Copyright: ZDF / picture alliance/akg/ Getty Images/iStock/Milanares/ Dynamic Graphics Group
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Reformationsjubiläum 2017 im ZDF

Das ZDF präsentiert zum Reformationsjubiläum 2017 ein umfangreiches Programmangebot mit zahlreichen Highlights. Den Auftakt macht an Ostern die dreiteilige Dokumentation "Der große Anfang - 500 Jahre Reformation" mit Harald Lesch.

ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut: "Die Reformation vor 500 Jahren hat eine zentrale Bedeutung für die europäische Freiheitsgeschichte. Sie ist nicht nur als historisches Ereignis zu bewerten, ihre Impulse für den Glauben und das Leben vieler Menschen reichen bis in die Gegenwart."

  • ZDF, Ostern 2017 / Herbst 2017

Texte

Reformation entdecken
Von ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut

Die Welt würde anders aussehen, hätte es dieses Ereignis nicht gegeben. Die Veröffentlichung der 95 Thesen durch Martin Luther am 31. Oktober 1517 war der Auftakt für einen tiefgreifenden Wandel mit Folgen für Religion, Gesellschaft und Politik. Die Reformation ist nicht nur als historisches Ereignis zu bewerten, ihre Impulse für den Glauben und das Leben reichen bis in die Gegenwart. Deshalb nimmt das ZDF die Zeit der Reformation mit einem großen Programmangebot in den Blick.

Wenn wir nach den Grundlagen unserer Demokratie wie Gewis­sens- und Glaubensfreiheit fragen, dann begegnen wir auch jenem Mönch, der sich vor den damaligen staatlichen und kirch­lichen Autoritäten auf sein Gewissen und seinen Glauben berufen hat. Plötzlich rückten Gewissensentscheidung und Eigenverant­wortlichkeit des Einzelnen in den Mittelpunkt und wurden Teil einer neuen Freiheitsgeschichte.

In Zeiten von Fake News und "alternativen Fakten" lohnt es, sich mit Luther und seiner Zeit zu beschäftigen. Die Devise der Reformatoren hieß: "Zurück zu den Quellen!" Bloße Behauptun­gen und eigennützige Interpretationen reichen nicht mehr. Luther übersetzte die Bibel ins Deutsche und verfasste einen großen Teil seiner Flugschriften auf Deutsch. Er wollte, dass die Menschen mündig werden. Sie sollten selbst lesen, verstehen und entschei­den. Das war ein starker Impuls für die demokratische Meinungs­bildung, denn Wissen ist schließlich die wichtigste Voraussetzung für Wählen.

Ein Blick auf unsere Landkarte mit den Bundesländern zeigt, wie weit die Auswirkungen der Reformation reichen. Ehemalige Grenzen der Religionszugehörigkeit sind heutige Landesgrenzen. Vielfalt und föderale Struktur der Bundesrepublik wurden durch die Reformation – teilweise nach schmerzlichen Konflikten – mit in die Wege geleitet. Auch die Landkarte Europas hat sich stark verändert und Amerika wäre ohne religiös motivierte Einwande­rung nicht vorstellbar.

Die Reformation vor 500 Jahren hat eine zentrale Bedeutung für die europäische Freiheitsgeschichte. Ihre Auswirkungen bestim­men unser Zusammenleben bis heute. Wer dies entdecken möchte, der kann das engagierte Programmangebot des ZDF nutzen. Mit Dokumentationen, einem Fernsehfilm, Live-Übertra­gungen und aktueller Berichterstattung will das ZDF einem Ereignis gerecht werden, das die Welt verändert hat.

Er wollte mit Sprache Mitsprache ermöglichen
Von Dr. Reinold Hartmann, Redaktionsleiter Kirche und Leben evangelisch

Videointerview mit Dr. Reinold Hartmann, Leiter der Redaktion Kirche und Leben evangelisch

Heute gibt es über 400 Millionen Protestanten weltweit, allein in Deutschland über 22 Millionen. Die Reformation ist ein Ereignis, das uns entscheidend geprägt hat. Es lohnt sich deshalb, hinzu­schauen und zu fragen: Was hat heute Bestand? Was hat uns der Hauptakteur noch zu sagen?

Luther und die Medien

Luther war ein gewiefter Medienmensch und er wusste, ohne PR in eigener Sache geht wenig. Dafür nutzte er den Buchdruck und die Portraits, die Bilder. Der gerade erfundene Buchdruck ermög­lichte das erste Massenmedium der Menschheitsgeschichte und Luther wusste das sehr gut zu nutzen. Seine Flugschriften hatten bis 1525 eine Auflage von über zwei Millionen – das ist mächtig. Heute würde er sicherlich twittern, bloggen oder chatten. Er war ein Star. Darüber hinaus war er einer der meist portraitierten Menschen seiner Zeit. Die Werkstatt von Lucas Cranach produ­zierte seine Portraits in Serie.

