ZDFinfo mit neuen Folgen aus der Reihe "Mythos – Die größten Rätsel der Geschichte". Foto: ZDF/Tobias Lenz
ZDFinfo mit neuen Folgen aus der Reihe "Mythos – Die größten Rätsel der Geschichte". Foto: ZDF/Tobias Lenz

Neue Geschichts-Dokus in ZDFinfo

Mythos – Die größten Rätsel der Geschichte

ZDFinfo setzt seine Reihe "Mythos – Die großen Rätsel der Geschichte" fort. Die neuen Folgen reichen vom "Geheimnis der Illuminaten" bis zu "Seeungeheuern", mystischen Kreaturen, die antike Seefahrer in die Meerestiefe gezogen haben sollen. Zudem hat ZDFinfo die neue Geschichtsreihe "History Deutschland" im Programm, die auf "Meilensteine und Mythen" aus der deutschen Nachkriegsgeschichte blickt.

  • ZDF info, Montag, 1. November 2021, 20.15 bis 24.00 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Donnerstag, 28. Oktober 2021, 5.00 Uhr

Texte

Sendetermine

Montag, 1. November 2021, 20.15 bis 24.00 Uhr, ZDFinfo
Ab Donnerstag, 28. Oktober 2021, 5.00 Uhr, in der ZDFmediathek

Mythos – Die größten Rätsel der Geschichte

20.15 Uhr: Das Geheimnis der Illuminaten (Film von Susanne Rostosky und Liv Appolonia Scharbatke)
21.00 Uhr: Vampire (Film von Vivien Schwarzenberg)
21.45 Uhr: Frankenstein (Film von Daniela Eberl)
22.30 Uhr: Nostradamus (Film von Vivien Schwarzenberg)
23.15 Uhr: Seeungeheuer (Film von Alexander Landsberger und Stefanie Hass)

Produktion: Story House Productions
Redaktion: Christoph Pöthke, Christian Deick, Annette Harlfinger
Länge: 5 x ca. 44 Minuten

 

Dienstag, 9. November 2021, 20.15 bis 22.30 Uhr, ZDFinfo
Ab Donnerstag, 4. November 2021, 5.00 Uhr, in der ZDFmediathek

History Deutschland – Meilensteine und Mythen

20.15 Uhr: Der Westen (Film von Thomas Hies)
21.00 Uhr: Die DDR (Film von Tobias Wiethoff)
21.45 Uhr: Nach der Einheit (Film von Ulrike Brincker

Produktion: Docuvista
Redaktion: Kathrin Beck, Annette Harlfinger
Länge: 3 x ca. 43 Minuten

 

Sonntag, 21. November 2021, 20.15 bis 21.45 Uhr, ZDFinfo

Hitlers Reich privat

20.15 Uhr: Trügerischer Sieg
21.00 Uhr: Bombenkrieg

Film von Joachim Castan

Produktion: Filmkontor
Redaktion: Christian Deick, Annette Harlfinger
Länge: 2 x ca. 43 Minuten

 

Dienstag, 30. November 2021, 20.15 bis 0.45 Uhr, ZDFinfo
Ab Sonntag, 28. November 2021, 5.00 Uhr, in der ZDFmediathek

War of Thrones – Krieg der Könige

20.15 Uhr: Ein protestantischer König
21.00 Uhr: Liebe statt Gewalt
21.45 Uhr: Europa im Wandel
22.30 Uhr: Neue Fronten
23.15 Uhr: Habsburger gegen Bourbonen
24.00 Uhr: Die Geburt des Sonnenkönigs

Produktion: Pernel Media
Redaktion: Sonja Rode, Ursula Hopf
Länge: 6 x ca. 44 Minuten

Mythos – Die größten Rätsel der Geschichte

Das Geheimnis der Illuminaten

Vor über 200 Jahren gründete Adam Weishaupt den Geheimbund der Illuminaten. Seitdem gelten sie als mysteriöse Weltverschwörer. Wer waren die Illuminaten wirklich? Und gibt es sie noch heute?

