Copyright: ZDF / Mathias Bothor
Copyright: ZDF / Mathias Bothor

Preis der Freiheit

Dreiteiliges Ost-West-Drama

Das Ost-West-Drama erzählt die Geschichte dreier Schwestern in den Umbruchjahren zwischen 1987 und März 1990. Margot (Barbara Auer) beschafft in der Ost-Berliner Behörde "KoKo" Devisen für die wirtschaftlich angeschlagene DDR. Lotte (Nadja Uhl), alleinerziehende Mutter, beginnt das System zu hinterfragen und engagiert sich in der Umweltbewegung. Die jüngste Schwester Silvia (Nicolette Krebitz) gilt als tot, lebt aber mit neuer Identität im Westen und hat ihre Kinder in der DDR zurücklassen müssen.

  • ZDF, Montag, 4. November, Dienstag, 5. November, Mittwoch, 6. November 2019, jeweils 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Montag, 28. Oktober 2019, 10.00 Uhr

Texte

Großer ZDF-Dreiteiler über die Wende-Zeit
von ZDF-Hauptredaktionsleiter Frank Zervos

Der historische Dreiteiler "Preis der Freiheit" erzählt Geschichte, die uns alle angeht. Er ist nicht einfach nur ein Familiendrama, ein Agentenfilm oder ein Wirtschaftskrimi vor historischer Kulisse.
In "Preis der Freiheit" versuchen wir, Zeitgeschichte aus einem Blickwinkel zu erzählen, der die Offenheit der historischen Situation einfangen soll. Eine Situation, die bis heute viele Fragen aufwirft. Und damit ist der Film auch keine abschließende Geschichtsschreibung, sondern Teil des Projekts, unsere Erinnerung an die Wendezeit wach zu halten und gleichzeitig in ein neues Licht zu rücken. In diesem Sinne reiht sich der Dreiteiler in die Tradition des ZDF, einschneidende historische Momente der deutschen Geschichte in einer fiktionalen Erzählung aufzugreifen und zur Diskussion zu stellen.

Frank Zervos ist Hauptredaktionsleiter von ZDF-Fernsehfilm/Serie I

Deutschland 1987 bis 1990 – Zeit der Brüche
von Redaktionsleiterin Caroline von Senden und Redakteurin Solveig Cornelisen

1987 wusste niemand, dass nur zwei Jahre später die Mauer fallen würde. Einige erhofften es sich in ihren Träumen, einige andere in der DDR befürchteten es. Und sie hatten gute Gründe dafür, denn die DDR steuerte auf einen Staatsbankrott zu. Wie sollte der drohende Ausverkauf der DDR an den Westen verhindert werden?

Die Geschichte aus dem Maschinenraum der DDR-eigenen Devisenbeschaffungs-Agentur "Kommerzielle Koordinierung" erzählt die Wendezeit aus einer neuen Perspektive. Ja, in "Preis der Freiheit" geht es um Geld, Gold, Häftlingsfreikäufe, Waffen und Müll. Und eben um Macht und das Vakuum, das sie plötzlich hinterlassen kann. Mittendrin in dieser unübersichtlichen Situation versuchen drei Schwestern, das Richtige zu tun. Sie nutzen überraschende Chancen und bringen für ihre Ziele viele Opfer. In der unberechenbaren Dynamik der friedlichen Revolution spitzen sich Konflikte zu. Keine geht unbeschadet daraus hervor.

Der wirtschaftspolitisch geführte Kampf zwischen zwei Systemen verbindet sich in "Preis der Freiheit" mit dem Drama einer Familie. So geraten die bis heute prägenden Weichenstellungen aus der Wendezeit in den Fokus – von der schnellen Einführung der D-Mark mit ihren dramatischen Folgen bis zu den Bemühungen der alten Kader, ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen. Die Familie durchlebt eine emotionale Achterbahnfahrt von Flucht und Gefängnis, einer unerwarteten Familienzusammenführung bis zur Trauer um einen geliebten Menschen, von Aufbruch und Neubeginn bis zur Einsamkeit von Verratenen und Verrätern.

Die Wendezeit war für viele Menschen ein Bruch in ihrem Leben. Aber so unterschiedlich die Menschen gelebt haben, so unterschiedlich haben sie den Bruch individuell erlebt. Eine fiktionale Erzählung kann diesen unzähligen, persönlichen Erfahrungen nur ausschnitthaft gerecht werden. Sie muss auswählen und zuspitzen – jedoch immer mit dem Ziel, Perspektiven anzubieten, die den Blick erweitern. "Preis der Freiheit" ist ein Versuch, sich diesen Geschichten anzunähern.

Über den Verlust der Angst
Producer's Note von Gabriela Sperl

Der 9. November 1989 und das Ende der Teilung Deutschlands ist einer der großartigsten Momente, eine Sternstunde der deutschen Geschichte. Die friedliche Revolution des ostdeutschen Volkes brachte die DDR-Diktatur zum Einsturz. Es war das Ende des Kalten Krieges und, so schien es, der Anfang einer neuen, gerechteren, demokratischen Ordnung, nicht nur für ein wiedervereintes Deutschland. Fast 30 Jahre später ist von der Euphorie, dem Aufbruch von 1989, wenig übrig. Die Welt ist in Unordnung. Die Demokratien stehen auf dem Prüfstand, die politischen Eliten ringen um Glaubwürdigkeit. Es gibt Raum für Nationalismus, für aggressiven Rechtspopulismus und Antisemitismus, für Fremdenhass und Angst. Der Kalte Krieg ist zurück, 60 Millionen Menschen, mehr als jemals zuvor, befinden sich weltweit auf der Flucht.

Vor diesem Hintergrund ist "Preis der Freiheit" entstanden: Wir erzählen den wirtschaftlichen Zusammenbruch der Diktatur. Wir erzählen die Zersetzung einer korrupten DDR-Elite, die sich zunehmend mit Repression an der Macht hielt, wir erzählen, wie der Westen die Schwächen des Systems wirtschaftlich für sich ausnutzte. Und wir erzählen die "kleinen Leute", die das irgendwann nicht mehr wollen: Menschenverkäufe, Müllhandel, Umweltsünden, Überwachung und Unterdrückung. Wir erzählen die, die keine Angst mehr haben und sich auflehnen. Neben den glückhaften Momenten der friedlichen Revolution legen wir den Finger in noch offene Wunden und zeigen die tiefen emotionalen, wirtschaftlichen und ideologischen Gräben, die einer wirklichen Annäherung zwischen Ost und West immer noch entgegenstehen. Wir zeigen den Verfall korrupter Eliten, die nie belangt wurden, weil sie den Westen mit ihrem Wissen erpressen konnten, und zeigen: Mit der Wende kamen nicht nur Freiheit, Demokratie und der Rechtsstaat, es kam mit dem Run auf die D-Mark auch die Zeit entgrenzter Märkte und kapitalistischer Gier, die die Hoffnung vieler auf Reformen unter sich begrub.

Ich glaube fest daran: Nur dann, wenn wir nach nunmehr 30 Jahren Brücken schlagen und damals geschehenes Unrecht adressieren, über das hartnäckig geschwiegen wird, werden wir Versöhnung finden und die Wende feiern können als das, was sie wirklich war: das Ende eines Unrechtssystems und die Möglichkeit für alle, in einer freien, demokratischen Gesellschaft zusammenzufinden.

Stab und Besetzung

Montag, 4. November 2019, 20.15 Uhr
Dienstag, 5. November 2019, 20.15 Uhr
Mittwoch, 6. November 2019, 20.15 Uhr
ZDFmediathek: ab Montag, 28. Oktober 2019, 10.00 Uhr

Preis der Freiheit
Dreiteiliges Ost-West-Drama
nach einer Idee von Gabriela Sperl

Buch_____Michael Klette, Charlotte Wetzel, Gabriela Sperl, Michael Krummenacher
Regie_____Michael Krummenacher
Kamera_____Morten Søborg
Szenenbild_____Tilman Lasch
Kostümbild_____Mirjam Muschel
Casting_____Anja Dihrberg
Schnitt_____Simon Blasi, Max Fey
Musik_____Fabian Römer
Herstellungsleitung_____Rolf Wappenschmitt
Historische Fachberatung_____Sven Felix Kellerhoff, Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk, Siegfried Scheffke, Peter Wensierski
Ko-Produzent_____Filip Hering
Ausführende Produzentin_____Ilona Schultz
Produzenten_____Gabriela Sperl, Quirin Berg, Max Wiedemann
Redaktion_____Caroline von Senden, Solveig Cornelisen
Länge_____3 x 100 Minuten

Die Rollen und ihre Darsteller
Lotte Bohla_____Nadja Uhl
Margot Spindler_____Barbara Auer
Ina Winter_____Nicolette Krebitz
Ilja Schneider_____Oliver Masucci
Norbert Krimling_____Godehard Giese
Else Bohla_____Angela Winkler
Paul Spindler_____Joachim Król
Christa Bohla_____Janina Fautz
Roland Bohla_____Aaron Hilmer
Ingo Bohla_____Michelangelo Fortuzzi
Markus Welsch_____Jonathan Berlin
Alexander Schalck-Golodkowski_____Thomas Thieme
und viele andere

Eine Gabriela-Sperl-Produktion für W&B Television, gefördert durch das Filmanreizprogramm des tschechischen staatlichen Kinematographie Fonds und mit freundlicher Unterstützung von Prague 7 in Zusammenarbeit mit Wilma Film und ZDF Enterprises im Auftrag des ZDF.