Luther und die Sprache

Ein Thema, das uns heute unmittelbar betrifft, ist Luther und die deutsche Sprache. Luther hat die Bibel ins Deutsche übersetzt und damit die Sprache entscheidend geformt, aber auch verein­heitlicht. Über das Dolmetschen, wie er seine Übersetzung nannte, sagte er: "Man muss dem Volk aufs Maul schauen, zur Mutter in die Küche gehen, zum Kind auf die Gasse und zum Mann auf den Markt und ihnen dort aufs Maul schauen." Und er hat wunderbare Neuschöpfungen der Sprache geschaffen: Worte und Wendungen wie "Nächstenliebe" oder "Friedfertigkeit" oder "Stein des Ansto­ßes" oder "mit Blindheit geschlagen".

Er wollte mit Sprache Mitsprache ermöglichen. Er wollte den Menschen die Möglichkeit geben, selbst nachzulesen, selbst Argumente nachzuvollziehen und selbst zu entscheiden – das ist Mitsprache. Damit hat er das Meinungsmonopol der Mächtigen gebrochen, das bis dahin Sache der Fürsten und Kirchenfürsten war. Das hat etwas Aufklärerisches und Demokratisches.

Staat und Kirche

Heute fragen wir uns oft, wo die Trennung zwischen Staat und Kirche liegt. Einen Fingerzeig kann uns Luther geben. Er hat damals unterschieden zwischen dem inneren Menschen, zwischen dem, was ihn im Innersten angeht, also dem religiösen Bereich. Dafür ist die Kirche, dafür ist Gott zuständig. Und dem äußeren Menschen, da ist der Mensch den Gesetzen verpflichtet und ist gesellschaftlicher Mensch. Dafür ist die Politik zuständig. Einmischung war bei Luther nicht vorgesehen, dass sich etwa die Politik in die Religion einmischte oder die Religion in die Politik. Faktisch lief es in der Geschichte der Reformation dann anders. Aber Luther war überzeugt, dass es diese Trennung gäbe. Und sie ist hilfreich auch in heutigen Diskussionen, beispielsweise wenn streng religiöse oder islamistische Gruppierungen religiöses über staatliches Recht setzen wollen.

Luther und das Gewissen

Luther spricht uns auch heute an, mit einem Satz wie: "Ich bin nur meinem Gewissen verpflichtet." Wo ist der innere Kompass? Das ist die Frage für viele von uns heute. Bei der Suche nach einer Antwort führt kaum ein Weg an Luthers Auftritt in Worms vor dem Kaiser vorbei. Er war aufgerufen worden, seine Schriften zu widerrufen. Und er sagte: "Ich kann das mit meinem Gewissen nicht vereinbaren" – später hieß es: "Hier stehe ich und kann nicht anders." Ein wenig anders hat er es formuliert, aber Kern war diese Gewissensfreiheit, auf die er sich berief, und das war ein Schritt in die Moderne. Sicherlich, Luther konnte sich ein Gewissen ganz ohne Gott nicht vorstellen, aber dennoch: Luthers Berufung auf das Gewissen – gegen staatliche und kirchliche Autoritäten – war ein großer Schritt zur Stärkung des Individuums im Hinblick auf seine Gewissens- und Glaubensfreiheit. Damit ragt Luther weit in das nächste Jahrtausend, in unser Jahrhundert hinein.

Luther und die Frauen

In gewisser Weise war Luther ein Frauenbefreier. Damals galten das religiöse Ideal der Jungfräulichkeit bei den Nonnen und das des Zölibats bei den Mönchen und Priestern. Aber für Luther war Sexualität in der Ehe Normalität. Er selbst, ehemaliger Mönch, hat eine ehemalige Nonne geheiratet. Damit hat er die Ehe aufgewertet. Das Eheverständnis war damals anders, deshalb war es aus der Zeit heraus gesehen schon ein großer Fortschritt und aus heutiger Sicht ein Schritt in Richtung Emanzipation. Es ist kein Zufall, dass gerade in der Evangelischen Kirche Frauen Pfarrerinnen werden können.

Schattenseiten

Wenn wir Luther und seine Äußerung betrachten, dann gibt es auch Schattenseiten. Da ist sein Verhältnis zu den Juden. Gerade der späte Luther hat sich inakzeptabel über Juden geäußert: Dass man sie vertreiben solle, dass man ihre Synagogen anbrennen solle. Die Evangelische Kirche hat sich mittlerweile klar davon distanziert.

Ein anderer kritischer Punkt ist Luthers Verhältnis zu den Bauern, die sich auf seine Lehre im Bauernkrieg beriefen und sinngemäß sagten: "Wir sind auch befreit in Christus, das hast du, Luther, uns doch immer gelehrt". Aber er distanzierte sich von ihnen. Luther hat die Fürsten aufgefordert, die Bauern zu erschlagen und damit Schuld auch auf sich genommen.