1776 versammelten sich die ersten Mitglieder des Geheimordens im bayerischen Ingolstadt. Der bislang noch unbekannte Männerbund hatte große Ziele. Ihr Gedankengut war revolutionär und zugleich strengstens verboten. Ein Mythos, der die Forschung bis heute fasziniert.

Sie nannten sich die "Erleuchteten" und wollten einen Staat ohne Feudalismus: Die Illuminaten gelten als erster Geheimbund der Neuzeit. Ihre politischen Interessen und Ziele entsprachen der Aufklärung: Die Vormachtstellung der Kirche und des Adels war ihnen ein Dorn im Auge. Doch gerade mal zehn Jahre nach ihrer Gründung wurden die Illuminaten bereits in Bayern verboten und mussten fliehen.

Konnte der Orden im Verborgenen weiter bestehen bleiben? Seine geheimen Symbole begegnen uns noch heute immer wieder: vermeintlich in Tätowierungen und Handzeichen von Popstars wie Jay-Z oder Lady Gaga. Aber auch die Ein-Dollar-Note oder die Stadtarchitektur von Karlsruhe scheinen die Handschrift des Geheimordens zu tragen. Wie kann das sein?

Auf YouTube lassen sich allerlei skurrile Theorien dazu finden. Wie einfach es sein kann, diesen Glauben zu schenken, weiß Gerald Buttinger. Er war selbst einst Mitglied der Verschwörungsszene. Aber warum neigt der Mensch zu solchem Aberglauben? Ein Experiment zeigt, wie schnell er das Schicksal im Zufall sieht und anfängt, Muster zu erkennen. Lässt sich die angebliche Existenz der Illuminaten sogar wissenschaftlich widerlegen?

Eine lang verschwunden geglaubte Dokumentensammlung, die sogenannte Schwedenkiste, befindet sich heute im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin. Liefert sie den Beweis für ein Ende der Illuminaten im späten 18. Jahrhundert? Mithilfe von Expertinnen und Experten sowie mit Experimenten geht der Film dem Mythos der Illuminaten auf den Grund.

 

Vampire

Eine blutdürstige Gestalt, kreidebleich, mit langen Zähnen – der Vampir. Ob Ausgeburt des Teufels oder unsterbliches Idol: Sein Mythos reicht weit in unsere Geschichte zurück.

Seit Jahrhunderten kursieren Berichte über Untote, die nachts aus ihren Gräbern aufsteigen und die Lebenden heimsuchen. Die Angst vor ihnen ist uralt, der Glaube an sie auch heute noch gegenwärtig. Was steckt wirklich hinter dem Mythos Vampir?

Bram Stokers "Dracula" wird zum Synonym für die Gestalt des Vampirs schlechthin – bis heute prägt er das populäre Bild, das seither etliche Filme und Romane dominiert. Doch warum wird gerade der Vampir zu einer der beliebtesten Horrorgestalten?

Der Gruselromanautor Jacques Sirgent sucht die Antwort auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise. Dieser bietet Raum für zahlreiche Legenden, die seinen Glauben an Vampire und Untote bestärken.

Wie weit die Angst vor den Untoten ging, weiß Archäologe Daniel Nösler. Er untersucht Gräber mit auffällig bestatteten Skeletten und findet weltweit Hinweise darauf, dass Tote daran gehindert werden sollten, aus ihren Gräbern zu steigen. Bei diesen Toten handelt es sich oft um Verbrecher. Warum sind besonders Hingerichtete betroffen?

Ein wichtiges Motiv eines jeden Vampirs ist sein unstillbarer Durst nach Blut, um ewig zu leben und jung zu bleiben. Schon im Mittelalter tauchen Gerüchte auf, nach denen Blut eine verjüngende Wirkung haben soll. Eine Idee, die auch die heutige Forschung beschäftigt. Wissenschaftler an der Stanford University scheinen diese Annahme zu bestätigen. Geht damit der Traum nach ewiger Jugend in Erfüllung?

In Südosteuropa fürchtet man Vampire als Dämonen. 2004 gräbt ein Rumäne den Leichnam seines Bruders aus, um dessen Herz herauszuschneiden, zu verbrennen und die Asche zu trinken – ein uralter Brauch zum Schutz vor Vampiren. Die Angst vor ihnen verbreitet sich im 18. Jahrhundert in ganz Westeuropa. Die Vampirkrankheit befällt die Menschen. Gerichtsmedizinerin Silke Grabherr hat eine Theorie, was es damit auf sich hat.

