Copyright: ZDF / picture alliance/akg/ Getty Images/iStock/Milanares/ Dynamic Graphics Group
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Reformationsjubiläum 2017 im ZDF

Als Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen veröffentlichte, war dies Auftakt für einen tiefgreifenden Wandel mit Folgen für Religion, Gesellschaft und Politik. Das ZDF begleitet das Reformationsjubiläum mit einem umfangreichen Programmangebot, darunter ein historischer Fernsehfilm, ein Dokudrama und die Übertragung des Pop-Oratoriums "LUTHER". Die evangelischen Gottesdienste stehen 2017 ganz im Zeichen der Reformation und die wichtigen gesellschaftlichen Veranstaltungen werden live übertragen. Ein Dokuschwerpunkt in der ZDFmediathek bündelt alle Sendungen und eine Lutherwoche bei "musstewissen" (funk) rundet das Angebot im Netz ab.

  • ZDF, Herbst 2017

Texte

Reformation entdecken
Von ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut

Die Welt würde anders aussehen, hätte es dieses Ereignis nicht gegeben. Die Veröffentlichung der 95 Thesen durch Martin Luther am 31. Oktober 1517 war der Auftakt für einen tiefgreifenden Wandel mit Folgen für Religion, Gesellschaft und Politik. Die Reformation ist nicht nur als historisches Ereignis zu bewerten, ihre Impulse für den Glauben und das Leben reichen bis in die Gegenwart. Deshalb nimmt das ZDF die Zeit der Reformation mit einem großen Programmangebot in den Blick.

Wenn wir nach den Grundlagen unserer Demokratie wie Gewis­sens- und Glaubensfreiheit fragen, dann begegnen wir auch jenem Mönch, der sich vor den damaligen staatlichen und kirch­lichen Autoritäten auf sein Gewissen und seinen Glauben berufen hat. Plötzlich rückten Gewissensentscheidung und Eigenverant­wortlichkeit des Einzelnen in den Mittelpunkt und wurden Teil einer neuen Freiheitsgeschichte.

In Zeiten von Fake News und "alternativen Fakten" lohnt es, sich mit Luther und seiner Zeit zu beschäftigen. Die Devise der Reformatoren hieß: "Zurück zu den Quellen!" Bloße Behauptun­gen und eigennützige Interpretationen reichen nicht mehr. Luther übersetzte die Bibel ins Deutsche und verfasste einen großen Teil seiner Flugschriften auf Deutsch. Er wollte, dass die Menschen mündig werden. Sie sollten selbst lesen, verstehen und entschei­den. Das war ein starker Impuls für die demokratische Meinungs­bildung, denn Wissen ist schließlich die wichtigste Voraussetzung für Wählen.

Ein Blick auf unsere Landkarte mit den Bundesländern zeigt, wie weit die Auswirkungen der Reformation reichen. Ehemalige Grenzen der Religionszugehörigkeit sind heutige Landesgrenzen. Vielfalt und föderale Struktur der Bundesrepublik wurden durch die Reformation – teilweise nach schmerzlichen Konflikten – mit in die Wege geleitet. Auch die Landkarte Europas hat sich stark verändert und Amerika wäre ohne religiös motivierte Einwande­rung nicht vorstellbar.

Die Reformation vor 500 Jahren hat eine zentrale Bedeutung für die europäische Freiheitsgeschichte. Ihre Auswirkungen bestim­men unser Zusammenleben bis heute. Wer dies entdecken möchte, der kann das engagierte Programmangebot des ZDF nutzen. Mit Dokumentationen, einem Fernsehfilm, Live-Übertra­gungen und aktueller Berichterstattung will das ZDF einem Ereignis gerecht werden, das die Welt verändert hat.

Er wollte mit Sprache Mitsprache ermöglichen
Von Dr. Reinold Hartmann, Redaktionsleiter Kirche und Leben evangelisch

Videointerview mit Dr. Reinold Hartmann, Leiter der Redaktion Kirche und Leben evangelisch

Heute gibt es über 400 Millionen Protestanten weltweit, allein in Deutschland über 22 Millionen. Die Reformation ist ein Ereignis, das uns entscheidend geprägt hat. Es lohnt sich deshalb, hinzu­schauen und zu fragen: Was hat heute Bestand? Was hat uns der Hauptakteur noch zu sagen?

Luther und die Medien

Luther war ein gewiefter Medienmensch und er wusste, ohne PR in eigener Sache geht wenig. Dafür nutzte er den Buchdruck und die Portraits, die Bilder. Der gerade erfundene Buchdruck ermög­lichte das erste Massenmedium der Menschheitsgeschichte und Luther wusste das sehr gut zu nutzen. Seine Flugschriften hatten bis 1525 eine Auflage von über zwei Millionen – das ist mächtig. Heute würde er sicherlich twittern, bloggen oder chatten. Er war ein Star. Darüber hinaus war er einer der meist portraitierten Menschen seiner Zeit. Die Werkstatt von Lucas Cranach produ­zierte seine Portraits in Serie.

Luther und die Sprache

Ein Thema, das uns heute unmittelbar betrifft, ist Luther und die deutsche Sprache. Luther hat die Bibel ins Deutsche übersetzt und damit die Sprache entscheidend geformt, aber auch verein­heitlicht. Über das Dolmetschen, wie er seine Übersetzung nannte, sagte er: "Man muss dem Volk aufs Maul schauen, zur Mutter in die Küche gehen, zum Kind auf die Gasse und zum Mann auf den Markt und ihnen dort aufs Maul schauen." Und er hat wunderbare Neuschöpfungen der Sprache geschaffen: Worte und Wendungen wie "Nächstenliebe" oder "Friedfertigkeit" oder "Stein des Ansto­ßes" oder "mit Blindheit geschlagen".

Er wollte mit Sprache Mitsprache ermöglichen. Er wollte den Menschen die Möglichkeit geben, selbst nachzulesen, selbst Argumente nachzuvollziehen und selbst zu entscheiden – das ist Mitsprache. Damit hat er das Meinungsmonopol der Mächtigen gebrochen, das bis dahin Sache der Fürsten und Kirchenfürsten war. Das hat etwas Aufklärerisches und Demokratisches.

Staat und Kirche

Heute fragen wir uns oft, wo die Trennung zwischen Staat und Kirche liegt. Einen Fingerzeig kann uns Luther geben. Er hat damals unterschieden zwischen dem inneren Menschen, zwischen dem, was ihn im Innersten angeht, also dem religiösen Bereich. Dafür ist die Kirche, dafür ist Gott zuständig. Und dem äußeren Menschen, da ist der Mensch den Gesetzen verpflichtet und ist gesellschaftlicher Mensch. Dafür ist die Politik zuständig. Einmischung war bei Luther nicht vorgesehen, dass sich etwa die Politik in die Religion einmischte oder die Religion in die Politik. Faktisch lief es in der Geschichte der Reformation dann anders. Aber Luther war überzeugt, dass es diese Trennung gäbe. Und sie ist hilfreich auch in heutigen Diskussionen, beispielsweise wenn streng religiöse oder islamistische Gruppierungen religiöses über staatliches Recht setzen wollen.

Luther und das Gewissen

Luther spricht uns auch heute an, mit einem Satz wie: "Ich bin nur meinem Gewissen verpflichtet." Wo ist der innere Kompass? Das ist die Frage für viele von uns heute. Bei der Suche nach einer Antwort führt kaum ein Weg an Luthers Auftritt in Worms vor dem Kaiser vorbei. Er war aufgerufen worden, seine Schriften zu widerrufen. Und er sagte: "Ich kann das mit meinem Gewissen nicht vereinbaren" – später hieß es: "Hier stehe ich und kann nicht anders." Ein wenig anders hat er es formuliert, aber Kern war diese Gewissensfreiheit, auf die er sich berief, und das war ein Schritt in die Moderne. Sicherlich, Luther konnte sich ein Gewissen ganz ohne Gott nicht vorstellen, aber dennoch: Luthers Berufung auf das Gewissen – gegen staatliche und kirchliche Autoritäten – war ein großer Schritt zur Stärkung des Individuums im Hinblick auf seine Gewissens- und Glaubensfreiheit. Damit ragt Luther weit in das nächste Jahrtausend, in unser Jahrhundert hinein.

