Schauplätze fördert die glücklichen Familienerinnerungen zutage und führt zu ausgelassenen Momenten zwischen Margret und Horst. Doch immer wieder wird er auch mit der kantigen, etwas lieblosen Art seiner Mutter konfrontiert. Sie trägt nach einem Leben voller Entbehrungen einen Panzer, den der Sohn nur in seltenen Momenten aufzubrechen vermag. Horst hat schon in jungen Jahren trainiert, mit einer bestimmten Mentalität darauf zu reagieren, die ihn heute als Fernsehstar ausmacht: Stets versucht er, auf Menschen zuzugehen und an einer Situation das Positive und Lebenswerte herauszustreichen, dabei immer einen flotten Spruch auf den Lippen.

In jenen Tagen im Jahr 2014 stößt diese Strategie jedoch mehr und mehr an ihre Grenzen. Als es für Margret dem Ende entgegengeht und sie ihren Sohn in einer Situation grundsätzlich infrage stellt, erkennt Horst, dass er einen neuen Weg einschlagen muss. Er möchte sich mit seiner Mutter und der eigenen Kindheit aussöhnen, um endlich das Leben zu führen, das ihn glücklich macht.

Glücksmomente

Statement von Anna Oeller

"Keine Zeit für Arschlöcher" – es gibt so viele schöne Momente und Augenblicke, an die ich mich erinnere, und die ich gesammelt habe, während wir an der Verfilmung des gleichnamigen Buches von Horst Lichter arbeiteten.

Zuallererst und vor allem die Treffen und Gespräche mit Horst Lichter, immer getragen von Offenheit, Respekt und Zugewandtheit – zwischen uns beiden, aber dann auch in den Begegnungen und dem Austausch mit ihm und der Drehbuchautorin Edda Leesch und dem Regisseur Andreas Menck. Es galt, alle miteinander zu vernetzen, zu verknüpfen und Vertrauen aufzubauen. Wollten wir doch alle gemeinsam das Gleiche: einen Ausschnitt aus Horst Lichters Leben erzählen – die Zeit des Abschiednehmens von seiner Mutter und die schmerzliche Auseinandersetzung damit. Eine höchst sensible und persönliche Geschichte. Mit Edda Leesch und Andreas Menck habe ich hier zwei kluge und einfühlsame Kollegen gefunden, die unermüdlich und verantwortungsvoll mit dem Stoff und seiner Umsetzung umgegangen sind. Dann kam das Casting, eine wirklich große Herausforderung und ein wunderbarer Moment, als Oliver Stokowski uns seinen Horst Lichter zeigte, spielte, verführte. Nicht anders dann mit Barbara Nüsse als seine Mutter. Glücksmomente eben. Und Chiara Schoras als Nada komplementiert das Dreigestirn. All diese Prozesse und Momente habe ich mit Wolfgang Grundmann vom ZDF geteilt. Immer im Gespräch, immer ehrlich und klar. Und immer gemeinsam um das Beste ringend. Das kann man nicht mit jedem.

"Fragen, die auf uns zukommen"

Statement von Autorin Edda Leesch

Das Thema: "Abschiednehmen von der Mutter". Was machte es mit Horst Lichter? Wie ging er damit um? Wie versöhnte er sich mit dem verlorenen Zuhause seiner Kindheit, in der nicht alles golden war? Wie gelang es ihm zu vergeben, auf den letzten Metern Frieden mit seiner Mutter zu schließen? Welche Erkenntnisse gewann er in diesem Prozess für sein weiteres Leben? Was ist wichtig? Worauf kommt es an?

Fragen, die früher oder später auf die meisten von uns zukommen.

Ich bin dankbar, mich mit diesem Thema beschäftigt zu haben, welches Horst Lichter so bewundernswert offen und ehrlich angegangen ist. Und auch, wenn man nicht wirklich auf den Tod eines der wichtigsten Menschen vorbereitet sein kann, half es doch bei dem, was ich selbst ein Jahr später zu bewältigen hatte.

Danke dafür, lieber Horst.

"Man muss sowohl der realen als auch
der Figur im Drehbuch gerecht werden"

Statement von Regisseur Andreas Menck

Die besondere Herausforderung liegt darin, dass man sowohl der realen Person Horst Lichter als auch der Figur im Drehbuch gerecht werden muss.

Jeder weiß, wie er aussieht, sich bewegt und spricht. Jeder kann Horst Lichter, den man aus dem Fernsehen kennt, mit unserem Horst Lichter vergleichen. Aber in unserem Film unterscheidet sich die Figur Horst Lichter von dem Horst Lichter, der aus dem Fernsehen bekannt ist. Wir zeigen ihn von einer sehr privaten Seite, die sich durchaus von dem öffentlichen Horst Lichter unterscheidet.