Fazit

Luther ist eine zwiespältige Gestalt, mit viel Licht, aber auch Schatten. Die Folgen seines wirkungsmächtigen Auftritts vor 500 Jahren betreffen uns heute noch. Die Reformation ist zwar ohne Luther nicht denkbar, aber sie ist mehr als das. Sie hat sich emanzipiert, wurde ein Geschehen mit anderen Protagonisten und unvorhersehbarem Ausgang. Auch davon erzählen wir in unserem umfangreichen Programmangebot zur Reformation, von den Schüsselmomenten der Geschichte ebenso wie von den Folgen dieser aufwühlenden Epoche. Ohne die Reformation hätte die Gesellschaft ein anderes Gesicht, 500 Jahre danach.

Ostern 2017: Terra X: Der große Anfang - 500 Jahre Reformation
Dreiteilige Dokumentation mit Harald Lesch

Karfreitag, 14. April, Ostersonntag, 16. April, Ostermontag, 17. April 2017, jeweils 19.30 Uhr

Terra X: Der große Anfang – 500 Jahre Reformation
Dreiteilige Dokumentation mit Harald Lesch

Presenter: Harald Lesch
Buch: Ingo Helm
Regie: Andreas Sawall
Kamera: Hans Jakobi
Animation: Olaf Hoffmann, Cola Rérat (tricky)
Produktion: Cross Media Medienproduktion GmbH
Ausführender Produzent: Christian Drewing, Thorsten Neumann (Eikon), Volker Schmidt (IFAGE)
Produktionsleitung: Mette Gunnar (Eikon), Andrea Haas-Blenske (IFAGE)
Redaktion: Georg Graffe, Dr. Reinold Hartmann, Michaela Pilters
Länge: 3x43 Minuten

Hat Martin Luther Michelangelo getroffen? Was geschah vor 500 Jahren, in einer Epoche tiefgreifenden Wandels? Moderator Harald Lesch beschäftigt sich in der dreiteiligen Dokumentations­reihe "Der große Anfang" mit Martin Luther und den Folgen.

Vor 500 Jahren verändert sich die Welt. Amerika wird entdeckt, der Buchdruck erfunden, Banken gewinnen an Macht, die Renaissance erreicht ihren Höhepunkt – es ist eine Zeit, in der sich der Mensch neu erfindet. Martin Luther findet sich unerwartet auf der großen Bühne der Weltpolitik wieder, bewundert, gefürchtet und verhasst. Denn er bringt das uralte Machtgefüge der Kirche ins Wanken und bereitet den Weg für ein neues Denken. Hinter der Reformation versammeln sich mächtige Protagonisten dieser Zeit. Für sie kommt der rebellische Mönch aus Wittenberg wie gerufen. Luther wird zur Gallionsfigur der Erneuerer und zum Feindbild des Papstes. Denn die Thesen Martin Luthers im Oktober 1517 markieren den Beginn einer Revolution, durch die sich für die Menschen viel mehr änderte als nur das Verhältnis zur Kirche.

Die dreiteilige Reihe mit Moderator Harald Lesch zeigt, wie die Folgen der Reformation unsere Welt bis heute prägen. Warum zum Beispiel gibt es in Deutschland Bundesländer? Ist es Zufall, dass es bis heute nur einen einzigen katholischen US-Präsidenten gab? Und wieso trägt der berühmte Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. den Reformator in seinem Namen? Moderator Harald Lesch taucht in die Welt Martin Luthers ein, in eine Zeit voller Widersprüche, der ungeahnten Zusammenhänge und der Weichenstellungen, die bis heute unser Leben bestimmen.

Karfreitag, 14. April 2017, 19.30 Uhr
Teil 1 – Der Funke

Im ersten Teil "Der Funke" wandert Harald Lesch über die Alpen. Wie der junge Augustinereremit Martin Luther 1510. Der junge Mönch wird in einer wichtigen Ordensangelegenheit nach Rom geschickt. Unterwegs macht er Station in Florenz, damals ein Zentrum der Kreativität. Eine Art Kulturhauptstadt Europas. Michelangelo, Raffael, Botticelli – sie prägen ein neues Bild vom Menschen. Wollen wir nicht auch heute noch aussehen wie eine Skulptur von Michelangelo? Harald Lesch trainiert in einem Fitness-Studio und stellt fest: Diese Art von vernunftbetontem Verhalten, die Vervollkommnung der eigenen Person – das ist ein Erbe des Humanismus vor 500 Jahren.

Als Luther schließlich Rom erreicht, besteht die Ewige Stadt halb aus antikem Schutt, halb aus entstehenden Prunkbauten. Für deren Finanzierung – vor allem für den Petersdom – ziehen die Päpste damals in großem Stil Ablasshandel auf. Das wird Luther später noch beschäftigen. Sein Orden organsiert damals die Ausmalung der Sixtinischen Kapelle durch Michelangelo. Waren also Martin Luther und Michelangelo zur selben Zeit in Rom? Zwei Giganten der Weltgeschichte an einem Ort. Ohne Folgen? Der Reformator hätte nur durch eine Tür gehen müssen und hätte eines der spektakulärsten Kunstwerke der Weltgeschichte entdecken können. Harald Lesch geht in Rom der Frage nach, ob es ihn vielleicht doch beeinflusst hat?

