House of Love

Die vierteilige Dokumentarfilmreihe "House of Love" geht auf die Suche nach Erfolgsrezepten für langlaufende Liebesbeziehungen. Die einzelnen Folgen begeben sich an die Orte einer Wohnung, die in jeder Beziehung eine Rolle spielen: Küche, Badezimmer, Schlafzimmer und Wohnzimmer. Im Mittelpunkt der Filme stehen die Erfahrungen, Liebes- und Lebensepisoden, die zeigen, wie die Paare ihre Beziehung über Hürden hinweg erhalten haben. Mit ihnen zusammen suchen die Regisseure nach dem Geheimnis der Liebe. Animierte Grafiken stellen die Interviews in einen Gesamt-Kontext.

  • ZDF, jeweils montags, 8. September 2014, 23:55 Uhr / 15. September 2014, 00:30 Uhr / 22. September 2014, 00:20 Uhr / 29. September 2014, 00:30 Uhr

Texte

Impulse setzen für den jungen Dokumentarfilm - Vorwort Milena Bonse und Lucas Schmidt

Das Projekt "House of Love"

Eine Liebesbeziehung fürs Leben – die meisten Menschen wünschen sich das. Aber viele halten nicht durch. Warum gelingt es manchen Paaren und anderen nicht? Was ist es, das zusammenhält? Warum heiraten Paare? Welchen Wert hat die Ehe? Wie wichtig ist Treue? Und sehnen wir uns nicht alle nach der wahren romantischen Liebe?

Die Redaktion Das kleine Fernsehspiel des ZDF hat gemeinsam mit der Münchener Produktionsfirma megaherz vier junge Regisseurinnen und Regisseure für die dokumentarische Reihe „House of Love“ ermutigt, unterschiedliche Paare zu suchen, um mit ihnen der Frage nachzugehen, wie sie ihre Partnerschaften lebendig halten. Die vierteilige Reihe gliedert sich nach den Orten einer Wohnung, die in jeder Beziehung eine Rolle spielen: Die Küche, das Bad, das Schlafzimmer und natürlich das Wohnzimmer.

Im Mittelpunkt der Filme stehen die Erfahrungen, Liebes- und Lebensepisoden, die zeigen, wie die vorgestellten Paare ihre Beziehung über Hürden hinweg erhalten haben. Mit ihnen zusammen suchen die Regisseurinnen und Regisseure nach dem Geheimnis der Liebe. Was ist es, das bei diesen Paaren funktioniert? Wie meistern sie den Alltag? Wie gehen sie mit Konflikten um? Dabei geht es immer vor allem um die Geschehnisse im jeweiligen Raum.

Gedreht wurde in den realen Räumen zuhause bei den Paaren. Das setzte einerseits ein großes Vertrauen der Paare zu den Filmemachern voraus, ihre ganz persönlichen, zum Teil intimen Bereiche der Wohnung für das Filmteam zugänglich zu machen. Anderseits war es aber auch für die Regisseurinnen und Regisseure eine große filmische Herausforderung, auf sehr engem Raum die Individualität der Paare einzufangen.

Eine zweite wichtige Ebene bildet die Einordnung der Interviews in einen wissenschaftlichen Kontext. In ansprechend gestalteten Animationssequenzen werden wissenschaftliche Erkenntnisse und Experimente sowie fundierte und unterhaltsame Fakten über unser Beziehungsleben präsentiert.

Das kleine Fernsehspiel möchte mit der Initiative zu dieser Reihe Impulse setzen für den jungen Dokumentarfilm und dabei Talente im Bereich der dokumentarischen TV-Formate fördern!