Das gilt nicht nur für Horst Lichter, sondern für fast alle Figuren in unserem Film. Fast alle sind reale Personen. Auch bei ihnen müssen wir immer darauf achten, ihre Figur im Drehbuch mit dem echten Menschen in Einklang zu bringen und versuchen, beiden gerecht zu werden.

Eine außergewöhnliche Vergleichsmöglichkeit

Interview mit Oliver Stokowski und Horst Lichter

Herr Lichter, Herr Stokowski, war Ihnen der jeweils andere vor dem Projekt bekannt?

Horst Lichter: Oliver Stokowski war mir selbstverständlich ein Begriff, aber ich habe ihn immer und ausschließlich mit seinen Rollen verbunden, in denen ich ihn gesehen habe. Somit konnte ich mir diese Wandlung von ihm zu mir erst nicht vorstellen. Die Kostümierung und das Styling waren aber wirklich authentisch, ich habe mich sofort wiedererkannt (lacht). Zudem hat es Oliver Stokowski durch seine schauspielerische Leistung wirklich grandios gelöst.

Oliver Stokowski: Ich habe Horst Lichter nicht persönlich gekannt, aber ich habe sein Schaffen über die Jahre verfolgt, weil er mich von Anfang an in seiner Natürlichkeit, in seiner Ehrlichkeit und in seinem Witz berührt hat. Er ist für mich ein großer Entertainer und hat immer den Nagel auf den Kopf getroffen. Er ist schlagfertig und sehr einfühlsam. Das spürt man, wenn man ihm zuschaut. Im Laufe der Jahre habe ich viele Sendungen mit ihm gesehen und auch direkt danach gesucht. Auch habe ich ihn in Talkshows gesehen als er schon von seinem Buch erzählt hat. Ich habe seine feuchten Augen gesehen, wenn er über seine Mutter sprach. Das hat mich sehr berührt. Horst Lichter war also schon in meinem Herzen angekommen, er ist ein Mensch, der mich sehr erreicht. Und als ich dann die Nachricht bekam, dass ich ihn verkörpern werde, war ich natürlich höchst erfreut.

Herr Lichter, haben Sie jemals gedacht, dass Ihr Buch einmal verfilmt werden würde?

Horst Lichter: Ich hatte noch nicht mal den Wunsch, dass es verfilmt wird. Das ist so weit weg gewesen, dass eins meiner Bücher jemals verfilmt wird, dass sogar der Wunsch mir schon vermessen erschien. Aber als ich die Anfrage von Anna Oeller bekam, war ich hin und weg. Und es ist so ein unglaublich schönes Gefühl und ich bin so ehrfürchtig und demütig. Das kann man kaum in Worte fassen.

Als Sie erfuhren, dass Oliver Stokowski Sie verkörpern wird, was haben Sie da gedacht?

Horst Lichter: Im Prinzip habe ich gedacht, ich muss diesen Menschen kennenlernen. Und Gott sei Dank, hat er das genau so gesehen. Wir haben uns dann in München getroffen, und als er reinkam, mir gegenüberstand und wir anfingen zu erzählen, war sofort eine sehr große gegenseitige Sympathie da. Er hat mir etwas sehr Schönes erzählt, was mir wirklich fast die Tränen in die Augen getrieben hat und für Gänsehaut sorgte: Er bekam die Anfrage für das Casting, hat vorher alles gelesen, über meine Person, hat sich zig Sendungen angesehen, um mich zu studieren. Er ist nach dem Casting nach Hause gegangen, und wollte diese Rolle unbedingt verkörpern. Wochen später kam er aus dem Theater nach Hause, und seine Frau begrüßt ihn mit: "Hallo Horst". Das konnte er kaum fassen, weil er so glücklich war, dass er die Rolle spielen durfte. Und ja, ich bin genauso glücklich, dass er das gemacht hat für mich.

Herr Stokowski, was hat Sie vor allem an der Rolle gereizt?

