Copyright: ZDF / Johanna Brinckman
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Im Wald - Ein Taunuskrimi

Zweiteiler frei nach den Motiven aus dem gleichnamigen Bestseller von Nele Neuhaus

In seinem achten Fall, der mit dem Verdacht auf Brandstiftung beginnt, wird Oliver von Bodenstein (Tim Bergmann) mit düsteren Geschehnissen aus seiner Kindheit konfrontiert. Damals verschwand sein bester Freund Artur spurlos. Bei den Ermittlungen stoßen der Kommissar und seine Kollegin Pia Sander (Felicitas Woll) auf die trügerische Fassade des idyllischen Taunus-Dorfes Waldhain, in dem Hass, Intrigen und hartnäckiges Schweigen über Verbrechen regieren.

  • ZDF, Dienstag, 2., und Mittwoch 3. Januar 2018, jeweils um 20.15 Uhr

Texte

Stab

Drehbuch:    Anna Tebbe (frei nach Motiven aus dem gleichnamigen Roman von Nele Neuhaus, erschienen im Ullstein-Verlag)
Regie:Marcus O. Rosenmüller
Kamera:Markus Kanter
Schnitt:Claudia Klook
Musik:Florian Tessloff
Szenenbild:Károly Pákodzy
Kostüm:Susanne Roggendorf
Producerin:Caroline Daube
Produzenten:Annette Reeker, Zeljko Karajica
Redaktion:Daniel Blum

Eine Produktion der all in produktion GmbH

Die Rollen und ihre Darsteller

Oliver von Bodenstein    Tim Bergmann
Pia SanderFelicitas Woll
Kai OstermannMichael Schenk
Dr. Kim FreitagMira Bartuschek
Tariq OmariAtheer Adel
Elias LessingTimur  Bartels
Felicitas MolinAndrea Sawatzki
Leonard KellerHannes Wegener
Jakob EhlersMartin Lindow
Edgar HeroldMartin Feifel
Karoline AlbrechtHenriette Richter-Röhl
Peter LessingSamuel Weiss
Simone ReichenbachBirge Schade
Dr. Henning KirchhoffKai Scheve
Polizist Konrad GinsbergAndré Eisermann

und viele andere

sowie Veronica Ferres als Inka Hansen

Inhalt

Der Zweiteiler "Im Wald - Ein Taunuskrimi" basiert auf den Motiven des gleichnamigen Romans von Erfolgsautorin Nele Neuhaus, die auch mit ihrem achten Taunuskrimi wieder die Bestsellerliste anführte.

In seinem achten Fall wird Hauptkommissar Oliver von Bodenstein mit düsteren Geheimnissen aus seiner Kindheit konfrontiert. Damals verschwand sein bester Freund Artur spurlos. Bis heute macht sich Bodenstein schwere Vorwürfe, wusste er doch, dass die Dorfgemeinschaft den Jungen damals immer wieder anfeindet hatte. Je näher der Kommissar und seine Kollegin Pia Sander der Lösung in diesem aufrüttelnden Fall kommen, umso tiefere Risse erhält die trügerische Fassade des idyllischen Dorfes. Während der Ermittlungen kommen Geschichten voller Intrigen und Gewalt zum Vorschein.

Ein Campingwagen brennt lichterloh in einem Waldgebiet im Taunus. In den Trümmern: die Überreste eines menschlichen Körpers. Die einzige Zeugin, Journalistin Felicitas Molin, will eine schemenhafte Gestalt auf der Flucht gesehen haben. Bald ermitteln Oliver von Bodenstein und Pia Sander vom K11 in Hofheim nicht nur wegen Brandstiftung mit Todesfolge, sondern wegen Mordes. Als kurz darauf auch die todkranke Mutter des Opfers ermordet wird, ist Bodenstein erschüttert. Er kannte sie wie ihren Sohn seit seiner Kindheit – schließlich ist er im selben Ort Waldhein aufgewachsen.

Die Ermittlungen führen 35 Jahre zurück in die Vergangenheit. Im Sommer 1982 verschwand Bodensteins bester Freund Artur Berjakov, Sohn von russischen Spätaussiedlern, spurlos. Ein Kindheitstrauma, das der Kommissar nie überwunden hat. Schnell wird klar: Viele Dorfbewohner wollen diese alte Geschichte lieber ruhen lassen. Was haben sie zu verbergen? Auch von seinen damaligen "Blutsbrüdern" Inka Hansen und Edgar Herold, Bruder des ersten Opfers, hat Bodenstein nicht viel Hilfe zu erwarten. So ermitteln die Kommissare in einem Fall voller Hass und Gewalt, folgen Spur um Spur und versuchen hartnäckig ein Puzzle von Beweisen zusammenzusetzen. Doch ein ganzes Dorf schweigt. Denn wer auspackt, könnte als Nächster auf der Todesliste stehen...

