Marie (Christine Eixenberger) mit ihrer Familie. Copyright: ZDF/Bernd Schuller
Marie (Christine Eixenberger) mit ihrer Familie. Copyright: ZDF/Bernd Schuller

Marie fängt Feuer

Neue ZDF-"Herzkino"-Reihe

Im Einsatz für Heimat und Gemeinschaft: Am 27. November 2016, 20.15 Uhr, zeigt das ZDF den zweiten Film der neuen ZDF-"Herzkino"-Reihe "Marie fängt Feuer". Im Zentrum steht die junge Marie, die als Mitglied der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr Wildegg alles unternimmt, um ihren Mitmenschen zu helfen. Neben Christine Eixenberger als Marie sind Stefan Murr, Saskia Vester, Wolfgang Fierek, Katharina Müller-Elmau und viele andere zu sehen. Regie führte Edzard Onneken, die Drehbücher schrieben Klaus Henrik, Michael Kenda und Marie-Helene Schwedler.

  • ZDF, Sonntag, 27. November 2016, 20.15 Uhr

Texte

Perspektivenwechsel zum Positiven

Ein Leben zwischen Einsätzen. Das ist nicht nur für mehr als eine Million Deutsche Alltag in ihrem Ehrenamt bei der Freiwilligen Feuerwehr, sondern auch für ihre Familien. Denn sobald der Pieper losgeht müssen die "Feuerwehrler" alles stehen und liegen lassen, um zu helfen.

Helfen, für andere da sein, das ist ein wichtiger Teil für viele Menschen. Denn was bedeutet Familie eigentlich anderes? Solidarisch zu sein mit Menschen, die man liebt, auf die man sich verlassen kann. Dieses Urvertrauen entwickelt sich in frühester Kindheit und ermöglicht uns auch später, uns fallen zu lassen, Geborgenheit zu erleben, eine Heimat zu fühlen.

Heimat, das mutet uns fast schon nostalgisch an heutzutage und ist doch so elementar. Heimat ist Geborgenheit, ist ein (heimlicher) Sehnsuchtsort und damit ein Thema, mit dem sich unsere neue Herzkino-Reihe "Marie fängt Feuer" in den verschiedensten Facetten auseinandersetzt.

Marie ist das Zentrum der Reihe, ihr Dreh- und Angelpunkt. Eine alleinerziehende Mutter, die an ihrer eigenen kleinen Patchwork-Familie arbeitet. Eine, die sich immer auf ihre Eltern verlassen konnte, die selbstbewusst als Assistentin der Bürgermeisterin mitten im Leben steht. Marie sucht das Glück – aber nicht nur für sich selbst. Marie kann die Augen nicht verschließen, wenn irgendwo Hilfe gebraucht wird und rettet so, gemeinsam mit ihrer Freundin Angie, die Freiwillige Feuerwehr von Wildegg vor der Schließung. Von da an ist jeder Einsatz der Feuerwehr ein neuer Startschuss für Marie.

Die Freiwillige Feuerwehr hilft Freunden, Bekannten, Nachbarn, denn sie ist tief verwurzelt in ihrer Gemeinde. Und so erleben die "Feuerwehrler" ihre Wildegger in Krisensituationen, die manchmal ausweglos erscheinen. Doch während die Kollegen nach den Einsätzen wieder zurück in ihren Alltag tauchen, klingen sie bei Marie nach. So lässt sie sich ins Leben der anderen Menschen hineinziehen und schafft es, dass es den Menschen wieder besser geht…als wäre sie eine Art Katalysator. Marie ist keine Einzelkämpferin, sie ist ein Teamplayer. Sie ist sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst. Ihre Einfühlsamkeit lässt sie immer auch die andere Seite sehen. Und so schafft sie den Perspektivenwechsel zum Positiven, der oft den Schlüssel zur Lösung bereithält. Und ihre Mitmenschen? Die lassen sich mitreißen von ihrer Energie und von ihrem Humor.

So tritt diese Reihe an wie ihre Titelheldin Marie. Die Filme erzählen mit einer lebendigen Mischung von Ernst und Leichtigkeit vom wirklichen Leben. Sie holen im Alltag ab, aber auch sie wollen den "Perspektivwechsel" vollführen und den Zuschauer in eine der schönsten Ecken Bayerns entführen und unterhalten.

Und wer könnte diese Marie besser verkörpern als Christine Eixenberger, die in ihrer ersten Rolle ihr großes Talent ausspielen kann. Die erfolgreiche bayerische Kabarettistin versteht es, mit ihrem Humor zu trumpfen und uns mit ihrer Natürlichkeit um den Finger zu wickeln. Man schaut ihr beim Spielen zu, und das Herz geht auf. Egal ob sie mit Kindern agiert oder mit ihren großartigen Kolleginnen und Kollegen, mit denen sie ein starkes Ensemble bildet. Sei es Saskia Vester, Stefan Murr und Wolfgang Fierek als ihre Familie, oder Katharina Müller-Elmau, die die Bürgermeisterin verkörpert, bis hin zur besten Freundin, dargestellt von Sylta Fee Wegmann, oder Gabriel Raab als Polizist und Feuerwehrmann.