Gemeinsam mit Expertinnen und Experten betrachtet der Film den Mythos der Vampire und erforscht den noch heute lebendigen Glauben an sie.

 

Frankenstein

Es ist die bekannteste Monstergeschichte der Welt: Frankenstein. In ihr erschafft ein Medizinstudent einen künstlichen Menschen und überschreitet damit die Grenze zwischen Leben und Tod.

Mary Shelleys Roman ist weit mehr als eine Gruselgeschichte. Es ist die Suche Victor Frankensteins nach dem Prinzip des Lebens. Und eine Frage, die im Zeitalter von künstlicher Intelligenz, Robotertechnologie und Organtransplantationen aktueller denn je scheint.

David Peter-Gumbel ist überzeugter Kryoniker. Er möchte sich nach seinem Tod einfrieren lassen. Was in Deutschland verboten ist, ist in den USA bereits Realität. Eingefrorene Körper warten dort in Stickstofftanks auf ihre Wiederauferstehung. Doch ist die Aussicht auf ein Leben nach dem Tod realistisch - oder reine Fantasie?

In Japan werden Menschen nicht künstlich am Leben erhalten, sondern von Grund auf neu konstruiert. Der Wissenschaftler Hiroshi Ishiguro entwirft Androiden, menschenähnliche Roboter. Sein neuestes Modell: ERICA. Sie sieht nicht nur aus wie eine junge Frau, sondern kann mithilfe künstlicher Intelligenz sogar mit ihren Erbauern kommunizieren. Aber darf der Mensch alles, was er kann? Welche Grenzen hat die Wissenschaft – und welche Grenzen sollte sie haben? Frankensteins Schöpfung geriet letztendlich außer Kontrolle und stellt somit die Frage nach Moral und Ethik in der Wissenschaft auf.

Ein Blick in die Geschichte jedenfalls zeigt, medizinischer Fortschritt hat fast so viel Schlechtes wie Gutes gebracht. Influencerin Beyza Mokka etwa führt heute ein fast normales Leben. Das ist nicht selbstverständlich. Infolge einer schweren Erkrankung verliert sie beide Arme und Beine, heute trägt sie futuristische Prothesen und nennt sich selbst "Robo-Girl".

Können also fluide Grenzen zwischen Wissenschaft und Natur eine Bereicherung für den Menschen sein? Oder ist Mary Shelleys Frankenstein eine ernst zu nehmende Warnung, in der die Technologie das menschliche Leben immer weiter verdrängt?

 

Nostradamus

Vor 500 Jahren prophezeite der französische Arzt Nostradamus die Zukunft der Menschheit. Es waren rätselhafte und dunkle Verse, die Schlimmes befürchten ließen.

Der Ruhm als Wahrsager verbreitete sich bereits zu seinen Lebzeiten. Und noch heute sind Menschen weltweit von seinen Visionen überzeugt. Aber war der mysteriöse Prophet mehr als nur ein Scharlatan – und könnte er mit seinen Visionen recht behalten?

Ob als Pestarzt in der Provence oder als Astrologe am königlichen Hof Frankreichs, schon zu Lebzeiten macht sich Nostradamus einen Namen im Europa des 16. Jahrhunderts. Auf der Suche nach den Hinterlassenschaften des Wahrsagers reist der Historiker Sylvain Bouchet in Nostradamus' Heimatdorf Salon-de-Provence. Er findet alte Rezepte von Heilmitteln und Hinweise darauf, was der "Meister" mit dem Schreiben seiner dunklen und rätselhaften Verse beabsichtigte. Bouchet ist überzeugt: Nostradamus war ein kreativer Denker und Wissenschaftler - mit der einzigartigen Kenntnis der Sterne.

Doch konnte Nostradamus so auch in die Zukunft schauen? Davon ist John Hogue aus den USA überzeugt. Er beherrscht selbst die Kunst des Wahrsagens und hat eine der schlimmsten Katastrophen der Neuzeit vorhergesehen: den Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001. Den kündigt er schon 1996 in einer Fernsehdokumentation an - und gilt seitdem als Außenseiter in der amerikanischen Medienlandschaft.

