Copyright: ZDF / picture alliance/akg/ Getty Images/iStock/Milanares/ Dynamic Graphics Group
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Reformationsjubiläum 2017 im ZDF

Das ZDF präsentiert zum Reformationsjubiläum 2017 ein umfangreiches Programmangebot mit zahlreichen Highlights. ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut: "Die Reformation vor 500 Jahren hat eine zentrale Bedeutung für die europäische Freiheitsgeschichte. Sie ist nicht nur als historisches Ereignis zu bewerten, ihre Impulse für den Glauben und das Leben vieler Menschen reichen bis in die Gegenwart."

  • ZDF, Herbst 2017

Texte

Reformation entdecken
Von ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut

Die Welt würde anders aussehen, hätte es dieses Ereignis nicht gegeben. Die Veröffentlichung der 95 Thesen durch Martin Luther am 31. Oktober 1517 war der Auftakt für einen tiefgreifenden Wandel mit Folgen für Religion, Gesellschaft und Politik. Die Reformation ist nicht nur als historisches Ereignis zu bewerten, ihre Impulse für den Glauben und das Leben reichen bis in die Gegenwart. Deshalb nimmt das ZDF die Zeit der Reformation mit einem großen Programmangebot in den Blick.

Wenn wir nach den Grundlagen unserer Demokratie wie Gewis­sens- und Glaubensfreiheit fragen, dann begegnen wir auch jenem Mönch, der sich vor den damaligen staatlichen und kirch­lichen Autoritäten auf sein Gewissen und seinen Glauben berufen hat. Plötzlich rückten Gewissensentscheidung und Eigenverant­wortlichkeit des Einzelnen in den Mittelpunkt und wurden Teil einer neuen Freiheitsgeschichte.

In Zeiten von Fake News und "alternativen Fakten" lohnt es, sich mit Luther und seiner Zeit zu beschäftigen. Die Devise der Reformatoren hieß: "Zurück zu den Quellen!" Bloße Behauptun­gen und eigennützige Interpretationen reichen nicht mehr. Luther übersetzte die Bibel ins Deutsche und verfasste einen großen Teil seiner Flugschriften auf Deutsch. Er wollte, dass die Menschen mündig werden. Sie sollten selbst lesen, verstehen und entschei­den. Das war ein starker Impuls für die demokratische Meinungs­bildung, denn Wissen ist schließlich die wichtigste Voraussetzung für Wählen.

Ein Blick auf unsere Landkarte mit den Bundesländern zeigt, wie weit die Auswirkungen der Reformation reichen. Ehemalige Grenzen der Religionszugehörigkeit sind heutige Landesgrenzen. Vielfalt und föderale Struktur der Bundesrepublik wurden durch die Reformation – teilweise nach schmerzlichen Konflikten – mit in die Wege geleitet. Auch die Landkarte Europas hat sich stark verändert und Amerika wäre ohne religiös motivierte Einwande­rung nicht vorstellbar.

Die Reformation vor 500 Jahren hat eine zentrale Bedeutung für die europäische Freiheitsgeschichte. Ihre Auswirkungen bestim­men unser Zusammenleben bis heute. Wer dies entdecken möchte, der kann das engagierte Programmangebot des ZDF nutzen. Mit Dokumentationen, einem Fernsehfilm, Live-Übertra­gungen und aktueller Berichterstattung will das ZDF einem Ereignis gerecht werden, das die Welt verändert hat.

Er wollte mit Sprache Mitsprache ermöglichen
Von Dr. Reinold Hartmann, Redaktionsleiter Kirche und Leben evangelisch

Videointerview mit Dr. Reinold Hartmann, Leiter der Redaktion Kirche und Leben evangelisch

Heute gibt es über 400 Millionen Protestanten weltweit, allein in Deutschland über 22 Millionen. Die Reformation ist ein Ereignis, das uns entscheidend geprägt hat. Es lohnt sich deshalb, hinzu­schauen und zu fragen: Was hat heute Bestand? Was hat uns der Hauptakteur noch zu sagen?

