Mama geht nicht mehr

Tragikomödie mit Mariele Millowitsch und Mina Tander

Karin (Mariele Millowitsch) steht voll im Leben, erfährt aber bald, dass sie unheilbar krank ist. Daraufhin beschließt sie, bei ihrer Tochter Steffi (Mina Tander) einzuziehen. Die ist aber alles andere als begeistert, denn beide hatten seit Jahren keinen Kontakt. Karins Einzug wirbelt den Alltag der Kleinfamilie gehörig auf, und Konflikte bleiben nicht aus. Doch die größte Belastungsprobe steht noch bevor.

  • ZDF, Donnerstag, 10. November 2016, 20.15 Uhr

    Texte

    Stab

    Regie    Vivian Naefe
    Buch  Stefan Kuhlmann, Murmel Clausen
    Kamera Peter Döttling
    Szenenbild Alexander Scherer
    KostümLucia Faust
    Schnitt Olivia Retzer
    Musik  Martin Probst
    ProduzentenNanni Erben, Quirin Berg,Max Wiedemann
    Produktion  Wiedemann & Berg Television
    Redaktion  Stefanie von Heydwolff

    Besetzung

    Karin  Mariele Millowitsch 
    Steffi Mina Tander
    Basti Simon Schwarz
    Timo Erik Linnerud
    Frank  André Jung
    Dr. Weisshaupt  Simon Böer
    Maren   Annina Hellenthal
    Maik  Ingo Naujoks
    und andere

    Inhalt

    Karin (Mariele Millowitsch) steht als erfolgreiche Chefärztin mitten im Leben, doch plötzlich ist alles anders: Sie erfährt, unheilbar krank zu sein. Nach einer schlaflosen Nacht beschließt sie, bei ihrer Tochter Steffi (Mina Tander) einzuziehen, zu der sie seit vielen Jahren kaum Kontakt hatte. Steffi fällt aus allen Wolken, als ihre Mutter plötzlich vor der Tür steht und freimütig verkündet, dass sie bleibt – für immer. Denn Karin denkt nicht im Traum daran, diesen letzten Weg alleine zu gehen. Dafür ist Familie schließlich da.                                                                                       

    Trotz ihrer Trauer ist Steffi nicht gerade begeistert über die ungewohnte Nähe zu ihrer Mutter, zu der sie, gelinde gesagt, ein angespanntes Verhältnis hat. Und jetzt treibt es Steffi förmlich zur Weißglut, dass Karin ihr ständig mit gut gemeinten Ratschlägen zu ihrer offensichtlich kriselnden Ehe und der Erziehung ihres Sohnes (Erik Linnerud) kommt. Dabei liegt tatsächlich einiges im Argen. Steffi selbst scheint ihr Selbstbewusstsein verloren zu haben, ihr Ehemann Basti (Simon Schwarz) streckt seine Finger nach seiner sexy Sprechstundenhilfe aus und der pubertierende Timo ist zum Computer spielenden Frustfresser mutiert und droht in Kürze zu platzen.                                                       

    Durch den Einzug von Karin wird der Alltag der Kleinfamilie ordentlich aufgewirbelt und lang aufgestaute Konflikte kommen zum Ausbruch. Doch die größte Belastungsprobe steht noch bevor.

    "Eigensinnige Frau mit sehr viel Humor"
    Kurzinterview mit Regisseurin Vivian Naefe

    In "Mama geht nicht mehr" geht es um die Krebserkrankung einer starken Frau, die mitten im Leben steht. Der Film schafft es, viel Positives zu transportieren, es gibt mindestens so viele lustige wie traurige Szenen. Wie schwierig ist es, diesen Spagat filmisch umzusetzen?

    Sehr schwierig! Weil man zu Anfang – so wie die Heldin – das Todesurteil ständig im Kopf hat. Aber unsere Hauptfigur ist eine trotzige, kantige, eigensinnige Frau mit sehr viel Humor, und wenn man diesem Charakter folgt, ergeben sich eben lustige Szenen, weil sie in den Situationen, in die sie als  Todkranke gerät, einfach anders reagiert als "normal", eben mit Witz und entwaffnender Ehrlichkeit. Das ist sicher unbequem für ihre Umwelt, aber verblüffend und überzeugend. Das ist ja eigentlich kein "Krebsfilm", sondern ein Familienfilm. Es geht auch darum, wie eine Tochter, die mit ihrer Mutter seit Jahren verkracht ist, reagiert, als diese sich kaltschnäuzig für ihre letzten zehn Lebensmonate bei ihr einquartiert, um ihr Leben kurz vor dem Tod "in Ordnung zu bringen".

    Was war die größte Herausforderung bei den Dreharbeiten?

