Copyright: ZDF / Marius von Felbert
Copyright: ZDF / Marius von Felbert

Midnight Horror – drei Filme zum Fürchten

Das kleine Fernsehspiel

Im Februar 2022 präsentiert Das kleine Fernsehspiel in der Reihe "Midnight Horror" drei Spielfilme zum Fürchten.

  • ZDF, Ab Montag, 7. Februar, 2022, 0.15 Uhr im ZDF
  • ZDF Mediathek, Ab Mittwoch, 2. Februar 2022, 10.00 Uhr, 90 Tage lang in der ZDFmediathek

Texte

"German Angst" und "Midnight Horror"
Statement von Redakteur Christian Cloos

Dunkle Genres wie Thriller, Horror, Mystery und Science-Fiction-Dystopien können die Ängste ihrer Zeit spiegeln, gesellschaftliche Phobien und Neurosen freilegen, gefährliche Entwicklungen ins Bewusstsein holen - mit den Mitteln des emotionalen Films.

Aktuelle Umbrüche und multiple Bedrohungsszenarien bieten täglich neue Anlässe für eine Verarbeitung in dunklen Erzählformen, ja machen diese geradezu notwendig. Und wird den Deutschen nicht sowieso nachgesagt, von einer "German Angst" getrieben zu sein, grundiert von der Todessehnsucht der deutschen Romantik? Dann also rein in die filmische Konfrontationstherapie – Zeit für einen neuen Aufbruch im deutschen Genrefilm.

Und dieser findet bereits statt. In den vergangenen Jahren ist gerade unter jungen Filmschaffenden eine große Faszination für die dunklen Erzählformen zu spüren.

Die Redaktion Das kleine Fernsehspiel hat diese Impulse in ihrer Nachwuchsförderung aufgenommen und verstärkt. In unserer Reihe "Midnight Horror" sind aktuelle und ältere Beispiele zu sehen. Die Erstausstrahlung "Schlaf" von Michael Venus erzählt von drei schicksalhaft verbundenen Frauengenerationen und einer Dorfgemeinschaft, die von einem Alb und einer Serie von Selbstmorden heimgesucht wird. "Schlaf" verbindet Psychothriller und Heimatfilm mit Horrorelementen. Dieser Heimathorror bewegt sich traumwandlerisch auf den Spuren von cineastischen Verstörern wie David Lynch, nimmt sich aber auch den tatsächlichen politischen Horror aktueller Tage zur Brust. Mit "Rammbock" von Marvin Kren unterstützte das Kleine Fernsehspiel bereits 2010 einen der allerersten neuen deutschen Zombiefilme, der durch seine Kreuzung mit einer tragikomischen Liebesgeschichte absurde Züge der Apokalypse zulässt. In zwei vom Kleinen Fernsehspiel initiierten Thriller-Reihen unter dem Label "Die Stunde des Bösen" entstand 2017 "DETOUR" von Nina Vukovic, die ein Beziehungsdrama in einen finsteren, abgründigen Thriller hineintreibt.

Drei Filme junger Filmtalente, die ganz fürchterlich unterhalten – zum "Midnight Horror" der Fernsehausstrahlung oder zeitsouverän in der ZDFmediathek.

Schlaf

Montag, 7. Februar 2022, 0.15 Uhr, im ZDF
Ab Mittwoch, 2. Februar 2022, 10.00 Uhr, 90 Tage lang in der ZDFmediathek

Schlaf
Thriller, Deutschland 2020

Das kleine Fernsehspiel

Stab

Buch    Thomas Friedrich, Michael Venus
Regie    Michael Venus
KameraMarius von Felbert
SchnittSilke Olthoff
Musik             Johannes Lehniger, Sebastian Damerius
Szenenbild Lena Mundt
TonTim Stephan, Kevin Strauß
KostümePetra Kilian
ProduktionJunafilm in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel, gefördert von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, nordmedia, BKM, DFFF 
ProduzentinVerena Gräfe-Höft
RedaktionChristian Cloos (ZDF/Das kleine Fernsehspiel)