"Marie fängt Feuer" will in eine Welt einladen, auf die man sich freut. Eine Welt, in der es viel zu entdecken gibt. Menschen, die man mag – und Geschichten, die einen zum Lachen bringen, und manchmal auch ein bisschen zum Weinen. Menschen und Geschichten, die berühren, weil das Leben mit seinen Höhen und Tiefen auch zwischen zwei Einsätzen nie bloß Alltag ist. Marie ist keine Superheldin, aber eine Frau, die brennt für ihre Arbeit. Wie all die anderen Ehrenamtlichen bei der Freiwilligen Feuerwehr.

Nicht nur das macht Wildegg zu einer Welt im Hier und Jetzt. Eine Welt in die man hoffentlich immer wieder gerne eintaucht – immer wieder für 90 Minuten.

Sebastian Hünerfeld
HR Fernsehfilm/Serie II

Stab und Besetzung der durchgehenden Rollen

BuchKlaus Henrik, Michael Kenda, Marie-Helene Schwedler
RegieEdzard Onneken
SchnittWiebke Henrich, Carsten Eder
Kamera Marco Uggiano
KostümeTheresia Wogh
MusikMarco Meister, Robert Meister
SzenenbildOliver Hoese
HerstellungsleitungJörg Zaremba
ProducerinAnnika Kober
ProduzentenNanni Erben, Peter Fröhlich, Quirin Berg, Max Wiedemann
ProduktionWiedemann & Berg Television
RedaktionSebastian Hünerfeld
LängeZwei Folgen à ca. 89 Minuten

 

Die durchgehenden Rollen und ihre Darsteller

Marie ReiterChristine Eixenberger
Stefan WeingartnerStefan Murr
Ernst ReiterWolfgang Fierek
Irene ReiterSaskia Vester
Olivia HöllrieglKatharina Müller-Elmau
AngieSylta Fee Wegmann
Max ReiterMoritz Regenauer
Daniel Jonas Holdenrieder
MarcoGabriel Raab
Gerhard TennerFerdinand Dörfler
BertiKonstantin Moreth
und andere

 

Im Einsatz für Heimat und Gemeinschaft: Das ZDF zeigt die ersten beiden Filme der neuen ZDF-"Herzkino"-Reihe "Marie fängt Feuer". Im Zentrum steht die junge Marie, die als Mitglied der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr Wildegg alles unternimmt, um ihren Mitmenschen zu helfen.

Marie fängt Feuer - Für immer und ewig (Sonntag, 20. November 2016, 20.15 Uhr)

Die Episodenrollen und ihre Darsteller

Großbauer StangassingerThomas M. Meinhardt
Brandermittler SöllnerDavid A. Hamade
Rudolf Garland Michele Oliveri
und andere

 

Inhalt

Das sonst so beschauliche Wildegg steht Kopf – Marie und Stefan feiern Polterabend, und der ganze Ort hat sich versammelt. Man kennt sich untereinander, die Stimmung ist ausgelassen. Auch die Ankündigung von Maries Vater Ernst, dem langjährigen Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr, bald aus seinem Ehrenamt auszuscheiden, kann die Stimmung nur vorübergehend trüben: Mit Stefan, seinem Schwiegersohn in spe, steht schon ein legitimer Nachfolger bereit, und seine Frau Irene freut sich schon sehr darauf, ihren Ernst nicht mehr mit der Feuerwehr teilen zu müssen. Unter der Festgesellschaft befinden sich auch Maries Sohn Maxund Daniel, Stefans Sohn aus erster Ehe, der noch mit dem frühen Tod seiner Mutter zu kämpfen hat. Die beiden Teenager verstehen sich gut und sind größtenteils auf einer Wellenlänge. Lediglich Marie steht zwischen den beiden Jungs – Daniel kann es in Wahrheit kaum ertragen, seinen Vater glücklich verliebt mit einer anderen Frau zu sehen.

Auf dem Höhepunkt der Feier verlassen die beiden Jungs heimlich die Party. Marie und Stefan stehlen sich später ebenfalls davon, um den Sommerabend mit einem Picknick, das Maries Eltern den beiden als Überraschung vorbereitet haben, romantisch unter dem Sternenhimmel ausklingen zu lassen. Als Stefan entdeckt, dass die Stangassinger-Scheune – die Hochzeits-Location für den nächsten Tag – lichterloh in Flammen steht, ist es mit der Romantik vorbei. Das Paar alarmiert umgehend die Feuerwehr, deren Männer noch mit der restlichen Festgesellschaft feiern und macht sich dann selbst zur Scheune auf. Unter dem couragierten und riskanten Einsatz von Noch-Feuerwehrkommandant Ernst können Max und Daniel, die in der Scheune waren, als das Feuer ausbrach, gerettet werden bevor das brennende Gebäude in sich zusammenbricht.

Der Schock sitzt bei allen tief, doch die Erleichterung, dass niemand ernsthaft zu Schaden kam, überwiegt. Dass Daniel derjenige war, der den Brand verursacht hat, kommt keinem in den Sinn, und die beiden Jungs vereinbaren Stillschweigen. Als Stefan schließlich doch davon erfährt, bricht für ihn eine Welt zusammen: Unter diesen Umständen wird keine Versicherung für den Schaden aufkommen. Das kann für ihn den Ruin bedeuten. Die katastrophale finanzielle Situation legt sich wie ein dunkler Schatten über die gemeinsame Zukunft. Doch Marie wäre nicht Marie, wenn sie einfach untätig herumsitzen würde. Entschlossen sucht sie das Gespräch mit Stangassinger, dem Besitzer des abgebrannten Gastronomiegebäudes.