Als Luther in Rom ist, wächst in Brüssel ein kränkelnder Junge auf, der bald ganz Europa, einschließlich aller Kolonien in Über­see, unter seiner Herrschaft vereinigen will: Mit 19 wird Karl V. Kaiser. Da ist Luther schon Revolutionär wider Willen. Von Papst Leo X. ist er gebannt. Aber Luther erweist sich als trotzig. Der Kampf beginnt.

Ostersonntag, 16. April 2017, 19.30 Uhr
Teil 2 – Die Explosion

Im zweiten Teil "Die Explosion" folgt Harald Lesch der Spur des Geldes zu Luthers Zeiten. Welche Rolle spielen das Streben nach Reichtum, die Macht der Herrschenden, der Kirche und des Papstes? Und woher kommt der ganze Reichtum der Mächtigen? In einem fast vergessenen Bergwerk im heutigen Österreich stößt Harald Lesch auf erstaunliche Zusammenhänge.

Die Lage der Bauern damals verschlechtert sich in weiten Teilen Deutschlands dramatisch – sozialer Zündstoff. Immer wieder flackern Aufstände durchs Land. Und nun kommen die Ideen der Reformation dazu. In vielen Gegenden regiert der Hunger. Hunderte Klöster werden um 1525 von aufgebrachten Bauern geplündert. Wer von den Mönchen nicht rechtzeitig fliehen kann, wird Opfer der zügellosen Gewalt. Die Bauern sind hungrig. Und sie sind empfänglich für neues Denken. Haben sie Luthers Schriften falsch verstanden? Die Bauern haben jedenfalls Luthers Idee ernst genommen, dass jeder selbst die Bibel lesen soll.

Der Prediger Thomas Müntzer verspricht den sozialen Wandel. Ursprünglich war er ein Anhänger Luthers. Aber Müntzer will die Revolution. Am Ende werden die Bauern rücksichtslos von den Truppen der Fürsten niedergemetzelt. In Frankenhausen gibt es über 6.000 Tote. Für das gesamte Aufstandsgebiet liegen die Schätzungen zwischen 70.000 und 100.000 Todesopfern. In Frankenhausen entdeckt Harald Lesch einen Weg, der bis heute "Blutrinne" heißt. Dort soll das Blut in Strömen geflossen sein. Müntzer wird grausam gefoltert und hingerichtet. Zum ersten Mal haben die deutschen Herrscher einen Massenaufstand niederge­schlagen.

Ausgerechnet im Moment ihrer größten Resonanz verliert die Reformation ihre Unschuld und wird zum Anlass für eine Orgie der Gewalt. Und Martin Luther steht eindeutig auf der Seite der Gewaltherrscher. Viele Zeitgenossen haben ihn dafür heftig kriti­siert. Droht die Reformation in der Welt von Wirtschaft, Politik und Krieg zu scheitern?

Ostermontag, 17. April 2017, 19.30 Uhr
Teil 3 – Das Feuer

Die Weltordnung des europäischen Mittelalters vor 500 Jahren ist wie ein Kartenhaus. Ein ausbalanciertes Gebilde, dessen Fundament die Kirche ist. Und das bricht jetzt alles durch die Kritik Martin Luthers in sich zusammen. Prompt nehmen an allen Ecken selbsternannte Prediger die Rolle der Kirche ein und füllen das Vakuum. Ein besonders abschreckendes Beispiel entdeckt Harald Lesch in Münster. Zunächst waren die Täufer eine Bewe­gung von unten. Sie gehorchten keiner Autorität und berufen sich dabei auf Luther. Später aber wollen sie in der westfälischen Stadt ein "neues Jerusalem" begründen. Und sie regieren mit Gewalt. Manche nennen die Täufer heute "die Taliban des 16. Jahrhunderts".

Doch auch andere nutzen damals die Gunst der Stunde. So versuchen die deutschen Landesherren oder zum Beispiel auch der englische König ihre Macht zu festigen. Und in dieser poli­tisch aufgeheizten Stimmung bekommt die Reformation auch noch einen Sexskandal. Warum erlaubt Luther Bigamie und lässt zu, dass Landgraf Philipp von Hessen eine zweite Frau heiratet? Heute bekäme Luther dafür einen Shitstorm.

Der Reformator wird weiterhin verehrt, aber die Reformation ist ihm entglitten. Die Macht seiner Worte hat er überschätzt. Luther hat Entwicklungen angestoßen, deren Folgen er nicht absehen konnte. Er wird verbittert, immer griesgrämiger und immer dicker. In dieser Zeit entstehen die sogenannten "Judenschriften" Luthers. Harald Lesch sucht auch auf die Frage nach dem Antisemitismus des Reformators eine Antwort, spricht mit dem Lutherexperten Thomas Kaufmann und findet an der Stadtkirche zu Wittenberg ein Relief des damaligen Judenhasses.

Die Folgen der Reformation führen bis nach England und Amerika. Der Glaube vieler Menschen verändert sich und mit ihm die Lebensgeschichten und die Landkarte Europas – und weit darüber hinaus.