 

Die Rollen und ihre Darsteller*innen

Mona   Gro Swantje Kohlhof
MarleneSandra Hüller
Otto  August Schmölzer
Lore Marion Kracht
Waltrud  Agata Buzek
SchmidtMartina Schöne-Radunski
ChristophMax Hubacher
WolframAndreas Anke
Billie    Katharina Behrens
Dr. Herrero Samuel Weiss
Stimme im Radio Nadine Witt
Bürgermeister
Schierling 
Michael Schröter
Uwe Fahle     Stefan Böth
Max Häckel Frank Schroeder
KrankenschwesterBianca Riebow
Chor    Der FOXY CHOR
Junger Otto     Benjamin Heinrich
Junge Lore    Josefin Schäferhoff
Alex    Yun Huang
u.a.

 

Inhalt

Der Psycho-Thriller erzählt von drei schicksalhaft verbundenen Frauengenerationen und einer Dorfgemeinschaft, die von einem "Alb" und einer Serie von Selbstmorden heimgesucht wird.

Mona (22) lebt mit ihrer alleinstehenden Mutter Marlene (40) zusammen in Hamburg. Marlene leidet unter wiederkehrenden Albträumen. Präzise hat sie diese in ihren Traumtagebüchern festgehalten. In einer Zeitungsanzeige glaubt sie den realen Schauplatz ihrer Albträume entdeckt zu haben: das Hotel Sonnenhügel in Stainbach. Doch Mona, die sich gewissenhaft um ihre labile Mutter kümmert, glaubt ihr nicht. Heimlich reist Marlene in den idyllisch gelegenen Ort, wo sich ihre Befürchtungen bestätigen. Als sie erkennt, dass ihre Albträume in Verbindung mit drei Selbstmorden stehen, fällt sie in eine Schockstarre und landet in der Psychiatrie. Mona fühlt sich schuldig und will ihr helfen. Sie geht in Stainbach auf Spurensuche. Was ist dort geschehen? Was hat ihre Mutter so aus der Fassung gebracht? Otto, der mit unbeugsamem Optimismus versucht, das schlecht laufende Hotel Sonnenhügel in Schuss zu halten, unterstützt Monas Ermittlungen. Seine Frau Lore verhält sich hingegen sonderbar abweisend. In der ersten Nacht im Hotel wird Mona von einem Albtraum aufgewühlt, in dem sich ihr eine Unbekannte offenbart. Es ist der Auftakt einer Achterbahnfahrt in den verstörenden Abgrund von Monas unbekannter Familiengeschichte. Traum und Wirklichkeit verschwimmen. Ein alter Fluch schöpft durch Mona frische Kraft.

Michael Venus hat mit seinem Debütfilm "Schlaf" einen ungewöhnlichen Genrefilm geschaffen: Verwurzelt in der dunklen deutschen Romantik, bewandert in der Tradition des Horrorfilms, labyrinthisch erzählend wie bei David Lynch – Heimathorror in der deutschen Provinz.

Regie-Statement Michael Venus
Wie viele andere wurde ich durch die Märchen der Gebrüder Grimm an fiktiven Horror herangeführt. Durch das Wunderbare miteinander verbunden, können sie tröstliche Fluchtwege in die Fantasien ihrer Leserinnen und Leser vermitteln oder unvermittelt die Gestalt eines Schauermärchens annehmen. Das eine bekommt man nicht ohne das andere. Süßes oder Saures, Traum oder Albtraum – zwei Seiten eines Spiegels.  