Und es braut sich weiteres Unheil über Wildegg zusammen: Ausgerechnet die Freiwillige Feuerwehr selbst steht vor einer ungewissen Zukunft, da sie aufgrund fehlender Einsatzkräfte kurz vor der Auflösung steht. Allein die Möglichkeit, dass das Dorf  damit in den Zuständigkeitsbereich des ungeliebten Nachbarortes fallen würde, ist für die Wildegger, allen voran Bürgermeisterin Olivia Höllriegl, schier ein rotes Tuch. Aber da haben die Behörden ihre Rechnung ohne Marie gemacht.

Marie fängt Feuer - Vater sein dagegen sehr (Sonntag, 27. November 2016, 20.15 Uhr

Die Episodenrollen und ihre Darsteller

Katharina BrunnerMareile Blendl
Matthias BrunnerMichael A. Grimm
Sophie BrunnerElla Frey
LenaPriska Kraft
Schrottplatzhändler HugoButz Ulrich Buse
und andere

 

Inhalt

Maries erster Einsatz steht an: Die Freiwillige Feuerwehr von Wildegg wird zu einem Notfall gerufen. Die kleine Sophie ist auf das Dach ihres Elternhauses geklettert und sitzt nun dort oben fest. Obwohl Marie eigentlich noch ganz am Anfang ihrer Ausbildung steht, hat sie das richtige Gespür für die Situation und rettet das verängstigte Kind mit Hilfe des Feuerwehrmaskottchens Stoffl vom Dach. Diese außergewöhnliche Rettungsaktion geht Marie nicht aus dem Kopf: Warum war Sophie so verzweifelt, dass sie auf das Dach gestiegen ist? Die Frage lässt Marie keine Ruhe und sie bietet Sophie an, sich an sie zu wenden, wenn sie etwas auf dem Herzen hat.

Tatsächlich besucht Sophie Marie an ihrer Arbeitsstelle im Rathaus und vertraut Marie ihren Kummer an. Sie hat herausgefunden, dass ihr geliebter Papa Matthias nicht ihr leiblicher Vater ist. Die Situation ist für Sophie zusätzlich belastend, da Matthias davon nichts weiß.

Marie will helfen und sucht das Gespräch mit Sophies Mutter Katharina, die sich angegriffen fühlt und abblockt. Als Matthias die Wahrheit erfährt, bricht für ihn eine Welt zusammen und er verlässt kopflos das gemeinsame Heim. Marie kann die verängstigte Katharina beruhigen. Und sie mobilisiert ihre Kollegen der Freiwilligen Feuerwehr, da Katharina Angst hat, Matthias könne sich etwas antun. Aber zum Glück macht die Wildegger Feuerwehr, unter der Leitung von Stefan und Marie, den völlig aufgelösten Matthias ausfindig. Er schüttet Marie sein Herz aus. Zuhause kommt es dann endlich auch zu einem klärenden Gespräch zwischen Sophies Eltern.

Zur selben Zeit wird in Bertis Bistro, einem beliebten Treffpunkt in Wildegg, ein schwerwiegender Schimmelbefall festgestellt, um den sich die Gemeinde als Verpächter kümmern muss. Nichtsdestotrotz muss das Bistro bis auf Weiteres geschlossen werden. Wirt Berti steht kurz vor dem Ruin, wenn er nicht bald eine Alternative findet, um die nächsten Monate über die Runden zu kommen. Im Elternhaus von Marie terrorisiert Vater Ernst, der in seinem eben begonnenen Ruhestand nach Beschäftigungen sucht, derweil seine Frau Irene. Seine Versuche, die neugewonnene Zeit mit einer "Haushaltsoptimierung" zu füllen, treffen auf wenig Gegenliebe bei Irene. Zumal alle Versuche von Ernst, sich im Haushalt nützlich zu machen, ins Gegenteil umschlagen: Er verfärbt unter anderem die Wäsche und räumt sämtliche Küchenschränke um, was Irene zur Weißglut bringt.

Doch Marie hat schon eine Idee, wie sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und sowohl Berti als auch ihren Eltern aus der Patsche helfen kann. Auf dem örtlichen Schrottplatz hat sie einen kleinen, ziemlich altersschwachen Transporter entdeckt. Kurzerhand einigt Marie sich mit dem Händler und lässt den schrottreifen Wagen zu ihrem Elternhaus liefern. Marie hat Ernst dafür auserkoren, den alten Transporter herzurichten, zum einen als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Ernst und Entlastung für Irene, und zum anderen zur Rettung von Bertis Existenz. Der fertig restaurierte Truck soll nämlich künftig, zumindest so lange, bis der Schimmel aus dem Bistro verschwunden ist, als Food-Truck für Berti dienen und damit sein Auskommen sichern.

Und auch in Maries Privatleben ist einiges los: Stefan liebäugelt mit einem Umzug ins 80 Kilometer entfernte Grafaubing, da er dort einen gut bezahlten Job als Vorarbeiter annehmen könnte. Der wäre ihm bei der Tilgung seines durch die abgebrannte Scheune entstandenen Schuldenbergs eine große Hilfe. Marie fürchtet, dass die Entfernung auf Kosten ihrer Beziehung geht. Da macht Ernst dem hin und hergerissenen Stefan das Angebot, ihm bei der Schuldentilgung unter die Arme zu greifen – schließlich hilft man sich als Familie doch gegenseitig.