Milena Bonse und Lucas Schmidt
Redaktion Das kleine Fernsehspiel

Inhalt

Vierteilige Dokumentarfilm-Reihe

Montag,  8. September 2014, 23:55 Uhr, Küche

Montag, 15. September 2014, 00:30 Uhr, Bad

Montag, 22. September 2014, 00:20 Uhr, Schlafzimmer

Montag, 29. September 2014, 00:30 Uhr, Wohnzimmer

 

Fast 90 Prozent der Menschen heiraten irgendwann einmal im Leben oder binden sich an einen Partner. Eng verwoben damit sind Wünsche von großer Konstanz und ebensolcher Intensität: Wir suchen die erfüllte Liebe, tolle Kinder, eine ewig junge Frau, einen besonders erfolgreichen Mann, super Sex, Spaß und noch mal Spaß.

Die Erwartungen an unsere Beziehungen waren nie höher als heute. Das halten die wenigsten aus. Scheidungsrate und Singlebörsen sprechen Bände. Warum schaffen es manche Paare und warum andere nicht? Was ist es, das zusammen hält? Sehnen wir uns nicht alle nach der romantischen Liebe? "House of Love" geht auf die Suche nach Erfolgsrezepten für langlaufende Liebesbeziehungen.

Die einzelnen Folgen begeben sich an die Orte einer Wohnung, die in jeder Beziehung eine Rolle spielen: Küche, Badezimmer, Schlafzimmer und Wohnzimmer. Im Mittelpunkt der Filme stehen die Erfahrungen, Liebes- und Lebensepisoden, die zeigen, wie die Paare ihre Beziehung über Hürden hinweg erhalten haben. Mit ihnen zusammen suchen die Regisseure nach dem Geheimnis der Liebe. Liebevoll animierte Grafiken stellen die Interviews in einen Gesamt-Kontext. 

"House of Love" – Küche  (Montag, 8. September 2014, 23:55 Uhr)

Im ersten Film der Reihe "House of Love" steht die Küche im Mittelpunkt. Regisseurin Bettina Timm zeigt in sehr persönlichen Gesprächen mit drei Paaren, welche Bedeutung dieser Raum für eine funktionierende Beziehung haben kann und belegt damit, was Soziologen sagen: Die Lust, den Partner mit Essen glücklich zu machen, ist ein Kitt, der uns in unserem vollgepackten Alltagsleben zusammen hält.

Erna (69) und Ernst (68) sind seit über 40 Jahren verheiratet. Die Kinder sind längst aus dem Haus und die beiden müssen sich mit ihren gewachsenen Eigenheiten arrangieren. Dass Sie immer zu viel einkauft und er noch nicht gemerkt hat, dass sie sich im Lokal noch nie ein Gulasch bestellt hat, sind Anlässe für alltägliche Konflikte, die sie durch ein hohes Maß an gegenseitiger Wertschätzung kompensieren.

Katharina (47) und Hinnerk (74) machen es sich einfacher. In ihrer Fernbeziehung gibt es in der Küche eine Handvoll Gerichte, auf die man sich verständigt hat. Neben der gemeinsamen Ess- und Sinneslust ist die gegenseitige Bewunderung seit sechs Jahren die Basis ihrer Liebe.

Der Kühlschrank von Vivian (25) und Matthias (26) dagegen ist fast leer. Sie haben nicht viel Zeit zum gemeinsamen Kochen, denn sie arbeiten in der Gastronomie. Der junge Koch und die Servicekraft sind kurz nach dem Kennenlernen zusammengezogen und haben seit fünf Jahren noch keine Nacht getrennt verbracht. Wie bei vielen jungen Paaren geht es bei ihnen stark um das Thema Ordnung im Haushalt und den Kampf gegen die klassische Rollenverteilung.