    Die größte Herausforderung bei den Dreharbeiten war tatsächlich, nicht in Schwere zu verfallen. Aber eben auch nicht gezwungen lustig zu sein, oder oberflächlich. Sondern Krankheit und Tod mit Humor zu betrachten. Das fiel mir nicht leicht, weil ich natürlich über Bauchspeichelkrebs recherchiert und mich eingehend bei einem Kölner Onkologen informiert habe. Dieses Wissen lag als Belastung auch immer über uns.

    Mariele Millowitsch spielt die weibliche Hauptrolle. Wie war die Zusammenarbeit mit ihr?

    Es war wunderbar mit ihr! Auch sie hat recherchiert, auch sie wusste sehr viel.... und für sie war es natürlich wahnsinnig schwer, diese Geschichte über den Tod nicht zu nah an sich heran zu lassen.

    Balance zwischen Galgenhumor und Realität
    Kurzinterview mit Mariele Millowitsch

    "Mama geht nicht mehr" ist eine Tragikomödie, die Tragisches auch sehr komisch erzählt. Wie ist dieser schwierige Balanceakt aus Ihrer Sicht als Protagonistin geglückt?

    Die Herausforderung war, tiefe Emotionen zu zeigen und sie dennoch mit Humor zu füllen. Es darf ja nicht abrutschen. Eine Balance zu halten zwischen Galgenhumor, realistischer Sicht auf die Dinge, gepaart mit einer gewissen Kaltschnäuzigkeit nach außen, die es der Figur ermöglicht, vor sich selbst zu bestehen, ihre Würde zu wahren. Ich finde, das ist uns ganz gut gelungen.

    Was gefällt Ihnen an Karin Glaser? Und was vielleicht auch nicht?

    Diese Frau hat sich in die Arbeit gestürzt, ihre Wunden und Narben hinter ihrer Karriere versteckt. Sie hat nicht zugelassen, dass die Gefühle Raum einnehmen, weder die positiven noch die negativen. Das wird ihr als Egoismus ausgelegt, aber das war es nicht nur. Mir gefällt ihre Klarheit, ihr Ringen um Wahrheit – auch wenn sie schonungslos mit sich selbst ins Gericht geht.

    Die Krebserkrankung stellt Karins gesamtes Leben auf den Kopf. Was löst die Diagnose bei ihr aus, was wird Karin dadurch bewusst?

    Ihr wird bewusst, dass das Leben endlich ist. Es ist ja leider eine Tatsache, die fast jeder an sich selbst feststellen kann: Wir schaffen es einfach nicht, unser Leben bewusst zu genießen. Erst wenn ein solcher "Schuss vor den Bug" kommt, eine solche Diagnose oder ein Unfall, beginnen wir zu begreifen, wie wertvoll das Leben ist.

    Mit Härte gegen Alltagskatastrophen
    Kurzinterview mit Mina Tander

    Wie würden Sie Ihre Rolle Steffi Beermann beschreiben?

    Steffi ist Mutter eines Teenagers, verheiratet, Lehrerin und ein Mensch, der gerne alles im Griff hat. Leider muss sie sich jedoch schon seit geraumer Zeit eingestehen, dass dies nicht mehr wirklich der Fall ist, denn abgesehen davon, dass sie sich sowohl von ihrem Mann als auch ihrem Sohn entfremdet fühlt und nicht sonderlich liebevoll behandelt wird, geht auch im Job alles schief. Diesen ganzen "Alltagskatastrophen" begegnet sie mit einer Härte, die zunehmend unbeholfen wirkt, denn eigentlich fühlt sie sich sehr hilflos und einsam. 

    Steffi und ihre Mutter haben ein sehr schwieriges Verhältnis, viele Jahre gab es keinen Kontakt zwischen den beiden. Steffi ist zunächst strikt dagegen, ihre Mutter bei sich wohnen zu lassen. Warum ändert sie ihre Meinung?

    Steffi wird bewusst, wie sehr auch sie sich nach einer Versöhnung mit ihrer Mutter sehnt und natürlich bringt sie es auch einfach nicht übers Herz, eine todkranke Frau, noch dazu ihre Mutter, abzuweisen, und ihr ihren letzten Wunsch zu verwehren.

    Was verändert sich durch das plötzliche Auftauchen und durch die Krankheit ihrer Mutter auch in Steffis Leben?

    Ich denke, durch die Nähe des Todes werden viele Befindlichkeiten infrage gestellt und sie merkt, was ihr wirklich wichtig ist. Auch eine so lange Beziehung wie die mit Basti ist eben doch nicht so leicht "wegzuschmeißen", der Wert der Dinge wird ihr einfach stärker bewusst.

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