Luther und die Frauen

In gewisser Weise war Luther ein Frauenbefreier. Damals galten das religiöse Ideal der Jungfräulichkeit bei den Nonnen und das des Zölibats bei den Mönchen und Priestern. Aber für Luther war Sexualität in der Ehe Normalität. Er selbst, ehemaliger Mönch, hat eine ehemalige Nonne geheiratet. Damit hat er die Ehe aufgewertet. Das Eheverständnis war damals anders, deshalb war es aus der Zeit heraus gesehen schon ein großer Fortschritt und aus heutiger Sicht ein Schritt in Richtung Emanzipation. Es ist kein Zufall, dass gerade in der Evangelischen Kirche Frauen Pfarrerinnen werden können.

Schattenseiten

Wenn wir Luther und seine Äußerung betrachten, dann gibt es auch Schattenseiten. Da ist sein Verhältnis zu den Juden. Gerade der späte Luther hat sich inakzeptabel über Juden geäußert: Dass man sie vertreiben solle, dass man ihre Synagogen anbrennen solle. Die Evangelische Kirche hat sich mittlerweile klar davon distanziert.

Ein anderer kritischer Punkt ist Luthers Verhältnis zu den Bauern, die sich auf seine Lehre im Bauernkrieg beriefen und sinngemäß sagten: "Wir sind auch befreit in Christus, das hast du, Luther, uns doch immer gelehrt". Aber er distanzierte sich von ihnen. Luther hat die Fürsten aufgefordert, die Bauern zu erschlagen und damit Schuld auch auf sich genommen.

Fazit

Luther ist eine zwiespältige Gestalt, mit viel Licht, aber auch Schatten. Die Folgen seines wirkungsmächtigen Auftritts vor 500 Jahren betreffen uns heute noch. Die Reformation ist zwar ohne Luther nicht denkbar, aber sie ist mehr als das. Sie hat sich emanzipiert, wurde ein Geschehen mit anderen Protagonisten und unvorhersehbarem Ausgang. Auch davon erzählen wir in unserem umfangreichen Programmangebot zur Reformation, von den Schüsselmomenten der Geschichte ebenso wie von den Folgen dieser aufwühlenden Epoche. Ohne die Reformation hätte die Gesellschaft ein anderes Gesicht, 500 Jahre danach.

Zwischen Himmel und Hölle

Montag, 30. Oktober 2017, 20.15 Uhr
Zwischen Himmel und Hölle
Historischer Fernsehfilm

Buch: Stefan Dähnert und Marianne Wendt nach einer Idee von Kai Hafemeister
Regie: Uwe Janson
Kamera: Michael Wiesweg
Schnitt: Melania Singer, Sabine Brose
Musik: Michael Klaukien, Andreas Lonardoni
Szenenbild: Ettore Guerrieri
Kostümbild: Janne Birck
Maskenbild: Jens Bartram
Ton: Tomáš Bělohradský
Casting: Nina Haun
Herstellungsleitung: Tim Greve
Creative Producer: Martin Bromber
Koproduzent: Michal Pokorný
Produzenten: Benjamin Benedict, Joachim Kosack
Redaktion: Solveig Cornelisen
Länge: ca. 165 Minuten

ZDF-Auftragsproduktion der UFA Fiction mit Förderung des tschechischen Staatsfonds der Kinematografie-Filmförderung. Koproduzent ist MIA FILM

Rollen und ihre Darsteller

Martin Luther: Maximilian Brückner
Thomas Müntzer: Jan Krauter
Andreas Bodenstein: Johannes Klaußner
Katharina von Bora: Frida-Lovisa Hamann
Ottilie Müntzer: Aylin Tezel
Erzbischof Albrecht: Joachim Król
Hartmann: Armin Rohde
Kurfürst Friedrich: Rüdiger Vogler
Georg Spalatin: Fabian Hinrichs
Lucas Cranach: Christoph Maria Herbst
Barbara Cranach: Anna Schudt
Jakob Fugger: Peter Lerchbaumer
Äbtissin: Johanna Gastdorf
Hieronymus: Maximilian Ehrenreich
Graf von Mansfeld: Patrick von Blume
Henne Gentzel: Gode Benedix
Domherr Eck: Arnd Klawitter
Kaiser Karl V.: Jim Deddes
Pedell: Tom Jahn
Meenzer Mädsche: Georgia Lautner
u.a.

Inhalt

Martin Luther stellt 1517 die Welt auf den Kopf – mit den 95 Thesen gegen den Ablass macht er sich mächtige Feinde. Die Kirche schlägt zurück und exkommuniziert ihn. Als er seine Thesen aber selbst vor dem Kaiser nicht widerruft, ist die Refor­mation nicht mehr aufzuhalten. Allerdings ringt Luther bald mit seinen Gefährten Thomas Müntzer, Andreas Bodenstein und den beiden entlaufenen Nonnen Käthe und Ottilie um den rechten Weg. Thomas Müntzer will eine gerechtere Welt auch mit Waffen gegen die Landesfürsten durchsetzen. Martin Luther lehnt jede Gewalt gegen die Obrigkeit ab. Reformation steht gegen Revolu­tion. Aus Freunden werden bald erbitterte Feinde.

Martin Luther ist kein einfacher Held. "Zwischen Himmel und Hölle" versucht, ihn in seiner Widersprüchlichkeit zu fassen und die Reformation als eine vielstimmige Bewegung zu erzählen. Im Zentrum stehen dabei Menschen mit ihren Gewissenskonflikten, die weit über das eigene Leben und die eigene Zeit hinaus wirken.

Das Luther-Tribunal
Zehn Tage im April

Dienstag, 31. Oktober 2017, 20.15 Uhr
Das Luther-Tribunal
Zehn Tage im April

Buch: Friedel Klütsch
Regie: Christian Twente
Kamera: Martin Christ
Schnitt: Ramin Sabeti
Wissenschaftliche Beratung: Prof. Heinz Schilling
Produktionsleitung: Eva Pilling (NFP), Carola Ulrich (ZDF)
Producer: Christian Erhardt (NFP), Stefan Mausbach (ZDF)
Produzent: Clemens Schaeffer
Redaktion: Dr. Reinold Hartmann (ZDF-Kirche und Leben, evang.), Stefan Brauburger (ZDF-Zeitgeschichte)
Sendelänge: 90 Minuten

ZDF-Auftragsproduktion der NFP/Neue Film Produktion , Berlin

Die Rollen und ihre Darsteller

Martin Luther: Roman Knižka
Friedrich von Sachsen: Bernd Stegemann
Hieronymus Aleander: Alexander Beyer
Johann von der Ecken: Holger Daemgen
Kaiser Karl V.: Mateusz Dopieralski
u.a.

Inhalt

Zunächst war er nur ein einfacher Mönch und Gelehrter. Er ver­urteilte die römische Amtskirche, betonte, dass keine Macht der Welt zwischen Gott und dem Menschen stehe und dass allein der Herr im Himmel Gnade spenden könne. Er wetterte gegen kleri­kale Anmaßung, erklärte die Heilige Schrift zum alleinigen Maß­stab. Damit legte er die Axt an die bestehende Ordnung und forderte die Herrschenden heraus. In Worms sollte er 1521 wider­rufen, vor Kaiser und Reich.

Das Dokudrama lädt den Zuschauer ein, den historischen Moment nachzuerleben und seine Bedingungen zu verstehen. Der zeitli­che Rahmen wird durch Ankunft und Abreise Luthers gesetzt, jene zehn Tage im April 1521. Mittelpunkt der Inszenierungen ist der Prozess selbst, der historisch hervorragend belegt ist. Füh­rende Luther-Experten brachten den neuesten Forschungsstand in das Projekt ein.