Psychologe Hans-Peter Erb ist skeptisch und ergründet in einem außergewöhnlichen Experiment, mit welcher Technik sich fast unfehlbare Zukunftsprognosen erstellen lassen. Währenddessen liegt die wahre Bedeutung der Prophezeiungen des Nostradamus nach wie vor im Dunkeln. Denn die "Centurien" genannten Verse sind in einer verschlüsselten und nur schwer verständlichen Sprache geschrieben, einem mysteriösen Geheimcode. Auch deswegen sind sich Expertinnen und Experten einig: Nur, wenn alle Verse korrekt entschlüsselt sind, können wir anfangen, Nostradamus' Prophezeiungen zu verstehen.

 

Seeungeheuer

Riesige Kraken, Haie und Wale – Bewohner unbekannter Tiefen. Seit Jahrhunderten verbreiten sie Angst und Schrecken. Noch heute berichten Seeleute von mysteriösen Meereswesen.

Glaubt man den Geschichten der Seefahrer, wimmeln die Meere nur so von mystischen Kreaturen. Neueste Filmaufnahmen und seltene Funde verfolgen ihre Spur bis in Tausende Meter Meerestiefe. Finden wir dort den wahren Ursprung der Seeungeheuer?

Schon Homer erwähnt in der "Odyssee" eine Art Riesenkraken: Das Monster Skylla haust in der Meerenge von Messina – in direkter Nachbarschaft zum gefährlichen Strudel-Monster Charybdis, das die Schiffe antiker Seeleute in die Tiefe gezogen haben soll.

Noch heute gibt es Berichte über Seeungeheuer. 2003 nimmt der französische Segler Didier Ragot mit dem Trimaran "Geronimo" am größten Segelrennen der Welt teil: der Jules Verne Trophy. Alles läuft glatt, bis das Schiff jäh von einer ungeheuerlichen Kraft gebremst wird. Der Grund für den plötzlichen Stopp versetzt die Besatzung in Angst und Schrecken: zwei riesige Tentakel, die sich um das Ruderblatt gewickelt haben. Sind die Legenden über Begegnungen mit dem sagenumwobenen Riesenkraken also doch wahr?

Der "Architeuthis dux", der Riesenkalmar, ist einer der mysteriösesten und sagenhaftesten Bewohner unserer Erde. Schon im 16. Jahrhundert findet sich das geheimnisvolle Tier in Biologiebüchern. Bis zum heutigen Tag kann die Wissenschaft nur tote Riesenkalmare untersuchen, die zufällig am Strand oder in Fischernetzen gefunden werden. Eines der kostbaren Exemplare wird am Naturhistorischen Museum in Kopenhagen aufbewahrt.

Der Weiße Hai ist eines der gefürchtetsten "Seeungeheuer" unserer Zeit. Er hat jedoch einen Verwandten, der größer, mächtiger und gefährlicher ist: der Megalodon. Catalina Pimiento und Jack Cooper untersuchen die messerscharfen Zähne des Urzeithais. Zähne, die Geschichten von seiner Größe und Beißkraft erzählen.

Was wirklich in den Tiefen der Meere lebt, ist zum größten Teil noch unerforscht. Das deutsche Forscherpaar Kirsten und Joachim Jakobsen will das ändern: Die "Lula 1000", ihr über mehrere Jahre konstruiertes U-Boot, soll endlich Licht ins Dunkel der Tiefsee bringen.

Mit internationalen Expertinnen und Experten begibt sich der Film auf die aufregende Reise in eine unbekannte Welt, die von fremden Kreaturen bewohnt wird.

History Deutschland – Meilensteine und Mythen

Der Westen

Tüchtigkeit und Wunderglaube – das sind die Säulen des westdeutschen Selbstverständnisses nach dem Krieg. Aber was davon ist wahr, was Mythos? Welche Rolle spielen glückliche Umstände?