Luther und die Medien

Luther war ein gewiefter Medienmensch und er wusste, ohne PR in eigener Sache geht wenig. Dafür nutzte er den Buchdruck und die Portraits, die Bilder. Der gerade erfundene Buchdruck ermög­lichte das erste Massenmedium der Menschheitsgeschichte und Luther wusste das sehr gut zu nutzen. Seine Flugschriften hatten bis 1525 eine Auflage von über zwei Millionen – das ist mächtig. Heute würde er sicherlich twittern, bloggen oder chatten. Er war ein Star. Darüber hinaus war er einer der meist portraitierten Menschen seiner Zeit. Die Werkstatt von Lucas Cranach produ­zierte seine Portraits in Serie.

Luther und die Sprache

Ein Thema, das uns heute unmittelbar betrifft, ist Luther und die deutsche Sprache. Luther hat die Bibel ins Deutsche übersetzt und damit die Sprache entscheidend geformt, aber auch verein­heitlicht. Über das Dolmetschen, wie er seine Übersetzung nannte, sagte er: "Man muss dem Volk aufs Maul schauen, zur Mutter in die Küche gehen, zum Kind auf die Gasse und zum Mann auf den Markt und ihnen dort aufs Maul schauen." Und er hat wunderbare Neuschöpfungen der Sprache geschaffen: Worte und Wendungen wie "Nächstenliebe" oder "Friedfertigkeit" oder "Stein des Ansto­ßes" oder "mit Blindheit geschlagen".

Er wollte mit Sprache Mitsprache ermöglichen. Er wollte den Menschen die Möglichkeit geben, selbst nachzulesen, selbst Argumente nachzuvollziehen und selbst zu entscheiden – das ist Mitsprache. Damit hat er das Meinungsmonopol der Mächtigen gebrochen, das bis dahin Sache der Fürsten und Kirchenfürsten war. Das hat etwas Aufklärerisches und Demokratisches.

Staat und Kirche

Heute fragen wir uns oft, wo die Trennung zwischen Staat und Kirche liegt. Einen Fingerzeig kann uns Luther geben. Er hat damals unterschieden zwischen dem inneren Menschen, zwischen dem, was ihn im Innersten angeht, also dem religiösen Bereich. Dafür ist die Kirche, dafür ist Gott zuständig. Und dem äußeren Menschen, da ist der Mensch den Gesetzen verpflichtet und ist gesellschaftlicher Mensch. Dafür ist die Politik zuständig. Einmischung war bei Luther nicht vorgesehen, dass sich etwa die Politik in die Religion einmischte oder die Religion in die Politik. Faktisch lief es in der Geschichte der Reformation dann anders. Aber Luther war überzeugt, dass es diese Trennung gäbe. Und sie ist hilfreich auch in heutigen Diskussionen, beispielsweise wenn streng religiöse oder islamistische Gruppierungen religiöses über staatliches Recht setzen wollen.

Luther und das Gewissen

Luther spricht uns auch heute an, mit einem Satz wie: "Ich bin nur meinem Gewissen verpflichtet." Wo ist der innere Kompass? Das ist die Frage für viele von uns heute. Bei der Suche nach einer Antwort führt kaum ein Weg an Luthers Auftritt in Worms vor dem Kaiser vorbei. Er war aufgerufen worden, seine Schriften zu widerrufen. Und er sagte: "Ich kann das mit meinem Gewissen nicht vereinbaren" – später hieß es: "Hier stehe ich und kann nicht anders." Ein wenig anders hat er es formuliert, aber Kern war diese Gewissensfreiheit, auf die er sich berief, und das war ein Schritt in die Moderne. Sicherlich, Luther konnte sich ein Gewissen ganz ohne Gott nicht vorstellen, aber dennoch: Luthers Berufung auf das Gewissen – gegen staatliche und kirchliche Autoritäten – war ein großer Schritt zur Stärkung des Individuums im Hinblick auf seine Gewissens- und Glaubensfreiheit. Damit ragt Luther weit in das nächste Jahrtausend, in unser Jahrhundert hinein.

Luther und die Frauen

In gewisser Weise war Luther ein Frauenbefreier. Damals galten das religiöse Ideal der Jungfräulichkeit bei den Nonnen und das des Zölibats bei den Mönchen und Priestern. Aber für Luther war Sexualität in der Ehe Normalität. Er selbst, ehemaliger Mönch, hat eine ehemalige Nonne geheiratet. Damit hat er die Ehe aufgewertet. Das Eheverständnis war damals anders, deshalb war es aus der Zeit heraus gesehen schon ein großer Fortschritt und aus heutiger Sicht ein Schritt in Richtung Emanzipation. Es ist kein Zufall, dass gerade in der Evangelischen Kirche Frauen Pfarrerinnen werden können.