LUTHER - Das Projekt der 1000 Stimmen

Dienstag, 31. Oktober 2017, 22.00 Uhr

LUTHER - Das Projekt der 1000 Stimmen

Regie: Ladislaus Kiraly
Redaktion: Dr. Oliver Heidemann, Stefanie Deuker
Länge: 100 Minuten

ZDF-Auftragsproduktion der Kimmig Entertainment GmbH

Musikalisches Highlight des Reformationsjubiläums ist "LUTHER – Das Projekt der 1000 Stimmen". Das Pop-Oratorium mit Chören aus ganz Deutschland stammt aus der Feder des Erfolgsduos Michael Kunze (Librettist) und Dieter Falk (Komponist). 2017 ist das stimmgewaltige Projekt auf Deutschland-Tournee. Das ZDF überträgt die Abschlussveranstaltung aus der Berliner Mercedes-Benz-Arena. Über 10.000 Besucher werden vor Ort erwartet, darunter hochrangige Gäste aus Politik und Kirche.

Im Mittelpunkt der Handlung steht das Leben und Wirken Martin Luthers, der vor dem Reichstag zu Worms aufgefordert ist, seine kirchenkritischen Aussagen zu widerrufen. In Rückblenden und Ausblicken rund um das Geschehen erzählt das Stück Luthers Ringen um die biblische Wahrheit und von seinem Kampf gegen Obrigkeit und Kirche.

Herzstück der Unterhaltungsshow bildet ein großer Chor, bei dem 4000 Sängerinnen und Sänger aus ganz Deutschland mitwirken – unterschiedlichen Glaubens, Nationalität und Alters. Gemeinsam mit einem Symphonieorchester, einer Rockband und Musicalstars werden die Chöre optisch wie akustisch für Gänsehautmomente sorgen und das Pop-Oratorium zu einem unvergleichlichen Erleb­nis machen. Eingebettet in eine moderne Musicalinszenierung, die auf ein starres Bühnenbild und historische Kleidung verzich­tet, verbindet "LUTHER" Generationen und Konfessionen.

Als Paten des Projekts fungieren Dr. Eckart von Hirschhausen und Dr. Margot Käßmann.

Ausrichter der Veranstaltung ist die Stiftung Creative Kirche in Kooperation mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und den Evangelischen Landeskirchen.

Weitere Sendungen im ZDF und online

Ein weiterer Beitrag zur dokumentarischen Betrachtung des Reformationsgeschehens ist die 30-minütige Dokumentation "Martin Luther – Wegbereiter der Moderne" in der Reihe "God's Cloud" am Dienstag, 31. Oktober 2017, 1.20 Uhr. Luthers Rede auf dem Wormser Reichstag zeichnet ihn aus als einen Menschen, der sich allein seinem Gewissen und Glauben verpflichtet sah. Damit war er einer von denen, die den Weg frei gemacht haben zu einem modernen Denken. Die Dokumentation veranschaulicht den Entwicklungsprozess Martin Luthers und geht der Frage nach, welche Erkenntnisse ausschlaggebend für ihn waren. 

Weitere Infos unter https://godscloud.zdf.de/artikel/martin_luther

ZDF-Gottesdienste

Die evangelischen ZDF-Fernsehgottesdienste im Jahr 2017 stehen ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums. Ein Highlight ist der evangelische Open-Air-Gottesdienst vom Markt in Wittenberg mit Reformationsbotschafterin Margot Käßmann am Sonntag, 10. September 2017, 9.30 Uhr. Im Reformations­sommer 2017 besuchten viele Menschen die historischen Lutherstätten wie auch die Weltausstellung in Wittenberg. Zum Abschluss findet ein Gottesdienst auf dem Marktplatz statt. Unter dem Motto "Tore der Freiheit" zeigte die Weltausstellung vor allem aktuelle Dimensionen der Reformation. Der ZDF-Gottes­dienst rundet nun den Reformationssommer inhaltlich ab und zeigt Impulse der letzten 16 Wochen für die Zukunft auf. Dazu werden Besucher und Mitwirkende der Weltausstellung zu Wort kommen. Die Predigt hält Reformationsbotschafterin Margot Käßmann. Pfarrerin Kathrin Oxen führt durch die Liturgie. Für die musikalische Gestaltung sorgen Fritz Baltruweit und Band. Auch im Gottesdienst in Berlin am Sonntag, 29. Oktober 2017, 9.30 Uhr, hält Reformationsbotschafterin Margot Käßmann die Predigt und stellt die Frage: Wofür stehen Christen heute ein?

Informationen zu allen Gottesdiensten im ZDF 2017 unter http://zdf.fernsehgottesdienst.de/archiv/2017

Aktuelle Berichterstattung

Die aktuellen Sendungen der ZDF-Programmfamilie wie die "heute", das "heute-journal", das "ZDF-Morgenmagazin, der "Länderspiegel", "heute in deutschland", "drehscheibe" oder "Kulturzeit" begleiteten und begleiten das Reformationsjubiläum über das Jahr hinweg. Zum Abschluss ist eine Bilanz des Lutherjahres im "heute-journal" geplant und der Festakt aus Wittenberg am Dienstag, 31.Oktober 2017 wird von 17.00 bis 18.00 Uhr live übertrage. Hochrangige Repräsentanten von Staat und Kirche versammeln sich zum Abschluss des Reformations­jubiläums. Micha Wagenbach kommentiert.

Das Magazin "sonntags" beschäftigt sich am Sonntag, 29. Oktober 2017, 9.03 Uhr, monothematisch mit dem Reforma­tionsjubiläum.

Angebot im Netz und Social Media

Alle Sendungen zu 500 Jahre Reformation werden in der ZDF-Mediathek als Dokumentationsschwerpunkt gebündelt. In "musstewissen", dem schulbegleitenden ZDF-Format für funk auf Youtube, in dem Experten unter anderem Nachhilfe in den Fächern Deutsch, Chemie, Geschichte, Mathe und Physik geben, wird Luther und die Reformation rund um den Reformationstag fächerübergreifend eine Woche lang behandelt.

ZDFneo-Programm zu 500 Jahre Reformation

In ZDFneo beschäftigt sich die Auftaktfolge der neuen Doku-Reihe "An Tagen wie diesen" mit dem Thema Reformation.

Ab 29. Oktober 2017, sonntags, 16.30 Uhr

"An Tagen wie diesen"
Neue Doku-Reihe

Produktion: Gruppe 5 im Auftrag von ZDFneo
Produzent: Alexander Hesse
Producer: Sahar Eslah
Autoren: Maxine Brückner, Sahar Eslah, Sandra Klösges
Produktionsleitung: Valérie Lang
Schnitt: Marie Wilbers, Agnès Padrol Sureda
Redaktion ZDF: Johannes Geiger
Koordination ZDFneo: Daniela Rößler, Fabian Strauß
Länge: 6 x 45 min

Der 11. September 2001 oder der 3. Oktober 1989 - bei bestimmten Daten denken wir alle an die gleichen Ereignisse. Doch die Geschichte hat für jedes Datum noch mehr als die ganz großen Momente zu bieten. In der Doku-Reihe "An Tagen wie diesen" erkundet ZDFneo, was an bekannten Daten und ihren Jahrestagen passiert ist. Das Datum ist dabei der jeweilige Aufhänger, um auch von kleineren Ereignissen zu erzählen, von außergewöhnlichen Menschen, geschichtsrelevanten Momenten und skurrilen Geschehnissen.