 

Stab "Küche"

Regie  Bettina Timm
Kamera  Michael Leuthner
Ton   Björn Rothe
Schnitt   Ulrike Tortora
Sprecher Simon Jäger
Tonmischung   Oliver Görtz
 Farbkorrektur  Florian Kohlert
Motiondesign       Robert Mayer, Sermin Kaynak
Titelmusik    Amadeus Gregor Böhm
Produktionsleitung                 Mirko Schekatz
Producer  Armin Toerkell
Produzenten    Fidelis Mager, Franz Gernstl
Produktion  megaherz im Auftrag des ZDF/Das kleine Fernsehspiel
Redaktion ZDF Milena Bonse, Lucas Schmidt
Länge    28'35"

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           

Protagonisten

Vivian und Mathias "Matze"

Katharina + Diederich „Hinnerk“

Ernst-Josef und Erna

"House of Love" – Bad (Montag, 15. September 2014, 00:30 Uhr)

Regisseurin Romy Steyer untersucht in der zweiten von vier Folgen das Bad als Beziehungsort. Sie portraitiert drei Paare, die Einblicke in die täglichen Auseinandersetzungen und Abstimmungen im Bad geben und dabei Allgemeingültiges wie Individuelles für jede Beziehung zutage fördern.

Carmine (75) und Brigitte (70) sind seit 50 Jahren verheiratet und teilen sich seitdem auch das gemeinsame Bad. Während er den Boden und das Waschbecken putzt, ist sie für die Reinigung der Armaturen und Details zuständig. Sie benutzen das Bad nie gemeinsam, sondern wechseln sich auch nach 50 Jahren noch mit der Körperhygiene ab. 

Heike (50) und Thomas (50) teilen sich ihr Bad mit ihren beiden erwachsenen Kindern, die bei ihnen leben. Seit 25 Jahren sind sie verheiratet und es ist für beide klar, dass sie auch den Rest ihres Lebens miteinander verbringen werden. Heike ist besonders die Dekoration ihres Bades wichtig: Die Handtücher passen genau zum Farbkonzept des Raumes. Thomas ist wichtiger, dass der Toilettendeckel leise schließt.

Jan (28) und Maggi (26) sind seit zwei Jahren verheiratet und verbringen viel gemeinsame Zeit im Bad. Irgendwann hatten sie das Gefühl, dass dabei die Romantik verloren gehen könnte und so versuchen sie nun, sich wieder etwas mehr eigenen Freiraum zu erarbeiten.

 

Stab  "Bad"

Regie     Romy Steyer
Kamera   Stefan Preilowski
Schnitt      Jan Ruschke, Romy Steyer
Sprecher  Simon Jäger
Tonmischung  Oliver Görtz
Farbkorrektur Florian Kohlert
Motiondesign Robert Mayer, Sermin Kaynak
Titelmusik     Amadeus Gregor Böhm
Produktionsleitung Mirko Schekatz
Producer  Armin Toerkell
Produzenten         Fidelis Mager, Franz Gernstl
Produktion  megaherz im Auftrag des ZDF/Das kleine Fernsehspiel
Redaktion ZDF Milena Bonse, Lucas Schmidt
Länge   28'32"

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           

Protagonisten

Maggie und Jan

Heike und Thomas

Brigitte und Carmine   

"House of Love" – Schlafzimmer (Montag, 22. September 2014, 00:20 Uhr)

In der dritten Folge von "House Of Love" hat Regisseur Daniel Moshel drei Paare in ihren Schlafzimmern portraitiert. Dabei hat er den Fokus auf die besonderen Hürden gelegt, die die drei Paare zu überwinden haben.

Yasmin (33) ist Israelin und Osama (33) Palästinenser. Sie lieben sich seit 13 Jahren. Gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter Leila leben sie in Wien. Nicht nur, dass sich ihr Sexleben seit der Geburt Leilas rapide verschlechtert hat, als Tänzerin und bildender Künstler müssen sie jedes Jahr auch erneut nachweisen, dass sie genug Geld verdienen, um ihr Aufenthaltsrecht in Österreich behalten zu dürfen.

Martin (52) und Peter (42) sind seit zwölf Jahren zusammen und seit kurzem verheiratet. Sie führen eine Wochenendehe. Während Martin in der Woche in Zürich seiner Professur nachgeht, arbeitet Peter in Wien als Chirurg. Umso kostbarer ist die gemeinsame Zeit am Wochenende, würde Peter nicht ständig sogar im Schlafzimmer seine ferngesteuerten Hubschrauber herumfliegen lassen.