Martin Luther wird in seinen geschichtlichen Kontext gestellt, mit frischem Blick werden neue Zugänge eröffnet. Autor Ingo Helm zeichnet ein spannendes Panorama vom späten Mittelalter bis zu den Anfängen der USA. In aufwändigen Spielszenen, die eng an authentische Quellen angelehnt sind und gängige Luther-Klischees vermeiden, inszeniert Regisseur Andreas Sawall den Reformator lebendig, so dass er als Person greifbar wird. Und Harald Lesch spricht die Zuschauer auf seine eigene Art ganz direkt an – auch jene, die sich für die Reformationsgeschichte nicht interessieren.

Zwischen uns und Gott braucht es keinen Mittler
Moderator Harald Lesch über seine Begegnung mit dem historischen Luther

Zwischen uns und Gott braucht es keinen Mittler

Ich halte Luther für eine der herausragenden Gestalten der deut­schen Geschichte. Er war ein herausragender Theologe, der am Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit stand, und der uns klar gemacht hat: Zwischen uns und Gott braucht es keinen Mittler. Mit diesem Gedanken hat er die Geschichte nachhaltig verändert

Martin Luther war ein Revolutionär

Das Kloster Memleben ist 1525 während der Bauernkriege aus­geräumt worden. Acht Jahre nachdem Luther die 95 Thesen in Wittenberg an die Schlosskirche genagelt haben soll. Und vier Jahre nachdem er in Worms erklärt haben soll: "Hier stehe ich und kann nicht anders – Gott helfe mir. Amen." Das hat er nicht gesagt und die 95 Thesen hat er auch nicht an die Tür genagelt, aber trotzdem: Martin Luther hat die Welt verändert. Ein echter Revolutionär, der sich gegen seine Zeit gestellt hat.

Mit dem Wort die Welt verändern

Martin Luther hat die Bibel ins Hochdeutsche übersetzt, so heißt es. Es gab schon Bibelübersetzungen ins Deutsche, ins Ober­deutsche und ins Niederdeutsche. Aber Luther hat die sächsische Kanzleisprache verwendet und damit das Deutsch, das wir heute sprechen. Dabei hat er unter anderem den ersten Korintherbrief übersetzt, in dem die wunderbare Sentenz steht: "Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Unge­rechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit. Sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles." Das ist einer dieser Beispiele für die Wortgewalt von Martin Luther und das fasziniert mich: Dass er dem Wort solch eine Kraft geben kann. Und er hat daran geglaubt, dass man mit dem Wort die Welt verändern kann. Daran glaube ich auch.

Kirche und Reformation

Wieso hat Kirche so an Glaubwürdigkeit verloren? Hat das auch was mit der Reformation zu tun? War die Reformation der Schritt weg von der Kirche zu einem Einzelglauben an Gott? Sicher hat Reformation mit dazu beigetragen, dass Menschen der Meinung sind, dass sie keinen Mittler mehr brauchen zwischen sich und Gott. Und damit hat die Kirche eine wesentliche Funktion verlo­ren. Aber sie ist nach wie vor natürlich von großer Bedeutung für den Zusammenhalt einer Gesellschaft, die einen gemeinsamen Glauben hat. Christ sein heißt ja vor allem, mit anderen zusam­men zu sein und für andere da zu sein. Also ganz alleine kann man nicht Christ sein, auch kein evangelischer Christ.

Orientierungssuche

Religion ist heute wieder ein Thema. Nicht nur wegen der Religionsstreitigkeit, sondern für jeden Einzelnen. Es gibt Angebote für Führungskräfte, gerade Klöster bieten immer mehr Seminare an: "Ziehe dich zurück, finde neue Orientierungen" "Raus aus der Hektik der Zeit, hinein in die Stille der Spiritualität" und so weiter. Wir sind offenbar immer auf der Suche nach Gott. Luther war das auch. Wie ist sein Verhältnis zu Gott gewesen? Die Reformation hat ein ganz neues Bild gezeichnet: Da ist der Mensch, da ist Gott, und dazwischen ist nichts mehr. Das führt dazu, dass eine ganz persönliche Gotteserfahrung möglich ist. Und das macht die Reformation aus, diese Betonung der Freiheit des Christenmenschen auf seine persönliche Gotteserfahrung. Das spüren wir heute mehr denn je. In welcher Welt stehen wir denn? In einer, die wir verändern können, die wir stark verändert haben und in der wir so nicht weitermachen können. Vielleicht suchen wir deshalb die Orientierung und die Rückzugsräume, weil wir wissen: So, wie wir es bis jetzt gemacht haben, so geht es nicht weiter. Vielleicht sollten wir auf den Spuren Luthers schauen, wie wir weitermachen könnten.

