Copyright: ZDF/Moritz "Mumpi" Kuenster
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Shapira Shapira

Comedy-Show mit Shahak Shapira

Stand Up und Sketch-Comedy in einem - mit Shahak Shapira

  • ZDF neo, Ab Dienstag, 29. Oktober 2019, 23.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Dienstag, 29. Oktober 2019, 18.00 Uhr
  • FUNK, Clips der Show und Online-Exclusives parallel zur TV-Ausstrahlung

Texte

Stab

Moderation

Shahak Shapira

Autoren

Shahak Shapira, Gaston Stabiszewski, Matilde Keizer, Paul Salamone, Georg Kammerer, Friederike Gralle, Sabine Stehr

Regie

Marcel Behnke, Dennis Fuß, Georg Kammerer, Stephen Manuel, Shahak Shapira

Kamera

Alex J. Moll

Produzentin

Carina Teutenberg

Produktion

Konstantin von Ahlefeld

Executive Producer

Elmar Freels

Schnitt

Lukas Kuhne

Produktion ZDFneo

Katrin Lachmann

Redaktion

Inga Wessling, Sebastian Brandt

Redaktion Online

Marius Notter

Redaktion ZDF

Michael Steiner

Koordination ZDFneo

Sebastian Flohr

Koordination funk

Maximilian Fraenkel

Länge

8 x 30 Minuten

Eine Produktion der Bvision Media GmbH

 

Inhalt

Die Show ist mehr als eine Comedy-Show – nämlich eine böse. Manchmal ist sie noch mehr, nämlich eine bitter-böse. Ohne LOL, OMG oder WTF läuft hier nichts.

"Shapira Shapira" ist eine Mischung aus Stand-up-Bits, Sketch-Comedy und handverlesenen Gästen, die im Netz zu Hause sind und was zu sagen haben.

Neu in Staffel zwei: Ein Comedy-Roast. In einer Sonderausgabe von "Shapira Shapira" roasten, also beleidigen, Promis den Host Shahak – heißer als Feuer.

Zum Staffelfinale haut der lustige Mann mit den jüdischen Wurzeln und einem deutschen Pass dann noch eine "Chanukka"-Folge raus. Das sei einfach mal behauptet: die erste im deutschen Fernsehen.

Shahak Shapira

Shahak Shapira wurde 1988 im Westjordanland, Israel, geboren. 2002 verließ er seine Heimat und immigrierte mit seiner Mutter und dem jüngeren Bruder ins ostdeutsche Laucha.

2006 zog er nach Berlin und studierte an der Miami AdSchool, die ihm Auslandsaufenthalte in verschiedenen Teilen der Welt ermöglichte. Zurück in Berlin, arbeitete er als Creative Director in der Werbung und veröffentlichte 2016 die Autobiografie "Das wird man ja noch schreiben dürfen!", in dem er sein Leben und seine Erfahrungen in Deutschland verarbeitete. Seine Lesereise gestaltete er unkonventionell und lockerte die Lesungen mit Comedy-Elementen auf. 2018 entwickelte Shahak Shapira daraus  sein erstes Soloprogramm: "German Humor"

Für weltweit mediales Aufsehen sorgte Shahak Shapira 2017 mit seiner Website "Yolocaust". Dort veröffentlichte er zwölf Fotocollagen, die er aus öffentlich gemachten Selfies fremder Personen, die sich am Denkmal ermordeter Juden Europas in Berlin fotografiert hatten, mit Fotomaterial aus NS-Vernichtungslagern kombinierte. Das Projekt löste eine Debatte über das Mahnmal und die Erinnerungskultur an den Holocaust aus.

Shahak Shapiras familiärer Hintergrund spiegelt seine enge Beziehung zum Thema Holocaust wider. Sein Großvater mütterlicherseits war der einzige Holocaust-Überlebende seiner Familie. Shapiras Großvater väterlicherseits, Amitzur Shapira, war Trainer der israelischen Leichtathleten bei den Olympischen Spielen von 1972 und starb als Geisel palästinensischer Terroristen der Gruppe "Schwarzer September" auf dem Militärflughafen Fürstenfeldbruck.

Internationale Beachtung fand auch seine Aktion, bei der er Hass-Tweets auf die Stufen vor der Twitter Deutschland-Zentrale in Hamburg sprühte. Shapira bekannte sich mit dem Youtube-Video "#HeyTwitter" zu der Maßnahme und berichtete, in einem Zeitraum von sechs Monaten, Twitter mehr als 300 ihn beleidigende und bedrohende Tweets gemeldet zu haben. Neun Meldungen wurden abgelehnt, der Rest blieb unbeantwortet. Am 18. August 2017 erschien Shahak Shapiras zweites Buch: Eine Bibel-Parodie namens "Holyge Bimbel", in der er Geschichten aus dem alten und neuen Testament in Internetsprache übersetzte. Sie erreichte Platz eins der Amazon- und Platz zehn der Spiegel-Bestseller-Liste.

2018 nahm Shapira die deutsche Staatsangehörigkeit an und gab deshalb seine israelische ab.

Shahak Shapira im Interview

Am 29. Oktober startet in ZDFneo die zweite Staffel Ihrer eigenen Comedy-Show „Shapira Shapira“. Auf was dürfen sich die Zuschauer freuen?

Auf zahlreiche Sachen. Wir haben jetzt mehr Sketche, mehr Gäste, sehr gute Gäste und wir haben einen Roast. Das ist in Amerika sehr populär, also wir sitzen da zusammen und alle beleidigen sich gegenseitig – auf unterster Schublade. Das ist angenehm, aber unangenehm.