Sigrid (60) und Günter 70) sind seit 14 Jahren ein Paar und arbeiten beide als Paartherapeuten. Was bedeutet das eigentlich für die eigene Beziehung? Können die beiden ihr professionelles Wissen auch zur Lösung von Konflikten in den eigenen vier Wänden nutzen? Regisseur Daniel Moshel ist es gelungen, auch im intimsten Raum der Wohnung, dem Schlafzimmer, ungewöhnlich offene und sehr unterhaltsame Erkenntnisse zu Tage zu fördern.

 

Stab "Schlafzimmer"       

Regie  Daniel Moshel
Kamera    Hajo Schomerus
Ton        Pavel Cuzuioc
Schnitt  Karin Kammer
Sprecher    Simon Jäger
Tonmischung Oliver Görtz
Farbkorrektur  Florian Kohlert
Motiondesign Robert Mayer, Sermin Kaynak
TitelmusikAmadeus Gregor Böhm
Produktionsleitung Mirko Schekatz
Producer   Armin Toerkell
Produzenten   Fidelis Mager, Franz Gernstl
Produktion-KoordinationTheresa Rauter
Produktion   megaherz im Auftrag des ZDF/Das kleine Fernsehspiel
Redaktion ZDF Milena Bonse, Lucas Schmidt
Länge  28'33"

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    

Protagonisten

Jasmin und Osama

Martin und Peter

Sigrid und Günter

"House of Love" – Wohnzimmer (Montag, 29. September 2014, 00:30 Uhr)

Regisseur Alejandro Cardenas Amelio interviewt in der vierten Folge der "House of Love"- Reihe drei Paare in ihren Wohnzimmern. Sie geben interessante Einblicke in ihren Beziehungsalltag: Wer räumt auf? Wer richtet ein? Und noch wichtiger: wer setzt sich durch?

Carolin und Nicolas sind seit sechs Jahren ein Paar. Gemeinsam mit ihrem kleinen Sohn Anton ist ihr Wohnzimmer in letzter Zeit eher zum Schlafzimmer mutiert, da sie nachts ihren Sohn von hier aus leichter schreien hören. In der Einrichtung hat sich Carolin durchgesetzt und Nicolas‘ Möbelstücke sind im Laufe der Beziehungsjahre nach und nach aus der gemeinsamen Wohnung verschwunden.

Tim und Tina haben sich vor zwei Jahren im Studium kennengelernt und ihr Wohnzimmer ist Dreh- und Angelpunkt all ihrer Aktivitäten: Tim spielt Computer, Tina schaut fern, hier treffen sie gemeinsame Freunde.

Djum ist vor 18 Jahren von Thailand nach Deutschland gezogen, zu ihrem Mann Sven, der damals schon in der gemeinsamen Wohnung gelebt hat. Das Wohnzimmer hat sie gestaltet und eingerichtet, die zwei gemeinsamen Kinder erledigen hier ihre Hausaufgaben. Sven und Djum schauen nachmittags gerne Serien vom gemeinsamen Sofa aus. Das ist oft die einzige Zeit, die sie tagsüber zu zweit haben. In unterhaltsamen 30 Minuten zeigt er Regisseur Alejandro Cardenas Amelio sehr unterschiedliche Beziehungswelten seiner Protagonisten und fördert  erstaunliche Parallelen zutage.

 

Stab "Wohnzimmer"

Regie    Alejandro Cardenas Amelio
Kamera    Alejandro Cardenas Amelio
Ton    Moritz Bauer
Schnitt    Maria Amelio Ortiz
Sprecher  Simon Jäger
Tonmischung  Oliver Görtz
Farbkorrektur  Florian Kohlert
Motiondesign Robert Mayer, Sermin Kaynak
Titelmusik   Amadeus Gregor Böhm
Produktionsleitung  Mirko Schekatz
Producer  Armin Toerkell
Produzenten   Fidelis Mager, Franz Gernstl
Produktion     megaherz im Auftrag des ZDF/Das kleine Fernsehspiel
Redaktion ZDF  Milena Bonse, Lucas Schmidt
Länge   28'32"

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             

Protagonisten

Christina und Tim

Carolin und Nicolas

Butsarin "Djum" und Sven

Interview mit Brigitte und ihrem italienischen Mann Carmine 

Wie haben Sie davon erfahren, dass Protagonisten für die Reihe „House of Love“ gesucht werden?