Schattenseiten

Wenn wir Luther und seine Äußerung betrachten, dann gibt es auch Schattenseiten. Da ist sein Verhältnis zu den Juden. Gerade der späte Luther hat sich inakzeptabel über Juden geäußert: Dass man sie vertreiben solle, dass man ihre Synagogen anbrennen solle. Die Evangelische Kirche hat sich mittlerweile klar davon distanziert.

Ein anderer kritischer Punkt ist Luthers Verhältnis zu den Bauern, die sich auf seine Lehre im Bauernkrieg beriefen und sinngemäß sagten: "Wir sind auch befreit in Christus, das hast du, Luther, uns doch immer gelehrt". Aber er distanzierte sich von ihnen. Luther hat die Fürsten aufgefordert, die Bauern zu erschlagen und damit Schuld auch auf sich genommen.

Fazit

Luther ist eine zwiespältige Gestalt, mit viel Licht, aber auch Schatten. Die Folgen seines wirkungsmächtigen Auftritts vor 500 Jahren betreffen uns heute noch. Die Reformation ist zwar ohne Luther nicht denkbar, aber sie ist mehr als das. Sie hat sich emanzipiert, wurde ein Geschehen mit anderen Protagonisten und unvorhersehbarem Ausgang. Auch davon erzählen wir in unserem umfangreichen Programmangebot zur Reformation, von den Schüsselmomenten der Geschichte ebenso wie von den Folgen dieser aufwühlenden Epoche. Ohne die Reformation hätte die Gesellschaft ein anderes Gesicht, 500 Jahre danach.

Zwischen Himmel und Hölle

Montag, 30. Oktober 2017, 20.15 Uhr
Zwischen Himmel und Hölle
Historischer Fernsehfilm

Buch_____Stefan Dähnert und Marianne Wendt nach einer Idee von Kai Hafemeister
Regie_____Uwe Janson
Kamera_____Michael Wiesweg
Schnitt_____Melania Singer, Sabine Brose
Musik_____Michael Klaukien, Andreas Lonardoni
Szenenbild_____Ettore Guerrieri
Kostümbild_____Janne Birck
Maskenbild_____Jens Bartram
Ton_____Tomáš Bělohradský
Casting_____Nina Haun
Herstellungsleitung_____Tim Greve
Creative Producer_____Martin Bromber
Koproduzent_____Michal Pokorný
Produzenten_____Benjamin Benedict, Joachim Kosack
Redaktion_____Solveig Cornelisen
Länge_____ca. 165 Minuten

ZDF-Auftragsproduktion der UFA Fiction mit Förderung des tschechischen Staatsfonds der Kinematografie-Filmförderung. Koproduzent ist MIA FILM

Rollen und ihre Darsteller
Martin Luther_____Maximilian Brückner
Thomas Müntzer_____Jan Krauter
Andreas Bodenstein_____Johannes Klaußner
Katharina von Bora_____Frida-Lovisa Hamann
Ottilie Müntzer_____Aylin Tezel
Erzbischof Albrecht_____Joachim Król
Hartmann_____Armin Rohde
Kurfürst Friedrich_____Rüdiger Vogler
Georg Spalatin_____Fabian Hinrichs
Lucas Cranach_____Christoph Maria Herbst
Barbara Cranach_____Anna Schudt
Jakob Fugger_____Peter Lerchbaumer
Äbtissin_____Johanna Gastdorf
Hieronymus_____Maximilian Ehrenreich
Graf von Mansfeld_____Patrick von Blume
Henne Gentzel_____Gode Benedix
Domherr Eck_____Arnd Klawitter
Kaiser Karl V._____Jim Deddes
Pedell_____Tom Jahn
Meenzer Mädsche_____Georgia Lautner
u.a.