Herbst 2017: Himmel und Hölle (Arbeitstitel)

Herbst 2017

Fiktionaler Zweiteiler

Buch: Stefan Dähnert und Marianne Wendt, nach einer Idee von Kai Hafemeister
Regie: Uwe Janson
Kamera: Michael Wiesweg
Schnitt: Melania Singer
Musik: Christine Aufderhaar
Szenenbild: Ettore Guerrieri
Kostümbild: Janne Birck
Maskenbild: Jens Bartram
Ton: Tomáš Bělohradský
Casting: Nina Haun
Herstellungsleitung: Tim Greve
Creative Producer: Martin Bromber
Koproduzent: Michal Pokorný
Produzenten: Joachim Kosack, Benjamin Benedict
Redaktion: Solveig Cornelisen
Länge: 2x90 Minuten

Rollen und ihre Darsteller                                                                                                                  

Martin Luther      Maximilian Brückner
Thomas MüntzerJan Krauter
Andreas Bodenstein Johannes Klaußner
Katharina von BoraFrida-Lovisa Hamann
Ottilie Müntzer Aylin Tezel
Erzbischof Albrecht Joachim Król
Hartmann  Armin Rohde
Kurfürst Friedrich   Rüdiger Vogler
Georg Spalatin Fabian Hinrichs
Lucas Cranach Christoph Maria Herbst
Barbara Cranach   Anna Schudt
Jakob Fugger Peter Lerchbaumer
Äbtissin   Johanna Gastdorf 
Hieronymus     Maximilian Ehrenreich
Graf von Mansfeld  Patrick von Blume
Henne Gentzel   Gode Benedix
Kaiser Karl V. Jim Deddes
Pedell     Tom Jahn
Meenzer Mädsche Georgia Lautner
u. a.

ZDF-Auftragsproduktion der UFA Fiction mit Förderung des tschechischen Staatsfonds der Kinematografie-Filmförderung. Koproduzent ist MIA FILM.

Inhalt

Martin Luther stellt 1517 die Welt auf den Kopf. Mit seinen 95 Thesen gegen den Ablasshandel macht er sich mächtige Feinde. Nach ersten Erfolgen werden Martin Luther (Maximilian Brückner) und sein Weggefährte Thomas Müntzer (Jan Krauter) zu erbitter­ten Gegnern.

"Himmel und Hölle" (Arbeitstitel) erzählt, wie die 95 Thesen auch dank des Buchdrucks ein politisches Beben auslösen. Die Kirche schlägt zurück und exkommuniziert den Wortführer Martin Luther. Als Luther seine Thesen aber selbst vor dem Kaiser nicht widerruft, ist die Reformation nicht mehr aufzuhalten. Allerdings ringt Luther bald mit seinen Gefährten Thomas Müntzer, Andreas Bodenstein (Johannes Klaußner), Lucas Cranach (Christoph Maria Herbst) und den beiden entlaufenen Nonnen Käthe (Frida-Lovisa Hamann) und Ottilie (Aylin Tezel) um den rechten Weg. Thomas Müntzer will eine gerechtere Welt auch gegen die Landesfürsten durchsetzen. Martin Luther lehnt jeden gewaltsamen Widerstand gegen die Obrigkeit ab. Reformation steht gegen Revolution. Der Streit endet mit der verheerenden Schlacht von Frankenhausen. Martin Luther muss mit der Schuld am Tod von tausenden Bauern und Thomas Müntzers Hinrichtung weiterleben.

Herbst 2017: Zehn Tage im April – Luther in Worms (Arbeitstitel)

Herbst 2017

Dokudrama

Buch: Friedel Klütsch
Regie: Christian Twente
Kamera: Martin Christ
Schnitt: Ramin Sabeti
Wissenschaftliche Beratung: Prof. Heinz Schilling
Produktionsleitung: Eva Pilling (NFP), Carola Ulrich (ZDF)
Producer: Christian Erhardt (NFP), Stefan Mausbach (ZDF)
Produzent: Clemens Schaeffer
Redaktion: Stefan Brauburger (Zeitgeschichte), Dr. Reinold Hartmann (Kirche und Leben evangelisch)
Länge: 90 Minuten

ZDF-Auftragsproduktion der NFP/Neue Film Produktion, Berlin.

Inhalt

Zunächst war er nur ein einfacher Mönch und Gelehrter. Er ver­urteilte die römische Amtskirche, betonte, dass keine Macht der Welt zwischen Gott und dem Menschen stehe und dass allein der Herr im Himmel Gnade spenden könne. Er wetterte gegen kleri­kale Anmaßung, erklärte die Heilige Schrift zum alleinigen Maß­stab. Damit legte er die Axt an die bestehende Ordnung und forderte die Herrschenden heraus. In Worms sollte er widerrufen, vor Kaiser und Reich. Die damals mächtigsten Männer auf deut­schem Boden hatten sich Mitte April 1521 in der Domstadt zum Reichstag versammelt. Dem historischen Geschehen widmet das ZDF ein 90-minütiges Dokudrama.

Was sich in Worms ereignete, zählt zu den Schlüsselmomenten deutscher Geschichte, hatte die Anmutung eines klassischen Dramas: David gegen Goliath, der Mönch, Professor und Prediger aus Wittenberg von Angesicht zu Angesicht mit einem der mäch­tigsten Männer der Welt: Kaiser Karl V. aus dem Geschlecht der Habsburger, der über viele Königtümer rund um den halben Erd­ball herrschte. In Worms hält die Weltgeschichte für einen Moment den Atem an: der Kaiser gegen den Mönch! In dieser Begegnung kulminieren die Gegensätze dieser Zeit.