Interview mit Produzentin Annette Reker

Was bedeutet es für Ihr Team, 180 statt 90 Minuten Zeit zu haben, einen Bestseller-Krimi wie "Im Wald" filmisch umzusetzen?

Die ersten Taunuskrimis im ZDF hatten wir ja noch in 90 Minuten Länge umgesetzt, dabei aber festgestellt, dass trotz des Quotenerfolgs der Verlust der Figurenfülle einfach sehr groß ist. Die Gefahr bestand, dass die Leser von Nele Neuhaus' Bestsellern diese zeitliche wie inhaltliche Verkürzung als Einschränkung auf dem Bildschirm wahrnahmen. Und als ich für "Böser Wolf" der ZDF-Redaktion den Vorschlag machte, dieses Buch als Zweiteiler umzusetzen, bin ich auf offene Ohren gestoßen. Die Entscheidung hat sich bewährt: Die Figuren bekommen mehr Tiefe.

Haben 180 Minuten nur Vorteile?

Ein Zweiteiler ist dramaturgisch eine besondere Herausforderung, denn durch die Ausstrahlung an zwei verschiedenen Tagen kommt es für den Zuschauer zu einem Bruch, den er überspringen muss. So benötigen wir einen Cliffhanger und ein klar strukturiertes erzählerisches Konzept: Im ersten Teil begleitet die Handlung tendenziell die Ermittler, die den Kreis der Verdächtigen zusammenstellen. Der zweite Teil reflektiert viel tiefer die Motive der möglichen Täter und ihre persönlichen Hintergründe und Beweggründe. Während der erste Teil das Feld eher ausbreitet, erforscht der zweite deutlich mehr die psychischen Abgründe der Charaktere und blickt zurück in die Vergangenheit der Figuren. Nur so gelingt es uns, die Zuschauer mit zum zweiten Teil zu nehmen, manchmal sogar mehr als beim ersten Teil.

"Im Wald" hat relativ viele Rückblenden und erfordert vom Publikum hohe Konzentration.

Bei dieser Geschichte geht es nicht anders, weil der jetzige Fall seinen Ursprung in der Kindheit der Beteiligten hat. Deshalb müssen wir beide Zeiten in Verbindung bringen. Ansonsten könnte der Zuschauer die Menschen und ihre Hintergründe nicht richtig zuordnen. Durch die relativ hohe Anzahl an Figuren und Konstellationen ist es bei den Taunuskrimis enorm wichtig, dass die Zuschauer durch mitreißende Emotionsdramaturgie ganz eng am Geschehen gehalten werden. Wenn das Publikum den Eindruck bekommt, überhaupt nicht mehr durchzusteigen, etwa, weil ihm die Hintergründe aus der persönlichen Historie der Figur fehlen, würden wir es verunsichern und eventuell sogar verlieren. Bei näherem Hinsehen spielt in fast jedem Krimi die Vergangenheit, die Kindheit eine große Rolle, um das Handeln der Menschen, auch der Täter, verstehen zu können.

Wie erleichtern Sie dem Zuschauer,  zwischen Szenen aus Gegenwart und Vergangenheit zu unterscheiden?

Neben der deutlich anderen Colorierung der Filmszenen sahen Frisuren, Kleidung, Tapeten und Automodelle in den 80er Jahren ganz anders aus als heute, was für uns natürlich einen Riesenaufwand an Requisiten und Recherchen bedeutete. Der ist eh schon durch die relativ hohe Anzahl an Figuren erhöht,  und die "Taunuskrimis" sind schon deshalb, alleine von der Ausstattung her, etwas teurer als manch andere Produktionen. Mit dem ZDF beraten wir uns schon im Vorfeld, wo wir genau das Geld investieren und wo wir Abstriche machen, nicht aber an der Qualität. Den hohen Erwartungen der Bestseller-Leser an die Verfilmung ihrer Lektüre wollen wir gerecht werden. Unser Regisseur Marcus O. Rosenmüller und sein Team nehmen diese Herausforderung immer sehr ernst.

Ist das Ihr Erfolgsgeheimnis?