Bei Max und Daniel macht sich derweil massiv die Pubertät bemerkbar, und die erste Liebe steht vor der Tür: Die hübsche, ein Jahr ältere Lena hat es Max angetan. Doch Lena hat ein Auge auf Daniel geworfen. Ärger zwischen den beiden Jungs ist vorprogrammiert, und es kommt zu einem handfesten Streit. Am Ende bekommt keiner der beiden Lena, was sie ihre Differenzen vergessen lässt und sie letztlich enger zusammenschweißt.

Rollenbeschreibungen

Marie

Marie ist eine moderne, junge Frau. Sie ist offen, direkt und hilfsbereit. Wo andere nur zuschauen, packt Marie mit an. Selten wächst ihr eine Situation über den Kopf und wenn, gibt sie es erstmal nicht zu. Vielleicht, weil Marie bereits sehr jung Mutter geworden ist, und Sohn Max dazu auch noch allein erzieht. Von der Liebe enttäuscht hat sie sich nicht unterkriegen lassen und es geschafft, ihrem Leben einen positiven Spin zu geben. Der Perspektivwechsel zum Positiven – eine Eigenschaft, die ihr auch im Umgang mit ihrer Umwelt hilft.  Marie ist Assistentin der Bürgermeisterin von Wildegg, ein Job, der sie sehr ausfüllt, denn sie hat einen ausgeprägten Sinn für die Belange ihrer Mitmenschen. Dass sie alles so gut unter einen Hut bringen kann, hat sie auch ihren Eltern zu verdanken, die sie tatkräftig in allem unterstützen und zu denen Marie ein sehr inniges Verhältnis hat. Mit Stefan, ihrem Verlobten, scheint Marie die Liebe ihres Lebens gefunden zu haben und freut sich auf ihre gemeinsame Zukunft als Patchwork-Familie. Aber erstens kommt alles anders, und zweitens als man denkt.

Stefan

Stefan ist Maries Verlobter und wohnt, wie sie, in Wildegg. Neben ihrer Liebe verbindet die beiden auch, dass Stefan ebenfalls alleinerziehend ist – sein Sohn Daniel ist ein Jahr älter als Max. Von Beruf ist Stefan Schreinermeister und in seiner Freizeit begeistert bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv, die fast schon sein zweites Zuhause ist, so viel Engagement steckt er in sein Ehrenamt. Er hofft, bald den Posten des Kommandanten von Maries Vater übernehmen zu können. Im Gegensatz zu Marie ist Stefan mehr der Kopfmensch. Grundsätzlich eher ruhig und souverän, stößt er bei der Erziehung seines pubertierenden Sohnes an seine Grenzen. Zumal Daniel Marie nicht als neue Frau an Stefans Seite akzeptieren will, da er den Tod der Mutter vor drei Jahren noch nicht überwunden hat. Mit dieser Situation ist Stefan etwas überfordert und wird dabei seinem Sohn nicht immer ganz gerecht. Aber in Marie hat er endlich jemanden gefunden, der ihm Halt gibt und neuen Lebensmut schenkt.

Ernst

Ernst ist Maries Vater und wahnsinnig stolz auf seine Tochter. Schon seit frühester Jugend ist Ernst mit Leib und Seele Feuerwehrmann und seit der Pensionierung geht der ehemalige Installateur noch mehr in seiner Position als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Wildegg auf. Umso schwerer fällt es ihm jetzt ans Aufhören zu denken, zumal die Wildegger Feuerwehr gerade vor großen Problemen steht. Der Nachfolge durch den Schwiegersohn in spe sieht Ernst also mit gemischten Gefühlen entgegen, denn so ganz kann er von seiner Passion noch nicht ablassen. Wäre da nicht seine Frau Irene, in die er wie am ersten Tag verliebt ist, auch weil sie ihren Mann immer so sein hat lassen, wie er ist und nicht verbiegen wollte. Das ist auch der einzige Grund, warum der gesellige, herzliche Vollblut-Bayer seinen Rücktritt überhaupt in Erwägung zieht. Denn insgeheim hat Ernst noch keine Ahnung, was er mit seiner neugewonnen Freiheit anfangen soll, besonders da Marie und Max aus dem Gröbsten raus sind und er mit Stefan einen anständigen Mann an Maries Seite weiß.

Irene

Irene ist die gute Seele der Familie, wie eine Löwenmutter kümmert sich die gutherzige, quirlige Frau um ihre Lieben. Mit Marie verbindet sie eine ebenso innige Beziehung wie mit Max, Maries Sohn, den sie quasi mit aufgezogen hat. Auf ihre Familie lässt sie nichts kommen, besonders nicht auf ihren Mann Ernst, mit dem sie auch nach vielen Jahren eine gute, funktionierende Ehe führt. Irene mochte ihr altes Leben als Hausfrau und
(Groß-)Mutter, aber nun ist es an der Zeit, dass sie und Ernst ihre neugewonnene Freiheit genießen. Unternehmungslustig schaut Irene ihrer Zukunft mit Ernst entgegen, aber erkennt auch, wie schwer es Ernst fällt, die Freiwillige Feuerwehr Wildegg hinter sich zu lassen und das Zepter abzugeben. Dass der Neustart doch nicht ganz reibungslos von Statten gehen wird, ist ihr schnell bewusst, aber Irene weiß auch ganz genau, dass sie zuhause die Hosen anhat.

