"Schneewittchen am See". Fotocredit: ZDF/Boris Laewen.
"Schneewittchen am See". Fotocredit: ZDF/Boris Laewen.

Schneewittchen am See

Märchenhafter "Herzkino"-Film mit Maria Ehrich

Smilla Witte (Maria Ehrich) hat immer davon geträumt, im elterlichen Restaurant "Schneewittchen am See" als Köchin zu arbeiten. Doch nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter ist Smilla vor zehn Jahren regelrecht von zu Hause geflohen. Nun holt sie die Vergangenheit bei einem Besuch in der Heimat wieder ein.

  • ZDF, Sonntag, 20. Dezember 2020, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, ab Sonntag, 29. November 2020

Texte

Stab

Buch     Sarah Esser
Regie     Alex Schmidt
Kamera     Timo Moritz
Ton    Ben Krüger, Ron Klober
Musik     Therese Strasser
Schnitt     Friederike von Normann   
Kostüm         Andreas Janczyk
Aufnahmeleitung       Johannes Schuchardt, Hermann Lämmel 
Herstellungsleitung       Karsten Aurich     
Produzenten    Annedore von Donop, Karsten Aurich
Redaktion     Silvia Hubrich
Länge     ca. 89 Minuten
Eine ZDF-Auftragsproduktion von sabotage films GmbH

Besetzung

Smilla Witte        Maria Ehrich
Regina Bellmer  Andrea Sawatzki
Heinrich Witte    Jürgen Tarrach   
Jan Königsohn     Max Bretschneider
Hedi Nanno    Hanna Plaß   
Dr. Victor Nanno    Jochen Schropp 
Lorenz Seibold       Lucas Reiber
Moritz Spiegelmann Timur Uelker
Sabine Segler     Katharina Nesytowa
Roland Jäger    Alexander Herrmann
Frau Unterberg      Ulrike Hübschmann 
Herr Unterberg  Marcus Staiger 
Köchin      Marlis Hirche 
Koch       Oliver Dassing
und andere

Inhalt

Smilla Witte träumte immer davon, im elterlichen Restaurant "Schneewittchen am See" als Köchin zu arbeiten. Doch nach dem Tod ihrer Mutter vor zehn Jahren ist sie von zu Hause geflohen.

Nun holt die Vergangenheit Smilla bei einem Besuch in der Heimat wieder ein: Sofort gerät sie mit ihrem Vater in einen Streit um Regina, seine neue Küchenchefin und Partnerin. Also reist Smilla kurzerhand früher als geplant ab und besucht ihre Freundin Hedi auf deren Bauernhof.

Auf dem Weg dorthin trifft Smilla ihre alte Jugendliebe Jan wieder. Auch ihn hat sie vor zehn Jahren zurückgelassen und seitdem nicht mehr gesehen. Dennoch ist die alte Anziehung sofort spürbar, als Jan Smilla zum "Zwergenhof" fährt. Hier lebt Hedi gemeinsam mit ihrem Bruder Victor und dessen Mann Lorenz. Die beiden Männer staunen nicht schlecht, als sie die schlafende Smilla in ihrer Hängematte vorfinden.

Hedis Freude darüber, dass Smilla sie erstmals auf dem Bauernhof besucht, ist riesig: Endlich können die beiden mal Zeit miteinander verbringen. Denn normalerweise lässt das Smillas Job als Einkäuferin für hochwertiges Olivenöl nicht zu – sie ist immer auf Achse und nur für kurze Stippvisiten in der Heimat.

Der Hof und seine sieben Bewohner – Hedi, Victor, Lorenz sowie zwei Ferkel und zwei Hühner – lassen Smilla zur Ruhe kommen. Sie tankt Kraft und hilft ihrer Freundin dabei, deren Webseite auf Vordermann zu bringen. Dabei kommt sie Jan wieder näher und kann sogar ein altes Trauma überwinden: Smilla kocht wieder. Seit dem Tod ihrer Mutter hat sie das nicht mehr getan.

Für ihren Vater Heinrich scheint das die Chance zu sein, Smilla endlich die Leitung der Küche seines Restaurants zu übertragen. Denn Reginas Augen werden immer schlechter, und die Unfälle in der Küche häufen sich. Aber da hat Heinrich die Rechnung ohne Regina gemacht: Sie will sich nicht eingestehen, dass ihre Kräfte schwinden, und setzt alles daran, zu verhindern, dass Smilla ihr ihren Platz streitig macht.

Interview mit Maria Ehrich

Sie spielen Smilla, die im Restaurant der Eltern aufwuchs und von ihrer Mutter die Künste des Kochens lernte. Können Sie kochen?