In der kollektiven Erinnerung steigt die Bundesrepublik aus den Trümmern des Krieges wie der Phönix aus der Asche. Das Wirtschaftswunder sichert ihr die Loyalität der Bürger. Die geistigen Versäumnisse der Nachkriegszeit werden 1968 nachgeholt. So die Legende.

Deutschland gibt es nach 1949 in drei staatlichen Ausprägungen: als DDR, als alte und später als wiedervereinigte Bundesrepublik. Jeder dieser Staaten muss die Loyalität seiner Bevölkerung gewinnen und greift dafür auf Narrative zurück, die bald mythischen Charakter gewinnen.

Es ist das Bild der Stunde null, tief verankert im kollektiven Gedächtnis: Trümmerfrauen räumen den Schutt beiseite und schaffen die Grundlage für den Wiederaufstieg der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg. Was folgt, ist ein Wunder: das Wirtschaftswunder. Zu verdanken ist es dem Fleiß der Deutschen und der Weitsicht seines Schöpfers, Ludwig Erhards. Doch wie viel Realität steckt hinter diesen Vorstellungen?

1954 schließt sich ein weiteres Wunder an: das "Wunder von Bern". Der Sieg der Bundesrepublik Deutschland bei der Fußballweltmeisterschaft ist untrennbar mit dem Etikett verbunden, das ihm ein Spielfilm aus dem Jahr 2003 verpasst hat. Aber sahen das die Zeitgenossen damals genauso? Was ist authentische Erzählung, was Inszenierung?

Das Jahr 1968 – ein Jahr der gesellschaftlichen Umbrüche. Die allumfassende studentische Kulturrevolution läutet die innere Neugründung der Bundesrepublik ein. So zumindest die spätere Interpretation. Doch was bekam die Mehrheit der Bundesdeutschen überhaupt von dieser Revolte mit? War die Liberalisierung der Gesellschaft nicht schon vorher auf dem Weg?

Diese Folge der ZDFinfo-Reihe "History Deutschland – Meilensteine und Mythen" beschäftigt sich mit wichtigen Wegmarken der Bundesrepublik, aus denen bald Gründungsmythen werden.

 

Die DDR

Die DDR hat den Anspruch, das bessere Deutschland zu sein. Befreite Arbeiter und eine dem Sozialismus treu ergebene Jugend sollen den Westen schnell überflügeln. Es kommt anders.

Ostdeutschland liegt 1945 in Trümmern. Im Bündnis mit der Sowjetunion sieht sich das neue Regime als "Sieger der Geschichte". Wie kaum ein anderes Land gründet sich die DDR auf Mythen. Wie konnten sie so lange gegen alle Realität behauptet werden?

Deutschland gibt es nach 1949 in drei staatlichen Ausprägungen: als DDR, als alte und später als wiedervereinigte Bundesrepublik. Jeder dieser Staaten muss die Loyalität seiner Bevölkerung gewinnen und greift dafür auf Herleitungen zurück, die bald mythischen Charakter gewinnen.

Die DDR ist wie die Bundesrepublik ein Produkt des Zweiten Weltkrieges. Und doch erhebt sie von Anfang an den Anspruch, viel mehr zu sein: die Erfüllung aller Träume ganzer Generationen. Dafür steht die Idee des Sozialismus, die erstmals auf deutschem Boden umgesetzt werden soll.

Garant dafür ist das Bündnis mit der Sowjetunion – zugleich einer der zentralen Mythen, mit denen die Bürger auf Linie gebracht werden sollen. "Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen", ist auf zahllosen Spruchbändern zu lesen. Doch wie viel Realität steckt hinter diesen Parolen? Was kommt von der vielbeschworenen Völkerfreundschaft im Alltag an?

Die DDR sieht sich als das moralisch überlegene Deutschland. Dass sie anfangs auch das wirtschaftlich erfolgreichere sein will, ist heute vielfach vergessen. "Überholen, ohne einzuholen", lautet eine Formel, mit der dies gelingen soll. Wie kommt es zu dieser Selbstüberschätzung, die letztlich im wirtschaftlichen Ruin des Landes endet?

