Komm schon!

Vierteilige Comedy-Serie - ZDF/Das kleine Fernsehspiel und ZDFneo

Im Zentrum von "Komm schon!" steht die moderne und junge Paar- und Sexualtherapeutin Anette. Sie ist unabhängig, selbstbewusst, humorvoll – und doch immer wieder durch das Leben gefordert. Ausgestattet mit einem ganz eigenen Blick auf das seltsame Treiben um sie herum – und auf ihr eigenes Leben – stellt sie sich den Herausforderungen, die mit hoher Schlagzahl auf sie niederprasseln.

  • ZDF, Montag, 30. November 2015, 00.05 Uhr
  • ZDF neo, ab Donnerstag, 5. November 2015, 23.00 Uhr

Texte

Komm schon! Oder: Wie wir eine Miniserie bauten
Vorwort von Claudia Tronnier, Redaktionsleiterin ZDF/Das kleine Fernsehspiel

Das kleine Fernsehspiel hat in den letzten Jahren vor allem in seinem TV-Labor Quantum die Entwicklung von innovativen Miniserien und auf Fortsetzung angelegten Serien vorangetrieben. Besonders das Genre Sitcom in allen seinen Humorfarben hat uns interessiert und inspiriert. Egal ob Satire, Selbstironie, Farce oder Parodie, ob Politik, Religion oder der eigene Sender - immer wollten wir etwas über den Zeitgeist transportieren, über Deutschland erzählen, uns von bekannten Serien zwar inspirieren lassen, aber eigene Spielarten entwickeln, die die Verhältnisse in Deutschland wiederspiegeln. So entstanden "Götter wie wir", "Lerchenberg", "Eichwald, MdB" und zuletzt "Komm schon!" - immer in Zusammenarbeit mit kleinen unabhängigen Produktionsfirmen und Nachwuchstalenten als RegisseurInnen und AutorInnen, häufig auch mit dem jungen Digitalkanal ZDFneo als Synergiepartner. Weitere Miniserien sind in Vorbereitung oder werden in Kürze auf Festivals präsentiert, wie die Miniserie "Familie Braun". Mal bekamen wir diese Serienideen vorgeschlagen, mal initiierten wir die Serien selbst.

Die Entwicklung der Miniserie "Komm schon!" nahm ihren Anfang beim Sender: Die Redaktion des kleinen Fernsehspiels hatte verschiedene neue Formatideen entwickelt und gemeinsam entschieden, die Geschichte einer Sexualtherapeutin, die bei der Behandlung ihrer diversen Fälle feststellen muss, dass sie ihr eigenes Beziehungsleben leider gar nicht im Griff hat, weiter zu verfolgen. 

Katharina Dufner, Redakteurin von "Komm schon!" ergänzt:

"Ideen zu Autorin, Produktion und Regie hatte ich bereits früh im Kopf. Auf der Suche nach einer Filmförderung  stieß ich bei Eva Hubert von der  Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein auf offene Ohren und wir entwickelten gemeinsam ein 50/50-Finanzierungs-Konzept. Der nächste Schritt war die Kontaktaufnahme mit Andrea Schütte und Dirk Decker von der noch jungen Hamburger Produktionsfirma Tamtam, die sich durch innovative und außergewöhnliche Projekte hervorgetan hatten. Nach Überlegungen zu Vor- und Nachteilen eines Writers Rooms entschieden wir uns dagegen und holten Lena Krumkamp als alleinige Autorin an Bord. Mit den bereits entwickelten Exposés konnten wir Nachwuchsregisseurin Ester Bialas und Nachwuchsregisseur Nathan Nill dazugewinnen. Zu guter Letzt kam erfreulicherweise ZDFneo im Rahmen unserer Synergieprojekte mit ins Boot.

Wichtig war es allen Beteiligten bei dieser Zusammenarbeit, junge Serientalente zu finden und zu fördern. Und ihnen bei Entwicklung, Dreh, Schnitt, Postproduktion einen eigenen Stil zu ermöglichen - sowohl was die Humor-Tonalität angeht, als auch die Visualität. Besonders haben wir uns gefreut, dass es gelang zahlreiche tolle Schauspielerinnen und Schauspieler für die Dreharbeiten zu gewinnen, die der Serie einen ganz eigenen Tonfall geben und uns neue Einblicke in das sexuelle Dasein ermöglichen - im ewigen Kampf gegen den Krampf."