Brigitte: Von meiner Kosmetikerin.

Ist es Ihnen schwer gefallen, über Persönliches vor der Kamera zu reden?

Brigitte: Anfangs ja, aber die Interviewerin war mir sehr sympathisch, nicht aufdringlich und geschickt. Ich fühlte mich bald sicher und eher wie in einem persönlichen Gespräch.

Carmine: Manchmal schon.

Sie wurden im Badezimmer gefilmt. Spielt dieser Raum eine besondere Rolle in Ihrer Wohnung?

Brigitte: Bei der Gestaltungsplanung habe ich dominiert, es sollte ein Raum zum Wohlfühlen sein, im Rahmen unserer finanziellen und räumlichen Möglichkeiten. Handwerklich hat das meiste mein Mann gestaltet.

Haben Sie während der Dreharbeiten Neues voneinander erfahren? 

Brigitte: Ja, ich bin mir bewusst geworden, wie wichtig es war Entwicklung und Veränderung in einer so langen Beziehung zuzulassen und Liebe und Zuneigung eine Qualität bekommen, die tiefer Freundschaft gleicht.  

Carmine: Ja, dass wir uns immer noch lieben und uns immer noch brauchen.

Ist während der Dreharbeiten etwas passiert, womit Sie nicht gerechnet haben?

Brigitte: Wir haben viel Neues gelernt über völlig andere Berufsfelder: Regisseurin, Kameramann, Tontechniker. Über die Bedeutung unseres Badezimmers in unserer Beziehung haben wir uns vorher nie Gedanken gemacht.

Wie hat Ihr Umfeld reagiert, als Sie erzählt haben, dass Sie bei einer Fernsehproduktion mitwirken, bei der es um Paarbeziehungen geht?

Brigitte: Alle waren erstaunt über die Wahl des Badezimmers für die Bedeutung einer Beziehung und warten neugierig auf die Sendung.

Carmine: Alle warten darauf, dass es übertragen wird, und wir nach "CINECITTÁ" gehen.

Gibt es Geschlechterklischees, die Sie bei Ihrem Partner bezüglich der Nutzung oder Gestaltung des Badezimmers bestätigt sehen?

Brigitte: Ja, Carmine ist auf seine Weise eitel und benutzt das Bad auch gern allein. Was die Körperpflege anbelangt, ist er wie in allen Lebensbelangen schnell und praktisch: duschen, abtrocknen, fertig.

Carmine: Ja, meine Frau braucht mehr Zeit als ich und hat viel mehr Kosmetikprodukte. Sie ist eben eine Frau.

Hat ihr Partner Eigenheiten, die Sie erst mit der Zeit zu akzeptieren gelernt haben?

Brigitte: Ja, plötzliche Stimmungsschwankungen, Empfindlichkeiten und Eifersucht.

Carmine: Ja, die Ruhe, die sie ausstrahlt.

Sie sind seit 50 Jahren ein Paar. Was ist Ihr persönliches Rezept für die Liebe?

Brigitte: Wir waren jung, sehr jung! Entwicklung und Reifung, Veränderung in der Persönlichkeitsentwicklung erfordern viel Akzeptanz, Toleranz und Vertrauen, die Basis von allem ist Liebe und Freundschaft.

Carmine: Als ich am 10.01.1963 ja gesagt habe, wusste ich, was auf mich zukommt. Ja sagen, damit ist es nicht getan. Man muss die Frau immer wieder erobern und um die Liebe kämpfen. Was zusammen hält ist: Zuverlässigkeit, Treue, Vertrauen, Anpassung und gegenseitiger Respekt. Auch Respekt für den Partner und das, was er/sie leistet.