Gerade der Jugend ist im Zeichen des Sozialismus eine goldene Zukunft beschieden, so will es der Mythos. In ihre Erziehung steckt das Regime viel Mühe. Als schließlich 1989 der Eiserne Vorhang fällt, zieht es aber allen voran junge DDR-Bürger und Bürgerinnen über die Grenzübergänge in den Westen. Was ist schiefgelaufen?

Diese Folge der ZDFinfo-Reihe "History Deutschland - Meilensteine und Mythen" beschäftigt sich mit der DDR, den großen Versprechen, mit denen sie antrat, und mit dem, was daraus wurde.

 

Die Einheit

Das wiedervereinigte Deutschland pflegt die Mythen der alten Bundesrepublik. Doch ob zum Beispiel Deutschland ein Einwanderungsland ist – diese Frage spaltet die Gesellschaft.

Der größte deutsche Nachkriegsmythos ist die Wiedervereinigung selbst. Die DDR hat sie anfangs propagiert, später tabuisiert. In der Bundesrepublik wurde sie oft beschworen, aber mehr noch als Parole belächelt. Inzwischen ist die Einheit Realität geworden, oder?

Deutschland gibt es nach 1949 in drei staatlichen Ausprägungen: als DDR, als alte und später als wiedervereinigte Bundesrepublik. Jeder dieser Staaten muss die Loyalität seiner Bevölkerung gewinnen und greift dafür auf Herleitungen zurück, die bald mythischen Charakter gewinnen.

"Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört." Mit diesen Worten charakterisiert Willy Brandt 1989 den Mauerfall. Die Wiedervereinigung ist inzwischen selbst Geschichte, doch der Mythos hat überlebt. Heute sind es primär die Mängel des Einigungsprozesses, die ihm einen neuen Inhalt geben. Andere Erzählungen hat das vereinigte Deutschland von der alten Bundesrepublik geerbt – und tut sich schwer, eine gemeinsame Lesart zu finden.

Europa – zu dieser Idee kommt in der jüngeren Vergangenheit vor allem ein Zusatz: Skepsis. Denn Europa steht wegen überbordender Bürokratie immer wieder in der Kritik, die Einführung des Euro löste hierzulande sogar regelrechte Ängste aus. Dabei waren sich die Nachkriegsdeutschen in diesem Punkt einig: Die Antwort auf die Schrecken der Vergangenheit kann nur in einem vereinten Europa liegen.

"Deutschland ist kein Einwanderungsland" – diesem Glaubenssatz der alten Bundesrepublik hat die Politik bis heute nicht offiziell abgeschworen. Dabei hat mehr als ein Viertel der Deutschen heute einen Migrationshintergrund. Mitgezählt sind dabei noch nicht einmal die Vertriebenen, die nach 1945 nach Westen strömten. War ihre Integration wirklich um so vieles einfacher als später bei Gastarbeitern und Asylsuchenden?

Diese Folge der ZDFinfo-Reihe "History Deutschland - Meilensteine und Mythen" beschäftigt sich mit dem mythologischen Bestand des vereinten Deutschlands.

Hitlers Reich privat

Die Reihe "Hitlers Reich privat" gibt mithilfe bisher unveröffentlichter Privatfilmaufnahmen neue Einblicke in die Zeit des Nationalsozialismus. Historikerinnen und Historiker kommentieren die Aufnahmen und ordnen sie ein.

 

Trügerische Siege

Die deutschen "Blitzkriege" werden von 1939 bis 1940 zum Propagandaspektakel des NS-Regimes. Einmalige Amateurfilmaufnahmen beteiligter Soldaten zeichnen ein ganz anderes Bild.

Nach den Feldzügen gegen Polen und Frankreich ist die Welt geschockt und Deutschland im Siegestaumel: Wie konnte die Wehrmacht innerhalb weniger Wochen halb Mitteleuropa regelrecht überrennen? Spektakuläre Amateuraufnahmen bieten eine neue Perspektive.

Schon bald erfindet ein englischer Journalist einen Begriff für diesen vermeintlichen militärischen Coup: "Blitzkrieg".