Folge 1: "Der 31. Oktober"

Reformation und Halloween – der 31. Oktober steht für beide Ereignisse. Im Jubiläumsjahr 2017 ist dieser Tag zum ersten Mal ein bundesweiter Feiertag. Aber am 31. Oktober ist noch mehr passiert: 1971 gingen die Frauen in der Schweiz erstmals auf Bundesebene wählen. Bereits ein Jahr zuvor, 1970, boten die Deutschen Fußballdamen dem männerdominierten DFB die Stirn: Nach einem 15-jährigen Verbot erlaubte der Verband endlich wieder offiziell den Damenfußball. 1941 wurden Monumente wie der Mount Rushmore endlich fertiggestellt, genauso wie das De­ckenfresko von Michelangelo Buonarotti 1512 in der Sixtinischen Kapelle und 2016, nach zehn Jahren Bauzeit, die Hamburger Elbphilharmonie. Und 2011 begrüßte die Welt symbolisch den siebenmilliardsten Erdenbürger.

ZDFinfo-Programm zu 500 Jahre Reformation

ZDFinfo setzt am Samstag, 11., und Sonntag, 12. November 2017, einen großen Doku-Schwerpunkt zum Reformationsjubiläum. Dann ist unter anderem erneut die Dokumentation "God’s Cloud: Martin Luther – Wegbereiter der Moderne" zu sehen. Darüber hinaus beleuchtet ZDFinfo an diesen Schwerpunkttagen den geschichtlichen Kontext der Reformation. Die "Terra X"-Dokumentationen "Die Welt der Ritter", "Zeitreise – Die Welt im Jahr 1000" und "Ein Tag im Mittelalter" sowie die ZDFinfo-Dokus "Kathedralen – Superbauten des Mittelalters", "Der Silberberg" und "Aufgedeckt: Die Heilige Lanze" erklären das Leben im Mittelalter, das auch Martin Luther noch prägte. Die drei "Terra X"-Folgen "Der große Anfang – 500 Jahre Reformation" zeigen die Folgen der Reformation für Deutschland und die Welt. Auch die auf die Reformation folgenden Glaubenskriege werden Thema sein. ZDFinfo zeigt unter anderen die Dokumentationen "Ach, Europa: Zwischen Himmel und Hölle", "Die Deutschen: Wallenstein" und "Elisabeth I. – Krieg dem Terror".

Die drei "Terra X"-Folgen "Der große Anfang – 500 Jahre Reformation", die an Ostern 2017 im ZDF zu sehen waren, zeigen die Folgen der Reformation für Deutschland und die Welt.

Samstag, 11. November 2017, ab 20.15 Uhr

Terra X: Der große Anfang – 500 Jahre Reformation
Dreiteilige Dokumentation mit Harald Lesch

Presenter: Harald Lesch
Buch: Ingo Helm
Regie: Andreas Sawall
Kamera: Hans Jakobi
Animation: Olaf Hoffmann, Cola Rérat (tricky) Produktion, Cross Media Medienproduktion GmbH
Ausführender Produzent: Christian Drewing (Eikon), Thorsten Neumann (EIKON Nord), Volker Schmidt (IFAGE)
Produktionsleitung: Mette Gunnar (Eikon), Andrea Haas-Blenske (IFAGE)
Redaktion: Georg Graffe, Dr. Reinold Hartmann, Michaela Pilters
Länge: 3 x 43 Minuten

Was geschah vor 500 Jahren, in einer Epoche tiefgreifenden Wandels? Moderator Harald Lesch beschäftigt sich in der dreiteiligen Dokumentationsreihe "Der große Anfang" mit Martin Luther und den Folgen der Reformation, die unsere Welt bis heute prägen.

Im ersten Teil "Der Funke" wandert der Moderator über die Alpen, wie der junge Augustinereremit Martin Luther 1510. Harald Lesch folgt im zweiten Teil "Die Explosion" der Spur des Geldes zu Luthers Zeiten. Im dritten und letzten Teil "Das Feuer" geht es um die Reformation und ihre Folgen, die Luther nicht vorhergesehen hat.

In dem Dreiteiler wird Martin Luther in seinen geschichtlichen Kontext gestellt, mit frischem Blick werden neue Zugänge eröffnet. In aufwendigen Spielszenen, die eng an authentische Quellen angelehnt sind und gängige Luther-Klischees vermeiden, inszeniert Regisseur Andreas Sawall den Reformator lebendig, so dass er als Person greifbar wird.

Phoenix zeigt den Dreiteiler am Reformationstag, Dienstag, 31. Oktober 2017, ab 20.15 Uhr.

Kinderprogramm im ZDF und bei KiKA zu 500 Jahre Reformation

Dienstag, 31. Oktober 2017, 15.00 Uhr, KiKA

"Storm und der verbotene Brief"

Jugend- und Familienfilm

Der Vater des zwölfjährigen Storm druckt heimlich einen Brief Martin Luthers mit dessen kritischen Thesen zur Situ­ation der Kirche. Als er verraten und verhaftet wird, kann Storm mit der Druckplatte fliehen und den Brief Luthers selbst drucken und verteilen. Mit der Veröffentlichung löst er einen Aufstand aus und kann so das Leben seines Vaters retten.

"Terra MaX"

Bei "Terra MaX" beamen Paul, seine kleine Schwester Hannah und Opa Max mit ihrer Zeitmaschine interessante Zeitzeugen der Vergangenheit in die eigenen vier Wände. Von ihnen erfahren sie, was damals geschah. In "Terra MaX" werden Einspieler der aufwendig produzierten ZDF-Dokureihe "Terra X" in eine fiktionale Rahmenhandlung eingebettet. Sie werden für das ZDF-Kinderprogramm neu montiert und betextet. Ein Zeitzeuge, den sich Opa Max, Hannah und Paul mit ihrer Zeitmaschine ins Hier und Jetzt holen, berichtet, ordnet ein, und beantwortet Fragen. Themen wie der Machtkampf im Mittelalter zwischen Kaiser und Kirche, die Reisen und Erkenntnisse des Charles Darwin oder Forschungsergebnisse über das Leben in der Urzeit werden dadurch lebendig, bunt und zielgruppengerecht präsentiert.

Sonntag, 29. Oktober 2017, 15.50 Uhr, KiKA

"Terra MaX: Die Reformation"

Geschichtsformat, ca. 25 Minuten

Der Buchhändler Karl Brettschneider (Till Butterbach) taucht aus dem 16. Jahrhundert auf, um Opa Max seine Bücher zu verkaufen. Er erzählt von Martin Luther, der zum Gründer einer neuen Konfession wurde. Paul (Elias Kassner) trifft Karl Brettschneider, der ihm seine Bücher und Schriftrollen zeigt. Dabei erfährt Paul die spannende Geschichte des Reformators Martin Luther, der an Papst und Kirche zweifelte.

Dienstag, 31. Oktober 2017, 07.20 Uhr, ZDF

"Terra MaX: Kampf um den richtigen Glauben"

Geschichtsformat, ca. 25 Minuten'

Die Zeitmaschine beamt die schwer bewaffnete Gustel aus dem 16. Jahrhundert zu Opa Max und Enkelin Hannah. Sie erzählt von einem langen Krieg zwischen Protestanten und Katholiken in Deutschland und deren Kampf um den "richtigen" Glauben. Gustel erlebt den Krieg hautnah, denn sie begleitet die kämpfenden Soldaten als Händlerin.

Dienstag, 31. Oktober 2017, 19.50 Uhr, KiKA

"logo!"

Kindernachrichten, ca. 10 Minuten

Zum 500. Jahrestag der Reformation am 31. Oktober 2017 widmet "logo!" einen großen Teil seiner Sendung Martin Luther. Dabei begleiten die Kindernachrichten die Feierlichkeiten des Tages in Wittenberg. Ergänzende Informationen liefert ein graphisches Erklärstück zu Martin Luthers Leben und Wirken. Ein "logo!"-Reporter begibt sich zudem auf die Spuren des Reformators.