Inhalt
Martin Luther schlägt vor 500 Jahren seine 95 Thesen an und stellt damit die Welt auf den Kopf. „Zwischen Himmel und Hölle“ erzählt, wie aus dem Mönch in Wittenberg die prägende Gestalt der Reformation wird. Kaum sind die Thesen gegen den Ablass in der Welt, lösen sie ein politisches Beben aus. Mit seiner scharfen Kritik macht sich Luther mächtige Feinde. Die Kirche schlägt zurück und exkommuniziert ihn. Doch Luther hat noch eine Chance – der Kaiser soll entscheiden, ob Luther Recht hat oder ein Ketzer ist. Die Welt schaut nach Worms, wo Luther seine Thesen widerrufen soll. Wird er auf dem Reichstag zu dem stehen, was er glaubt, auch wenn es für ihn das Todesurteil bedeuten kann?

Luther kann sich auf seine Gefährten verlassen – auf Thomas Müntzer, seinen Freund und Bruder im Geiste, und auf Bodenstein,  seinen Professorenkollegen an der Universität in Wittenberg. Zu ihnen stoßen die entlaufenen Nonnen Ottilie von Gersen und Katharina von Bora. Beide Frauen verbindet bald mehr mit den Reformatoren als der Glaube an einen gnädigen Gott. 

Doch in Worms steht Luther allein und findet schließlich den Mut, dem Kaiser und der Kirche die Stirn zu bieten. Die Reformation ist nicht mehr aufzuhalten, auch wenn Luther vorerst untertauchen muss. Im Versteck auf der Wartburg beginnt er das nächste Mammutprojekt: Er übersetzt das Neue Testament, damit jeder die Bibel lesen kann. Als sich seine Mitstreiter Müntzer und Bodenstein jedoch radikalisieren, verlässt Luther die sichere Burg. Thomas Müntzer will Gerechtigkeit für die entrechteten Bauern und wird zu ihrem Anführer gegen die Fürsten. Luther hingegen will mit dem Wort überzeugen und die Landesfürsten für seine Ideen begeistern. Die Botschaft der Reformation von der Freiheit des Menschen führt die beiden Freunde auf unversöhnliche Wege. Sie werden erbitterte Feinde auf Leben und Tod. 

Martin Luther ist kein einfacher Held. "Zwischen Himmel und Hölle" versucht, ihn in seiner Widersprüchlichkeit zu fassen und die Reformation als eine vielstimmige Bewegung zu erzählen. Die Reformatoren haben Mut bewiesen, als sie die geltenden Werte und Hierarchien in Frage gestellt haben. Eine religiös durchdrungene, feudale Gesellschaft mit dem Konzept von Freiheit und Gnade zu konfrontieren, hat einen Funken geschlagen, der bis heute unser Verhältnis zur Welt und zu Gott bestimmt. Die Reformation bleibt keine theologische Bewegung, sie verändert die Machtverhältnisse entscheidend. "Zwischen Himmel und Hölle" erzählt damit von persönlichen Gewissenskonflikten, die weit über das eigene Leben und die eigene Zeit hinaus wirken.

Das Luther-Tribunal. Zehn Tage im April

Dienstag, 31. Oktober 2017, 20.15 Uhr
Das Luther-Tribunal. Zehn Tage im April

Buch_____Friedel Klütsch
Regie_____Christian Twente
Kamera______Martin Christ
Schnitt_____Ramin Sabeti
Wissenschaftliche Beratung_____Prof. Heinz Schilling
Produktionsleitung_____Eva Pilling (NFP), Carola Ulrich (ZDF)
Producer_____Christian Erhardt (NFP), Stefan Mausbach (ZDF)
Produzent_____Clemens Schaeffer
Redaktion_____Reinold Hartmann (ZDF-Kirche und Leben, evang.), Stefan Brauburger (ZDF-Zeitgeschichte)
Sendelänge_____90 Minuten

ZDF-Auftragsproduktion der NFP/Neue Film Produktion , Berlin

Die Rollen und ihre Darsteller
Martin Luther_____Roman Knižka
Friedrich von Sachsen_____Bernd Stegemann
Hieronymus Aleander_____Alexander Beyer
Johann von der Ecken_____Holger Daemgen
Kaiser Karl V_____Mateusz Dopieralski
u.a.