Inhalt

Kurzinhalt

1987. Die Mauer trennt die DDR von der BRD.
Margot, Lotte und Silvia sind drei Schwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Margot beobachtet als ranghohe Mitarbeiterin der Kommerziellen Koordinierung, kurz: KoKo, ohnmächtig, wie ihr Land auf einen Staatsbankrott zumarschiert. Ihre Behörde hat lange Zeit als kapitalistische Devisen-Beschaffungsmaschine die DDR finanziell stabilisiert. Doch jetzt muss sie sich fragen, ob die DDR – wirtschaftlich am Ende und unter dem Ansturm der aufbegehrenden Bevölkerung – zu retten ist. Ihre Schwester Lotte, alleinerziehende Mutter eines Teenagers, beginnt zur selben Zeit, das System zu hinterfragen und engagiert sich für die Umweltbewegung in der DDR. Die jüngste Schwester, Silvia, ist vor langer Zeit aus dem Leben der anderen beiden verschwunden. Weder Margot noch Lotte ahnen, wie unversöhnlich sie im Westen daran arbeitet, das DDR-Regime zu zerschlagen und ihre damals zurückgelassenen Kinder wieder für sich zu gewinnen.

Folgeninhalte
Folge 1
(1987)

Ostberlin. Die Schwestern Margot Spindler und Lotte Bohla geraten immer häufiger aneinander. Margot hat eine steile Karriere bei der Kommerziellen Koordinierung, kurz: KoKo, gemacht. Die zutiefst überzeugte Parteigenossin beschafft durch legale und illegale Geschäfte Devisen für ihr nahezu bankrottes Land. Durch Waffengeschäfte, Erlöse aus dem Häftlingshandel mit der BRD oder aus der Entsorgung von West-Sondermüll im Osten wird die DDR-Zahlungsbilanz aufgebessert.

Lotte Bohla hat einen Buchladen und ein paar Fragen zu viel. Sie schließt sich der jungen Umweltbewegung in der DDR an und wird sich nicht mehr einschüchtern lassen. Als ihr Sohn Ingo im Juni 1987 bei einem großen Open-Air-Konzert auf West-Berliner Seite friedlich hinter der Mauer mitrockt, wird er verhaftet. Nach einer Nacht in DDR-Haft ist er nicht mehr derselbe. Lotte muss hilflos mitansehen, wie Ingo sich im Kreis von Neonazis radikalisiert.

Die jüngste Schwester, Silvia, ist Mitte der 1970er-Jahre bei einem Unfall ums Leben gekommen. Das ist die Legende, tatsächlich wollte sie damals aus der DDR fliehen. Margot konnte sie gerade noch vor einer Verhaftung retten und hat sie unter einer Bedingung heimlich selbst in den Westen geschafft: Niemand darf je davon erfahren. Seitdem ist Silvia Bohla offiziell tot – auch für ihre zwei Kinder. In der BRD hat sie als Ina Winter ein neues Leben begonnen. Inas Traum ist es, ihre Kinder, die bei Margot aufgewachsen sind, wieder in die Arme schließen zu können. Inzwischen arbeitet sie im Ministerium für Innerdeutsche Beziehungen. Bei den Verhandlungen zu den Häftlingsfreikäufen zwischen DDR und BRD treffen die Schwestern überraschend und unversöhnlich aufeinander. Als ausgerechnet Inas Sohn Roland einen Fluchtversuch in den Westen wagt, scheint sich die Geschichte zu wiederholen.

Der Überfall von Neonazis auf Hunderte von Konzertbesuchern in der Ostberliner Zionskirche im Herbst 1987 markiert eine Wende. Während die Staatsmacht untätig zuschaut, prügeln rechte Skins auf Unschuldige ein. Auch Lotte und ihre Freunde aus der Bürgerbewegung versuchen zu fliehen, als sie schockiert stehen bleibt: Einer der Schläger ist ihr Sohn Ingo.

Folge 2 (Januar 1988 – November 1989)

Im Januar 1988 ist Margot mit der Partei-Elite auf der alljährlichen Gedenkfeier für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Parallel rollen Lottes Freunde aus der Bürgerbewegung Transparente zur Gegen-Demonstration auf: "Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden". Die Stasi versucht, die Opposition zum Schweigen zu bringen, und verhaftet unter anderen viele Mitglieder der Umweltbibliothek. Doch der SED-Staat erreicht damit das Gegenteil: Die friedliche Revolution formiert sich jetzt erst recht.

Das aggressive Vorgehen der Stasi behindert auch die Arbeit der KoKo (Kommerzielle Koordinierung). Margot muss ihre nervös gewordenen Geschäftspartner im Westen beschwichtigen. Ihre Warnungen an ihren Widersacher bei der Stasi, Norbert Krimling, dass sein Vorgehen der DDR schade, verhallen jedoch ungehört.

Auch in Margots eigener Familie brodelt es: Margots Ziehsohn Roland sitzt wegen versuchter Republikflucht im Knast, während Ina Winter, Rolands Mutter, vom Westen aus Margots deutsch-deutschen Häftlingshandel torpediert. Margot erkennt ihre Chance: Sie wird Roland nur dann in die Freiheit verkaufen, wenn Ina im Gegenzug im Bonner Ministerium für Innerdeutsche Beziehungen kündigt. Ina gibt nach, und Roland sitzt im Bus gen Westen.

Lotte und ihre Freunde bieten dem Staat immer mutiger die Stirn. In einer gewagten Aktion gelingt es ihnen, brisantes Bildmaterial über die unfassbare Umweltverschmutzung in Bitterfeld in den Westen zu schmuggeln, das dann im Westfernsehen läuft. Den Bürgern der DDR reicht es, sie gehen auf die Straße. Die Montags-Demos werden größer und größer.

In Margots Umfeld herrscht Alarmbereitschaft. Alle in der KoKo um Leiter Alexander Schalck-Golodkowski ahnen längst: Sie können mit ihren Devisen-Geschäften weder den Staat vor dem Bankrott retten, noch die SED-Führung zu notwendigen Reformen zwingen. Margot will die Hoffnung aber nicht aufgeben und verkauft, was zu verkaufen ist. Doch die Zeit spielt gegen sie. Unter dem Ansturm der friedlichen Revolution tritt Honecker am 18. Oktober 1989 zurück. Am 9. November fällt die Mauer.

Folge 3 (November 1989 – März 1990)

Mit dem Fall der Mauer weiß Margot, dass sie jetzt schnell handeln muss. Ihr Widersacher im Ministerium für Staatssicherheit, Krimling, ist jedoch schneller. Die Staatssicherheit lässt in großem Umfang Akten vernichten, jeder erhält eine neue Legende. In Margots Chef, Schalck-Golodkowski, findet die Stasi zudem einen öffentlichkeitswirksamen Sündenbock, der allen die nötige Zeit verschafft, neue Wege zu gehen. Krimling und andere wissen, wie sie durchkommen: Sie lackieren kurzerhand die Autoflotte des Ministeriums zu Taxen um. Die KoKo hingegen steht, so deckt es sogar der SPIEGEL auf, für Embargoverletzungen, Korruption und Veruntreuung. Margots Chef flieht in den Westen und hinterlässt ihr Vollmachten über ein Milliardenvermögen. Damit nichts in die Hände des kapitalistischen Feindes fällt, soll Margot das Vermögen der KoKo so schnell wie möglich verschwinden lassen. Sie steht jetzt allein vor den Scherben ihres Lebenswerks.

Währenddessen arbeitet Ina, Margots Schwester, im Finanzministerium der BRD unter Hochdruck an Übergangs-plänen: Wie kann man mit dem Zusammenbruch der alten DDR-Strukturen umgehen? Ina will mit den Bürgerrechtlern über eine schrittweise wirtschaftliche Annäherung verhandeln. Sehr schnell begreift sie aber, dass niemand im Westen daran interessiert ist.

Familie Bohla versucht sich in Versöhnung – alle treffen auf Christas Party zum 18. Geburtstag zusammen. Christa und ihr in West-Berlin lebender Bruder Roland fallen sich in die Arme. Dass er die totgeglaubte Mutter Silvia/Ina mitbringt, führt jedoch zum Eklat. Christa will nichts mit dieser Frau zu tun haben. Und Margots unversöhnliche Haltung lässt auch ihren Mann Paul zunehmend verzweifeln.

Lotte holt ihren Sohn Ingo aus dem Jugendwerkhof und hofft, ihn wiederzugewinnen. Doch er hat sich dort nur weiter radikalisiert. Seine Loyalität gilt den Neonazis. Auch wenn sie ihren Sohn verliert, gibt Lotte nicht auf, gegen die Täter des DDR-Unrechtssystems zu kämpfen.

Was sich für viele Anfang 1990 als hoffnungsvoller Neuanfang darstellt, ist für einen Großteil der Bohlas ein Scheitern. Allein die Kinder Christa und Roland sowie Lotte gehen, zwar beschädigt, doch auch mit Überzeugung und großen Hoffnungen in eine neue Zukunft.