Aufnahmen, die Wehrmachtssoldaten beim Vormarsch selbst gefilmt haben, ermöglichen erstmalig private Einblicke jenseits der propagandistischen Inszenierung. Der Vergleich mit bekannten Einstellungen aus den damaligen Wochenschauen zeigt: Diese "Blitzkriege" waren reine Vabanquespiele Hitlers ohne jegliche militärische Risikoabwägung. Denn die Wehrmacht war keineswegs so modern und gut ausgerüstet, wie die Zeitgenoss*innen damals glaubten.

Gemeinsam mit Expertinnen und Experten ordnet die Dokumentation diese Privatfilme und offiziellen Filmsequenzen in den zeithistorischen Zusammenhang ein und zeigt, wie die NS-Filmpropaganda funktionierte.

 

Bombenkrieg

Das Filmen zerbombter Städte wird den Deutschen vom NS-Regime streng verboten. Trotzdem wagen es einige. Seltene Amateurfilme zeugen von den Zerstörungen des Bombenkrieges.

Hamburg, Dresden, Köln – Sinnbilder für die Wucht der alliierten Bombenoffensive. Mit der "Area Bombing Directive" setzt die britische Luftwaffe ab 1942 auf gezielte Bombardements gegen die Zivilbevölkerung. Was führte zu diesem verhängnisvollen Strategiewechsel?

Deutschland im Bombenkrieg ist lange Zeit ein Tabuthema und wird bis heute geschichtspolitisch instrumentalisiert. Doch die erinnerungskulturelle Auseinandersetzung beschränkt sich meist auf die Beispiele wie Hamburg und Dresden.

Diese Dokumentation erzählt die Vorgeschichte der Flächenbombardements der deutschen Luftwaffe in Polen, den Niederlanden und England. Wie verheerend die Gegenschläge der Royal Air Force und der US-Luftwaffe auf deutsche Städte sind, bezeugen bislang weitgehend unbekannte Amateuraufnahmen. Spektakuläre Bilder zeigen das unzerstörte Magdeburg und die Trümmerlandschaft Dresdens - in einzigartigen Farbaufnahmen. Namhafte Experte*innen ordnen die Ereignisse in den zeithistorischen Kontext ein.

War of Thrones – Krieg der Könige

Ende des 16. Jahrhunderts bröckelt der Frieden in Europa. Monarchen wollen mit allen Mitteln ihre Dynastien erweitern. Affären, Intrigen, unbändiger Machthunger und der Konflikt von Katholiken und Protestanten führen schließlich zum Dreißigjährigen Krieg. Ein Krieg, der Tod und Verwüstung bringt und zu einem Neuanfang Europas führt.

 

War of Thrones – Krieg der Könige: Ein protestantischer König

Paris im Jahr 1590: Die Stadt ist von der Heiligen Liga der Katholiken besetzt. Heinrich IV. ist zwar legitimer König Frankreichs, wird aber als Protestant von der mächtigen Liga nicht anerkannt.

Daraufhin belagert Heinrich mit seinen Truppen die Hauptstadt. Hilfe erhält er von Elizabeth I., Englands protestantischer Königin. Sie schickt Truppen und einen wichtigen Vertrauten. Doch mithilfe des spanischen Königs setzen sich die Katholiken in Frankreich zur Wehr.

Um doch noch gekrönt und anerkannt zu werden, entschließt sich Heinrich zu einem drastischen Schritt.

 

War of Thrones – Krieg der Könige: Liebe statt Gewalt

Heinrich IV., protestantischer König Frankreichs, konvertiert zum Katholizismus. Endlich wird er als Monarch anerkannt. Als Frieden einkehrt, will er seinem Volk einen Thronerben schenken

Ebenso will Heinrich die verheerenden Religionskriege beenden und mit der englischen Königin den Feind in Spanien besiegen. Im Frieden plant er, seine Geliebte Gabrielle zu heiraten und mit ihr für einen Thronfolger zu sorgen. Doch die Hochzeit findet niemals statt.

 

War of Thrones – Krieg der Könige: Europa im Wandel

Europas Machtgefüge ist im Wandel. Nach König Philipps Tod hat Spanien einen neuen Herrscher. 1603 stirbt Englands Monarchin Elizabeth I. Und der französische König findet ein jähes Ende.