Olivia

Olivia ist die Bürgermeisterin von Wildegg, der Ort und seine Bürger liegen ihr sehr am Herzen und dementsprechend engagiert tritt sie für ihre Sache ein. Olivia hat früh gelernt ihre politischen Interessen durchzusetzen, aber sie ist längst nicht so strategisch oder gar berechnend wie der erste Eindruck vielleicht annehmen lässt. Vielmehr geht Olivia oftmals sehr pragmatisch an Dinge heran und versucht stets einen kühlen Kopf zu bewahren.

Feuerwehr, Familie und Dorf – sie alle stehen für Gemeinschaft
Statement von Nanni Erben, Produzentin Wiedemann & Berg

Als ich im Frühjahr 2016 einen Anruf erhielt und mir „Marie fängt Feuer“ angeboten wurde, wusste ich nur, dass es um eine Feuerwehrfrau im bayerischen Voralpenland gehen würde. Mein Kollege Peter Fröhlich und die Producerin Annika Kober hatten gemeinsam mit unserem Redakteur Sebastian Hünerfeld die Stoffe und die Figuren entwickelt. Ich las sie mit Spannung und war sofort Feuer und Flamme für die Geschichte rund um unsere Hauptfigur Marie und die Freiwillige Feuerwehr.

Die Euphorie für dieses Projekt wuchs noch weiter, denn mit Saskia Vester, Wolfgang Fierek, Stefan Murr und Katharina Müller-Elmau haben wir beeindruckende Akteure für unsere Filme gewinnen können. Die eigentliche Entdeckung für mich war aber unsere „Marie“, Christine Eixenberger! Sie hat mich von der ersten Sekunde an begeistert, durch ihre bestechende Natürlichkeit und ihre charmante Ausstrahlung, aber vor allem durch ihr großes schauspielerisches Talent. Sie verfügt über ein tolles Timing und trägt unsere Filme mit einer selbstverständlichen Leichtigkeit. Es war der absolut richtige Schritt, Christine, die auf der Kabarettbühne ihr Publikum Abende lang unterhält, die Chance zu geben, vor der Kamera noch ganz andere Nuancen und Feinheiten ihres Spiels zeigen zu lassen. Es ist eine große Freude, sie als unsere „Marie“ zu sehen.

Ich finde, das gesamte bayerische Ensemble hat eine schöne, authentische Kraft - so wie unsere Dorfgemeinschaft im Film. Ich hoffe, dass die Geschichten rund um Marie, ihre Familie und die Freiwillige Feuerwehr die Zuschauer berühren werden, aber zugleich auch immer wieder zum Lachen und schmunzeln bringen und dass sie mit uns auf eine filmische Reise in das wunderschöne bayerische Voralpenland gehen werden. Unser Regisseur Edzard Onneken, hat die Filme liebevoll inszeniert und mit seiner Vision in der traumhaften Landschaft gekonnt in Szene gesetzt. Wir hatten das große Glück, als Drehorte die Region um Murnau für uns entdecken zu können und haben dort den fiktiven Ort Wildegg kreiert. Die Bürgermeister und die Bevölkerung der realen Orte Bad Bayersoin und Steingarden haben uns während des Drehs mit großer Freundlichkeit unterstützt und äußerst engagiert zur Seite gestanden, dafür möchten wir uns noch einmal herzlich bedanken.

Doch was wäre unsere Marie ohne die Feuerwehr? Und was wären wir alle ohne die engagierten Retter der Freiwilligen Feuerwehr, auf die wir uns so verlassen können und die doch meistens im Hintergrund bleiben. Ich empfand die Recherche und die Gespräche mit den echten ehrenamtlichen Mitarbeitern der Freiwilligen Feuerwehr sehr beeindruckend und auch als eine große Bereicherung. Denn auch mir war nicht bewusst, wie groß deren Aufgabenbereich und ihre Verantwortung ist, was die Mitarbeiter und Ehrenamtler alles leisten. Oft sind es gerade die kleinen Einsätze, die einen großen Beitrag für die Gemeinschaft erbringen.

Die Feuerwehr, die Familie und das Dorf, sie alle stehen für Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung. „Marie fängt Feuer“ erzählt von genau diesem Gemeinschaftsgefühl und wir sind überzeugt, dass auch die Zuschauer am Sonntagabend Feuer und Flamme sein werden.

"Christine ist die kommende bayerische Marilyn Monroe"
Interview mit Christine Eixenberger und Wolfgang Fierek

Wie war es für Sie beide, gemeinsam vor der Kamera zu stehen?

Christine Eixenberger: Es war eine "riesen Gaudi", wie man bei uns sagen würde. Er ist ein warmherziger, entspannter Mensch und außerdem sehr humorvoll. Er kennt viele richtig gute Witze. Ich kannte Wolfgang als "Bayer auf Rügen", den ich schon als Kind immer angehimmelt habe. Jetzt hatte ich das Glück, ihn als "Tochter" vor der Kamera zu erleben. Wolfgang hat mir jegliche Nervosität genommen, auch in schwierigen Spielsituationen, als ich zum Beispiel in einer Szene das erste Mal weinen sollte. Ich weiß jetzt nicht, ob das ein Kompliment ist, aber bei Wolfgang konnte ich heulen wie ein Schlosshund.

Wolfgang Fierek: Christine ist meiner Meinung nach die kommende bayerische Marilyn Monroe. Frisch, natürlich und ein Real-Profi.

 

Wie ist Ihr persönlicher Bezug zur Institution der Freiwilligen Feuerwehr?