Autorennotizen
Statements von Michael Klette und Charlotte Wetzel aus dem Autorenteam

Statement von Michael Klette
Als junger aufstrebender Theaterregisseur wurde ich Mitte der 80er-Jahre vom DDR-Kulturministerium aus dem Land komplimentiert. Ohne Rückkehroption. Die dachten wohl: "Wehret den Anfängen." Meine Ideale bezüglich des real existierenden praktizierten Sozialismus waren eh aufgebraucht. Aber wie das so ist, Distanz schafft Nähe. Vom Westen aus sah ich die DDR wie durch ein Vergrößerungsglas. Dann kam Leipzig 89. Die ewig duldenden DDR-Bürger, die ich verachtet hatte für ihr Angepasstsein, gingen auf die Straße. Und ich war nicht dabei! Der Rest ist Geschichte…
Dann kam meine Stasi-Akte. Meine damalige Wohnung war verwanzt worden. Die Bude eines 24-Jährigen! Minutiös konnte ich alles nachlesen, die Gespräche, die Affären, die IMs, alles. Und da begriff ich: Die DDR war ein Staat der Angst. Das ganze überdimensionierte Sicherheitsdenken basierte auf dem 17. Juni 1953. Brecht hatte recht: "Dann soll sich die Regierung doch ein anders Volk wählen!" Aber diesmal wollte das Volk nicht mehr. Jetzt schlug die Stunde der Träumer, alles schien möglich, sogar eine bessere DDR. Auch ich träumte kurzzeitig. Doch alles hat seinen Preis, und den zahlten zunächst vor allem die "Ossis" mit entwerteten Biografien, verwaisten Landschaften, Arbeitslosigkeit. Die bis heute verlängerte Werkbank des Westens. Mein Vater ist daran zu Grunde gegangen. Nach dem Preis des verlorenen Weltkriegs, nun der Preis der Freiheit. Darüber muss man sprechen, darf es nicht den Siegern allein überlassen. Es ist auch Teil meiner Lebensgeschichte.

Statement von Charlotte Wetzel
Als ich 1992 nach Berlin kam, als "schwäbische Siedlerin" im Prenzlauer Berg, hat mich die Abbruchromantik angezogen, die ideellen und physischen Freiräume: Alles ein großer Spielplatz irgendwo zwischen Ost-Disneyland und Geisterbahn. Ich kannte die Geschichte der friedlichen Revolution, aber nach und nach offenbarte sich etwas, was man fast eher einen Krieg nennen muss. Die Verteilung Ostdeutschlands war in vollem Gange, die Landnahme, die Zerstörung der ostdeutschen Wirtschaft und der ostdeutschen Identität(en). Heute haben wir zwar keine Mauer mehr, dafür aber tiefe Gräben. Die Entstehung dieser Gräben versuchen wir in "Preis der Freiheit" zu erzählen. Die sehr komplexe ost-west-deutsche Geschichte in Figuren zu weben, deren Schicksale den Zuschauer interessieren und berühren, ohne alte oder neue Klischees zu bedienen. Und die einzige Wahrheit: dass die Trennlinie zwischen "gut" und "böse" nie entlang der Grenze zwischen Ost und West verlief.

Ein historischer Film, der sich modern anfühlt.
Interview mit Regisseur Michael Krummenacher

Was war für Sie als Regisseur mit Schweizer Wurzeln der besondere Reiz an dem Filmprojekt "Preis der Freiheit"? Wie haben Sie sich diesem deutsch-deutschen Thema genähert?

"Preis der Freiheit" ist ein Familiendrama, das von den politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Ost und West beeinflusst wird. Im Zentrum steht eine unerhörte Geschichte um Macht und Geld mit starken ambivalenten Figuren. Diese Verbindung war es, die mich reizte. Da ist meine Herkunft erst einmal zweitrangig. Aber natürlich war es eine intensive Arbeit, sich dieser doch sehr speziellen Epoche anzunähern. Ich habe sehr viel gelesen, Filme und Fotos angeschaut sowie immer wieder mit Zeitzeugen gesprochen. Und im Laufe dieser Auseinandersetzung empfand ich meine Herkunft zunehmend als Befreiung – ich bin nicht vorbelastet und fühle mich weder der einen noch der anderen Seite emotional verpflichtet, bin weder verwandt noch verschwägert. Ganz im Dienst der Geschichte konnte ich meine eigene Haltung zu den damaligen Geschehnissen entwickeln.

Sie waren zur Wendezeit noch ein Kind. Haben Sie einen persönlichen Bezug zu dem Thema?

Ein historischer Film ist per se ein paradoxes Unterfangen. Schon alleine dadurch, dass Schauspieler historische Persönlichkeiten verkörpern, ist man bereits in der Fiktion gelandet. Und bei jeder fiktionalen Geschichte gehe ich stark von meinen Figuren aus. Die Figuren konfrontieren mich mit Gefühlszuständen, die zutiefst menschlich und gewissermaßen universell sind. In dieser Auseinandersetzung entsteht ein sehr persönlicher Bezug, völlig unabhängig von der Zeit oder der Welt, in der ein Film spielt. Zum Glück ist das so – ein Großteil der besten Filme wäre nie entstanden, wenn die Macher ihre Geschichten immer selbst hätten erleben müssen.
Darüber hinaus lebe ich mittlerweile schon seit über zehn Jahren in Deutschland, und sehr vieles, was wir heute politisch erleben, hat seine Wurzeln immer noch in der Wendezeit. Insofern ist mein Bezug zu der Geschichte von "Preis der Freiheit" sicherlich stark im Jetzt verankert und mehr eine Ursachensuche als eine Erinnerung an diese Zeit.

Was war Ihnen bei der filmischen Umsetzung wichtig?

Ich habe vor "Preis der Freiheit" noch nie einen historischen Film gedreht. Deshalb konnte ich nur von mir als Zuschauer ausgehen – und viele historische Filme schrecken mich ab. Da wird zwar vordergründig alles richtig gemacht und toll ausgestattet, man wird aber den Eindruck nie los, dass man in einem Museum steht. Eine Welt zu schaffen, die sich lebendig anfühlt, für den Zuschauer gewissermaßen "begehbar" wird, war von Anfang an mein höchstes Ziel. Ein historischer Film, der sich nicht behäbig-nostalgisch, sondern modern anfühlt.
Das hängt natürlich auch mit den Figuren zusammen, die sich in dieser Welt bewegen. Ich war gesegnet mit einem grandiosen Schauspielerensemble, das sich den Filmen mit Haut und Haar verschrieben hat, um ihre Figuren kraftvoll zum Leben zu erwecken. Dank diesem und einem großartigen Team konnten drei Filme entstehen, welche die Zuschauer diese prägende Zeit mit einem neuen Blick erleben lassen.

Das Interview führte Henriette Pulpitz

Ambivalente Gefühle
Fragen an die Hauptdarstellerinnen Nadja Uhl, Barbara Auer und Nicolette Krebitz

Welche Gedanken und Gefühle hat das Ost-West-Drama "Preis der Freiheit" bei Ihnen während der Vorbereitung und beim Dreh geweckt?

Barbara Auer: Es waren ambivalente Gefühle. Einerseits konnte ich kaum fassen, dass tatsächlich schon dreißig Jahre seit dem Mauerfall vergangen sind, andererseits hatte ich vieles aus dieser Wendezeit zwar nicht vergessen, es war mir aber auch nicht mehr präsent. Und ich merkte, dass ich – im Westen aufgewachsen und westlich sozialisiert – großen Respekt und fast Scheu hatte, mich dieser Geschichte anzunähern. Es fiel mir nicht leicht, mir das Leben in der DDR mit seinen Gesetzmäßigkeiten vorzustellen, obgleich ich mich schon für frühere Filme damit beschäftigt und oft mit Kollegen und einer engen Freundin über ihr Leben in der DDR gesprochen habe.

Nadja Uhl: Fast surreal empfand ich, Barbara zuzuschauen, wie sie nahtlos in die Rolle der Margot schlüpfte. Ein Wesen aus einem vollkommen anderen gedanklichen System, einer anderen Sozialisierung, als Barbara es in der Bundesrepublik erfahren haben dürfte. Oder Nicolette, die sich die Schmerzen einer in der DDR verstoßenen Persona non grata zu eigen machte, um authentisch zu spielen. Für mich war das sehr seltsam. Als wäre alles austauschbar und spielte Zeit keine Rolle.

Nicolette Krebitz: Ich habe mich natürlich an die Bilder erinnert, die ich aus dieser Zeit noch im Kopf hatte: die Mode, Musik, die Fernsehserien und Filme, aber natürlich auch den Fall der Mauer. Die Tage davor saß ich die ganze Zeit vor dem Fernseher und habe die Übertragungen aus der Nikolaikirche verfolgt. Am
9. November klingelte abends das Telefon, und ein Freund sagte: "Ihr müsst sofort zur Mauer kommen. Die haben die aufgemacht!"

Nadja Uhl: Alles schien bei den Dreharbeiten so real, so heutig, so selbstverständlich, dass ich den Eindruck hatte, das ewige Spiel von Macht, Geld und Gier auf der einen und Liebe, Leben, Sehnen und Vergehen auf der anderen Seite lässt sich nicht als geistiges historisches Museum einer jeweiligen Epoche begraben. Es ist vollkommen zeitlos. Die Brücke aus der Vergangenheit ist immer der Weg zum tieferen Verständnis heutiger Vorgänge und der Schlüssel zum wahrhaftigen Umgang mit der Frage, wer wir sind, und welche Kräfte wirken.

Haben Sie durch die intensive Auseinandersetzung mit der Wendezeit für das Filmprojekt neue Erkenntnisse gewonnen?

