Von links: Ina Behrendsen (Julia Brendler), Carl Sievers (Peter Heinrich Brix), Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk), Copyright: ZDF/Manju Sawhney
Von links: Ina Behrendsen (Julia Brendler), Carl Sievers (Peter Heinrich Brix), Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk), Copyright: ZDF/Manju Sawhney

Nord Nord Mord - Sievers und der schönste Tag

Der Fernsehfilm der Woche

Vor Sylt taucht aus der weichenden Flut ein Auto mit einem Toten am Steuer auf. Der Fahrer Stefan Borg ist nicht ertrunken, sondern vergiftet worden. Er war hauptberuflich Hochzeitsvideograf, ging aber nebenbei einem viel lukrativeren Gewerbe nach – der Erpressung von Brautpaaren. Sein Partner Thilo Rumbuchner will von den Erpressungen nichts gewusst haben – trotzdem hat er Angst um sein Leben. Und auch er wird ein Opfer des unbekannten Giftmörders. Schließlich gerät ausgerechnet Robert Hofstetter, der Verlobte von Inas Tante Marion, die zur eigenen Hochzeit nach Sylt angereist ist, in den Fokus der Ermittler.

  • ZDF, Montag, 15. März 2021, 20:15 Uhr
  • ZDF Mediathek, ab Montag, 8. März 2021, 10.00 Uhr

    Texte

    Stab und Besetzung

    Buch   Thomas Oliver Walendy
    RegieMaria von Heland
    KameraJutta Pohlmann
    MusikJessica de Rooij
    TonBenjamin Schubert
    CastingLina Behr
    SzenenbildAnna Alaeddine
    KostümeCarola Neutze
    SchnittVerena Herzog
    ProduktionNetwork Movie Film- und Fernsehproduktion GmbH, Hamburg
    Produzentin/ProduzentJutta Lieck-Klenke, Dietrich Kluge
    Herstellungsleitung Roger Daute
    Produktionsleitung  Christoph Hasse
    Redaktion  Peter Jännert
    Länge   

    ca. 90 Minuten

    Die Rollen und ihre Darsteller*innen
    Carl Sievers Peter Heinrich Brix
    Ina Behrendsen   Julia Brendler
    Hinnerk Feldmann   Oliver Wnuk
    Marion Pless 
    Hannelore Hoger
    Robert Hofstetter  Christian Kohlund
    Esther Lindgren  Nina Petri
    Thilo Rumbuchner   Nikolai Kinski
    Tabea Krawinkel Victoria Trauttmansdorff
    Dr. Karp  Anne Weber
    Silvia Borg Laura Lippmann
    und andere

    Inhalt

    Vor Sylt taucht aus der weichenden Flut ein Auto mit einem Toten am Steuer auf.Ein neuer Fall für Hauptkommissar Carl Sievers, Ina Behrendsen und Hinnerk Feldmann.

    Der Fahrer ist nicht ertrunken, sondern vergiftet worden. Er war hauptberuflich Hochzeitsvideograf in der Agentur "Der schönste Tag", ging aber nebenberuflich einem viel lukrativeren Gewerbe nach – der Erpressung von Brautpaaren. Sein Partner Thilo Rumbuchner will von den Erpressungen nichts gewusst haben, trotzdem hat er Angst um sein Leben.Und auch er wird Opfer des unbekannten Giftmörders.

    Doch dann gerät ausgerechnet Robert Hofstetter, der Verlobte von Inas Tante Marion, die zur eigenen Hochzeit nach Sylt angereist ist, in den Fokus der Ermittler. Denn bei der Hausdurchsuchung der Hochzeits-Agentur wird ein Foto von Hofstetter mit einer anderen Frau, Esther Lindgren, gefunden. Diese behauptet, dass Hofstetter ein Heiratsschwindler sei, der sie vor zehn Jahren um viel Geld betrogen habe.Hat der zukünftige Ehemann von Inas Tante Stefan Borg getötet, da dieser hinter sein Geheimnis gekommen ist und ihn erpresst hat? Als das Ermittlerteam in Esthers Wohnung das verwendete Gift sicherstellt, und auch das Handy des ermordeten Videografen findet, glauben Sievers, Behrendsen und Feldmann auf der richtigen Spur zu sein.

    Interview mit Hannelore Hoger

    In "Nord Nord Mord – Sievers und der schönste Tag" spielen Sie an der Seite von Peter Heinrich Brix und Christian Kohlund. Beide kennen Sie seit gemeinsamen Dreharbeiten in den 90er-Jahren, richtig?

