Copyright: ZDF/Daniela Pfeil
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Normaloland

fünfteilige Satire-Serie / Das kleine Fernsehspiel

Eine satirische Nabelschau in fünf Teilen präsentiert "Das kleine Fernsehspiel" mit "Normaloland" im Stil einer Mockumentary. In der fiktiven Stadt Neustadt erhält das Publikum liebevoll überhöht Einblick in die seltsamsten und skurrilsten Nischen dieses Landes und die Schauspielerinnen und Schauspieler nehmen in jeder Folge einen anderen Mikrokosmos unter die Lupe.

  • ZDF, Montag, 28. Februar 2022, 0.00 Uhr im ZDF, circa 75 Minuten (Zusammenschnitt der fünf Folgen)
  • ZDF Mediathek, Ab Freitag, 25. Februar 2022, 10.00 Uhr, zwei Jahre lang in der ZDFmediathek, fünf Folgen, jeweils circa 15 Minuten

Texte

Normaloland
Statement der Redaktion

Mit der augenzwinkernden Mockumentary "Das Lachen ist nur aufgemalt" über die Mainzelmännchen-Walker*innen im ZDF ist uns Matthias Thönnissen 2014 das erste Mal aufgefallen. Die kleine Webserie entstand damals parallel zur Quantum-Serie "Lerchenberg" mit Sascha Hehn und war für uns eine unerwartete Talentprobe eines Second Unit Regisseurs, der eigentlich nur mal eben ein bisschen Material für Online mitdrehen sollte. In Folge inszenierte Thönnissen für Das kleine Fernsehspiel 2015 die satirische Mockumentary "Twinfruit", seinen ersten Langfilm, in dem er einen präzisen und humorigen Blick auf die Welt der Werbung wirft. Mit der Instant-Serie "Schlafschafe" für das ZDF im ersten Coronajahr 2021 hat er sein Gespür für aktuelle Themen in der Fiktion und das Genre Dramedy-Serie bewiesen.

Nun erblickt die Reihe "Normaloland" das Licht der Welt, ein Herzensprojekt des Regisseurs und der Quantum-Redaktion, das in Tradition von "Portlandia" oder "Little Britain" mit einem festen Schauspieler*innen-Ensemble Absurditäten und gesellschaftliche Phänomene satirisch und teils grotesk überhöht. Wieder wählt Thönnissen den Stil der Mockumentary, und seine Figuren entlarven präzise und mit viel Humor was schief läuft in unserem Land.

Lucia Haslauer, stellvertretende Redaktionsleiterin ZDF/Das kleine Fernsehspiel

Stab und Besetzung

Stab

Buch Matthias Thönnissen, Michael Halberstadt, Ben Rodrian
Regie  Matthias Thönnissen 
Kamera    Sebastian Bäumler, Pascal Jäger, Fabian Schmidt
SchnittTobias Kavelar  
SzenenbildCedric Kraus, Lisa Geller, Lisa Lohner, Lucas Groß
TonMarcus Kirchhoff, Dominic Titus   
Musik  Jakob Klotz
KostümeGesa Lüthje, Stella Gottwald, Leonie Olbort 
ProducerinIngrid Silbernagl
Produzent*innen    Maren Lüthje, Florian Schneider   
Produktion  PSSST! Film GmbH im Auftrag von ZDF/Das kleine Fernsehspiel  
Redaktion   Lucia Haslauer (ZDF/Das kleine Fernsehspiel/Quantum)
Länge        75 Minuten zusammengeschnitten, einzelne Folgen jeweils 15 Minuten

                             

Darsteller*innen

Ben Rodrian, Massiamy Diaby, Anton Fatoni Schneider, Ulrike Arnold, Sylke Verheyen, Matthias Thönnissen, Michael Halberstadt und viele andere

Inhalt

Eine satirische Nabelschau in fünf Teilen: Neustadt heißt die fiktive Stadt, in der man liebevoll überhöht Einblick in die seltsamsten und skurrilsten Nischen dieses Landes bekommt. Ein festes Ensemble an Schauspielerinnen und Schauspielern nimmt pro Folge in jeweils neuen Rollen einen anderen Mikrokosmos unter die Lupe. Es geht um Populismus, den absurden Kunstmarkt, lukrative Verschwörungstheorien und einen verzweifelten Häuptling des lokalen Apachen-Vereins.

Folge 1: Normaloland – Der Retter

Die Rollen und ihre Darsteller*innen

Dr. Grobel Ben Rodrian
Silke LettnerMassiamy Diaby
Frau Schuster Ulrike Arnold
Bella        Sylke Verheyen
Dietmar Matthias Thönnissen
Andrej  Michael Halberstadt
neugieriger Nachbar    Lukas von der Lühe
und andere


Inhalt

"Die Leute rufen immer nachts an, da ist die Angst am größten." – Dr. Grobel, Veterinärmediziner.