Nicolette Krebitz: Ich habe ein paar Zahlen erfahren, die ich noch nicht kannte. Und, ehrlich gesagt, wusste ich auch nichts von der Existenz der "Koko".

Barbara Auer: Nach dem Mauerfall herrschte eine große Euphorie und das großartige Gefühl, dass die Menschen im Osten durch die gewaltfreie Revolution das Ende der Diktatur und die Öffnung der Grenzen erreicht haben. Dass die desolate wirtschaftliche Situation der DDR seit Beginn der 80er-Jahre und die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Ost und West dieses Ende schon Jahre vorher ebenso mit eingeleitet haben, war in den Hintergrund geraten oder mir jedenfalls wenig bekannt.

Frau Uhl, hat sich Ihre Sicht auf die Zeit der Wende durch das Filmprojekt geändert?

Nadja Uhl: Ich fühle nicht nur ein zeitliches, sondern auch ein psychologisches Paradoxon. Bei den Dreharbeiten für "Preis der Freiheit" genauso wie beim Zuhören, wenn man mit den Menschen in Ostdeutschland ins Gespräch kommt.

Ich hatte oft – nicht immer! – den Eindruck, dass die Aufarbeitung dieser Zeit qualitativ nicht im Leben zahlreicher Menschen angekommen ist. Obwohl quantitativ eine regelrechte Überflutung mit den Aufarbeitungsthemen stattfand und einige Menschen schon beim Thema DDR stöhnen. Symptomatisch äußert sich das meines Erachtens – auch nach der Recherche zu unserem Film – in der derzeitigen Renaissance des in der DDR erworbenen Verständnisses von Heimat, Miteinander, sozialer Gerechtigkeit und dem Gespür für die Lüge. Und, ganz klar, in der latenten Gefahr der damit verbundenen Verklärung.
Gleichzeitig gibt es zu Recht warnende und deutlich alarmierende Äußerungen von Kritikern zu den neu eingeführten Überwachungsmaßnahmen, wie zum Beispiel dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Für sensible Beobachter – gerade aus dem Osten – erschließt sich die Vereinbarkeit dieser potentiellen Instrumente von Zensur und digitaler Diktatur mit einer freiheitlich demokratischen Gesellschaft nicht. Und mit ihrem absolut höchsten Gut – gerade für viele DDR-Bürger – der freien Meinungsäußerung. Diese neuen Möglichkeiten der Überwachung wären für die Stasi ein Traum gewesen. Viele Menschen mit einer Ostbiografie äußern mir gegenüber offen in Gesprächen, dass jetzt wieder hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird. Oder es wird geschwiegen. Laut geschwiegen. Und sie fühlen sich von uns Künstlern nicht mitgenommen. Auch der Vorwurf kam, dass es Leuten "wie mir", trotz Ostbiografie, nach der Wende gut ergangen sei.

Frau Auer, was hat die Figur der Margot Spindler für Sie interessant gemacht?

Barbara Auer: Margot Spindler ist eine sozialistische Hardlinerin, die ihre Treue zur Partei und den Grundsatz der Staatsräson über alles stellt, auch über das Wohl ihrer Mitmenschen. Diese Haltung kollidiert mit ihrem persönlichen Lebensglück und dem ihrer Familie, die an diesen Umständen beinahe zerbricht. Die besondere Herausforderung empfand ich darin, herauszufinden, wo die Brüche und Zweifel bei einem Menschen sind, der sich derartig zum Handlanger eines diktatorischen und menschenverachtenden Systems macht. Und natürlich die Frage, was jemanden dazu bringt, diesem System aus Überzeugung und Pflichtgefühl so bedingungslos zu dienen, dass Mitgefühl und Empathie auf der Strecke bleiben.

Frau Krebitz, Ihre Figur flieht vor dem System und nimmt damit schwerwiegende persönliche Verluste in Kauf. Können Sie das nachvollziehen?

Nicolette Krebitz: Ich kann die Figur, die ich spiele, verstehen. Das heißt aber nicht, dass ich alles genauso machen würde. Ich finde es aber wichtig, nicht zu urteilen, sondern zu versuchen, einfach zu erzählen, wie es dieser Frau geht, die ich spiele.

Frau Uhl, Frau Krebitz, Sie sind beide in Berlin aufgewachsen, jede von Ihnen auf der jeweils anderen Seite der Mauer. Welche Eindrücke hatten Sie damals vom eigenen und vom anderen Teil der Stadt? Welche Erinnerungen haben Sie an die Zeit, als Berlin wieder eine Stadt wurde?

Nicolette Krebitz: Ich bin als Westberliner Kind mit der U-Bahn durch die stillgelegten und bewachten U-Bahnhöfe im Osten gefahren. Das war jedes Mal gespenstisch. Ich hatte mir damals vorgenommen, Fluchthelferin zu werden. Allerdings habe ich auch immer DDR-Fernsehen geguckt. "Mach's mit, mach's nach, mach's besser" oder all die tollen Kinder-und Jugendfilme der DEFA und aus Tschechien. Da war schon auffällig, dass der Gemeinschaftssinn sehr viel mehr im Vordergrund stand als bei uns. Vielleicht hatten die Kinder in den Ferienlagern sogar mehr Spaß und Freunde, als wir mit unsern Eltern auf Mallorca. Auf jeden Fall war und bin ich zu jedem Zeitpunkt glücklich und dankbar, dass es die Mauer nicht mehr gibt.

Nadja Uhl: Auf dem Ostberliner Fernsehturm stehend, sah ich als Kind die in der Sonne blinkenden Autos in Westberlin. Es war der Ort einer tiefen Sehnsucht, ganz einfach schon dadurch, weil mir bewusst war, dass ich dort in meinem Leben nie hinkommen werde. Ob es dort gut oder schlecht war, war kindlich nicht relevant. Es war ein Teil der Welt, die mir immer verschlossen bleiben wird.
Das hatte in der Endgültigkeit ein großes, beinahe schmerzliches Fernweh zur Folge, wie man es jemandem aus dem Westen, nach der Wende, nicht vermitteln konnte. Die Unbeschwertheit und Selbstsicherheit vieler Menschen im Westen fand ich am Anfang irritierend, und ich habe in zahlreichen, recht naiven Gesprächen mit Gleichaltrigen schnell akzeptiert, dass wir Kinder aus der DDR, deren Familien von der Stasi zersetzt wurden, die aber trotzdem ihr Land geliebt haben, nie erklären werden können, woher wir kommen.
Die Leichtigkeit meiner neuen Freunde aus München oder Westberlin und der berufliche Weg haben mich in ein neues Zeitalter getragen. Heute schaue ich beim Spiel in Barbaras oder Nicolettes Augen und staune immer noch, dass wir uns in diesem Leben doch begegnen durften. Genau genommen bin ich darüber bis heute zutiefst gerührt. Und ich bin so dankbar, wenn kluge Menschen versuchen, das Menschliche zu begreifen. Und dann werden tiefe und ehrliche Gespräche geführt. Anders, als vor dreißig Jahren.

Die Fragen stellte Henriette Pulpitz

Hunderttausende Gewinner-Verlierer-Dramen
Statements von den Schauspielern Joachim Król, Aaron Hilmer, Janina Fautz und Jonathan Berlin

Gedanken und Gefühle zum Thema Mauerfall

Joachim Król (Paul Spindler):
Die Ereignisse habe ich damals "tief im Westen" aus der Distanz beobachtet. Bis heute kann ich mir nicht erklären, warum es mich nicht sofort zum Beispiel nach Berlin gezogen hat, um bei diesem Jahrhundertereignis "dabei" zu sein. Vielleicht war es die mediale Berichterstattung, die ich größtenteils als schwierig empfand. Da ich also kein, im weitesten Sinne, persönliches Erlebnis im Zusammenhang mit dem Mauerfall habe, sind es genau diese Bilder der Berichterstattung, die meine Erinnerungen prägen und eher ambivalente Gefühle hinterlassen haben.
In die Zeit der Beschäftigung mit der Biographie Paul Spindlers, meiner Rolle, fiel auch meine Arbeit an dem Buch "Was wollen die denn hier?", in dem ich an der Seite des Autors und Journalisten Lucas Vogelsang Ost-West-Lebensgeschichten in den drei Jahrzehnten nach dem Mauerfall nachspüre. Es ist eine Tatsache, dass sich vor dem Hintergrund eines weltgeschichtlich einzigartigen, glückhaften Ereignisses Hunderttausende Gewinner-Verlierer-Dramen abgespielt haben. So viel zu meinen ambivalenten Gefühlen von damals.
In der Tagespolitik ist kein Platz für Romantik. Vielleicht liegt darin auch der Grund, dass mir die Äußerung eines schwäbischen Freundes am Tag des Mauerfalls am erinnerlichsten ist. Er sagte: "Des wird teuer!"

Janina Fautz (Christa Bohla):
Mit meinen 24 Jahren habe ich den Mauerfall natürlich nicht selbst erlebt, weshalb ich keine persönlichen Erinnerungen damit verbinden kann. Durch die Auseinandersetzung mit dem Thema und den Menschen, die ihn erlebt haben, habe ich aber nach den Dreharbeiten definitiv einen anderen – auch persönlicheren – Bezug dazu bekommen. Die Menschen haben damals für Freiheit und Demokratie gekämpft, und gerade jetzt in dieser Zeit, mit all ihren politischen Entwicklungen, sollten wir uns daran erinnern, wie wahnsinnig wertvoll – und leider eben nicht selbstverständlich! – diese Werte sind.

