"planet e." – die nächsten Sendungen

Rückkehr der Luchse, gefährdete Arten, Handel Elektromüll und Rohstoff Sand

Sonntags um 16.30 Uhr bietet das ZDF in der Reihe "planet e." hochwertige Umwelt-Dokumentationen zu globalen Trends und nachhaltiger Lebensgestaltung. Die nächsten "planet e."-Dokus im ZDF: "Auf leisen Pfoten – Die Rückkehr der Luchse" (Sonntag, 14. August 2016, 14.45 Uhr), "Arten vor dem Aus – Kampf um Wildkatze & Co." (Sonntag, 28. August 2016, 16.30 Uhr), "Giftiger Export – Der Handel mit Elektromüll" (Sonntag, 4. September 2016, 16.30 Uhr) und "Sand – der unterschätzte Rohstoff" (Sonntag, 11. September 2016, 16.30 Uhr).

  • ZDF, Sonntag, 14. August 2016, 14.45 Uhr

Texte

Sendetermine und Stab

Sonntag, 14. August 2016, 14.45 Uhr, ZDF

planet e.: 
Auf leisen Pfoten – Die Rückkehr der Luchse

Film von Birgit Hermes

Kamera: Michael Habermehl
Schnitt: Wolfgang Daut
Produktion: ZDF
Redaktion: Steffen Bayer, Volker Angres
Länge: ca. 30 Minuten

 

Sonntag, 28. August 2016, 16.30 Uhr, ZDF

planet e.: 
Arten vor dem Aus – Kampf um Wildkatze & Co.

Film von Andreas Ewels und Norbert Porta

Kamera: Dennis Mätzig
Schnitt: Norbert Porta
Redaktion: Volker Angres
Länge: ca. 30 Minuten

 

Sonntag, 4. September 2016, 16.30 Uhr, ZDF

planet e.: 
Giftiger Export – Der Handel mit Elektromüll

Film von Bernd Reufels

Kamera: Ralf Gemmecke, Tiemo Fenner
Schnitt: Miriam Weinandi
Redaktion: Martin Ordolff
Länge: ca. 30 Minuten

 

Sonntag, 11. September 2016, 16.30 Uhr, ZDF

planet e.: 
Sand – der unterschätzte Rohstoff

Film von Judith Schneider und Daniela Hoyer

Redaktion: Martin Ordolff
Länge: ca. 30 Minuten

Der andere Blick auf unsere Erde 

"planet e." bietet seit 2011 sonntags um 14.45 im ZDF intensive Dokumentationen zu aktuellen Fragen des Umwelt- und Naturschutzes. Nun rückt der Sendeplatz dieser Dokureihe in den späteren Nachmittag auf 16.30 Uhr. "planet e." bildet somit den Anfang eines Reigens an abwechslungsreichen Informationsprogrammen im Übergang vom Sonntagnachmittag in den Sonntagabend: Die "ZDF SPORTreportage", die "ZDF.reportage" und "Terra Xpress" schließen sich an.

"planet e." widmet sich naturnahen Themen aus der näheren Umgebung ebenso wie denen in Europa oder weltweit. Es geht in den Dokumentationen um globale Trends, nachhaltige Lebensgestaltung und ökologisch verträgliche Lösungen für die drängenden Fragen der Zeit.

Auf leisten Pfoten – Die Rückkehr der Luchse

Es ist ein teurer Umzug: 2,75 Millionen Euro vorwiegend aus Steuergeldern für die Umsiedlung von insgesamt 20 Luchsen in den Pfälzerwald. Dabei ist die Wiederansiedlung durchaus umstritten.

Zwar bietet der Pfälzerwald gute Revierbedingungen für Luchse. Ohnehin waren die großen Katzen einst in dieser Region heimisch. Ob die Wiederansiedlung klappt, ist allerdings fraglich, wie schlechte Erfahrungen mit einem Luchsprojekt in Bayern zeigen.

Die ersten Luchse, die jetzt in das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands verbracht wurden, stammen aus der Slowakei. Es sind drei Waisenluchse, die in den Karpaten als Jungtiere aufgegriffen wurden. In den nächsten Jahren sollen weitere Tiere auch aus der Schweiz folgen.

Wenn alles klappt und sich die anmutigen Tiere fortpflanzen, werde sich das auch auf das ökologische Gleichgewicht auswirken, so die Hoffnung der federführenden Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz. Vor allem Schalenwild wie z.B. Rehe stehen auf dem Speiseplan der Katzen, die so groß wie ein Schäferhund werden können. Die Luchse sorgen dafür, dass sich schwache Tiere nicht weiter vermehrten.