Mit Sicherheit. Ich gehe davon aus, dass 40 bis 50 Prozent unserer Zuschauer schon die gleichnamigen Bestseller von Nele Neuhaus gelesen haben – das sind ideale Multiplikatoren. Alle von ihnen haben beim Verschlingen des Buches ihren eigenen Film im Kopf kreiert – und mit diesem steht unser Film in Konkurrenz. Deshalb versuchen wir in langen Entwicklungsprozessen, so viel Lesestoff wie möglich in unserer Fassung unterzubringen, damit die Leser nicht enttäuscht sind oder eine wichtige Figur oder Handlungsstrang vermissen.  Bei der Gewinnung von neuen Zuschauergruppen sind starke, beeindruckende Bilder und eine sehr emotionale Figurenführung wichtig. Nur so sind die Chancen groß, diese dann bald zur treuen Fangemeinde der Taunuskrimis zählen zu können. 

Und noch ein Erfolgsrezept: Jeder Taunuskrimi hat eine eigene, einmalige Inszenierungsfarbe oder
-handschrift, obwohl stets Marcus O. Rosenmüller Regie führt. Darin waren wir uns alle von Anfang an einig. Wir wollten eben keine Fernsehreihe produzieren, die immer den gleichen Look hat. 

Warum sind die Taunuskrimis schon in Buchform so erfolgreich?

Die Themen und moralischen Herausforderungen, erzählt  Nele Neuhaus in ihren Romanen nicht nur packend sondern auch sehr nahe am Leben der Menschen. Sie werfen in jedem von uns Fragen auf, die wir alle kennen. Deshalb können sich so viele Leser in die Situationen und teilweise sogar in die Figuren hineinfühlen. Dabei spielt der Handlungsort, der Taunus, nur eine untergeordnete Rolle. Deshalb sind die Bücher auch international so erfolgreich. Und das will ich mit den ZDF-Verfilmungen genauso schaffen.

Wie wichtig sind die beiden Hauptfiguren für den Erfolg?

Oliver ist groß, stattlich, von adliger Herkunft, hat das Zepter fest in der Hand. Und dann ist da Pia, anfangs etwas unsicher, frisch geschieden und neu in den Taunus gezogen, ziemlich verloren, aber mit einem feinen Gespür für Menschen. Mit der Zeit entsteht zwischen den beiden eine Freundschaft, es verkehren sich aber auch ihre privaten Situationen. Sie ist frisch verheiratet und gefestigt, er geschieden, angespannt und ziemlich ausgebrannt.

Hatten Sie für diese Rollen von Anfang an Felicitas Woll und Tim Bergmann im Kopf?

Felicitas schon, auch wenn sie deutlich jünger ist als die Figur im Buch – für manchen Leser der Taunuskrimis war das eine Provokation. Ich war aber überzeugt, dass sie in die Rolle passt. So bodenständig und klar in ihren Aussagen und Ansichten, wie sie im Übrigen privat auch lebt, spielt sie diese Rolle. Und trotzdem hat sie sich eine deutliche Emotionalität bewahrt. Tim hat sich dann auch als Glücksfall herausgestellt, besonders in der Konstellation mit Felicitas.

Wie willkommen sind Ihre Drehteams eigentlich im Taunus?

Sehr. Denn die Region profitiert nicht nur durch die Ausstrahlung der Reihe, sondern auch schon vorher, da wir viele Mitarbeiter hinter der Kamera aus dem Taunus buchen: Tonmeister, Beleuchter, Requisiteure. Was die Drehorte angeht, so können wir leider nicht immer genau die im Buch beschriebenen nehmen, weil es dort logistisch nicht geht – kein Platz für unsere Fahrzeuge, oder das Gebäude, beim letzten Mal war es eine Kirche, ist viel zu baufällig. Manchmal wollen die Hausbesitzer auch grundsätzlich nicht, dass in ihren eigenen vier Wänden gedreht und die Wohnung im Fernsehen gezeigt wird. Klar wäre es günstiger, die meiste Zeit nicht an den Originalschauplätzen zu drehen, aber diese Option widerstrebte mir von Anfang an. Das sind Taunuskrimis, und die sollen auch dort entstehen, soweit das möglich ist. Und das honorieren die Zuschauer auch. Ich selbst fahre alle Orte aus Neles neuem Buch ab – noch bevor eine Zeile des Drehbuchs geschrieben wird. Diese innige Verbindung zum Taunus rechnet uns auch die Bevölkerung dort hoch an.

Das Interview führte Christian Schäfer-Koch.

Interview mit Hauptdarsteller Tim Bergmann

Der aktuelle Fall macht Oliver deutlich sichtbar betroffen. Er kämpft mit den Tränen, neigt sogar zu körperlichen Angriffen.