3sat-Programm zu 500 Jahre Reformation

Samstag, 28. Oktober 2017, 19.30 Uhr

Und wenn die Welt voll Teufel wär...
Eine Reise zu den Orten der Reformation

Film von Lotar Schüler und Stefan Gagstetter

Es wird gefeiert. Bundesweit. Zum ersten und vielleicht auch einzigen Mal ist der Reformationstag am 31. Oktober in allen, protestantischen und katholischen Bundesländern, Feiertag. Dann jährt sich zum 500. Mal die Veröffentlichung von Martin Luthers 95 Thesen zur Religion. Mit ihnen begann alles: Kirchenspaltung in Katholiken und Protestanten, Bauernkriege, das Ende des Mittelalters. Heute lautet die Frage: Was wurde eigentlich aus der Reformation? Um darauf eine Antwort zu finden, folgt die Dokumentation den Spuren Martin Luthers.

Martin Luther, der Superstar der protestantischen Kirchenge­schichte. In elf Wochen übersetzte er die Bibel, schuf die Grundlagen der modernen deutschen Sprache, kündigte Papst und Kaiser die Gefolgschaft auf, spaltete die Kirche und errichtete ein neues Wertesystem für die halbe Welt. Eine spannende Geschichte. Was davon kann man heute noch sehen?

In der Stadt Eisleben ist Martin Luther geboren und gestorben. Sein Geburtshaus kann man besichtigen – nur dass er in diesem nicht geboren wurde, weil das ursprüngliche Haus längst abgerissen worden ist. Und das Haus, in dem der Reformator starb, ebenfalls in Eisleben, steht zwar noch, aber zum Sterbehaus erklärt hat man ein anderes, nur ein paar Häuser weiter. Echte Spuren Luthers zu finden, erhaltene Orte oder Dinge aus seinem Besitz, gestaltet sich schwierig. Es liegt wohl in der Natur der Sache, denn der Reformator lehnte die Heiligenverehrung in der katholischen Kirche ab, da können die Protestanten nun aus Luther nicht einfach selbst einen Heiligen machen.

Sachsen-Anhalt, das "Stammland der Reformation" ist voller interessanter Lutherstädte. Nur sollte man nicht meinen, hier würde sich alles um Religion drehen. Nur noch 15 Prozent der Bevölkerung sind in der evangelischen Kirche – und die Tendenz geht sogar noch weiter nach unten. Die DDR mag mit schuld daran sein, aber schon im 19. Jahrhundert, dem Zeitalter der Industrialisierung, verabschiedeten sich hier die Menschen scharenweise von der Religion.

Das Zentrum von allem, was mit Luther zu tun hat, ist Wittenberg. Tausende von Menschen strömen dorthin. In Wittenberg lebte und predigte er. Hier heiratete der Ex-Mönch Martin Luther die Ex-Nonne Katharina von Bora, bekam Kinder, machte den Glauben weltlich, und lud zu Tischgesprächen. In Wittenberg ist viel zu sehen: Luthermuseum, historische Kirchen, das wichtige Predigerseminar, dann noch die Stätten Melanchthons und Lucas Cranachs. Doch die meisten (Glaubens-)Touristen kommen inzwischen gar nicht mehr aus Deutschland, sondern aus Übersee, aus den USA oder Südkorea – und die verstehen gar nicht, warum der deutsche Protestantismus eigentlich keinen heiligen Martin Luther will.

Protestanten findet man allerdings auch in Rom. Die "Chiesa Christo", die Christuskirche, befindet sich unweit der Spanischen Treppe in der ewigen Stadt, der Stadt des Papstes, der Haupt­stadt des Katholizismus. Ein evangelisches Pfarramt, aufrecht wie das von Römern umzingelte gallische Dorf in den Asterix-Comics. Knapp 500 Mitglieder hat die Gemeinde. In der evangelischen Christuskirche in Rom waren schon drei Päpste zu Besuch – Johannes Paul II., Benedikt XVI. und neulich erst Franziskus.

Seit dem großen Crash vor 500 Jahren ist viel geschehen, Protestanten und Katholiken haben sich wieder aufeinander zu­bewegt. Doch eine Sache trennt nach wie vor: Kein gemeinsames Abendmahl. Bedenkt man, dass sich "Reformation" vom lateinischen "Reformatio" ableitet und Erneuerung, Wiederherstellung meint, dann weiß man auch, dass das ein Prozess ist, der noch lange nicht abgeschlossen ist.

Samstag, 28. Oktober 2017, 22.00 Uhr

"SING IT LOUD – Luthers Erben in Tansania"

Film von Julia Irene Peters

"SING IT LOUD …" erzählt eine unglaubliche Geschichte: Jedes Jahr findet in Tansania ein landesweiter Chorwettbewerb statt. Gefordert ist die Aufführung eines selbst komponierten geistlichen Liedes in tansanischer Tradition und, als Pflichtprogramm, die möglichst perfekte Darbietung eines vierstimmigen Luther-Chorals aus dem deutschen evangelischen Gesangbuch. Das ist eine äußerst schwierige Aufgabe, denn Melodik und Rhythmik der tansanischen Musik haben mit dem Duktus eines deutschen Kirchenliedes nur sehr wenig gemein. Umso mehr Arbeit und Mühe investieren die Sänger in die Proben. Denn Chöre spielen eine wichtige Rolle in der tansanischen Gesellschaft. Und ein Sieg beim Wettbewerb bringt Ruhm und Ansehen.

Im Zentrum des Films stehen drei Chöre und die Menschen, die in ihnen singen. Nuru hat im "Kanaani-Jugendchor" ein neues Zu­hause gefunden, nachdem er seine Familie verlassen musste. Er und sein Chor wollen den Wettbewerb unbedingt gewinnen. Sie proben jeden Tag und arbeiten mit professionellem Anspruch an sich und ihrer Performance. Evarest und Maria gehören zur Mit­telschicht. Sie haben eine Autoreparaturwerkstatt, arbeiten viel und verdienen gut. Für die Proben mit ihrem "Cantate-Chor" bleibt dabei allerdings weniger Zeit. Auch Martha und Simon arbeiten hart, doch ihr kleiner Bauernhof wirft nur wenig ab. Singen ist für sie reine Lebensfreude und Ausdruck ihrer tiefen Religiosität. Und insgeheim hoffen auch sie, mit dem "Neema-Landchor" beim Wettbewerb ganz weit vorne zu landen.

Seitdem die Regisseurin Julia Irene Peters vor zwölf Jahren erst­mals den großen Chorwettbewerb in Tansania erlebt hat, ist sie fasziniert von dem Land an der afrikanischen Ostküste und von der Freude der evangelischen Christen dort am Singen. In ihrem Film ist der Wettbewerb Ausgangs- und Zielpunkt, um vom Leben von Menschen aus ganz unterschiedlichen Gesellschaftsschich­ten Tansanias zu erzählen. Dabei lenkt sie den Blick auch auf ein dunkles und lange verdrängtes Kapitel deutscher Kolonialgeschichte.

ARTE-Programm zu 500 Jahre Reformation

Samstag, 14. Oktober 2017, 20.15 Uhr

Gutenberg – Genie und Geschäftsmann
Doku-Drama von Marc Jampolsky

ZDF/ARTE FRANCE/ORF, Seppia/Mischief Films/CFRT

Frankreich 2016, 90 Minuten
Erstausstrahlung

Gutenbergs Erfindung bahnte im 15. Jahrhundert den Weg in unsere Informations- und Wissensgesellschaft, wie wir sie heute kennen. Ohne sie wäre die rasche Verbreitung revolutionärer neuer Ideen, etwa derjenigen der Reformation, nicht möglich gewesen. Wie die Erfindung des Rades und in unseren Tagen vielleicht des Internets hat Gutenbergs Werk den Kurs der Ge­schichte in eine neue Richtung gelenkt.