Ob sich die hohe Investition von rund  2,75 Millionen Euro über eine Laufzeit von sechs Jahren tatsächlich lohnt, muss sich noch zeigen. Einfangen, Transport und Quarantäne der Tiere kosten rund 10.000 € pro Luchs. Die weiteren Gelder fließen unter anderem in ein projektbegleitendes Monitoring, Öffentlichkeits- und Akzeptanzarbeit. Nicht nur die hohen Kosten, auch schlechte Erfahrungen aus Bayern lassen das rheinland-pfälzische Wiederansiedlungsteam sehr behutsam vorgehen. Im Bayerischen Wald beklagen Naturschützer regelmäßig erschossene und vergiftete Tiere, darunter auch trächtige Weibchen. Luchse sind geschützt, das Töten ist eine Straftat. Doch von den Tätern fehlt meist jede Spur.

Damit es erst gar nicht zu solchen Luchstötungen kommt, hat das Pfälzer Team der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz monatelang für die Akzeptanz in der Bevölkerung geworben. Zwei Hunde wurden auf den Duft des Luchses trainiert, und natürlich mussten Förster, Jäger und Viehhalter über das Vorhaben informiert – zum Teil auch davon überzeugt – werden.

"planet e." hat das Pfälzer Luchsprojekt von Anfang an beobachtet und ist dabei, wenn die slowakischen Luchse erstmals den Pfälzerwald erkunden.

Arten vor dem Aus – Kampf um Wildkatze & Co.

Zu viel Agrarchemie und zu viel Flächenversiegelung: Der Lebensraum für heimische Tierarten wird knapp. Naturschutzmaßnahmen allein reichen offenbar nicht aus.

Knapp die Hälfte der rund 72 000 heimischen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten in Deutschland steht nach dem Bericht des Bundesamtes für Naturschutz auf Roten Listen. 31 Prozent davon stufen die Experten als bestandsgefährdet ein, 4 Prozent sind bereits ausgestorben.

Nicht nur Ackergifte und Beton sind das Problem. Neue Gefahren kommen hinzu, etwa durch Windkraftanlagen. Sie sind Todesfallen für Greifvögel und Fledermäuse – neue Herausforderungen für die Anpassung der Naturschutzpolitik. Doch es gehe viel zu langsam, kritisieren die Naturschutzverbände.

Schon immer sind Arten ausgestorben und neu entstanden. Seit Millionen Jahren ist das ein natürlicher Vorgang. Doch niemals in der Geschichte unseres Planeten verschwanden Arten so schnell. Von 2009 bis 2011 hat sich die Rote Liste um 2000 bedrohte Arten verlängert – zehn Prozent mehr in nur drei Jahren! Und die gerade laufenden Erhebungen zur aktualisierten Liste zeigen, dass dieser negative Trend anhält. Verantwortlich dafür ist im Wesentlichen eine einzige Spezies: der Mensch.

Andererseits: Brauchen wir die Artenvielfalt überhaupt? Warum ist sie nötig? Biologen wie Lutz Dalbeck werden derartige Fragen oft gestellt. Die Antwort ist stets äußerst schlicht: Artenvielfalt garantiert unser aller Überleben. Denn nur wenn es gelingt, die unglaubliche Vielfalt des biologischen Erbmaterials zu erhalten, kann sich das Genom – also der Satz des vollständigen Erbmaterials der Pflanzen, Tiere und letztlich auch des Menschen – an die sich stets ändernden Lebensumstände anpassen.

Lutz Dalbeck weiß aus Erfahrung: Verordneter Naturschutz hilft nicht wirklich. Man muss die Menschen mitnehmen, sie überzeugen. Nur im Dialog mit den Vertretern anderer Interessen kann Artenschutz gelingen. Dalbecks Dauergesprächspartner kommen zum Beispiel aus der Landwirtschaft und der Jägerschaft. "Schon mit dem Erklären einiger Zusammenhänge im Ökosystem kann man viel Verständnis hervorrufen", sagt Dalbeck. "Wenn viele Landwirte am Ort die Bewirtschaftung ihrer Felder nur etwas anpassen, dann gibt es auch Erfolge in der Fläche."

Randstreifen mit Wildkräutern oder am Feldrand wachsende Hecken als Biotop-Verbinder sind relativ gut umzusetzende Maßnahmen, die helfen, Lebensräume zu stabilisieren. Wenn auch nicht überall, sehr oft können Landwirte zum Artenschutz beitragen.

