Nina Petersen (Katharina Wackernagel) und Thomas Jung (Johannes Zirner), Copyright: ZDF/Gordon Timpen
Nina Petersen (Katharina Wackernagel) und Thomas Jung (Johannes Zirner), Copyright: ZDF/Gordon Timpen

Stralsund - Blutlinien

Der Samstagskrimi

Bei Renovierungsarbeiten eines Hauses wird die einbetonierte Leiche einer jungen Frau entdeckt. Für Kommissarin Nina Petersen hat der Fall eine sehr persönliche Seite – die Tote ist ihre Jugendfreundin, die 1996 spurlos verschwand. Zusammen mit ihren Kollegen begibt sich Nina Petersen auf eine Reise in die Abgründe einer Familie und einer Tat, deren Schatten bis in die Gegenwart reichen.

  • ZDF, Samstag, 9. Mai 2020, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, ab Freitag, 8. Mai 2020, 10.00 Uhr

    Texte

    Stab und Besetzung

    Buch   Olaf Kraemer
    Regie Lars Henning
    KameraAndreas Köhler
    TonChristoph Köpf
    MusikOliver Kranz
    SzenenbildClaus Kottmann
    KostümFrank Bohn
    MaskeChristiane Greve, Jörg Dreydoppel
    SchnittJan von Rimscha
    CastingSandra Köppe
    ProduktionNetwork Movie, Film- und Fernsehproduktion GmbH, Köln
    ProduzentWolfgang Cimera
    ProducerFlorian Strebin
    HerstellungsleitungAndreas Breyer
    ProduktionsleitungRalph Retzlaff
    Redaktion Martin R. Neumann
    Länge

    ca. 89 Minuten

    Die Rollen und ihre Darsteller
    Nina Petersen Katharina Wackernagel
    Karl Hidde Alexander Held
    Karim Uthman  Karim Günes
    Techniker Stein  Andreas Schröders
    Thomas Jung  Johannes Zirner
    Lutz Hagner  Rainer Furch
    Maren Brandt  Franziska Hartmann
    Henrik Brandt  Barnaby Metschurat
    Jo BrandtJack Owen Berglund
    Ben Koslik   Stefan Rudolf
    Bernd EisnerHilmar Eichhorn
    Carlos Brandt  Axel Siefer
    Meike Grist  Heide Simon
    Schwester Rosa   Lo Rivera
    Tina Hart Janina Agnes Schröder
    Jost Braun  Günter Schaupp
    und andere

    Inhalt

    Bei Renovierungsarbeiten eines Hauses wird die einbetonierte Leiche einer jungen Frau entdeckt. Als Nina Petersen zum Fundort in der Garage der Familie Brandt gerufen wird, weiß sie sofort, wen sie dort finden wird: ihre Freundin Klara Grist, die 1996 im Alter von 17 Jahren spurlos verschwand.

    Klara und die Geschwister Maren und Henrik Brandt waren ein unzertrennliches Trio. Das ungeklärte Verschwinden des Mädchens markierte für die Familie Brandt, besonders für Henrik, den damals Hauptverdächtigen, den Beginn einer Abwärtskarriere. Er geriet auf die schiefe Bahn und landete immer wieder im Gefängnis. Carlos Brandt, Kleinkrimineller und Vater der Kinder, war damals ebenfalls verdächtig. Er hatte im Sommer 1996 die Garage gebaut und den Beton ausgegossen. Hatte er das Mädchen verschwinden lassen?

    Nicht nur der Fall fordert Nina emotional besonders, auch in ihrem Team muss sie mit problematischen Neuerungen umgehen. Ihr neuer Chef ist ausgerechnet ihr Freund und Kollege Thomas Jung.

    Während Jung die Ermittlungen in Richtung Henrik vorantreiben will, verfolgt Hidde die Spur von Carlos Brandt. Als er den jetzt Demenzkranken in einem Pflegeheim besucht, ist er sich nicht sicher, ob der Alte tatsächlich dement ist oder seine Krankheit nur vortäuscht, um Ruhe vor den Schatten der Vergangenheit zu haben. Nina geht es bei ihren Gesprächen mit Maren ähnlich. Verbirgt sie etwas vor Nina?

