ZDFinfo-Doku "Die Deutschen und der Holocaust" über den Stand der VergangenheitsbewätltigungFoto: ZDF/epd/Ralf Maro
ZDFinfo-Doku "Die Deutschen und der Holocaust" über den Stand der VergangenheitsbewätltigungFoto: ZDF/epd/Ralf Maro

Neue Geschichts-Dokus in ZDFinfo

Die Deutschen und der Holocaust / Pompeji – Protokoll einer Katastrophe / Tatort Pyramide

Die Erinnerungskultur der Deutschen galt lange als vorbildlich, doch dieses Bild wandelt sich: Rechte Kräfte sind wieder auf dem Vormarsch. Soziale Netzwerke wirken als Beschleuniger von Prozessen, in denen die Geschichte des Nationalsozialismus und der Vernichtung der Juden neu gedeutet wird. Wie verändert sich das Gedenken an den Holocaust? Im Rahmen eines Thementages zur NS-Zeit, unter anderem mit Dokus aus der Reihe "Die Wahrheit über den Holocaust", sendet ZDFinfo am Samstag, 5. Dezember 2020, 20.15 Uhr die neue Doku "Die Deutschen und der Holocaust". ZDFinfo bietet im Dezember zudem neue Dokus über Pompeji und antike Grabräuber.

  • ZDF info, Sa., 5. Dezember 2020, 20.15 Uhr / Fr., 11. Dezember 2020, 20.15 Uhr / Fr.., 18. Dezember 2020, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, ab Samstag, 5. Dezember 2020, 10.00 Uhr

Texte

Sendetermine

Samstag, 5. Dezember 2020, 20.15 Uhr, ZDFinfo

Die Deutschen und der Holocaust – Schluss mit dem Schlussstrich?

Film von Felix Brumm

Produktion: Eco Media
Redaktion: Michael Scheuch
Länge: ca. 43 Minuten

 

Freitag, 11. Dezember 2020, 20.15 Uhr, ZDFinfo

Pompeji – Protokoll einer Katastrophe

Produktion: Newen Distrbution
Redaktion: Amira Mesic
Länge: ca. 44 Minuten

 

Freitag, 18. Dezember 2020, 20.15 Uhr, ZDFinfo

Tatort Pyramide – Grabräubern auf der Spur

Film von Stuart Elliot

Produktion: windfallfilms
Redaktion: Amira Mesic
Länge: ca. 44 Minuten

 

Samstag, 19. Dezember 2020, 20.15 bis 22.30 Uhr, ZDFinfo

Hitlers Sklaven auf der Spur – Die Geschichte der NS-Zwangsarbeiter

20.15 Uhr: Ausbeutung
21.00 Uhr: Vernichtung
21.45 Uhr: Sühne

Produktion: Probono
Redaktion: Biggi Seybold, Annette Harlfinger
Länge: 3 x ca. 44 Minuten

Die Deutschen und der Holocaust – Schluss mit dem Schlussstrich?

Die Erinnerungskultur der Deutschen galt lange als vorbildlich, doch dieses Bild wandelt sich: Rechte Kräfte sind wieder auf dem Vormarsch. Soziale Netzwerke wirken als Beschleuniger von Prozessen, in denen die Geschichte des Nationalsozialismus und der Vernichtung der Juden neu gedeutet wird. Wie verändert sich das Gedenken an den Holocaust? Tritt die Erinnerung in den Hintergrund?

Dabei ist Deutschland polarisiert wie lange nicht. Der Aufstieg der AfD, das Attentat von Halle und Hakenkreuz-Schmierereien in fast jeder Kalenderwoche, dazu rechte Netzwerke in Polizei und Bundeswehr, Holocaustleugner in sozialen Medien und Judensterne auf Corona-Demos. Wie groß ist die Gefahr von rechts?

Eine exklusive Umfrage für diese ZDFinfo-Doku zeigt: Das Wissen der Deutschen hat noch immer große Lücken. Zwar wissen 77 Prozent der Befragten, dass der Holocaust die Vernichtung der Juden meint. Doch knapp ein Viertel (23 Prozent) gibt eine falsche Antwort oder weiß nichts mit dem Begriff anzufangen. Jede vierte Person (26 Prozent) gesteht ihre Wissenslücken auch ein und gibt an, wenig oder nichts über den Holocaust zu wissen.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Ein nicht unerheblicher Teil der Befragten möchte mit der Vergangenheit am liebsten abschließen. Ganze 28 Prozent stimmen der Aussage zu, die Deutschen sollten einen Schlussstrich unter die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus ziehen.