Sonntag, 29. Oktober 2017, 22.55 Uhr

Luthers Lieder

Dokumentation von Günther Klein

ZDF/ARTE, Ifage Filmproduktion

Deutschland 2017, 52 Minuten

Erstausstrahlung

Ist von Martin Luther die Rede, dann denkt man an den Thesen­anschlag und seinen Kampf gegen das Papsttum. Kaum jeman­dem ist bewusst, dass Luther einer der erfolgreichsten Liedkom­ponisten Deutschlands ist, der 38 Lieder nicht nur gedichtet, sondern auch komponiert hat. Lieder die noch heute, 500 Jahre nach dem Thesenanschlag, so populär sind, dass sie fast jeder kennt: "Vom Himmel hoch, da komm ich her" oder "Ein feste Burg ist unser Gott", das schon Heinrich Heine als "Marseillaise der Reformation" bezeichnet hat.

Dass Luther ein guter Sänger und passabler Lautenspieler war, ist bekannt. Wieso aber hat er sich auf dem Höhepunkt seines aufreibenden theologischen Kampfes ausgerechnet der Komposi­tion von Gesängen gewidmet? Was trieb den Reformator an, im Alter von bereits 40 Jahren ganz plötzlich Lieder wie am Fließ­band zu produzieren? Worin lag die geniale und zeitlose Qualität seiner Melodien, die inzwischen sogar von Popmusikern und Jazzern interpretiert werden? Und warum gab es vor Luther überhaupt keine Gesangbücher?

Der Schauspieler Ben Becker begibt sich in die Welt Martin Luthers und sucht an bedeutenden Orten der Reformation, in Musikmuseen und Archiven nach den Quellen und Motiven für "Luthers Lieder". Dabei erklingen die Kompositionen auf histori­schen Instrumenten in der überraschenden Urfassung – und Ben Becker entdeckt, dass Luther nicht nur christliche Kampflieder und mitreißende Choräle komponiert hat, sondern auch ein empfindsames Liebeslied.

Audiodatei (downloadfähig): O-Ton Dr. Reinold Hartmann zu Programmschwerpunkt und Dokudrama

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Zum Format des Doku-Dramas

Wir kommen aus dem dokumentarischen Bereich und uns ist wichtig herauszufinden, was wirklich 1521, also vor etwa 500 Jahren, passiert ist. Das Doku-Drama hat die Möglichkeit, Fakten zu liefern – in Kommentartönen, in den Interviews mit den Experten – und sozusagen auf eine emotionale Weise in Spielszenen Handlungen vorzuführen. Und man muss wissen, dass, wenn wir uns im Reichstag befinden, jedes Wort tatsächlich so gesprochen worden ist wie vor 500 Jahren. Das sind O-Töne aus dieser Welt. (0’46)

Zum Grund, sich im Doku-Drama "Das Luther-Tribunal" auf die Ereignisse in Worms im April 1521 zu fokussieren

Dramaturgisch ist es natürlich ein gefundenes Fressen, kann man so sagen. Zehn Tage fokussiert: Ankunft Luther, und nach zehn Tagen reist er wieder ab. Und in dieser Fokussierung ein Stück Weltgeschichte zu betrachten, das ist eine große Chance. Da treffen der Kaiser und der Mönch zusammen, da sind die altgläubige Kirche mit seinem Vertreter und Friedrich der Weise und das Volk. Das sind quasi fünf Protagonisten, die in zehn Tagen agieren. Und was passiert dort? Unserem Doku-Drama ist entgegengekommen, dass die Geschichte selbst Spielfilmqualität hat. (0’45)

Zu Luther als Medien- und PR-Profi zu seiner damaligen Zeit

Einen Menschen konnte man damals viel besser außer Gefecht setzen, aber seine Schriften nicht. Und seine Schriften haben ihn natürlich auch geschützt. Er war bei vielen ein Volkstribun und sehr populär. Dazu kam, dass Lucas Cranach ihn portraitiert hat, er war einer der meist portraitierten Menschen der damaligen Welt – heute hätte er getwittert und gebloggt. Ich denke, so eine These hätte er auch twittern können, die ist kurz und prägnant genug, um dort Platz zu finden. (0’37)

Zur Herausforderung, "500 Jahre Reformation" in einer Zeit spannend zu präsentieren, in der viele Menschen mit der Kirche und dem Glauben nicht mehr viel am Hut haben

Das ist eine große Herausforderung und wir wissen auch nicht, ob es gelingt. Provozierend kann man sagen: Viele Menschen gehen heute in Fitnessstudios, kümmern sich um ihren Body, was ja alles in Ordnung ist. Das ist manchen Menschen wichtiger als das eigene Seelenheil, als die Frage: Wie bekomme ich einen gnädigen Gott? Das ist ja eine Frage, die für manche heute aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Luther ist schon eine Herausforderung. Inhaltlich ist es ein großer Moment, den wir betrachten. Es ist ein Schritt in Richtung Entdeckung des Gewissens, Entdeckung des Individuums. Und damit ragt dieser Luther tatsächlich in unser Jahrtausend und in unser Jahrhundert hinein. (0’54)

Audiodatei (downloadfähig): O-Ton Stefan Brauburger zu Programmschwerpunkt und Dokudrama

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Zur Bedeutung des Programmschwerpunkts "500 Jahre Reformation" für das ZDF

Es ist ein wichtiger historischer Wendepunkt. Innerhalb der Reformation sind es dann bestimmte Daten wie der Wormser Reichstag, wo sich historische Ereignisse nochmal in besonderer Form verdichten. Das ZDF hat darauf Wert gelegt, ein breites Spektrum abzubilden. Das heißt, vom Spielfilm bis zum Dokudrama, über Dokumentationen bis hin zu musikalischen Darbietungen, wie das große Oratorium, ein übergreifendes Angebot zu machen und damit auch alle möglichen Zuschauerschichten anzusprechen. Das wird dem Thema auch gerecht, das ist wichtig, es muss sich an alle richten. Insofern sind die Programmvielfalt und die Vielfalt der Form, wie das ZDF es präsentiert, auch angemessen. (0’50)

Was die Reformation von anderen historischen Ereignissen unterscheidet

Bei der Reformation kommen gleich mehrere Dinge zusammen, wie es sonst kaum der Fall ist. Wir haben eine theologische, religiöse Glaubenskomponente, es hat aber auch was mit Aufklärung zu tun, mit Freiheitlichkeit und mit Demokratie. Wir haben eine ganz starke mediale Komponente. Ohne die Entwicklung der damals neuen Medien, des Buchdrucks oder der Vervielfältigung von Flugschriften in 100.000er Auflagen wäre die Geschichte anders verlaufen. Wir haben aber auch wesentliche Kreuzungspunkte, die unsere staatliche Entstehungsgeschichte, also die deutsche Nationalgeschichte, wenn man es mal so nennen will, betrifft. Auch da gibt es erhebliche Weichenstellungen. Das Zusammentreffen von so vielen Faktoren in so wenigen Tagen, das ist schon eine Seltenheit in der Geschichte. (0’51)

Zum Grund, sich im Doku-Drama "Das Luther-Tribunal" auf die Ereignisse in Worms im April 1521 zu fokussieren

Je mehr wir uns mit der Materie befasst haben, desto mehr hat sich abgezeichnet, warum das der entscheidende Wendepunkt war, wo es sich vom Theologischen und Kirchlichen stark ins Gesellschaftliche und Politische gewendet hat. Mit den gravierenden Folgen, die wir dann auch andeuten und nachzeichnen. Insofern war das der erste Grund, sich dem Wormser Reichstag zuzuwenden. Des Weiteren ist der Wormser Reichstag viel besser dokumentiert als der Thesenanschlag. Das war auch ein Faszinosum, über einen Stoff zu verfügen, wo die Quellen bis hin zum Wortlaut dessen, was gesagt wurde, eine Grundlage geben - für ein Dokudrama eine gute Voraussetzung. Denn so können wir gleichzeitig etwas Spielfilmartiges produzieren und uns doch an dokumentierbarem Wissen entlang hangeln. (0’57)