    Henrik wurde am Tag des Leichenfundes aus dem Gefängnis entlassen und ist seitdem verschwunden. Als Hidde in den Polizeiarchiven ähnliche Morde im Zeitraum zwischen 1977 und 1989 entdeckt, verdichtet sich der Verdacht gegen den dementen Vater.

    Dann überschlagen sich die Ereignisse: Ein Unbekannter erschießt den Besitzer einer Tankstelle und nimmt eine Verkäuferin als Geisel. Seine Beschreibung passt auf Henrik. Nina ist sich fast sicher, dass Henrik nach seiner Entlassung Kontakt zu Maren aufgenommen hat, und verfolgt sie. Dabei trifft sie im Achterwasser auf die Geschwister. Es kommt zu einem Schusswechsel, Henrik kann flüchten. Erst jetzt beginnt Maren über die Vergangenheit zu reden und gewährt Nina Einblick in eine Familientragödie, deren Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen.

    "Blut ist dicker als Wasser" - Interview mit Drehbuchautor Olaf Kraemer

    Was erwartet den Zuschauer in "Stralsund – Blutlinien"?

    Mich hat vor allem interessiert, wie Kinder von Kriminellen, die ja oft anders sozialisiert werden als Kinder aus vermeintlich "normalen" Familien, ihr späteres Leben meistern und die Vergangenheit integrieren. In "Blutlinien" steht ein Geschwisterpaar im Mittelpunkt, das sich bedingt durch ein hartes Milieu und das Verhältnis zu ihrem kriminellen Vater schon früh ungewöhnlich eng aneinandergeklammert hat. Der Versuch, ein neues Leben abseits der Vergangenheit und der schwierigen Kindheit zu beginnen, scheitert, und drei Generationen drohen an dem "Familienfluch" zu Grunde zu gehen – vertrackt für unsere Hauptfiguren, deren Ermittlungen immer wieder in die gleiche Sackgasse laufen. Denn egal, was passiert – Blut ist dicker als Wasser.

    Gibt es einen realen Aufhänger für die Geschichte?

    Wir hatten einen Fall von Demenz im Freundeskreis, bei dem ein eigentlich sehr liebenswürdiger Greis gegenüber dunkelhäutigem Pflegepersonal extrem ausfallend wurde. Er war zeitlebens starker Raucher, hatte das mit dem Einsetzen der Demenz aber schlagartig "vergessen" – seinen Rassismus nicht, der war tief verankert, wohl noch aus dem Dritten Reich. In "Blutlinien" ist es ein alter Krimineller aus der ehemaligen DDR, der von Rassismus ebenso durchdrungen war.

    Hatten Sie selbst eine Lieblingsfigur, deren Entwicklung Sie in der Geschichte besonders interessiert hat?

    Ich mag alle meine Figuren. Aber Maren und Henrik, das Geschwisterpaar, haben eine ungewöhnlich tragische Verbindung und Liebe für einander, die Barnaby Metschurat und Franziska Hartmann wahnsinnig eindringlich verkörpern und die von Lars Henning auch an Grenzen des Formates geführt wurden.

    Sie haben mit "Blutlinien" das zweite Buch für die "Stralsund"-Reihe geschrieben. Worauf kommt es an, wenn man für eine bestehende Reihe schreibt?

    Bei "Stralsund" arbeiten wir seit einigen Episoden mit horizontalen Erzählsträngen, die mehr Raum für die Geschichten der Hauptfiguren lassen, so dass der Unterschied zwischen Reihe und Einzelstück schon mal verschwimmen kann. Wichtig ist, die Balance zwischen dem Format, das dem Zuschauer eine gewisse Vertrautheit vermittelt, und den dramatischen Ausflügen, die das Format hergibt.

    Gibt man als Autor seinen Stoff in den Dreh, muss man loslassen können. Fällt Ihnen das leicht?

    Meistens merkt man schon bei den Vorgesprächen mit dem Regisseur, ob die Mischung stimmt. In diesem Fall haben Lars Henning und ich uns über Filme unterhalten, die wir mochten. Darunter war "Zerschossene Träume" von Terence Malick, den wir als visuellen Anker für den Stoff genommen haben. Die großen Bilder der Landschaft um Stralsund und die Einsamkeit der Figuren darin bilden einen wunderbaren, fast romantischen Kontrast. Da lässt man ganz gern los.

    Das Interview führte Suse Becker.