Interview mit dem Paar Peter und Martin

Was hat Sie dazu bewegt, bei "House of Love" mitzuwirken?

Peter: Der Regisseur Daniel Moshel – ich habe großes Vertrauen zu ihm als Mensch und Künstler. Das hätte ich mich bei sonst niemanden getraut. Wichtig war mir auch, dass Menschen ein schwules Paar sehen, das schlicht und ergreifend gar nicht den gängigen Klischees entspricht ... wir halt. 

Martin: Es gibt ja leider immer noch zu wenig schwule Role Models in der Öffentlichkeit, schon gar nicht in Österreich. Und neben Daniel Moshel bürgt uns die Redaktion des „Kleinen Fernsehspiels“ für Qualität. In einer billigen Reality Soap eines privaten Senders hätten wir nicht mitgemacht.

Wie groß war die Überwindung, ein Kamerateam ins eigene Schlafzimmer zu lassen?

Peter: Unser Schlafzimmer ist auch ein Wohnraum, bei unserem Open House zum Beispiel laufen da zahlreiche Menschen durch ... Da war keine echte Hemmschwelle. 

Martin: ... du vergisst aber, dass wir bei unserem Open House keine Pyjamahosen anhaben oder gar gemeinsam im Bett liegen – wie bei der Doku. Das Team hat drei volle Tage nur im Schlafzimmer gedreht, da existierte nach der ersten Überwindung bald nur mehr menschliche Nähe – trotz der vorhandenen Technik wie Kamera, Ton und Licht.

Haben Sie Ihre Beziehung im Laufe der Dreharbeiten aus einer neuen Perspektive gesehen?

Peter: Beim Anschauen der DVD fand ich uns eigentlich ziemlich witzig. Das war schon recht neu.

Martin: Mein Granteln und seine spitzen Bemerkungen sind sehr authentisch. Humor und Ironie sind wohl auch für uns ein gutes Rezept für eine lange Beziehung.

Hat Sie etwas besonders überrascht, was Ihr Partner vor der Kamera gesagt hat?

Peter: Nein.

Martin: Aber nur deshalb, weil er mir meist eh nie zuhört – auch ein Rezept für lange Beziehungen.

Welche Meinung haben Ihre Freunde und Verwandten zur Teilnahme an „House of Love“?

Peter: Wir haben es zunächst niemandem erzählt.

Martin: Weder Familie noch Freunden. Wir wollten uns einfach nicht wichtig machen. Aber jetzt fangen wir langsam damit an, sonst sind die Leute noch beleidigt, weil wir ihnen nichts gesagt haben.

Peter: Die es jetzt wissen, finden das ganz gut und wollen die Sendung sehen. 

Was war der erste Gedanke, als Sie das Schlafzimmer des jeweils anderen gesehen haben, bevor Sie zusammen gezogen sind?

Peter: Ich fürchte, ich hab gar nicht viel gedacht, als wir im Schlafzimmer angekommen sind.

Martin: Die Wahrheit ist, wir haben uns kennengelernt, waren in meinem Schlafzimmer – und danach ist er nur mehr in seine eigene Wohnung gegangen, um frische Kleidung zu holen. Er ist eigentlich sofort bei mir eingezogen. Seine Wohnung hat er mir erst viel später gezeigt.

Gab es Streit, als das gemeinsame Zimmer eingerichtet werden sollte?

Peter: Nein – weit gefehlt. 

Martin: Ich war ja schon eingerichtet und habe in die Wohnung auch die meisten meiner eigenen Möbel mitgenommen. Den neuen, eher ungewöhnlichen offenen Schrank hat ein befreundeter Tischler gemacht, ganz ohne Streit.

Ist das Schlafzimmer der privateste Raum in Ihrer Wohnung?

Peter: Ja, schon. Aber die Wohnung ist sehr offen, fast ohne Türen, und wenn Freunde im Wohnzimmer sind, dann sehen Sie da auch hinein. Also das ist einfach nicht so geheim. 