Sendetermine

ZDFneo

Folge 1: 5. November 2015, 23.00 Uhr

Folge 2: 12. November 2015, 23.05 Uhr

Folge 3: 19. November 2015, 23.00 Uhr

Folge 4: 26. November 2015, 23.00 Uhr

 

ZDF

Montag, 30. November 2015

Folge 1: 0.05 Uhr

Folge 2: 0.30 Uhr

Folge 3: 0.55 Uhr

Folge 4: 1.20 Uhr

Stab

Buch: Lena Krumkamp

Regie: Esther Bialas (Folgen 1 und 4), Nathan Nill (Folgen 2 und 3)

Kamera: Peter Drittenpreis

Schnitt: Ulf Albert, Jan Ruschke

Szenenbild: Daniela Herzberg

Musik: Nina Müller, Max Schneider

Ton: Corinna Zink

Sounddesign: Thekla Demelius

Produzenten: Andrea Schütte und Dirk Decker

Produktion: Eine Produktion von Tamtam Film GmbH in Koproduktion mit ZDF/Das kleine  Fernsehspiel und ZDFneo

Redaktion: Katharina Dufner

Länge: 4 x 25 Minuten

 

Förderer

Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein

Die Rollen und ihre Darsteller

Anette - Marlene Morreis   

Susann - Victoria Trauttmansdorff

Oliver - Thomas Niehaus

Marc - Anton Pampuschnyy

Vera - Katja Danowski

Michael - Samuel Weiss

Jens - Ole Fischer

Allgemeiner Kurzinhalt

Während die Paar- und Sexualtherapeutin Anette (31) ihren Patienten erfolgreich hilft seelischen Ballast abzuwerfen, stellt sie fest, dass sie selbst lange nicht so frei und unbefangen ist, wie sie es gerne wäre. Hin- und hergerissen zwischen ihrer in jeder Hinsicht freizügigen Mutter Susann und ihrem biederen Lebensgefährten Oliver, einem Optiker, wird ihr mit jeder Therapie-Sitzung klarer, dass sie gefangen zwischen Herz und Hirn durch ihr Leben wankt. Die Ratschläge an ihre Patienten finden in Anettes eigenem Leben keine Beachtung.

Folge 1: Jens

Bei Anette und Oliver läuft es nicht so richtig gut im Bett. Oliver reagiert kaum auf ihre Stimulationsversuche, dafür erwischt sie ihn wenig später onanierend mit ihrem Tantra-Katalog in der Hand. Anette versucht, es professionell zu nehmen, schließlich ist sie Paar- und Sexualtherapeutin. In der Praxis wartet zu allem Überfluss ihre Mutter Susann, die überraschend aus ihrer französischen Kommune ausgezogen ist. Anette diagnostiziert genervt, dass es die Wechseljahre sind, woraufhin Susann einen Schock erleidet. Trotzdem muss sie das Behandlungszimmer für Anettes ersten Klienten räumen: Jens, den Frotteur, der durch Reibung im öffentlichen Nahverkehr zum Höhepunkt kommt – nur aus seiner Sicht bedauerlicherweise immer schwieriger. Bei ihrer Körpertherapie-Fortbildung versucht Anette, sich von den Strapazen des Tages zu erholen, doch zwischen ihr und dem Trainer Marc herrscht eine solche Spannung, dass sie den Kurs kurzerhand früher verlässt, um Oliver auf den neuen Übernachtungsgast vorzubereiten: Ihre Mutter wird einige Tage bleiben.

Folge 2: Vera & Michael

Olivers Selbstwertgefühl leidet unter Anette und der Anwesenheit ihrer dominanten Mutter. Eigentlich war er froh, in dem neu angeschafften Hund Dagmar eine treue Gefährtin begrüßen zu dürfen. Doch die will einfach nicht auf ihn hören. Anette empfängt währenddessen Vera und Michael, ein Pärchen Mitte 40, das sexuell einfach nicht mehr zusammen findet. Dabei haben die beiden immer noch viel mehr Liebe füreinander, als die meisten Paare jemals erlangen werden. Anettes Beziehung inklusive. Während Anette an der Paarkommunikation arbeitet, richtet sich ihre Mutter Susann als Sprechstundenhilfe ein, fest entschlossen, das distanzierte Verhältnis zu ihrer Tochter umzukrempeln. Kein Wunder also, dass Anette bei der Körpertherapie mit Marc vollkommen verspannt ist.