Beim Fledermausschutz dagegen geht ohne die Aktivitäten der ehrenamtlichen Naturschützer nichts. Wohnquartiere der nachtaktiven Tiere müssen bewacht, Nahrungsquellen gesichert werden. Eine zeitraubende Arbeit. Tatsächlich erzielen Fledermausschützer in der Oberpfalz erste Erfolge. Ob sie dauerhaft sind, ist allerdings fraglich.

"planet e." will wissen: Verkommt Deutschland zur biologischen Einöde? Wird genug getan für den Artenschutz? Wo gibt es Fehler, und wer trägt Verantwortung? Vor allem: Was muss getan werden, damit heimische Wildtiere bei uns dauerhaft überleben können?

Giftiger Export – Der Handel mit Elektro-Müll

22 Kilogramm Elektroschrott produziert jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr. Weniger als die Hälfte wird legal recycelt. Hunderttausende Tonnen E-Müll gehen ins Ausland – als giftige Fracht.

Alte Elektrogeräte enthalten viele wertvolle Rohstoffe: Kupfer, Gold oder Platin. Doch umweltgerechtes Recycling ist aufwendig. Mit illegalen Methoden ist viel Geld zu machen. Behörden sind überfordert – das schmutzige Geschäft mit dem E-Schrott ist kaum zu stoppen.

Im Oktober 2015 wurde vom Bundestag ein neues Elektrogeräte-Gesetz verabschiedet. Das Ziel: Mehr Alt-Geräte sollen im vorgeschriebenen Recycling landen. Doch Hersteller und Händler haben frühzeitig interveniert und eine ganze Reihe von Ausnahmen geschaffen. Nicht jeder, der Elektronik-Produkte verkauft, muss sie auch zurücknehmen. Die neue Verordnung ist kompliziert und für Verbraucher nur schwer verständlich.

"planet e." zeigt, was das neue Gesetz wirklich bringt – und ob das eigentliche Ziel so erreicht werden kann. Johanna Sydow (Germanwatch) und Sascha Roth (NABU) machen für "planet e." einen Test: Welcher Händler nimmt alte Computer oder Röhrenfernseher zurück? Dabei zeigt sich, dass viele Verkäufer und viele Verbraucher von den neuen Regelungen nichts wissen.

So machen illegale Händler weiter ihr Geschäft, indem sie Elektro-Geräte abseits der Recyclinghöfe annehmen oder abholen. Containerweise geht die Ware ins Ausland – oft auch nach Ghana. Letztlich landet der E-Schrott dann auf Deponien wie Agbogbloshie in Ghanas Hauptstadt Accra. Dort zerlegen tausende Arbeiter für Hungerlöhne die Geräte aus dem Westen. Kunststoffe werden verbrannt, um an das wertvolle Kupfer zu gelangen. Eine Katastrophe für die Menschen, die die giftigen Dämpfe einatmen.

Der Deutsche Jürgen Meinel lebt seit Jahren in Ghana und bemüht sich um ein umweltgerechtes Recycling. Er hat bemerkt, dass in den vergangenen Jahren zunehmend auch alte Auto-Batterien aus Europa nach Ghana verschifft werden. "Die Batterien werden mit Macheten zerschlagen", berichtet er. "Die Säure wird in den Straßengraben gekippt und das Blei mit bloßen Händen in Säcke gesteckt. Ein Desaster. Die Arbeiter vergiften sich dabei – das ist absolut tödlich."  

Die Rohstoffe, die für geringe Löhne so in Ghana gewonnen werden, gehen am Ende meist wieder außer Landes: zu den Herstellern in den Industrieländern.

"planet e." geht der Frage nach, wie der Schrott-Strom nach Ghana zu stoppen ist – und wie wir in Deutschland mehr Rohstoffe aus Recycling gewinnen können.

Sand – der unterschätze Rohstoff

Alle reden von Öl und Wasser. Dabei ist längst ein Kampf um eine ganz andere Ressource entbrannt: Sand. Die kleinen Körnchen sind der wohl am meisten unterschätzte Rohstoff unserer Zeit. Wir alle brauchen ihn: Sand steckt in Autos, Mikrochips, Lebensmitteln, Glas und vor allem in Beton. Wie sehr unsere moderne Gesellschaft auf Sand angewiesen ist und welche Konflikte daraus erwachsen, zeigt "planet e." an Schauplätzen von Deutschland bis Dubai.