Eines von Grimms Schauermärchen trägt den schlichten Titel "Frau Trude". Frau Trude wohnt im Wald, abseits der konformistischen, das heißt sicheren, Gesellschaft. Die strengen Eltern warnen ihr kleines Mädchen: "Sie ist eine böse Frau, die gottlose Dinge treibt, und wenn du zu ihr hingehst, so bist du unser Kind nicht mehr." Das Mädchen ist ungehorsam. Frau Trude empfängt es freundlich: "Ich habe schon lange auf dich gewartet." Und verwandelt das Kind in einen Holzblock, den sie vergnügt ins Feuer wirft. "Und als er in voller Glut war, setzte sie sich daneben, wärmte sich daran und sprach: Das leuchtet einmal hell!" Das Kind, das seinen natürlichen Impulsen folgend die Welt selbstständig begreifen möchte, wird in dieser Erzählung für seine Neugierde fürchterlich bestraft. Die Trude hingegen, von der wir in "Schlaf" erzählen, ist eine Verbündete aller Neugierigen. Sie lächelt ihnen aufmunternd zu.

Biografie Michael Venus (Regie und Co-Autor)
Michael Venus wurde in Jena geboren. Er studierte Visuelle Kommunikation an der Bauhaus-Universität Weimar. Im Anschluss arbeitete er als Producer beim KiKA und absolvierte ein Regiestudium an der Hamburg Media School, das er mit dem vielfach ausgezeichneten Kurzspielfilm "Roentgen" abschloss. Danach folgten weitere kurze, preisgekrönte Filmarbeiten, Commercials und Musikvideos. Mit Robert Lehniger inszenierte er "Eyjafjallajökull-Tam-Tam" am Residenztheater München. Außerdem schrieb er als Co-Autor Drehbücher, zum Beispiel zusammen mit Karen Köhler "Cowboy und Indianer", für das sie eine Nominierung für den Deutschen Drehbuchpreis 2019 erhielten. "Schlaf" ist Michael Venus' Debütfilm.

Preise und Auszeichnungen – eine Auswahl
Nominierungen für Preis der Deutschen Filmkritik 2020

Bester Erstlingsfilm (Michael Venus), Bestes Drehbuch (Thomas Friedrich, Michael Venus), Bester Schnitt (Silke Olthoff)

Nominierung Deutscher Schauspielpreis
Beste Nebendarstellerin (Marion Kracht)

Hardline Festival Regensburg
2. Platz Publikumspreis

ToHorror Fantastic Film Festival Turin 2020
Besondere Erwähnung der Jury

Anomaly -The Rochester Genre Film Festival 2020
Publikumspreis

Fantastic Fest in Gérademer 2021
Hauptpreis der Jury

Festivals – eine Auswahl

Berlinale 2020, Perspektive Deutsches Kino

Neuchâtel International Fantastic Filmfestival 2020

BiFan Bucheon Fantastic Filmfestival (Korea) 2020

Fantasia Festival Montreal 2020

Internationales Filmfestival Zürich 2020

Internationales Filmfestival Chicago 2020

Internationales Filmfestival Kairo 2020

Internationales Filmfestival Golden Horse Taipeh 2021

Rammbock

Montag, 14. Februar 2022 um 0.45 Uhr im ZDF
Ab Mittwoch, 2. Februar 2022, 90 Tage lang in der ZDFmediathek

Rammbock
Zombiefilm, Deutschland 2010

Stab

Buch     Benjamin Hessler
Regie   Marvin Kren
Kamera Moritz Schultheiss
SchnittSilke Olthoff
Musik  Marco Dreckkötter, Stefan Will
Ton   David Hilgers
SounddesignHanse Warns, Markus Stemler
Visual EffectsNorman Struwe
SzenenbildUlrich Frommhold
KostümJennifer Mäurer
Maske  Stefan von Essen, Nicole Koch, Susanne Knebel
ChoreografieJean Marc Lebon, Katelijne Philips-Lebon
ProducerinMelanie Berke
ProduzentinSigrid Hoerner
Produktion     moneypenny filmproduktion im Auftrag von ZDF/Das kleine Fernsehspiel
Redaktion Katharina Dufner
Länge   60 Min.