Christine Eixenberger: Vor dem Film hatte ich gar nicht so viele Berührungspunkte, außer einer Feuerwehrfete im Alter von 17 Jahren: Das erste Mal auf Achse, der erste Gin Tonic, der Rest ist Geschichte. Der Wert der Freiwilligen Feuerwehr ist einem oft nicht so bewusst – erst dann, wenn man sie braucht und das wünscht man sich natürlich nicht. Wie viel die Feuerwehr leistet, ist mir erst bewusst klar geworden, als wir den Film gemacht haben – schweißtreibende Übungen mit Spreizer und Schere, Dachrettungen etc. Da musst du körperlich gut aufgestellt sein. Gleichzeitig brauchst du eine soziale Ader und Professionalität, um auch in heiklen Situationen ruhig bleiben zu können. Außerdem: Die Feuerwehr ist extrem gesellig. Die haben sich ihre "Feierabendhalbe" schon redlich verdient.

Wolfgang Fierek: Ich wollte als Jugendlicher immer zur Feuerwehr, anderen Menschen helfen und einfach was Gutes tun. Leider hat mein Vater das untersagt, da ich als Jugendlicher ein bisserl schmächtig war.

 

Was ist für Sie das Reizvolle am Landleben?

Christine Eixenberger: Das Kleine, das Gemütliche, dass du Kontakt zu deinen Nachbarn hast, die dir sofort ihre Hilfe anbieten, wenn du sie benötigst. Gleichzeitig wünscht man sich auch manchmal, dass das Umfeld nicht alles über einen weiß. Aber da muss man sich halt entscheiden (grinst). Nein, so schlimm ist es natürlich auch nicht. Hier "auf dem Land" komme ich zur Ruhe. Wenn du viel unterwegs bist, ständig Trubel um dich hast, den ich auch brauche, dann freust du dich, wenn du heimkommst, und der Zaunkönig wartet auf dich; und zwar nur der Zaunkönig.

Wolfgang Fierek: Back to the roots, Ruhe und Volksnähe. Aber ein bisserl Stadt darf’s auch sein.

 

Welche Rolle verkörpert Ihrer Meinung nach die Freiwillige Feuerwehr innerhalb einer Dorfgemeinschaft?

Christine Eixenberger: Sie gehört dazu – wie das Rathaus, mindestens eine Kirche, die Polizei, ein Bahnhof und wenn du Glück hast – ein Allgemeinarzt. All diese Faktoren sind Fixpunkte in einer Gemeinschaft. Sie halten das Gefüge zusammen, sind Anlaufstellen bei Problemen und Notlagen und müssen im besten Fall schnell erreichbar und verfügbar sein. Wenn ich mal wieder Nudeln aufgesetzt hab, die dann aber vergesse, weil ich wieder meine, dass Multitasking voll mein Ding ist und meine Wohnung in Flammen steht – dann brauch‘ ich die Feuerwehr und zwar schnell. Die Aussage "Wir sind in 30 Minuten da!", weil sie aus der nächstgrößeren Stadt anfahren müssen, hilft mir da nichts. Deshalb wäre es enorm wichtig, dass Feuerwehren auch in den entfernter gelegenen kleinen Regionen erhalten bleiben. Also, lieber Nachwuchs, liebe Frauen: Ab an die Aufnahmeformulare!

Wolfgang Fierek: Es ist ein Dreh und Angelpunkt der Dorfgemeinschaft. Man tauscht sich aus, hilft sich gegenseitig und lernt Verantwortung für sich und anderen gegenüber zu übernehmen.

 

Wie sehen Sie die Stellung der Frau in dieser doch noch sehr männlich dominierten Domäne?

Christine Eixenberger: Ich habe mit einer Frau der Feuerwehr Bad Bayersoien gesprochen, und sie meinte, sie hätte nicht das Gefühl, anders wahrgenommen zu werden als die männlichen Kollegen. Ich denke, es kommt immer darauf an, wie man einer Situation begegnet. Klar könnte man sagen, Frauen sind das schwächere Geschlecht, aber bedenket, liebe Männer: Wir tragen eure Kinder aus, da möchte ich euch mal sehen! (grinst) Möglicherweise haben Frauen Bedenken, dass die Feuerwehr nur etwas für Männer ist, sie der körperlichen Anstrengung nicht gewachsen sein könnten oder dass sie von den Kollegen nicht ernst genommen werden. Aber ich denke, da täuscht man sich oft. Wenn man Lust hat anzupacken und sich einzubringen, dann ist die Feuerwehr genau das Richtige – auch für die Frau.

Wolfgang Fierek: Why not? Ich höre gern auf meine Frau, wenn’s mal brennt.

 

Was macht das Zeitgemäße und Authentische bei "Marie fängt Feuer" für Sie aus?

Christine Eixenberger: Ich glaube, dass Hilfsbereitschaft und Gemeinschaftssinn nie aus der Mode kommen. Gleichzeitig wird bei dieser Reihe meines Erachtens nicht alles schön gezeichnet, es wird sich nicht angepasst an das Bild einer Familie oder wie man sich vorstellt, dass es auf dem Land zugeht, gerade im Gefüge der Feuerwehr oder Familie. Es ist nicht immer alles "Friede, Freude, Eierkuchen". Diese Reihe handelt von echten Menschen, die nicht nur ehrlich spielen, sondern ehrlich verkörpern, was sie vielleicht selbst in ihrer Heimat erlebt haben. Das kann ich deshalb so überzeugt sagen, weil sowohl zum Beispiel Stefan Murr wie auch ich im Oberland aufgewachsen sind. Und das merkt man, denke ich.