    Ja, beides sind von mir sehr geschätzte Kollegen von früher. Christian Kohlund habe ich sogar für die Rolle des geheimnisvollen Bräutigams vorgeschlagen, da ich überzeugt war, er würde das ganz wunderbar spielen. Wir hatten aber keine Zeit, Anekdoten von damals auszutauschen. Da ich trotz der Pandemie zu einigen Lesungen eingeladen war, blieb dem Team und mir nichts anderes übrig, als meine Szenen in wenigen Tagen abzudrehen. Viel Text – das ist schon anstrengend für jemanden meines Alters. Aber sonst hätte ich nicht drehen können, und ich wollte so gern. Es hat mir große Freude gemacht. Wir haben uns am Set Mühe gegeben, uns auch unter den strengen Hygienemaßnahmen gut zu vertragen. Es wurde viel getestet, und dann sind wir da zusammen durch – ein wunderbares Team. Mit Peter Heinrich hätte ich gern mehr Szenen gehabt, ich mag ihn sehr.

    Sie spielen eine lebenslustige ältere Dame, die ihre späte Liebe Hals über Kopf heiraten möchte. Was halten Sie von der Ehe?

    Na, da können Sie lange warten, bis ich dazu etwas Persönliches sage. Scherz beiseite: Jeder wie er meint. Wenn man einen Menschen kennt, auf den man sich wirklich verlassen kann, ist das etwas sehr Schönes. Ich finde es gut, dass die Figur Marion nach vier Ehen auch in ihrem Alter nicht aufgibt, sich verliebt und sich so sehr freut. Sie ist ja ganz tüdelig vor Glück. Es kommt drauf an, was man in seinem Leben will und zu welcher Zeit.

    Sie sind Teil deutscher Fernsehgeschichte. Was ist der größte Unterschied bei den Dreharbeiten – damals und heute?

    Das lässt sich schnell verdeutlichen: Damals hatten wir 35 Drehtage, heute 21. Dann diskutierten wir früher manchmal noch halbe Nächte und schoben deshalb den Dreh. Heute undenkbar.

    Sie sind Hamburgerin – welche Rolle spielt die Insel Sylt in ihrem Leben?

    Ich liebe Sylt sehr, nach wie vor. Dort gibt es den schönsten Strand. Nur auf Fuerteventura kenne ich noch so einen Strand. Auf beiden Inseln bin ich Stammgast. Das erste Mal war ich im Alter von acht Jahren mit der Schule auf Sylt. Es gab bei der Wanderdüne kurz vor List drei grüne Holzbaracken in der Nähe der Jugendherberge. Dort waren wir untergebracht. Meine Mutter hat Sylt auch sehr geliebt und fuhr mit mir einmal im Jahr nach Morsum auf einen Bauernhof, und ich dann wiederum später mit meiner Tochter zu denselben so liebenswerten Gastgebern. Ich war auch letztes Jahr 14 Tage bei ihnen. Gedreht habe ich jetzt allerdings das erste Mal auf Sylt.

    Was treibt Sie um in Zeiten der Pandemie? Was inspiriert Sie?

    Das erste halbe Jahr fand ich die Situation nicht weiter schlimm. Ich war froh, frei zu haben. Ich habe die Zeit auf meiner Terrasse genossen und bin jeden Tag an der Elbe spazieren gegangen. Ich male, ich fahre Rad im Wohnzimmer, und wir haben in meinem Haus zum Glück eine sehr gute Nachbarschaft. Den zusätzlichen Kilos habe ich mit Intervallfasten den Kampf angesagt – da bin ich jetzt streng mit mir.

    Zur Inspiration halte ich aber Theater, Kino oder auch Museen für sehr wichtig. Ich sehe ja ein, dass wir jetzt durchhalten müssen, aber die Leute brauchen auch mal eine Abwechslung. Ich bin natürlich dafür, beispielsweise auf der Reeperbahn Bars geschlossen zu halten. Aber Theater, wie das von Kollege Hallervorden, der sich sehr viel überlegt hat zum Schutz der Zuschauer, könnten bitte wieder öffnen. Er hat 70 menschengroße Puppen ins Publikum gesetzt, als ich dort am 1. Dezember zur Lesung war. Das fand ich einen so wunderbaren Einfall.

    Generell muss ich sagen: Ich habe ja noch Glück, da ich über meine Rente abgesichert bin. Kollegen, die Serien drehen, können sich auch freuen. Bei Schauspielkollegen, die keine Rücklagen bilden konnten, ist die Situation dramatisch. Am schlimmsten trifft es aber wohl die ganz Jungen und die ganz Alten – ein Altersheim ist ja eh kein besonders eleganter Aufenthaltsort. Empörend finde ich, wie im Januar die Vergabe der Impftermine in Hamburg gelaufen ist.

    Sie haben viele Preise gewonnen, wo sind sie bei Ihnen untergebracht?

    Die Preise stehen oben auf dem Bücherregal. Ich exponiere sie nicht, das wäre mir peinlich.

    Das Interview führte Claudia Maxelon.

     

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