Jonathan Berlin (Markus Welsch):
Ich bin 1994 geboren, habe also in dem Sinn nie einen ganz direkten emotionalen Zugang dazu gehabt. In allem, was ich darüber sehen, hören und erfahren durfte, war es für mich in erster Linie stets DER große freiheitliche und friedliche Aufbruch schlechthin.
Ich habe vor nicht allzu langer Zeit, das "Freedom Concert" von Leonard Bernstein gesehen, wo er "Freude schöner Götterfunken" zu "Freiheit schöner Götterfunken" umgeschrieben hat. Als ich das sah, diese umgedichtete Europahymne, die ja mittlerweile besonders für meine Generation im Kontext des Versuchs, für Europa und die damit verbundenen Freiheiten zu kämpfen, sehr elementar ist, machte mir das auf überwältigende Weise emotional richtig greifbar, was das alles damals bedeutet haben könnte. Ich würde viel dafür geben, zu jenen Tagen der Wiedervereinigung kurz zurückreisen zu können und das mitzuerleben.

Aaron Hilmer (Roland Bohla):
Das Ende der Teilung Deutschlands ist nicht lange her. 30 Jahre. Viele Menschen erlebten diese Teilung und das damit verbundene Leid. Für viele junge Menschen mag es sich als ein Problem längst vergangener Zeit anfühlen, die Aktualität ist aber dennoch unübersehbar. In den Zeiten von Faschismus, Abschottung, einem Rechtsruck in Europa und der ganzen Welt, ist Aufklärung und Offenheit notwendig. Dies erkämpften sich die Menschen in der friedlichen Revolution 1989.

Lerneffekt durch die Mitarbeit bei "Preis der Freiheit"

Janina Fautz (Christa Bohla):
Durch die Dreharbeiten habe ich tatsächlich viel Neues gelernt. Beispielsweise hatte ich davor noch nichts über die Arbeit der "KoKo" und ihre wichtige wirtschaftliche sowie politische Rolle in der DDR gewusst. Vor allem aber habe ich in persönlichen Gesprächen im Rahmen meiner Vorbereitung viele interessante Dinge erfahren. Zum Beispiel hatte ich Kontakt zu einem der Mitglieder der Umweltbibliothek, der mit mir über viele spannende und auch emotionale Situationen und Erlebnisse gesprochen hat. Das hat mich nachhaltig beeindruckt und bewegt.

Aaron Hilmer (Roland Bohla):
Wir müssen wachsam sein, da solche Systeme und Machtgefälle leider nicht nur eine Frage der Vergangenheit sind. Mir wurde wieder einmal klar, wie wertvoll unsere Demokratie und ihre Transparenz ist.

Jonathan Berlin (Markus Welsch):
Es ist ein Thema, das man aus verschiedensten Perspektiven betrachten sollte. Ich sehe neben den Gewinnern und den neu gewonnenen Freiheiten nun auch deutlicher die Verlierer dieses Umbruchs, die Menschen, die sich dadurch abgehängt fühlten beziehungsweise immer noch fühlen. Die Nachwehen der Wiedervereinigung sind immer noch zu spüren. Im Moment gilt es mehr denn je, Gräben zu schließen und uns weiter zu vereinen, damit unsere Gesellschaft nicht noch stärker auseinander driftet und damit unsere Demokratie nicht auf dem Spiel steht. Wir dürfen das Feld nicht den Populisten überlassen, die mit den Ängsten der Leute spielen. Jene Freiheiten, die für meine Generation immer normal schienen, die nun aber gefährdet sind, die müssen wir jetzt verteidigen. 

"All das Vergangene ist nicht vergangen..."
Statements der historischen Berater von "Preis der Freiheit", Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk und Peter Wensierski

Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk, geb. 1967 in Ost-Berlin, Historiker

Die Revolution von 1989 in der DDR war eines der freudigsten Ereignisse in der deutschen Geschichte: die Gesellschaft fegte eine Diktatur hinweg. Es war kein Sieg von Ideologien, "großen Männern" oder überzeugenden Theorien, sondern ein Sieg von mutigen Menschen über eine brutale Diktatur, die Millionen Menschen jahrzehntelang hinter Stacheldraht einsperrte. Freiheit siegte über Unfreiheit, Opposition über Opportunismus, Mut über Angst.
Als Historiker habe ich die Entstehung von "Preis der Freiheit" begleitet und die Drehbuchautoren wissenschaftlich beraten. Bei diesem Prozess ist ein Film entstanden, der einprägsam veranschaulicht, dass Revolutionen nie einfach so eintreten. Vieles muss zusammenkommen. Die Herrschenden können nicht mehr, wie sie wollen. Und viele Beherrschte wollen nicht mehr schweigend und duldend mitmachen. Der Film zeigt, wie die Gesellschaft und das einst so politisch feste System aus den Fugen geraten. Selbst einige bisherige Hardliner bekommen immer mehr Zweifel und versuchen nur noch, ihre Schäflein ins Trockene zu bringen. Ganz typisch ist das für Diktaturen: bisherige Ideologen, die immer alle Menschen auf die "große Sache" einschworen und bei Abweichungen straften, versuchen nun in der Agonie noch so viel "Kapital" wie möglich für ihre eigene Zukunft zu retten.
Besonders wichtig ist auch, dass der Spielfilm die Vielschichtigkeit von möglichen Leben in einer Diktatur nahebringt: Vieles ist nicht so, wie es scheint. Diktaturen leben von der Angst, die sie selbst erzeugen. Zugleich aber ist ihre friedliche Überwindung nicht nur an den inneren Zerschleiß der Diktatur gebunden, es muss auch Mutige geben, die gegen die Herrschenden aufbegehren und mit ihrem Vorbild andere anstecken, ebenfalls aufzubegehren. Auch das zeigt "Preis der Freiheit" anschaulich. Insofern ist dieser Spielfilm trotz seiner erfundenen Geschichte in vielerlei Hinsicht ein Lehrstück darüber, wie die DDR am Ende ihrer Geschichte funktionierte beziehungsweise eben nicht mehr funktionierte und wie immer mehr Menschen ihre Angst überwanden, aufstanden und für ein selbstbestimmtes Leben eintraten.

Peter Wensierski, Journalist, Buchautor, Dokumentarfilmer

Während sich die Menschen aus Ost und West an der über Nacht plötzlich durchlässig gewordenen Mauer in die Arme fielen, auf Schultern und Trabi-Dächer klopften, hatten andere, für die die Mauer nie existierte, schon längst per Handschlag den Ausverkauf eines Landes eröffnet. "Preis der Freiheit" lässt erahnen, was unmittelbar vor und nach dem Fall der Mauer hinter den Kulissen geschah. Es ist eine Zeit der Hoffnung und Freude, aber auch der Kränkung und unseliger Geschäfte. Eine Zeit, in der die raffiniertesten der Elite-Ost mit skrupellosen Geschäftemachern-West mit einem gewissen Wissensvorsprung Geld und Gold des Volkes rafften, den Schatz der Arbeiterklasse klauten und ihr persönliches Heil suchten.
Der Dreiteiler verzichtet auf die sattsam bekannten Jubelbilder zum Mauerfall-Jubiläum, auf den Zettel Schabowskis, auf die Botschaftsflüchtlinge. Erzählt wird stattdessen von unsichtbaren Ost-West-Allianzen jenseits aufgeblasener Ideologien.
Was trieben Schalck-Golodkowski und seine geschäftstüchtigen Mitarbeiter der "Kommerziellen Koordinierung", während junge Oppositionelle versuchten, Umweltskandale in der DDR aufzudecken? Sie holten für Hunderte von Millionen West-Mark Giftmüll des Westens ins Land. So war die Wiedervereinigung auch eine Wiedervereinigung des Westens mit seinen Giftmülldeponien im Osten. Kein moralisches No-Go zählte: Um die DDR finanziell zu retten, wurden im großen Stil DDR-Bürger verhaftet und für Milliarden an den Westen verkauft.
Aber wie groß war die Kluft zwischen den schweigenden Eltern aus der Aufbau-Generation der DDR und ihren eigenen Kindern? Worum ging es nur noch am Ende eines 40-jährigen Gesellschafts-Experiments? Was machte es mit den Menschen, was war der Preis der Freiheit? All das Vergangene ist nicht vergangen, es wirkt bis heute in unsere Gegenwart – stärker als es uns lieb ist. 

Radio-O-Töne von Barbara Auer, Nadja Uhl und Nicolette Krebitz

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Alle Interviews führte Mareike Helgert

 

TEXT DES INTERVIEWS MIT BARBARA AUER

1. Frau Auer, der Mauerfall am 09. November 1989 war eine Sternstunde der deutschen Geschichte. Wie und wo haben Sie diesen historischen Tag erlebt?