Martin: Aber kein Nachbar kann in den Raum sehen. Es ist ein sehr heller hoher Raum mit Blick über die Dächer von Wien, ohne Gegenüber. Also uneinsehbar und schon sehr privat.

Was ist das Kurioseste, das Ihnen dort gemeinsam passiert ist?

Peter: Mein Mann. Er ist das Kurioseste – noch immer!

Martin: Aber ich bin dir doch nicht passiert! Das Kurioseste ist, wenn er mit seinem ferngesteuerten Hubschrauber fliegen will – das verbiete ich. Diese Marotte von ihm hat er mir lange verschwiegen. Kurios war auch, als eine dicke, fette Katze von einem Dachfenster direkt ins Schlafzimmer gesprungen ist, während wir geschlafen haben. Ich dachte, ein Monster greift uns an. 

Regiestatements

Regisseurin Bettina Timm über die "Küche"

"Die Küche ist der Mittelpunkt des täglichen Lebens. Hier wird gekocht, geschlemmt, gespült und geputzt. Viel Anlass also zum Lieben und Streiten – und zum Erzählen.

Die Liebesbeziehung zweier Menschen in einem Raum zu verorten und sie darin zu spiegeln, war eine interessante Vorgabe.

Die Herausforderung für mich bei diesem Film bestand darin, in kurzer Zeit und jeweils in nur einem Raum drei Paaren nahe zu kommen und deren persönliches „Erfolgsrezept“ fürs Leben zu zweit zu erspüren. Dabei ergab sich kein Muster, die Paare sind höchst unterschiedlich und gehen das gemeinsame Leben ganz individuell an. Doch das Geheimnis des Sich-Verstehens und Sich-Genügens, so wie ich das während der Dreharbeiten beobachten konnte, speist sich bei allen Paaren aus dem zu pflegenden Gleichgewicht von lebendiger Individualität und gelebter Gemeinsamkeit. Und wenn die Erzählungen in diesem „nahrhaften“ Raum einen stillen Wettbewerb der Zuneigung offenbaren, dann ist das ein Polster gegen Isolation, Entfremdung und Ernüchterung."

  

Regisseurin Romy Steyer über das "Bad"                        

"Die Tür zum Bad ist die am häufigsten verschlossene in einer Wohnung. Die meisten sind dort lieber allein. Umso interessanter ist es zu beobachten, was langjährige Paare in diesem Raum teilen und wo sie Grenzen ziehen. Da sich der Umgang mit Intimität in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt hat, fand ich es spannend, von Liebespaaren aus drei verschiedenen Generationen zu erzählen.

Die Herausforderung bestand zunächst darin, Paare zu finden, die bereit sind, vor einer Kamera über ihre Beziehung zu sprechen und uns darüber hinaus Einblicke in ihren Badezimmeralltag zu gewähren. Nach einer intensiven Recherche fanden wir aber glücklicherweise drei Ehepaare, die entspannt genug waren, sich mit uns auf dieses Abenteuer einzulassen.

Die Dreharbeiten selbst unterschieden sich sehr von denen meiner bisherigen Filme. Alle Szenen mussten im Bad gedreht werden, was nicht nur technisch eine Herausforderung darstellte. Die Bäder, in denen wir nun viele Stunden gemeinsam verbrachten, waren mitunter gerade mal vier Quadratmeter groß. Dies führte allerdings auch zu einer ungewöhnlich schnellen Vertrautheit zwischen den Paaren und unserem dreiköpfigen Filmteam, ohne diese so manche Momente wahrscheinlich nicht entstanden wären." 