Ich liebe es zu kochen. Es ist für mich eine Art Meditation. Meistens möchte ich dabei auch ganz allein sein und koche völlig ohne Rezept. Da ich mich vegan ernähre, gibt es bei mir immer jede Menge frisches Gemüse. Alles voller Farben, als wäre die Küche eine Leinwand.

Smilla kocht ausschließlich vegetarisch. Trifft das auch Ihren Geschmack?

Ich ernähre mich seit mittlerweile zwei Jahren pflanzenbasiert. Obwohl ich früher sehr gerne tierische Produkte gegessen habe, habe ich mittlerweile kein Verlangen mehr danach. Anfangs ist das vegane Kochen noch völlig neu für mich gewesen, aber wenn man erst einmal den Dreh raus hat, macht es richtig Spaß, sich kulinarisch kreativ austoben zu können.

Als Smilla ihre Mutter verliert, reagiert sie ziemlich radikal und betritt fortan keine Küche mehr. Können Sie das nachvollziehen? Gab es in Ihrem Leben schon eine ähnlich radikale Konsequenz?

Nein, die gibt es nicht. Traumata verarbeitet jeder Mensch anders. Ich habe für mich allerdings vor einigen Jahren beschlossen, dass ich mich von meinen Ängsten nicht beherrschen lassen möchte. Und sollte ich mal auf eine Barriere stoßen, dann werde ich so hartnäckig an ihr arbeiten, bis sie mich nicht mehr blockiert.

Smilla genießt ihre Ferien bei ihrer Freundin Hedi auf einem schönen Bauernhof. Sind Sie eher ein Stadt- oder ein Landmensch?

Wäre ich gezwungen zu wählen, würde die Wahl auf das Land fallen. Allerdings lebe ich jetzt schon seit 2014 in Berlin und habe auch hier eine Heimat gefunden, die ich sehr mag und die momentan genau zu meinem Lebensabschnitt passt. Ich finde es schön, dass ich zwischen diesen Welten wandeln kann, ohne mich für eine entscheiden zu müssen.

Das Verhältnis von Smilla zu der neuen Partnerin ihres Vaters ist belastet. Regina erfüllt jedoch nicht das klassische Bild der bösen Stiefmutter. Was könnte ihnen helfen?

Kommunikation ist der Schlüssel zu so einigen zwischenmenschlichen Problemen. Ich glaube, hätten die drei in aller Ernsthaftigkeit miteinander gesprochen, wäre es wahrscheinlich gar nicht erst zu so viel Drama gekommen. Aber dann hätten wir jetzt auch nicht so viel Stoff für das "Schneewittchen am See" (lacht).

Auch vor ihrer verflossenen Liebe ist Smilla davongelaufen, lässt keine echten Gefühle mehr zu. Ist das Ihrer Meinung nach die richtige Strategie, mit der Situation umzugehen?

Manchmal ist es wichtig, erstmal seinen eigenen Weg zu gehen und sich auf sein eigenes Wachstum zu konzentrieren, bevor man sich an jemand anderen bindet. Sicherlich war es auf eine Art egoistisch von Smilla, alle Brücken abzubrechen, aber die Flucht nach vorne war in ihrer damaligen Situation das einzige, wozu sie fähig war.

Spielten Märchen in Ihrer Kindheit eine Rolle?

Ja, eine sehr wichtige! Meine Eltern haben mir als Kind jeden Abend vor dem Schlafengehen Märchen vorgelesen. Dabei mochte ich allerdings am liebsten die von H. C. Andersen. Schneewittchen hingegen empfand ich damals als etwas naiv. Umso lustiger ist es, dass ich sie nun in einer gewitzten und modernen Märchenadaption als Smilla spiele.

"Schneewittchen am See" ist eine der ersten Produktionen, die kurz nach dem Lockdown unter besonderen Hygienebedingungen die Dreharbeiten aufgenommen hat. Wie haben Sie die Arbeit erlebt?

Natürlich war die ganze Situation für uns alle sehr besonders. Unser Team hat diese neuen Herausforderungen aber wirklich hervorragend gemeistert und abgesehen davon, waren wir alle heilfroh, dass wir einen Weg gefunden hatten, wieder arbeiten und drehen zu können.

Interview mit Andrea Sawatzki

Die Figur der Regina Bellmer wirkt eigentlich recht sympathisch – wodurch gelingt es Ihnen, ihr einen Touch "böse Stiefmutter" zu verleihen?