Das Schlimme ist: Ich weiß es nicht mehr. Ich hab ihn auf alle Fälle weit weg erlebt und das nur im Fernsehen gesehen. Ich weiß, dass wir damals einen Nachdreh hatten für "Herzlich willkommen" von Hark Bohm, den Film, den wir zu Beginn des Jahres schon gedreht hatten. Von daher haben wir in Süddeutschland gedreht zu dem Zeitpunkt und ich habe es wirklich nur im Fernsehen gesehen. Und ich wusste und habe natürlich gespürt, dass das ein historischer Moment ist und dass man eigentlich nach Berlin fahren müsste, aber es ging nicht, ich hatte ein kleines Kind und den Dreh. (0:28)

2. Was fühlen Sie, wenn Sie an den November vor 30 Jahren denken?

Ich war natürlich bewegt wie alle und habe mich wahnsinnig gefreut. Man hatte das Gefühl, es ist eine Aufbruchsstimmung und die Menschen haben es geschafft, also das Volk – wir sind das Volk – und die Menschen, die auf der Straße waren, haben es tatsächlich geschafft, das System zu kippen. Was dahinter noch alles für Kräfte wirkten – wie das, was wir jetzt in "Preis der Freiheit" zeigen und was dann noch parallel lief auf wirtschaftlicher Ebene –, das wusste ich nicht. (0:26)

3. Das ZDF zeigt diesen Dreiteiler anlässlich des 30. Jahrestages des Mauerfalls. Was hat Sie an dem Film-Projekt gereizt?

Eine meiner ersten Filmgeschichten war "Der Boß aus dem Westen". Das war damals – noch 1988 gedreht, also vor dem Mauerfall – eine Ost-West-Geschichte. Später kam dann "Nikolaikirche" von Frank Beyer, das war die Geschichte in Leipzig, die Montagsdemonstrationen. Ich hatte ein paar Aspekte aus der DDR schon gespielt, obwohl westdeutsch, hatte mich damit beschäftigt, und jetzt hatte ich plötzlich die Möglichkeit, mich durch diese Figur der Margot – eine Frau, die auf der anderen Seite steht, die in der "KoKo" arbeitet oder auf der Stasi-Seite – noch mal mit dieser Geschichte zu beschäftigen. Ich war damals 30, jetzt bin ich 60, und die letzten 30 Jahre sind sehr schnell vergangen und dann wundere ich mich auch wieder, dass es tatsächlich schon 30 Jahre her ist, dann ist es wieder so präsent, also ganz unterschiedlich. Das fand ich spannend, das wieder rauszukriegen, nachzuempfinden. (0:55)

4. Ihre Figur Margot arbeitet bei einer Behörde mit dem eigentümlichen Namen "Kommerzielle Koordinierung", kurz "KoKo", und kümmert sich um die finanziellen Belange der DDR. Sie stammen aus dem Westen, sind in Konstanz aufgewachsen. Wie schwer war es, in die Rolle einer DDR-Unterstützerin zu schlüpfen?

Es ist tatsächlich so: Man bringt immer sich selbst mit ein. Gleichzeitig ist mir die Margot sehr fremd, sehr fern. Das war auch das, was mich so gereizt hat daran, dass ich gedacht habe: "Wie funktioniert jemand, der sich so einem System unterordnet?" Aber nicht nur unterordnet, auch Handlanger, auch Ausführende dieses Systems ist. Margot ist mit dieser sozialistischen Idee und diesem Vater, der als Kommunist von den Nazis umgebracht wurde, aufgewachsen. Sie hat dieses Erbe auf den Schultern und sagt: "Okay, ich muss meinen Vater rächen, ich muss im Sinne meines Vaters handeln." Das bläut ihr ja auch immer die Mutter ein. Sie schaltet jetzt also über ihre eigenen Interessen – über private Interessen, über die Interessen ihrer Familie – ihre Empathie aus und handelt für dieses System, innerhalb dieses Systems, linientreu. Und auch sehr effektiv, wie man ja mitbekommt. Wo sind die Brüche bei dieser Figur, wo hat sie Zweifel? Die hat sie natürlich immer wieder, das sieht man schon am Anfang, und die rücken immer näher. Gleichzeitig geht sie drüber und ist einerseits manchmal fast gnadenlos in ihren Entscheidungen, auch gegen sich selbst, und andererseits ist sie aber auch eine Person, die schon ganz früh merkt – dadurch, dass sie genau an dieser Schnittstelle sitzt –, dass da ganz viel schief läuft und was so den Bach runtergeht. Ich muss gestehen, ich hatte zu Beginn mehr Fragen als Antworten, als ich anfing, mich mit der Margot zu beschäftigen. Ich wusste noch nicht, wie die genau funktioniert und wo die hinläuft. (1:38)

5. Bekamen Sie dann im Laufe der Zeit ihre Antworten?

Irgendwann nimmt eine Figur, wenn sie gut funktioniert, Besitz von einem – und umgekehrt. Sie ist ein Selbstgänger. Und so war das irgendwann bei der Figur Margot auch, die funktionierte, die lief dann. Ich war manchmal erstaunt, was sich dann ergeben hat während des Drehs, wie sie reagiert hat. Manche Sachen nimmt man sich ja vor, man sagt, man möchte die und die Szene, man hat eine Szene im Kopf und die Figuren und weiß dann schon ungefähr, wie man sie spielt. Aufregend wird es aber dann, wenn es ganz anders ist am Set, wenn sich aus dem Zusammenspiel mit den Partnern und der Zusammenarbeit mit dem Regisseur etwas komplett anderes ergibt. Das war einige Male so, das fand ich spannend. Da merkte ich, dass die Figur läuft, dass sie ein Eigenleben entwickelt hat. Und gleichzeitig war es ja so, dass die Drehbücher nicht alle fertig waren zu Beginn, sondern lediglich das erste, aber dann wurde schon am zweiten geschrieben und das dritte war dann tatsächlich erst zu Beginn des neuen Jahres, als wir das dann drehten, fertig. Das heißt, die Autoren und besonders [die Produzentin] Gabriela Sperl haben wirklich das, was sie da gesehen haben, mit aufgenommen, sie konnten die Figuren tatsächlich schon beobachten in den Mustern und konnten das mit aufnehmen in die Geschichte, wie sie sie weitergeschrieben haben. (1:18)

6. Die Produzentin Gabriela Sperl sagte: "Der Blick in unsere Vergangenheit soll uns helfen, das Heute besser zu verstehen." Vielerorts stehen Demokratien wieder auf dem Prüfstand. Warum ist "Preis der Freiheit" auch für die Gegenwart relevant?

Was Gabriela Sperl ja sagte, wir fragen uns manchmal: "Wieso ist es jetzt so, wie es im Moment ist? Warum hat die AfD im Osten so viel Zulauf?" Allerdings im Westen auch – nur im Osten kann man jetzt nicht sagen. Aber wenn wir jetzt davon sprechen, weil die Geschichte hauptsächlich im Osten spielt: Damals zur Wendezeit gab es einerseits die Euphorie und man dachte: "Das Volk hat das erreicht und es wird sich ganz viel verändern", und natürlich war das ein großer Glücksfall, dass die Mauer weg war und dass sie alle Möglichkeiten hatten. Aber gleichzeitig wurde auch ganz viel verspielt. Die Leute aus der DDR hatten nicht die Möglichkeit, die Gesellschaft wirklich noch mitzugestalten, Demokratie neu zu gestalten. Sie wurden einverleibt. Wenn man es auf wirtschaftlicher Ebene betrachtet, das, was wir hier zeigen mit der "KoKo" und diesen ganzen Wirtschaftsverflechtungen zwischen Ost und West, dann war das schon längst eingefädelt und wurde eingetütet. Wenn man diese Dinge so sieht wie in unserer Geschichte, kann man manches einfach besser begreifen. (1:08)

7. Sie verkörpern an der Seite von Nadja Uhl und Nicolette Krebitz die Älteste von drei Geschwistern, die ganz unterschiedlich auf die DDR blicken. Wie war die Zusammenarbeit mit Ihren Film-Schwestern?

Natürlich schön, aber zu wenig. Denn wir Schwestern hatten untereinander gar nicht so viele gemeinsame Szenen. Wir haben zwar starke Verbindungen, auch die Ost-West-Schwester, aber wir sind leider nicht oft zusammengekommen. Jede hatte [ihr Umfeld], also Lotte hatte ihre Umweltbibliotheksleute, Ina war natürlich mehr im Westen, in Bonn etc., und Margot hatte ihre Männer um sich rum: Schalck-Golodkowski, den Ilja, ihren Ehemann Paul, Krimling von der Stasi, ihren Verbindungsmann. Insofern hatte ich mit meinen Kolleginnen leider gar nicht so viel zu tun, sondern mehr mit meinen Kollegen. (0:40)  

8. Die drei Teile laufen am 04., 05. und 06. November, jeweils um 20.15 Uhr im ZDF. Gibt es da bei Ihnen Zuhause ein Public Viewing?

(lacht) Ach, das ist so süß. Das habe ich noch nie gemacht. Es ist so eine lustige Vorstellung, das müsste ich mal anregen. Da würden mir alle den Vogel zeigen. Obwohl, nein, meine Familie ist ja nett mit mir, die würden dann sagen: "Ach du, wenn du das so willst, klar, gern, machen wir dann so wie beim Fußballgucken." Bei uns gibt es eher beim Fußball Public Viewing. Also mal schauen. Ich würde es gerne mit meinem jüngsten Sohn angucken, weil er von der Geschichte nur ein bisschen was weiß. Und ich glaube, dass das schon auch für Jüngere interessant sein kann, gerade auch so, wie es gemacht ist. Also mal gucken. (0:42)

 

TEXT DES INTERVIEWS MIT NADJA UHL

1. Frau Uhl, anlässlich des 30. Jahrestages der Maueröffnung läuft im ZDF der historische Dreiteiler "Preis der Freiheit", der von den dramatischen Hintergründen des wirtschaftlichen und moralischen Zusammenbruchs der DDR handelt. Wie haben Sie von dem Projekt erfahren?