Die Rollen und ihre Darsteller*innen

Michael (Michi)     Michael Fuith
Harper   Theo Trebs
Gabi   Anka Graczyk
Anita  Emily Cox
Heike   Katelijne Philips-Lebon
Klaus Steffen Münster
Ulf   Andreas Schröders
ThorstenHarald Geil
Frau BramkampBrigitte Kren
Kai  Sebastian Achilles
DominikJörn Hentschel
Semra    Katharina Rivilis
Handwerker     Arno Kölker
ManniCarsten Behrendt
Polizeisprecher Ecki Hoffmann
Die vom Virus BefallenenGlen Curtis, Florentine Schara, Margrit Traupe,
Nenad Lucic, Manuel Völlink, Matthew Hashemian-Thomas,
Jean Marc Lebon, Birgit Smolka

 Inhalt

Michael reist von Österreich nach Berlin um seine Ex-Freundin Gabi zu überraschen. Dort muss Michael schnell feststellen, dass es größere Probleme als seinen Liebeskummer gibt: Um ihn herum scheinen immer mehr Menschen von einem schrecklichen Virus infiziert zu sein.

Im Norden Europas breitet sich in rasender Geschwindigkeit ein schreckliches Virus aus – die daran Erkrankten werden zu wütenden Bestien. Panik und Chaos machen sich breit. Aus Angst vor Ansteckung und aggressiven Übergriffen verbarrikadieren sich die noch Gesunden oder flüchten an vermeintlich sichere Orte. Genau zu diesem Zeitpunkt trifft der 35-jährige Michael in Berlin ein, um seine Ex-Freundin Gabi zurückzugewinnen. Einmal angekommen, bugsiert das Schicksal den 15-jährigen Harper in seine Obhut. Gegenseitig beschützen sie sich und andere vor tobenden Zombies. Dabei ist Michael vordergründig kein Actionheld, sondern eher ein Philanthrop mit stark ausgeprägtem Helfersyndrom – ein Liebender in Zeiten der Zombieapokalypse. Doch während die Stadt im Chaos versinkt, fehlt von Gabi jede Spur. Michael bangt um seine große Liebe.

Frage an Regisseur Marvin Kren und Autor Benjamin Hessler

Warum brauchen wir Zombies? Oder genauer: Warum sind wir so vernarrt in Zombie-Filme und so heiß darauf, endlich selbst einen zu machen?

Marvin Kren: Als ich etwa sieben Jahre alt war, habe ich eines Nachts allein in der elternfreien Wohnung George A. Romeros "Night of the Living Dead" im Fernsehen gesehen. Trotz des großen Unheils, das sich hier vor meinen Kinderaugen abspielte, und der unglaublichen Angst, die sich in meinem gesamten kleinen Körper breitmachte, konnte ich den Fernseher nicht abschalten. Zu groß war der Nervenkitzel und die Faszination gegenüber diesen in monochromer Farbgebung in Horden wandelnden und stöhnenden Ungeheuern in Menschengestalt.

Benjamin Hessler: Ich habe keine bewusste Erinnerung mehr an den ersten Zombie-Film, den ich gesehen habe – wahrscheinlich hat mein kindliches Gehirn sie in den tiefsten Traumakeller des Unbewussten gesperrt. Dort sitzt sie nun und gibt beharrlich Klopfzeichen, sodass ich heute noch jede neue Wohnung zuerst danach beurteile, wie gut sie sich im Ernstfall gegen die Zombie-Armeen befestigen lässt. Als Autor wünsche ich mir daher nichts sehnlicher, als die im Laufe der Jahre gesammelte, diesbezügliche Expertise im Rahmen eines Zombie-Films zum Einsatz zu bringen.