    Vier Fragen an Regisseur Lars Henning

    Was hat Sie an diesem Stoff gereizt?

    Ohne Frage erst einmal die Figuren, aber auch eine verlorene Grundstimmung, die sich durch das Buch zieht. Alle Figuren haben tiefe Wurzeln ineinander geschlagen und waren sich einmal sehr wichtig, doch die Geschichte stellt die Frage, ob das immer noch so ist. Vielleicht ist ein schmerzhafter Neuanfang besser. Das gilt zum Teil auch für unsere Ermittlerfiguren.

    Was steckt hinter dem Titel "Blutlinien"?

    Vor allem, dass es sich um eine Familiengeschichte handelt – eine Familie, die zwar drei Generationen umfasst, die es aber so nicht mehr gibt. Neue Verbindungen sind entstanden, neue Familien sind dabei zu entstehen. Und trotzdem existiert noch eine tiefe Verbundenheit zwischen den Figuren, die eigentlich ja etwas sehr Positives ist, die hier allerdings auch zu ihrem Verhängnis werden kann. Denn in dem Titel ist eben auch angedeutet, dass es in der Vergangenheit ein dunkles Geheimnis gab, dessen Folgen ihre Lebenswege jetzt erst kreuzen.

    Welche Konflikte werden dadurch für die Ermittler aufgeworfen?

    Gerade Nina Petersen findet sich inmitten dieser Verwerfungen – sie kannte die Familie von früher. Diese Mischung aus alter Verbundenheit und professioneller Distanz bringt Nina in eine außergewöhnliche Lage und zeigt eine besondere Seite von ihr. Aber auch das Verhältnis zwischen Nina und ihrer neuen Liebe Thomas Jung bleibt nicht unbelastet, vor allem, weil er ihr neuer Chef wird. Mit dieser Tatsache müssen natürlich auch Hidde und Karim erst einmal ihren Frieden machen. Auch die Gruppe der Ermittler ist wie eine Familie, in der sich mit der Zeit auch die Rollen ein wenig verändern. Und trotz all der Professionalität unserer Ermittler sollen die Menschen dahinter immer zu spüren sein.

    Was ist aus Ihrer Sicht die Besonderheit dieses "Stralsund"-Filmes?

    Vielleicht das Tempo dieser Geschichte. Der Film bewegt sich eher langsam, aber mit einer unaufhaltsamen Bewegung auf einen Punkt zu, an dem sich die Lebenswege der Figuren noch einmal auf eine tragische und schicksalhafte Weise überschneiden. Daraus zieht der Film seine gewisse Kraft.

    Die Fragen stellte Suse Becker.

    Vier Fragen an Johannes Zirner

    Ihre Figur Thomas Jung wird der neue Chef im "Stralsund"-Team. Welche Kompetenzen – menschlich und fachlich – bringt er ein?

    Thomas Jung ist loyal und hat einen starken Gerechtigkeitssinn. Er schätzt die Arbeit all seiner Kollegen in ihrer Unterschiedlichkeit und Diversität, war früher beim Sondereinsatzkommando und davor Ausbilder in Afghanistan. Er ist Sprengstoffexperte und spezialisiert auf Krisensituationen. Seine neue Aufgabe als Chef einer Abteilung stellt ihn vor eine neue Herausforderung, der er sich stellen möchte.

    Wie reagiert das Team um Nina Petersen darauf, dass Thomas Jung ihr neuer Vorgesetzter wird?

    Gerade neu zum Team dazu gestoßen, steigt er als Chef der Abteilung auf. Dies führt fast zwangsläufig zu Konflikten im Team, und seine "junge" Liebe mit Nina Petersen wird dadurch auf die Probe gestellt.

    Was zeichnet den Film "Blutlinien" in ihren Augen aus?

    "Blutlinien" ist die komplexe Geschichte einer Familie mit einer dunklen Vergangenheit, die nach Jahren wieder ans Licht kommt. Dies macht den besonderen Reiz der Folge aus. Und natürlich die starke Besetzung der Episoden-Figuren.

    Was mögen Sie an Stralsund?

    Das Wetter in Stralsund ist einzigartig, es ändert sich fast minütlich. Das hat mich sehr fasziniert, zudem die wunderschöne Landschaft.

    Das Interview führte Ellen Wirth.

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