 

Zur Ankündigung der zweiten Staffel schrieben Sie auf Twitter: „Ich verspreche mir noch weniger Quote und noch mehr Feuilleton-Kritik!“ Haben Sie am Konzept ein bisschen herumgetüftelt für bessere Quoten?

Nein. Ich verstehe Quoten nicht, sie sind mir egal. Ich freue mich, dass ich bei ZDFneo bin, weil wir etwas Besonderes machen wollen – und nicht nach der Quoten-Pfeife tanzen. Denn man kann nichts Neues entstehen lassen, wenn man zu sehr darauf achtet. Aber natürlich möchte man bei Leuten ankommen. Man hat mich geholt, um die Herzen des breiten deutschen Publikums zu erobern.

 

Wie gehen Sie mit Kritik um? In "Open Therapy", Ihren echten unzensierten Psychotherapie-Sitzungen vor laufender Kamera, sagten Sie mal, Sie schöpfen aus der Angst zu versagen.

Ich gehe mit Kritik sehr schlecht um, aber wenigstens bin ich transparent dabei. Ich bin auch nicht der Meinung, dass man jede Kritik annehmen muss. Manchmal reden Leute einfach nur Blödsinn und glauben, dass es Kritik ist – aber es ist einfach dumm. Natürlich bin ich angstgetrieben wie viele, wie wir alle in gewisser Art. Ich versuche, es nicht mehr zu sein und weniger verbittert zu sein. Ich habe das Gefühl, ich bin manchmal zu sehr im Außen, bei dem, was andere Leute machen. Ich glaube, das Problem hat aber jeder. Und Comedy ist sehr viel Vergleichen mit anderen Comedians. Aber ich habe gemerkt, dass es mir nicht unbedingt weiterhilft, wenn ich zu sehr darauf achte, was andere Leute machen. Es bringt mich nicht weiter. Und das versuche ich besser zu machen.

 

Ihr letztes Liveprogramm hieß "German Humor". Wie schwierig ist es denn, in Deutschland, speziell im deutschen Fernsehen, lustig zu sein?

Ich merke bei einem englischsprachigen Publikum schon manchmal so eine Leichtherzigkeit, die ich bei einem deutschen Publikum nicht unbedingt bemerke. Aber was die große deutsche Öffentlichkeit humortechnisch haben möchte, weiß ich nicht. Vielleicht geht es nicht darum, das zu machen, wovon man ausgeht, dass es die Leute wollen, sondern das zu machen, was man selbst lustig findet. Und ich hoffe, dass man genug Leute findet, die das auch so gut finden.

 

Mit 14 Jahren haben Sie Israel mit Ihrer Mutter verlassen und sind nach Sachsen-Anhalt gezogen – in eine Kleinstadt voller Neonazis. Ist Ihr Humor deshalb Galgenhumor?

Ja, vielleicht. Ich habe irgendwann rausgefunden, dass Humor eine gute Methode ist, mit Dingen umzugehen, mit denen ich vielleicht nicht so gut umgehen könnte, wenn ich sie ernstnehmen würde. Aber es ist jetzt keine Waffe oder so. Ich habe noch nie einen Neonazi mit einer starken Punchline umgehauen.

 

In der ersten Staffel von "Shapira Shapira" haben Sie über die Umweltaktivistin Greta Thunberg gespottet, außerdem behauptet, dass Terror früher besser gewesen sei und zudem über Sterne-Bewertungen der KZ-Gedenkstätte Auschwitz gewitzelt. Darf man eigentlich über alles Witze machen oder gibt es auch Tabus?

Alle reden darüber, worüber man angeblich keine Witze machen darf. Ich schaue mir den Witz an und gucke, ob der gut ist. Ich bin nicht darauf aus, Tabus zu brechen, ich finde das albern. Alles, was ich sage, besteht nicht aus dem Willen, Leute zu provozieren oder sie zu befremden, sondern eher aus dem Willen heraus, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Ich habe das Gefühl, ich passe nicht richtig rein. Ich fühle mich in Deutschland nicht so, als würde ich irgendwo reinpassen. Aber ich fühle mich auch nicht so, als würde ich woanders reinpassen. Wenn ich irgendwo halbwegs reinpasse, dann hier. Ich stehe auf der Bühne und versuche, dem Publikum meine Position zu zeigen, damit sie nachfühlen. Ich versuche, Menschen eher zum Nachfühlen als zum Nachdenken zu bringen.

 

Wie viel Arbeit steckt eigentlich dahinter, so ein Fernseh-Projekt wie "Shapira Shapira" zu stemmen?

Es ist unheimlich viel Arbeit: das Schauspieltraining, die Vorbereitungen auf die Drehs, die Sketche zu drehen, die Aktionen, die wir machen, Gäste, die wir haben, mit denen man sich auseinandersetzen möchte, bevor man sie trifft. Ja, es ist schon sehr viel Arbeit. Aber dafür habe ich die absolute Kontrolle darüber und das ist ganz schön. Manche Leute haben das nicht und müssen einfach ablesen, was auf dem Teleprompter steht. Das muss ich nicht, ich kann es vorher schreiben.

 

 Die Fragen stellte Daniela Chlouba

Bildhinweis

Weitere Informationen

Auf der Seite shapirashapira.de , in der ZDFmediathek sowie auf Youtube und Instagram sind Clips aus "Shapira Shapira" zu sehen.

Hier gehts außerdem zu den Clips: https://www.zdf.de/comedy/shapira-shapira

 

 

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