Zur Bedeutung von Luthers Wirken auch in der heutigen Zeit

Was bei ihm bemerkenswert ist: wie einer aufbegehrt gegen verkrustete Strukturen, auch gegen Missbrauch, gegen Bevormundung und dafür auch vieles wagt und vieles aufs Spiel setzt, sich mit dem Establishment verkracht und sich dadurch ja auch in Gefahr bringt. Das ist ein Beispiel für Jungprotest, der was verändern will. Anderseits muss man auch schauen: So fundamental vorgetragene Positionen laufen auch immer Gefahr, in schlimme Konflikte zu führen, wie die Glaubenskriege, die es ja später dann gegeben hat. (0’43)

Audiodatei (downloadfähig): O-Ton Caroline von Senden zum historischen Fernsehfilm

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Zu den Beweggründen, "Zwischen Himmel und Hölle" als opulenten Fernsehfilm umzusetzen

Für uns war es wirklich die ganz große Frage: Was bedeutet Luther heute, wem wollen wir da was erzählen, wer möchte was wissen und erreichen wir auch junge Menschen und wen gab es eigentlich neben Luther. Das war für uns eine ganz große Frage. Luther hat das ja nicht allein gemacht, sondern wir haben versucht, zu zeigen: Die Reformation war eine Bewegung, die aus ihrer Zeit heraus gewachsen ist, und sie war auch kontrovers. Die Menschen, die da ihre Kraft, ihren Geist, ihren Freiheitswillen und ihren revolutionären Impetus reingegeben haben, haben sich auch zum Teil verstritten. Und davon erzählt unser Film "Zwischen Himmel und Hölle". (0’32)

Zur Schwierigkeit, speziell junge Menschen heutzutage für das Thema Kirche und Reformation zu begeistern

Ganz ehrlich, ich glaube, das weiß auch die Kirche, wie schwer das ist. Ich glaube, man ist über den Glauben und die Suche nach Gott und die Wahrheit in Gott definiert, es ist, glaube ich, ganz schwierig. Was wir gefunden haben bei der Recherche zum Thema ist, dass es da kraftvolle junge Männer und Frauen gab, die gemeinsam die Welt verändern wollten. Das ist das, was wir versuchen in unserem Film mitzugeben, dass es eine revolutionäre Bewegung war. Unsere Kernthese war: Das ist Reformation gegen Revolution. Ab wann spalten sich Thomas Müntzer und Martin Luther auseinander. Wer geht welchen Weg, wer geht den Weg der Machbarkeit und des Kompromisses. Wenn es uns gelingen könnte, junge Menschen an den Film zu kriegen, was nicht einfach ist, glaube ich, dass sie das spüren werden und das toll finden werden. Ich werde das jetzt meinem 17-jährigen Sohn vorführen, der bestimmt sagt, "Och Mama, ich hab schon mal einen Lutherfilm gesehen", aber ich werde ihn ein bisschen drängen und ich glaube, es wird ihn begeistern. (0’55)

Zur Umsetzung und zum Produktionsaufwand von "Zwischen Himmel und Hölle"

Wir glauben, dass es etwas ist, was auch halten soll. Wir glauben schon, dass dieser Film einmal seine Rechtfertigung hat zum Reformationsjahr, das ist das eine. Aber natürlich wird das ein Film sein, der auch in den Schulen gezeigt wird, der Menschen Geschichte und Religions- und Kirchengeschichte nahebringt, und das soll natürlich wirklich was Haltbares sein. Das soll dann schon auch in zehn Jahren nicht so aussehen, dass man sagt, "Ach guck mal, wie niedlich, was die damals gemacht haben". Sondern ein bisschen Beständigkeit und Nachhaltigkeit sollen da drin sein. (0‘28)

Warum "Zwischen Himmel und Hölle" gerade auch junge Menschen begeistern dürfte

Wenn es uns gelingt, junge Menschen und gerade auch junge Männer dazu zu kriegen, das zu sehen, das Mittelalter – wir befinden uns ja zum Beginn der Neuzeit, aber es hat ja noch mittelalterliche Strukturen, das Mittelalter wird gerade hinter sich gelassen –, aber das hat natürlich, ich will den Film jetzt nicht kleiner machen, auch was von Ritterspielen. Da ist auch der Kampf der Kleinen gegen die Großen, das ist die Macht, die Wucht, die Pferde, das Säbelrasseln, das ist da auch mit drin. Wenn das junge Menschen sehen würden und wollen, hat das durchaus auch was mit Computerspielen zu tun, aber natürlich mit einem ganz anderen Hintergrund und einer ganz anderen Tiefe. (0‘33)

Über eine wichtige Botschaft, die der Film vermitteln soll

Der Film kann uns mitgeben, dass, wenn man von etwas wirklich überzeugt ist und weiß, warum man es tut und daran glaubt, man eine ungeheure Kraft entwickeln und wirklich was bewegen kann. Also dass jemand, der eigentlich aus dem Nichts kommt, ich sag jetzt mal der berühmte "kleine Mann", gesegnet mit einer unfassbaren Intelligenz , mit einer  Sprachgewalt, der aber trotzdem eigentlich ein ganz kleiner Mann ist, ohne Zusammenhänge, ohne einen Hintergrund, was ihm ermöglicht, an die Mächtigen ranzukommen, dass der die Welt verändert hat, das ist fantastisch. Da kann man nur immer wieder fragen: Wie hat er das gemacht? (0‘34)

Was im Film auf Fakten beruht und wo die Macher im Sinne der Dramaturgie Dinge etwas zugespitzt haben

Wir haben nichts verfälscht. Wir haben Dinge nur in dem Sinne erfunden, dass sie in ihrer Aussage, die die Erzählung dadurch gewinnt, richtig sind. Zum Beispiel: Die Freundschaft zwischen Thomas Müntzer und Martin Luther ist eine Erfindung unsererseits. Thomas Müntzer war ein Schüler, ein geistiger Schüler von Martin Luther. Es ist nicht ganz klar, ob die sich zwei- oder dreimal gesehen haben, sie waren auf jeden Fall nicht so eng verbunden, wie wir das im Film erzählen. Aber sie waren durch einen Disput, durch einen schriftlichen Disput verbunden, das heißt, die hatten eine starke gemeinsame Verbindung in der Auseinandersetzung um die Sache. Das haben wir zusammengeführt in der Dramaturgie, aber das ist nicht verfälscht im Sinne von "Das hätte es doch nie geben können". (0‘37)

Audiodatei (downloadfähig): O-Ton Maximilian Brückner zum historischen Fernsehfilm

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Zu der Frage, wie er sich der Figur Luther als Schauspieler genähert hat

Hauptsächlich über das Drehbuch, weil das die Sachen sind, wo ich ihn präsentieren kann. Für mich war ganz wichtig, die Sprache zu greifen, damit ich sie an mich heranhole. Und das andere war, ihn am Anfang zu zeigen, wie er ganz bei sich ist und sich auch immer mehr in diesem Wahnsinn von Politik, Kriegen, Glaube und Kirche verliert. Wir haben durch die Konstellation mit Müntzer zwei Leute: Der eine wird eigentlich zum Terroristen, weil er einfach immer weitergeht und nicht aufhören kann. Und der andere wird auf eine gewisse Art Politiker, er arrangiert sich. (0’36)    

Was ihn bei der Beschäftigung mit Martin Luther und der Reformation vor 500 Jahren am meisten beeindruckte