Der Sozialwissenschaftler Samuel Salzborn sieht bei vielen Deutschen ein Bedürfnis nach "kollektiver Unschuld". Er sagt im Interview: "Es ist die größte Lebenslüge der Bundesrepublik zu behaupten, man habe die Schoa aufgearbeitet, sich mit dem Nationalsozialismus intensiv auseinandergesetzt."

Tatsächlich denkt knapp die Hälfte der Befragten (47 Prozent), die meisten Deutschen damals hätten "nicht so viel" bis keinerlei Schuld an der Vernichtung der Juden getragen. 81 Prozent der Befragten sagen, vom Holocaust hätten die meisten Deutschen nichts oder nichts Genaues gewusst.

Dass Antisemitismus auch im heutigen Deutschland ein Problem ist, glaubt nur eine Minderheit der Befragten. 78 Prozent der Befragten sind der Meinung, es gebe heute kaum bis keine Judenfeindlichkeit in Deutschland.

Stephan J. Kramer, Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes, sieht akuten Handlungsbedarf: "Ich fordere von der Politik, dass wir die mittlerweile drei Antisemitismusberichte im Deutschen Bundestag, die fast jährlichen Resolutionen, ernst nehmen. Wir brauchen keine Sonntagsreden, sondern wir brauchen Action."

Symptomatisch für den schwierigen Umgang mit dem Gedenken und der Gedächtniskultur ist die Antwort auf die Frage, ob bekannt ist, auf welches Ereignis der Holocaust-Gedenktag am 27. Januar zurückgeht. Nur 20 Prozent der Befragten nennen die Befreiung von Auschwitz als Anlass, 11 Prozent geben eine falsche Antwort und 69 geben an, den Grund nicht zu kennen.

Wie gehen die Deutschen 75 Jahre nach Kriegsende mit ihrer dunklen Vergangenheit um? Ziehen sie die richtigen Lehren aus der Geschichte? Wie stark sind die Kräfte, die gar einen Schlussstrich unter die Vergangenheitsbewältigung ziehen wollen?  

Der Anschlag von Halle 2019 zeigt, dass Antisemitismus in Deutschland wieder eskalieren kann. Der angeklagte Stephan Balliet hatte sich still und leise im Netz radikalisiert. Dort kursiert auch antisemitische Hetze. Der Film wirft einen Blick auf die rechte Online-Szene und zeigt, wie sie sich in der Corona-Krise auch ganz offen mit auf die Straße wagt.

Zugleich kommen auch in staatlichen Sicherheitsbehörden, in Polizei und Bundeswehr, in Justiz und Verfassungsschutz, zunehmend rechte Tendenzen ans Licht. Was lässt sich dagegen tun? Der Film begleitet junge Polizeianwärter bei einem Rundgang durch die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen. Dort wird die historische Verantwortung für die angehenden Polizisten spürbar.

Die deutsche Polizei verzeichnete 2019 so viele antisemitische Delikte wie seit 2001 nicht mehr. Um Vorurteile gegen Juden zu bekämpfen, gehen im Rahmen der Initiative "Meet A Jew" junge jüdische Menschen wie Noam und Galina in Schulklassen und geben Einblicke in ihre Religion und ihr Leben. Die jungen Frauen wollen zeigen: Jüdisches Leben in Deutschland ist stark und vielfältig.

Wie sich der Holocaust auch kommenden Generationen vermittelt lässt, das erforscht in München ein Team von Wissenschaftlern um Anja Ballis. Das Team hat Holocaust-Überlebenden 1000 Fragen gestellt und sie mit modernster Technik als 3D-Projektionen aufgezeichnet. Für unseren Film testen erstmals Schüler die neue Technik.

Die Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für diese ZDFinfo-Doku basiert auf 1.029 Interviews, die vom 20. bis 22. Juli 2020 telefonisch in Deutschland durchgeführt wurden. Die Umfrage ist repräsentativ für die deutschen Wahlberechtigten.

Im Anschluss an die neue Dokumentation über den Stand der Vergangenheitsbewältigung zeigt ZDFinfo von 21.00 bis 24.00 Uhr in vier Folgen "Die Jahreschronik des Dritten Reiches" von 1933 bis 1945. 

Pompeji – Protokoll einer Katastrophe

Innerhalb von 48 Stunden begrub der Ascheregen des Vesuv die römische Stadt Pompeji unter sich. Der Vulkanausbruch sorgte vor fast 2000 Jahren für ein Inferno.

Spezialisten und 3-D-Rekonstruktionen Pompejis lassen Sekunde für Sekunde einer der berühmtesten Katastrophen der Geschichte lebendig werden. Konserviert unter der Vulkanasche, haben Archäologen die Möglichkeit einer unglaublichen Momentaufnahme des Desasters.