Wolfgang Fierek: Auf jeden Fall die Thematisierung der Rolle einer Feuerwehrfrau und die Handlung der verschiedenen Generationen. In meinem Fall, dass ich abgeben muss, was mir sehr schwer fällt." 

 

Das Interview führte Philipp Rothweiler.

"Soziales Engagement ist wichtiger denn je"
Interview mit Stefan Murr

Herr Murr, wie war die Zusammenarbeit im Team und im Speziellen mit Frau Eixenberger?

Die Zusammenarbeit war super. Unter den Kollegen waren viele gute Bekannte und Freunde, das macht dann immer besonders Spaß und ist wie auf einer Klassenfahrt. Chrissy Eixenberger habe ich das erste Mal beim Casting kennen gelernt und gleich gemerkt, dass da eine große Sympathie füreinander ist. Das hat sich dann auch beim Dreh bestätigt. Ich würde sofort wieder und gerne mit ihr drehen.

Sind Sie privat schon einmal mit dem Thema Freiwillige Feuerwehr in Berührung gekommen?

Mein Papa war Maschinist bei der Freiwilligen Feuerwehr Bad Tölz und durfte immer die großen LKWs fahren. Das war für mich als Kind natürlich immer super! Vor allem wenn dann mal Tag der offenen Tür war und mein Papa die große Drehleiter bedient hat oder er meine Freunde in einem großen LKW durch die Stadt gefahren hat. Da war ich natürlich der Held.

Auf welche Werte kommt es bei der Freiwilligen Feuerwehr Ihrer Meinung nach an? Wie anspruchsvoll war für Sie die Rolle als alleinerziehender Vater? Wie stehen Sie zum Thema Patchwork-Familie?

Soziales Engagement ist gerade in unserer aus den Fugen geratenen Welt wichtiger denn je. In sozialen und humanitären Bereichen, aber auch im Umweltschutz. Ich bin mir sicher, dass wir als Gemeinschaft sehr viel bewegen, ändern und auch retten können. Dazu gehört natürlich auch die Feuerwehr. Deren Arbeit ich nach den Dreharbeiten noch viel mehr bewundere!

Ich finde die sieben Werte der Deutschen Jugend-Feuerwehr bringen es perfekt auf den Punkt: Spaß, Kameradschaft, individuelle Vielfalt, Hilfsbereitschaft, Mitbestimmung, ehrenamtliches Engagement und Wertschätzung. Das sollten wir uns alle ab und zu vor Augen führen.

Da ich selber einen Sohn habe, war mir das Gefühl sehr vertraut. Meiner ist zwar noch jünger, aber irgendwie ähneln sich die Probleme dann doch. Aber ich muss schon sagen: Hut ab vor allen alleinerziehenden Männern und Frauen! Mit all den Problemen, Sorgen etc. alleine klar kommen zu müssen, das ist schon eine wahnsinnige Aufgabe. Glücklicherweise sind unsere Filmsöhne ja nur in ihren Rollen anstrengend. Im Privaten sind beide wirklich nette und tolle Jungs.

In unserem privaten Umfeld gibt es einige Patchwork-Familien. Das funktioniert zum Glück bei den meisten echt gut. Ich glaube, wenn für die getrennten Eltern das Wohl des Kindes im Mittelpunkt steht, und nicht eigene Eitelkeiten und diverse Verletzungen, dann funktioniert das. Kann ja auch eine Bereicherung für alle sein. Und glückliche Eltern sind sicher besser für das Wohl des Kindes, als unglückliche und sich ständig streitende.

 

Das Interview führte Philipp Rothweiler.

"Heimat bedeutet sich zu Hause fühlen"
Interview mit Saskia Vester

Frau Vester, Irene verkörpert die klassisch traditionelle Hausfrau, ist die gute Seele der Familie und umsorgende Ehefrau. Dennoch ist sie eine moderne Frau, was zeichnet Irene ihrer Meinung nach besonders aus?

Sie hat Herz und Verstand und hält mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg.

Wie im Film sind Sie auch privat schon sehr lange verheiratet. Was ist ihrer Meinung nach das Geheimnis einer glücklichen Ehe. Und benötigt man dafür einen Trauschein?

Miteinander streiten können, miteinander lachen können und natürlich den Richtigen gefunden zu haben. Und – nein, man benötigt keinen Trauschein.

Sie verkörpern ja nicht zum ersten Mal eine Rolle in einem modernen Heimat-Format, zum Beispiel haben Sie auch beim "Schwarzwaldhof" mitgewirkt. Was bedeutet für Sie persönlich heute Heimat?

Schwer zu sagen. Südfrankreich ist Heimat, weil ich da als Kind schon jedes Jahr war. München  ist Heimat, weil ich hier lebe. Aber was Heimat bedeutet? Sich zu Hause zu fühlen?

 

Das Interview führte Philipp Rothweiler.

"Frauen sind eine Bereicherung für Feuerwehren"
Interview mit Franz Niggl, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bad Bayersoien (ein Drehort der Reihe)

Herr Niggl, wie trägt die Freiwillige Feuerwehr zum sozialen Leben und Zusammenhalt im Ort bei?

Die Freiwillige Feuerwehr übernimmt einen wichtigen Part in der Ortsgemeinschaft Bad Bayersoien.