Elizabeths Nachfolger Jakob VI. beendet den Krieg mit Spanien. Für kurze Zeit herrscht Frieden in Europa. Doch ein Attentat ändert alles. Frankreichs König Heinrich IV. wird von einem Fanatiker ermordet. Ein familiärer Machtkampf um den französischen Thron beginnt.

 

War of Thrones – Krieg der Könige: Neue Fronten

Die Dynastien Europas haben neue Herrscher, doch der Frieden währt nicht lange. Der Prager Fenstersturz löst eine Kettenreaktion aus. Sie führt zu einer englischen Invasion in Frankreich.

Aufständische Protestanten bedrohen den König von Böhmen. Er bittet Frankreich um Hilfe. Ludwig XIII. hat selbst mit den Hugenotten zu kämpfen, sie werden von Engländern unterstützt. Ihr Anführer ist der Herzog von Buckingham, der Frankreichs Königin imponieren will.

 

War of Thrones – Krieg der Könige: Habsburger gegen Bourbonen

Frankreichs König kämpft an allen Fronten. Er muss sich gegen Angriffe der Habsburger wehren. Spanien und das Heilige Römische Reich verbünden sich gegen ihn – ebenso die eigene Familie.

Im Kampf gegen die Katholiken im Heiligen Römischen Reich bekommen die Protestanten Hilfe von Schweden und Frankreich. Der römisch-deutsche Kaiser Ferdinand II. kämpft Seite an Seite mit Spanien. König Ludwigs Familie intrigiert gegen Kardinal Richelieu.

 

War of Thrones – Krieg der Könige: Die Geburt des Sonnenkönigs

Frankreichs Armee greift in den Krieg im Heiligen Römischen Reich ein. Doch Ludwig XIII. steht an mehreren Fronten unter Beschuss. Zudem muss er sich gegen immer neue Intrigen wehren.

Auch in den eigenen Reihen lauern Feinde. Seine Frau, Königin Anna von Österreich, schickt Frankreichs Habsburger Feinden heimlich Informationen. Das deckt Kardinal Richelieu auf. Verstoßen kann Ludwig sie nicht, er muss noch einen Thronfolger mit ihr zeugen.

Infos zu ZDFinfo

Die Wissensvermittlung bleibt der Markenkern von ZDFinfo – mit langen Dokumentationsstrecken aus den Bereichen Zeitgeschichte, Gesellschaft, Politik und Wissenschaft. Wissens-Dokus im "Fernsehen zum Mitreden" sind gefragt: ZDFinfo war auch 2020 der meistgesehene deutsche Dokumentations- und Informationssender mit einem Marktanteil von 1,5 Prozent beim Gesamtpublikum und 1,7 Prozent Marktanteil bei den Jüngeren. In der ZDFmediathek erzielten die Abrufvideos von ZDFinfo rund 47 Millionen Sichtungen und steigern sich gegenüber dem Vorjahr um 57 Prozent.

Im Monat September 2021 hatte ZDFinfo einen Marktanteil von 1,8 Prozent beim Gesamtpublikum und 2,1 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen.

Im gesamten Jahr 2019 erreichte ZDFinfo einen Marktanteil von 1,5 Prozent bei den Zuschauern gesamt und 1,5 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen.

Im gesamten Jahr 2018 erreichte ZDFinfo einen Marktanteil von 1,4 Prozent bei Zuschauer gesamt und in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen.

Zur Entwicklung der Marktanteile 2011 bis 2017:

ZDFinfo erreichte 2017 bei den Zuschauern gesamt einen Marktanteil von 1,2 Prozent – und steigerte seinen Marktanteil in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen auf 1,3 Prozent. 2016 hatte der Digitalsender gegenüber 2015 um 0,2 Prozent zugelegt. Der Sender erreichte sowohl bei den Zuschauern gesamt als auch in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen einen Marktanteil von 1,2 Prozent. Im Jahr 2015 erreichte ZDFinfo 1,1 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen und 1,0 Prozent bei den Zuschauern gesamt. 2014 lag der Marktanteil beim Gesamtpublikum und in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen bei 0,9 Prozent. Beim Start 2011 hatte ZDFinfo lediglich 0,1 Prozent Marktanteil und ist seitdem kontinuierlich gewachsen.

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