Marvin Kren und Benjamin Hessler: Unser persönlicher Grund lautet also mit einem Satz: Wir schulden es denen, die wir vor 20 Jahren waren. Und um den beiden gerecht zu werden, möchten wir hier kurz definieren, was wir meinen, wenn wir vom Zombie-Genre sprechen. Wir denken nicht an die expliziten Gewaltdarstellungen. Close-Ups von erschossenen, zerstampften oder gespaltenen Schädeln fesseln uns eigentlich weniger und machen für uns keinen guten Zombie-Film aus. Ein weitverbreiteter Irrglaube besteht darin, dass die heraushängenden Gedärme das wesentliche Merkmal des Zombie-Genres sind.

Ist George A. Romeros Underground-Klassiker zwar wegweisend, steht seine Brutalität dennoch in keinem Verhältnis zu den Gewaltdarstellungen seiner Epigonen aus den 70ern und 80ern, die sich in der Darstellung brutaler und blutiger Inhalte gegenseitig zu übertreffen versuchten. Das Zombie-Genre bot dem Gore- und Splatter-Film eine ideale Bühne und wird deswegen irrtümlich mit ihm verwechselt.

Aber das Wesen des Zombie-Films in unserem Sinne ist ein anderes. Es ist die Vorstellung, dass wir selbst unsere größten Feinde sind, die das Schreckliche und damit den Reiz des Genres ausmachen. Wir verstehen die hirntoten Wesen in Menschengestalt als sehr direkte, aber umso wirksamere Metapher für die hausgemachten Gefahren unserer Gesellschaft. Das fasziniert uns als Filmemacher ebenso wie als Mitglieder dieser Gesellschaft.

Es geht uns um die fleischgewordene, irrationale Angst vor uns selbst. Die Angst, Opfer zu werden. Opfer der Wirtschaftskrise, eines kulturellen und sozialen Umbruchs, multipliziert mit sozialen Unruhen und getragen von einer menschenvernichtenden Seuche. Alles weltumspannend. Die täglichen Nachrichten von Terrorismus, Kriegen, Naturkatastrophen, immer neuen Viruserkrankungen und sozialen Unruhen scheinen keinen anderen Schluss zuzulassen: Der Untergang steht kurz bevor. Und wir alle, Brüder und Schwestern des apokalyptischen Nervenkitzels, haben im Zombie-Film die Möglichkeit, uns diesen Ängsten in sublimierter Form zu stellen. Egal wie schrecklich und realistisch die Geschichte auf uns wirkt – der unbestreitbar fiktionale Charakter des Gesehenen kann uns niemals gefährden. Das Zombie-Genre in diesem Sinn ist als Reaktion auf gesellschaftliche Untergangsstimmung zu verstehen und dementsprechend zahlreich und profiliert sind die Zombie-Filme der heutigen Zeit.

Preise und Auszeichnungen – eine Auswahl

new berlin film award 2010
"Bester Spielfilm"

Diagonale 2010
Zwei "Lobende Erwähnungen"

Max-Ophüls-Preis 2010
"Publikumspreis Bester mittellanger Film"

Festivals – eine Auswahl

Locarno Filmfestival 2010 

Fünf Seen Filmfestival 2010

Achtung Berlin new berlin film award 2010, Eröffnungsfilm

Diagonale 2010

31. Max Ophüls Preis Filmfestival 2010 

Biografie Marvin Kren (Regie)