Einer der bedeutendsten Quarzsand-Vorräte Deutschlands lagert in Frechen, westlich von Köln. Die Quarzwerke bauen dort täglich 3000 Tonnen Quarzsand ab. Doch um an die wertvollen Körnchen im Boden heranzukommen, muss der darüber stehende uralte Wald gerodet werden. Dies sei ein Desaster für die Natur, klagt Tanja Keßels, ehrenamtliche Mitarbeiterin beim Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). Sie hält die vorliegenden behördlichen Genehmigungen für fehlerhaft und findet, der alte Wald müsse unter Naturschutz gestellt werden. Was kann die Umweltschützerin gegen die drohende Rodung unternehmen?

International ist es vor allem der grobkörnigere Bausand, der zu Konflikten führt. Wüstenstaaten wie Dubai geraten mit ihren Prestigeprojekten und Mega-Bauten an die Grenzen der eigenen Ressourcen und müssen Sand sogar importieren. Es scheint paradox, aber Wüstensand ist fürs Bauen ungeeignet. Die Körner sind zu glatt und rund. Der schier unstillbare Sand-Hunger führt zu Mondpreisen und zu illegalem Abbau. Eine regelrechte Sand-Mafia ist am Werk.

Die Folgen sind fatal: Indiens Küste wird abgegraben, vor Indonesien verschwinden ganze Inseln. Und ein Ende des Sand-Rauschs ist nicht in Sicht. Der Bauboom ist schon längst von den Wüstenstaaten hinüber zu den asiatischen Schwellenländern geschwappt. Allein China hat in den vergangenen sieben Jahren genauso viel Sand verbaut und in Beton gegossen wie die USA in den vergangenen 100 Jahren.

Sand ist Mangelware. Auch auf der Insel Sylt. Das Meer höhlt die schmale Nordseeinsel schonungslos aus. Küstenschützer versuchen, die Insel vor dem Untergang zu retten, und spülen Jahr für Jahr Millionen Tonnen Sand auf Sylts Strände. An vielen Orten führt der Mangel an Sand zu Problemen und Konflikten. "planet e." forscht nach: Steuern wir auf eine weltweite Sandkrise zu?

"planet e.: Auszeichnungen 2013 – 2016 

2013

Ökofilmtour (Potsdam)

Hoimar-von-Ditfurth-Preis für die beste journalistische Leistung mit den vier eingereichten Beiträgen "Weltretter 3.0" (Jana Lemme) / "Tod im Bienenstock" (Bernd Wels)  /  "Räuber der Meere" (Winfried Schnurbus) / "Die Wölfe kommen" (Axel Gomille)

 

International Abu Dhabi Film Festival

1.Preis Dokumentationen für "Reptile Mafia" (Die Reptilien-Mafia) von Andreas Ewels

 

NaturVision (Ludwigsburg)

Preis der Jugendjury für "Weltretter 3.0" von Jana Lemme

 

Urban Minining e.V.

Urban Mining Award für "Die Rohstoffjäger" von Stefan Lütke-Wissing

 

2014

 

EKOTOP-Filmfestival (Bratislava)

Preis für besten investigativen Journalismus für "Sardinia’s deadly secret” (Sardiniens tödliches Geheimnis) von Birgit Hermes

 

Evolution Mallorca International Film Festival

Evolutionary Island Award für "Abenteuer Mallorca" von Andreas Ewels

 

TOURA D'OR (ITB Berlin)

Internationaler Filmpreis für zukunftsfähigen Tourismus für "Malediven – Notruf aus dem Paradies" von Raimund Waltenberg

 

Puchalski Film Festival (Lodz, Polen)

Preis für die beste journalistische Reportage für "Bears on the rise" (Bären auf dem Vormarsch) von Axel Gomille

 

2015

 

EKOTOP- Filmfestival (Bratislava)

Preis des Verteidigungsministeriums für "Mine detection rats" (Die Sprengstoffratten) von Birgit Hermes

 

GreenScreen internationales Naturfilmfestival (Eckernförde)

Naturfilmpreis für "Die Rückkehr der Seehunde" von Torsten Mehltretter

 

2016

 

Ökofilmtour (Potsdam)

Hoimar-von-Ditfurth-Preis für die beste journalistische Leistung für "Schlank durch Schokolade" von Peter Onneken und Diana Löbl

 

Festival of World's Best TV & Films (New York)

Bronze-Medaille in der Kategorie 'weltbeste Dokumentation' für "Along the poverty line – What happened to the UN-Millennium Goals?" (Das Armutszeugnis – Auf den Spuren der UN-Millenniumsziele) von Carsten Behrend und Marcus Niehaves

The English versions - A selection of "planet e."-documentaries

Eine Auswahl von "planet e."-Dokumentationen ist auch in englischer Sprache verfügbar unter http://planete.zdf.de

Biografie des "planet e."-Redaktionsleiters Volker Angres

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