Die Dokumentation protokolliert die letzten Stunden der mehr als 2000 Menschen, die bei dieser fatalen Katastrophe starben. Wie kam es zum Ausbruch des Vesuv? Warum sahen die Bewohner den Ausbruch nicht kommen? Warum konnten sie nicht fliehen?

Heute gilt Pompeji als "größtes antikes Freilichtmuseum" und ist eine der am besten erhaltenen Ruinenstädte der Antike. Jedes Jahr wandern mehr als drei Millionen Besucher durch die Überreste. 79 nach Christus erstarrt unter einer Schicht aus Lava, Schlamm und Asche, sind die Funde ein wahrer Schatz für Archäologen und Besucher, denn sie zeigen bemerkenswerte Szenen aus dem täglichen Leben der Römer. Gebäude, Plätze, Kunstwerke und Alltagsgegenstände sind erstaunlich gut erhalten.

Tatort Pyramide – Grabräubern auf der Spur

In der kargen Wüste Nord-Ägyptens machen Archäologen eine erstaunliche Entdeckung: Überreste einer 4000 Jahre alten Pyramide und eine Grabkammer im Fundament geben Rätsel auf.

Die Forscher sind sicher: Sie sind auf einen antiken Tatort gestoßen. Das Team um den Ägyptologen Dr. Mark Lehner erkundet die düstere Welt der antiken Grabräuber. Die im Grab gefundenen Holzfragmente zeigen einen Sargdeckel mit weiblichem Gesicht.

Anders als bei vielen derartigen Funden ist die Kammer noch immer mit einem zehn Tonnen schweren Granitstein versiegelt. Die Archäologen legen das Grab frei und entdecken eine reich verzierte Holzkiste. Der Inhalt: nur Knochenfragmente. Waren doch schon Grabräuber am Werk?

Hitlers Sklaven auf der Spur – Die Geschichte der NS-Zwangsarbeiter

Zwangsarbeit in Nazideutschland war ein Massenphänomen – vom Regime organisiert, von der Gesellschaft getragen. Der Einsatz von Zwangsarbeitern im Reich geschah vor aller Augen.

Die Opfer waren nicht nur Kriegsgefangene, sondern meist Zivilisten. Viele Frauen und auch Kinder zählten zu den Opfern. 13 Millionen Zwangsarbeiter wurden ins Reich verschleppt. Etwa jeder Fünfte überlebte die Sklavenarbeit für die Deutschen nicht.

Die Dokumentation "Hitlers Sklaven – Die Geschichte der NS-Zwangsarbeiter" erzählt die Geschichte der Zwangsarbeiter und zeigt das System der NS-Zwangsarbeit an Einzelschicksalen. Die Filme vereinen wissenschaftliche Analysen mit persönlichen Erlebnissen von ehemaligen Zwangsarbeitskräften oder ihren Nachkommen.

Infos zu ZDFinfo

Die Wissensvermittlung bleibt der Markenkern von ZDFinfo – mit langen Dokumentationsstrecken aus den Bereichen Zeitgeschichte, Gesellschaft, Politik und Wissenschaft. Wissens-Dokus im "Fernsehen zum Mitreden" sind gefragt: Im Monat Oktober 2020 erreichte ZDFinfo einen Marktanteil von 1,6 Prozent bei den Zuschauern gesamt und 1,8 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen.

Im gesamten Jahr 2019 erreichte ZDFinfo einen Marktanteil von 1,5 Prozent bei den Zuschauern gesamt und 1,5 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen.

Im gesamten Jahr 2018 erreichte ZDFinfo einen Marktanteil von 1,4 Prozent bei Zuschauer gesamt und in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen.

Zur Entwicklung der Marktanteile:

ZDFinfo erreichte 2017 bei den Zuschauern gesamt einen Marktanteil von 1,2 Prozent – und steigerte seinen Marktanteil in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen auf 1,3 Prozent. 2016 hatte der Digitalsender gegenüber 2015 um 0,2 Prozent zugelegt. Der Sender erreichte sowohl bei den Zuschauern gesamt als auch in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen einen Marktanteil von 1,2 Prozent. Im Jahr 2015 erreichte ZDFinfo 1,1 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen und 1,0 Prozent bei den Zuschauern gesamt. 2014 lag der Marktanteil beim Gesamtpublikum und in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen bei 0,9 Prozent. Beim Start 2011 hatte ZDFinfo lediglich 0,1 Prozent Marktanteil und ist seitdem kontinuierlich gewachsen.

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