Die Produzentin Gabriela Sperl erzählte mir von diesem neuen Projekt - wie so oft in den letzten Jahren - bei einem gemeinsamen Abendessen. Uns verbinden ja schon wirklich viele spannende, auch sehr kontroverse Filme. Und diesmal berichtete sie, dass sie die Wende noch einmal aus einer neuen Sicht erzählen möchte, die es so noch nicht gegeben hat - und zwar aus den Verflechtungen der Macht, der vielleicht auch schon wissenden Eliten der DDR, die die Bahnen schon richtig gelenkt haben, um gut über die Wende zu kommen. Ich war sofort angetan von dem Gedanken, weil es meiner Wahrnehmung der letzten Jahre entsprach, dass es doch manchmal ein sehr schwarz-weißes Bild über die Wende gibt, dass es die alten Eliten nicht mehr gibt, dass sie, ähnlich wie in "Das Leben der Anderen", Werbeprospekte auf der Karl-Marx-Allee austeilen. Und wir hatten aber doch einen ganz anderen Eindruck, dass es noch nach wie vor Strukturen und Netze gibt, die sich sehr wohl noch sehr gut organisieren können in unserer Gesellschaft. Und dadurch auch sehr mächtig wirken. Das war eine Wahrnehmung, die der Journalist Stefan Aust auch bestätigte. Deshalb fand ich es wieder einmal unglaublich brisant, in welcher Vorreiterposition Gabriela Sperl mit ihrem Denken war. (1:24)

2. Sie spielen Lotte, eine von drei Schwestern, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Lotte ist alleinerziehende Mutter und fängt an, allmählich das System zu hinterfragen. Was hat Sie an der Rolle gereizt?

Ich muss das jetzt ganz profan beantworten: Bei so einem Projekt möchte man einfach nur dabei sein. Und mir war klar, dass ich keine Vertreterin der Macht darstellen möchte, weil mich das persönlich immer am wenigsten interessiert, sondern für mich wirken andere Mächte und das ist die Zivilcourage, das sind die kleinen Rädchen im Getriebe, die sich im Alltag positionieren. Und das ist der Fokus auf der Umweltbewegung in der DDR gewesen, den ich aus persönlichem Hintergrund auch gut nachvollziehen konnte. (0:28)

3. Wie viel Nadja Uhl steckt in Lotte?

Das weiß ich nicht, ich fremdle im Moment noch ein bisschen mit der Figur, weil ich den Film gerade erst gesehen habe, deshalb ist sie mir noch etwas neu und fremd in meinem Leben. Ich könnte mir vorstellen, dass die Parallele die Liebe zu Ihrem Sohn ist, also die Liebe, die sie als Mutter verkörpert. Ich finde, dass sie sehr pur, sehr authentisch und nicht so schnell zu korrumpieren ist - und da gefällt mir Lotte sehr gut. Das sind so die ersten Ansätze. Und dann fällt mir noch dazu ein, dass sie ein zeitloses Wesen ist in einem System. (0:42)

4. Wie haben Sie eigentlich den Fall der Mauer am 9. November 1989 erlebt?

Ja, das sind die historischen Daten, wo man seinen Enkeln gerne etwas ganz Glamouröses erzählen möchte. Und ich habe das schon sehr oft erwähnt, dass ich, wie jeden Morgen, das alte Röhrenradio meines Großvaters einschaltete. Das war schon ein moderneres Modell aus den fünfziger Jahren oder so, und es brauchte aber schon eine Weile, bis der Radiosender kam. Ich bin eigentlich nur mit [dem Hörfunkprogramm aus West-Berlin] RIAS 2 aufgewachsen. Ich saß auf der Toilette, als aus dem alten Radio der Satz dröhnte: "Die Champagner-Korken knallen auf der Mauer." Es war nahezu ein absurder Moment. Ich dachte zuerst, es wäre ein RIAS-Scherz. Dann musste ich mich entscheiden, nicht mit dem Schulbus zur Schule zu fahren – ich habe damals Abitur gemacht –, ich habe dann die Nachrichten um 6 Uhr 30 abgewartet und weiß bis heute: Berlin! Und diese Nachricht vom Mauerfall! Und ich war allein in der Wohnung, keiner war da, die Erwachsenen waren alle unterwegs. Ich bin dann doch mit dem Schulbus in die Schule gefahren, ich war zum ersten Mal fast allein in dem Schichtbus. Und dann sagte unser guter, alter Direktor, der wohl noch ein ehrlich überzeugter Kommunist war: "Jetzt zeigt sich, wer den wahren Klassenstandpunkt hat, nämlich, wer hier sitzt." Und dann hatte ich das Gefühl, ich sitze wirklich vollkommen verkehrt und wir sind nach West-Berlin gefahren. (1:26)

5. Der Dreiteiler heißt "Preis der Freiheit". Sie selbst haben in Ihrer Familie und im Freundeskreis in den 80er Jahren auch erleben müssen, wie hoch der Preis sein konnte. Wie haben Sie das erlebt?

Ich rede von der täglichen Zivilcourage mit kleinen Verweigerungen, kleinen Haltungsäußerungen. Bis hin dazu, dass jemand, der Diplom-Ingenieur für Nachrichtentechnik in der Forschungsabteilung war, verweigert hat, für die Staatssicherheit zu arbeiten und ins Dreischichtsystem ans Fließband versetzt wurde, also ein deutlicher Knick in der Karriere, bis dahin, dass Menschen, die sich für Umweltaktivitäten ganz zivil und im kleinen Kreis engagiert haben, nach Bautzen inhaftiert wurden. Ich bin unglaublich stolz auf unsere Eltern der damaligen Zeit. (0:39)

6. Sie sind immer wieder in historischen Filmen zu sehen, insbesondere zu den Themen Zweiter Weltkrieg und geteiltes Deutschland. Ist das Zufall oder Absicht?

Ich glaube, das ist erst einmal die Palette des Spektrums, das einem deutschen Schauspieler angeboten wird. Da sind immer diese historischen Verfilmungen dabei. Ich denke, die Produzenten wählen Leute aus, die sie für gute Vertreter ihres Sujets halten. Mich interessieren diese Themen. Das Fazit ist am Ende immer, dass man keine einfachen Antworten auf alles findet. Am Ende solcher umfangreichen Arbeiten, solcher differenzierter historischer Prozessen muss man sich umso mehr in Bescheidenheit üben, weil man immer weiß, dass die Umstände, die auf ein individuelles Leben wirken, so eine Macht haben können, dass man nie zu einem abschließenden Urteil über die Dinge kommt, wenn man solche Filme macht. Über den Zweiten Weltkrieg, über Judenverfolgung, jetzt über die DDR – es ist einfach aus Respekt dem Leben gegenüber, egal in welcher Zeit, und dieser Respekt und diese Toleranz und diese Reflexion, das ist ein vollkommen zeitloser, künstlerischer Prozess. (1:15)

7. Der Mauerfall ist jetzt 30 Jahre her und Sie persönlich haben lange Zeit in Berlin gelebt - tun es heute aber nicht mehr. Was hat sich in der Hauptstadt seitdem verändert?

Ich lebe ja nicht in Berlin, das sagt schon viel aus. Also, wenn ich könnte, würde ich irgendwo auf dem Land leben. Ich bin schon immer ein Naturmensch gewesen. Ich lebe im wunderschönen Potsdam, ich möchte gar nicht mehr in Berlin leben. In meiner Jugend, nach der Wende, haben wir in irgendwelchen Kellerclubs Techno-Partys gefeiert, vollkommen illegal und hochgefährlich. In Leipzig bin ich in eine Ruine gezogen und habe die Wohnung sozusagen besetzt, aber das hat eh keinen interessiert, ob da noch jemand in dem Gebäude wohnt. Berlin ist nicht mehr so mein Anzugspunkt, es ist vielleicht auch ein Alterungsprozess. Ich bin sehr gerne in Potsdam. Es sind zu viele Eindrücke, zu viel Input, ich suche immer mehr die Ruhe. Tendenziell bin ich wirklich jemand, der lieber noch weiter auf dem Land wohnen würde. (0:51)

8. Der Dreiteiler hat eine hochkarätige Besetzung, Ihre Film-Schwestern werden verkörpert von Barbara Auer und Nicolette Krebitz. Wie war es am Set?

Ich fühle eine große, angenehme Nähe zu Barbara und Nicolette. Ich freue mich, Janina Fautz im Film zu sehen, mit der ich schon "Ich werde nicht schweigen" gedreht habe, die junge, tolle Schauspielerin. Ich bin gerne nach wie vor, was ich schon so oft über meine Zeit in der DDR gesagt habe, Teil einer guten und netten und fairen Gruppe, die menschlich auch sauber ticken. Und das habe ich bei diesem Team so empfunden. (0:26)

9. In den Medien wird – gerade jetzt zum Jubiläum – häufig geschrieben, dass die Betonmauer zwar gefallen ist, es aber immer noch die Mauer im Kopf zwischen den Menschen in Ost und West gibt. Sehen Sie das auch so?