Inhalt
Zunächst war er nur ein einfacher Mönch und Gelehrter. Er verurteilte die römische Amtskirche, betonte, dass keine Macht der Welt zwischen Gott und dem Menschen stehe und dass allein der Herr im Himmel Gnade spenden könne. Er wetterte gegen kleri­kale Anmaßung, erklärte die Heilige Schrift zum alleinigen Maß­stab. Damit legte er die Axt an die bestehende Ordnung und forderte die Herrschenden heraus. In Worms sollte er widerrufen, vor Kaiser und Reich. Die damals mächtigsten Männer auf deut­schem Boden hatten sich Mitte April 1521 in der Domstadt zum Reichstag versammelt. Dem historischen Geschehen widmet das ZDF ein 90-minütiges Dokudrama.

Was sich in Worms ereignete, zählt zu den Schlüsselmomenten deutscher Geschichte, hatte die Anmutung eines klassischen Dramas: David gegen Goliath, der Mönch, Professor und Prediger aus Wittenberg von Angesicht zu Angesicht mit einem der mäch­tigsten Männer der Welt: Kaiser Karl V. aus dem Geschlecht der Habsburger, der über viele Königtümer rund um den halben Erd­ball herrschte. In Worms hält die Weltgeschichte für einen Moment den Atem an: der Kaiser gegen den Mönch! In dieser Begegnung kulminieren die Gegensätze dieser Zeit.

Und das Ergebnis? Luther übersteht die entscheidende Prüfung seines Lebens, obwohl der Kaiser die Reichsacht über ihn ver­hängt und ihn für vogelfrei erklärt. Landesherr Friedrich der Weise stellt den Glaubensrebellen unter seinen Schutz. Die Reformation nimmt ihren Lauf, wird die Welt verändern. Ob Fürsten oder Stände, Bauern oder Bürger der Städte, sie sahen in ihm einen Hoffnungsträger oder auch ein Instrument, für die Befreiung von kirchlicher und politischer Erstarrung, von Bevor­mun­dung und Ausbeutung durch Rom. Der Film rekonstruiert nicht nur die dramatischen Stunden vor der Versammlung der Mächtigen, er führt auch vor Augen, warum der ungleiche Kampf ausging wie er ausging. Wie Luther zur Figur einer Zeitenwende wurde.

Das Dokudrama "Das Luther-Tribunal. Zehn Tage im April" lädt den Zuschauer ein, den historischen Moment nachzuerleben und seine Bedingungen zu verstehen. Gleichzeitig ist es eine moderne Geschichte. Denn es ist der Einzelne, der sich von Zwängen befreit und für seine Überzeugung einsteht. Dabei beruft er sich auf sein Gewissen und seinen Glauben.

Der zeitliche Rahmen des Films wird durch Ankunft und Abreise Luthers gesetzt, jene zehn Tage im April 1521, sie bilden den dramaturgischen Leitfaden. Mittelpunkt der Inszenierungen ist der Prozess selbst, der historisch hervorragend belegt ist. Die Innen­stadt von Worms füllte sich zur Zeit des Reichstags mit tausenden Menschen, mit mehr als doppelt so vielen wie sonst dort lebten. Die Szenerie wird als räumliches Computermodell rekonstruiert. Virtuelle Kameraflüge führen zu den Schauplätzen des Gesche­hens. Führende Luther-Experten bringen den neuesten Forschungsstand in das Projekt ein, das gemeinsam von den Redaktionen Kirche und Leben evangelisch und Zeitgeschichte betreut wird.

LUTHER - Das Projekt der 1000 Stimmen

Dienstag, 31. Oktober 2017, 22.15 Uhr

Musikalisches Highlight des Reformationsjubiläums ist "Luther – Das Projekt der 1000 Stimmen". Das populäre Musikprojekt mit Chören aus ganz Deutschland, stammt aus der Feder des Erfolgsduos Michael Kunze (Librettist) und Dieter Falk (Kompo­nist). 2017 ist das stimmgewaltige Projekt auf Deutschland-Tour­nee. Das ZDF überträgt die Abschlussveranstaltung aus der Ber­liner Mercedes-Benz-Arena. Über 10.000 Besucher werden vor Ort erwartet, darunter hochrangige Gäste aus Politik und Kirche.

Im Mittelpunkt der Handlung steht das Leben und Wirken Martin Luthers, der vor dem Reichstag zu Worms aufgefordert ist, seine kirchenkritischen Aussagen zu widerrufen. In Rückblenden und Ausblicken rund um das Geschehen erzählt das Stück Luthers Ringen um die biblische Wahrheit und von seinem Kampf gegen Obrigkeit und Kirche.