Folge 3: Jana & Christoph

Für Anette wird alles ein bisschen viel: Bei der Asperger-Autistin Jana und ihrem verständnisvollen Freund Christoph greifen ihre therapeutischen Methoden nur mäßig, eine zufällige Begegnung mit Körpertherapietrainer Marc endet unvermittelt abrupt und Susann fühlt sich viel zu wohl in ihrer selbstgewählten Rolle als Sprechstundenhilfe: Ein gut gemeinter Ratschlag ihrerseits an Jens endet in einer Eskalation, die Anette ausgerechnet in dem Moment lösen muss, als ihr Oliver einen Fast-Seitensprung mit seiner Assistentin gesteht. Anette scheint nichts mehr im Griff zu haben und fragt sich, wie sie die Kontrolle über ihre Patienten, ihre Mutter und ihr Privatleben zurückgewinnen kann. Hat doch bisher immer geklappt.

Folge 4: Anette & Oliver

Oliver reist ab: Zur Messe nach Darmstadt. Mit Hund Dagmar. Von Anette kann nun wirklich niemand mehr verlangen, sich zu beherrschen: Vera und Michael, nach einem missglückten Dreier deutlich verschnupft, müssen sich Anettes überraschend private Frage gefallen lassen, ob eine Trennung nicht möglicherweise besser sei. Wie ferngesteuert begleitet Anette Jens zu einem Weinseminar, in dem er seine soziale Kompetenz schulen soll: Frauen anzusprechen statt sich an ihnen zu reiben. Während Jens "trainiert", entfaltet der Wein seine Wirkung – Anette muss zu Marc: Der ist sichtlich überrascht und lange nicht so cool wie erwartet. Doch bevor es zwischen ihm und Anette zu mehr als Körpertherapie kommen kann, hat Jens schon wieder ein Problem. Und dann will auch noch ihre Mutter Susann in Hamburg bleiben.

Festivals

2015: Filmfest Hamburg (Weltpremiere, Sektion "16:9 – Fernsehen im Kino")

Biografien

Esther Bialas (Regie)

Esther Bialas wird 1982 in Wiesbaden geboren. Ab 2002 arbeitet sie als Cutterassistentin fürs ZDF u.a. in Sibirien und später als Regieassistentin am Theater und beim Film. Es folgen erste eigene Kurzfilmprojekte und 2006 dann das Studium der Audiovisuellen Medien an der Beuth Hochschule Berlin mit Schwerpunkt Regie. 2008 ist sie an der Gründung des Filmkollektivs "Das Kind mit der goldenen Jacke" beteiligt. 2009 hat ihr Film "beyond fortune" bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes Premiere. 

2010 beginnt sie das Regiestudium an der Hamburg Media School, das sie 2012 erfolgreich mit dem Abschlussfilm "Stürzende Tauben" beendet. Der Film hat Premiere auf dem Max Ophüls Preis 2013 und läuft weltweit erfolgreich auf Festivals. Unter anderem gewinnt er den Preis  für den "Best Foreign Short" bei den New York Shorts und wird als Bester Jugendfilm auf dem Sehsüchte Festival in Potsdam prämiert.

2015 übernimmt Esther Bialas die Regie für die neue ZDF/Das kleine Fernsehspiel-Serie "Komm schon!" gemeinsam mit Nathan Nill. Esther Bialas lebt und arbeitet als freie Regisseurin für Film und Fernsehen in Hamburg.

 

Nathan Nill (Regie)

1983 in Reutlingen geboren, dreht Nathan Nill 2004 einen ersten Dokumentarfilm über die Suche nach seinem ihm fast unbekannten Vater in Italien. 2006 nimmt er das Studium der Audiovisuellen Medien mit Schwerpunkt Regie an der Beuth Hochschule Berlin auf. Während dieses Studiums entstehen diverse Kurz- und Dokumentarfilme.

Es folgen verschiedene Praktika, Jobs und Assistenzen im Bereich Film und Medien und 2007 die Gründung des Filmkollektivs "Das Kind mit der goldenen Jacke". 2010 beginnt er das Masterstudium Regie an der Hamburg Media School, das er 2012 erfolgreich abschließt. Sein Abschlussfilm "Stufe Drei" läuft auf über 60 nationalen und internationalen Festivals und gewinnt mehr als 20 Auszeichnungen, darunter den Max-Ophüls-Preis 2013 als bester mittellanger Film.

Seit 2013 ist Nathan Nill als Gastreferent und Podiumsgast bei diversen filmpolitischen Veranstaltungen geladen, z.B. beim Goethe Institut Brüssel, dem Filmmuseum Frankfurt oder der Biennale Köln. Darüber hinaus ist er als Dozent tätig, unter anderen an der Hamburg Media School. Seit 2013 arbeitet Nathan Nill als freier Regisseur für Film, Fernsehen und Werbung in Hamburg.  2015 übernimmt Nathan Nill die Regie für die neue ZDF/Das kleine Fernsehspiel-Serie "Komm schon!" gemeinsam mit Esther Bialas. 

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