Copyright: ZDF / Michael Marhoffer
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Laim und der letzte Schuldige

Der Fernsehfilm der Woche

Dritter Fall für Kommissar Lukas Laim: Ein Star-Tenor gastiert an der Münchner Staatsoper und bekommt nach seinem umjubelten Auftritt überraschenden Besuch vom LKA. Die leitende Ermittlerin Sandra Rutkowski hat einen Tipp erhalten und findet in der Künstlergarderobe einen verängstigten 12-Jährigen, der kein Wort Deutsch spricht. Der Sänger wird vorläufig festgenommen. Doch als Rutkowski ihn zum Wagen begleitet, fallen Schüsse. Der Tenor ist sofort tot.

  • ZDF neo, Montag, 18. Mai 2020, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Montag, 11. Mai 2020

    Texte

    Stab, Besetzung und Inhalt

    Buch     Christoph Darnstädt
    Regie      Michael Schneider
    Kamera         Andreas Zickgraf
    Schnitt     Jörg Kroschel
    Ton        Gunnar Voigt
    Musik    Dirk Leupolz
    Szenenbild     Anke Osterloh
    Kostüm    Andrea Spanier
    Produktionsleitung    Peter Nawrotzki
    Herstellungsleitung     Andreas Breyer
    Producerin   Nina Güde
    Produzenten     Bettina Wente, Wolfgang Cimera
    Redaktion      Daniel Blum
    Länge     ca. 89 Minuten

     

    Eine ZDF-Auftragsproduktion der Network Movie GmbH, Köln 

     

    Die Rollen und ihre Darsteller

    Lukas Laim      Max Simonischek
    Anton Simhandl        Gerhard Wittmann
    Sandra Rutkowski       Sophie von Kessel
    Roland Gachleitner     Roeland Wiesnekker
    Laims Tante Valerie      Marie Anne Fliegel
    Chefin     Georgia Stahl
    Markus Kerber      Felix Hellmann
    Bodo Guhlke     Norbert Heckner
    Harriet Meyer-Ammersfeld     Katharina Pichler
    Lorenz Ammersfeld      Dieter Fischer
    Chris Kranzl      Mark Alexander Solf
    Renato Schlenk        Mark Kuhn
    Maxi      Tom Philipp
    Vasco      Emil Schretter
    und andere

     

    Inhalt

    Star-Tenor Lorenz Ammersfeld gastiert an der Münchner Staats­oper und bekommt nach seinem umjubelten Auftritt überraschen­den Besuch vom LKA. Die leitende Ermittlerin Sandra Rutkowski hat einen Tipp erhalten und findet in der Künstlergarderobe ei­nen verängstigten minderjährigen Jungen vor, der kein Deutsch spricht. Der Sänger wird vorläufig festgenommen. Doch als Rutkowski ihn zum Wagen vor der Oper begleitet, fallen Schüsse. Der Tenor ist sofort tot. Noch am Tatort werden Kom­missar Lukas Laim und Anton Simhandl von ihrer LKA-Kollegin ins Bild gesetzt: Für sie ist klar, dass Lorenz Ammersfeld von der Person zum Schweigen gebracht wurde, die ihm den Jungen zu­geführt hatte. Davon zeigt sich Laim wenig beeindruckt. Seine Recherchen ergeben, dass der rumänische Junge vor Tagen aus einer Aufnahmeeinrichtung für unbegleitete Flüchtlingskinder ver­schwunden ist. Die Spur führt zu einem Wachschutzunternehmen mit Kontakten ins Rotlichtmilieu und zu einer zweiten Leiche.

    "Gut Ding braucht eben Weile"

    Kurzinterview mit Max Simonischek 

    Herr Simonischek, Ihre Figur Lukas Laim ermittelt zum dritten Mal. Wer ist Laim? Wie arbeitet er als Kommissar?

    Ich würde Lukas Laim als melancholischen Romantiker auf der Suche nach dem Sinn des Daseins beschreiben wollen. Auf die­ser Suche nach den Amplituden des Lebens und aus Angst, es zu verpassen, verprasst er sein geerbtes Geld mit Prostituierten, Drogen, schnellen Autos und teuren Klamotten. Sein persönlicher Alptraum, in der parfümierten Mittage der Oberschicht endgültig unterzugehen, potenziert sich dadurch allerdings nur, gleichzeitig hält er Laim auch am Leben. Die Arbeit als Kommissar erfüllt seine Sehnsucht nach Schmerz und danach, etwas Sinnvolles zu tun.