Neustadts Tierarzt Dr. Grobel kann die Verschwörungstheorien um die Impf-Chips nicht mehr hören. Also holt er seinen alten Kompressor aus dem Keller und nimmt den Menschen die Angst auf seine eigene Art und Weise. Es gibt nämlich nichts Schöneres, als den Menschen zu helfen. Ganz uneigennützig.

Folge 2: Normaloland – Der Stamm

Die Rollen und ihre Darsteller*innen

Colt          Michael Halberstadt
Boa Ulrike Arnold
Harry  Ben Rodrian
Jenny      Massiamy Diaby
Günther Matthias Thönnissen
Wütende FrauSylke Verheyen
SecurityAnton Fatoni Schneider
Radiostimme 1 David Mayonga
Radiostimme 2   Sebastian Winkler
und andere


Inhalt

"Kulturelle Aneignung – ja, das ist doch nicht schlecht?" - Colt Wiesner, Neustädter Apachen-Verein

Colt Wiesner wird unverhofft aber begeistert zum Häuptling des Vereins der Neustädter Apachen ernannt. Doch es gibt ein Problem: Um ein Verein zu sein, braucht es mehr als nur ein Mitglied. Nachwuchs muss her und es kann doch nicht so schwierig sein, Menschen für dieses schöne Hobby zu begeistern, oder?

Folge 3: Normaloland – Die Bewegung

Die Rollen und ihre Darsteller*innen

Uwe KolbeAntonFatoni Schneider
Dieter     Matthias Thönnissen
KatjaSylke Verheyen
Christoph    Ben Rodrian
Passantin  Massiamy Diaby
Interessent      Michael Halberstadt
Inge  Ulrike Arnold
und andere


Inhalt

"Gemeinsam alleine sind wir stärker." – Uwe Kolbe, Frührentner

Uwe ist engagierter Vorsitzender eines Vereins, der für die Trennung der Neustädter Neustadt von der Neustädter Altstadt kämpft. Doch die Mitglieder bei Laune zu halten ist gar nicht so einfach. Jede Straßenecke fordert plötzlich ihre Eigenständigkeit, das gemeinsame Ziel kommt abhanden. Vielleicht braucht die Bewegung einen neuen, einen mächtigeren Feind?

Folge 4: Normaloland – Die Jury

Die Rollen und ihre Darsteller*innen

Finnja      Massiamy Diaby
Bernhard Kosse      Michael Halberstadt
Grit      Sylke Verheyen
Hubert Anton Fatoni Schneider
Werner  Ben Rodrian
Hans-C. SchrautMatthias Thönnissen
Ulrike WUlrike Arnold
Schenty Sophia Schober
und andere


Inhalt

"Was passiert denn in der Welt? Blut fließt, Killer-Viren sind los, Menschen sind auf der Flucht, Klimawandel ... Und was fällt den Künstlern in Neustadt ein?" – Bernhard Kosse, Stifter Ilse Kosse-Kunstpreis.

Finnja ist zum ersten Mal Kuratorin des prestigeträchtigen Neustädter ILSE KOSSE-Kunstpreises. Sie steht vor einem Desaster: Der Stifter Bernhard Kosse will den Kunstpreis abschaffen, die Einreichungen treffen seinen Geschmack so gar nicht. Sie fährt zu den ihr verehrten Künstlern und verhandelt Nachbesserungen – mit erschütternden Erkenntnissen über den Kunstmarkt. 

Folge 5: Normaloland – Die Deformation

Die Rollen und ihre Darsteller*innen

Frau WechtelarUlrike Arnold
Dr. StrasserAnton Fatoni Schneider
traurige Clownin        Sylke Verheyen
Zinschler Michael Halberstadt
Patientin      Massiamy Diaby
NitzelBen Rodrian
KosinovicMatthias Thönnissen
und andere


Inhalt

"Meinen Methodenkoffer musste ich zum Großteil selbst entwickeln." – Ines Wechtelar, Therapeutin.

Nach Jahren der engagierten Arbeit in ihrer Therapie-Praxis kann Ines Wechtelar selbst nicht mehr. Die Suche nach einer Nachfolge stellt sich aber nicht nur wegen der sonderbaren PatientInnen als schwierig heraus. 

Normale Gedanken
Regiestatement von Autor und Regisseur Matthias Thönnissen

Das "Normaloland" ist das Ergebnis einer langen Reise und die begann vor mehr als zehn Jahren mit einem zufälligen Treffen in Los Angeles, Kalifornien – und das schreibe ich natürlich auch deshalb hin, weil es cool klingt. Da treffen sich also Michael Halberstadt, Ben Rodrian und ich, Matthias Thönnissen, und stellen fest, dass wir mehr als gut miteinander lachen können.