Die Herausforderung ist bei solchen Szenen natürlich die Glaubhaftigkeit. Kann der Zuschauer die Gefühlswelt der Figur nachempfinden, und wird er oder sie von ihr im besten Fall berührt? Dabei ist mir als Schauspieler wichtig, dass man nicht auf, sondern in den Menschen schaut, den ich verkörpere. Der Gesichtsausdruck sollte dabei immer von innen, sprich von alleine kommen, und nicht äußerlich gestaltet werden 

Ist Oliver bei dem Fall überfordert? Würde ein wirklicher Kommissar sich einen Fall, bei dem er so persönlich emotional betroffen ist, überhaupt antun?            

 Wie ein anderer Kommissar mit einer solchen Überforderung umgehen würde, weiß ich natürlich nicht. Aber im Fall von Oliver von Bodenstein, ist ja gerade das Entscheidende, dass er sich dieser Überforderung die längste Zeit gar nicht bewusst ist. Was wiederum sehr allgemeingültig ist. Gerade weil er persönlich betroffen ist, kann er gar nicht anders, als weiter zu ermitteln. Er will endlich Licht in dieses dunkle Kapitel bringen.  

Das Thema Inakzeptanz von Aussiedlern durch einheimische Dorfbewohner in den 80er Jahren wird angerissen. Gab es diesen Fremdenhass schon in Ihrer Kindheit und Jugend?

Wenn ich an die Zeit der Grundschule und auch die Zeit am Gymnasium denke, war Fremdenhass in meiner unmittelbaren Umgebung kein Thema. Natürlich habe ich mit zunehmendem politischem Bewusstsein eine klare Haltung gegen Fremdenhass entwickelt, ohne aber persönlich in meiner Kindheit betroffen gewesen zu sein.

Wie hat sich Ihre Figur im Laufe der Zeit verändert?      

Sagen wir mal so: Das Leben ist für Oliver von Bodenstein nicht einfacher geworden. Die Trennung von seiner Frau und die daraus entstandenen Probleme haben ihn sehr im Griff. Gedanken wie "Warum lebe plötzlich ich allein?", "Warum bin ich mit meiner Vorstellung von Familie gescheitert?", "Wer kümmert sich wann um die drei gemeinsamen Kinder?", "Wie soll mein Leben weitergehen?". "Kann ich nochmal eine erfüllende Beziehung führen?" beschäftigen ihn sehr. Für mich als Schauspieler macht die Entwicklung meiner Figur diese natürlich sehr reizvoll, da zwischen Beruf und Privatleben eine große Reibungsfläche entsteht. 

Oliver kündigt eine einjährige Auszeit an – warum, bleibt offen. Was sind die Hintergründe?       Wie schon in "Die Lebenden und die Toten" spürbar wurde, knüpfen wir bei "Im Wald“ daran an, dass Oliver von Bodenstein "müde" ist. Er ist sich nicht mehr sicher, ob die Gründe, warum er diesen Beruf ergriffen hat, noch mit seiner jetzigen Berufssituation einhergehen. Zusätzlich merkt er, dass es ihm auch immer schwerer fällt, Fälle, die ihn mitnehmen oder bei denen er das Gefühl hat, gescheitert zu sein, abzuschütteln.

Wird sich Oliver wie angekündigt tatsächlich eine Auszeit nehmen – und werden damit Sie als Schauspieler beim nächsten Taunuskrimi pausieren?          

Da der nächste Roman gerade erst geschrieben wird, weiß ich es natürlich nicht genau. Ich bin mir aber sicher, dass es nicht dazu kommt, dass Oliver in Frührente geht. Die "Marke Taunuskrimi" lebt viel zu sehr von Pia Kirchhoff UND Oliver von Bodenstein.

Könnten Sie sich auch persönlich vorstellen, aus Rücksicht auf Ihre Familie zum Beispiel, eine gewisse Zeit Ihre berufliche Tätigkeit auszusetzen?        

Das kommt immer darauf an. Aber das Wort Rücksicht beinhaltet ja schon die Bereitschaft, sich selbst in den Hintergrund stellen zu können. Im Zusammenleben mit anderen Menschen ist das Unabdingbar.

Haben Sie sich ein Limit gesetzt, wie lange Sie diese Kommissaren-Rolle spielen?            

Nein. Meiner Meinung nach ist Oliver von Bodenstein äußert lebendig. Ich habe eigentlich immer nach einem gerade beendeten Dreh im Taunus das Gefühl: Jetzt geht es erst richtig los.

In dem jetzigen Zweiteiler werden deutlich die unschönen Phänomene auf dem Dorf aufgezeigt: Seilschaften, Geheimniskrämerei, Tratsch hinter vorgehaltener Hand, Vermutungen und Tabus. Gibt es das in diesem Maß auch in Städten?