Geboren 1980 in Wien, schloss Marvin Kren sein Studium für europäische Wirtschafts- und Unternehmensführung mit einer Diplomarbeit zum Thema "Finanzierung und Marketing österreichischer Kinospielfilme" mit Magister FH in Wien ab. Während dieses Studiums und in der Zeit danach arbeitete er im Bereich Kamera und Regie für verschiedene Produktionsfirmen, unter anderem als Casting- und Video-Assistent. Außerdem hatte er Auftritte als Schauspieler in Kino- und Fernsehspielfilmen. Ab 2006 absolvierte er ein Filmstudium an der Hamburg Media School, das er mit dem Kurzfilm "Schautag" abschloss. "Rammbock" ist sein Debütfilm, sein zweiter Horrorfilm "Blutgletscher" (2012) wurde auf diversen Filmfestivals ausgezeichnet. Seitdem führte Kren Regie bei mehreren "Tatort"-Folgen, dem Kriminalfilm "Mordkommission Berlin 1" (2015), bei der ersten Staffel der Serie "4 Blocks" sowie bei "Grenzland" (2017), "Freud" (2019) "Vienna Blood" (2020, Staffel 2, Folge 1) und "Der weiße Kobold (2021).

Biografie Benjamin Hessler (Buch)

Benjamin Hessler wurde 1978 in Bochum geboren.1997 begann er, für Tageszeitungen, Zeitschriften und Anthologien zu schreiben. Er studierte von 2000 bis 2005 englische Philologie, Vergleichende Literaturwissenschaft und Öffentliches Recht in Münster und begann 2006 ein Studium an der Hamburg Media School im Fachbereich Drehbuch, das er 2008 mit dem Kurzfilm "Schautag" abschloss. Nach "Rammbock" (2010) schrieb Benjamin Hessler Drehbücher für mehrere "Tatort"-Folgen, für Serien wie "Lutter", (2013 - 2015), "4 Blocks" (2016), "Falk" (2020) und "Freud" (2020) sowie für die Spielfilme "Blutgletscher" (2012), "Das Millionen Rennen" (2012), "Mordkommission Berlin1" (2015), "Mord mit Aussicht" (2015) und "Größer als im Fernsehen" (2019).

DETOUR

Montag, 21. Februar 2022, um 1.00 Uhr im ZDF
Ab Mittwoch, 2. Februar 2022, 90 Tage lang in der ZDFmediathek

DETOUR
Psycho-Thriller, Deutschland 2017 (Wiederholung)

Stab

RegieNina Vukovic
BuchNina Vukovic, Benjamin Talsik
Kamera  Tobias von dem Borne
Schnitt Nina Vukovic, Benjamin Talsik
SzenenbildUli Friedrichs
Ton Kai Ziarkowski
MusikLeonard Petersen
ProduktionsleitungSimon Rühlemann
HerstellungsleitungJakob Neuhäusser 
Produzent  Benjamin Talsik
ProduktionSIAMANTO FILM in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel
und DFFB, mit Unterstützung des Medienboards Berlin-Brandenburg.
RedaktionJörg Schneider
Länge 77 Minuten

Die Rollen und ihre Darsteller*innen

Alma     Luise Heyer
Jan  Alex Brendemühl
Bruno Lars Rudolph
Juri Ilja Bultmann

 

Inhalt

Eine Frau trifft bei ihrer Flucht mit einem Kind auf einen Einzelgänger, der sich in den Gedanken verrennt, er habe in ihr endlich jemanden gefunden, der ihn versteht.

Alma und Jan haben eine Affäre, doch Jan will sich nicht dazu bekennen. Um ihn zu zwingen, zu ihrer Beziehung zu stehen, nimmt Alma Jans kleinen Sohn Juri heimlich mit auf eine Reise. Mit dem Lieferanten Bruno fahren die beiden nach Berlin. Bruno erkennt Almas Ausgestoßensein von der Welt und verrennt sich in den Gedanken, sie könnte vielleicht jemand sein, der ihn versteht. Auf einer Raststätte versucht er, ihr auf unbeholfene Weise näher zu kommen. Doch Alma blockt ab. Sie verletzt Bruno damit unwissentlich derart, dass er alle Hemmungen fallen lässt. Während Bruno bis dahin eher heimlich mit der Hoffnung spielte und ziellos versuchte, Kontakt zu knüpfen, will er sich nun nehmen, was ihm sonst verweigert wird. Es folgt ein Albtraum.