Oliver Stokowski: An der Rolle hat mich gereizt, dass Horst Lichter eine noch lebende Person ist – ein Mensch, der einem Millionenpublikum bekannt und wahnsinnig beliebt ist. Ich dachte mir, wenn ich die Chance und Gelegenheit habe, in so eine Figur hineinzuschlüpfen, ist das eine große Herausforderung. Wie kann man dem gerecht werden? Weil jeder Horst Lichter kennt und so eine außergewöhnliche Vergleichsmöglichkeit besteht. Das war auch der große Reiz daran. Aber auch der, einen Menschen zu verkörpern, der so authentisch ist. Der mir zudem so nahe ist, in dem, wie er sich gibt. Und, dass er trotz des Haifischbeckens Fernsehen, und wenn er von seinen Koch-Kollegen in die Zange genommen wurde, so natürlich geblieben ist. Dass er so viel erlebt hat, durch Höhen und Tiefen gegangen ist. Dass er zu sich selbst gefunden hat, dass er sich mag. Das muss man erst mal sagen können nach dieser Achterbahn der Gefühle, die er erlebt hat. Das zeugt von einer großen menschlichen Stärke. Ich bewundere Horst Lichter sehr. Aber so hatte ich eine große Verantwortung und ein Päckchen zu tragen beim Dreh, was ich aber gerne angenommen habe.

Haben Sie zur Vorbereitung miteinander gesprochen und sich ausgetauscht?

Oliver Stokowski: Wir haben uns, wie Horst schon gesagt hat, in München getroffen, vor den Dreharbeiten, als er für eine Fernsehaufzeichnung hier war. Wir waren beide gleichermaßen aufgeregt, wie wir danach feststellten. Ich war aufgeregt, weil ich endlich Horst Lichter kennenlernte. Wie wird er auf mich reagieren? Wie denkt er darüber, dass ihm jemand gegenübersitzt, der ihn verkörpern wird, nach seinem Buch, das ihm wirklich wichtig ist und zu schreiben ihm ein großes Anliegen war. Ich bin froh, dass er mit der Wahl der Produzentin und des ZDF glücklich war. Das hat mich beruhigt.

Wir haben später noch einmal länger telefoniert und er konnte mir viele Fragen intensiv und persönlich beantworten. Dafür war ich ihm unendlich dankbar. So konnte ich auch in die Figur komplett eintauchen.

Herr Lichter, wann wussten Sie, dass Oliver Stokowski die perfekte Besetzung ist?

HL: Dieses von Oliver angesprochene Telefonat war sehr privat, sehr tiefgehend, sehr persönlich, sehr emotional. Wir waren beide berührt. Und da wusste ich, er ist genau der Richtige für die Rolle.

Herr Stokowski, sehen Sie Horst Lichter seit den Dreharbeiten anders?

OS: Meine Wahrnehmung von ihm ist noch einmal intensiver. Ich habe von ihm geträumt. Ich habe den Dreh mit ins Bett genommen (lacht). Weil ich mich viel mit Horst beschäftigt habe. Alles, was man googeln konnte, was man auf YouTube, an Sendungen und Talkshows finden konnte, habe ich mir angeschaut, um mir das frisch zu vergegenwärtigen. Ich habe vor den Dreharbeiten noch einmal das Buch gelesen und auch das Hörbuch rauf und runter gehört, das er selbst eingesprochen hatte – um mir seine Sprache, den Klang der Stimme, die Färbung anzueignen, ohne eine Kopie darzustellen. Ich musste das verinnerlichen. Ich musste auch seinem rheinischen Dialekt gerecht werden, – mit dieser ganz besonderen Sprachmelodie. Aber ich sehe ihn nicht anders: Er ist, wie er ist, ohne sich zu verstellen – authentisch, geradlinig, mit einem großen Herzen, witzig und gleichzeitig mit einer großen Ernsthaftigkeit. Das muss man erst mal schaffen. In den Momenten, in denen ich ihn kennenlernen konnte, war er genauso, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Er ist ein toller Mensch.

Das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn war bei Familie Lichter nicht immer einfach. Herr Stokowski, haben Sie nach dem Dreh Ihr Verhältnis zu Ihrer Familie neu überdacht?

OS: Das Verhältnis zu meiner Familie ist ein sehr gutes. Aber natürlich sehen wir uns leider viel zu selten, weil auch ich viel arbeite. Meine Eltern sind schon sehr alt, über achtzig. Sie können nicht mehr wirklich reisen, und ich hatte sie eine Weile nicht gesehen. Nach den Dreharbeiten bin ich tatsächlich direkt zu ihnen gefahren, weil es mich schon beschäftigt hat, wie schnell das Leben vorbeigehen kann und wie viele Dinge unausgesprochen bleiben können. Es ist wichtig, dass man sich rechtzeitig darum kümmert, dass man mit seinen Mitmenschen, mit seinen Lieben im Reinen sein kann. Das hat mich sicherlich durch die Beschäftigung mit dem Thema des Films noch einmal stärker bewegt. Insofern bin ich auch ein Stückchen dahingerückt, zu sagen, man soll nicht so lange warten, sondern lieber mit offenem Herzen aufeinander zugehen.