Diese Phänomene sind äußerst menschliche Verhaltensweisen und kommen somit natürlich auch in Städten vor. Bei "Im Wald“ ist aber das Besondere, dass sich alle Betroffenen gut und schon lange kennen. Die Opfer genauso wie die in Frage kommenden Täter. In dieser Dimension habe ich etwas Vergleichbares erfreulicherweise noch nicht erleben müssen.

Das Interview führte Christian Schäfer-Koch.

Interview mit Hauptdarstellerin Felicitas Woll

Das ist bereits der dritte Zweiteiler in der "Taunuskrimi"-Reihe im ZDF. Was bedeutet es für Sie als Hauptdarstellerin, wenn die Filmhandlung in 180 statt 90 Minuten erzählt wird?

Es bedeutet eine große Ruhe und Zeit für alle Figuren, ihre Geschichte zu erzählen, mehr Details und mehr Möglichkeiten für die kleinen Momente, um der ganzen Geschichte die nötige Tiefe und Spannung zu geben.  

Wie erklären Sie sich den riesigen Zuschauer-Erfolg der "Taunuskrimis" im ZDF?

Wir hatten schon von Anfang an das Glück an unserer Seite. Aber erst durch Marcus O. Rosenmüller haben wir unseren eigenen Stil gefunden und uns weiterentwickelt. Wir erzählen in starken Bildern, haben mystisch märchenhafte Motive, eine gute Besetzung und sind eigen.

Wie hat sich Ihre Figur im Laufe der Zeit verändert?

Pia war immer sehr eigenwillig, emotional und emphatisch. Aber sie ist klarer geworden mit der Zeit und hat aus früheren Fehlern gelernt. Mit ihrem Partner Oliver von Bodenstein ist sie zu einer guten Einheit geworden. 

Er hält sie für zu widerspenstig und undiplomatisch, um die eventuell vakante Chefstelle zu bekommen. Sie plaudert seine Geheimnisse aus und stellt ihn bloß, kritisiert ihn, dass er bei den Ermittlungen nicht objektiv sei und Verbindungen sähe, wo es keine gibt. Befindet sich das Ermittler-Duo Pia und Oliver in einem konstanten Spannungsverhältnis?

Nein. Aber dieser Fall ist sehr besonders. Oliver ist befangen, zu sehr mit dem Fall verbunden und dadurch nicht mehr objektiv. Und das hilft bei den Ermittlungen nicht weiter. Das macht Pia ihm auch klar. Das Ganze spitzt sich zu und wird für alle sehr anstrengend. Da wird sie dann sehr ehrlich und macht ihm klar, dass es besser ist, eine Auszeit zu nehmen.

Welche Schwächen hat Pia wirklich?

Pia neigt dazu, zu emotional zu sein. Das kann auch mal nach hinten losgehen. Und vielleicht nimmt sie sich zu wenig Zeit für ihr Privatleben.

Sind Sie selbst Pia in manchen Punkten ähnlich?

Nein, gar nicht.

Durch die Drehs waren Sie inzwischen schon oft im Taunus. Könnten Sie sich vorstellen, dort zu leben? Sie sind ja selbst auf dem hessischen Land gar nicht so weit weg aufgewachsen.

Der Taunus gefällt mir sehr gut. Ich mag die Landschaft und drehe dort wirklich gerne. Aber ich bin auch froh, als Ausgleich dann auch in der Stadt drehen zu können. 

Im Zweiteiler "Im Wald" werden deutlich die unschönen Phänomene auf dem Dorf aufgezeigt: Seilschaften, Geheimniskrämerei, Tratsch hinter vorgehaltener Hand, Vermutungen und Tabus. Wie gehen Sie auf dem Land damit um?

Ich denke, dass das ein grundsätzlich menschliches Problem ist. Auf dem Dorf ist aber der Platz des Geschehens viel kleiner als etwa in der Stadt. 

Das Thema Inakzeptanz von Aussiedlern durch einheimische Dorfbewohner wird angerissen. Gab es diesen Fremdenhass schon in Ihrer Kindheit und Jugend?

Diese Ausgrenzung hat nichts mit dem Dorfleben zu tun. Sondern, dass der Mensch an sich leider so gestrickt ist, alles was anders ist, erst einmal auszugrenzen. Ich bin mit vielen Kulturen aufgewachsen und hatte zu meiner Schulzeit ein sehr gemischtes Klassenbild. Ausgrenzung aufgrund der Herkunft gab es bei uns nicht. Wir waren eher interessiert aneinander als ausgrenzend.

Das Interview führte Christian Schäfer-Koch.

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