    Wie hat sich Ihre Figur weiterentwickelt?

    Wir haben es geschafft, die oben beschriebenen Charakterzüge konsequenter zu erzählen, die Figur kompromissloser auftreten zu lassen, wobei da noch Luft nach oben ist. Laim ist, nach wie vor, kein Sonnenschein, am liebsten alleine, hat Schwierigkeiten, Beziehungen einzugehen, ist mit sich selbst nicht im Reinen und hadert grundsätzlich mit dem Leben. Das zeigt sich sowohl was die Behauptung seines oben erwähnten widersprüchlichen In­nenlebens betrifft als auch an seinem äußeren Erscheinungsbild, strähnig-fettige Haare, schwarzer Mantel, Stehkragen, wortkarg. Beides nimmt im dritten Teil stark zu. 

    Was macht den neuen Fall für Sie so besonders?

    Ich finde, der Fall ist nicht zuletzt auf Grund des Themas hoch emotional. "Missbrauch von Kindern" – dieses Thema packt uns alle und ist ständig Teil von unserem gesellschaftlichen Diskurs, den wir zu führen haben. Gerade in Künstlerkreisen wird Miss­brauch, sei es der von Macht, Minderjährigen oder Frauen immer noch toleriert. Ich erinnere nur an den Fall Roman Polanski, der rechtskräftig verurteilt wurde, seine Schuld sogar eingestand und dennoch von renommierten Regisseuren in Schutz genommen, auf bedeutenden Filmfestivals mit Preisen für sein Lebenswerk ausgezeichnet und in Hausarrest statt ins Gefängnisgesteckt wurde. Stilistisch gesehen, arbeitet Regisseur Michael Schneider mit verschiedenen Zeitebenen, somit asynchron, was eine beson­ders spannende Erzählform darstellt.

    Worin unterscheidet sich, Ihrer Einschätzung nach, Laim von anderen Ermittlern oder auch Reihen?

    Wir unterscheiden uns inhaltlich von anderen deutschen Krimi­reihen. Zum Beispiel in der Geschwindigkeit, mit der wir diese Geschichte erzählen. Sie ist um einiges schneller und dichter als die letzten Fälle, was auch unserem Cutter zu verdanken ist. Die Bildsprache von Kameramann Andreas Zickgraf ist artifiziell ein­zigartig und sehr mutig für das deutsche TV. Und last but sicher not least haben wir als Grundlage ein ausgesprochen gutes Buch von unserem Drehbuchautoren Christoph Darnstädt bekommen. Nicht zu unterschätzen für unsere bisher erfolgreiche Zusammen­arbeit ist auch, dass Regisseur, Kameramann, Produzentin, Drehbuchautor, ZDF-Redakteur und Hauptdarsteller seit neun Jahren den Stoff gemeinsam entwickeln. Wir kennen uns schon lange. Mit vier Filmen in neun Jahren schießen wir quantitativ nicht gerade den Vogel ab und eigentlich kann man Laim fast nicht mehr als Reihe bezeichnen, aber mir gefällt dieser "Sonderstatus" ganz gut, denn wie wir alle wissen: Gut Ding braucht eben Weile. Uns allen war immer bewusst: Wenn wir noch einen Laim drehen, muss er besser als der Letzte sein. Und warten sie nur den vierten Teil ab, den wir gerade eben zu Ende gedreht haben. So etwas habe ich im ZDF noch nicht gesehen.

    Sie arbeiten nicht nur für Film- und Fernsehen, sondern spielen vor allem auch Theater. Welchen Stellenwert hat die Arbeit für den Film für Sie?

    Es gibt viele Unterschiede in der Arbeit am Theater oder beim Film, aber beide Milieus haben auch etwas gemeinsam. Ihre Fas­zination lebt von den Menschen, die sich dort tummeln, mit denen ich mich während einer Zusammenarbeit auseinanderzusetzen habe. Und meine Lust an diesem Beruf hängt nahezu ausschließ­lich von den Menschen ab, auf die ich treffe. Ob sie mich berei­chern, fordern, fördern und lehren. Und solche Partner findest du hüben wie drüben.

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