Da ist auf der einen Seite der Feuerwehrverein, der sich mit den aktiven sowie passiven Feuerwehrdienstleistenden selbst finanziert (zum Beispiel durch Arbeitsdienst beim Seefest ‚Bad Bayersoien in Flammen‘) und die Einnahmen dann wieder zum größten Teil der Aktiven Wehr zur Unterstützung bereitstellt. Zudem gehört dem Verein auch eine eigene Fahnenabordnung an, die unsere Wehr bei den Hochfesten der Kirche, bei Jubiläen benachbarter Feuerwehren präsentiert, aber auch verstorbenen Kameraden die letzte Ehre erweist.

Auf der anderen Seite natürlich dann die Aktive Wehr, in diesen Bereich fällt der Abwehrende Brandschutz und die Technische Hilfeleistung. Wir unterstützen zum Beispiel unsere Einwohner bei Unwetterschäden, gehen in den Kindergarten, in die Schule und stellen den Kindern unsere Arbeit vor oder geben ihnen wichtige Tipps zu Notfällen. Zudem herrscht in unserer Feuerwehr ein sehr kameradschaftliches Verhältnis, wir üben bis zu 40 Mal im Jahr gemeinsam und unternehmen zusammen hin und wieder was.

Insgesamt kann man festhalten, dass die Feuerwehr einen sehr wichtigen Beitrag im Ort zum Sozialleben beiträgt, nicht umsonst ist der Schutzpatron der Feuerwehren der Heilige Florian. Und unser Leitspruch lautet: ‚Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr‘!

Die Freiwillige Feuerwehr löscht nicht nur Brände, sondern macht sehr viel mehr, als sich der normale Bürger so vorstellt. Was macht die Freiwillige Feuerwehrfrau noch aus?

Selbstverständlich ist der Abwehrende Brandschutz immer noch eine der Hauptaufgaben der Feuerwehr. Zum Glück blieben wir in unserem Ort in den letzten Jahren vor Großbränden verschont, hatten allerdings immer wieder schlimmere Zimmer- und Wohnungsbrände, die nur aufgrund unserer gut ausgebildeten und ausgestatteten Feuerwehrler bekämpft werden konnten. Hier natürlich auch ein herzliches "Vergilt’s Gott" an all unsere benachbarten Feuerwehren, zu denen wir ein sehr gutes kameradschaftliches Verhältnis haben und die uns bei manchen Einsätzen super unterstützen. Den größten Teil nimmt aber mittlerweile die Technische Hilfeleistung in Anspruch, unter der auch die Rettung eingeklemmter Personen nach Verkehrsunfällen fällt. Unser Ort liegt an der vielbefahrenen Bundesstraße 23, so werden wir mittlerweile auch immer mit schweren Verkehrsunfällen konfrontiert. Dass die Bevölkerung in Deutschland immer älter wird, merken auch wir hier auf dem Land und sind immer öfter mit Wohnungsöffnungen für den Rettungsdienst unterwegs. Da dieser im ländlichen Gebiet aber oft auch eine Anfahrt von mindestens zehn Minuten benötigt, leisten wir auch erste Hilfe, bis der erste Rettungswagen oder der in Murnau stationierte Rettungshubschrauber ‚Christoph Murnau’ eintrifft. Hinzu kommen natürlich auch noch die ganzen Brand- und Sicherheitswachen unter dem Jahr, wie zum Beispiel die Absicherung für Sportveranstaltungen, Festumzüge, Musikveranstaltungen, usw. Da kommen über das ganze Jahr sehr viele Stunden für die Feuerwehrler zusammen, die den kompletten Einsatzdienst absolut unentgeltlich übernehmen. Da ist absolute Rückendeckung der PartnerInnen und der Familie notwendig, da wir so gesehen 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr für die Bürger da sind, wenn ein Notfall eintritt.

Haben Frauen mittlerweile die Männerdomäne Freiwillige Feuerwehr erobert?

Ich weiß nicht, ob "erobern" der richtige Ausdruck dafür ist, jedoch haben sich mittlerweile sehr viele Mädchen und Frauen in verschiedensten Feuerwehren (Freiwillige Feuerwehr, Berufsfeuerwehr, Jugendfeuerwehr) super integriert.

Gibt es Schätzungen, wie groß der Anteil an Frauen mittlerweile ist?

Hier muss ich ein wenig trocken antworten, da ich die Antwort jetzt nicht spontan im Kopf habe. Laut dem ‚Netzwerk Feuerwehrfrauen‘ beträgt der Anteil an Damen bei Berufsfeuerwehren ca. 1,5%, bei Freiwilligen Feuerwehren aber immerhin knapp 7 %.

Inwieweit sind Frauen bei der FF eine Bereicherung?

Nicht inwieweit, sondern einfach kurz und knackig gesagt: Frauen sind eine Bereicherung für Feuerwehren! Egal ob im aktiven Einsatzdienst als Atemschutzgeräteträgerin, Mitglied in der Unterstützungsgruppe Einsatzleitung oder sogar als Kommandantin bis hin zu Funktionen im Feuerwehrverein als Kassier oder Schriftführerin. Damen gehen oftmals mit einem anderen Blick ans Einsatzgeschehen ran, wo wir Männer vielleicht mal nicht so den Blick dafür haben, sei es bei der Betreuung von Personen oder bei der Sauberkeit (grinst). Und aus Erfahrung kann ich zudem bestätigen, dass Feuerwehrfrauen sehr, sehr zuverlässig sind.

 

Das Interview führte Philipp Rothweiler.

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