Herr Lichter, haben Sie den fertigen Film schon gesehen? Wie war es, die eigenen Erlebnisse und Erfahrungen zu sehen, verkörpert durch einen anderen?

HL: Als ich Oliver Stokowski bei den Dreharbeiten besuchte und gesehen habe, wie er aussieht, war das beeindruckend. Er hat sich so in meine Person, in mein Wesen, in meinen Charakter hineingedacht, dass es schon fast erschreckend war, dass da praktisch ein zweiter Horst entlangläuft. Ich glaube, das ist die Königsdisziplin für jeden Schauspieler, wenn er das schafft.

Aber ich habe den fertigen Film noch nicht gesehen. Ich hätte die Möglichkeit gehabt, aber ich wollte ihn noch nicht sehen, weil es mir sehr viel Kraft abverlangen wird. Ich werde ihn tatsächlich das erste Mal mit einem Kreis von Menschen sehen, die ich sehr, sehr mag und die mir viel bedeuten. Und darauf freue ich mich außerordentlich.

OS: Ich habe ihn mit Vergnügen gesehen und hatte auch großen Respekt davor. Wenn man selbst spielt, kann man sich nicht sehen, man ist in einem Tunnel. Ich bin in den Horst-Lichter-Tunnel gefahren, in die Achterbahn eingestiegen. Das zu sehen, hat mich doch selbst noch einmal sehr bewegt. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, weil ich die Menschlichkeit sehe, die andere Seite von Horst Lichter. Das war mir ein großes Anliegen, weil es nicht nur ein lustiger Film ist. Es gibt auch lustige Szenen, aber es ist vor allem ein tiefer, menschlicher Film geworden. Mit dem Film können sich sicher viele Zuschauerinnen und Zuschauer identifizieren. Jeder hat eine Mutter, jeder kennt Schicksalsschläge. Und wenn man dann Horst sieht, wie er es geschafft hat, damit umzugehen, die Kurve zu kriegen, dann ist das sehr motivierend. 

Das Programm zum 60. Geburtstag von Horst Lichter

Fernsehkoch, Buchautor, Moderator – ZDFneo gratuliert zum runden Geburtstag mit einem Potpourri an Sendungen aus der einzigartigen Karriere des Entertainers Horst Lichter.

"Horst Lichter – Keine Zeit für Arschlöcher"
Sonntag, 9. Januar 2022, 20.15 Uhr, ZDF
Ab Neujahr, 1. Januar 2022, ZDFmediathek

"Lichters Reise: Wunderbares Rom"
Samstag, 15. Januar 2022, 6.40 Uhr, ZDFneo

"Die Küchenschlacht"
1. Folge
Samstag, 15. Januar 2022, 6.55 Uhr, ZDFneo

"Die Küchenschlacht"
Samstag, 15. Januar 2022, 7.35 Uhr, ZDFneo

"Lafer!Lichter!Lecker!"
1. Folge
Samstag, 15. Januar 2022, 8.20 Uhr, ZDFneo

"Lafer!Lichter!Lecker!"
250. Folge
Samstag, 15. Januar 2022, 9.05 Uhr, ZDFneo

"Lafer!Lichter!Lecker!"
Letzte Folge
Samstag, 15. Januar 2022, 9.50 Uhr, ZDFneo

"Deutschlands größte Grillshow"
Samstag, 15. Januar 2022, 10.35 Uhr, ZDFneo

"Lichters Reise: Der Bernina-Express"
Samstag, 15. Januar 2022, 13.05 Uhr, ZDFneo

"Lichters Reise nach Schottland"
Samstag, 15. Januar 2022, 13.20 Uhr, ZDFneo

"Von Herzen – Der Mensch Horst Lichter"
Dokumentation
Samstag, 15. Januar 2022, 13.35 Uhr, ZDFneo
Ab Neujahr, 1. Januar 2022, ZDFmediathek

"Bares für Rares – Sammlerstücke"
Samstag, 15. Januar 2022, 13.55 Uhr, ZDFneo

"Bares für Rares – Sammlerstücke"
Samstag, 15. Januar 2022, 14.40 Uhr, ZDFneo

"Bares für Rares"
1. Folge
Samstag, 15. Januar 2022, 15.35 Uhr, ZDFneo

"Bares für Rares"
1000. Folge
Samstag, 15. Januar 2022, 16.20 Uhr, ZDFneo

"Kessler ist … Horst Lichter"
Samstag, 15. Januar 2022, 17.10 Uhr, ZDFneo

"Horst Lichter sucht das Glück"
Samstag, 15. Januar 2022, 17.45 Uhr, ZDFneo

"Bares für Rares"
Samstag, 15. Januar 2022, 18.45 Uhr, ZDFneo

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