Collien Ulmen-Fernandes auf Augenhöhe mit Kindern - Copyright: ZDF/Martin Rottenkolber
Collien Ulmen-Fernandes auf Augenhöhe mit Kindern - Copyright: ZDF/Martin Rottenkolber

No More Boys and Girls

Zweiteiliges Social Factual mit Collien Ulmen-Fernandes

Die Moderatorin taucht in die Lebens- und Lernwelt von siebenjährigen Kindern ein. Ihr Ziel ist es, herauszufinden, welche Rollenbilder Jungen und Mädchen von Frauen und Männern haben und wie sie entstehen.

  • ZDF neo, Donnerstag, 22. November 2018, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Donnerstag, 22. November 2018

Texte

Stab

Moderation                                                         Collien Ulmen-Fernandes
Wissenschaftliche Experten         Dr. Stevie Meriel Schmiedel, Dr. Gerald Hüther, Prof. Dr. Petra Focks, u.a.
Produktion          Bavaria Entertainment GmbH im Auftrag von ZDFneo
Produzent                                                      Oliver Fuchs, Alessandro Nasini
Producer                                                         Ina Eck, Eva Knäusl
Kamera                                             Erik Theisen, Udo Lachnit
Schnitt                                                             Tim Gohle, Matthias Rode
Redaktion ZDF                                 Brigitte Duczek, Katharina Kuchenbuch
Koordination ZDFneo                                   Fabian Strauß
Länge                                                               Minuten2 x 45

Inhalt

Warum lieben Jungen Spielzeugautos und Mädchen Barbies? Warum spielen Mädchen gerne Fangen und Jungen lieber Fußball? Oder sind das längst überholte Klischees?

In diesem Sozialexperiment erkundet Moderatorin Collien Ulmen-Fernandes welche Rollenbilder siebenjährige Kinder von Frauen und Männern haben und geht der Frage nach, wie diese Vorstellungen entstehen. Collien Ulmen-Fernandes fragt, wie das Verhalten von Eltern und Lehrern die Rollenbilder von Kindern prägen und welche Wirkung Spielzeug und Kleidung auf die Entwicklung haben. Bei ihren Beobachtungen trifft sie wissenschaftliche Experten wie Genderforscherin Stevie Meriel Schmiedel, Gehirnforscher Dr. Gerald Hüther und Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Petra Focks und Schulsport-Experte Dr. Sebastian Ruin. 

Fest steht, dass die Körper von Jungen und Mädchen bis zur Pubertät biologisch einem gleichen Wachstum folgen. Jungen und Mädchen sind bis dahin also gleich stark und gleich belastungsfähig. Neurologische Untersuchungen belegen zudem, dass es keinen signifikanten Unterschied zwischen dem männlichen und dem weiblichen Gehirn gibt, der die soziologischen Aspekte der Geschlechterrollen erklären kann. Tatsache ist aber auch, dass unser Gehirn dynamisch lernt und von äußeren Reizen beeinflusst wird.

Welchen Einfluss hat also das Umfeld darauf, wie Kinder Männer und Frauen sehen und einschätzen? Was erwarten Mädchen und Jungen von sich selbst? Ist Gleichberechtigung möglich, wenn Kindern von Beginn an vermittelt wird, dass jeder und jede mit seinen und ihren Fähigkeiten gleich bedeutend ist und für sich dieselben Möglichkeiten einfordern darf?

Folgeninhalte

Folge 1

Donnerstag, 22. November 2018, 20.15 Uhr

In einem ersten Versuch sollen sich die siebenjährigen Schüler und Schülerinnen selbst einschätzen. Wer ist der Beste? Was erwarten die Kinder von sich selbst? Haben Siebenjährige schon eine feste Vorstellung davon, wie Mädchen und Jungen sein sollten? Woher kommen diese Impulse? Welchen Einfluss hat dabei die Spielzeugindustrie, die ihre Ware oft exklusiv für Mädchen oder Jungen produziert und vermarktet? Collien Ulmen-Fernandes sucht nach Hinweisen in deutschen Kinderzimmern und Spielzeugläden, die erklären können, wie Mädchen und Jungen in ihren Geschlechtervorstellungen beeinflusst werden.

Welche Berufe finden Jungen oder Mädchen spannend? Können sich Kinder vorstellen, dass Frauen ein Flugzeug fliegen, wenn in der Regel in Filmen und Büchern Männer im Cockpit sitzen? Collien Ulmen-Fernandes macht die Probe aufs Exempel und lädt untypische Vertreter und Vertreterinnen ihrer Zunft zu den Kindern ein.

Welche Rolle spielt Kleidung im Leben der Siebenjährigen? Womit identifizieren sich die Mädchen und Jungen? Dürfen Jungen T-Shirts mit Pailletten tragen oder ist das Mädchensache?

 

Folge 2

Donnerstag, 22. November 2018, 21.00 Uhr

Collien Ulmen-Fernandes ruft zu einem kleinen sportlichen Wettkampf auf: Wer ist stärker – Jungen oder Mädchen? Das Ergebnis ist verblüffend: Jungen und Mädchen folgen bis zur Pubertät biologisch einem gleichen Wachstum, sind also bis dahin gleich stark und gleich belastungsfähig. Die Moderatorin geht weiterführend der Frage nach, welche Rolle die körperliche Stärke bei Siebenjährigen spielt. Warum spielen Mädchen lieber Fangen und Jungen Fußball?