Und das Ergebnis? Luther übersteht die entscheidende Prüfung seines Lebens, obwohl der Kaiser die Reichsacht über ihn ver­hängt und ihn für vogelfrei erklärt. Landesherr Friedrich der Weise stellt den Glaubensrebellen unter seinen Schutz. Die Reformation nimmt ihren Lauf, wird die Welt verändern. Ob Fürsten oder Stände, Bauern oder Bürger der Städte, sie sahen in ihm einen Hoffnungsträger oder auch ein Instrument, für die Befreiung von kirchlicher und politischer Erstarrung, von Bevor­mun­dung und Ausbeutung durch Rom. Der Film rekonstruiert nicht nur die dramatischen Stunden vor der Versammlung der Mächtigen, er führt auch vor Augen, warum der ungleiche Kampf ausging wie er ausging. Wie Luther zur Figur einer Zeitenwende wurde.

Das Dokudrama "Zehn Tage im April – Luther in Worms" (Arbeitstitel) lädt den Zuschauer ein, den historischen Moment nachzuerleben und seine Bedingungen zu verstehen. Gleichzeitig ist es eine moderne Geschichte. Denn es ist der Einzelne, der sich von Zwängen befreit und für seine Überzeugung einsteht. Dabei beruft er sich auf sein Gewissen und seinen Glauben.

Der zeitliche Rahmen des Films wird durch Ankunft und Abreise Luthers gesetzt, jene zehn Tage im April 1521, sie bilden den dramaturgischen Leitfaden. Mittelpunkt der Inszenierungen ist der Prozess selbst, der historisch hervorragend belegt ist. Die Innen­stadt von Worms füllte sich zur Zeit des Reichstags mit tausenden Menschen, mit mehr als doppelt so vielen wie sonst dort lebten. Die Szenerie wird als räumliches Computermodell rekonstruiert. Virtuelle Kameraflüge führen zu den Schauplätzen des Gesche­hens. Führende Luther-Experten bringen den neuesten Forschungsstand in das Projekt ein, das gemeinsam von den Redaktionen Kirche und Leben evangelisch und Zeitgeschichte betreut wird.

Herbst 2017: LUTHER - Das Projekt der 1000 Stimmen

Dienstag, 31. Oktober 2017, 22.15 Uhr

Musikalisches Highlight des Reformationsjubiläums ist "Luther – Das Projekt der 1000 Stimmen". Das populäre Musikprojekt mit Chören aus ganz Deutschland, stammt aus der Feder des Erfolgsduos Michael Kunze (Librettist) und Dieter Falk (Kompo­nist). 2017 ist das stimmgewaltige Projekt auf Deutschland-Tour­nee. Das ZDF überträgt die Abschlussveranstaltung aus der Ber­liner Mercedes-Benz-Arena. Über 10.000 Besucher werden vor Ort erwartet, darunter hochrangige Gäste aus Politik und Kirche.

Im Mittelpunkt der Handlung steht das Leben und Wirken Martin Luthers, der vor dem Reichstag zu Worms aufgefordert ist, seine kirchenkritischen Aussagen zu widerrufen. In Rückblenden und Ausblicken rund um das Geschehen erzählt das Stück Luthers Ringen um die biblische Wahrheit und von seinem Kampf gegen Obrigkeit und Kirche.

Herzstück der Unterhaltungsshow bildet ein großer Chor, bei dem 4000 Sängerinnen und Sänger aus ganz Deutschland mitwirken – unterschiedlichen Glaubens, Nationalität und Alters. Gemeinsam mit einem Symphonieorchester, einer Rockband und Musicalstars werden die Chöre optisch wie akustisch für Gänsehautmomente sorgen und das Musikprojekt zu einem unvergleichlichen Erlebnis machen. Eingebettet in eine moderne Musicalinszenierung, die auf ein starres Bühnenbild und historische Kleidung verzichtet, verbindet "Luther" Generationen und Konfessionen.

Als Paten des Projekts fungieren Dr. Eckart von Hirschhausen und Dr. Margot Käßmann.

Ausrichter der Veranstaltung ist die Stiftung Creative Kirche in Kooperation mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und den Evangelischen Landeskirchen.

Weitere Sendungen der ZDF-Programmfamilie

Die evangelischen ZDF-Fernsehgottesdienste im Jahr 2017 stehen ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums. Informationen zu allen Gottesdiensten im ZDF 2017 unter http://zdf.fernsehgottesdienst.de/archiv/2017

KiKA zeigt den Jugend- und Familienfilm "Storm und der verbotene Brief": Der Vater des zwölfjährigen Storm druckt heimlich einen Brief Martin Luthers mit dessen kritischen Thesen zur Situ­ation der Kirche. Als er verraten und verhaftet wird, kann Storm mit der Druckplatte fliehen und den Brief Luthers selbst drucken und verteilen. Mit der Veröffentlichung löst er einen Aufstand aus und kann so das Leben seines Vaters retten.