Ich habe Regina Bellmer so gesehen: Sie mag sich nicht besonders. Sie findet sich unattraktiv, schlägt sich mit einem enormen Sehfehler herum und hat außerdem ein Hüftproblem. Sie humpelt. Jünger wird sie auch nicht. In dieser Situation schneit ihre bildhübsche Stieftochter herein. Regina spürt instinktiv, dass sie über kurz oder lang ihren Posten in der Küche an die Jüngere abgeben muss.

Da Regina große Probleme mit ihrem Selbstbewusstsein hat und gleichzeitig spürt, dass Heinrich ihre letzte Chance ist, um nicht allein alt zu werden, bekommt sie es mit der Angst zu tun und sucht fieberhaft nach einer Lösung für sich. Sie ist eigentlich ziemlich harmlos. Aber wenn man sich selbst nicht liebt, kann man auch andere nicht lieben.

Smillas Vater hat sich nach dem Tod seiner Frau verhältnismäßig schnell mit Regina zusammengetan und sie nicht nur zur Küchenchefin seines Restaurants sondern eben auch zur Frau an seiner Seite gemacht. Halten Sie das für eine legitime Form der Trauerbewältigung – nach vorne zu sehen, aktiv zu werden?

Ich glaube, wenn man in solch einer schwierigen Zeit jemandem begegnet, der einem Trost spendet, ist das legitim. Es nützt dem Verstorbenen ja nichts, wenn man sich ebenfalls eingräbt und die Augen vor dem Leben verschließt.

Das Verhältnis von Regina und Smilla ist durch Eifersucht geprägt. Können Sie gut mit solchen Gefühlen umgehen?

Ja. Ich bin nicht eifersüchtig.

Durch ein Augenleiden, das sie einschränkt, entwickelt Regina Angst vor dem Altern, Angst verlassen zu werden. Haben Sie einen Rat, wie man am besten mit solchen Ängsten umgehen könnte?

Man könnte versuchen, sich so anzunehmen, wie man ist. Das Schicksal akzeptieren. Krankheit und Alter sind Dinge, die man nicht verhindern kann. Aber man kann sich die Schönheit und Endlichkeit des Lebens jeden Tag vor Augen führen. Und dankbar dafür sein, dass man das erleben darf. Die Natur ist da sehr hilfreich.

Ganze Generationen sind mit den Grimm'schen Märchen aufgewachsen. Wurden Ihnen Märchen vorgelesen?

Ich kenne alle Märchen der Gebrüder Grimm. Meine Mutter hat sie mir immer vorgelesen. Ich habe Märchen geliebt. Und genauso ging es unseren Söhnen. Ohne Märchen haben sie nicht geschlafen.

"Schneewittchen am See" ist eine der ersten Produktionen, die kurz nach dem Lockdown unter besonderen Hygienebedingungen die Dreharbeiten aufgenommen hat. Wie haben Sie die Arbeit erlebt?

Die Leute im Team waren extrem vorsichtig. Die Masken wurden nur zum Essen abgesetzt und das Essen fand unter freiem Himmel und isoliert statt. Ich habe etliche Coronatests gemacht. Bei diesem Film hat sich tatsächlich niemand infiziert. Schade ist natürlich, dass man unter diesen Umständen nicht wirklich Kontakt mit den Teammitgliedern aufnehmen konnte. Es musste der Mindestabstand eingehalten werden und sich auf zwei Meter mit der Maske im Gesicht zu unterhalten, ist nahezu unmöglich. Aber die Gesundheit geht vor.

Interview mit Jürgen Tarrach

Haben Sie sofort zugestimmt, als Ihnen eine Rolle in einem "Märchenfilm" angeboten wurde?

Ja, ich habe sofort zugesagt, als man mir den Märchenfilm angeboten hat, denn es ist zwar ein altes Märchen, aber in einem neuen Gewand erzählt. Es ist ein anrührender Familienfilm geworden, der zudem noch in der Vorweihnachtszeit gezeigt werden wird, wenn man innerhalb der Familie wieder öfter zusammensitzt und für solche Themen auch empfänglich ist. Und außerdem liebe ich Märchen, da sie immer eine tiefere Wahrheit besitzen und manchmal sehr archaisch Hoffnungen, Ängste und Sehnsüchte der Menschen behandeln. Zudem mag ich die magischen Momente, die es im Leben scheinbar nicht so oft gibt, in Märchen sehr.

Heinrich Witte ist ein Gastronom, der unerwartet früh seine Frau verloren hat. Was hat das mit ihm gemacht?