Wie ist es um andere Begabungen bestellt, etwa räumliche Vorstellungskraft? Liegen Mädchen und Jungen da gleich auf? Und warum werden Männer häufiger Ingenieur und IT-Spezialist? Welche Rolle spielt Spielzeug, wenn es um Begabungen und deren Förderung bei Mädchen und Jungen geht? Werden dabei Chancen gleichwertig genutzt oder Klischees bedient?

Die Mitwirkenden

Collien Ulmen-Fernandes

…ist Moderatorin, Schauspielerin, Kolumnistin und Buchautorin. Die Mutter einer sechsjährigen Tochter äußert sich in ihrer regelmäßigen Zeitungskolumne über Erziehungsprobleme und deren Lösung. Ihr ist es eine Herzensangelegenheit, Mädchen und Jungen gleiche Entfaltungschancen einzuräumen. In der Sendung geht sie der Frage nach, wie Erziehung wirkt.

"Kinder adaptieren die vermittelte Vorstellung von Geschlecht, und ich habe das Gefühl, dass das Thema Gendermarketing immer schlimmer wird. Selbst auf Zahnpastatuben wird Kindern gezeigt, wie Jungs und Mädchen zu sein haben."

 

Dr. Stevie Meriel Schmiedel

…ist Dozentin für Genderforschung und lehrte an der Universität Hamburg sowie der Hochschule für Soziale Arbeit. Die Mutter zweier Töchter hat die Initiative "Pinkstinks" gegründet, mit der sie auf gesellschaftliche Ungerechtigkeiten in der Geschlechterdiskussion aufmerksam macht.

„ 'Gender' und 'sex' sind zwei verschiedene Dinge. 'Genderforschung' kommt aus dem Englischen. Wir müssten auf Deutsch sagen: Die Forschung der Geschlechtsrollenstereotype. 'Sex' bedeutet erst mal 'Mann' oder 'Frau'. 'Gender' bedeutet die Assoziation, die wir mit 'Mann' und 'Frau' haben. Was ist biologisch? Was kulturell?“

 

Dr. Gerald Hüther

…ist Neurobiologe, renommierter Gehirnforscher und erfolgreicher Sachbuchautor. Mit seinen Thesen, die er in zahlreichen Büchern und Vorträgen darstellt, greift er immer wieder in die gesellschaftliche Diskussion ein und treibt sie voran. In zahlreichen Publikationen und Vorträgen dokumentiert er, welchen Einfluss die Erziehung auf Männer und Frauen hat. 

„Das Leben selbst ist ein einziger Lernprozess. Die Vorstellung, dass es genetische Programme gibt, die so ein kompliziertes Teil wie ein menschliches Hirn programmieren, ist absurd.“

 

Dr. Sebastian Ruin

Der Soziologe arbeitet am Institut für Sportdidaktik und Schulsport an der Deutschen Sporthochschule Köln. Dr. Ruin hat mehrere Arbeiten über das Thema Schulsport veröffentlicht.

„Die physischen Leistungsfaktoren, die Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen, werden eigentlich erst nach der Pubertät relevant. Die Unterscheide sind eher im Habitus zu suchen, in den Gewohnheiten, im Training, das stattfindet oder nicht stattfindet und das eben auch ein gewisses Verhalten unterstützt wird oder auch gebremst wird.“

 

Prof. Dr. Petra Focks

…ist Professorin für Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit in Berlin. Nach ihrem Studium der Sozialpädagogik forschte sie unter anderem darüber, wie Mädchen und Jungen in ihren Lebenswelten beeinflusst werden und welche Rolle frühkindliche Bildung dabei spielt. Sie berät, wie genderbewusste Pädagogik umgesetzt werden kann. Sie war mehrere Jahre Teil der Gutachterkommission für Frauen- und Geschlechterforschung in Berlin.

"Das Ziel geschlechter- bzw. genderbewusster Pädagogik ist es, Kinder – jenseits von Geschlechterklischees – in ihren individuellen Interessen und Fähigkeiten zu fördern. Es geht darum, sie bei der Ausgestaltung ihrer individuellen Geschlechtsidentitäten zu unterstützen, unabhängig von den jeweils herrschenden Vorstellungen vom 'richtigen Mädchen' und 'richtigen Jungen'. Geschlechterbewusste Pädagogik beruht auf einer Haltung, die auf der Anerkennung vielfältiger Lebensweisen basiert und Chancengerechtigkeit und Inklusion betont."

Fotos

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über

https://presseportal.zdf.de/presse/nomoreboysandgirls

Impressum

ZDF Hauptabteilung Kommunikation

Presse und Information

Verantwortlich: Alexander Stock

Foto: Martin Rottenkolber

E-Mail: pressedesk@zdf.de

© 2018 ZDF

 

 

 

Ansprechpartner

Name: Christina Betke
E-Mail: betke.c@zdf.de
Telefon: 06131 - 70 12717