Ich glaube, man muss unterscheiden, zwischen dem, was viele Menschen wirklich empfinden und dem, was auch oft zu reißerisch kommuniziert wird. Da ist wirklich eine große Diskrepanz. Denn in meinem Umfeld unserer Elterngeneration gibt es mittlerweile nicht einen, der nicht dankbar für die Wende ist, der nicht wertzuschätzen weiß, dass doch ein Teil der blühenden Landschaften entstanden ist. Das wäre wirklich nicht wahr. Auf der anderen Seite sind wir mehr denn je gefordert, zu akzeptieren, dass Menschen unterschiedlich sein dürfen und unterschiedlich sozialisiert sein dürfen, dass es in ein und demselben System gute und schlechte Seiten gibt, dass Menschen unterschiedlich geprägt sind, unterschiedliche Ansichten haben. Erst mal ist die größte Herausforderung unserer Zeit, nicht rechthaben zu wollen. Keiner sollte sich über den anderen stellen. Jeder sollte dem anderen zuhören und wir müssen erst mal wieder anfangen, einander zuzuhören. Und wer nicht zuhören will, das ist auch okay. Das ist total okay. Es muss nicht jemand, der in München sozialisiert ist, jeden aus Dresden lieben. Aber bitte nicht anschreien, bitte nicht alle anderen für dumm erklären. Dieses Herabwertende hat meiner Meinung nach viel zu sehr Einzug gehalten und da wünsche ich mir, dass unser deutsch-deutsches Verhältnis jetzt mal erwachsen wird. (1:21)

 

TEXT DES INTERVIEWS MIT NICOLETTE KREBITZ

1. Frau Krebitz, anlässlich des 30. Jahrestages der Maueröffnung zeigt das ZDF den historischen Dreiteiler "Preis der Freiheit", der den Zusammenbruch der DDR behandelt - sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich. Was hat Sie an diesem Projekt gereizt?

Mich hat eigentlich gar nichts gereizt, sondern ich habe mich eher in der Position befunden, ein Interesse zu entwickeln für die Art der Aufarbeitung, die da betrieben wird, auf diese Weise, wie das in diesem Dreiteiler passiert. Die Produzentin Gabriela Sperl schien mir interessiert daran zu sein, zu erzählen, dass die Wiedervereinigung sozusagen ein schmutziges Geschäft war. Und das hatte ich so noch nicht gesehen und das finde ich erzählenswert. (0:27)

2. Sie spielen Silvia, die vor langer Zeit aus dem Leben ihrer beiden Schwestern verschwunden ist und im Westen als Ina Winter unversöhnlich daran arbeitet, das DDR-Regime zu zerschlagen. Was hat Sie speziell an dieser Rolle interessiert?

Das macht mir natürlich Spaß als Schauspielerin – weil man ja in meinem Alter meistens Mütter oder Ehefrauen spielen muss – selber die zu sein, die agiert und ihr eigenes Heft sozusagen in der Hand hat und die Verhandlungen führt und die eine Getriebene ist, als Mensch. Und das fand ich interessant. Und mit Barbara Auer und Nadja Uhl zu spielen waren auch zwei der Hauptgründe, weil ich mir gedacht habe: ‚Mit den beiden würde ich echt gerne mal arbeiten‘. (0:28) 

3. Und wie war dann die Zusammenarbeit am Set?

Ja, super. Also Nadja und ich sind so ein bisschen Schneeweißchen und Rosenrot. Komisch, dass wir uns früher noch nicht begegnet sind. Wir sind ja gleich alt und machen beide schon so lange Filme, aber wir sind uns nie begegnet. Und ich könnte gar nicht aufhören, mich mit ihr zu unterhalten, so spannend finde ich diese Person. Und dafür bin ich sehr dankbar. Das war ganz toll. (0:22)

4. Wie viel Nicolette Krebitz steckt eigentlich in Silvia bzw. in Ina Winter?

Wenn man jetzt beruflich sagt: ‚Da bin ich kompromisslos, das läuft für mich nur so oder gar nicht‘, und dann begegnet einem die gleiche Situation privat, dann ist das schon alles sehr viel schwieriger. Also emotionale Verbindungen mit der gleichen Konsequenz zu handhaben, wie man das mit Inhalten tut. Damit schlägt sich jeder rum – und ich auch. Und da konnte ich mich mit ihr identifizieren, aber natürlich habe ich eine ganz andere Biografie. Und ich finde, Ina oder Silvia ist auch eine sehr, sehr traurige, dunkle Figur. Im wirklichen Leben bin ich sehr viel positiver und heller, so als Mensch. Ina hat sich ein bisschen verrannt und ich glaube, sie ist nicht besonders glücklich. (0:44)

5. Sie sind gebürtige Berlinerin. Wie haben Sie den 09. November 1989 persönlich erlebt?

Ich war 17 und habe gerade einen Film gedreht, er hieß ‚Der achte Tag‘ – und Katharina Thalbach spielte mit. Wir haben in Berlin gedreht und Freunde haben abends angerufen und haben gesagt: ‚Los, komm raus, wir müssen raus, die Mauer macht auf, man kann da raufklettern‘. Und ich habe gesagt: ‚Ich kann nicht mit, ich drehe morgen‘. Und dann haben wir aber gar nicht gedreht an dem Tag und ich bin ganz umsonst abends nicht weggegangen. Wir konnten gar nicht drehen, weil Katharina Thalbach total aus dem Häuschen war, total betrunken, aber auch am Ende und euphorisiert und alles zusammen. Und am ganzen Ku’damm sah es aus! Das konnte man nicht ins Bild nehmen. Es war einfach eine stark veränderte Kulisse, die nicht in den Film gepasst hat. Es war ein Ausnahmezustand an dem Tag. Man war wie betäubt und gleichzeitig euphorisiert, man wusste, das ist hier Geschichte, die passiert. Aber die Zeit, nach dem Fotoapparat zu greifen, hatte keiner, weil das zu überwältigend war. (0:57)

6. Und wie hat sich Ihre Heimatstadt in den vergangenen 30 Jahren verändert?

Von meinem Gefühl her würde ich sagen, dass sich zwischen einem Viertel und einem Drittel der Bevölkerung tatsächlich gemischt hat. Das heißt also, Völkerwanderung hat schon so ein bisschen stattgefunden. Bei vielen Leuten kann man jetzt gar nicht mehr sagen, ob das jetzt eigentlich Ossis oder Wessis sind. Das geht nicht mehr. Die Denkweisen unterscheiden sich teilweise noch, das merkt man ja auch an den Wahlergebnissen. Wir werden dieses Land bleiben, das aus zwei Ländern zusammengesetzt ist. Das ist so, aber das finde ich auch nicht so schlimm. (0:31)

"Preis der Freiheit – die Dokumentation": Stab und Inhalt

Montag, 4. November 2019, 21.55 Uhr
Preis der Freiheit – die Dokumentation

Buch_____Heike Nelsen
Regie_____Florian Hartung
Kamera_____Benedict Sicheneder
Produzent_____Florian Hartung, Februar Film
Redaktion_____Carl-Ludwig Paeschke
Leitung_____Stefan Brauburger

Es sind dramatische Ereignisse, die die Familie Bohla im Fernsehfilm "Preis der Freiheit" durchlebt und durchleidet: die letzten Jahre der Deutschen Demokratischen Republik. Im Mittelpunkt des Geschehens steht dabei ein Unternehmen, von dem die meisten DDR-Bürger erst nach dem Fall der Mauer gehört haben: die sogenannte "Kommerzielle Koordination" kurz "KoKo", die damals zur Devisenbeschaffung der chronisch klammen DDR diente.

Die Dokumentation liefert dazu die Fakten und Hintergründe. Staatssekretär Alexander Schalck-Golodkowski hatte mit der sogenannten "KoKo" ein Schattenimperium erschaffen, dessen tatsächliche Ausmaße sich erst nach der Wende langsam enthüllten. Mit über 220 Tarnfirmen und mehr als 1.000 Bankkonten knüpfte "Schalck", wie er sich von seinen Freunden nennen ließ, ein geheimes Netzwerk, das die DDR jahrzehntelang mit Devisen versorgte und in seinen Geschäftspraktiken nahezu keine Grenzen kannte: ob alte historische Straßenlaternen, exklusive Kunstwerke aus privaten Sammlungen oder politische Gefangene. Was in der Bundesrepublik auf Interesse stieß, wurde gegen harte D-Mark oder gegen Warenlieferungen verkauft.

Dabei war die "Koko" im Umgang mit den eigenen Bürgern – falls notwendig – nicht gerade zimperlich. So drohte Kunstsammlern, die ihre Schätze nicht an die "KoKo" verkauften wollten, schon einmal die Einweisung in eine Nervenklinik.

Beim Import von Industrie- und Hausmüll aus West-Berlin und der Bundesrepublik spielten westliche Umweltstandards keine Rolle. Was zählte, waren für "Schalck" die Devisen, die mit den Müllwagen über die innerdeutsche Grenze kamen. Und die gab der "Westen" gerne, denn billiger konnte man den eignen Dreck nicht loswerden.

Kurz gesagt: Wenn es um harte Währung für die DDR ging, kämpften Staatssekretär Alexander Schalck-Golodkowski und seine gut 3.000 Mitarbeiter ihren Kampf für den Sozialismus nach den Regeln des Kapitalismus. Von seinem holzgetäfelten Büro in der Ost-Berliner Wallstraße aus herrschte "Schalck" über ein Reich von Tarnfirmen beiderseits des Eisernen Vorhangs zum Wohle des SED-Staates.

Die Dokumentation führt in exklusiven Bildern in die Zentrale der "KoKo" kurz vor ihrem Abriss und erzählt die Geschichte eines Imperiums, das nur in den Zeiten des Kalten Kriegs und der deutschen Teilung so denkbar war.

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