Dieses Zahnrädchen, das da losging. Dieser Gedanke, dass man mit sich selbst, mit Gott im Zwiegespräch ist, also dass man dazwischen eigentlich nichts braucht. Weitergetragen über die Kriege, den Dreißigjährigen Krieg. Dass wir jetzt eine Gesellschaft haben, die relativ frei und liberal ist. Gerade in diesen Zeiten, wo manche Staaten wieder zurückfallen und man das Gefühl hat, die geben leichtfertig diese Errungenschaften ab, die mit viel Blutvergießen erkämpft wurden, dass man Politik von der Kirche trennt. Man hat das Gefühl, manche wollen da wieder zurück, aber kein Mensch will freiwillig ins Mittelalter zurück. Und wie wichtig es ist, was wir hier haben. Deswegen finde ich diesen Film so wichtig. (0’40)

Zur Bedeutung Martin Luthers für die deutsche Sprache

Mir war auch nicht klar, wie sehr Luther unsere Sprache geprägt hat. Es ist faszinierend – und auch fast Poesie. "Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort." Das kann jetzt jeder interpretieren, wie er will, aber es ist einfach unglaublich schön. (0:14)

Zur Herausforderung, ins Mittelalter einzutauchen und Martin Luther zu sein

Ich hatte "Tannbach" schon gedreht, aber ich muss sagen, das Mittelalter ist einfach noch mal eine ganz andere Nummer. Und dann als Martin Luther, das ist ja eine historische Figur. Es ist nicht irgendeine erfundene Figur, bei der ich machen kann, was ich will. Das war eine Herausforderung und ich habe versucht, ihn so ehrlich und so nah an mich heranzuholen, wie es nur geht. (0’21)

Was er persönlich aus der Arbeit an "Zwischen Himmel und Hölle" mitgenommen hat

Jeder muss mit seinem Gewissen und mit sich selbst, mit Gott, kommunizieren. Ich glaube nicht, dass man da einen "Zwischenhändler" braucht. Wenn man Unterstützung braucht, ist das schön. Aber ich glaube, dass wir diese Freiheit und Liberalität, die wir in unserer Gesellschaft besitzen, uns behalten und nicht grundlos verschenken sollten, weil wir Angst vor der Zukunft haben. (0:21)   

Bereits im ZDF gesendet

Terra X: Der große Anfang - 500 Jahre Reformation
Dreiteilige Dokumentation mit Harald Lesch

Karfreitag, 14. April, Ostersonntag, 16. April, Ostermontag, 17. April 2017, jeweils 19.30 Uhr

Moderator Harald Lesch ordnet die Reformation historisch ein und fragt nach ihren Auswirkungen bis heute. Autor Ingo Helm zeichnet ein spannendes Panorama vom späten Mittelalter bis zu den Anfängen der USA. In aufwändigen Spielszenen, die eng an authentische Quellen angelehnt sind und gängige Luther-Klischees vermeiden, inszeniert Regisseur Andreas Sawall den Reformator so lebendig, dass er als Person greifbar wird. Im ersten Teil, "Der Funke", wandert Harald Lesch über die Alpen - wie einst der junge Augustinereremit Martin Luther 1510. Im zweiten Teil, "Die Explosion", folgt Harald Lesch der Spur des Geldes zu Luthers Zeiten. Welche Rolle spielen das Streben nach Reichtum, die Macht der Herrschenden, der Kirche und des Papstes? Im dritten Teil, "Das Feuer", geht es um die Folgen der Reformation, die bis nach England und Amerika reichen. Der Glaube vieler Menschen verändert sich und mit ihm die Lebensgeschichten und die Landkarte Europas.

Im Zeichen der Reformation: evangelische Gottesdienste 2017 im ZDF

Die evangelischen ZDF-Fernsehgottesdienste im Jahr 2017 stehen ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums. Kernaussagen der Reformation und ihre Bedeutung für die Gegenwart stehen im Mittelpunkt der ersten vier Gottesdienste am Jahresbeginn.

"Sola scriptura - allein aufgrund der Schrift": Der Fernsehgottesdienst aus der Peterskirche in Weinheim am Sonntag, 29. Januar 2017, 9.30 Uhr, beschäftigt sich mit der Bewertung der Bibel durch die Reformatoren. Für Martin Luther stand die Heilige Schrift an erster Stelle, denn sie enthält das Evangelium von Jesus Christus. Und auch heute scheint die Nachfrage nach der Luther-Bibel groß: Bereits nach drei Wochen war die neue Ausgabe vergriffen.

"Sola gratia - allein aus Gnaden" ist ein weiterer zentraler Begriff der Reformation. Gnade ist ein Geschenk Gottes, das man sich nicht verdienen muss. Die Hamburger St.-Pauli-Kirche liegt nicht weit vom Rotlichtmilieu entfernt. Was bedeutet Gnade für die Menschen auf dem Kiez? Für den Gottesdienst am Sonntag, 12. Februar 2017, 9.30 Uhr, startete Pastor Martin Paulekun eine Umfrage.

"Solus christus - allein Christus" lautete die Antwort der Reformatoren auf die Lebensängste der Menschen ihrer Zeit. Warum dieser Satz auch heute noch gültig ist, beleuchtet der Vorsitzende des Rates der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, in seiner Predigt am Sonntag, 26. Februar 2017, 9.30 Uhr, in der Münchener Christuskirche.

"Sola fide - allein durch Glauben" war Thema des Gottesdiensts aus Lehrte mit Landesbischof Ralf Meister am Sonntag, 15. Januar 2017, 9.30 Uhr.

"500 Jahre Reformation - Start ins Jubiläumsjahr" / ZDF überträgt Festakt mit Joachim Gauck und Gottesdienst mit Margot Käßmann

Oktober 2016

Zum Auftakt des Lutherjahres 2017 überträgt das ZDF am Reformationstag, Montag, 31. Oktober 2016, 17.10 Uhr, live den Festakt im Konzerthaus Berlin. Hauptredner ist Bundespräsident Joachim Gauck. Es kommentiert Martin Cordes. Anschließend, um 18.30 Uhr, begibt sich Petra Gerster in der Dokumentation "Martin Luther" von Daniel Sich noch einmal auf die Spuren des Reformators. Bereits um 12.45 Uhr begegnet Dietrich Grönemeyer in seiner Sendung "Leben ist mehr!" Menschen, die ihr altes Leben gegen ein neues getauscht und dabei oft auf vermeintlich wichtige Dinge verzichtet haben. Dabei wird deutlich, wie schwer ein so großer Schritt ist, sich ein Neuanfang aber lohnen kann. Der ehemalige Bankmanager Thomas Laux und die ehemalige Designmanagerin und Kommunikationsberaterin Sybilla Pütz lassen Grönemeyer an ihrem neuen Leben teilhaben und blicken gemeinsam mit ihm zurück auf ihr altes. Den Festgottesdienst aus Eisenach zum Auftakt des 500. Reformationsjubiläums mit dem EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm am Sonntag, 30. Oktober 2016, 9.30 Uhr, überträgt das ZDF live. Es predigt Reformationsbotschafterin Margot Käßmann, am Gottesdienst wirken die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, und der frühere Thüringer Landesbischof Christoph Kähler mit. Eine aufwendige Neuüberarbeitung der Lutherbibel wird der Öffentlichkeit vorgestellt.

Martin Luther - Petra Gerster auf den Spuren des Reformators

Ostern 2016

Auf die Spuren des Reformators Martin Luther begibt sich Petra Gerster am Sonntag, 25. März 2016, um 19.30 Uhr. Zahllose Legenden kreisen um den Mönch aus Wittenberg, der sich mit der römisch-katholischen Kirche anlegte und dabei, ohne es zu tatsächlich zu wollen, selbst zum Gründer einer neuen Kirche wurde. In dem Film "Martin Luther - Petra Gerster auf den Spuren des Reformators" von Daniel Sich begibt sich die "heute"-Moderatorin an historische Schauplätze, trifft Archäologen, Kirchenhistoriker und Luther-Forscher. Gemeinsam hinterfragen sie die Anekdoten, Legenden und Mythen, die Luther bis heute umgeben. Die Dokumentation ist Auftakt der ZDF-Programmanstrengungen zum Reformationsjubiläum 2017.

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