Einen Menschen zu verlieren, ist ja immer eine Katastrophe. Zudem war seine verstorbene Frau als außergewöhnliche und begabte Köchin die Seele des Restaurants. Eine zusätzliche Katastrophe. Verständlich, dass er versucht hat, in seiner ebenso begabten Tochter einen Ersatz zu finden und sie nur schwer loslassen konnte.

Heinrich hatte die Vorstellung, dass seine Tochter eines Tages sein Restaurant übernehmen würde. Sie sind auch Vater von zwei Kindern. Schmieden Sie Zukunftspläne für sie?

Ich bin der Meinung, dass die beste Pädagogik die des positiven Vorlebens ist. Wir haben unseren Kindern Vieles angedeihen lassen und beraten sie, wo dies erforderlich oder gewollt ist. Aber letztendlich müssen sie selbst ihre Fähigkeiten entdecken, ausbauen und ihren Weg finden.

Heinrich nimmt die Probleme seiner Partnerin nicht wahr oder will sie nicht wahrnehmen. Ist Verdrängung ein probates Mittel, um Problemen aus dem Weg zu gehen?

Nun ja, wir sind mit Verdrängungsmechanismen ausgestattet, die manchmal sicherlich notwendig sind, um ein Weiterleben zu ermöglichen, wenn zum Beispiel Leid zu groß wird. Aber natürlich ist dies keine dauerhafte Lösung, um Probleme zu lösen oder zu bewältigen. Sie holen einen dann doch umso stärker wieder ein.

"Schneewittchen am See" ist eine der ersten Produktionen, die kurz nach dem Lockdown unter besonderen Hygienebedingungen die Dreharbeiten aufgenommen hat. Wie haben Sie die Arbeit erlebt?

Das Schöne war, dass es für das gesamte Team eine Erlösung war, nach dem Lockdown endlich wieder arbeiten zu können. Die Stimmung und Atmosphäre untereinander war voller Freude und Dankbarkeit, das hat die Dreharbeiten zu etwas Besonderem gemacht. Denn das Schlimmste am Lockdown war ja, dass es keine Perspektive gab, wann das Ganze beendet sein würde. Das hat dieser Film durchbrochen und hat uns allen Hoffnung gegeben, dass man auch unter Coronabedingungen drehen kann. Das war sehr schön mitzuerleben.

Interview mit Jochen Schropp

Sie spielen Dr. Victor Nanno, einen Arzt. Was war Ihr Traumberuf als Kind? Wussten Sie schon immer, dass ein Schauspieler und Moderator in Ihnen steckt?

Ja, das war schon relativ früh klar. Zu Geburts- und Festtagen gab es Aufführungen für Freunde und Familie. Ich habe Hörspiele und Radiosendungen mit meiner Cousine in meinem Kinderzimmer aufgenommen und hatte meinen ersten Auftritt am Gießener Stadttheater im Alter von zehn Jahren. Dazu kam meine Liebe zum Film und ein Schülerpraktikum in der Redaktion der ZDF-Kindernachrichten "logo!" auf dem Lerchenberg. Dafür musste ich als 15-Jähriger um 4.00 Uhr aufstehen, um pünktlich nach Mainz zu kommen. Ich wusste also schon sehr früh, dass ich irgendwas vor der Kamera machen möchte.

Victor lebt mit seinem Ehemann und seiner Schwester gemeinsam auf einem Bauernhof. Wäre das für Sie auch vorstellbar oder brauchen Sie die Umgebung der Großstadt?

Der wunderschöne Dreh in Brandenburg hat in mir den Wunsch gefestigt, mehr Zeit in der Natur zu verbringen. Ganz aufs Land würde ich momentan wohl nicht ziehen, dafür mag ich die Atmosphäre der Großstadt. Aber ein Fleckchen im Grünen fürs Wochenende wäre mein Traum. Ich kam so schön runter an meinen drehfreien Tagen, und meine Kollegen und ich haben es genossen, vor oder nach einem Drehtag in den See zu springen. Wir haben uns sogar freie Grundstücke angeschaut und direkt phantasiert, wo man ein kleines Häuschen bauen könnte. Natur ist einfach heilsam!

Was bedeuten Ihnen Märchen? Wurde Ihnen in ihrer Kindheit vorgelesen?

Märchen haben etwas Magisches. "Schneewittchen" von Disney war tatsächlich mein erster Film, den ich mit meinem Vater im Kino gesehen habe. Aber natürlich hatte ich auch ganz viele Märchenbände, die ich als Kind verschlungen habe. Zuletzt habe ich selbst Märchen gelesen, für eine DVD-Produktion für Demenzkranke.

Fotohinweis

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/schneewittchenamsee

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