Herzstück der Unterhaltungsshow bildet ein großer Chor, bei dem 4000 Sängerinnen und Sänger aus ganz Deutschland mitwirken – unterschiedlichen Glaubens, Nationalität und Alters. Gemeinsam mit einem Symphonieorchester, einer Rockband und Musicalstars werden die Chöre optisch wie akustisch für Gänsehautmomente sorgen und das Musikprojekt zu einem unvergleichlichen Erlebnis machen. Eingebettet in eine moderne Musicalinszenierung, die auf ein starres Bühnenbild und historische Kleidung verzichtet, verbindet "Luther" Generationen und Konfessionen.

Als Paten des Projekts fungieren Dr. Eckart von Hirschhausen und Dr. Margot Käßmann.

Ausrichter der Veranstaltung ist die Stiftung Creative Kirche in Kooperation mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und den Evangelischen Landeskirchen.

Weitere Sendungen der ZDF-Programmfamilie

Die evangelischen ZDF-Fernsehgottesdienste im Jahr 2017 stehen ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums. Informationen zu allen Gottesdiensten im ZDF 2017 unter http://zdf.fernsehgottesdienst.de/archiv/2017

KiKA zeigt den Jugend- und Familienfilm "Storm und der verbotene Brief": Der Vater des zwölfjährigen Storm druckt heimlich einen Brief Martin Luthers mit dessen kritischen Thesen zur Situ­ation der Kirche. Als er verraten und verhaftet wird, kann Storm mit der Druckplatte fliehen und den Brief Luthers selbst drucken und verteilen. Mit der Veröffentlichung löst er einen Aufstand aus und kann so das Leben seines Vaters retten.

ZDFinfo plant im Umfeld des Reformationstags ein Themenwo­chenende zu den Themenfeldern Glaube, Reformation, Mittelalter und Glaubenskriege. Ein Highlight darunter ist die 30-minütige Dokumentation "Martin Luther – Wegbereiter der Moderne" in der Reihe "God's Cloud". Luthers Rede auf dem Wormser Reichstag zeichnet ihn aus als einen Menschen, der sich allein seinem Ge­wissen und Glauben verpflichtet sah. Damit hat er den Weg frei gemacht zu einem modernen Denken und kann als Wegbereiter der deutschen Aufklärung verstanden werden, indem er schon 200 Jahre zuvor einen wesentlichen Anstoß zur Befreiung des individuellen Gewissens gab. Die Dokumentation veranschaulicht den Entwicklungsprozess Martin Luthers und geht der Frage nach, welche Erkenntnisse ausschlaggebend für ihn waren. Weitere Infos unter https://godscloud.zdf.de/artikel/martin_luther.

ZDFneo vertieft das Thema Reformation und die Zeit Luthers mit einem Doku-Schwerpunkt.

ARTE-Programm zu 500 Jahre Reformation

Samstag, 24. Juni 2017, ab 20.15 Uhr

Zeitenwende – Die Renaissance
Zweiteilige Dokumentation von Martin Papirowski

WDR/ARTE, Stein Filmproduktion

Deutschland/Italien/Frankreich 2016, 2x52 Minuten
Erstausstrahlung

Im 14. Jahrhundert setzt eine wirtschaftliche, wissenschaftliche, technische, gesellschaftliche, religiöse, soziale und kulturelle Entwicklung ein, die einzigartig in der Geschichte ist: die Renais­sance. Die zweiteilige Dokumentation fahndet nach den Faktoren.

 

Juli/August 2017

Luthers Gesänge – Hier spielt die Musik!
Dokumentation von Günther Klein

ZDF/ARTE, Ifage Filmproduktion

Deutschland 2016, 52 Minuten
Erstausstrahlung

Der Film zeigt die revolutionäre und historisch bedeutsame Kraft von "Luthers Gesängen".

 

Samstag, 14. Oktober 2017

Gutenberg – Genie und Geschäftsmann
Doku-Drama von Marc Jampolski

ZDF/ARTE FRANCE/ORF, Seppia/Mischief Films/CFRT

Frankreich 2016, 90 Minuten
Erstausstrahlung

Gutenbergs Erfindung bahnte im 15. Jahrhundert den Weg in unsere Informations- und Wissensgesellschaft, wie wir sie heute kennen. Ohne sie wäre die rasche Verbreitung revolutionärer neuer Ideen, etwa derjenigen der Reformation, nicht möglich gewesen. Wie die Erfindung des Rades und in unseren Tagen vielleicht des Internets hat Gutenbergs Werk den Kurs der Ge­schichte in eine neue Richtung gelenkt.