ZDFinfo plant im Umfeld des Reformationstags ein Themenwo­chenende zu den Themenfeldern Glaube, Reformation, Mittelalter und Glaubenskriege. Ein Highlight darunter ist die 30-minütige Dokumentation "Martin Luther – Wegbereiter der Moderne" in der Reihe "God's Cloud". Luthers Rede auf dem Wormser Reichstag zeichnet ihn aus als einen Menschen, der sich allein seinem Ge­wissen und Glauben verpflichtet sah. Damit hat er den Weg frei gemacht zu einem modernen Denken und kann als Wegbereiter der deutschen Aufklärung verstanden werden, indem er schon 200 Jahre zuvor einen wesentlichen Anstoß zur Befreiung des individuellen Gewissens gab. Die Dokumentation veranschaulicht den Entwicklungsprozess Martin Luthers und geht der Frage nach, welche Erkenntnisse ausschlaggebend für ihn waren. Weitere Infos unter https://godscloud.zdf.de/artikel/martin_luther.

ZDFneo vertieft das Thema Reformation und die Zeit Luthers mit einem Doku-Schwerpunkt.

ARTE-Programm zu 500 Jahre Reformation

Samstag, 24. Juni 2017, ab 20.15 Uhr

Zeitenwende – Die Renaissance
Zweiteilige Dokumentation von Martin Papirowski

WDR/ARTE, Stein Filmproduktion

Deutschland/Italien/Frankreich 2016, 2x52 Minuten
Erstausstrahlung

Im 14. Jahrhundert setzt eine wirtschaftliche, wissenschaftliche, technische, gesellschaftliche, religiöse, soziale und kulturelle Entwicklung ein, die einzigartig in der Geschichte ist: die Renais­sance. Die zweiteilige Dokumentation fahndet nach den Faktoren.

 

Juli/August 2017

Luthers Gesänge – Hier spielt die Musik!
Dokumentation von Günther Klein

ZDF/ARTE, Ifage Filmproduktion

Deutschland 2016, 52 Minuten
Erstausstrahlung

Der Film zeigt die revolutionäre und historisch bedeutsame Kraft von "Luthers Gesängen".

 

Samstag, 14. Oktober 2017

Gutenberg – Genie und Geschäftsmann
Doku-Drama von Marc Jampolski

ZDF/ARTE FRANCE/ORF, Seppia/Mischief Films/CFRT

Frankreich 2016, 90 Minuten
Erstausstrahlung

Gutenbergs Erfindung bahnte im 15. Jahrhundert den Weg in unsere Informations- und Wissensgesellschaft, wie wir sie heute kennen. Ohne sie wäre die rasche Verbreitung revolutionärer neuer Ideen, etwa derjenigen der Reformation, nicht möglich gewesen. Wie die Erfindung des Rades und in unseren Tagen vielleicht des Internets hat Gutenbergs Werk den Kurs der Ge­schichte in eine neue Richtung gelenkt.

Phoenix-Programm zu 500 Jahre Reformation

Auf Phoenix wird das Reformationsjubiläum ganzjährig mit thematischen Dokumentationen begleitet. Ein Highlight darunter ist:

Ostersonntag, 16. April 2017, 20.15 Uhr

Mitteldeutschland von oben – Das Lutherland

Film von Tom Lemke, Joachim Günther, MDR 2016, 90 Minuten

Wittenberg, die Wartburg, Leipzig, Erfurt, Eisleben – es sind die bekanntesten, aber nur einige wenige der Orte in Mitteldeutsch­land, die mit Martin Luther aufs Engste verbunden sind. Im heuti­gen Sachsen-Anhalt, in Thüringen und Sachsen hat er vor 500 Jahren gelebt, gewirkt und die Welt verändert. Von den damaligen politischen und kulturellen Verhältnissen wurden Luther und sein Werk dabei ebenso geprägt wie von den mitteldeutschen Orten und Landschaften. Sie waren seine Heimat so wie sie die der Menschen ist, die heute in Mitteldeutschland leben. Doch nicht nur die gemeinsame Heimat verbindet über die Jahrhunderte hin­weg. Auch Luthers Ideen prägen das Leben der Menschen hier bis heute auf besondere Weise.

Wie das alles Mitteldeutschland zum "Lutherland" macht, erzählt der Film in faszinierenden Bildern und mit sehr persönlichen Geschichten. Mit atemberaubenden Einstellungen aus der Luft, zeigt der Film die Schönheit und Vielfalt, die Mitteldeutschland damals wie heute besonders machten und machen. Er stellt zahlreiche Menschen vor und erzählt, dass vor allem sie es sind, die diese Region bis heute zu Luthers Land machen und seine Ideen in unsere Zeit tragen.

Der Schauspieler Thomas Thieme, gebürtiger Weimarer und dem Sprach-Reformator Luther eng verbunden, führt einfühlsam und mit persönlichem Blick durch den Film.

Der Film in der MDR-Mediathek: http://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/c/video-58216.html

Fotos

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 - 701 6100, oder über https://presseportal.zdf.de/presse/reformation

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