"DETOUR" kombiniert auf ungewöhnliche Weise das Genre des Familiendramas mit einem Thriller-Plot und hebt das emotionale Thema so auf eine existenzielle Ebene. Der Psycho-Thriller ist Nina Vukovics Abschlussfilm an der DFFB.

Regiestatement Nina Vukovic 

"DETOUR" folgt der sozialen Abzweigung von Menschen, die den Anschluss an "die Anderen" längst verloren haben. Wir folgen ihrem verzweifelten Bedürfnis, auf irgendeine Weise in Kontakt mit ihrer Umgebung zu treten. Jan, unfähig zur Bindung, bewirkt, dass Alma sich mit Juri davonmacht. Diese Unfähigkeit setzt die Tragödie in Gang. So trifft Alma auf Bruno, einen Drifter, dessen heillose Einsamkeit überspielt wird von einem gleichgültigen Ennui.

Bruno ist roh und zärtlich zugleich. Er versucht krampfhaft das nachzuahmen, was er um sich herum ständig beobachten kann, woran er selbst aber nicht teilhat: simple, mühelose, menschliche Beziehungen. In ihm scheint für eine Weile die Hoffnung aufzukeimen, dass er und Alma in ihrem Ausgestoßensein eine Brücke zueinander aufbauen könnten. Doch das gelingt nicht und endet in einem fatalen Missverständnis. Bruno übernimmt, wie in einem haltlosen Albtraum, das Ruder.

Die Autobahn und die temporäre Welt der Raststätten ist die Heimat der Anonymen, der Umherstreifenden, der Heimatlosen, aber auch derjenigen, die nicht tiefer eintauchen wollen in die Welt der anderen. Sie ist ein Sinnbild für temporäre menschliche Beziehungen, die periphere Anteilnahme am Leben. Wir schaffen es, für die Länge einer Currywurst zuzuhören, Musik ist das Verhindern von Stille durch vulgäres Formatradio, Glück ist ein Spielautomat in einer Spielhalle. Selbst das Klo funktioniert nur bezahlt, die Liebe wartet als Pornoheft im Handschuhfach, und Hoffnung gibt es nur noch in Form eines Wackel-Jesus auf dem Armaturenbrett.

Das ist die Welt von "DETOUR". Gegen diese Welt und ihre Stellvertreter stemmen sich Brunos Unterströmungen von Wut, Unzulänglichkeit und dem ungestillten Wunsch nach menschlicher Nähe und richten Schlimmes an.

Festivals und Nominierungen – eine Auswahl

Filmfest München 2017
Nominierung für den Förderpreis Neuer Deutscher Film in den Kategorien Buch, Regie & Produktion

First Steps Award 2017
Nominierung in der Kategorie "Abendfüllende Spielfilme"

Biografie Nina Vukovic

Nina Vukovic studierte von 2002 bis 2005 Drehbuch an der Filmakademie Baden-Württemberg. Ihr erster Langfilm als Drehbuchautorin ("Nimmermeer") gewann den Studenten Oscar 2007. Von 2007 bis 2009 war Vukovic Stipendiatin der Markel-Stiftung, ein Stipendienprogramm der Robert-Bosch-Stiftung. Von 2007 bis 2014 folgte ein Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB), das sie mit "DETOUR" beendete. Nina Vukovic wurde 2018 als eine der ersten beiden Regisseurinnen für das ZDF-Förderprogramm für Nachwuchsregisseurinnen ausgewählt. Sie führte u. a. Regie bei zwei Folgen der "Soko Köln" (2019) sowie bei den Filmen "Am Ende der Worte" (2020), bei "Rosamunde Pilcher: Vier Luftballons und ein Todesfall" (2021) und beim "Tatort" Köln (2021).

Weitere Informationen

Fotos: (06131) 70-16100 oder über https://presseportal.zdf.de/presse/midnighthorror

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