Phoenix-Programm zu 500 Jahre Reformation

Auf Phoenix wird das Reformationsjubiläum ganzjährig mit thematischen Dokumentationen begleitet. Ein Highlight darunter ist:

Ostersonntag, 16. April 2017, 20.15 Uhr

Mitteldeutschland von oben – Das Lutherland

Film von Tom Lemke, Joachim Günther, MDR 2016, 90 Minuten

Wittenberg, die Wartburg, Leipzig, Erfurt, Eisleben – es sind die bekanntesten, aber nur einige wenige der Orte in Mitteldeutsch­land, die mit Martin Luther aufs Engste verbunden sind. Im heuti­gen Sachsen-Anhalt, in Thüringen und Sachsen hat er vor 500 Jahren gelebt, gewirkt und die Welt verändert. Von den damaligen politischen und kulturellen Verhältnissen wurden Luther und sein Werk dabei ebenso geprägt wie von den mitteldeutschen Orten und Landschaften. Sie waren seine Heimat so wie sie die der Menschen ist, die heute in Mitteldeutschland leben. Doch nicht nur die gemeinsame Heimat verbindet über die Jahrhunderte hin­weg. Auch Luthers Ideen prägen das Leben der Menschen hier bis heute auf besondere Weise.

Wie das alles Mitteldeutschland zum "Lutherland" macht, erzählt der Film in faszinierenden Bildern und mit sehr persönlichen Geschichten. Mit atemberaubenden Einstellungen aus der Luft, zeigt der Film die Schönheit und Vielfalt, die Mitteldeutschland damals wie heute besonders machten und machen. Er stellt zahlreiche Menschen vor und erzählt, dass vor allem sie es sind, die diese Region bis heute zu Luthers Land machen und seine Ideen in unsere Zeit tragen.

Der Schauspieler Thomas Thieme, gebürtiger Weimarer und dem Sprach-Reformator Luther eng verbunden, führt einfühlsam und mit persönlichem Blick durch den Film.

Der Film in der MDR-Mediathek: http://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/c/video-58216.html

Bereits im ZDF gesendet

Terra X: Der große Anfang - 500 Jahre Reformation
Dreiteilige Dokumentation mit Harald Lesch

Karfreitag, 14. April, Ostersonntag, 16. April, Ostermontag, 17. April 2017, jeweils 19.30 Uhr

Moderator Harald Lesch ordnet die Reformation historisch ein und fragt nach ihren Auswirkungen bis heute. Autor Ingo Helm zeichnet ein spannendes Panorama vom späten Mittelalter bis zu den Anfängen der USA. In aufwändigen Spielszenen, die eng an authentische Quellen angelehnt sind und gängige Luther-Klischees vermeiden, inszeniert Regisseur Andreas Sawall den Reformator so lebendig, dass er als Person greifbar wird. Im ersten Teil, "Der Funke", wandert Harald Lesch über die Alpen - wie einst der junge Augustinereremit Martin Luther 1510. Im zweiten Teil, "Die Explosion", folgt Harald Lesch der Spur des Geldes zu Luthers Zeiten. Welche Rolle spielen das Streben nach Reichtum, die Macht der Herrschenden, der Kirche und des Papstes? Im dritten Teil, "Das Feuer", geht es um die Folgen der Reformation, die bis nach England und Amerika reichen. Der Glaube vieler Menschen verändert sich und mit ihm die Lebensgeschichten und die Landkarte Europas.

Im Zeichen der Reformation: evangelische Gottesdienste 2017 im ZDF

Die evangelischen ZDF-Fernsehgottesdienste im Jahr 2017 stehen ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums. Kernaussagen der Reformation und ihre Bedeutung für die Gegenwart stehen im Mittelpunkt der ersten vier Gottesdienste am Jahresbeginn.