Drei Typen setzen sich von nun alle paar Wochen zum Bier zusammen und schreiben Sketche, inspiriert vom normalen und dennoch seltsamen Leben. Und wenn es das Schicksal gewollt hätte und nicht die Vernunft und die Lebensplanung dazwischengekommen wäre – ja dann, dann wäre das "Normaloland" auch nicht früher zur Welt gekommen.

Ich glaube, dass nur die Umwege und die Ausflüge in andere Welten und alle eingesammelte Lebenserfahrung dazu geführt habt, dass das "Normaloland" genauso geworden ist wie es sein musste. Es hat die Zeit gebraucht. Sogar die Diskussionen welcher der vielen Geschichten aus dem "Normaloland" wir für die erste Staffel auswählen, war langwierig und hart. Jetzt sind die ersten fünf Folgen fertig und ich weiß jetzt schon, dass ich nicht genug davon kriegen kann. Weil hier eigentlich alles zusammenkommt, was ich als Filmemacher liebe:

Im "Normaloland" begegnen sich das Absurde und der absolute Ernst. Hier liegen das Komische und das Tragische sehr nah beieinander, hier dürfen die Dinge albern und gleichzeitig voller Weisheit sein. Sketch-Comedy, Satire und Improvisation auf diese Weise zu vereinen ist eigentlich nicht erlaubt, das verstößt gegen eine ganze Reihe von Erzählkonventionen und so, wie im "Normaloland" erzählt wird, ist das tatsächlich noch nicht gemacht worden.

Meine Liebe zur Pseudo-Dokumentation begann mit "Tracking the Soul", dann kam "Das Lachen ist nur aufgemalt" und nachdem dann "Twinfruit" ein großer Erfolg war, stellt das "Normaloland" nochmal eine echte Weiterentwicklung dar. Pseudo-Doku bedeutet, dass man sich als Filmemacher selbst Ketten anlegt. Man ist eingeschränkter als im "normalen Film". Wenn ich jetzt darüber nachdenke, warum ich trotzdem immer wieder zu diesem Genre zurückgekehrt, dann weiß ich schon eine Antwort. Oder zwei oder drei.

Weil hier an einer Art perfektem Realismus gekratzt wird. Weil hier eben Komik und Tragik Hand in Hand gehen können. Und weil man ganz anders mit Figuren umgehen kann. Man kann gewissermaßen mit zwei Blicken gleichzeitig auf sie schauen. Man sieht das Bestreben der Figur sich ins rechte Licht zu rücken und gleichzeitig die Figur in Situationen, in denen sie sich demaskiert.

Gemeinsam mit Massiamy Diaby, Ulrike Arnold, Sylke Verheyen und Anton Fatoni Schneider ist aus uns ein tolles Ensemble geworden. Zum Glück haben sich tolle Menschen gefunden, die nicht nur den Humor teilen, sondern auch Spaß an der besonderen Arbeitsweise haben. Das Drehbuch ist hier nämlich erst der Anfang einer Reise. Die Magie entsteht in der Improvisation, in der Überraschung, im Straucheln und im Einswerden mit der Figur.

Allen habe ich für ihre Rollen diese Adjektive mit auf den Weg gegeben: behutsam, wahrhaftig, aufrichtig, respektvoll. Genau so werden die Figuren behandelt. Und auch wenn sie lächerliche Dinge tun, komische Sätze sagen, gemein und ungerecht agieren: Man fühlt sich emotional verbunden. Man spürt Mitleid, man spürt den Wunsch zu lachen... aber unter aller Lächerlichkeit liegt eine tiefe Tragik. Es reißt an einem. So wie im normalen Leben.

Bio Matthias Thönnissen (Buch und Regie)

Matthias Thönnissen wurde 1977 in München geboren und begann seine berufliche Laufbahn als Filmeditor. So bekam er schon früh wichtige Einblicke in alle Genres und Formate, von Dokumentarfilmen über Kinofilme bis hin zu Werbespots. Nach einem Studium der Amerikanistik arbeitete er einige Jahren als Dokumentarfilmer, als Drehbuchautor und als Regisseur in der Werbung. Ab 2012 zog es ihn mehr und mehr zum fiktionalen Erzählen. In Zusammenarbeit mit dem ZDF entstand 2012 der Kurzfilm "Das Lachen ist nur aufgemalt", 2015 die Mockumentary "Twinfruit – Die Dose muss menschlich werden" sowie 2021 die sechsteilige ZDFneo Instant-Dramaserie "Schlafschafe".

Weitere Informationen

Fotos: (06131) 70-16100 oder über https://presseportal.zdf.de/presse/normaloland

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