  

Regisseur Alejandro Cardenas Amelio über das "Wohnzimmer"

"Eine Dokumentation über Paare zu machen, die uns das Geheimnis ihrer anhaltenden Liebe in ihrer gemeinsamen Wohnung erzählen – das war eine große Herausforderung für mich. Ich machte mich auf die Suche nach Protagonisten, die mir dieses Vertrauen entgegen bringen konnten, sich in ihren eigenen vier Wänden zu ihrem Beziehungsleben befragen zu lassen. Dementsprechend war die Suche nach den drei Paaren, die sowohl eine wirkliche intakte Liebesbeziehung führten, als auch als Protagonisten in der Dokumentation gut zusammen wirken konnten, eine kniffelige Aufgabe. Die Suche dauerte mehr als ein halbes Jahr, aber ich fand meine drei Paare, die alle meine Erwartungen übertrafen.

Die Dreharbeiten mit den Paaren waren jeweils auf zwei Tage limitiert, was die ganze Aufgabe nicht einfacher machte, aber in diesen zwei Tagen haben wir viel miteinander gelacht, viel geredet, viel erlebt und viel gedreht.

Alle drei Paare haben auf ihrer eigene Art und Weise eine wundervolle Liebesgeschichte zu erzählen, die sie jeden Tag von neuem mit einander erleben und jeden Tag weitertragen. Ich hoffe inständig, dass ich zumindest etwas von der Liebe, die diese Menschen für einander empfinden, in meiner Dokumentation zeigen kann."

  

Regisseur Daniel Moshel über das "Schlafzimmer"

"Als mich die Redaktion des Kleinen Fernsehspiels des ZDF fragte, ob ich Lust hätte, das Sendeformat „House of Love“ mitzugestalten, musste ich nicht lange überlegen und sagte sofort zu. Erfolgreiche Liebesbeziehungen zu porträtieren reizte mich, da in den Medien zumeist Negativbeispiele von Beziehungen im Vordergrund stehen. Die Frage nach einer gelungenen Liebesbeziehung sollte uns alle interessieren und ich erhoffte mir zudem, durch das Projekt selbst etwas für meine eigene Beziehung mitzunehmen. Zusätzlich empfand ich das aufgestellte Dogma der Sendung, in meinem Falle, alles im Schlafzimmer der ProtagonistInnen zu drehen, als eine Herausforderung.

Bei der Selektion der Paare war mir wichtig, dass diese in ihrer Beziehung eine Hürde zu überwinden haben, welche die Mehrheit der Menschen nicht zu bewältigen braucht. Einer (immer noch) stigmatisierten Minderheit anzugehören oder eine interkulturelle Beziehung zu führen, zählten für mich dabei zur Suchmaske. Es bedurfte jedoch einer längeren Recherche, bis ich das palästinensisch/israelische Paar, das homosexuelle Paar und das Paar-Therapeutenpaar gefunden hatte. Bei letzterem interessierte mich vor allem, ob es Ihnen gelingt, die berufsbedingte Erfahrung auch an sich selbst anzuwenden.

Es war sehr hilfreich für mich, dass die Megaherz Produktion, die Redaktion des Kleinen Fernsehspiels und wir vier RegisseurInnen in der Entwicklungsphase viele Meetings hatten, um das Projekt mehr und mehr zu konkretisieren. Dank der Vorgabe der Redaktion verfügten wir über viel Gestaltungsfreiheit und Mitspracherecht, was bei der Ausführung eines „gewöhnlichen“ Sendeformats nur selten der Fall ist und eine sehr kreative Arbeitsweise ermöglichte.

Der Dreh entpuppte sich dank der guten Vorbereitung als kurz und schmerzlos. Nach sieben Tagen war alles vorbei, was für mich ungewohnt war, nachdem meine erste Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel „Login2Life“ ein Vielfaches an Drehzeit benötigt hatte. Erstaunlich war auch, dass trotz der wenigen Drehtage die persönlichen Beziehungen zu den Paaren so gewachsen waren und es sich so anfühlte, als würden wir uns schon sehr lange kennen.

Es hat mir eine Menge Spaß gemacht, diese experimentelle Arbeitsweise mit allen Beteiligten zu erproben und ich hoffe, dass auch andere Sender dem Beispiel des kleinen Fernsehspiels des ZDF folgen und mehr Mut zum Experiment zulassen."

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