"Sola scriptura - allein aufgrund der Schrift": Der Fernsehgottesdienst aus der Peterskirche in Weinheim am Sonntag, 29. Januar 2017, 9.30 Uhr, beschäftigt sich mit der Bewertung der Bibel durch die Reformatoren. Für Martin Luther stand die Heilige Schrift an erster Stelle, denn sie enthält das Evangelium von Jesus Christus. Und auch heute scheint die Nachfrage nach der Luther-Bibel groß: Bereits nach drei Wochen war die neue Ausgabe vergriffen.

"Sola gratia - allein aus Gnaden" ist ein weiterer zentraler Begriff der Reformation. Gnade ist ein Geschenk Gottes, das man sich nicht verdienen muss. Die Hamburger St.-Pauli-Kirche liegt nicht weit vom Rotlichtmilieu entfernt. Was bedeutet Gnade für die Menschen auf dem Kiez? Für den Gottesdienst am Sonntag, 12. Februar 2017, 9.30 Uhr, startete Pastor Martin Paulekun eine Umfrage.

"Solus christus - allein Christus" lautete die Antwort der Reformatoren auf die Lebensängste der Menschen ihrer Zeit. Warum dieser Satz auch heute noch gültig ist, beleuchtet der Vorsitzende des Rates der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, in seiner Predigt am Sonntag, 26. Februar 2017, 9.30 Uhr, in der Münchener Christuskirche.

"Sola fide - allein durch Glauben" war Thema des Gottesdiensts aus Lehrte mit Landesbischof Ralf Meister am Sonntag, 15. Januar 2017, 9.30 Uhr.

"500 Jahre Reformation - Start ins Jubiläumsjahr" / ZDF überträgt Festakt mit Joachim Gauck und Gottesdienst mit Margot Käßmann

Oktober 2016

Zum Auftakt des Lutherjahres 2017 überträgt das ZDF am Reformationstag, Montag, 31. Oktober 2016, 17.10 Uhr, live den Festakt im Konzerthaus Berlin. Hauptredner ist Bundespräsident Joachim Gauck. Es kommentiert Martin Cordes. Anschließend, um 18.30 Uhr, begibt sich Petra Gerster in der Dokumentation "Martin Luther" von Daniel Sich noch einmal auf die Spuren des Reformators. Bereits um 12.45 Uhr begegnet Dietrich Grönemeyer in seiner Sendung "Leben ist mehr!" Menschen, die ihr altes Leben gegen ein neues getauscht und dabei oft auf vermeintlich wichtige Dinge verzichtet haben. Dabei wird deutlich, wie schwer ein so großer Schritt ist, sich ein Neuanfang aber lohnen kann. Der ehemalige Bankmanager Thomas Laux und die ehemalige Designmanagerin und Kommunikationsberaterin Sybilla Pütz lassen Grönemeyer an ihrem neuen Leben teilhaben und blicken gemeinsam mit ihm zurück auf ihr altes. Den Festgottesdienst aus Eisenach zum Auftakt des 500. Reformationsjubiläums mit dem EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm am Sonntag, 30. Oktober 2016, 9.30 Uhr, überträgt das ZDF live. Es predigt Reformationsbotschafterin Margot Käßmann, am Gottesdienst wirken die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, und der frühere Thüringer Landesbischof Christoph Kähler mit. Eine aufwendige Neuüberarbeitung der Lutherbibel wird der Öffentlichkeit vorgestellt.

Martin Luther - Petra Gerster auf den Spuren des Reformators

Ostern 2016

Auf die Spuren des Reformators Martin Luther begibt sich Petra Gerster am Sonntag, 25. März 2016, um 19.30 Uhr. Zahllose Legenden kreisen um den Mönch aus Wittenberg, der sich mit der römisch-katholischen Kirche anlegte und dabei, ohne es zu tatsächlich zu wollen, selbst zum Gründer einer neuen Kirche wurde. In dem Film "Martin Luther - Petra Gerster auf den Spuren des Reformators" von Daniel Sich begibt sich die "heute"-Moderatorin an historische Schauplätze, trifft Archäologen, Kirchenhistoriker und Luther-Forscher. Gemeinsam hinterfragen sie die Anekdoten, Legenden und Mythen, die Luther bis heute umgeben. Die Dokumentation ist Auftakt der ZDF-Programmanstrengungen zum Reformationsjubiläum 2017.

Auf die 

Fotos

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 - 701 6100, oder über https://presseportal.zdf.de/presse/reformation

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